Hausen am Albis
|
Hausen am Albis |
|||
|---|---|---|---|
|
Blick auf Hausen am Albis
|
|||
|
|||
|
Gemeindedaten |
|||
|
Staat |
|||
|
Kanton |
|||
|
Region |
|||
|
Bezirk |
|||
|
BFS-Nummer |
0004 |
||
|
Postleitzahl |
8915 |
||
|
Koordinaten |
47.2447° N, 8.5325° E |
||
|
Höhe |
611 m ü. M. |
||
|
Fläche |
13,64 km² |
||
|
Einwohner |
3'950
|
||
|
Website |
|||
Hausen am Albis ist eine politische Gemeinde im Bezirk Affoltern des Kantons Zürich in der Schweiz. Sie liegt im Süden des Kantons am Südfuss der Albiskette und gehört zur Region Knonaueramt, die im Volksmund auch Säuliamt genannt wird. Bis 1911 trug die Gemeinde offiziell den Namen Hausen.
Die Gemeinde umfasst die Dörfer Hausen am Albis und Ebertswil sowie zahlreiche Weiler und Einzelhöfe. Das Gemeindegebiet reicht vom Türlersee über die Hänge des Albis bis nach Sihlbrugg. Mit einer Fläche von 13,64 Quadratkilometern ist Hausen am Albis die flächenmässig grösste Gemeinde des Bezirks Affoltern.[1]
Hausen am Albis ist eine ländlich geprägte Wohn- und Gewerbegemeinde zwischen den Städten Zürich und Zug. Bedeutende Landschaftsräume sind der Türlersee, die Albiskette und das Gebiet um Sihlbrugg. Zu den historisch wichtigen Orten gehören die Ruine Schnabelburg, die reformierte Kirche und das ehemalige Fabrikareal der Seidenweberei Weisbrod-Zürrer.
Geografie
Lage
Hausen am Albis liegt im südöstlichen Teil des Knonaueramts. Das Dorf befindet sich in einer Mulde am Südfuss des Albispasses auf rund 611 Metern über Meer. Das Gemeindegebiet erstreckt sich von der Umgebung des Türlersees im Norden bis nach Sihlbrugg an der Grenze zum Kanton Zug.
Nachbargemeinden im Kanton Zürich sind Aeugst am Albis, Rifferswil, Kappel am Albis, Horgen und Langnau am Albis. Im Süden grenzt das Gemeindegebiet an Baar und Neuheim im Kanton Zug.
Der höchste Punkt der Gemeinde befindet sich auf der Bürglen auf 916 Metern über Meer. Die Bürglen ist zugleich die höchste Erhebung der Albiskette. Der tiefste Punkt liegt bei Sihlbrugg auf 532 Metern über Meer.[1]
Landschaft
Die Landschaft ist durch die Albiskette, sanfte Hügel, Wälder, Wiesen, Moore und landwirtschaftlich genutzte Flächen geprägt. Die verstreuten Siedlungen und Einzelhöfe an den Hängen des Albis erinnern an die frühere Bedeutung der Berglandwirtschaft.
Der westliche und südwestliche Teil der Gemeinde wird durch offene Kulturlandschaften bestimmt. Im Osten steigen die bewaldeten Hänge zur Albiskette an. Von verschiedenen Aussichtspunkten bestehen weite Ausblicke auf das Knonaueramt, den Zugersee und die Zentralschweizer Alpen.
Die Siedlungsstruktur unterscheidet sich deutlich von jener vieler dichter bebauter Agglomerationsgemeinden. Neben dem Hauptdorf bestehen kleinere Dörfer, Weiler und Hofgruppen, die teilweise mehrere Kilometer voneinander entfernt liegen.
Bürglen und Albiskette
Die Bürglen, teilweise auch Bürglenstutz genannt, bildet den höchsten Punkt der Gemeinde und der gesamten Albiskette. Der bewaldete Höhenzug ist durch Wanderwege erschlossen.
Nördlich der Bürglen liegen der Albispass und die Hochwacht. Südlich schliessen die Höhen bei der Schnabellücke und dem Albishorn an. Die Albiskette bildet eine natürliche Trennlinie zwischen dem Knonaueramt und dem Raum Zürichsee–Sihltal.
Die Wälder dienen der Holzproduktion, dem Schutz vor Naturgefahren, dem Erhalt der Biodiversität und der Naherholung. Wanderwege verbinden Hausen mit dem Albispass, der Hochwacht, dem Albishorn, Sihlbrugg und dem Sihlwald.
Türlersee
Der Türlersee liegt nordwestlich des Hauptortes in einer eiszeitlich geprägten Senke. Ein Teil seines Ufergebiets und der Weiler Türlen gehören zur Gemeinde Hausen am Albis.
Der See ist ein bedeutendes Natur- und Erholungsgebiet. Seine Ufer werden von Wäldern, Riedflächen und landwirtschaftlichen Flächen umgeben. Ein Rundweg führt um den See. In den dafür vorgesehenen Bereichen sind Baden, Camping und weitere Freizeitaktivitäten möglich.
Der Türlersee entwässert über die Reppisch in Richtung Aeugstertal, Birmensdorf und Dietikon. Das Seegebiet besitzt aufgrund seiner Feuchtflächen, Schilfgürtel und naturnahen Ufer eine hohe ökologische Bedeutung.
Sihlbrugg
Der Weiler Sihlbrugg liegt am südlichen Ende der Gemeinde bei der Einmündung der Lorze in die Sihl. Er verteilt sich auf Gebiete der Kantone Zürich und Zug und gehört zu mehreren politischen Gemeinden.
Der Hausemer Teil von Sihlbrugg ist nur schwach besiedelt. Die Lage an der Verbindung zwischen Zürich, Zug, dem Sihltal und dem Knonaueramt machte den Ort jedoch seit Jahrhunderten zu einem wichtigen Verkehrsknoten.
Ortsteile und Weiler
Die politische Gemeinde besteht aus zwei grösseren Dörfern und zahlreichen kleineren Siedlungen. Heisch ist heute weitgehend mit dem Hauptort Hausen zusammengewachsen.
| Ortsteil | Beschreibung |
|---|---|
| Hausen am Albis | Hauptort mit Gemeindeverwaltung, Kirche, Schulen und dem grössten Teil der Bevölkerung |
| Heisch | Westlich des historischen Dorfkerns gelegener und heute mit Hausen zusammengewachsener Ortsteil |
| Ebertswil | Südlich von Hausen gelegenes Dorf auf einer aussichtsreichen Geländeterrasse |
| Türlen | Weiler am Türlersee |
| Vollenweid | Ländlicher Weiler westlich von Hausen |
| Riedmatt | Siedlung zwischen Hausen und Türlersee |
| Tüfenbach | Weiler im westlichen Gemeindegebiet |
| Hinteralbis | Hof- und Streusiedlung am Hang der Albiskette |
| Mittelalbis | Streusiedlung im Bereich der Albishänge |
| Oberalbis | Hoch gelegene Hofsiedlung nahe der Albiskrete |
| Husertal | Weiler zwischen Ebertswil und den Höhen des Albis |
| Hirzwangen | Ländliche Siedlung südwestlich des Hauptortes |
| Schweikhof | Hofgruppe und ehemaliger Sennhof bei Ebertswil |
| Sihlbrugg | Kleiner Gemeindeanteil am Verkehrsknoten im Sihltal |
Geschichte
Ur- und Frühgeschichte
Das Gebiet um Hausen am Albis war bereits in vorgeschichtlicher Zeit bewohnt. Am Türlersee wurden Spuren jungsteinzeitlicher Siedlungen entdeckt. Weitere archäologische Funde weisen auf eine Nutzung der Landschaft während der Bronze- und Eisenzeit hin.
Die Lage zwischen dem Mittelland, dem Zürichseegebiet und der Zentralschweiz verlieh den Übergängen über den Albis bereits früh eine verkehrsgeografische Bedeutung. Wege über die Schnabellücke und den Albispass verbanden das Gebiet von Zürich mit der Innerschweiz.
Erste Erwähnungen
Eine mögliche erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 869, als ein Ort namens Husun genannt wurde. Die Zuordnung dieser Nennung zu Hausen am Albis ist jedoch nicht zweifelsfrei gesichert. Eine eindeutige Nennung des Ortsnamens Husen ist aus dem 13. Jahrhundert überliefert.[2]
Der Ortsteil Heisch wurde 1184 als Heinsche erwähnt. Der Name Hausen bezeichnete ursprünglich eine Siedlung bei mehreren Häusern oder Hofstellen.
Freiherren von Eschenbach
Im Hochmittelalter gehörte das Gebiet zum Herrschaftsbereich der Freiherren von Eschenbach. Diese besassen ausgedehnte Rechte zwischen Zürichsee und Reuss und gehörten zu den bedeutenden Adelsfamilien der Region.
Die Eschenbacher errichteten im 12. Jahrhundert die Schnabelburg auf dem Albisgrat. 1185 stifteten sie das nahe gelegene Kloster Kappel, das sich zu einem wichtigen geistlichen und wirtschaftlichen Zentrum des Knonaueramts entwickelte.[3]
Walther von Eschenbach war an der Ermordung des römisch-deutschen Königs Albrecht I. im Jahr 1308 beteiligt. Als Folge wurde die Schnabelburg 1309 durch habsburgische Truppen zerstört. Die Herrschaft der Eschenbacher in der Region endete.
Die Rechte über Hausen gelangten danach unter anderem an die Herren von Hallwyl. 1406 übertrugen diese ihre Herrschaftsrechte an die Stadt Zürich. Hausen wurde damit Teil des zürcherischen Untertanengebiets.
Schnabelburg
Die Ruine Schnabelburg liegt auf einem markanten Geländesporn nördlich der Schnabellücke. Steile Hänge schützten die mittelalterliche Anlage auf mehreren Seiten.
Von der Burg sind Mauerreste, Gräben und Geländespuren erhalten. Archäologische Untersuchungen in den 1950er-Jahren legten Teile der Ringmauer, Stützmauern und weitere Baureste frei.[4]
Die Ruine ist über Wanderwege erreichbar und gehört zu den bedeutendsten historischen Sehenswürdigkeiten der Gemeinde.
Reformation und Kappelerkriege
Das nahe Kloster Kappel schloss sich unter Abt Wolfgang Joner früh der von Huldrych Zwingli geführten Reformation in Zürich an. Auch die Bevölkerung von Hausen übernahm den reformierten Glauben. 1527 wurde Hausen zu einer selbstständigen Kirchgemeinde.
Die Region war von den Auseinandersetzungen zwischen den reformierten und katholischen Orten der Eidgenossenschaft unmittelbar betroffen. Die Gemeindegrenze liegt unweit des Schauplatzes der Kappelerkriege.
In der Zweiten Schlacht bei Kappel vom 11. Oktober 1531 fielen mehrere Männer aus Hausen an der Seite der Zürcher Truppen. Der aus der Vollenweid stammende Adam Näf soll das Zürcher Banner gerettet haben. Die Erzählung wurde zu einem wichtigen Bestandteil der lokalen Erinnerungskultur.
Zürcher Herrschaft
Unter der Stadt Zürich gehörte Hausen zur Landvogtei Knonau. Die örtliche Bevölkerung lebte überwiegend von Ackerbau, Viehzucht, Milchwirtschaft, Waldnutzung und kleingewerblichen Tätigkeiten.
Die Höfe an den Albishängen betrieben teilweise eine auf die Höhenlage angepasste Berglandwirtschaft. In den Dörfern Hausen und Ebertswil bestanden Handwerksbetriebe, Mühlen, Gasthäuser und lokale Märkte.
Nach dem Ende der Alten Eidgenossenschaft 1798 wurden die bisherigen Herrschaftsstrukturen aufgehoben. Im Verlauf des 19. Jahrhunderts entstand die moderne politische Gemeinde.
Seit der liberalen Kantonsverfassung von 1831 gehört Hausen zum Bezirk Affoltern. Ebertswil wurde 1885 in seiner heutigen Form der Gemeinde Hausen zugeteilt. Im Jahr 1911 wurde der amtliche Gemeindename von Hausen in Hausen am Albis geändert.[2]
Seidenindustrie
Im 18. und frühen 19. Jahrhundert war die textile Heimarbeit im Knonaueramt weit verbreitet. Familien betrieben neben der Landwirtschaft das Spinnen und Weben von Baumwolle und Seide.
1825 gründete Jakob Zürrer in Hausen eine Seidenferggerei. Der Betrieb vergab Aufträge an bis zu 700 Heimarbeiterinnen und Heimarbeiter im Knonaueramt und in Teilen der Zentralschweiz.[5]
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde die Produktion mechanisiert. 1875 entstand in Hausen ein erstes Fabrikgebäude. Aus dem Familienunternehmen entwickelte sich später die Firma Weisbrod-Zürrer, die hochwertige Kleider-, Krawatten-, Dekorations- und Möbelstoffe herstellte.
Die Seidenweberei prägte während mehr als eines Jahrhunderts die wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung des Dorfes. Das Unternehmen beschäftigte zeitweise zahlreiche Personen und exportierte seine Erzeugnisse in verschiedene Länder.
Aufgrund schwieriger Marktbedingungen wurde die industrielle Weberei 2012 eingestellt. Teile des historischen Fabrikareals wurden anschliessend für Gewerbe, Dienstleistungen, Kultur und Wohnen umgenutzt.[6]
Entwicklung im 20. Jahrhundert
Bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts blieb Hausen am Albis eine überwiegend landwirtschaftlich und gewerblich geprägte Gemeinde. Danach setzte ein verstärktes Bevölkerungs- und Siedlungswachstum ein.
Die Nähe zu Zürich und Zug sowie der Ausbau der Strassen- und Busverbindungen machten Hausen zu einer attraktiven Wohngemeinde. Neue Wohnquartiere entstanden vor allem im Hauptort und in Ebertswil.
Trotz des Wachstums blieben grosse Teile des Gemeindegebiets landwirtschaftlich oder forstwirtschaftlich genutzt. Die zahlreichen Weiler und Hofsiedlungen bewahrten ihren ländlichen Charakter.
Bevölkerung
Ende 2025 lebten 3'950 Personen in der Gemeinde. Davon entfielen 2'987 Einwohnerinnen und Einwohner auf den statistischen Ortsteil Hausen, 949 auf Ebertswil und 14 auf den Hausemer Teil von Sihlbrugg.[7]
| Ortsteil | Einwohner 31. Dezember 2025 |
|---|---|
| Hausen | 2'987 |
| Ebertswil | 949 |
| Sihlbrugg | 14 |
| Gemeinde insgesamt | 3'950 |
Die Bevölkerung nahm seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts deutlich zu. Dennoch besitzt Hausen am Albis im Vergleich mit dichter besiedelten Gemeinden der Agglomeration Zürich weiterhin eine geringe Bevölkerungsdichte.
Amtssprache ist Deutsch. Im Alltag wird hauptsächlich Zürichdeutsch beziehungsweise eine Mundart des Knonaueramts gesprochen. Der lokale Mundartname lautet Huuse.
Politik und Verwaltung
Hausen am Albis ist nach dem Gemeindegesetz des Kantons Zürich organisiert. Die Stimmberechtigten entscheiden an der Gemeindeversammlung und bei Urnenabstimmungen über wichtige kommunale Angelegenheiten.
Der Gemeinderat bildet die Exekutive. Er leitet die Gemeindeverwaltung und ist unter anderem für Finanzen, Raumplanung, Tiefbau, Sicherheit, Sozialwesen, Umwelt und die öffentlichen Infrastrukturen verantwortlich.
Seit 2010 bilden die politische Gemeinde und die frühere Primarschulgemeinde eine Einheitsgemeinde. Dadurch werden die politischen und schulischen Aufgaben unter einer gemeinsamen Gemeindeverwaltung geführt.[1]
Hausen arbeitet in verschiedenen Bereichen mit den anderen Gemeinden des Oberamts und des Bezirks Affoltern zusammen. Dazu gehören unter anderem Feuerwehr, Abwasserentsorgung, regionale Planung, Altersversorgung und weitere öffentliche Dienstleistungen.
Energiestadt
Hausen am Albis erhielt 2020 das Label Energiestadt. Die Gemeinde verpflichtet sich damit zu einer nachhaltigen Energie-, Verkehrs- und Umweltpolitik.[8]
Zu den kommunalen Handlungsfeldern gehören die energetische Sanierung öffentlicher Gebäude, die Förderung erneuerbarer Energien, eine umweltverträgliche Mobilität sowie der Schutz von Natur und Landschaft.
Wirtschaft
Die lokale Wirtschaft ist durch kleine und mittlere Unternehmen, Landwirtschaft, Gewerbe und Dienstleistungen geprägt. Zahlreiche Einwohnerinnen und Einwohner pendeln zur Arbeit nach Zürich, Zug, Affoltern am Albis oder in andere Zentren der Region.
Zu den örtlichen Branchen gehören Baugewerbe, Detailhandel, Gastronomie, Handwerk, Beratung, Gesundheitswesen und soziale Dienstleistungen. Das ehemalige Weisbrod-Areal bietet Flächen für verschiedene Gewerbe- und Dienstleistungsbetriebe.
Landwirtschaft
Die Landwirtschaft ist für das Landschaftsbild weiterhin von grosser Bedeutung. Im Gemeindegebiet bestehen Milchvieh-, Ackerbau- und Mischbetriebe. An den höher gelegenen Albishängen überwiegen Grünlandwirtschaft und Viehzucht.
Viele Bauernhöfe liegen ausserhalb der geschlossenen Dörfer. Hofläden und direkt vermarktete Lebensmittel verbinden die Landwirtschaft mit der lokalen Bevölkerung.
Forstwirtschaft
Die ausgedehnten Wälder an der Albiskette werden forstwirtschaftlich genutzt. Neben der Holzproduktion erfüllen sie wichtige Funktionen für den Natur- und Landschaftsschutz, die Erholung und den Schutz vor Erosion.
Verkehr
Öffentlicher Verkehr
Hausen am Albis besitzt keinen eigenen Bahnhof. Die Gemeinde ist durch mehrere Postautolinien an das Bahnnetz angeschlossen.
Die Linie 223 verbindet Hausen über Mettmenstetten mit dem Bahnhof Affoltern am Albis. Von dort bestehen Verbindungen der S-Bahn Zürich in Richtung Zürich und Zug.
Die Linie 280 führt von Hausen über Kappel am Albis nach Baar. Weitere Busverbindungen führen über den Albispass nach Thalwil und erschliessen die Weiler, Ebertswil und das Gebiet des Türlersees.[9]
Der öffentliche Verkehr ist in den Zürcher Verkehrsverbund eingebunden. Die Verbindung nach Baar überschreitet die Kantonsgrenze und schafft einen direkten Anschluss an den Wirtschaftsraum Zug.
Strassenverkehr
Hausen liegt an mehreren regionalen Strassenverbindungen. Die Albispassstrasse verbindet die Gemeinde mit Thalwil und dem linken Zürichseeufer. Weitere Strassen führen nach Affoltern am Albis, Aeugst, Kappel und Baar.
Sihlbrugg bildet einen wichtigen Strassenknoten zwischen dem Sihltal, dem Kanton Zug, dem Hirzel und dem Knonaueramt. Über die nahe Autobahn A4 bestehen Verbindungen nach Zürich, Zug und Luzern.
Flugplatz Hausen-Oberamt
Westlich beziehungsweise südwestlich des Hauptortes befindet sich der Flugplatz Hausen-Oberamt. Der kleine Regionalflugplatz wird hauptsächlich von Motorflugzeugen, Segelflugzeugen und für die fliegerische Ausbildung genutzt.
Betreiberin ist die Flugplatzgenossenschaft Hausen-Oberamt. Der Flugplatz besitzt keine Bedeutung für den Linienverkehr, ist jedoch ein regionaler Standort für die allgemeine Luftfahrt.
Bildung
Die Gemeinde führt Kindergärten, Primarschulen und die Sekundarschule. Schulstandorte befinden sich in Hausen und Ebertswil.
Seit der Bildung der Einheitsgemeinde im Jahr 2010 gehören die schulischen Aufgaben direkt zur politischen Gemeinde. Neben dem regulären Unterricht bestehen Tagesstrukturen, Betreuungsangebote und Angebote für Jugendliche.
Weiterführende Schulen und Berufsfachschulen befinden sich insbesondere in Affoltern am Albis, Zürich, Horgen und Zug.
Kirchen und Religion
Reformierte Kirche
Die reformierte Kirche steht im historischen Zentrum von Hausen. Bereits im 13. Jahrhundert bestand an dieser Stelle eine romanische Kapelle. 1494 wurde ein gotischer Neubau errichtet, von dem Teile des Turms erhalten blieben.
Die heutige Kirche entstand 1751 nach Plänen des Baumeisters David Morf. Sie wurde im Barockstil als Saalkirche erbaut und im Lauf der Zeit mehrfach umgestaltet. Bei Renovationen konnten Reste der romanischen und gotischen Vorgängerbauten nachgewiesen werden.
Seit 1527 bildete Hausen eine selbstständige reformierte Kirchgemeinde. Seit Anfang 2022 ist der Kirchenort Teil der vereinigten Reformierten Kirchgemeinde Knonauer Amt.[10]
Weitere Religionsgemeinschaften
Die römisch-katholischen Einwohnerinnen und Einwohner gehören zur katholischen Organisation des Knonaueramts. Daneben leben in der Gemeinde Angehörige weiterer christlicher Gemeinschaften, anderer Religionen und Personen ohne konfessionelle Zugehörigkeit.
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Ruine Schnabelburg
Die Ruine Schnabelburg erinnert an die mittelalterlichen Freiherren von Eschenbach. Sie liegt auf dem Albisgrat und ist über Wanderwege erreichbar.
Von der Anlage sind Mauerreste, Gräben und Geländestrukturen sichtbar. Informationstafeln erläutern die Geschichte der Burg und ihre Zerstörung im Jahr 1309.
Reformierte Kirche
Die reformierte Kirche mit ihrem mittelalterlichen Turmkern und dem barocken Kirchenschiff gehört zu den bedeutendsten Baudenkmälern des Dorfes. Zusammen mit den umliegenden historischen Gebäuden prägt sie den alten Ortskern.
Fabrikanlage Weisbrod
Das ehemalige Fabrikareal von Weisbrod-Zürrer dokumentiert die Geschichte der Zürcher Seidenindustrie. Die Gebäude entstanden in mehreren Bauphasen seit dem späten 19. Jahrhundert.
Nach dem Ende der industriellen Weberei wurden Teile des Areals umgenutzt. Die Verbindung von Industriearchitektur, Gewerbe und neuen Nutzungen macht die Anlage zu einem wichtigen Zeugnis des wirtschaftlichen Wandels.
Albisbrunn
Die Stiftung Albisbrunn wurde 1924 gegründet. Sie unterstützt Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene, deren persönliche oder soziale Entwicklung besondere pädagogische und therapeutische Begleitung erfordert.
Die weitläufige Anlage liegt in einer parkartigen Landschaft. Die Stiftung gehört zu den bedeutenden sozialen Institutionen der Gemeinde.
Historische Bauernhäuser
In Hausen, Heisch, Ebertswil und den Weilern sind zahlreiche traditionelle Bauern- und Wohnhäuser erhalten. Besonders charakteristisch sind die Fachwerkbauten mit Wohn- und Wirtschaftsteil unter einem gemeinsamen Dach.
Der Schweikhof bei Ebertswil wurde bereits im 17. Jahrhundert erwähnt. Weitere historische Gebäude erinnern an die bäuerliche Vergangenheit, die textile Heimarbeit und das lokale Gastgewerbe.
Ortsarchiv und Dorfrundgang
Das historische Archiv der Gemeinde sammelt Dokumente, Fotografien, Karten und Gegenstände zur Ortsgeschichte. Ein digital unterstützter Dorfrundgang vermittelt die Geschichte ausgewählter Gebäude und Plätze.
Freizeit und Erholung
Hausen am Albis liegt in einem bedeutenden Naherholungsgebiet zwischen Türlersee, Albis und Sihlwald. Das Wanderwegnetz erschliesst die Dörfer, Weiler, Wälder und Aussichtspunkte.
Beliebte Ziele sind der Türlersee, die Bürglen, die Hochwacht, das Albishorn, die Ruine Schnabelburg und das Gebiet um Sihlbrugg. Der Ämtlerweg führt durch die Landschaft des Knonaueramts und berührt verschiedene Ortsteile der Gemeinde.
Die Gemeinde verfügt über Sportanlagen, Turnhallen, Spielplätze und ein aktives Vereinsleben. Vereine bestehen unter anderem in den Bereichen Sport, Musik, Kultur, Natur- und Heimatschutz, Jugendförderung und Feuerwehr.
Wappen
Das Wappen von Hausen am Albis ist ein redendes Wappen. Es zeigt ein Haus und nimmt damit unmittelbar Bezug auf den Gemeindenamen.
Die vereinfachte Blasonierung lautet:
- In Blau ein silbernes Riegelhaus mit rotem Dach und rotem Gebälk.
Historische Darstellungen zeigten das Haus teilweise perspektivisch, mit Fensterläden, Kamin und weiteren Einzelheiten. Der Gemeinderat legte 1929 eine offizielle Form fest. Später wurde das Wappen mehrfach grafisch vereinfacht.
Persönlichkeiten
- Jakob Zürrer (1805–1870), Seidenunternehmer und Gründer der späteren Firma Weisbrod-Zürrer
- Adam Näf, Beteiligter an der Zweiten Schlacht bei Kappel und Überlieferung zufolge Retter des Zürcher Banners
- Hermann Huber (1930–2022), Bergsteiger und Unternehmer
- Marion Weisbrod-Bühler, Lokalhistorikerin und Autorin
Siehe auch
- Bezirk Affoltern
- Knonaueramt
- Albis
- Türlersee
- Ebertswil
- Sihlbrugg
- Schnabelburg
- Kloster Kappel
- Liste der Gemeinden des Kantons Zürich
Literatur
- Hermann Fietz: Die Kunstdenkmäler des Kantons Zürich. Band I: Die Bezirke Affoltern und Andelfingen. Birkhäuser, Basel 1938.
- Marion Weisbrod-Bühler: Geschichte der Kirche Hausen am Albis. Hausen am Albis 1969.
- Marion Weisbrod-Bühler: Die Seidenwaage. Chronik der Familien Zürrer und Weisbrod. Ebertswil am Albis 1962.
- Gemeinde Hausen am Albis: Hausen am Albis – Geschichte eines Dorfes und seiner Weiler. Hausen am Albis.
Weblinks
- Offizielle Website der Gemeinde Hausen am Albis
- Hausen am Albis im Historischen Lexikon der Schweiz
- Historisches Archiv Hausen am Albis
- Reformierter Kirchenort Hausen
- Zürcher Verkehrsverbund
Wikimedia Commons: Medien zu Hausen am Albis
Einzelnachweise
- ↑ 1,0 1,1 1,2 Herzlich willkommen in Hausen am Albis. Hrsg.: Gemeinde Hausen am Albis. Abgerufen am 2026-07-24.
- ↑ 2,0 2,1 Hausen am Albis. In: Historisches Lexikon der Schweiz. Abgerufen am 2026-07-24.
- ↑ Die Herrschaftsverhältnisse im Mittelalter. Hrsg.: Gemeinde Hausen am Albis. Abgerufen am 2026-07-24.
- ↑ Schnabelburg. In: Historisches Lexikon der Schweiz. Abgerufen am 2026-07-24.
- ↑ Weisbrod-Zürrer. Hrsg.: Zürcherische Seidenindustrie-Gesellschaft. Abgerufen am 2026-07-24.
- ↑ Fabrikanlage Weisbrod. Hrsg.: Gemeinde Hausen am Albis. Abgerufen am 2026-07-24.
- ↑ Einwohnerstatistik per 31. Dezember 2025. Hrsg.: Gemeinde Hausen am Albis. Abgerufen am 2026-07-24.
- ↑ Energiestadt Hausen. Hrsg.: Gemeinde Hausen am Albis. Abgerufen am 2026-07-24.
- ↑ Mit dem Postauto über den Albispass. Hrsg.: PostAuto. Abgerufen am 2026-07-24.
- ↑ Kirchenort Hausen. Hrsg.: Reformierte Kirchgemeinde Knonauer Amt. Abgerufen am 2026-07-24.