Statistische Quartiere der Stadt Zürich

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Die Statistischen Quartiere der Stadt Zürich bilden eine kleinräumige administrative und statistische Gliederung der Stadt Zürich. Das Stadtgebiet ist für statistische Zwecke in 12 Stadtkreise, 22 Stadtquartiere und 34 Statistische Quartiere gegliedert. Die Statistischen Quartiere werden ihrerseits in insgesamt 216 Statistische Zonen unterteilt.[1]

Statistische Quartiere der Stadt Zürich
Stadt Zürich
Kanton Zürich
Stadtkreise 12
Stadtquartiere 22
Statistische Quartiere 34
Statistische Zonen 216
Heutige Zahl der Stadtkreise seit 1971
Datenführung Statistik Stadt Zürich
Geomatik + Vermessung
Geodaten Open Data Zürich

Die Gliederung dient vor allem der räumlichen Auswertung statistischer Daten. Bevölkerung, Wohnungen, Bautätigkeit, Haushalte, Beschäftigung, Sozialstruktur und zahlreiche weitere Merkmale können dadurch innerhalb des Stadtgebiets miteinander verglichen werden.[2]

Die Statistischen Quartiere sind nicht mit politisch selbständigen Gemeinden zu verwechseln. Sie besitzen weder eigene Parlamente noch Gemeindeverwaltungen oder politische Behörden. Ihre Grenzen dienen hauptsächlich statistischen, planerischen und verwaltungsinternen Zwecken.

Räumliche Gliederung Zürichs

Die räumliche Gliederung der Stadt Zürich besteht aus mehreren Ebenen.

Ebene Anzahl Bedeutung
Stadt 1 Gesamtes Gemeindegebiet Zürich
Stadtkreise 12 traditionelle administrative und geografische Gliederung
Stadtquartiere 22 grossräumige Quartiergliederung, meist an historische Gemeinden angelehnt
Statistische Quartiere 34 wichtigste kleinräumige Einheit für zahlreiche statistische Auswertungen
Statistische Zonen 216 feinräumige Untergliederung der Statistischen Quartiere

Daneben verwendet die Stadt für bestimmte Aufgaben weitere räumliche Einteilungen, beispielsweise Schulkreise, Wahlkreise, Polizeiwachen, Sozialregionen oder Vermessungsbezirke. Diese stimmen nicht zwingend mit den Grenzen der Statistischen Quartiere überein.

Stadtquartiere und Statistische Quartiere

Die Begriffe Stadtquartier und Statistisches Quartier sind nicht identisch.

Nach der heute verwendeten Gliederung bestehen 22 Stadtquartiere, während für statistische Zwecke 34 Statistische Quartiere verwendet werden.[1]

In mehreren Stadtkreisen entspricht ein Stadtquartier genau einem Statistischen Quartier. Dies gilt beispielsweise für Albisrieden, Altstetten, Höngg, Wipkingen, Oerlikon, Seebach und Affoltern.

Andere historische Stadtquartiere werden für statistische Zwecke in mehrere Einheiten unterteilt.

Stadtquartier Statistische Quartiere
Altstadt Rathaus, Hochschulen, Lindenhof, City
Wiedikon Alt-Wiedikon, Sihlfeld, Friesenberg
Aussersihl Werd, Langstrasse, Hard
Industriequartier Gewerbeschule, Escher Wyss
Riesbach Seefeld, Mühlebach, Weinegg
Schwamendingen Saatlen, Schwamendingen-Mitte, Hirzenbach

Diese Unterscheidung erklärt, weshalb Zürich zwar zwölf Stadtkreise und 22 Stadtquartiere, aber 34 Statistische Quartiere besitzt.[3]

Liste der Statistischen Quartiere

Die folgende Tabelle zeigt die 34 Statistischen Quartiere nach Stadtkreis und offizieller Quartiernummer.

Kreis Quartiernummer Statistisches Quartier Zugehöriges Stadtquartier
1 011 Rathaus Altstadt
1 012 Hochschulen Altstadt
1 013 Lindenhof Altstadt
1 014 City Altstadt
2 021 Wollishofen Wollishofen
2 023 Leimbach Leimbach
2 024 Enge Enge
3 031 Alt-Wiedikon Wiedikon
3 032 Sihlfeld Wiedikon
3 033 Friesenberg Wiedikon
4 041 Werd Aussersihl
4 042 Langstrasse Aussersihl
4 044 Hard Aussersihl
5 051 Gewerbeschule Industriequartier
5 052 Escher Wyss Industriequartier
6 061 Unterstrass Unterstrass
6 063 Oberstrass Oberstrass
7 071 Fluntern Fluntern
7 072 Hottingen Hottingen
7 073 Hirslanden Hirslanden
7 074 Witikon Witikon
8 081 Seefeld Riesbach
8 082 Mühlebach Riesbach
8 083 Weinegg Riesbach
9 091 Albisrieden Albisrieden
9 092 Altstetten Altstetten
10 101 Höngg Höngg
10 102 Wipkingen Wipkingen
11 111 Affoltern Affoltern
11 115 Oerlikon Oerlikon
11 119 Seebach Seebach
12 121 Saatlen Schwamendingen
12 122 Schwamendingen-Mitte Schwamendingen
12 123 Hirzenbach Schwamendingen

Kreis 1

Der Kreis 1 entspricht im Wesentlichen der historischen Stadt Zürich innerhalb beziehungsweise unmittelbar im Bereich der ehemaligen Befestigungen.

Das Stadtquartier Altstadt wird statistisch in vier Quartiere gegliedert:

  • Rathaus;
  • Hochschulen;
  • Lindenhof;
  • City.

Die Limmat bildet dabei eine wichtige historische und räumliche Trennlinie.

Rathaus und Hochschulen liegen hauptsächlich auf der rechten Limmatseite. Lindenhof und City befinden sich weitgehend links der Limmat.

Die heutige Gliederung ermöglicht differenzierte statistische Aussagen über sehr unterschiedliche Teile der Innenstadt. Das Geschäftsgebiet der Bahnhofstrasse und des Paradeplatzes besitzt beispielsweise eine andere Bevölkerungs- und Arbeitsplatzstruktur als die dicht bewohnte rechtsufrige Altstadt.

Kreis 2

Der Kreis 2 umfasst drei Statistische Quartiere:

  • Wollishofen;
  • Leimbach;
  • Enge.

Wollishofen und Enge waren bis 1892 selbständige politische Gemeinden.

Leimbach gehörte historisch zur Gemeinde Enge, bildet aufgrund seiner räumlich getrennten Lage im Sihltal aber ein eigenes Stadt- und Statistisches Quartier.[3]

Die drei Quartiere unterscheiden sich stark. Enge liegt nahe der Innenstadt und besitzt zahlreiche Arbeitsplätze, während Wollishofen ein grosses Wohnquartier am Zürichsee bildet. Leimbach liegt südlich davon im Sihltal.

Kreis 3

Der Kreis 3 entspricht dem historischen Wiedikon und besteht aus:

  • Alt-Wiedikon;
  • Sihlfeld;
  • Friesenberg.

Wiedikon wurde 1893 nach Zürich eingemeindet.

Alt-Wiedikon umfasst den älteren Siedlungskern und innenstadtnahe Gebiete. Sihlfeld ist dicht bebaut und stark durch die Stadterweiterung des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts geprägt.

Friesenberg liegt dagegen am Hang des Uetlibergs und besitzt grosse Genossenschaftssiedlungen sowie umfangreiche Grün- und Waldflächen.

Die statistische Unterteilung ermöglicht es, diese sehr unterschiedlichen Siedlungsstrukturen getrennt auszuwerten.

Kreis 4

Der Kreis 4 entspricht dem historischen Aussersihl und wird in drei Statistische Quartiere gegliedert:

  • Werd;
  • Langstrasse;
  • Hard.

Aussersihl entwickelte sich im 19. Jahrhundert zum wichtigsten Zürcher Arbeiter- und Zuwanderungsquartier.

Das Werdquartier liegt nahe der Innenstadt und dem Stauffacher. Das Langstrassenquartier umfasst unter anderem die Langstrasse und den Helvetiaplatz.

Hard befindet sich weiter westlich und umfasst unter anderem Wohngebiete zwischen Hardplatz, Hardau und den Bahnanlagen.

Kreis 5

Der Kreis 5 wird traditionell als Industriequartier bezeichnet.

Er besteht aus:

  • Gewerbeschule;
  • Escher Wyss.

Beide Statistischen Quartiere unterscheiden sich deutlich.

Gewerbeschule ist dichter bewohnt und umfasst grosse Teile des inneren Kreis 5 sowie die Umgebung der Josefstrasse und des Limmatplatzes.

Escher Wyss war dagegen über Jahrzehnte stark industriell geprägt. Seit den 1990er-Jahren entwickelte sich das Gebiet zu Zürich-West mit Büros, Wohnungen, Hochschulen und Kulturinstitutionen.

Zu den bekannten Bauten des Quartiers gehören der Prime Tower, der Schiffbau und das Toni-Areal.

Kreis 6

Der Kreis 6 besteht aus:

  • Unterstrass;
  • Oberstrass.

Beide Gebiete waren bis 1892 selbständige politische Gemeinden und wurden 1893 in Zürich eingemeindet.

Unterstrass erstreckt sich vom Bereich des Hauptbahnhofs beziehungsweise der Limmat in Richtung Milchbuck und Zürichberg.

Oberstrass liegt höher am Zürichberg und umfasst unter anderem Wohngebiete sowie Teile des Hochschul- und Spitalumfelds.

Bei beiden Einheiten stimmen Stadtquartier und Statistisches Quartier überein.

Kreis 7

Der Kreis 7 besteht aus vier Statistischen Quartieren:

  • Fluntern;
  • Hottingen;
  • Hirslanden;
  • Witikon.

Fluntern, Hottingen und Hirslanden wurden bereits 1893 eingemeindet.

Witikon blieb länger selbständig und kam erst bei der zweiten grossen Zürcher Eingemeindung 1934 zur Stadt.

Die Quartiere liegen überwiegend am Zürichberg und Adlisberg und besitzen im Vergleich zu vielen innerstädtischen Gebieten einen hohen Anteil an Wohn- und Grünflächen.

Zu den bekannten Einrichtungen gehören der Zoo Zürich in Fluntern sowie das Tram-Museum Zürich in Hirslanden.

Kreis 8

Der Kreis 8 entspricht dem historischen Riesbach und wird statistisch in drei Quartiere unterteilt:

  • Seefeld;
  • Mühlebach;
  • Weinegg.

Riesbach wurde 1893 nach Zürich eingemeindet.

Seefeld liegt direkt am Zürichsee und umfasst unter anderem das Zürichhorn und den Chinagarten Zürich.

Mühlebach besitzt eine dichte Wohn- und Geschäftsbebauung zwischen See und Hirslanden.

Weinegg reicht von den tiefer gelegenen Gebieten bis an die Hänge des Zürichbergs und umfasst grössere Grün-, Bildungs- und Gesundheitsareale.

Kreis 9

Der Kreis 9 besteht aus:

  • Albisrieden;
  • Altstetten.

Beide waren bis 1933 selbständige Gemeinden und wurden am 1. Januar 1934 nach Zürich eingemeindet.

Altstetten entwickelte sich zu einem bedeutenden Wohn-, Industrie-, Dienstleistungs- und Verkehrszentrum im Westen der Stadt.

Albisrieden besitzt dagegen neben grossen Wohnsiedlungen noch einen gut erkennbaren historischen Dorfkern.

Beide Einheiten sind gleichzeitig Stadtquartiere und Statistische Quartiere.

Kreis 10

Der Kreis 10 umfasst:

  • Höngg;
  • Wipkingen.

Wipkingen wurde bereits 1893 nach Zürich eingemeindet. Höngg folgte 1934.

Im Zuge der zweiten Stadtvereinigung wurden beide Gebiete im Kreis 10 zusammengefasst.

Höngg liegt überwiegend am südlichen Hang des Hönggerbergs und reicht bis zur Limmat.

Wipkingen befindet sich näher an der Innenstadt und ist dichter bebaut.

Kreis 11

Der Kreis 11 besteht heute aus:

  • Affoltern;
  • Oerlikon;
  • Seebach.

Alle drei Gemeinden wurden 1934 nach Zürich eingemeindet.

Ursprünglich gehörte auch Schwamendingen zum Kreis 11. Wegen des starken Bevölkerungswachstums im Norden Zürichs wurde Schwamendingen jedoch 1971 als neuer Kreis 12 abgetrennt.[4]

Oerlikon besitzt heute eines der wichtigsten urbanen Zentren ausserhalb der Zürcher Innenstadt.

Affoltern und Seebach entwickelten sich im 20. und frühen 21. Jahrhundert ebenfalls zu grossen Wohn- und Arbeitsplatzquartieren.

Kreis 12

Der Kreis 12 entspricht dem Stadtquartier Schwamendingen.

Er besteht aus:

  • Saatlen;
  • Schwamendingen-Mitte;
  • Hirzenbach.

Schwamendingen war bis 1933 eine selbständige politische Gemeinde und wurde 1934 nach Zürich eingemeindet.

Zunächst gehörte es gemeinsam mit Affoltern, Oerlikon und Seebach zum Kreis 11.

Das starke Bevölkerungswachstum führte 1971 zur Abtrennung Schwamendingens und zur Schaffung des heutigen Kreises 12.[4]

Damit erreichte Zürich die bis heute bestehende Zahl von zwölf Stadtkreisen.

Historische Entwicklung

Die heutige statistische Gliederung Zürichs ist das Ergebnis mehrerer Phasen der Stadterweiterung.

Zürich vor 1893

Bis Ende 1892 war das politische Stadtgebiet wesentlich kleiner als heute.

Viele der heutigen Quartiere waren selbständige Gemeinden. Dazu gehörten unter anderem Wiedikon, Aussersihl, Enge, Wollishofen, Fluntern, Hottingen, Hirslanden, Oberstrass, Unterstrass und Wipkingen.

Mit der Industrialisierung wuchsen diese Vororte schnell und wurden funktional immer enger mit Zürich verbunden.

Erste Eingemeindung 1893

Am 1. Januar 1893 wurden elf Vorortgemeinden mit der Stadt Zürich vereinigt.

Das vergrösserte Stadtgebiet wurde zunächst in fünf Stadtkreise gegliedert.[4]

Bei der Festlegung der räumlichen Einheiten versuchte man, die Grenzen der ehemaligen Gemeinden möglichst weitgehend zu berücksichtigen.

Viele dieser historischen Gemeindegrenzen sind deshalb noch heute in der Quartiergliederung erkennbar.

Neuordnung 1913

Durch das starke Wachstum erwies sich die Einteilung in fünf Kreise bald als unpraktisch.

1913 wurde die Zahl der Stadtkreise von fünf auf acht erhöht.[4]

Dabei entstanden unter anderem eigenständige Kreise für Wiedikon, Aussersihl und das Industriequartier.

Diese Neuordnung bildet in wesentlichen Teilen noch heute die Grundlage der innerstädtischen Kreise 1 bis 8.

Zweite Eingemeindung 1934

Am 1. Januar 1934 wurden weitere acht Gemeinden in die Stadt Zürich aufgenommen:

  • Affoltern;
  • Albisrieden;
  • Altstetten;
  • Höngg;
  • Oerlikon;
  • Schwamendingen;
  • Seebach;
  • Witikon.

Dadurch stieg die Zahl der Stadtkreise auf elf.

Albisrieden und Altstetten bildeten den neuen Kreis 9.

Höngg wurde gemeinsam mit Wipkingen zum Kreis 10.

Affoltern, Oerlikon, Seebach und Schwamendingen wurden im Kreis 11 zusammengefasst.

Witikon wurde dem bestehenden Kreis 7 zugeordnet.

Schaffung des Kreises 12

In den Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg wuchs Schwamendingen besonders stark.

Grossflächige Wohnsiedlungen entstanden in Saatlen, Schwamendingen und Hirzenbach.

1971 wurde Schwamendingen deshalb aus dem Kreis 11 herausgelöst und zum neuen Kreis 12.[4]

Der Kreis wurde in die drei Statistischen Quartiere Saatlen, Schwamendingen-Mitte und Hirzenbach gegliedert.

Seitdem besitzt Zürich zwölf Stadtkreise.

Quartiernummern

Jedem Statistischen Quartier ist eine eindeutige Nummer zugeordnet.

Beispiele sind:

  • Rathaus – 011;
  • Wollishofen – 021;
  • Alt-Wiedikon – 031;
  • Langstrasse – 042;
  • Escher Wyss – 052;
  • Fluntern – 071;
  • Albisrieden – 091;
  • Höngg – 101;
  • Oerlikon – 115;
  • Hirzenbach – 123.

Diese Quartiernummern werden in statistischen Datenbanken, Geodatensätzen, Karten und Verwaltungsanwendungen verwendet.

Sie ermöglichen eine eindeutige maschinelle Zuordnung von Daten zu einem geografischen Gebiet.

Die Nummerierung ist nicht durchgehend fortlaufend. Historische Veränderungen der räumlichen Gliederung führten dazu, dass zwischen einzelnen Quartiernummern Lücken bestehen.

So folgen im Kreis 2 auf 021 Wollishofen direkt 023 Leimbach und 024 Enge. Im Kreis 4 existieren die Nummern 041, 042 und 044. Im Kreis 11 tragen Affoltern, Oerlikon und Seebach die Nummern 111, 115 und 119.

Statistische Zonen

Die 34 Statistischen Quartiere werden in insgesamt 216 Statistische Zonen unterteilt.[1]

Diese Einheiten ermöglichen noch kleinräumigere Analysen.

Eine Statistische Zone umfasst meist mehrere Häuserblöcke, Siedlungen oder funktional zusammengehörige Gebiete.

Die Grenzen orientieren sich unter anderem an:

  • Strassen;
  • Eisenbahnlinien;
  • Gewässern;
  • Siedlungsstrukturen;
  • Grundstücks- und Quartiergrenzen;
  • markanten natürlichen Grenzen.

Die Zonen sind insbesondere dann nützlich, wenn Unterschiede innerhalb eines grossen Quartiers untersucht werden sollen.

Verwendung in der Statistik

Statistik Stadt Zürich verwendet die Quartiergliederung für zahlreiche Veröffentlichungen und Datensätze.

Dazu gehören unter anderem Angaben über:

  • Wohnbevölkerung;
  • Altersstruktur;
  • Nationalitäten;
  • Haushalte;
  • Geburten und Todesfälle;
  • Zu- und Wegzüge;
  • Gebäude;
  • Wohnungen;
  • Wohnungsbau;
  • Mietpreise;
  • Arbeitsplätze;
  • Unternehmen;
  • Sozialstruktur;
  • Verkehr;
  • Bodenbedeckung.

Die Ergebnisse können dadurch räumlich verglichen und langfristige Entwicklungen sichtbar gemacht werden.

Quartierspiegel

Für jedes der 34 Statistischen Quartiere veröffentlicht Statistik Stadt Zürich einen eigenen Quartierspiegel.

Diese Publikationen enthalten aktuelle Kennzahlen und historische Informationen über das jeweilige Gebiet.

Dargestellt werden unter anderem:

  • Bevölkerungsentwicklung;
  • Altersstruktur;
  • Herkunft der Bevölkerung;
  • Haushalte;
  • Wohnungen;
  • Baugeschichte;
  • Arbeitsplätze;
  • historische Ereignisse;
  • Karten und Luftbilder.

Die Quartierspiegel gehören zu den wichtigsten öffentlichen Informationsquellen über die einzelnen Zürcher Quartiere.

Geodaten

Die Grenzen der Statistischen Quartiere werden von der Stadt Zürich als offene Geodaten bereitgestellt.[2]

Verfügbar sind unter anderem Formate wie:

  • CSV;
  • GeoJSON;
  • GeoPackage;
  • DXF;
  • Shapefile.

Zusätzlich stehen Kartendienste über WMS, WFS und WMTS zur Verfügung.

Die Daten können unter anderem in geografischen Informationssystemen verwendet werden.

Der offizielle Geodatensatz wird laufend beziehungsweise bei Bedarf nachgeführt. Der Datenstand der im August 2026 verfügbaren Version ist der 10. Juli 2026.[1]

Exakte und generalisierte Grenzen

Der städtische Geodatensatz enthält verschiedene Darstellungen der Quartiergrenzen.

Ein Layer enthält die geometrisch exakten Grenzverläufe und eignet sich beispielsweise für Flächenberechnungen und räumliche Verschneidungen.

Daneben existiert ein generalisierter Layer für kartografische Darstellungen.[2]

Bei diesem wurden geometrische Details vereinfacht, damit die Grenzen auf Karten übersichtlich dargestellt werden können.

Für präzise räumliche Analysen ist deshalb der entsprechende Original-Layer der amtlichen Vermessung zu verwenden.

Historische Grenzen

Bei langfristigen statistischen Vergleichen müssen Veränderungen der räumlichen Einteilung berücksichtigt werden.

Die Eingemeindungen von 1893 und 1934 sowie die Neuordnungen von 1913 und 1971 veränderten Kreise und Quartierzuordnungen.

Viele heutige Grenzen orientieren sich allerdings weiterhin stark an ehemaligen Gemeindegrenzen.[4]

Dies ermöglicht für zahlreiche Gebiete langfristige historische Vergleiche.

Besonders deutlich ist diese Kontinuität bei ehemaligen Gemeinden wie:

  • Wollishofen;
  • Enge;
  • Unterstrass;
  • Oberstrass;
  • Fluntern;
  • Hottingen;
  • Hirslanden;
  • Witikon;
  • Albisrieden;
  • Altstetten;
  • Höngg;
  • Wipkingen;
  • Affoltern;
  • Oerlikon;
  • Seebach.

Quartieridentität und Statistik

Statistische Grenzen entsprechen nicht immer dem alltäglichen Verständnis der Bevölkerung.

Bezeichnungen wie Niederdorf, Zürich-West, Seefeld oder Langstrassenquartier können im Sprachgebrauch Gebiete bezeichnen, deren Grenzen von statistischen Einheiten abweichen.

Das Niederdorf beispielsweise ist ein historischer Teil der rechtsufrigen Altstadt, bildet aber kein eigenes Statistisches Quartier. Es liegt grösstenteils im Statistischen Quartier Rathaus.

Auch Zürich-West ist keine offizielle statistische Einheit. Der Begriff bezeichnet hauptsächlich Entwicklungsgebiete in Escher Wyss und angrenzenden Teilen der Stadt.

Solche Beispiele zeigen, dass statistische, historische und gesellschaftlich wahrgenommene Quartiergrenzen nicht zwingend übereinstimmen.

Bedeutung ehemaliger Gemeinden

Ein grosser Teil der Stadtquartieridentitäten geht auf ehemalige politische Gemeinden zurück.

Orte wie Oerlikon, Höngg, Altstetten oder Witikon besassen vor ihrer Eingemeindung eigene Gemeindeverwaltungen, Kirchen, Schulen und Dorfzentren.

Diese Geschichte ist noch heute deutlich wahrnehmbar.

Die statistische Gliederung bewahrte viele historische Namen und Grenzen. Dadurch bilden die Statistischen Quartiere nicht nur technische Verwaltungseinheiten, sondern teilweise auch historisch gewachsene Stadträume ab.

Stadtentwicklung und Quartierstatistik

Die kleinräumige Statistik besitzt grosse Bedeutung für die Stadtplanung.

Bevölkerungswachstum, Wohnungsbau und Veränderungen der Altersstruktur können innerhalb Zürichs sehr unterschiedlich verlaufen.

Ein stark wachsendes Quartier benötigt möglicherweise:

  • zusätzliche Schulen;
  • Kindergärten;
  • Betreuungseinrichtungen;
  • Grünflächen;
  • öffentlichen Verkehr;
  • soziale Infrastruktur.

Statistische Quartiere ermöglichen es der Verwaltung, solche Entwicklungen frühzeitig zu erkennen.

Ein Beispiel ist Escher Wyss, das sich seit den 1990er-Jahren von einem fast reinen Industrie- und Arbeitsplatzgebiet zu einem gemischten Stadtquartier mit stark wachsender Wohnbevölkerung entwickelte.

Auch in Affoltern, Altstetten und Schwamendingen beeinflusst der umfangreiche Wohnungsbau die Infrastrukturplanung.

Bevölkerung und Quartiervergleiche

Die Grösse der Statistischen Quartiere unterscheidet sich erheblich.

Einige Quartiere besitzen eine grosse Wohnbevölkerung, andere werden stärker von Arbeitsplätzen, Bildung, Grünflächen oder Infrastruktur geprägt.

Die Einwohnerzahl allein beschreibt deshalb den Charakter eines Quartiers nur teilweise.

In City und Escher Wyss beispielsweise ist die Zahl der Arbeitsplätze im Verhältnis zur Wohnbevölkerung besonders hoch.

Andere Gebiete wie Witikon oder Friesenberg besitzen einen stärkeren Wohncharakter.

Die Quartierstatistik ermöglicht solche strukturellen Unterschiede sichtbar zu machen.

Bodenfläche

Auch hinsichtlich ihrer Fläche unterscheiden sich die Statistischen Quartiere stark.

Einige innerstädtische Quartiere sind klein und dicht bebaut.

Andere umfassen grosse Wald-, Landwirtschafts- oder Erholungsflächen.

Beispiele sind:

  • Fluntern mit Teilen des Zürichbergs;
  • Witikon und der Adlisberg;
  • Friesenberg mit Waldflächen am Uetliberg;
  • Höngg mit dem Hönggerberg;
  • Affoltern mit grossen Siedlungs- und Freiflächen.

Ein direkter Vergleich von Einwohnerzahlen sollte deshalb stets gemeinsam mit Fläche und Bebauungsstruktur betrachtet werden.

Administrative Bedeutung

Die Stadt Zürich bezeichnet Statistische Quartiere ausdrücklich als administrative Einteilung.[2]

Sie dienen verschiedenen städtischen Dienstabteilungen als Grundlage für verwaltungsinterne Aufgaben.

Die Quartiere bilden jedoch keine eigenständige politische Ebene.

Es gibt keine durch die Bevölkerung gewählten Quartierparlamente oder Quartierregierungen.

Quartiervereine, Interessengemeinschaften und lokale Organisationen sind privatrechtliche oder gesellschaftliche Organisationen und nicht Teil dieser statistischen Verwaltungsgliederung.

Bedeutung

Die 34 Statistischen Quartiere bilden eine der wichtigsten räumlichen Grundlagen für das Verständnis der Stadt Zürich.

Sie ermöglichen, eine Gemeinde mit mehr als 450'000 Einwohnerinnen und Einwohnern nicht nur als Gesamtheit, sondern als vielfältiges Gefüge unterschiedlicher Stadtgebiete zu betrachten.

Die Gliederung verbindet dabei moderne statistische Anforderungen mit der historischen Entwicklung Zürichs.

Viele Quartiernamen erinnern an ehemals selbständige Gemeinden, mittelalterliche Stadtteile oder traditionelle Ortsbezeichnungen.

Andere Einheiten wie City, Gewerbeschule, Escher Wyss oder Schwamendingen-Mitte entstanden aus der Notwendigkeit, grössere Stadtgebiete für statistische Zwecke sinnvoll zu unterteilen.

Mit den 216 Statistischen Zonen steht zusätzlich eine noch feinere räumliche Ebene zur Verfügung.

Damit bildet das System aus Stadtkreisen, Stadtquartieren, Statistischen Quartieren und Statistischen Zonen die Grundlage zahlreicher demografischer, wirtschaftlicher, sozialer und stadtplanerischer Analysen.

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 Stadt Zürich: Statistische Quartiere, Datenstand 10. Juli 2026, abgerufen am 8. August 2026.
  2. 2,0 2,1 2,2 2,3 Open Data Zürich: Statistische Quartiere, abgerufen am 8. August 2026.
  3. 3,0 3,1 Statistik Stadt Zürich: Mietpreise 2024 in der Stadt Zürich, Abschnitt zur räumlichen Gliederung, abgerufen am 8. August 2026.
  4. 4,0 4,1 4,2 4,3 4,4 4,5 Statistik Stadt Zürich: Zürich wächst – in die Breite und in die Höhe, abgerufen am 8. August 2026.