Zürichsee-Schifffahrtsgesellschaft

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Zürichsee-Schifffahrtsgesellschaft AG
Kurzbezeichnung ZSG
Frühere Bezeichnung Zürcher Dampfboot-Gesellschaft
Rechtsform Aktiengesellschaft
Gründung 1890
Sitz Zürich
Direktor Roman Knecht
Verwaltungsratspräsident Markus Streckeisen
Branche Personenschifffahrt
Verkehrsgebiet Zürichsee und Limmat
Flotte 17 Schiffe
Mitarbeitende rund 120
Fahrgäste rund 1,7 Millionen pro Jahr
Verbund Zürcher Verkehrsverbund
Website www.zsg.ch

Die Zürichsee-Schifffahrtsgesellschaft AG, kurz ZSG, ist ein schweizerisches Schifffahrtsunternehmen mit Sitz in Zürich. Sie betreibt den fahrplanmässigen Personenverkehr auf dem Zürichsee sowie die Limmatschifffahrt innerhalb der Stadt Zürich. Neben den öffentlichen Kursfahrten bietet das Unternehmen Ausflugs-, Erlebnis- und Charterfahrten an.

Die ZSG gehört zu den acht marktverantwortlichen Verkehrsunternehmen des Zürcher Verkehrsverbunds (ZVV). Ihre Kursschiffe sind damit Teil des öffentlichen Verkehrs im Kanton Zürich und in angrenzenden Gebieten der Kantone Schwyz und St. Gallen. Das Unternehmen verfügt über 17 Schiffe, beschäftigt rund 120 Mitarbeitende und befördert nach eigenen Angaben jährlich etwa 1,7 Millionen Fahrgäste.[1]

Zum Fahrzeugbestand gehören zwei historische Schaufelraddampfer, mehrere grössere und kleinere Motorschiffe sowie elektrisch angetriebene Schiffe. Die ZSG betreibt ausserdem eine eigene Schiffswerft in Wollishofen.

Geschichte

Schifffahrt vor der Unternehmensgründung

Der Zürichsee wurde bereits in vorgeschichtlicher Zeit als Verkehrsweg genutzt. Mit der Entstehung von Siedlungen und Märkten entwickelten sich regelmässige Transporte von Personen, Lebensmitteln, Wein, Baumaterialien und anderen Gütern. Im Mittelalter und in der frühen Neuzeit verkehrten Segelschiffe, Ruderboote und Lastkähne zwischen Zürich und den Ortschaften am See.

Der Ausbau der Strassen blieb über lange Zeit begrenzt, weshalb der Wasserweg eine wichtige Verbindung zwischen der Stadt Zürich, den Gemeinden am linken und rechten Seeufer sowie der Region um Rapperswil bildete. Besonders für schwere Güter war der Transport mit Schiffen häufig einfacher als auf dem Landweg.

Mit der Industrialisierung stieg der Bedarf nach schnelleren und zuverlässigeren Verkehrsverbindungen. Die Entwicklung der Dampfmaschine ermöglichte im 19. Jahrhundert die Einführung fahrplanmässiger Dampfschiffe, die unabhängig von Windverhältnissen verkehren konnten.

Beginn der Dampfschifffahrt

Das erste Dampfschiff auf dem Zürichsee war die Minerva, die 1835 den Betrieb aufnahm. Sie verkehrte zwischen Zürich und Rapperswil und leitete die moderne Personenschifffahrt auf dem See ein. In den folgenden Jahrzehnten entstanden mehrere Schifffahrtsunternehmen, die teilweise miteinander konkurrierten.

Die Dampfschiffe beförderten neben Passagieren auch Post, Gepäck und Waren. Sie hielten an zahlreichen Ortschaften und verbesserten deren Verbindung zur Stadt Zürich. Die Schifffahrt förderte zugleich den Tourismus und die Entwicklung von Ausflugszielen rund um den See.

Mit dem Ausbau des Eisenbahnnetzes ab der Mitte des 19. Jahrhunderts entstand eine starke Konkurrenz. Die 1875 eröffnete linksufrige Zürichseebahn und die 1894 in Betrieb genommene rechtsufrige Bahn ermöglichten schnellere und wetterunabhängige Verbindungen. Die Schifffahrt verlor dadurch einen Teil ihrer Bedeutung als alltägliches Hauptverkehrsmittel, gewann jedoch als Ausflugs- und Freizeitangebot an Gewicht.

Gründung der Zürcher Dampfboot-Gesellschaft

Die heutige Gesellschaft wurde 1890 unter dem Namen Zürcher Dampfboot-Gesellschaft gegründet. Sie entstand durch den Zusammenschluss beziehungsweise die Neuordnung bestehender Schifffahrtsinteressen auf dem Zürichsee.[2]

Die Gesellschaft erneuerte und erweiterte ihre Flotte. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden grosse Salondampfer beschafft, die eine hohe Fahrgastkapazität und komfortable Aufenthaltsräume boten. Diese Schiffe dienten sowohl dem fahrplanmässigen Verkehr als auch dem wachsenden Ausflugstourismus.

1909 nahm der Raddampfer Stadt Zürich den Betrieb auf. 1914 folgte das weitgehend baugleiche Schwesterschiff Stadt Rapperswil. Beide Schiffe blieben erhalten und gehören im 21. Jahrhundert zu den bekanntesten historischen Verkehrsmitteln der Region.

Zwischenkriegszeit und Zweiter Weltkrieg

Nach dem Ersten Weltkrieg veränderten steigende Betriebskosten, wirtschaftliche Krisen und die zunehmende Konkurrenz von Eisenbahn, Tram, Bus und privatem Automobil die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen.

In der Zwischenkriegszeit wurden erste Motorschiffe eingesetzt. Dieselmotoren benötigten weniger Personal als Dampfmaschinen, waren schneller betriebsbereit und verursachten geringere Betriebskosten. Die Umstellung von Dampf- auf Motorschiffe erfolgte schrittweise.

Zur Schweizerischen Landesausstellung von 1939 in Zürich wurden zusätzliche Schiffe eingesetzt. Die sogenannten Landi-Schiffe ermöglichten die Beförderung grosser Besucherzahlen und prägten über Jahrzehnte das Bild der Zürichsee-Schifffahrt.

Während des Zweiten Weltkriegs wurde der Betrieb wegen Treibstoffmangels und anderer Einschränkungen reduziert. Kohlebefeuerte Dampfschiffe konnten zeitweise Vorteile gegenüber dieselbetriebenen Schiffen besitzen, da flüssige Brennstoffe streng rationiert waren.

Ausbau nach 1945

In den Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg modernisierte die Gesellschaft ihre Flotte umfassend. Mehrere ältere Dampfschiffe wurden ausgemustert und durch grössere Motorschiffe ersetzt.

Zu den Neubauten gehörten die Linth, die Säntis, die Bachtel, die Helvetia, die Limmat und die Wädenswil. Die Schiffe wurden für unterschiedliche Aufgaben konzipiert. Grosse Einheiten dienten vor allem den stark nachgefragten Rundfahrten und Verbindungen zwischen Zürich und Rapperswil, kleinere Schiffe dem Querverkehr und schwächer frequentierten Kursen.

Die geplante Ausserdienststellung eines früheren Raddampfers namens Helvetia und die Beschaffung des Motorschiffs Limmat führten zu einer Änderung des Unternehmensnamens. Seit 1957 trägt das Unternehmen die Bezeichnung Zürichsee-Schifffahrtsgesellschaft.[2]

In den 1960er- und 1970er-Jahren gewann der Freizeitverkehr weiter an Bedeutung. Die Schiffe wurden zunehmend für Rundfahrten, Gesellschaftsanlässe, Gastronomie und touristische Angebote genutzt.

Werft in Wollishofen

Die ZSG betreibt ihre Werft am Mythenquai in Zürich-Wollishofen. In den Jahren 1983 und 1984 entstand dort eine neue Werftanlage.

Ein zentrales Element ist ein vertikaler Schiffslift mit einer Tragfähigkeit von rund 440 Tonnen. Mit ihm können Schiffe aus dem Wasser gehoben und in die Werfthalle gebracht werden. Die Anlage ermöglicht Wartungs-, Reparatur- und Umbauarbeiten unabhängig vom Wasserstand und von den Wetterbedingungen.[2]

In der Werft werden Maschinen, Antriebe, Rümpfe, elektrische Anlagen und Innenräume gewartet. Ein grosser Teil des technischen Unterhalts der Flotte erfolgt durch eigene Fachkräfte.

Eingliederung in den Zürcher Verkehrsverbund

Am 27. Mai 1990 wurde die Zürichsee-Schifffahrtsgesellschaft in den neu geschaffenen Zürcher Verkehrsverbund integriert. Seither gelten auf den fahrplanmässigen Kursen grundsätzlich die Zonentarife des ZVV.[1]

Die ZSG wurde zu einem marktverantwortlichen Verkehrsunternehmen. Der ZVV bestellt einen Teil des Verkehrsangebots und entschädigt die Gesellschaft für vereinbarte Leistungen des öffentlichen Verkehrs.

Durch die Verbundintegration können Reisende Bahn, Bus, Tram und Schiff mit einem gemeinsamen Ticket nutzen. Die Schifffahrt ist dadurch tariflich und fahrplanmässig mit dem übrigen öffentlichen Verkehr der Region verbunden.

Flottenerneuerung seit den 1990er-Jahren

1992 und 1993 wurden die Limmatboote Turicum, Felix und Regula in Dienst gestellt. Wegen ihrer niedrigen Bauweise konnten sie die Brücken der Limmat unterqueren.

Zwischen 1997 und 1999 kamen die drei baugleichen Motorschiffe Albis, Pfannenstiel und Uetliberg hinzu. Sie ersetzten ältere Schiffe aus der Zeit der Landesausstellung von 1939. Ihre Bauweise ermöglichte flexible Einsätze im Kurs- und Charterverkehr.

2001 wurden die kleineren Motorschiffe Forch und Zimmerberg beschafft. Sie waren vor allem für Querverbindungen und weniger stark frequentierte Kurse vorgesehen.

2007 nahm die ZSG das Dreideck-Motorschiff Panta Rhei in Betrieb. Es wurde für einen ganzjährigen Einsatz, grosse Veranstaltungen und gastronomische Angebote konzipiert.

Elektrische Limmatboote

Die drei älteren Limmatboote wurden 2023 durch neue elektrisch betriebene Einheiten ersetzt. Die Schiffe Fluvius, Pontus und Navalis verkehren auf der Limmat und im unteren Seebecken.

Die elektrischen Boote verursachen während der Fahrt keine direkten Abgasemissionen und sind leiser als ihre dieselbetriebenen Vorgänger. Ihre flache Bauweise ermöglicht weiterhin die Durchfahrt unter den Brücken der Zürcher Altstadt.[2]

Elektrifizierung der Flotte

Seit 2024 verfolgt die ZSG eine umfassende Elektrifizierungs- und Dekarbonisierungsstrategie. Als erstes Schiff der Albis-Klasse wurde die Uetliberg auf Batterieantrieb umgebaut. Die erneuerte Einheit nahm 2025 als EMS Uetliberg den Betrieb auf.

Im Winter 2025/2026 folgte der Umbau der Pfannenstiel. Auch die Albis soll elektrifiziert werden. Die drei Schiffe erhalten grosse Batteriespeicher und werden während ihrer Liegezeiten geladen.

Die ZSG verfolgt das Zwischenziel, ihre Kohlendioxidemissionen bis 2030 gegenüber 2019 um 50 Prozent zu senken. Nach Angaben des Unternehmens waren die Emissionen bis 2024 bereits um rund 875 Tonnen beziehungsweise 23 Prozent reduziert worden.[3]

Organisation

Die Zürichsee-Schifffahrtsgesellschaft ist eine privatrechtlich organisierte Aktiengesellschaft. Das Aktienkapital beträgt 11 Millionen Franken und ist in 110'000 Namenaktien mit einem Nennwert von jeweils 100 Franken aufgeteilt.[1]

Am Aktienkapital sind Seegemeinden, der Kanton Zürich, die Stadt Zürich sowie weitere öffentliche und private Aktionärinnen und Aktionäre beteiligt. Nach Angaben des Unternehmens entfallen 31 Prozent auf Seegemeinden, 22 Prozent auf den Kanton Zürich, 18 Prozent auf die Stadt Zürich und 29 Prozent auf Dritte beziehungsweise Private.[1]

Oberstes Organ ist die Generalversammlung. Sie wählt den Verwaltungsrat und entscheidet über die statutarischen Geschäfte. Im Verwaltungsrat sind neben privaten Aktionären auch die Stadt Zürich, die Stadt Rapperswil-Jona sowie die Bezirke Meilen und Horgen vertreten.

Seit 2026 ist Markus Streckeisen Präsident des Verwaltungsrats. Direktor der ZSG ist seit 2015 Roman Knecht. Die Geschäftsleitung umfasst ausserdem die Bereiche Technik, Nautik, Planung sowie Verkauf und Marketing.[1]

Die Statuten schliessen die Ausschüttung einer gewöhnlichen Dividende aus. Dies steht im Zusammenhang mit der öffentlichen Finanzierung eines Teils des bestellten Verkehrsangebots.

Verkehrsangebot

Kursschifffahrt

Die fahrplanmässige Kursschifffahrt bildet den öffentlichen Verkehrsbereich der ZSG. Das Angebot umfasst Fahrten auf dem unteren und oberen Zürichsee sowie Verbindungen zum Obersee.

Ausgangspunkt vieler Kurse ist der Bürkliplatz in Zürich. Weitere wichtige Stationen sind unter anderem:

Das konkrete Angebot verändert sich je nach Jahreszeit. Während der Sommermonate verkehren mehr Kurse und grössere Schiffe als im Winter. Die ZSG unterscheidet unter anderem Mini-Seerundfahrten, kleine Seerundfahrten und grosse Seerundfahrten.

Die grosse Seerundfahrt führt in der Regel von Zürich bis Rapperswil und zurück. Je nach Kurs werden Stationen am linken und rechten Ufer bedient. Die Fahrzeit für eine vollständige Rundfahrt beträgt mehrere Stunden.

Querverkehr

Der Querverkehr verbindet Ortschaften an gegenüberliegenden Ufern des Zürichsees. Solche Verbindungen können gegenüber einer Fahrt über Zürich oder Rapperswil einen erheblichen Umweg vermeiden.

Die Bedeutung einzelner Querverbindungen hängt von Fahrplanperiode, Nachfrage und Saison ab. Im Vergleich zu den touristisch stark genutzten Rundfahrten weisen sie teilweise geringere Fahrgastzahlen auf.

Nicht zur ZSG gehört die Zürichsee-Fähre Horgen–Meilen, die Fahrzeuge und Personen zwischen Horgen und Meilen befördert. Sie wird von einer eigenständigen Gesellschaft betrieben.

Limmatschifffahrt

Die Limmatboote verkehren durch das Zentrum von Zürich. Die Route führt vom Landesmuseum beziehungsweise vom Bereich Zürich Hauptbahnhof über die Limmat und das untere Seebecken.

Zu den Haltestellen gehören je nach Fahrplan unter anderem:

  • Landesmuseum
  • Limmatquai
  • Storchen
  • Bürkliplatz
  • Bellevue
  • Zürichhorn

Die Fahrt unter den niedrigen Brücken der Altstadt stellt besondere Anforderungen an die Bauhöhe der Schiffe. Die Fahrgasträume der Limmatboote liegen deshalb teilweise tief im Rumpf.

Die Limmatschifffahrt ist zugleich öffentliches Verkehrsmittel und touristische Stadtrundfahrt. Vom Wasser aus sind unter anderem das Landesmuseum, die Altstadt, das Grossmünster, das Fraumünster und die Uferanlagen sichtbar.

Winterbetrieb

Die ZSG bietet während des ganzen Jahres Kursfahrten an, das Angebot ist im Winter jedoch geringer als in der Hauptsaison. Einzelne Schiffe sind ausdrücklich für den Ganzjahresbetrieb ausgerüstet.

Im Winter gewinnen gastronomische Erlebnisfahrten an Bedeutung. Dazu gehören insbesondere Fondue-, Brunch- und Abendfahrten. Je nach Witterung können Nebel, Sturm oder Hochwasser zu Fahrplanänderungen führen.

Tarifsystem

Auf den regulären Kursfahrten gilt grundsätzlich der Tarif des Zürcher Verkehrsverbunds. Der Fahrpreis richtet sich nach den durchfahrenen Tarifzonen. Ein gültiges ZVV-Ticket berechtigt innerhalb der gelösten Zonen zur Benutzung von Bahn, Bus, Tram und Schiff.[4]

Die Stadt Zürich liegt in der Tarifzone 110, die wegen ihres dichten Verkehrsangebots bei der Preisberechnung doppelt zählt. Für längere Seerundfahrten sind mehrere Zonen oder ein Fahrausweis für das gesamte Verbundgebiet erforderlich.

Das Generalabonnement und das Halbtax werden auf den regulären Kursen nach den Bestimmungen des öffentlichen Verkehrs anerkannt. Für bestimmte Erlebnis- und Sonderfahrten gelten hingegen besondere ZSG-Tickets, auf die Verbundabonnemente nicht oder nur eingeschränkt angerechnet werden.

Seit 2025 können Tickets für ausgewählte Seerundfahrten direkt über den Freizeitbereich der ZVV-App gekauft werden.[5]

Flotte

Die Flotte der Zürichsee-Schifffahrtsgesellschaft umfasst 17 Schiffe. Sie besteht aus historischen Dampfschiffen, grossen Salonmotorschiffen, mittelgrossen Kursschiffen, kleineren Motorschiffen und elektrischen Limmatbooten.[1]

Raddampfer

Stadt Zürich

Der Raddampfer Stadt Zürich wurde 1909 in Dienst gestellt. Er entstand bei der Maschinenfabrik Escher Wyss in Zürich und wird von einer Dampfmaschine angetrieben, die zwei seitliche Schaufelräder bewegt.

Das Schiff ist 59,1 Meter lang und kann bis zu 750 Passagiere aufnehmen. Es verfügt über historische Salons, offene Deckbereiche und eine sichtbare Maschinenanlage.

Die Stadt Zürich wurde mehrfach umfassend restauriert. Sie steht als technisches und kulturgeschichtliches Denkmal für die Epoche der grossen Salondampfer.

Stadt Rapperswil

Der Raddampfer Stadt Rapperswil wurde 1914 ebenfalls von Escher Wyss gebaut. Er ist das Schwesterschiff der Stadt Zürich und besitzt eine vergleichbare Konstruktion.

Das Schiff ist 59,1 Meter lang und für höchstens 750 Passagiere zugelassen. Der Antrieb erfolgt über zwei Schaufelräder und eine Dampfmaschine mit einer Leistung von rund 368 Kilowatt.[6]

Die beiden Dampfschiffe verkehren vor allem zwischen Frühling und Herbst auf ausgewählten Kursen und Sonderfahrten. Im Fahrplanjahr 2026 waren Einsätze zwischen dem 3. April und dem 18. Oktober vorgesehen.[7]

Grosse Motorschiffe

Helvetia

Die Helvetia wurde 1964 in Dienst gestellt. Mit einer maximalen Kapazität von 1000 Passagieren ist sie das grösste Schiff der ZSG-Flotte.

Das Zweideck-Salonmotorschiff wird vor allem auf stark nachgefragten Kursen, bei Grossveranstaltungen und als Erlebnisschiff eingesetzt. Es besitzt grosse Innenräume, Aussendecks und gastronomische Einrichtungen.

Linth

Die Linth ist ein grosses Salonmotorschiff und wird für Kurs-, Rund- und Sonderfahrten eingesetzt. Aufgrund ihrer hohen Fahrgastkapazität eignet sie sich besonders für den sommerlichen Verkehr zwischen Zürich und Rapperswil.

Limmat

Die Limmat ist ein grösseres Motorschiff der Nachkriegsflotte. Sie ist nicht mit den kleineren Limmatbooten zu verwechseln, die auf dem Fluss innerhalb Zürichs verkehren.

Panta Rhei

Die Panta Rhei wurde 2007 in Dienst gestellt. Das Dreideck-Salonmotorschiff ist 56,5 Meter lang und für bis zu 700 Passagiere zugelassen.

Das Schiff verfügt über moderne Veranstaltungs- und Gastronomieräume. Es wird im Kursverkehr sowie für Bankette, Firmenanlässe, Themenfahrten und private Veranstaltungen eingesetzt.

Wädenswil

Die Wädenswil wurde 1968 in Dienst gestellt. Das Zweideck-Salonmotorschiff kann bis zu 600 Passagiere aufnehmen und wird sowohl auf regulären Kursen als auch für Veranstaltungen eingesetzt.

Mittelgrosse Motorschiffe

Säntis

Die Säntis gehört zu den mittelgrossen Einheiten der Flotte. Sie wird für Kursfahrten, kleinere Gesellschaften und saisonale Angebote verwendet.

Bachtel

Die Bachtel wurde in den frühen 1960er-Jahren gebaut. Sie ist eines der kleineren klassischen Motorschiffe der ZSG.

Als Ersatz ist ein neues vollelektrisches Schiff mit einer Kapazität von rund 250 Personen vorgesehen. Der Neubau soll über einen wintertauglichen Fahrgastraum, eine gedeckte Sonnenterrasse und eine Küche verfügen.

Albis, Pfannenstiel und Uetliberg

Die drei baugleichen Schiffe Albis, Pfannenstiel und Uetliberg wurden zwischen 1997 und 1999 in Dienst gestellt. Sie sind jeweils rund 42 Meter lang und können flexibel im Kurs- und Charterverkehr eingesetzt werden.

Die Schiffe werden schrittweise auf Batterieantrieb umgebaut. Die erneuerte Uetliberg nahm 2025 als Elektro-Motorschiff den Betrieb auf. Die Pfannenstiel folgte 2026, während der Umbau der Albis für eine spätere Etappe vorgesehen ist.[3]

Kleine Motorschiffe

Forch und Zimmerberg

Die baugleichen Motorschiffe Forch und Zimmerberg wurden 2001 beschafft. Sie dienen vor allem weniger stark frequentierten Kursen, Querverbindungen und kleineren Gruppen.

Ihre geringere Grösse ermöglicht einen wirtschaftlicheren Betrieb auf Verbindungen, für die ein grosses Salonschiff nicht erforderlich ist.

Elektrische Limmatboote

Fluvius, Pontus und Navalis

Die Fluvius, Pontus und Navalis sind drei weitgehend baugleiche elektrische Limmatboote. Sie wurden 2023 in Dienst gestellt und ersetzten die älteren Boote Turicum, Felix und Regula.

Die Schiffe sind besonders niedrig gebaut, damit sie unter den Brücken der Limmat verkehren können. Ihre Batterien werden mit elektrischer Energie geladen. Im Betrieb sind sie leiser und lokal emissionsfrei.

Historische Schiffe

Im Verlauf ihrer Geschichte betrieb die Gesellschaft zahlreiche Schiffe, die später ausgemustert, abgebrochen, verkauft oder einer neuen Nutzung zugeführt wurden.

Zu den früheren Schiffen gehören unter anderem:

  • Minerva
  • Republikaner
  • Schwalbe
  • Taube
  • Helvetia als historischer Raddampfer
  • Uto
  • Speer
  • Möve
  • Halbinsel Au
  • Glärnisch
  • Etzel
  • Turicum
  • Felix
  • Regula

Das 1955 gebaute Motorschiff Glärnisch wurde 2006 verkauft und später im Hafen von Wädenswil als stationäres Restaurantschiff genutzt.[2]

Die Etzel wurde als ehemaliges Landi-Schiff durch eine private Trägerschaft erhalten. Sie erinnert an die Flotte der Schweizerischen Landesausstellung von 1939.

Gastronomie und Erlebnisfahrten

Die Bordgastronomie bildet neben dem öffentlichen Kursverkehr einen bedeutenden Geschäftsbereich. Auf zahlreichen Schiffen befinden sich Restaurants, Bars oder Küchen.

Das gastronomische Angebot wird unter der Bezeichnung Zürichsee Gastro geführt. Es umfasst die Verpflegung auf Kursfahrten, Bankette, Firmenanlässe und öffentliche Themenfahrten.

Zu den regelmässig angebotenen Erlebnisfahrten gehören unter anderem:

  • Brunch-Schiffe
  • Fondue-Schiffe
  • Grill- und Barbecue-Schiffe
  • Muttertags- und Feiertagsfahrten
  • Musik- und Tanzfahrten
  • Krimi-Schiffe
  • Silvesterfahrten
  • Fahrten zum Schweizer Nationalfeiertag
  • saisonale kulinarische Angebote

Für Erlebnisfahrten gelten häufig besondere Fahrpreise und Reservationsbedingungen. Die Fahrt und die gastronomische Leistung können je nach Angebot gemeinsam oder getrennt verrechnet werden.

Neben den öffentlichen Themenfahrten können Schiffe für Hochzeiten, Geburtstage, Firmenveranstaltungen und andere private Anlässe gemietet werden. Auch die grosse Werfthalle in Wollishofen wird zeitweise als Veranstaltungsraum vermietet.

Fahrgastzahlen und wirtschaftliche Bedeutung

Die jährlichen Fahrgastzahlen hängen stark von Wetter, Saison, touristischer Nachfrage und Umfang des Fahrplans ab. Sonnige Wochenenden und Feiertage führen im Sommer häufig zu besonders hohen Frequenzen.

2024 registrierte die ZSG 1'673'305 Einsteigerinnen und Einsteiger. Die höchste Tagesfrequenz wurde am Pfingstmontag mit 13'338 Fahrgästen erreicht. Die Schiffe legen jährlich rund 360'000 Kilometer zurück, wobei der grösste Teil der Fahrleistung zwischen April und September erbracht wird.[8]

Die Schifffahrt besitzt sowohl verkehrliche als auch touristische Bedeutung. Sie erschliesst Gemeinden und Ausflugsziele, unterstützt Gastronomie und Tourismus und trägt zum Erscheinungsbild der Region Zürichsee bei.

Die stark nachgefragten kurzen Rundfahrten im unteren Seebecken werden besonders von Touristinnen und Touristen sowie Tagesgästen genutzt. Längere Kurse verbinden die Stadt Zürich mit den Gemeinden am See und mit Rapperswil.

Finanzierung

Die Einnahmen der ZSG stammen aus Fahrgasterträgen, Abgeltungen des Zürcher Verkehrsverbunds, Erlebnis- und Charterfahrten, Vermietungen sowie Pachterträgen aus der Gastronomie.

Für den vom ZVV bestellten öffentlichen Verkehr erhält die Gesellschaft ein Leistungsentgelt. Höhe und Ausgestaltung richten sich nach dem vereinbarten Angebot und den anerkannten Kosten.

Im Geschäftsjahr 2024 erzielte die ZSG einen Bruttoertrag von rund 25,8 Millionen Franken. Nach Rückvergütungen an den ZVV belief sich der Nettoertrag auf rund 22,4 Millionen Franken. Die Jahresrechnung schloss mit einem kleinen Gewinn.[8]

Der Kostendeckungsgrad schwankt saisonal. Während der Hauptsaison sind die Schiffe deutlich besser ausgelastet als in den Wintermonaten.

Personal und Ausbildung

Die ZSG beschäftigt nautisches, technisches, kaufmännisches und betriebliches Personal. Zu den Berufsfeldern gehören Schiffsführung, Matrosendienst, Maschinen- und Elektrotechnik, Werftbetrieb, Fahrplanung, Verkauf, Marketing und Verwaltung.

Für den sicheren Schiffsbetrieb sind besondere nautische Qualifikationen erforderlich. Schiffsführerinnen und Schiffsführer müssen mit den örtlichen Wetter-, Wind- und Verkehrsverhältnissen vertraut sein.

Im Werftbetrieb werden Berufsleute aus verschiedenen technischen Fachrichtungen beschäftigt. Der Unterhalt historischer Dampfmaschinen erfordert Kenntnisse, die im gewöhnlichen industriellen Betrieb nur noch selten benötigt werden.

Zeitweise auftretender Personalmangel kann dazu führen, dass Fahrpläne reduziert oder einzelne Schiffe anders eingesetzt werden. 2024 musste die ZSG ihr Angebot wegen fehlender nautischer Fachkräfte teilweise ausdünnen. Seit Beginn der Sommersaison 2025 konnte nach Angaben des Unternehmens wieder der volle bestellte Fahrplan angeboten werden.[8]

Barrierefreiheit

Auf den Kursschiffen können Personen im Rollstuhl grundsätzlich in der zweiten Klasse mitfahren. Der Einstieg erfolgt je nach Schiff, Wasserstand und Anlegestelle mit Unterstützung des Personals.

Nach Angaben des ZVV darf ein Rollstuhl höchstens 80 Zentimeter breit sein. Auf der Panta Rhei ist auch die erste Klasse für Rollstuhlfahrende zugänglich. Nicht alle älteren Schiffe verfügen über vollständig rollstuhlgängige Toiletten.[9]

Historische Schiffe stellen wegen enger Treppen, Türbreiten und unterschiedlicher Deckhöhen besondere Anforderungen an die Barrierefreiheit. Bei Neubauten und Umbauten werden hindernisfreie Zugänge stärker berücksichtigt.

Sicherheit

Die Schiffe unterliegen den schweizerischen Vorschriften für die Binnenschifffahrt. Technische Anlagen, Rettungsmittel und Sicherheitsausrüstung werden regelmässig kontrolliert.

Die Besatzungen werden für Notfälle, Evakuierungen, Brandbekämpfung und Erste Hilfe ausgebildet. Vor der Abfahrt werden die Fahrgastzahlen erfasst, damit die zugelassene Höchstkapazität nicht überschritten wird.

Starker Wind, Gewitter, Nebel, Eis, Hoch- oder Niedrigwasser können den Betrieb beeinträchtigen. Die Schiffsführung kann Fahrten abbrechen, Stationen auslassen oder Kurse einstellen, wenn ein sicherer Betrieb nicht gewährleistet ist.

Umwelt und Nachhaltigkeit

Die ZSG verfolgt das langfristige Ziel eines kohlenstoffdioxidfreien Schiffsbetriebs. Zu den wichtigsten Massnahmen gehören die Elektrifizierung der Flotte, technische Verbesserungen, ein geringerer Treibstoffverbrauch und die Nutzung erneuerbarer elektrischer Energie.

Die neuen Limmatboote werden vollelektrisch betrieben. Bei den Schiffen der Albis-Klasse ersetzt ein Batterieantrieb die bisherigen Dieselmotoren. Weitere Motorschiffe sollen nach dem Flottenkonzept schrittweise umgebaut oder durch elektrische Neubauten ersetzt werden.

Auch die historischen Dampfschiffe wurden technisch überarbeitet. Verbesserungen an Kesseln und Maschinen senkten nach Angaben der ZSG ihren Energieverbrauch um rund 30 Prozent.[3]

Auf dem Werftgelände werden Photovoltaikanlagen eingesetzt und erweitert. Weitere Massnahmen betreffen Heizung, Reinigung, Abfall, Gastronomie und die Zusammenarbeit mit regionalen Lieferanten.

Die ZSG ist durch TourCert zertifiziert und im Nachhaltigkeitsprogramm Swisstainable auf der Stufe III – leading eingestuft.[3]

Bedeutung für Kultur und Tourismus

Die weissen Schiffe der ZSG gehören zum charakteristischen Erscheinungsbild des Zürichsees. Besonders die beiden Raddampfer gelten als technische Kulturdenkmäler und touristische Wahrzeichen.

Schiffsfahrten ermöglichen Ausblicke auf die Stadt Zürich, die Seegemeinden, den Pfannenstiel, den Zimmerberg und bei klarer Sicht auf die Voralpen und Alpen. Zu den häufig besuchten Zielen gehören Rapperswil, die Insel Ufenau, die Halbinsel Au und zahlreiche Uferorte.

Die Schifffahrt verbindet Verkehr, Erholung, Gastronomie und Landschaftserlebnis. Sie wird von der lokalen Bevölkerung ebenso genutzt wie von Gästen aus dem In- und Ausland.

Die Dampfschiffe werden von Vereinigungen und interessierten Privatpersonen unterstützt. Die Aktion pro Raddampfer setzt sich für ihren Erhalt und ihren regelmässigen Betrieb ein.

Abgrenzung zu anderen Schifffahrtsunternehmen

Die ZSG betreibt den überwiegenden fahrplanmässigen Personenverkehr auf dem Zürichsee und der Limmat. Daneben bestehen weitere Unternehmen und Organisationen mit eigenen Aufgaben.

Die Zürichsee-Fähre Horgen–Meilen betreibt die Autofähre zwischen Horgen und Meilen. Private Anbieter führen Rundfahrten, Wassertaxis, Charterfahrten und kleinere Bootsangebote durch.

Auf dem Obersee und den angrenzenden Gewässern überschneiden sich touristische und verkehrliche Angebote teilweise mit anderen regionalen Verkehrsträgern. Die Tarif- und Fahrplankooperation erfolgt über Verbünde und nationale Systeme des öffentlichen Verkehrs.

Literatur

  • Hans-Erhard Lessing: Dampfschifffahrt auf dem Zürichsee. Zürich.
  • Jürg Meister: Die Schiffe der Zürichsee-Schifffahrtsgesellschaft. Verlag Verkehrs-Fotoarchiv, Zürich.
  • Zürichsee-Schifffahrtsgesellschaft: Geschäftsberichte. Zürich.
  • Zürichsee-Schifffahrtsgesellschaft: 125 Jahre Zürichsee-Schifffahrt. Jubiläumsschrift, Zürich 2015.
  • Kurt Hunziker: Vom Raddampfer zum Motorschiff: Geschichte der Zürichsee-Schifffahrt. Zürich.

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 1,4 1,5 Das Unternehmen ZSG, Zürichsee-Schifffahrtsgesellschaft, abgerufen am 25. Juli 2026.
  2. 2,0 2,1 2,2 2,3 2,4 Geschichte der ZSG, Zürichsee-Schifffahrtsgesellschaft, abgerufen am 25. Juli 2026.
  3. 3,0 3,1 3,2 3,3 Nachhaltigkeit, Zürichsee-Schifffahrtsgesellschaft, abgerufen am 25. Juli 2026.
  4. Abos und Tickets, Zürcher Verkehrsverbund, abgerufen am 25. Juli 2026.
  5. Tickets für Seerundfahrten in der ZVV-App, Zürcher Verkehrsverbund, 29. April 2025, abgerufen am 25. Juli 2026.
  6. Dampfschiff Stadt Rapperswil, Zürichsee-Schifffahrtsgesellschaft, abgerufen am 25. Juli 2026.
  7. Einsatz der Schiffe, Zürichsee-Schifffahrtsgesellschaft, abgerufen am 25. Juli 2026.
  8. 8,0 8,1 8,2 Protokoll der 134. Generalversammlung, Zürichsee-Schifffahrtsgesellschaft, 30. Juni 2025, abgerufen am 25. Juli 2026.
  9. Schiffe: Behindertengerechtigkeit, Zürcher Verkehrsverbund, abgerufen am 25. Juli 2026.