Steinhausen ZG

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Steinhausen ZG
Kanton Zug
BFS-Nr. 1708
Postleitzahl 6312
Höhe 424 m ü. M.
Fläche 5.04 km²
Einwohner 10'399
Website steinhausen.ch

Steinhausen ist eine Einwohnergemeinde im Kanton Zug. Sie liegt westlich der Stadt Zug und gehört zur dicht besiedelten Talregion des Kantons. Mit einer Fläche von 5,04 km² ist Steinhausen die flächenmässig kleinste Gemeinde des Kantons Zug.[1]

Ende 2024 lebten 10'399 Personen dauerhaft in Steinhausen. Die Gemeinde hat sich seit der Mitte des 20. Jahrhunderts von einem landwirtschaftlich geprägten Dorf zu einer dicht bebauten Wohn- und Arbeitsplatzgemeinde innerhalb der Agglomeration Zug entwickelt. 2023 bestanden in Steinhausen rund 9'000 Arbeitsplätze.[2]

Die Gemeinde ist durch die Bahnstrecke Zürich–Zug, die S-Bahn Zürich, die Stadtbahn Zug und mehrere Buslinien gut an Zug und den Grossraum Zürich angebunden.

Geographie

Steinhausen liegt im westlichen Teil des Kantons Zug zwischen der Stadt Zug und der Grenze zum Kanton Zürich. Das Gemeindegebiet umfasst 504 Hektaren.[1]

Die Siedlung liegt auf leicht nach Süden abfallendem Gelände nördlich des Zugersees. Das Gemeindezentrum befindet sich auf rund 424 m ü. M.

Steinhausen gehört zusammen mit:

zur Talregion des Kantons Zug.[1]

Landschaft

Obwohl Steinhausen heute stark bebaut ist, befinden sich ausserhalb des Siedlungsgebiets noch Landwirtschaftsflächen, kleinere Waldgebiete und Naherholungsräume.

Die historische Kulturlandschaft von Steinhausen bildet einen Übergang zwischen dem Zuger Becken und dem westlich anschliessenden Knonauer Amt im Kanton Zürich.

Das Gemeindegebiet ist relativ flach. Dies begünstigte sowohl die landwirtschaftliche Nutzung als auch die spätere Entwicklung grösserer Wohn- und Gewerbegebiete.

Ortsteile und Weiler

Neben dem eigentlichen Dorf Steinhausen gehören verschiedene kleinere Siedlungsbereiche und ehemalige Weiler zum Gemeindegebiet.

Dazu gehören unter anderem:

  • Bann;
  • Erli;
  • Hinterhöf;
  • Vorderhöf;
  • Schlossberg;
  • Sennweid.

Durch das starke Wachstum seit den 1960er-Jahren sind viele früher voneinander getrennte Siedlungsbereiche inzwischen weitgehend zusammengewachsen.[3]

Nachbargemeinden

Steinhausen grenzt an:

Durch ihre Lage unmittelbar an der Kantonsgrenze ist die Gemeinde eng mit dem Knonauer Amt und dem Wirtschaftsraum Zürich verbunden.

Geschichte

Frühgeschichte

Archäologische Funde zeigen, dass das heutige Gemeindegebiet bereits in vorgeschichtlicher Zeit genutzt wurde.

Insbesondere in den Gebieten Sennweid und Sumpf wurden Spuren gefunden, die auf Siedlungsplätze aus der Steinzeit hinweisen.[4]

Die günstige Lage auf leicht erhöhtem Gelände in der Nähe des Zugersees bot bereits früh gute Voraussetzungen für Landwirtschaft und Besiedlung.

Mittelalter

Der Name Steinhausen erscheint im Mittelalter in verschiedenen Formen.

Für das Jahr 1173 ist die Form Steinhusin überliefert, 1260 erscheint Stainhusen.[5]

Der Ortsname wird gewöhnlich als Hinweis auf mehrere aus Stein errichtete Gebäude gedeutet. Solche Gebäude waren im frühen Mittelalter gegenüber den verbreiteten Holzbauten ungewöhnlich und könnten zu einem herrschaftlichen oder grundherrschaftlichen Verwaltungszentrum gehört haben.

Ein eindeutiger archäologischer Nachweis für eine entsprechende Anlage konnte bislang jedoch nicht erbracht werden.

Unter der Stadt Zug

Steinhausen stand während der Alten Eidgenossenschaft unter der politischen Herrschaft der Stadt Zug.

Bis 1798 war der Ort eine Vogtei der Stadt Zug. Die lokalen Angelegenheiten waren damit in das Herrschaftssystem des alten Stadt-und-Amt-Zug eingebunden.

Die Bevölkerung lebte überwiegend von:

  • Landwirtschaft;
  • Viehzucht;
  • Obstbau;
  • kleineren Handwerksbetrieben.

Der Obstbau spielte eine besonders wichtige Rolle. Noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts standen auf dem Gemeindegebiet mehrere Tausend Apfelbäume.[4]

Helvetische Republik

Mit dem Zusammenbruch der Alten Eidgenossenschaft und der Errichtung der Helvetischen Republik 1798 endete die alte Vogteiherrschaft.

Steinhausen wurde zu einer selbständigen politischen Gemeinde.

Nach der Mediationsakte von 1803 gehörte sie weiterhin zum wiederhergestellten Kanton Zug.

Entwicklung der modernen Gemeinde

1874 wurde das Gemeindewesen im Kanton Zug neu organisiert.

Die bisherigen Einheitsgemeinden wurden in:

  • Einwohnergemeinden;
  • Bürgergemeinden;
  • katholische Kirchgemeinden

aufgeteilt.[6]

Damit entstanden auch in Steinhausen die bis heute bestehenden unterschiedlichen Gemeindeorganisationen.

Vom Bauerndorf zur Agglomerationsgemeinde

Bis weit ins 20. Jahrhundert war Steinhausen ein kleines Bauerndorf.

Um 1800 lebten ungefähr 500 Menschen in der Gemeinde. Zwischen 1840 und 1940 verdoppelte sich die Bevölkerung ungefähr auf 800 Personen.[3]

Noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts bestand Steinhausen aus nur rund 80 Wohnhäusern, aber ungefähr 40 Scheunen und mehreren Tausend Obstbäumen.[4]

Nach dem Zweiten Weltkrieg begann sich die Gemeinde grundlegend zu verändern.

Wachstum ab den 1950er-Jahren

Ab Ende der 1950er-Jahre setzte ein starkes Bevölkerungs- und Siedlungswachstum ein.

Besonders während der 1960er-Jahre entstanden neue Gewerbebetriebe im Bereich des Bahnhofs. Gleichzeitig breiteten sich Wohnquartiere nach Norden und Süden aus.

Bis in die 1960er-Jahre wuchs die Bevölkerung auf ungefähr 3'400 Personen.[3]

In den 1970er-Jahren folgte eine weitere intensive Entwicklungsphase. Der Bau der Autobahn und die zunehmende Bedeutung des Wirtschaftsraums Zug beschleunigten die Bautätigkeit.

Zwischen den 1980er- und 2000er-Jahren entstanden zahlreiche neue Wohnüberbauungen und öffentliche Einrichtungen.

Heute bezeichnet sich Steinhausen in seiner Ortsplanung als ein urbanes Dorf mit rund 10'000 Einwohnerinnen und Einwohnern und etwa 9'000 Arbeitsplätzen.[3]

Bevölkerung

Ende 2024 betrug die ständige Wohnbevölkerung 10'399 Personen. Gegenüber 2023 entsprach dies einem Wachstum von 0,6 Prozent.[2]

Der Anteil ausländischer Staatsangehöriger lag 2024 bei 27,3 Prozent.[2]

Damit gehört Steinhausen zu den mittelgrossen Gemeinden des Kantons Zug.

Die Bevölkerungsentwicklung wurde vor allem durch das starke Wachstum seit den 1960er-Jahren geprägt.

Jahr Einwohner
um 1800 ca. 500
um 1940 ca. 800
1960er-Jahre ca. 3'400
2016 9'735
2024 10'399

[3][7][2]

Siedlungsentwicklung

Das heutige Siedlungsbild entstand überwiegend in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

Der ursprüngliche Dorfkern blieb rund um die Kirche und das heutige Gemeindezentrum erkennbar. Gleichzeitig entstanden rundherum zahlreiche Wohnquartiere unterschiedlicher Bauperioden.

Seit der grossen Ausdehnung der Siedlungsfläche im 20. Jahrhundert konzentriert sich die Entwicklung zunehmend auf die Verdichtung bestehender Quartiere.

Die Gemeinde verfolgt mit der Räumlichen Strategie 2040 das Ziel, Steinhausen innerhalb des bestehenden Siedlungsgebiets weiterzuentwickeln.[3]

Dabei spielen unter anderem folgende Themen eine Rolle:

  • Verdichtung;
  • Erhaltung des Dorfcharakters;
  • Aufwertung öffentlicher Räume;
  • Verbesserung der Fuss- und Veloverbindungen;
  • Entwicklung der Bahnhofsumgebung;
  • Schutz von Landschafts- und Naherholungsgebieten.

Wirtschaft

Steinhausen besitzt gemessen an seiner Einwohnerzahl eine ungewöhnlich hohe Arbeitsplatzdichte.

2023 bestanden in der Gemeinde 9'016 Arbeitsplätze in insgesamt 1'241 Betrieben.[2]

Damit gibt es beinahe so viele Arbeitsplätze wie Einwohnerinnen und Einwohner.

Die lokale Wirtschaft wird vor allem von:

  • Dienstleistungen;
  • Handel;
  • Industrie;
  • Gewerbe;
  • Bauwirtschaft;
  • Logistik

geprägt.

Die gute Verkehrslage zwischen Zug und Zürich sowie die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen des Kantons Zug machten die Gemeinde seit den 1960er-Jahren zu einem attraktiven Unternehmensstandort.

Gewerbe- und Arbeitsgebiete

Ein bedeutender Teil der Arbeitsplätze konzentriert sich im Umfeld des Bahnhofs und in den westlichen beziehungsweise südlichen Gewerbegebieten.

Die Entwicklung von Gewerbeflächen in Bahnhofsnähe spielte eine wesentliche Rolle beim Wandel vom Bauerndorf zur Agglomerationsgemeinde.

Die Gemeinde plant zudem eine langfristige Neugestaltung des Areals Beim Bahnhof. Vorgesehen sind eine Mischung aus:

  • Wohnungen;
  • Gewerbeflächen;
  • Arbeitsnutzungen;
  • öffentlichen Einrichtungen.

Das Entwicklungsgebiet umfasst rund 9'000 m².[8]

Verkehr

Steinhausen verfügt aufgrund seiner Lage zwischen Zürich und Zug über eine sehr gute Verkehrsanbindung.

Eisenbahn

Bahnhof Steinhausen

Hauptartikel: Bahnhof Steinhausen

Der Bahnhof Steinhausen liegt an der Bahnstrecke Zürich–Zug.

Die Bahnlinie selbst wurde bereits 1864 eröffnet, Steinhausen erhielt jedoch erst 1904 eine eigene Bahnstation.[9]

Die Eisenbahnverbindung wurde im 20. Jahrhundert zunehmend wichtiger für die Entwicklung der Gemeinde.

Heute wird der Bahnhof von der S-Bahn Zürich bedient.

Über Affoltern am Albis bestehen direkte Verbindungen in Richtung Zürich, während Züge in der Gegenrichtung nach Zug verkehren.

Steinhausen Rigiblick

Die Haltestelle Steinhausen Rigiblick wurde im Dezember 2012 eröffnet.[10]

Sie liegt östlich des traditionellen Bahnhofs und verbessert die Erschliessung der östlichen Wohn- und Arbeitsplatzgebiete.

Die Haltestelle wird ebenfalls von Zügen der S-Bahn Zürich bedient.

Stadtbahn Zug

Hauptartikel: Stadtbahn Zug

Steinhausen ist über das regionale Eisenbahn- und Busnetz eng mit der Stadtbahn Zug verbunden.

Der nahe Bahnhof Zug bildet den zentralen Knoten der Stadtbahnlinien S1 und S2.

Über Zug bestehen schnelle Verbindungen unter anderem nach:

  • Baar;
  • Cham;
  • Rotkreuz;
  • Luzern;
  • Walchwil;
  • Arth-Goldau.

Steinhausen selbst liegt an der Bahnverbindung zwischen Zug und dem Knonauer Amt und ist dadurch zugleich stark auf den Grossraum Zürich ausgerichtet.

Busverkehr

Mehrere Linien der Zugerland Verkehrsbetriebe erschliessen Steinhausen.

Sie verbinden die Gemeinde unter anderem mit:

  • Zug;
  • Baar;
  • Cham;
  • umliegenden Wohn- und Arbeitsplatzgebieten.

Die Bushaltestellen im Dorfzentrum und beim Bahnhof ermöglichen den Umstieg auf die Bahn.

Strassenverkehr

Steinhausen liegt in unmittelbarer Nähe der Autobahn A4.

Über die umliegenden Anschlüsse bestehen schnelle Strassenverbindungen nach:

  • Zug;
  • Zürich;
  • Luzern;
  • Cham;
  • Rotkreuz.

Der Bau der Autobahn in den 1970er-Jahren war ein wichtiger Faktor für die wirtschaftliche und räumliche Entwicklung der Gemeinde.[3]

Gleichzeitig führte der wachsende motorisierte Verkehr zu einer zunehmenden Belastung des Dorfes. Mit Umfahrungs- und Verkehrsberuhigungsmassnahmen wurde der Durchgangsverkehr später teilweise aus dem Zentrum verlagert.

Fuss- und Veloverkehr

Aufgrund des kompakten Gemeindegebiets besitzen Fuss- und Veloverkehr eine vergleichsweise grosse Bedeutung.

Die Gemeinde arbeitet im Rahmen ihrer Ortsplanung an einer besseren Vernetzung der Quartiere mit:

  • dem Dorfzentrum;
  • dem Bahnhof;
  • Schulen;
  • Gewerbegebieten;
  • Naherholungsräumen.

Durch die flache Topografie sind viele Wege innerhalb der Gemeinde gut mit dem Velo zurückzulegen.

Politik und Verwaltung

Steinhausen ist eine Einwohnergemeinde nach dem Recht des Kantons Zug.

Der Gemeinderat bildet die kommunale Exekutive und besteht aus fünf Mitgliedern.

Seit 2026 ist Markus Amhof Gemeindepräsident.[11]

Die Gemeindeverwaltung befindet sich an:

Bahnhofstrasse 3
6312 Steinhausen

Die politischen Rechte werden insbesondere an Gemeindeversammlungen sowie bei kommunalen Abstimmungen und Wahlen ausgeübt.

Bürgergemeinde

Neben der Einwohnergemeinde besteht die Bürgergemeinde Steinhausen.

Sie ist eine eigenständige öffentlich-rechtliche Körperschaft und umfasst die in Steinhausen heimatberechtigten Bürgerinnen und Bürger.

Die heutige Trennung zwischen Einwohner- und Bürgergemeinde geht auf die Zuger Gemeindeordnung von 1874 zurück.[6]

Wappen

Das Gemeindewappen zeigt in Weiss auf einem Dreiberg einen aufrechten schwarzen Steinbock.

Die offizielle Blasonierung lautet:

In Weiss auf Dreiberg ein aufrechter schwarzer Steinbock.

Der Steinbock wurde bereits früher als Wappenfigur verwendet und im Rahmen der Bereinigung der Zuger Gemeindewappen im 20. Jahrhundert in dieser Form festgelegt.[12]

Name

Die Herkunft des Namens Steinhausen ist nicht eindeutig geklärt.

Die mittelalterlichen Formen Steinhusin und Stainhusen deuten auf mehrere steinerne Häuser hin.

Historiker vermuteten deshalb einen Zusammenhang mit einem möglichen herrschaftlichen Verwaltungsbau auf dem sogenannten Schlosshügel.[5]

Steinbauten waren zur Zeit der Entstehung des Ortsnamens wesentlich seltener als Holzbauten und konnten daher namensgebend sein.

Archäologische Belege für eine grössere mittelalterliche Burg- oder Verwaltungsanlage auf dem Schlosshügel fehlen allerdings bislang.

Religion

Steinhausen war historisch römisch-katholisch geprägt.

Die katholische Kirchgemeinde ist bis heute eine eigenständige öffentlich-rechtliche Körperschaft.

Durch Zuwanderung und gesellschaftlichen Wandel wurde die religiöse Zusammensetzung der Bevölkerung während des 20. und 21. Jahrhunderts deutlich vielfältiger.

Neben der katholischen Bevölkerung leben heute unter anderem reformierte, andere christliche, muslimische und konfessionslose Einwohnerinnen und Einwohner in der Gemeinde.

Kirchen

Kirche St. Matthias

Die katholische Kirche St. Matthias gehört zu den wichtigsten historischen Bauwerken des Dorfkerns.

Eine Kirche in Steinhausen ist bereits im Mittelalter nachgewiesen.

Der heutige kirchliche Gebäudebestand wurde im Lauf der Jahrhunderte mehrfach verändert und erweitert.

Die Kirche und die angrenzenden öffentlichen Gebäude bilden einen zentralen Bestandteil des historischen Dorfzentrums.

Don-Bosco-Kirche

Mit dem starken Bevölkerungswachstum nach dem Zweiten Weltkrieg stiegen auch die Anforderungen an die kirchliche Infrastruktur.

Die moderne Don-Bosco-Kirche entstand als Teil der neueren kirchlichen Anlagen in Steinhausen und ergänzt die historische Kirche.

Bildung

Steinhausen besitzt mehrere Kindergärten und Schulhäuser der gemeindlichen Volksschule.

Zu den Schulstandorten gehören insbesondere die Anlagen im Gebiet Feldheim.

Im Schuljahr 2024/25 besuchten 609 Kinder die Primarschule der Gemeinde.[2]

Für weiterführende Schulen bestehen gute Verbindungen nach Zug und in andere Gemeinden des Kantons.

Die Nähe zu Zug ermöglicht auch den Zugang zu zahlreichen kantonalen und privaten Bildungsinstitutionen.

Zentrum Chilematt

Das Zentrum Chilematt gehört zu den wichtigsten öffentlichen und kulturellen Anlagen der Gemeinde.

Es befindet sich im Zentrum von Steinhausen und dient unter anderem:

  • Vereinen;
  • Veranstaltungen;
  • kulturellen Anlässen;
  • Versammlungen;
  • gesellschaftlichen Aktivitäten.

Gemeinsam mit Dorfplatz, Gemeindesaal, Bibliothek und kirchlichen Einrichtungen bildet die Chilematt einen wichtigen gesellschaftlichen Mittelpunkt.

Gemeindesaal

Der Gemeindesaal Steinhausen befindet sich an der Bahnhofstrasse nahe dem Dorfzentrum.

Er wird für:

  • Konzerte;
  • Theater;
  • Gemeindeanlässe;
  • Vorträge;
  • Ausstellungen;
  • Vereinsveranstaltungen

genutzt.

Das Gebäude gehört zur modernen öffentlichen Infrastruktur, die im Zuge des Wachstums Steinhausens entstand.

Bibliothek

Die Gemeindebibliothek befindet sich im Zentrum von Steinhausen.

Sie bietet neben Büchern und anderen Medien regelmässig Veranstaltungen für Kinder, Erwachsene und ältere Menschen an.

Die Bibliothek ist Teil des kulturellen und gesellschaftlichen Angebots der Gemeinde.

Sport und Freizeit

Steinhausen verfügt über verschiedene Sportanlagen und ein aktives Vereinsleben.

Zu den angebotenen Sportarten gehören unter anderem:

  • Fussball;
  • Turnen;
  • Tennis;
  • Schiessen;
  • Unihockey;
  • Volleyball;
  • Velosport.

Zahlreiche Vereine tragen zum gesellschaftlichen Leben der Gemeinde bei.

Steinhauser Weiher

Der Steinhauser Weiher gehört zu den bekannten Naherholungsgebieten der Gemeinde.

Er wurde im Zuge der starken Gemeindeentwicklung in den 1970er-Jahren angelegt.[3]

Der Weiher und seine Umgebung bilden heute einen grünen Erholungsraum innerhalb des dicht besiedelten Gemeindegebiets.

Er wird insbesondere für Spaziergänge und Naturbeobachtung genutzt.

Friedhof Erli

Der Friedhof Erli entstand ebenfalls während der starken Entwicklungsphase der 1970er-Jahre.[3]

Das Gelände liegt ausserhalb des dichtesten Dorfkerns und ist von Grünflächen umgeben.

Landwirtschaft

Obwohl Steinhausen heute stark urbanisiert ist, besitzt die Landwirtschaft weiterhin eine sichtbare Bedeutung für die Landschaft ausserhalb des Siedlungsgebiets.

Historisch waren:

  • Viehwirtschaft;
  • Milchwirtschaft;
  • Ackerbau;
  • Obstbau

die wichtigsten Erwerbszweige.

Besonders charakteristisch war der Obstbau. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts sollen rund 4'000 Apfelbäume auf dem Gemeindegebiet gestanden haben.[4]

Mit dem Bevölkerungs- und Siedlungswachstum ging ein erheblicher Teil der ehemaligen Landwirtschaftsflächen verloren.

Raumplanung

Aufgrund der kleinen Gemeindefläche und des starken Wachstums ist die Raumplanung für Steinhausen von besonderer Bedeutung.

Das bestehende Siedlungsgebiet soll künftig vor allem durch innere Verdichtung weiterentwickelt werden.

Der kantonale Richtplan geht langfristig von einer weiteren Zunahme der Bevölkerung und Arbeitsplätze aus. Für Steinhausen wurde für 2040 eine Planungsgrösse von rund 11'200 Einwohnerinnen und Einwohnern festgelegt.[13]

Zu den räumlichen Herausforderungen gehören:

  • begrenzte Baulandreserven;
  • Erhaltung von Grün- und Freiräumen;
  • zunehmender Verkehr;
  • Schutz des historischen Dorfkerns;
  • qualitativ hochwertige Verdichtung;
  • gute Anbindung neuer Wohn- und Arbeitsgebiete an den öffentlichen Verkehr.

Areal Beim Bahnhof

Das Gebiet südlich des Bahnhofs gehört zu den bedeutenden zukünftigen Entwicklungsflächen der Gemeinde.

Die Einwohnergemeinde und private Grundeigentümer planen dort eine gemischte Überbauung mit Wohn- und Arbeitsnutzungen.

2023 genehmigte die Gemeindeversammlung einen Kredit für einen Studienauftrag. 2024 wurde aus sieben eingereichten Projekten ein Siegerprojekt ausgewählt.[14]

Das Projekt sieht unter anderem auch preisgünstige Wohnungen und einen neuen Ökihof vor.

Kultur und Brauchtum

Steinhausen verfügt über ein vielfältiges Vereins- und Kulturleben.

Zu den regelmässigen Veranstaltungen gehören:

  • Dorffeste;
  • Konzerte;
  • Vereinsanlässe;
  • kirchliche Feste;
  • Ausstellungen;
  • kulturelle Veranstaltungen im Zentrum Chilematt und Gemeindesaal.

Eine wichtige Rolle spielen Musik-, Sport-, Freizeit- und Brauchtumsvereine.

Entwicklung des Ortsbilds

Das heutige Steinhausen weist eine Mischung verschiedener Siedlungstypen auf.

Im Zentrum befinden sich ältere Gebäude des historischen Bauerndorfs, während ein grosser Teil des Gemeindegebiets durch Wohn- und Gewerbebauten aus der Zeit nach 1960 geprägt ist.

Das Wachstum verlief besonders stark ab Ende der 1960er-Jahre. Eine umfangreiche fotografische Dokumentation aus den 1970er- und 1980er-Jahren im Gemeindearchiv zeigt zahlreiche damals noch unbebaute Wiesen und die fortschreitende Urbanisierung.[15]

Heute sind viele ehemals getrennte Quartiere miteinander verbunden. Grössere Freiflächen innerhalb des Siedlungsgebiets bestehen insbesondere noch beim Schlossberg sowie im Bereich Vorderhöf und Hinterhöf.[3]

Chronologie

Jahr Ereignis
Steinzeit Früheste bekannte Siedlungsspuren im Gebiet von Sennweid und Sumpf
1173 Überlieferung des Ortsnamens «Steinhusin»
1260 Überlieferung der Form «Stainhusen»
bis 1798 Steinhausen ist eine Vogtei der Stadt Zug
1798 Entstehung einer selbständigen Gemeinde während der Helvetischen Republik
1874 Bildung von Einwohner-, Bürger- und katholischer Kirchgemeinde
1904 Eröffnung der Bahnstation Steinhausen
1945 Anschluss an eine Autobuslinie
Ende der 1950er-Jahre Beginn des starken Bevölkerungs- und Siedlungswachstums
1960er-Jahre Ansiedlung zusätzlicher Gewerbebetriebe und Ausbau neuer Wohnquartiere
1970er-Jahre Weitere starke Wachstumsphase und Bau der Autobahn
1970er-Jahre Anlage des Steinhauser Weihers und des Friedhofs Erli
1985–2005 Ausbau der städtischen und kommunalen Infrastruktur
Dezember 2012 Eröffnung der Bahnhaltestelle Steinhausen Rigiblick
2024 Ständige Wohnbevölkerung erreicht 10'399 Personen
2024 Auswahl des Siegerprojekts für die Arealentwicklung Beim Bahnhof

Siehe auch

Literatur

  • Albert Iten: Die Gemeinde Steinhausen. Steinhausen.
  • Albert Iten: Zuger Namenstudien. Zug.
  • Verena Rothenbühler: Vom Bauerndorf zur Agglomeration. Steinhausen oder die Zersiedlung der Peripherie. In: Zug erkunden: Bildessays und historische Beiträge zu 16 Zuger Schauplätzen. Zug 2002, S. 112–135.
  • Armin Hofstetter-Jans: Steinhausen – Geschichte einer Gemeinde. Steinhausen 1988.
  • Gemeinde Steinhausen: Grundlagenbericht zur Orts- und Quartieranalyse. Steinhausen 2026.

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 Kanton Zug: Gemeinden, abgerufen am 25. August 2026.
  2. 2,0 2,1 2,2 2,3 2,4 2,5 Kanton Zug, Fachstelle für Statistik: Zug in Zahlen 2025, abgerufen am 25. August 2026.
  3. 3,00 3,01 3,02 3,03 3,04 3,05 3,06 3,07 3,08 3,09 Gemeinde Steinhausen: Grundlagenbericht zur Orts- und Quartieranalyse, 2026.
  4. 4,0 4,1 4,2 4,3 Gemeinde Steinhausen: historische Angaben zur Gemeinde; zusammengefasst in Verena Rothenbühler: Vom Bauerndorf zur Agglomeration. Steinhausen oder die Zersiedlung der Peripherie, Zug 2002.
  5. 5,0 5,1 Albert Iten: Zuger Namenstudien. Zug; sowie Albert Iten: Die Gemeinde Steinhausen.
  6. 6,0 6,1 Gemeinde Steinhausen: Fest der Gemeinden – 150 Jahre Zuger Gemeinden, 24. August 2024.
  7. Kanton Zug, Fachstelle für Statistik: Gemeindeportrait Steinhausen, Stand 2017.
  8. Gemeinde Steinhausen: Überbauung «Beim Bahnhof», Projektinformation.
  9. Werner Stutz: Bahnhöfe der Schweiz von den Anfängen bis zum Ersten Weltkrieg. Orell Füssli, Zürich 1983.
  10. Schweizerische Bundesbahnen und Kanton Zug: Unterlagen zur Inbetriebnahme der Haltestelle Steinhausen Rigiblick, 2012.
  11. Gemeinde Steinhausen: Gemeinderat, Stand 2026.
  12. Kanton Zug und Gemeinde Steinhausen: Wappenbeschreibung der Gemeinde Steinhausen.
  13. Kanton Zug: Kantonaler Richtplan, Kapitel Bevölkerungsentwicklung.
  14. Gemeinde Steinhausen: Sieger-Team für Überbauung «Beim Bahnhof» gewählt, 3. Juli 2024.
  15. Gemeinde Steinhausen: 100 Mal Steinhausen – Fotos aus den 70er- und 80er-Jahren, 2025.

Wikimedia Commons Wikimedia Commons: Medien zu Steinhausen ZG