Kappel am Albis
|
Kappel am Albis |
|||
|---|---|---|---|
|
Kloster Kappel und die umliegende Kulturlandschaft
|
|||
|
|||
|
Gemeindedaten |
|||
|
Staat |
|||
|
Kanton |
|||
|
Region |
|||
|
Bezirk |
|||
|
BFS-Nummer |
0006 |
||
|
Postleitzahl |
8926 Kappel am Albis |
||
|
Koordinaten |
47.228884° N, 8.527224° E |
||
|
Höhe |
573 m ü. M. |
||
|
Fläche |
7,92 km² |
||
|
Einwohner |
1383
|
||
|
Website |
|||
Kappel am Albis ist eine politische Gemeinde im Bezirk Affoltern des Kantons Zürich. Sie liegt im südöstlichen Knonaueramt am Fuss des Albis und grenzt im Süden an den Kanton Zug. Zur Gemeinde gehören die drei Dörfer Kappel, Hauptikon und Uerzlikon sowie mehrere Einzelhöfe und kleinere Siedlungen.
Kappel am Albis ist überregional vor allem durch das ehemalige Kloster Kappel und die Ereignisse der Kappelerkriege bekannt. Im Jahr 1529 wurde in der Umgebung die erste bewaffnete Auseinandersetzung zwischen reformierten und katholischen Orten der Alten Eidgenossenschaft friedlich beigelegt. Die dabei überlieferte Kappeler Milchsuppe wurde zu einem Sinnbild für Verständigung und eidgenössischen Ausgleich. In der zweiten Schlacht bei Kappel fiel am 11. Oktober 1531 der Zürcher Reformator Huldrych Zwingli.
Die Gemeinde besitzt bis heute einen ausgesprochen ländlichen Charakter. Landwirtschaftsflächen, Wälder, historische Dorfkerne und die Klosteranlage bestimmen das Landschaftsbild. Gleichzeitig bestehen enge wirtschaftliche und verkehrliche Beziehungen zu Affoltern am Albis, Baar, Zug und zur Stadt Zürich.[1]
Name
Der Ort wurde 1185 in der Form Capella erstmals urkundlich erwähnt. Der Name geht auf das lateinische Wort capella für eine kleine Kirche oder Kapelle zurück. Nach einer Gründungstradition soll sich am späteren Standort des Klosters bereits zuvor eine Kapelle befunden haben, bei der Einsiedler lebten.[2]
Bis 1911 lautete der amtliche Gemeindename lediglich Kappel. Der Zusatz am Albis wurde eingeführt, um die Gemeinde von anderen gleichnamigen Orten in der Schweiz zu unterscheiden und ihre Lage am Albis hervorzuheben.
Der zürichdeutsche Mundartname lautet Chappel. Die Abkürzung Kappel a. A. wird vor allem in Adressen, amtlichen Dokumenten und im regionalen Sprachgebrauch verwendet.
Geografie
Kappel am Albis liegt im Südosten des Bezirks Affoltern zwischen dem Höhenzug des Albis und der Grenze zum Kanton Zug. Das Gemeindegebiet umfasst rund 7,92 Quadratkilometer. Der Hauptort befindet sich auf ungefähr 573 Metern über Meer.
Die Landschaft ist von sanften Hügeln, Moränenzügen, Wäldern, Wiesen und Ackerflächen geprägt. Von erhöhten Lagen eröffnet sich eine weite Aussicht auf die Zentralschweizer Alpen und teilweise auf den Zugersee. Die offene Kulturlandschaft gehört zum sogenannten Albisgürtel, der den Übergang zwischen dem Knonaueramt und dem Zugerland bildet.[1]
Ein grosser Teil des Gemeindegebiets wird landwirtschaftlich genutzt. Neben Grünland und Ackerflächen bestehen Obstgärten, Waldstücke und ökologisch wertvolle Heckenlandschaften. Die vergleichsweise lockere Besiedlung unterscheidet Kappel am Albis von den dichter bebauten Gemeinden im nördlichen Knonaueramt und im Limmattal.
Nachbargemeinden
Kappel am Albis grenzt an sechs Gemeinden. Im Kanton Zürich sind dies:
Im Kanton Zug grenzt Kappel am Albis an:
Die Kantonsgrenze verläuft durch eine teilweise bewaldete und landwirtschaftlich genutzte Hügellandschaft südlich der Dörfer Kappel und Uerzlikon.
Gemeindeteile
| Ort | Lage und Charakter |
|---|---|
| Kappel | Hauptort mit Klosteranlage, Klosterkirche, Gemeindeverwaltung, Primarschule und Gemeindesaal |
| Hauptikon | Ländlich geprägtes Dorf westlich von Kappel mit Bauernhöfen und neueren Wohnbauten |
| Uerzlikon | Dorf im südwestlichen Gemeindegebiet mit historischem Ortskern, Kindergarten und Schulhaus |
| Näfenhäuser | Historische Hofgruppe in der Nähe des Schauplatzes der Kappelerkriege |
| Allenwinden, Lierenhof und weitere Höfe | Über das Gemeindegebiet verteilte landwirtschaftliche Einzelhöfe und Kleinsiedlungen |
Kappel, Hauptikon und Uerzlikon waren ursprünglich räumlich deutlich voneinander getrennte Bauerndörfer. Trotz neuer Wohnbauten sind die Siedlungen bis heute nicht vollständig zusammengewachsen. Die Gemeinde bezeichnet sich deshalb gelegentlich als Gemeinde der «drei Dörfer».
Bevölkerung
Ende 2025 lebten rund 1380 Personen in Kappel am Albis. Die Gemeinde gehört damit zu den kleineren politischen Gemeinden des Kantons Zürich. Die Einwohnerzahl blieb vom 19. Jahrhundert bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts weitgehend stabil oder ging zeitweise sogar zurück.
Seit den 1980er-Jahren setzte wieder ein deutliches Wachstum ein. Neue Wohnbauten entstanden vor allem in Kappel, Hauptikon und Uerzlikon. Die ländliche Lage, die Nähe zum Wirtschaftsraum Zug und die gute Erreichbarkeit der Agglomeration Zürich machten die Gemeinde als Wohnort zunehmend attraktiv.
| Jahr | Einwohner |
|---|---|
| 1634 | 256 |
| 1799 | 438 |
| 1850 | 743 |
| 1900 | 697 |
| 1950 | 676 |
| 1980 | 567 |
| 2000 | 865 |
| 2010 | 918 |
| 2015 | 1029 |
| 2020 | 1244 |
| 2024 | 1382 |
| 2025 | 1383 |
Die historischen Werte bis 2000 beruhen auf Volkszählungen und Angaben des Historischen Lexikons der Schweiz. Neuere Zahlen stammen aus der kantonalen und kommunalen Bevölkerungsstatistik.[3][4]
Geschichte
Ur- und Frühgeschichte
Archäologische Funde weisen darauf hin, dass das Gebiet der heutigen Gemeinde bereits während der Bronzezeit von Menschen genutzt wurde. Die fruchtbaren Böden und die Lage an natürlichen Verbindungen zwischen dem Reusstal, dem Zugerland und dem Zürichseegebiet boten günstige Voraussetzungen für Siedlungen und Landwirtschaft.
Zwischen Hauptikon und Rifferswil wird der Standort eines römischen Gutshofes vermutet. Solche landwirtschaftlichen Anlagen versorgten während der römischen Zeit die regionalen Siedlungen und Verkehrswege.
Nach dem Ende der römischen Herrschaft entstanden im Frühmittelalter alemannische Höfe. Aus diesen entwickelten sich im Verlauf der Jahrhunderte die Dörfer Hauptikon und Uerzlikon sowie weitere Hofsiedlungen.
Gründung des Klosters
Die schriftlich fassbare Geschichte Kappels beginnt mit der Gründung des Klosters. Um 1185 stifteten die Freiherren von Eschenbach-Schnabelburg ein Zisterzienserkloster. Mit dessen Aufbau wurden Mönche aus dem Kloster Hauterive im heutigen Kanton Freiburg beauftragt.[5]
Die Zisterzienser legten Wert auf Gebet, körperliche Arbeit und eine weitgehend selbstversorgende Wirtschaftsweise. Sie rodeten Land, verbesserten die landwirtschaftliche Nutzung, legten Höfe an und erwarben Besitz in verschiedenen Teilen der heutigen Kantone Zürich, Zug und Aargau.
Im Jahr 1211 wurde das Kloster in den Zisterzienserorden aufgenommen. Es gehörte zur Filiation der französischen Abtei Clairvaux. Schutz und Besitz des Klosters wurden von kirchlichen und weltlichen Herrschern wiederholt bestätigt.
Bau der Klosterkirche
Die heutige Klosterkirche entstand im Wesentlichen zwischen der Mitte des 13. und der Mitte des 14. Jahrhunderts. Um 1300 war der frühgotische Hauptbau weitgehend fertiggestellt. Die Kirche ist als dreischiffige Basilika mit Querhaus, Chor und sechsjochigem Langhaus angelegt.[6]
Zu den bedeutendsten erhaltenen Kunstwerken gehören das eichene Chorgestühl aus der Zeit um 1300 und mehrere gotische Glasfenster aus dem ersten Drittel des 14. Jahrhunderts. Die Glasmalereien bilden einen der wichtigsten erhaltenen mittelalterlichen Fensterzyklen der Schweiz.
Der heutige viereckige Dachreiter wurde 1641 errichtet. Sein achteckiger Vorgänger war zuvor durch einen Blitzschlag zerstört worden.
Zürcher Landeshoheit
Im Jahr 1415 unterstellte sich das Kloster der Landeshoheit der Stadt Zürich. Kappel blieb zugleich Teil einer von verschiedenen Herrschaftsrechten geprägten Landschaft. Die bäuerliche Bevölkerung der umliegenden Höfe war dem Kloster zu Abgaben und Dienstleistungen verpflichtet.
Die Klostergüter bildeten die wirtschaftliche Grundlage der Siedlungen Kappel, Hauptikon und Uerzlikon. Die Entwicklung der späteren politischen Gemeinde war deshalb über Jahrhunderte eng mit dem Kloster verbunden.
Reformation
Im frühen 16. Jahrhundert erreichte die von Huldrych Zwingli ausgehende Zürcher Reformation das Kloster. Eine wichtige Rolle spielte der junge Lehrer und spätere Reformator Heinrich Bullinger, der seit 1523 an der Klosterschule unterrichtete.
Am 9. März 1525 wurden die Bilder aus der Klosterkirche entfernt. Am 29. März 1526 feierten die Mönche erstmals das Abendmahl nach reformierter Ordnung.[6]
Der letzte Abt, Wolfgang Joner, heiratete und übergab das Kloster 1527 dem Bürgermeister und dem Rat der Stadt Zürich. Die Klosterkirche wurde zur reformierten Pfarrkirche. Zum Gebiet der Kirchgemeinde gehörten Kappel, Hauptikon, Uerzlikon und ein Teil von Ebertswil.
Kappelerkriege
Hauptartikel: Kappelerkriege
Die konfessionellen Spannungen zwischen den reformierten und katholischen Orten der Eidgenossenschaft führten 1529 und 1531 zu zwei militärischen Konflikten, deren wichtigste Ereignisse in der Umgebung von Kappel stattfanden.
Erster Kappelerkrieg
Im Juni 1529 marschierten Truppen der reformierten und der katholischen Orte gegeneinander. Bevor es zu einer Schlacht kam, vermittelten die neutralen eidgenössischen Orte zwischen den Parteien.
Während der Verhandlungen sollen Soldaten beider Seiten gemeinsam eine Milchsuppe gegessen haben. Nach der Überlieferung stellten die katholischen Innerschweizer die Milch bereit, während die Zürcher Brot beisteuerten. Die Kappeler Milchsuppe wurde später zum Symbol für den friedlichen Ausgleich zwischen politischen und konfessionellen Gegnern.[7]
Der Konflikt endete mit dem Ersten Kappeler Landfrieden. Die grundlegenden konfessionellen Gegensätze blieben jedoch bestehen.
Zweiter Kappelerkrieg
Am 11. Oktober 1531 trafen Zürcher und katholische Truppen in der zweiten Schlacht bei Kappel aufeinander. Die schlecht vorbereitete und zahlenmässig unterlegene Zürcher Streitmacht erlitt eine schwere Niederlage.
Huldrych Zwingli begleitete die Zürcher als Feldprediger und fiel in der Schlacht. Mit ihm starben zahlreiche Zürcher Geistliche, Ratsherren und Soldaten. Auch Wolfgang Joner, der letzte Abt des Klosters Kappel, kam ums Leben.[8]
Der Zweite Kappeler Landfrieden bestätigte die konfessionelle Teilung der Eidgenossenschaft. Die reformierten Orte mussten auf eine weitere gewaltsame Ausbreitung ihrer Konfession verzichten. Die Ereignisse prägten die religiöse und politische Entwicklung der Schweiz während der folgenden Jahrhunderte.
An Zwinglis Tod erinnert das Zwingli-Denkmal an der Strasse zwischen Kappel und Hausen am Albis.[9]
Klosteramt und Armenfürsorge
Nach der Aufhebung des Klosters verwaltete die Stadt Zürich dessen umfangreiche Besitzungen. 1541 wurde Kappel zum Sitz des Klosteramtes. Zürcher Amtsleute residierten im ehemaligen Abtshaus und zogen Abgaben und Zehnten ein.
Das ehemalige Kloster übernahm zugleich Aufgaben der Armenfürsorge. Bedürftige aus dem Knonaueramt und vom linken Zürichseeufer erhielten regelmässig Brot. Als Bäckerei diente das heutige Haus am See.
Die landwirtschaftlichen Güter wurden weiterhin durch Pächter und Untertanen bewirtschaftet. Kappel unterstand politisch zugleich der Landvogtei Knonau.
Helvetische Republik und Gemeindegründung
Im Februar 1798 errichteten Bewohner von Kappel, Hauptikon und Uerzlikon vor dem Amtshaus einen Freiheitsbaum. Wenige Monate später beseitigte die Helvetische Republik die alten Herrschaftsverhältnisse und schuf Einwohnergemeinden mit gewählten Behörden.
Während der Helvetik gehörte Kappel zum Distrikt Mettmenstetten. Von 1803 bis 1814 war die Gemeinde dem Bezirk Horgen zugeteilt. Anschliessend gehörte sie zum Oberamt Knonau, ab 1830 zum Bezirk Knonau und seit 1837 zum Bezirk Affoltern.[8]
Armenanstalt in der Klosteranlage
Nach dem liberalen politischen Umbruch von 1830 wollte der Kanton Zürich nicht mehr benötigte Staatsgüter verkaufen. Die Gemeinnützige Gesellschaft des Bezirks Knonau erwarb die ehemalige Klosteranlage 1834 für die Kirchgemeinden des Bezirks.
Im Jahr 1836 wurde in den Klostergebäuden eine Armenanstalt eröffnet. Später kamen eine Schule für Waisenkinder, eine sogenannte Korrektionsanstalt und ein Krankenasyl für Menschen mit geringem Einkommen hinzu.[5]
Die Einrichtung war während des 19. und frühen 20. Jahrhunderts eine der wichtigsten sozialen Institutionen des Bezirks Affoltern. Mit der Entwicklung moderner Pflege-, Gesundheits- und Fürsorgeangebote verlor sie später ihre ursprüngliche Bedeutung.
Gemeindeentwicklung im 19. und 20. Jahrhundert
Im 19. Jahrhundert blieb Kappel am Albis überwiegend landwirtschaftlich geprägt. Ein grosser Teil der Bevölkerung lebte von Viehzucht, Milchwirtschaft, Ackerbau, Obstbau und Waldwirtschaft.
Im Jahr 1885 wurde ein Teil von Ebertswil von Kappel abgetrennt und der Gemeinde Hausen am Albis zugeteilt. 1911 erhielt die Gemeinde den amtlichen Namen Kappel am Albis.
Anders als viele Gemeinden in der Agglomeration Zürich erlebte Kappel zunächst keine starke Industrialisierung. Die Einwohnerzahl ging bis 1980 zurück, da Arbeitsplätze vor allem in den Städten und Industriegebieten der Umgebung entstanden.
Seit dem späten 20. Jahrhundert wurden neue Wohngebiete erschlossen. Die Gemeinde entwickelte sich zu einem ländlichen Wohnort für Menschen, die in Zug, Baar, Affoltern am Albis oder im Grossraum Zürich arbeiten.
Bildungshaus Kloster Kappel
In den 1970er-Jahren wurde eine neue Nutzung für die historischen Klostergebäude gesucht. Nach einer kantonalen kirchlichen Abstimmung begann die Evangelisch-reformierte Landeskirche des Kantons Zürich mit einer umfassenden Renovation.
1983 eröffnete sie das Haus der Stille und Besinnung. Seit einer weiteren Sanierung und Umgestaltung im Jahr 2008 trägt das Seminarhotel und Bildungshaus wieder den Namen Kloster Kappel.[5]
Heute finden dort Seminare, Tagungen, Konzerte, Gottesdienste, Bildungsangebote und private Veranstaltungen statt. Die ehemalige Klosteranlage befindet sich mehrheitlich im Besitz des Vereins Kloster Kappel. Die Klosterkirche gehört dem Kanton Zürich, das Pfarrhaus der Kirchgemeinde Kappel.
Wappen
Die Blasonierung des Gemeindewappens lautet:
- Geviert: 1 und 4 in Schwarz ein von Rot und Silber geschachter Balken, 2 in Gold ein schwarzes Mauerankerkreuz, 3 in Blau die Nordansicht einer silbernen Kirche mit Seitenschiff, Querschiff und Vierungsturm, roten Dächern und schwarzen Fenstern.
Das Wappen verbindet drei Elemente aus der Geschichte Kappels. Der geschachte Balken erinnert an den Zisterzienserorden, das schwarze Mauerankerkreuz an die Freiherren von Eschenbach und die dargestellte Kirche an das ehemalige Kloster Kappel.[10]
Ein älteres Klosterwappen verband bereits die Zeichen der Zisterzienser und der Eschenbacher. Seit dem 17. Jahrhundert wurde zusätzlich eine Kapelle dargestellt. Im 20. Jahrhundert ersetzte eine genauere Darstellung der Klosterkirche die frühere Kapelle.
Politik und Verwaltung
Kappel am Albis ist nach dem Recht des Kantons Zürich als politische Gemeinde organisiert. Die gesetzgebende Gewalt wird von der Gemeindeversammlung ausgeübt. Die stimmberechtigte Bevölkerung entscheidet dort insbesondere über:
- das Budget und die Jahresrechnung
- den kommunalen Steuerfuss
- grössere Investitionen
- kommunale Erlasse
- Bau- und Planungsgeschäfte
- Grundstücksgeschäfte
Die Exekutive bildet der Gemeinderat. Gemäss der Gemeindeordnung werden vier Mitglieder des Gemeinderates einschliesslich des Gemeindepräsidiums direkt gewählt. Das Präsidium der Primarschulpflege gehört dem Gemeinderat als fünftes Mitglied von Amtes wegen an.[11]
Die Gemeindeverwaltung befindet sich am Lindenfeld 2a im Dorf Kappel. Verschiedene öffentliche Aufgaben werden gemeinsam mit anderen Gemeinden des Knonaueramtes wahrgenommen. Dazu gehören unter anderem Sozialdienste, Kindes- und Erwachsenenschutz, Feuerwehr, Zivilschutz, Abwasserentsorgung und regionale Gesundheitsangebote.
Wirtschaft
Die Landwirtschaft prägt die Wirtschaft und das Landschaftsbild von Kappel am Albis bis heute. Von Bedeutung sind insbesondere Milchwirtschaft, Viehzucht, Ackerbau und Obstbau. Zahlreiche Landwirtschaftsbetriebe liegen ausserhalb der geschlossenen Dorfkerne.
Daneben bestehen kleine und mittlere Gewerbe- und Dienstleistungsbetriebe. Sie sind unter anderem in den Bereichen Bau, Handwerk, Detailhandel, Gastronomie, Beratung und landwirtschaftliche Dienstleistungen tätig.
Das Kloster Kappel ist ein wichtiger Arbeitgeber und ein bedeutender Standort für Tourismus, Bildung, Hotellerie und Veranstaltungen. Seminargäste und Tagesbesucher tragen zur örtlichen Gastronomie und zum regionalen Tourismus bei.
Ein grosser Teil der erwerbstätigen Bevölkerung pendelt in den Wirtschaftsraum Zug, nach Affoltern am Albis oder in die Agglomeration Zürich.
Verkehr
Kappel am Albis besitzt keinen eigenen Bahnhof. Die Gemeinde ist durch regionale Buslinien an die umliegenden Orte und Bahnhöfe angebunden.
Verbindungen bestehen insbesondere in Richtung:
- Hausen am Albis
- Affoltern am Albis
- Knonau
- Baar und Zug
Über die Bahnhöfe Affoltern am Albis, Knonau und Baar bestehen Anschlüsse an das Netz der S-Bahn Zürich, die Stadtbahn Zug und den regionalen Bahnverkehr.
Die wichtigsten Strassen führen nach Hausen am Albis, Knonau, Mettmenstetten und Baar. Die Nähe zur Kantonsgrenze hat zur Folge, dass sich der Alltagsverkehr sowohl in den Kanton Zürich als auch in den Kanton Zug orientiert.
Kappel am Albis liegt im Tarifgebiet des Zürcher Verkehrsverbundes. Auf einzelnen Verbindungen in Richtung Zug gelten zusätzlich die Bestimmungen des Tarifverbundes Zug.[12]
Bildung
Die Gemeinde verfügt über eine eigene Primarschule. Die Schulanlage befindet sich an der Tömlimatt im Dorf Kappel.[13]
Im Schulhaus Uerzlikon wird unter anderem ein Kindergarten geführt.[14]
Die Jugendlichen der Sekundarstufe besuchen die Sekundarschule in Hausen am Albis. Weiterführende Schulen und Berufsfachschulen befinden sich unter anderem in Affoltern am Albis, Zug und Zürich.[15]
Religion
Die Bevölkerung von Kappel schloss sich während der Reformation dem reformierten Glauben an. Die ehemalige Klosterkirche dient seit dem 16. Jahrhundert als Pfarrkirche der reformierten Kirchgemeinde Kappel.
Die Kirche und das Bildungshaus führen die klösterliche Tradition in reformierter Form weiter. Neben Gottesdiensten finden dort Konzerte, Meditationen, theologische Veranstaltungen und ökumenische Begegnungen statt.
Die katholische Bevölkerung wird durch die regionalen kirchlichen Strukturen im Oberamt und im Bezirk Affoltern betreut.
Sehenswürdigkeiten
Kloster Kappel
Das ehemalige Zisterzienserkloster ist das bedeutendste Bau- und Kulturdenkmal der Gemeinde. Die Anlage umfasst unter anderem:
- die frühgotische Klosterkirche
- das ehemalige Konventgebäude
- das Amtshaus
- das Pfarrhaus
- das Haus am See
- landwirtschaftliche Gebäude
- historische Gärten und Umfassungsmauern
Die Klosterkirche gehört zu den ältesten erhaltenen gotischen Kirchen der Schweiz. Ihr mittelalterliches Chorgestühl und die Glasfenster aus dem 14. Jahrhundert besitzen nationale kunsthistorische Bedeutung.[6]
Die Gebäude und Gärten können teilweise frei oder im Rahmen von Führungen besichtigt werden. Das Kloster ist zudem Ausgangspunkt verschiedener Wanderwege durch das Knonaueramt.
Zwingli-Denkmal
Das Zwingli-Denkmal erinnert an Huldrych Zwingli, der am 11. Oktober 1531 in der zweiten Schlacht bei Kappel fiel. Es befindet sich an der Strasse zwischen Kappel und Hausen am Albis in der Nähe des historischen Schlachtfeldes.
Eine Inschrift würdigt Zwingli als Reformator. Das Denkmal ist ein wichtiger Erinnerungsort der Schweizer Reformationsgeschichte.
Historische Dorfkerne
In Kappel, Hauptikon und Uerzlikon haben sich zahlreiche bäuerliche Wohnhäuser, Scheunen, Brunnen und Hofgruppen erhalten. Sie dokumentieren die landwirtschaftliche Entwicklung der Gemeinde vom 17. bis zum 19. Jahrhundert.
Besonders charakteristisch sind die grossvolumigen Bauernhäuser mit Wohn- und Ökonomieteilen unter einem gemeinsamen Dach. Mehrere Gebäude sind in kommunalen oder kantonalen Inventaren schützenswerter Bauten verzeichnet.
Natur und Freizeit
Die offene Landschaft rund um Kappel am Albis besitzt einen hohen Erholungswert. Wander- und Spazierwege führen durch Felder, Wälder und historische Hofgruppen.
Beliebte Ziele sind:
- die Klosteranlage und ihre Gärten
- das Gebiet des ehemaligen Schlachtfeldes
- die Wege nach Hausen am Albis und zum Albis
- die Verbindung nach Rifferswil
- die Hügellandschaft an der Grenze zum Kanton Zug
- Aussichtspunkte mit Blick auf die Alpen
Die landwirtschaftlich genutzte Kulturlandschaft bietet Lebensraum für zahlreiche Vogel-, Insekten- und Pflanzenarten. Hecken, Obstgärten, Waldränder und extensiv bewirtschaftete Wiesen tragen zur biologischen Vielfalt bei.
Das gesellschaftliche Leben wird von Sport-, Kultur-, Musik-, Schützen- und Freizeitvereinen getragen. Der Gemeindesaal im Haus zur Mühle dient Versammlungen, Aufführungen, Festen und privaten Anlässen.
Persönlichkeiten
Mit Kappel am Albis verbunden sind unter anderem:
- Huldrych Zwingli (1484–1531), Zürcher Reformator, gefallen in der zweiten Schlacht bei Kappel
- Heinrich Bullinger (1504–1575), Reformator und Lehrer im Kloster Kappel
- Wolfgang Joner, letzter Abt des Klosters Kappel
- Josias Simler (1530–1576), reformierter Theologe, Historiker und Geograf
- Leonard Meister (1741–1811), Theologe, Lehrer und Schriftsteller
- Konrad Näf (1789–1832), Pädagoge, Gehörlosenlehrer und Dichter
Literatur
- Hermann Fietz: Die Kunstdenkmäler des Kantons Zürich. Band I: Die Bezirke Affoltern und Andelfingen. Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte, Bern 1938, S. 35–102.
- Thomas Huonker, Peter Niederhäuser: 800 Jahre Kloster Kappel. Abtei, Armenanstalt, Bildungshaus. Orell Füssli, Zürich 2008, ISBN 978-3-280-06074-2.
- Bernhard Schneider: Von den Klostergütern zur selbständigen Gemeinde. Kappel am Albis im Wandel der Zeit. Chronos Verlag, Zürich 1988, ISBN 3-905278-29-4.
- Bernhard Schneider: 4000 Jahre Kappel am Albis im Überblick. Kappel, Uerzlikon, Hauptikon. Schneider Communications, Kappel am Albis 2023, ISBN 978-3-906068-15-2.
Siehe auch
- Kloster Kappel
- Kappelerkriege
- Kappeler Milchsuppe
- Huldrych Zwingli
- Knonaueramt
- Bezirk Affoltern
- Liste der Gemeinden im Kanton Zürich
Weblinks
- Offizielle Website der Gemeinde Kappel am Albis
- Offizielle Website des Klosters Kappel
- Kappel am Albis im Historischen Lexikon der Schweiz
- Zürcher Gemeinden in Zahlen
Wikimedia Commons Wikimedia Commons: Medien zu Kappel am Albis
Einzelnachweise
- ↑ 1,0 1,1 Portrait, Gemeinde Kappel am Albis, abgerufen am 24. Juli 2026.
- ↑ Kappel (Kloster), Historisches Lexikon der Schweiz, abgerufen am 24. Juli 2026.
- ↑ Kappel am Albis, Historisches Lexikon der Schweiz, abgerufen am 24. Juli 2026.
- ↑ Zürcher Gemeinden in Zahlen – Bevölkerungsbestand, Statistisches Amt des Kantons Zürich, abgerufen am 24. Juli 2026.
- ↑ 5,0 5,1 5,2 Geschichte und Trägerschaft, Kloster Kappel, abgerufen am 24. Juli 2026.
- ↑ 6,0 6,1 6,2 Klosterkirche, Kloster Kappel, abgerufen am 24. Juli 2026.
- ↑ Führungen und Klostergeschichte, Kloster Kappel, abgerufen am 24. Juli 2026.
- ↑ 8,0 8,1 Geschichte von Kappel am Albis, Gemeinde Kappel am Albis, abgerufen am 24. Juli 2026.
- ↑ Zwingli-Denkmal, Gemeinde Kappel am Albis, abgerufen am 24. Juli 2026.
- ↑ Gemeindewappen, Gemeinde Kappel am Albis, abgerufen am 24. Juli 2026.
- ↑ Erneuerungswahl der Gemeindebehörden 2026–2030, Gemeinde Kappel am Albis, abgerufen am 24. Juli 2026.
- ↑ Regionalnetz des Zürcher Verkehrsverbundes, ZVV, abgerufen am 24. Juli 2026.
- ↑ Primarschule Kappel am Albis, Gemeinde Kappel am Albis, abgerufen am 24. Juli 2026.
- ↑ Schulhaus Uerzlikon, Gemeinde Kappel am Albis, abgerufen am 24. Juli 2026.
- ↑ Sekundarschule Hausen am Albis, Gemeinde Kappel am Albis, abgerufen am 24. Juli 2026.