Bahnhof Steinhausen
| Ort | Steinhausen |
|---|---|
| Kanton | Zug |
| Staat | Schweiz |
| Koordinaten | 47° 11′ 40″ N, 8° 28′ 43″ O |
| Höhe | 424 m ü. M. |
| Betriebsstellenart | Durchgangsbahnhof |
| Bahnstrecke | Bahnstrecke Zürich–Zug |
| Eröffnung | 1904 |
| Eigentümer | Schweizerische Bundesbahnen |
| Betreiber | Schweizerische Bundesbahnen |
| Perrons | 1 Mittelperron |
| Abkürzung | STE |
| DiDok-Nummer | 8502227 |
| Tarifverbund | Tarifverbund Zug |
| Linie | S5 |
Der Bahnhof Steinhausen ist ein Bahnhof in der politischen Gemeinde Steinhausen im Kanton Zug. Er liegt an der Bahnstrecke Zürich–Zug zwischen den Stationen Knonau und Steinhausen Rigiblick.
Der Bahnhof wird im Personenverkehr ausschliesslich von der Linie S5 der S-Bahn Zürich bedient. Sie verbindet Steinhausen im Halbstundentakt mit Zug, dem Knonaueramt, Zürich Hauptbahnhof, Uster, Wetzikon, Rapperswil und Pfäffikon SZ.[1]
Die Bahnstrecke durch Steinhausen wurde bereits 1864 eröffnet. Eine eigene Station erhielt die damals kleine Bauerngemeinde jedoch erst vier Jahrzehnte später. Das 1904 errichtete Aufnahmegebäude und der angebaute Güterschuppen sind erhalten und erinnern an die frühe Entwicklung des Eisenbahnverkehrs in der Gemeinde.[2]
Nicht zu verwechseln ist der Bahnhof mit der rund 800 Meter südöstlich gelegenen Haltestelle Steinhausen Rigiblick, die 2012 eröffnet wurde und ebenfalls von der S5 bedient wird.
Lage
Der Bahnhof befindet sich am westlichen Rand des zusammenhängenden Siedlungsgebiets von Steinhausen auf rund 424 Metern über Meer. Das historische Dorfzentrum mit der Pfarrkirche St. Matthias, dem Dorfplatz und den öffentlichen Einrichtungen liegt östlich der Bahnanlage.
Das Bahnhofareal befindet sich zwischen der Bahnhofstrasse und den Gewerbe- und Industriegebieten im Westen der Gemeinde. Südlich und südöstlich schliessen Wohngebiete sowie die Einkaufs- und Arbeitsplatzstandorte rund um das Einkaufszentrum Zugerland an.
Die Bahnstrecke verläuft im Bahnhofgebiet annähernd von Nordwesten nach Südosten. In Richtung Norden führt sie über die Kantonsgrenze nach Knonau und weiter durch das Knonaueramt nach Zürich. In der Gegenrichtung erreicht sie zunächst Steinhausen Rigiblick und anschliessend den Bahnhof Zug.
Steinhausen ist flächenmässig die kleinste Gemeinde des Kantons Zug. Sie entwickelte sich seit der Mitte des 20. Jahrhunderts von einem landwirtschaftlich geprägten Dorf zu einer dicht besiedelten Agglomerationsgemeinde. Die verbesserte Erreichbarkeit mit Bahn, Bus und Strasse trug wesentlich zu diesem Wachstum bei.[3]
Name und Kennzeichnung
Die offizielle Stationsbezeichnung lautet Steinhausen. Die betriebliche Abkürzung der Schweizerischen Bundesbahnen ist STE. Die schweizerische DiDok-Nummer und internationale UIC-Stationsnummer lautet 8502227.[4]
Die Bushaltestelle beim Bahnhof trägt die Bezeichnung Steinhausen, Bahnhof. Die nahe gelegene Adresse Beim Bahnhof bezeichnet zugleich das südlich an die Gleisanlagen angrenzende Gewerbe- und Entwicklungsgebiet.
Geschichte
Bahnstrecke Zürich–Zug
In der Mitte des 19. Jahrhunderts entstanden verschiedene Projekte für eine Eisenbahnverbindung zwischen Zürich, Zug und Luzern. Die Zürich-Zug-Luzern-Bahn plante eine Strecke von Zürich Altstetten durch das Knonaueramt nach Zug und weiter in Richtung Luzern.
Die Strecke von Zürich Altstetten über Urdorf, Birmensdorf, Affoltern am Albis, Knonau und Steinhausen nach Zug wurde am 1. Juni 1864 eröffnet.[5]
Obwohl die Strecke unmittelbar an Steinhausen vorbeiführte, errichtete die Bahngesellschaft dort zunächst keine Haltestelle. Die Gemeinde war damals klein, landwirtschaftlich geprägt und besass nur wenige hundert Einwohnerinnen und Einwohner.
Die nächstgelegene Zugangsmöglichkeit zur Bahn befand sich in Zug oder Knonau. Für den Transport landwirtschaftlicher Erzeugnisse und anderer Güter mussten weiterhin Fuhrwerke eingesetzt werden.
Die 1864 eröffnete Verbindung war zunächst Teil der Hauptstrecke zwischen Zürich, Zug und Luzern. Mit der Eröffnung der direkteren Bahnstrecke Zürich–Thalwil–Baar–Zug im Jahr 1897 verlor die ältere Verbindung durch das Knonaueramt einen grossen Teil ihres überregionalen Verkehrs.
Fernzüge zwischen Zürich, Zug, Luzern und der Gotthardbahn benutzten fortan überwiegend die neue Strecke über Thalwil. Die Knonauerstrecke wurde vor allem für den Regional- und Güterverkehr genutzt.
Eröffnung der Station
Die Gemeinde setzte sich während mehrerer Jahrzehnte für eine eigene Bahnstation ein. Erst nach der Verstaatlichung der grossen Privatbahnen und der Gründung der Schweizerischen Bundesbahnen wurde das Anliegen verwirklicht.
1904 eröffneten die SBB die Station Steinhausen.[6]
Die neue Anlage bestand aus einem Aufnahmegebäude, einem Güterschuppen, Perrons und mehreren Gleisen für den Personen-, Güter- und Rangierverkehr. Der Bahnhof lag damals deutlich ausserhalb des eigentlichen Dorfkerns und war von Wiesen, Obstgärten und landwirtschaftlich genutzten Flächen umgeben.
Die Station ermöglichte direkte Bahnreisen nach Zug, Affoltern am Albis und Zürich. Gleichzeitig konnten landwirtschaftliche Erzeugnisse, Baustoffe und andere Waren einfacher verladen und transportiert werden.
Trotz des Bahnanschlusses blieb die bauliche Entwicklung rund um die Station zunächst gering. Noch während der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts war der Bahnhof vom Dorf durch weitgehend unbebaute Flächen getrennt.
Aufnahmegebäude
Das 1904 errichtete Aufnahmegebäude ist ein zweigeschossiger Bau mit Satteldach. An das Hauptgebäude schliesst ein eingeschossiger Güterschuppen an.
Das Erdgeschoss weist Rustikamauerwerk auf, während die Obergeschosse mit Bruchsteinmauerwerk gestaltet sind. Der frühere Güterschuppen besitzt eine Bretterfassade und ein flach geneigtes, weit auskragendes Satteldach.[7]
Im Aufnahmegebäude befanden sich ursprünglich Diensträume, ein Billettschalter, ein Warteraum und eine Wohnung für Bahnpersonal. Der angebaute Güterschuppen diente der Zwischenlagerung von Waren, die mit der Bahn ankamen oder versandt wurden.
Das Gebäude steht auf der südlichen Seite der Gleisanlage. Seine ursprüngliche Funktion für den Bahnbetrieb nahm mit der Automatisierung, der Einstellung der lokalen Güterabfertigung und der Verlagerung des Billettverkaufs auf Automaten und digitale Vertriebskanäle ab.
Das historische Ensemble gehört heute zu den sichtbaren Zeugnissen der Industrialisierung und Verkehrsgeschichte Steinhausens.
Übergang vom Fern- zum Regionalverkehr
Die Eröffnung der direkten Strecke über Thalwil und Baar im Jahr 1897 veränderte die Bedeutung der Knonauerstrecke grundlegend. Sie wurde von einer überregionalen Verbindung zu einer vor allem regional genutzten Bahnstrecke.
Der Bahnhof Steinhausen wurde hauptsächlich von Personenzügen zwischen Zug, Affoltern am Albis und Zürich bedient. Daneben bestanden Güterverkehr und betriebliche Fahrten.
Südöstlich der Station lag ursprünglich ein Gleisdreieck. Es ermöglichte Verbindungen in Richtung Zug sowie über Cham nach Rotkreuz und Luzern. Der direkte Verbindungsschenkel zwischen Steinhausen und Cham wurde als Sumpfweiche bezeichnet.
Mit dem Rückgang des Güterverkehrs und der Neuordnung der Bahnanlagen verlor diese Verbindung ihre Bedeutung. Der entsprechende Streckenast wurde 1970 stillgelegt und später abgebaut.
Elektrifizierung
Die SBB elektrifizierten die Knonauerstrecke im Jahr 1932. Seither wird sie mit dem schweizerischen Bahnstromsystem von 15 Kilovolt Wechselstrom und einer Frequenz von heute 16,7 Hertz betrieben.[8]
Elektrische Triebfahrzeuge ersetzten die Dampflokomotiven. Sie ermöglichten eine bessere Beschleunigung, einen wirtschaftlicheren Betrieb und kürzere Fahrzeiten.
Die Elektrifizierung war eine wichtige Voraussetzung für die spätere Verdichtung des Regionalverkehrs und die Eingliederung der Strecke in das Netz der Zürcher S-Bahn.
Wachstum der Gemeinde
Steinhausen blieb bis nach dem Zweiten Weltkrieg eine kleine Gemeinde. 1945 wurde das Dorf zusätzlich durch eine Autobusverbindung erschlossen.
Ab den späten 1950er-Jahren setzte ein starkes Bevölkerungs- und Siedlungswachstum ein. Neue Wohnquartiere, Schulen, Gewerbebetriebe und Einkaufsanlagen entstanden. Die Einwohnerzahl vervielfachte sich innerhalb weniger Jahrzehnte.
Das Bahnhofgebiet entwickelte sich zu einem Gewerbe- und Industriestandort. Aufgrund seiner Lage am westlichen Rand des Dorfes blieb der Bahnhof jedoch für viele Wohnquartiere weniger günstig erreichbar als die Bushaltestellen im Zentrum.
Einführung der Zürcher S-Bahn
Am 27. Mai 1990 nahm die Zürcher S-Bahn ihren Betrieb auf. Die Regionalzüge auf der Strecke Zug–Affoltern am Albis–Zürich wurden in das neue Liniennetz integriert.
Steinhausen wurde zunächst von der damaligen Linie S9 bedient. Diese verband Zug über das Knonaueramt, Zürich Hauptbahnhof und Uster mit dem Zürcher Oberland.
Im Zusammenhang mit der S-Bahn-Eröffnung wurde die Station angepasst. Dazu gehörten ein neuer Mittelperron, eine Personenunterführung und verbesserte Zugänge. Ein Archivplan der SBB aus dem Jahr 1990 dokumentiert unter anderem den südlichen Zugang zum neuen Mittelperron.[9]
Der Taktverkehr verbesserte die Verbindung nach Zürich deutlich. Der Bahnhof gewann damit vor allem für Berufspendlerinnen und Berufspendler an Bedeutung.
Linienwechsel von S9 zu S5
Mit der Eröffnung des Westastes der Durchmesserlinie Altstetten–Zürich HB–Oerlikon wurde das Netz der Zürcher S-Bahn im Dezember 2015 neu geordnet.
Die S5 übernahm dabei den Abschnitt Zürich–Affoltern am Albis–Zug von der bisherigen S9. Seither wird Steinhausen von der S5 bedient.[10]
Die Linie wurde über Zürich hinaus mit dem Ast nach Uster, Wetzikon, Rapperswil und Pfäffikon SZ verbunden. Damit erhielt Steinhausen umsteigefreie Verbindungen zu zahlreichen Orten im Zürcher Oberland und am oberen Zürichsee.
Haltestelle Steinhausen Rigiblick
Am 9. Dezember 2012 wurde südöstlich des Bahnhofs die Haltestelle Steinhausen Rigiblick eröffnet. Sie liegt zwischen Steinhausen und Zug und erschliesst die östlichen Wohngebiete, das Gebiet Sennweid sowie Teile der Zuger Stadtquartiere.
Die zusätzliche Haltestelle verkürzte für einen Teil der Bevölkerung den Fussweg zur Bahn. Gleichzeitig blieb der ältere Bahnhof Steinhausen für das Dorfzentrum, das Gewerbegebiet und die westlichen Quartiere von Bedeutung.
Beide Stationen werden von denselben Zügen der S5 bedient. Der Abstand zwischen ihnen beträgt weniger als einen Kilometer.
Anlage
Der Bahnhof liegt an einem eingleisigen Abschnitt der Bahnstrecke Zürich–Zug. Im Bahnhofbereich bestehen zusätzliche Gleise, die dem Personenverkehr, dem Abstellen von Fahrzeugen und betrieblichen Aufgaben dienen.
Die S-Bahn-Züge werden über einen Mittelperron erreicht. Dieser liegt zwischen den Gleisen und ist durch eine Personenunterführung erschlossen.
Das historische Aufnahmegebäude befindet sich südlich des Perrons. Zwischen dem Gebäude und dem regulär benutzten Bahnsteig liegen weitere Gleise. Dadurch besteht vom Bahnhofplatz kein direkter ebenerdiger Zugang zum Mittelperron.
Die heutige Anordnung führt zu vergleichsweise langen und wenig übersichtlichen Wegen zwischen dem Perron, dem Bus, den Veloabstellplätzen und dem Bahnhofplatz. Die Gemeinde bezeichnet die Umsteigebeziehungen deshalb als nicht mehr zeitgemäss und plant eine umfassende Aufwertung des Bahnhofsbereichs.
Zur Ausstattung gehören:
- ein teilweise überdachter Mittelperron;
- Sitzgelegenheiten und Wartebereiche;
- elektronische Abfahrtsanzeigen;
- Lautsprecheranlagen;
- ein Billettautomat;
- Veloabstellplätze;
- eine P+Rail-Anlage;
- Anschlüsse an das lokale Fuss- und Velowegnetz.
Ein bedientes SBB-Reisezentrum, Schliessfächer oder umfangreiche Einkaufsmöglichkeiten bestehen nicht.
Ausstattung und kombinierte Mobilität
Nach Angaben der SBB stehen beim Bahnhof 99 gedeckte Veloabstellplätze zur Verfügung.[11]
Die P+Rail-Anlage umfasst 31 reguläre Parkplätze und einen Behindertenparkplatz. Stunden- und Tageskarten können vor Ort gelöst werden. Monats- und Jahreskarten werden von der Gemeinde gegen Vorlage eines gültigen Abonnements des öffentlichen Verkehrs ausgegeben.
Die Verbindung des Bahnhofs mit dem Fuss- und Veloverkehr soll im Rahmen der geplanten multimodalen Drehscheibe verbessert werden. Vorgesehen sind attraktivere Zugänge, zusätzliche Abstellmöglichkeiten und eine klarere Führung zwischen den verschiedenen Verkehrsmitteln.
Bahnverkehr
Im Fahrplanjahr 2026 wird Steinhausen von der S5 der Zürcher S-Bahn bedient:
- S5: Zug – Steinhausen Rigiblick – Steinhausen – Knonau – Mettmenstetten – Affoltern am Albis – Hedingen – Bonstetten-Wettswil – Birmensdorf ZH – Urdorf Weihermatt – Urdorf – Zürich Altstetten – Zürich Hardbrücke – Zürich Hauptbahnhof – Zürich Stadelhofen – Uster – Wetzikon ZH – Bubikon – Rüti ZH – Jona – Rapperswil SG – Pfäffikon SZ
Die S5 verkehrt grundsätzlich im Halbstundentakt.[1] In den frühen Morgenstunden, am späten Abend und bei Bauarbeiten kann das Angebot abweichen.
Zug ist innerhalb weniger Minuten erreichbar. Dort bestehen Anschlüsse an den Fernverkehr nach Zürich, Luzern, Arth-Goldau, dem Tessin und in die Ostschweiz sowie an die Linien der Stadtbahn Zug.
In Richtung Zürich bietet die S5 direkte Verbindungen durch das Knonaueramt. Zürich Hauptbahnhof ist ohne Umsteigen erreichbar. Dort wird der unterirdische Bahnhof Museumstrasse benutzt.
Die S5 fährt von Zürich weiter über die unterirdische S-Bahn-Stammstrecke nach Stadelhofen und anschliessend beschleunigt in Richtung Uster.
Rollmaterial
Auf der S5 werden im regulären Betrieb doppelstöckige Triebzüge der Zürcher S-Bahn eingesetzt. Dabei handelt es sich insbesondere um Fahrzeuge des Typs Regio-Dosto RABe 511.
Die Züge verfügen über:
- Abteile der ersten und zweiten Klasse;
- Niederflureinstiege;
- Mehrzweckbereiche für Velos, Kinderwagen und Gepäck;
- Klimatisierung;
- elektronische Fahrgastinformationen;
- Toiletten.
Die hohe Kapazität der Doppelstockzüge ist vor allem auf den stark nachgefragten Abschnitten zwischen Zürich, Uster und dem oberen Zürichsee von Bedeutung.
Bei Fahrzeugengpässen, Bauarbeiten oder betrieblichen Änderungen können andere für die Zürcher S-Bahn geeignete Fahrzeuge eingesetzt werden.
Busverkehr
Die Bushaltestelle Steinhausen, Bahnhof wird im Fahrplanjahr 2026 von der Linie 636 der Zugerland Verkehrsbetriebe bedient:
- Linie 636: Baar, Bahnhof – Baar, Kantonsspital – Baar, Metro – Steinhausen, Zentrum – Steinhausen, Bahnhof – Steinhausen, Sennweid
Die Linie verbindet den Bahnhof mit dem Zentrum von Steinhausen, den nördlichen Quartieren, der Sennweid, dem Kantonsspital Zug und dem Bahnhof Baar.[12]
Die übrigen wichtigen Steinhauser Buslinien verkehren nicht unmittelbar über den Bahnhof. Die Linie 606 verbindet Zug über das Dorfzentrum und das Einkaufszentrum Zugerland mit Cham. Die Linie 616 fährt während stärker nachgefragter Zeiten zwischen Zug und dem Einkaufszentrum Zugerland.
Diese räumliche Trennung von Bahn und Bus gilt als Schwäche des heutigen Verkehrsangebots. Langfristig soll ein neues Bustrassee zwischen dem Bahnhof und dem Einkaufszentrum Zugerland weitere Buslinien direkt zum Bahnhof führen.
Tarif
Der Bahnhof liegt im Gebiet des Tarifverbunds Zug. Innerhalb der gelösten Tarifzonen können die Bahn- und Buslinien sowie weitere beteiligte öffentliche Verkehrsmittel benutzt werden.
Für Fahrten in das Gebiet des Zürcher Verkehrsverbunds stehen Angebote des Z-Pass, nationale Billette und Modul-Abonnemente zur Verfügung.
Das Generalabonnement wird auf den regulären Bahn- und Buslinien anerkannt. Mit dem Halbtax-Abonnement können nationale Fahrausweise zum ermässigten Preis bezogen werden.
Bedeutung
Der Bahnhof erschliesst das westliche und zentrale Gemeindegebiet von Steinhausen. Er ist insbesondere für Berufspendlerinnen und Berufspendler in Richtung Zug, Affoltern am Albis und Zürich von Bedeutung.
Die direkte Verbindung nach Zürich macht die Bahn zu einer Alternative zum stark belasteten Strassennetz der Zuger Agglomeration. Gleichzeitig ermöglicht die Nähe zum Bahnhof Zug Anschlüsse an zahlreiche nationale und internationale Bahnverbindungen.
Für das Gemeindegebiet bestehen zwei S-Bahn-Zugänge:
- Bahnhof Steinhausen für das Dorfzentrum, die westlichen Quartiere und das Gewerbegebiet;
- Steinhausen Rigiblick für die östlichen Wohngebiete und den Raum Sennweid.
Trotz dieser guten regionalen Verbindung besitzt der Bahnhof im Vergleich zu anderen Stationen der Zuger Agglomeration eine eher geringe Zahl ein- und aussteigender Reisender. Als Gründe gelten seine periphere Lage, die ungenügende Verknüpfung mit den Buslinien und die wenig attraktive Gestaltung des Bahnhofumfelds.[13]
Bahnhofgebiet
Das Bahnhofgebiet liegt zwischen dem historischen Dorfzentrum, den Bahnanlagen und einem ausgedehnten Gewerbe- und Industriegebiet.
Auf dem südlich angrenzenden Areal befinden sich unter anderem der kommunale Werk- und Ökihof, das Betriebsgebäude des Wasser- und Elektrizitätswerks Steinhausen sowie verschiedene Gewerbebetriebe.
Die Gemeinde und private Grundeigentümer beabsichtigen, das Gebiet schrittweise zu verdichten. Geplant ist eine Mischung aus Wohnungen, Arbeitsplätzen, Gewerbeflächen und kommunalen Einrichtungen.
2023 bewilligte die Gemeindeversammlung einen Kredit für einen Studienauftrag. Sieben Architektur- und Landschaftsarchitekturbüros erarbeiteten Vorschläge. 2024 wurde ein Siegerprojekt ausgewählt.[14]
Das Projekt sieht eine kompakte Überbauung mit Wohn-, Arbeits- und Gewerbenutzungen sowie einem erneuerten Werk- und Ökihof vor. Die weitere Umsetzung hängt von der Ortsplanung, dem Bebauungsplan, den politischen Beschlüssen und den späteren Bewilligungsverfahren ab.
Multimodale Drehscheibe
Der Bahnhof soll langfristig zu einer multimodalen Drehscheibe ausgebaut werden. Die Gemeinde arbeitet dabei mit dem Kanton Zug und den SBB zusammen.
Zu den Zielen gehören:
- ein direkterer Zugang vom Bahnhofplatz zum Perron;
- kürzere und übersichtlichere Umsteigewege;
- eine attraktivere Gestaltung des Bahnhofplatzes;
- bessere Busanschlüsse;
- zusätzliche Veloabstellplätze;
- Sharing-Angebote;
- hindernisfreie Zugänge;
- eine bessere Verbindung zwischen Bahnhof und Dorfzentrum.
Die heutige Personenunterführung soll in eine neue Gesamtlösung für Fussgängerinnen, Fussgänger und Velofahrende einbezogen werden. Wegen der Gleisanlagen und des Mittelperrons sind dafür bauliche Anpassungen erforderlich.
Ein weiteres langfristiges Projekt ist eine eigene Busverbindung vom Bahnhof zum Einkaufszentrum Zugerland. Sie soll bestehende Strassenengpässe umgehen und ermöglichen, zusätzliche Buslinien direkt über den Bahnhof zu führen.
Die genauen Bauetappen und Eröffnungstermine waren 2026 noch nicht abschliessend festgelegt.
Freizeitverkehr
Der Bahnhof dient als Ausgangspunkt für Spaziergänge, Wanderungen und Velotouren in der Gemeinde und im westlichen Teil des Kantons Zug.
Erreichbar sind unter anderem:
- der Dorfkern von Steinhausen;
- die Kirche St. Matthias und das Beinhaus;
- der Steinhauserwald;
- die Lorzenebene;
- das Gebiet Schlossberg;
- Wanderwege in Richtung Knonau und Kappel am Albis;
- das Einkaufszentrum Zugerland;
- regionale Velorouten zwischen Zug, Cham und dem Knonaueramt.
Mit der S5 bestehen direkte Verbindungen zu den Wandergebieten im Knonaueramt, am Pfäffikersee und am oberen Zürichsee.
Siehe auch
- Steinhausen ZG
- Steinhausen Rigiblick
- Bahnstrecke Zürich–Zug
- S5 (S-Bahn Zürich)
- S-Bahn Zürich
- Bahnhof Zug
- Bahnhof Knonau
- Stadtbahn Zug
- Zugerland Verkehrsbetriebe
- Tarifverbund Zug
- Öffentlicher Verkehr im Kanton Zug
Literatur
- Josef Grünenfelder: Die Kunstdenkmäler des Kantons Zug. Band II: Die ehemaligen Vogteien der Stadt Zug. Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte, Bern 2006.
- Der Bahnhof Steinhausen. In: Tugium. Jahrbuch des Staatsarchivs des Kantons Zug, des Amtes für Denkmalpflege und Archäologie, des Kantonalen Museums für Urgeschichte Zug und des Museums Burg Zug, Band 25, Zug 2009, S. 28–29.
- Hans G. Wägli: Schienennetz Schweiz und Bahnprofil Schweiz CH+. AS Verlag, Zürich 2010, ISBN 978-3-909111-74-9.
- Schweers + Wall: Eisenbahnatlas Schweiz. Schweers + Wall, Köln 2012, ISBN 978-3-89494-130-7.
- Werner Stutz: Bahnhöfe der Schweiz. Von den Anfängen bis zum Ersten Weltkrieg. Orell Füssli, Zürich 1983, ISBN 3-280-01405-0.
Weblinks
- Bahnhof Steinhausen bei den SBB
- Linienfahrplan S5 beim Zürcher Verkehrsverbund
- Öffentlicher Verkehr in Steinhausen
- Bahnhof Steinhausen bei Industriegeschichte Zug
- Zugerland Verkehrsbetriebe
- Tarifverbund Zug
- SBB Historic
Einzelnachweise
- ↑ 1,0 1,1 Linienfahrplan S5, Zürcher Verkehrsverbund, gültig vom 14. Dezember 2025 bis 12. Dezember 2026, abgerufen am 4. August 2026.
- ↑ Der Bahnhof Steinhausen, Industriegeschichte Zug, abgerufen am 4. August 2026.
- ↑ Gemeinde Steinhausen – Überblick, Einwohnergemeinde Steinhausen, abgerufen am 4. August 2026.
- ↑ Dienststellen gemäss opentransportdata.swiss, SBB Open Data, abgerufen am 4. August 2026.
- ↑ Bahn- und Strassenbau, Gemeinde Risch, abgerufen am 4. August 2026.
- ↑ Geschichte der Gemeinde Steinhausen, Einwohnergemeinde Steinhausen, abgerufen am 4. August 2026.
- ↑ SBB-Bahnareal Steinhausen, Industriekultur Schweiz, abgerufen am 4. August 2026.
- ↑ Bahnstrecke Zürich–Affoltern am Albis–Zug, Schienenverkehr Schweiz, abgerufen am 4. August 2026.
- ↑ Ausbau der SBB-Station Steinhausen, SBB Historic, 1990, abgerufen am 4. August 2026.
- ↑ Startschuss für den weiteren Ausbau der Zürcher S-Bahn, Kanton Zürich, 15. April 2010, abgerufen am 4. August 2026.
- ↑ Bahnhof Steinhausen, Schweizerische Bundesbahnen, abgerufen am 4. August 2026.
- ↑ Linie 636 Baar Bahnhof–Steinhausen Sennweid, Zugerland Verkehrsbetriebe, gültig ab 14. Dezember 2025, abgerufen am 4. August 2026.
- ↑ Öffentlicher Verkehr in Steinhausen, Einwohnergemeinde Steinhausen, abgerufen am 4. August 2026.
- ↑ Studienauftrag Areal Bahnhof, Steinhausen, Einwohnergemeinde Steinhausen, abgerufen am 4. August 2026.
Wikimedia Commons Wikimedia Commons: Medien zu Bahnhof Steinhausen