Bahnhof Knonau

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Bahnhof Knonau
Bahnhof Knonau
Stationsname Knonau
Gemeinde Knonau
Kanton Zürich
Bezirk Affoltern
Bauform Durchgangs- und Kreuzungsbahnhof
Perrongleise 2
Abkürzung KNO
IBNR 8502226
Höhe 436 m ü. M.
Eröffnung 1. Juni 1864
Eigentümer Schweizerische Bundesbahnen
Strecke Bahnstrecke Zürich–Zug
Tarifzonen 156 (ZVV), 633 (Tarifverbund Zug)
Linien S5, SN5
Buslinie 648
Koordinaten 47,22026° N, 8,46673° E

Der Bahnhof Knonau ist ein Bahnhof in der politischen Gemeinde Knonau im Bezirk Affoltern des Kantons Zürich. Er liegt an der Bahnstrecke Zürich–Zug, die wegen ihres Verlaufs durch das Knonaueramt auch als Knonauerlinie bezeichnet wird. Die benachbarten Stationen sind Mettmenstetten in Richtung Zürich und Steinhausen in Richtung Zug.

Der Bahnhof wurde am 1. Juni 1864 durch die Zürich-Zug-Luzern-Bahn eröffnet. Heute wird er von der Linie S5 der S-Bahn Zürich bedient. Seit der Einführung einer grenzüberschreitenden Busverbindung in den Kanton Zug bildet die Station zudem einen Umsteigepunkt zwischen Bahn und Bus.

Lage

Der Bahnhof befindet sich südöstlich des historischen Dorfzentrums von Knonau auf ungefähr 436 Metern über Meer. Die Bahnstrecke verläuft hier annähernd in Nord-Süd-Richtung. Östlich der Gleise liegen das Stationsgebäude, der Bahnhofplatz und die Chamstrasse, westlich schliessen Wohngebiete und landwirtschaftlich genutzte Flächen an.

Das Dorfzentrum mit der reformierten Kirche, dem Gemeindehaus und verschiedenen Einkaufsmöglichkeiten ist zu Fuss in wenigen Minuten erreichbar. Die Station erschliesst neben dem Hauptort auch die umliegenden Weiler und die ländlich geprägten Gebiete der Gemeinde.

Knonau liegt nahe der Kantonsgrenze zu Zug. Der Bahnhof ist deshalb sowohl für Verbindungen in Richtung Zürich als auch für den Pendlerverkehr nach Zug, Cham und Rotkreuz von Bedeutung. Der Autobahnanschluss der A4 befindet sich ebenfalls in der Nähe.

Der Bahnhof liegt in der ZVV-Tarifzone 156. Wegen der Verbindung mit dem Zuger Busnetz gehört er zugleich zur Zone 633 des Tarifverbunds Zug.[1]

Geschichte

Planung und Bau

In den 1850er-Jahren entstanden verschiedene Pläne für eine direkte Eisenbahnverbindung zwischen Zürich, Zug und Luzern. Umstritten war insbesondere, ob die Strecke durch das Sihltal oder über das Knonaueramt geführt werden sollte.

Die Schweizerische Ostwestbahn begann mit ersten Planungen, geriet jedoch in finanzielle Schwierigkeiten. Die Konzessionen und Projektunterlagen für die Verbindung Zürich–Zug–Luzern wurden daraufhin von der Schweizerischen Nordostbahn übernommen. Diese gründete für den Bau die rechtlich selbstständige Zürich-Zug-Luzern-Bahn.

Die neue Strecke führte von Zürich Altstetten über Urdorf, Birmensdorf, Bonstetten-Wettswil, Hedingen, Affoltern am Albis, Mettmenstetten und Knonau in den Kanton Zug. Bei Kollermühle entstand ein Gleisdreieck, über das Züge sowohl nach Zug als auch über Cham und Rotkreuz nach Luzern verkehren konnten.

Die feierliche Eröffnung fand am 31. Mai 1864 statt. Der fahrplanmässige Betrieb begann am folgenden Tag, dem 1. Juni 1864.[2]

Erste Bahnhofanlage

Der Bahnhof Knonau wurde gleichzeitig mit der Strecke eröffnet. Die Station entstand etwas ausserhalb des damaligen Dorfkerns an der Strasse in Richtung Cham.

Zur ursprünglichen Anlage gehörten ein Aufnahmegebäude, ein Güterschuppen, Perrons sowie Lade- und Nebengleise. Das Stationsgebäude enthielt Diensträume, einen Wartsaal und Wohnungen für Bahnbedienstete. Es wurde nach dem für die Zürich-Zug-Luzern-Bahn entwickelten Typenprogramm errichtet.

Der Bahnhof diente sowohl dem Personenverkehr als auch dem Transport landwirtschaftlicher Erzeugnisse, von Vieh, Holz, Brennstoffen und Stückgütern. Für die bäuerlich geprägte Region bedeutete die Bahn eine wesentlich schnellere Verbindung zu den Märkten in Zürich, Zug und Luzern.

Das historische Stationsgebäude ist erhalten geblieben. Es besitzt verputzte Fassaden, ein Satteldach und regelmässig angeordnete Fensterachsen. Der Bau wurde im Lauf seiner Geschichte mehrmals umgestaltet und den veränderten betrieblichen Anforderungen angepasst.

Übergang an die Nordostbahn und die SBB

Die Zürich-Zug-Luzern-Bahn wurde ab 1864 durch die Nordostbahn betrieben. 1892 ging sie vollständig in deren Eigentum über.

Mit der Eröffnung der direkteren Bahnstrecken Thalwil–Zug und Zug–Arth-Goldau im Jahr 1897 verlor die Verbindung durch das Knonaueramt einen grossen Teil ihrer überregionalen Bedeutung. Die Schnellzüge zwischen Zürich, Zug und der Gotthardbahn verkehrten fortan über Thalwil. Die Strecke über Knonau entwickelte sich zu einer vorwiegend dem Regional- und Güterverkehr dienenden Nebenlinie.

Im Zuge der Verstaatlichung der grossen privaten Eisenbahngesellschaften ging die Nordostbahn 1902 in den neu gegründeten Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) auf. Der Bahnhof Knonau befindet sich seither im Eigentum der SBB.

Elektrifizierung

Die Strecke Zürich Altstetten–Zug wurde am 15. Oktober 1932 elektrifiziert. Seither erfolgt der Betrieb mit dem schweizerischen Bahnstromsystem von 15 Kilovolt und 16,7 Hertz Wechselstrom.[2]

Die Elektrifizierung ersetzte die dampfbetriebenen Züge durch elektrische Lokomotiven und Triebwagen. Sie ermöglichte kürzere Fahrzeiten, einen wirtschaftlicheren Betrieb und eine bessere Einbindung der Knonauerlinie in das übrige SBB-Netz.

Ausbau des Regionalverkehrs

Während eines grossen Teils des 20. Jahrhunderts blieb das Angebot auf der Knonauerlinie vergleichsweise gering. Die Strecke war weitgehend einspurig, und die Zugskreuzungen waren von den verfügbaren Bahnhöfen abhängig.

Mit dem Wachstum der Gemeinden im Knonaueramt nahm der Pendlerverkehr nach Zürich und Zug zu. Die SBB modernisierten deshalb die Bahnhöfe und Sicherungsanlagen schrittweise. Im Bahnhof Knonau wurde 1961 ein elektrisches Stellwerk der Bauform Domino 55 in Betrieb genommen. Seit 2011 wird die Anlage von der Betriebszentrale Ost der SBB ferngesteuert.[3]

Zürcher S-Bahn

Mit der Eröffnung der Zürcher S-Bahn am 27. Mai 1990 wurde die Knonauerlinie in das neue Linien- und Tarifsystem des Zürcher Verkehrsverbunds aufgenommen. Knonau erhielt regelmässige Direktverbindungen zum Zürcher Hauptbahnhof.

Die Strecke wurde zunächst von der Linie S9 bedient. Im Rahmen der zweiten Generation der Zürcher S-Bahn übernahm im Dezember 2015 die S5 die Verbindung durch das Knonaueramt. Gleichzeitig wurde das Angebot zwischen Zürich und Zug neu geordnet.

Die S5 bietet seither eine direkte Durchmesserverbindung vom Kanton Zug über Zürich in das Zürcher Oberland und an den oberen Zürichsee. Durch den Halbstundentakt und die umsteigefreien Verbindungen gewann der Bahnhof für die Entwicklung Knonau als Wohngemeinde weiter an Bedeutung.

Anlagen

Der Bahnhof ist ein Durchgangs- und Kreuzungsbahnhof an der überwiegend einspurigen Bahnstrecke Zürich–Zug. Für den Personenverkehr stehen zwei Perrongleise zur Verfügung. Im Bahnhof können sich Züge aus beiden Richtungen begegnen.

Die Perrons sind mit Wetterschutz, Sitzgelegenheiten, Beleuchtung sowie elektronischen und statischen Fahrgastinformationen ausgestattet. Die Zugänge sind barrierefrei gestaltet.[4]

Ein bedienter SBB-Billettschalter besteht nicht mehr. Billette können am Automaten sowie über die digitalen Vertriebskanäle der Verkehrsunternehmen gekauft werden. Im historischen Stationsgebäude befinden sich heute gewerbliche Nutzungen.

Nach Angaben der SBB stehen am Bahnhof 76 gedeckte Veloabstellplätze zur Verfügung. Die P+Rail-Anlage umfasst 91 reguläre Parkplätze und zwei Parkplätze für Menschen mit Behinderung.[5]

Beim Bahnhof besteht zudem ein Standort des Carsharing-Anbieters Mobility. Die betriebliche Abkürzung der Station lautet KNO, die internationale Betriebsstellennummer beziehungsweise IBNR ist 8502226.

Bahnverkehr

Im Fahrplanjahr 2026 wird der Bahnhof Knonau von der Linie S5 der Zürcher S-Bahn bedient:

Die S5 verkehrt grundsätzlich im Halbstundentakt. Die Fahrzeit nach Zug beträgt ungefähr 15 Minuten, Zürich Hauptbahnhof wird in rund 40 Minuten erreicht.[6]

In den Nächten von Freitag auf Samstag und von Samstag auf Sonntag verkehren zusätzliche Züge der Nacht-S-Bahn SN5. Einzelne Verbindungen beginnen in Knonau und führen über Affoltern am Albis, Zürich und das Zürcher Oberland nach Pfäffikon SZ.[7]

Busverkehr

Auf dem Bahnhofplatz befindet sich die Haltestelle Knonau, Bahnhof. Sie wird im Fahrplanjahr 2026 von der Linie 648 der Zugerland Verkehrsbetriebe bedient:

Die Linie stellt eine direkte Verbindung zwischen Knonau, Cham, den Gewerbegebieten von Hünenberg und Rotkreuz her. In Cham und Rotkreuz bestehen Anschlüsse an die Stadtbahn Zug, weitere Buslinien und den regionalen Bahnverkehr.[8]

Die Busverbindung ergänzt die S5 insbesondere für Fahrten zu Arbeitsplatz- und Einkaufsgebieten, die nicht unmittelbar an der Bahnstrecke liegen.

Bedeutung

Der Bahnhof Knonau bildet den wichtigsten Zugang der Gemeinde zum öffentlichen Verkehr. Er erschliesst das Dorf und verbindet es direkt mit Zürich, Zug, dem Knonaueramt, dem Zürcher Oberland und dem oberen Zürichsee.

Die gute Bahnerschliessung trug wesentlich zur Entwicklung Knonau von einem landwirtschaftlich geprägten Dorf zu einer Pendlergemeinde bei. Besonders seit dem Ausbau der Zürcher S-Bahn entstanden neue Wohngebiete in der Umgebung des Bahnhofs.

Auch für die Raumplanung besitzt die Station eine zentrale Bedeutung. Die Gemeinde betrachtet das bereits überbaute Gebiet rund um den Bahnhof als wichtigen Schwerpunkt der künftigen Siedlungsentwicklung. Neue Wohnungen und gewerbliche Nutzungen sollen vor allem an gut mit dem öffentlichen Verkehr erschlossenen Standorten entstehen.

Der Bahnhof ist zudem Ausgangspunkt für Spaziergänge und Velotouren durch die Landschaft des südlichen Knonaueramts. Wege führen unter anderem nach Maschwanden, Mettmenstetten, Kappel am Albis und über die Kantonsgrenze nach Cham und Steinhausen.

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. Regionalnetz-Pläne des ZVV-Gebiets. In: Zürcher Verkehrsverbund(de). Abgerufen am 2026-08-04.
  2. 2,0 2,1 Bahnstrecke Zürich–Affoltern am Albis–Zug. In: Schienenverkehr Schweiz(de). Abgerufen am 2026-08-04.
  3. Knonau. In: Stellwerksdatenbank(de). Abgerufen am 2026-08-04.
  4. Bahnhof Knonau. In: Gemeinde Knonau(de). Abgerufen am 2026-08-04.
  5. Bahnhof Knonau. In: Schweizerische Bundesbahnen(de). Abgerufen am 2026-08-04.
  6. Linienfahrplan S5. In: Zürcher Verkehrsverbund(de). Abgerufen am 2026-08-04.
  7. Haltestellen- und Linienfahrpläne Knonau. In: Zürcher Verkehrsverbund(de). Abgerufen am 2026-08-04.
  8. Linie 648 Knonau Bahnhof–Rotkreuz Bahnhof Nord. In: Zugerland Verkehrsbetriebe(de). Abgerufen am 2026-08-04.

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