Mettmenstetten

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Mettmenstetten

Wappen von Mettmenstetten

Wappen

Lage von Mettmenstetten

Lage der Gemeinde

Gemeindedaten

Staat

Schweiz

Kanton

Zürich

Region

Knonaueramt

Bezirk

Affoltern

BFS-Nummer

0009

Postleitzahl

8932

Koordinaten

47.245° N, 8.464° E

Höhe

460 m ü. M.

Fläche

13,07 km²

Einwohner

5'837
(Stand: 31. Dezember 2025)

Website

www.mettmenstetten.ch

Mettmenstetten ist eine politische Gemeinde im Bezirk Affoltern des Kantons Zürich in der Schweiz. Sie liegt im Knonaueramt, das im Volksmund auch Säuliamt genannt wird, am Südwesthang der Albiskette. Zur Gemeinde gehören neben dem Hauptdorf mehrere ländlich geprägte Weiler und Hofsiedlungen.

Mettmenstetten liegt zwischen den Wirtschaftsräumen Zürich und Zug. Der Ort entwickelte sich seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts von einer überwiegend landwirtschaftlichen Gemeinde zu einer stark wachsenden Wohn- und Arbeitsgemeinde. Die Eröffnung der Autobahn A4 durch das Knonaueramt im Jahr 2009 verstärkte diese Entwicklung.

Der historische Dorfkern mit der reformierten Kirche, traditionellen Riegelhäusern und dem Gasthaus zum Weissen Rössli erinnert an die frühere Bedeutung Mettmenstettens als regionaler Gerichts-, Markt- und Versammlungsort. Die erste erhaltene urkundliche Erwähnung des Ortes stammt aus dem Jahr 1116.

Name

Mettmenstetten wurde 1116 als Metemunstat erwähnt. Weitere historische Schreibweisen waren unter anderem Mettmonstetten, Metamonstetten und Methemonstettin.[1]

Die Endung «-stetten» geht auf das althochdeutsche Wort für eine Stätte, einen Ort oder eine Siedlung zurück. Der erste Namensbestandteil wird heute meist mit dem althochdeutschen Adjektiv metamo für «mittler» oder «in der Mitte gelegen» in Verbindung gebracht. Der Ortsname kann demnach als «mittlere Stätte» oder «bei den mittleren Siedlungen» gedeutet werden.

Zwischen welchen Orten diese mittlere Lage ursprünglich bestand, ist nicht bekannt. Als mögliche Erklärungen werden eine Lage zwischen mehreren alemannischen Höfen, zwischen den Weilern Rossau und Dachlissen oder zwischen Kappel und Maschwanden genannt. Wissenschaftlich lässt sich keine dieser Deutungen eindeutig bestätigen.

In der lokalen Mundart wird der Gemeindename als Mättmistette ausgesprochen.

Geografie

Lage

Mettmenstetten liegt im südlichen Teil des Knonaueramts am Südwesthang der Albiskette. Das Dorfzentrum befindet sich auf rund 460 Metern über Meer. Das Gemeindegebiet reicht von der flachen Landschaft des südlichen Säuliamts bis zu den bewaldeten Höhen östlich des Dorfes.

Nachbargemeinden sind Affoltern am Albis und Aeugst am Albis im Norden, Rifferswil und Kappel am Albis im Osten, Knonau im Süden sowie Maschwanden und Obfelden im Westen.

Die Gemeindefläche beträgt 1'307 Hektaren. Der höchste Punkt liegt auf 658 Metern über Meer, der tiefste auf 432 Metern über Meer.[2]

Flächennutzung

Mettmenstetten ist trotz des Bevölkerungswachstums weiterhin stark von der Landwirtschaft geprägt. Rund 64 Prozent des Gemeindegebiets werden landwirtschaftlich genutzt. Etwa 19 Prozent sind bewaldet, ungefähr 10 Prozent entfallen auf das Siedlungsgebiet und rund 6 Prozent auf Verkehrsflächen.[2]

Die offenen Kulturlandschaften bestehen hauptsächlich aus Äckern, Wiesen, Obstgärten und Weideflächen. An den Hängen und in den Randgebieten liegen grössere Waldflächen. Diese dienen der Forstwirtschaft, dem Natur- und Landschaftsschutz sowie der Naherholung.

Weiler und Ortsteile

Neben dem geschlossenen Hauptdorf gehören mehrere Weiler und kleinere Siedlungen zur Gemeinde. Sie bewahrten teilweise eine ausgeprägt bäuerliche Struktur mit historischen Wohn- und Ökonomiegebäuden.

Ortsteil oder Weiler Lage und Charakter
Obermettmenstetten Historischer, leicht erhöht gelegener Teil des Hauptdorfes
Untermettmenstetten Tiefer gelegener Teil des heutigen zusammengewachsenen Dorfes
Dachlissen Weiler westlich beziehungsweise nordwestlich des Hauptortes
Eigi Kleine ländliche Siedlung im nördlichen Gemeindegebiet
Grossholz Hof- und Streusiedlung am Rand eines Waldgebiets
Herferswil Weiler im nordöstlichen Gemeindegebiet in Richtung Rifferswil
Hübscheren Kleine Hofsiedlung in der offenen Kulturlandschaft
Rossau Grösserer Weiler südöstlich des Hauptdorfes
Wissenbach Ländliche Siedlung im südlichen Gemeindegebiet

Mehrere Gebäude in den Weilern stehen unter Denkmalschutz. Die kommunale Raumplanung verfolgt das Ziel, die traditionelle Siedlungsstruktur und die charakteristischen Riegelhäuser zu erhalten.[3]

Gewässer und Naturgebiete

Das Gemeindegebiet wird von mehreren kleinen Bächen und Entwässerungsgräben durchzogen. Sie fliessen teilweise in Richtung Reuss und teilweise über kleinere Zuflüsse in die Gewässersysteme des Knonaueramts.

Feuchtgebiete, Hecken, Feldgehölze und Waldränder bilden wichtige Lebensräume für Pflanzen und Tiere. Verschiedene Natur- und Landschaftsschutzobjekte stehen unter kommunalem oder kantonalem Schutz.

Geschichte

Ur- und Frühgeschichte

Archäologische Funde belegen, dass das Gebiet von Mettmenstetten bereits in vorgeschichtlicher Zeit genutzt wurde. Ein hölzerner Prügelweg konnte in die Bronzezeit datiert werden. Er erleichterte vermutlich die Überquerung eines feuchten oder sumpfigen Geländes.

Aus der römischen Zeit sind Spuren eines Gutshofes im Niederfeld bekannt. Bei archäologischen Untersuchungen wurden ausserdem ein ehemaliger Bachlauf, ein Holzsteg und ein befestigter Weg entdeckt. Die Brückenkonstruktion wurde wahrscheinlich in der ersten Hälfte des 2. Jahrhunderts nach Christus errichtet und bis in das 2. oder 3. Jahrhundert benutzt.

Die römischen Gutshöfe dienten der landwirtschaftlichen Versorgung der regionalen Siedlungen und Verkehrswege. Ihre Überreste befinden sich heute grösstenteils geschützt im Boden.

Frühes Mittelalter und erste Erwähnung

Eine dem heiligen Petrus und dem heiligen Paulus geweihte Kirche wird bereits 998 in einer Urkunde erwähnt. Bauliche Reste im Untergeschoss des Kirchturms und unter dem Chor reichen teilweise bis ins 8. Jahrhundert zurück.[4]

Der Ortsname Metemunstat ist erstmals 1116 sicher urkundlich belegt. Die Siedlung bestand vermutlich aus mehreren Hofgruppen, aus denen sich später Ober- und Untermettmenstetten entwickelten.

1173 gelangte das Gebiet in den Herrschaftsbereich der Habsburger. Neben ihnen verfügten verschiedene Klöster, Adelsgeschlechter und geistliche Institutionen über Grundbesitz und Rechte.

Freiherren von Eschenbach und Herren von Hünenberg

Ein grosser Teil Mettmenstettens gehörte im Hochmittelalter zum Einflussbereich der Freiherren von Eschenbach. Nach dem politischen Niedergang dieses Geschlechts gingen Besitz- und Herrschaftsrechte an andere Adelsfamilien über.

1309 erhielten die Herren von Hünenberg Rechte und Besitzungen in Mettmenstetten. 1346 traten sie als Vögte über Obermettmenstetten auf.[3] Das Wappen der Herren von Hünenberg mit zwei Einhornköpfen wurde später zum Gemeindewappen.

Im Mittelalter bestanden unterschiedliche Rechts- und Besitzverhältnisse. Einzelne Höfe und Weiler waren Klöstern wie Kappel, Engelberg oder anderen geistlichen Institutionen abgabepflichtig.

Zürcher Herrschaft

Zu Beginn des 15. Jahrhunderts gelangte Mettmenstetten unter die Herrschaft der Stadt Zürich. Die Gemeinde wurde Teil der Landvogtei Knonau.

Die Zürcher Obrigkeit versuchte, die traditionellen Rechte der ländlichen Bevölkerung zunehmend einzuschränken. Dies führte wiederholt zu Spannungen und Protesten. Mettmenstetten entwickelte sich zu einem wichtigen Versammlungsort der freien und bäuerlichen Bevölkerung des Knonaueramts.

Seit dem 15. Jahrhundert fand hier die sogenannte Freiamtsgemeinde statt. An dieser Versammlung nahmen die wehr- und stimmberechtigten Männer der Landvogtei Knonau teil. Sie versammelten sich in und um die Kirche, um gemeinsame politische und rechtliche Angelegenheiten zu beraten.

Die letzte grosse Freiamtsgemeinde wurde am 26. März 1795 abgehalten. Wegen der grossen Zahl der Teilnehmer musste die Versammlung der Überlieferung zufolge auf das freie Feld verlegt werden.[3]

Reformation

Die von Huldrych Zwingli in Zürich eingeführte Reformation wurde 1525 auch in Mettmenstetten umgesetzt. Die bisherigen katholischen Gottesdienstformen wurden aufgehoben und die Kirche für den reformierten Predigtgottesdienst eingerichtet.

1529 gelangten die Kirche und die mit ihr verbundenen Rechte über mehrere einheimische Familien an den Rat der Stadt Zürich. Die Einsetzung der Pfarrer lag bereits seit 1527 bei der Zürcher Obrigkeit.[4]

Die Nähe zu Kappel am Albis führte dazu, dass die Bevölkerung die konfessionellen Spannungen und die Kappelerkriege unmittelbar erlebte. Nach der Niederlage der Zürcher in der Zweiten Schlacht bei Kappel 1531 blieb das Knonaueramt ein konfessionelles Grenzgebiet.

Helvetik und Distriktshauptort

Mit dem Einmarsch französischer Truppen und dem Zusammenbruch der Alten Eidgenossenschaft wurden 1798 die bisherigen Landvogteien aufgehoben. Während der Helvetischen Republik war Mettmenstetten für kurze Zeit Hauptort eines nach der Gemeinde benannten Distrikts.

Die neue politische Ordnung beseitigte viele feudale Rechte und schuf einheitlichere Verwaltungsstrukturen. Nach dem Ende der Helvetik wurde Mettmenstetten 1803 dem Bezirk Horgen zugeteilt.

Im selben Jahr wurden Obermettmenstetten, Untermettmenstetten, Dachlissen, Rossau und Herferswil in einer Zivilgemeinde zusammengefasst. Seit der Schaffung des Bezirks Affoltern im Jahr 1837 gehört Mettmenstetten zu diesem Bezirk.

1895 wurden die zuvor teilweise selbstständig verwalteten Gemeindeteile zur politischen Gemeinde in ihrer heutigen Form vereinigt.

Schulwesen

Mettmenstetten besass früh eine bedeutende Stellung im regionalen Bildungswesen. Im Jahr 1826 wurde hier die erste Sekundarschule der Zürcher Landschaft eingerichtet.[3]

Die damalige Schule wurde zunächst als Amtsschule bezeichnet. Sie vermittelte über den gewöhnlichen Elementarunterricht hinausgehende Kenntnisse und wurde zum Vorbild für weitere Sekundarschulen im Kanton Zürich.

Landwirtschaft und Heimindustrie

Bis weit ins 20. Jahrhundert lebte ein grosser Teil der Bevölkerung von Ackerbau, Viehzucht, Milchwirtschaft, Obstbau und Waldnutzung. Das Dorf war von Bauernhäusern, Scheunen, Werkstätten und kleineren Gewerbebetrieben geprägt.

Vom 17. bis ins 19. Jahrhundert gewann die textile Heimarbeit an Bedeutung. Familien betrieben das Spinnen und Weben als Nebenerwerb zur Landwirtschaft. Die Produktion erfolgte häufig im Auftrag von Zürcher oder auswärtigen Handelshäusern.

Im 20. Jahrhundert wurden die landwirtschaftlichen Grundstücke im Rahmen einer Güterzusammenlegung neu geordnet. Viele Bauernbetriebe verlegten ihre Gebäude aus dem engen Dorfkern an den Siedlungsrand oder in die offene Landschaft.

Eisenbahn und moderne Entwicklung

Die Bahnstrecke Zürich–Zug wurde 1864 eröffnet. Mettmenstetten erhielt einen eigenen Bahnhof und wurde dadurch besser mit Zürich, Zug und der Zentralschweiz verbunden.

Trotz der Bahnverbindung blieb die Gemeinde lange ländlich geprägt. Noch zu Beginn der 1970er-Jahre lebten weniger als 2'000 Menschen in Mettmenstetten.[3]

Seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts entstanden neue Wohnquartiere und Gewerbezonen. Viele Einwohnerinnen und Einwohner arbeiten seither in Zürich, Zug, Luzern oder anderen regionalen Zentren.

Die Eröffnung der Autobahn A4 durch das Knonaueramt im Jahr 2009 verbesserte die Erreichbarkeit erheblich. Seither wuchs die Bevölkerung im Durchschnitt um rund 2,7 Prozent pro Jahr.[2]

Im Jahr 2016 feierte Mettmenstetten mit verschiedenen Veranstaltungen das 900-jährige Jubiläum seiner ersten urkundlichen Erwähnung.

Bevölkerung

Am 31. Dezember 2025 zählte Mettmenstetten 5'837 Einwohnerinnen und Einwohner. Der Anteil ausländischer Staatsangehöriger betrug gut 17 Prozent. In der Gemeinde lebten Menschen aus 72 Nationen.[2]

Das starke Wachstum seit Beginn des 21. Jahrhunderts ist vor allem auf die verkehrsgünstige Lage zwischen Zürich und Zug, die Nähe zur Autobahn A4 und die gute Bahnerschliessung zurückzuführen.

Trotz der zunehmenden Einwohnerzahl besitzt Mettmenstetten im Vergleich mit den dichter bebauten Gemeinden der Zürcher Agglomeration weiterhin einen ländlichen Charakter. Der grösste Teil der Bevölkerung lebt im Hauptdorf, während die Weiler nur einen kleinen Anteil der Einwohner aufweisen.

Amtssprache ist Deutsch. Im Alltag wird hauptsächlich Zürichdeutsch beziehungsweise die Mundart des Knonaueramts gesprochen.

Politik und Verwaltung

Mettmenstetten ist nach dem Gemeindegesetz des Kantons Zürich organisiert. Die Stimmberechtigten entscheiden an der Gemeindeversammlung und bei Urnenabstimmungen über wichtige kommunale Angelegenheiten.

Der Gemeinderat bildet die Exekutive. Er leitet die Gemeindeverwaltung und ist unter anderem für Finanzen, Raumplanung, Hoch- und Tiefbau, Sicherheit, Sozialwesen, Gesundheit, Umwelt und öffentliche Infrastruktur verantwortlich.

Die Gemeindeverwaltung befindet sich an der Albisstrasse 2 im Dorfzentrum.

Mettmenstetten arbeitet in verschiedenen Bereichen mit den umliegenden Gemeinden zusammen. Dazu gehören unter anderem Feuerwehr, Zivilschutz, Forstwirtschaft, Abwasserentsorgung, Sozialdienste und regionale Planung.

Wirtschaft

Mettmenstetten ist heute eine Wohn- und Arbeitsgemeinde mit einer gemischten Wirtschaftsstruktur. Viele Erwerbstätige pendeln nach Zürich, Zug, Affoltern am Albis oder Luzern.

Im Gemeindegebiet bestehen kleine und mittlere Unternehmen aus Gewerbe, Bauwirtschaft, Handel, Industrie, Beratung, Gesundheitswesen und weiteren Dienstleistungen. Grössere Gewerbeflächen befinden sich vor allem in Bahnhofsnähe und an den regionalen Hauptstrassen.

Landwirtschaft

Die Landwirtschaft prägt weiterhin grosse Teile des Gemeindegebiets. Die Betriebe konzentrieren sich auf Milchwirtschaft, Viehzucht, Ackerbau, Obstbau und Futterproduktion.

Nach der Güterzusammenlegung wurden zahlreiche landwirtschaftliche Betriebsgebäude ausserhalb des historischen Dorfkerns neu errichtet. Dadurch entstanden grössere, zusammenhängende Bewirtschaftungsflächen.

Stiftung zur Weid

Im Gemeindegebiet befindet sich die Stiftung Werk- und Wohnhaus zur Weid. Sie bietet Menschen mit Unterstützungsbedarf Wohn-, Arbeits- und Beschäftigungsmöglichkeiten.

Die Institution betreibt verschiedene Werkstätten, landwirtschaftliche und soziale Angebote und gehört zu den bedeutenden Einrichtungen der Gemeinde.

Verkehr

Eisenbahn

Der Bahnhof Mettmenstetten liegt an der Bahnstrecke Zürich–Zug. Er wird von der Linie S5 der S-Bahn Zürich bedient.

Die S5 verbindet Mettmenstetten direkt mit Zürich Hauptbahnhof, Uster, Wetzikon und Pfäffikon SZ. In der Gegenrichtung verkehren die Züge über Knonau nach Zug.

In den Wochenendnächten wird der Bahnhof zusätzlich von der Nacht-S-Bahn SN5 bedient.[5]

Busverkehr

Mehrere regionale Buslinien erschliessen das Dorf und die Weiler:

  • Die Linie 223 verbindet Affoltern am Albis über Mettmenstetten und Rifferswil mit Hausen am Albis.
  • Die Linie 230 führt vom Bahnhof Mettmenstetten über Knonau nach Maschwanden.
  • Die Linie 232 erschliesst Mettmenstetten, Rossau und benachbarte Weiler in einem regionalen Rundkurs.
  • Die Nachtbuslinie N24 stellt an Wochenenden zusätzliche Verbindungen her.

Der öffentliche Verkehr gehört zum Tarifgebiet des Zürcher Verkehrsverbunds.

Strassenverkehr

Regionale Hauptstrassen verbinden Mettmenstetten mit Affoltern am Albis, Knonau, Maschwanden, Kappel am Albis und Rifferswil.

Die Autobahn A4 verläuft westlich beziehungsweise südwestlich des Dorfes. Der nächste Autobahnanschluss befindet sich im Raum Affoltern am Albis beziehungsweise Mettmenstetten. Über die A4 bestehen direkte Verbindungen nach Zürich, Zug und Luzern.

Die 2009 eröffnete Autobahn reduzierte den Durchgangsverkehr auf mehreren Hauptstrassen des Knonaueramts und verkürzte die Reisezeiten zu den regionalen Arbeitszentren.

Bildung

Die Schule Mettmenstetten führt Kindergärten und die Primarstufe. Wegen des starken Bevölkerungswachstums wurden die Schulgebäude und Betreuungsangebote wiederholt erweitert.

Die Sekundarstufe wird durch die Sekundarschulgemeinde Knonau–Maschwanden–Mettmenstetten organisiert. Die gemeinsame Schule wird unter dem Namen «sek mättmi» geführt und gewährleistet das Angebot der Sekundarstufe I für die drei angeschlossenen Gemeinden.[6]

Weiterführende Schulen und Berufsfachschulen befinden sich vor allem in Affoltern am Albis, Zürich und Zug.

Religion

Reformierte Kirche

Die reformierte Kirche steht im Zentrum des historischen Dorfes. Sie war ursprünglich den Aposteln Petrus und Paulus geweiht.

Eine Kirche ist bereits 998 belegt. Der heutige spätgotische Bau entstand zwischen ungefähr 1500 und 1521 unter Einbezug älterer Bauteile.[4]

Besonders bedeutend ist die reich geschnitzte Holzdecke aus dem Jahr 1521. Sie wurde vom Zuger Tischmacher Jakob Winkler geschaffen. Im Mittelfeld der Decke befinden sich zwei Einhornrümpfe, die als ältester erhaltener Beleg für das heutige Gemeindewappen gelten.

Der obere Teil des Kirchturms mit dem hohen Spitzhelm wurde 1898 im neugotischen Stil errichtet. Der Turm prägt zusammen mit dem Kirchenschiff das Ortsbild.

Katholische Kirche St. Burkard

Mit der Zuwanderung katholischer Einwohnerinnen und Einwohner entstand im 20. Jahrhundert erneut eine katholische Gemeinschaft. Die katholische Kirche St. Burkard wurde 1935 eingeweiht.

Mettmenstetten gehört heute zur römisch-katholischen Kirchgemeinde Hausen-Mettmenstetten. Diese umfasst mehrere Gemeinden des südlichen Knonaueramts.

Daneben bestehen in der Gemeinde weitere christliche Gemeinschaften, darunter eine evangelische Täufergemeinde.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Historischer Dorfkern

Der Dorfkern wird von der reformierten Kirche, dem Gemeindehaus, traditionellen Bauernhäusern und ehemaligen Gasthäusern geprägt. Mehrere historische Riegelhäuser und Gebäude mit Satteldächern sind erhalten.

Die Verbindung von Kirche, Verwaltung, Gastronomie und Einkaufsmöglichkeiten macht den Dorfkern weiterhin zum gesellschaftlichen Mittelpunkt der Gemeinde.

Gasthaus zum Weissen Rössli

Das Gasthaus zum Weissen Rössli gehört zu den ältesten bekannten Gebäuden und Gaststätten des Ortes. Es wurde bereits in der Mitte des 15. Jahrhunderts urkundlich erwähnt.[7]

Das Gebäude steht im historischen Dorfzentrum und ist ein wichtiges Zeugnis der früheren Lage Mettmenstettens an regionalen Verkehrs- und Handelswegen.

Paradies

Östlich beziehungsweise oberhalb des Dorfes liegt der Aussichtspunkt und Gebäudekomplex Paradies. Von dort reicht der Blick über das Knonaueramt zum Zugersee und zu den Alpen.

Das frühere Kurhotel «Pension Paradis» wurde um die Wende zum 20. Jahrhundert von Erholungsgästen besucht. Zu ihnen gehörte der junge Albert Einstein, der sich zwischen 1899 und 1901 mehrfach mit seiner Mutter und seiner Schwester dort aufhielt.[8]

Heute wird das Haus als Kinder- und Jugendinstitution genutzt.

Weiler und Bauernhäuser

Die Weiler Dachlissen, Rossau, Herferswil und weitere Aussensiedlungen weisen zahlreiche traditionelle Bauernhäuser auf. Die Gebäude zeigen typische Merkmale der ländlichen Architektur des Knonaueramts.

Die geschützten Ortsbilder und Einzelbauten dokumentieren die Entwicklung von der mittelalterlichen Hofsiedlung zum neuzeitlichen Bauerndorf.

Freizeit und Erholung

Mettmenstetten verfügt über ein dichtes Netz von Wander-, Feld- und Velowegen. Die Wege verbinden das Hauptdorf mit den Weilern, den Nachbargemeinden und den Landschaftsräumen der Albiskette.

Der 46 Kilometer lange Ämtlerwäg führt durch verschiedene Gemeinden des Knonaueramts. Informationstafeln vermitteln Wissen über Landschaft, Natur und Geschichte.

Anlässlich des 900-Jahr-Jubiläums wurde 2016 der Mättmi-Wäg eingerichtet. Er besteht aus fünf Rundwegen durch das Dorf und die Weiler Rossau, Dachlissen, Grossholz und Herferswil.[9]

Die Gemeinde besitzt ein Freibad, Sportanlagen, Spielplätze und verschiedene öffentliche Begegnungsräume. Zahlreiche Vereine sind in den Bereichen Sport, Musik, Kultur, Natur, Jugend und Gesellschaft tätig.

Wappen

Die Blasonierung des Gemeindewappens lautet:

In Silber zwei zusammengewachsene, abgewandte schwarze Einhornrümpfe.

Das Wappen geht auf die Herren von Hünenberg zurück, die im 14. Jahrhundert über Besitz- und Herrschaftsrechte in Mettmenstetten verfügten. Ihr Wappenschild zeigte Einhornköpfe.

Nach dem Verschwinden des Adelsgeschlechts blieb das Motiv als lokales Hoheitszeichen erhalten. Die Darstellung auf der 1521 geschnitzten Holzdecke der reformierten Kirche gilt als ältester Beleg des Mettmenstetter Wappens.[1]

Bekannte Personen und Gäste

  • Johann Jakob Hauser (1854–1913), Landwirt, Journalist und Politiker
  • Ernst Brunner (1901–1979), Fotograf und Dokumentarist des ländlichen Lebens in der Schweiz
  • Albert Einstein (1879–1955), Physiker und Nobelpreisträger; hielt sich als junger Student mehrmals im damaligen Kurhotel Paradies auf

Siehe auch

Literatur

  • Hans Huber-Hegglin: Mettmenstetten – Geschichte und Geschichten. Herausgegeben von der Gemeinde Mettmenstetten, Mettmenstetten 1992.
  • Hermann Fietz: Die Kunstdenkmäler des Kantons Zürich. Band I: Die Bezirke Affoltern und Andelfingen. Birkhäuser, Basel 1938.
  • Thomas Weibel: Mettmenstetten. In: Historisches Lexikon der Schweiz.

Wikimedia Commons Wikimedia Commons: Medien zu Mettmenstetten

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Wappen und Ortsname. Hrsg.: Gemeinde Mettmenstetten. Abgerufen am 2026-07-24.
  2. 2,0 2,1 2,2 2,3 Zahlen und Fakten. Hrsg.: Gemeinde Mettmenstetten. Abgerufen am 2026-07-24.
  3. 3,0 3,1 3,2 3,3 3,4 Geschichte. Hrsg.: Gemeinde Mettmenstetten. Abgerufen am 2026-07-24.
  4. 4,0 4,1 4,2 Geschichte der reformierten Kirche Mettmenstetten. In: Zürcher Kirchenspots. Abgerufen am 2026-07-24.
  5. Haltestellen- und Linienfahrpläne Mettmenstetten, Fahrplanjahr 2026. Hrsg.: Zürcher Verkehrsverbund. Abgerufen am 2026-07-24.
  6. Sekundarschule Knonau–Maschwanden–Mettmenstetten. Abgerufen am 2026-07-24.
  7. Gemeindeporträt. Hrsg.: Gemeinde Mettmenstetten. Abgerufen am 2026-07-24.
  8. Geschichte des Hauses Paradies. Hrsg.: Heilsarmee Schweiz. Abgerufen am 2026-07-24.
  9. Wanderwege. Hrsg.: Gemeinde Mettmenstetten. Abgerufen am 2026-07-24.