S35 (S-Bahn Zürich)

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S35 der S-Bahn Zürich
Gelenktriebwagen des Typs Stadler GTW von Thurbo
Linienbezeichnung S35
Verkehrssystem S-Bahn Zürich
Verkehrsverbünde ZVV, OSTWIND
Betreiber Thurbo
Linienweg WinterthurWil SG
Endstationen Winterthur und Wil SG
Anzahl Stationen 11
Takt 30 Minuten
Fahrzeit ungefähr 31 Minuten
Eröffnung 27. Mai 1990
Strecke Bahnstrecke St. Gallen–Winterthur
Spurweite 1435 mm
Stromsystem 15 kV, 16,7 Hz Wechselstrom
Regelmässiger Fahrzeugeinsatz Gelenktriebwagen von Thurbo

Die S35 ist eine Linie der S-Bahn Zürich. Sie verbindet Winterthur über Elgg, Aadorf, Eschlikon TG und Sirnach mit Wil und durchquert dabei die Kantone Zürich, Thurgau und St. Gallen. Betreiberin der Linie ist die Regionalbahngesellschaft Thurbo.

Die S35 verkehrt auf dem westlichen Abschnitt der Bahnstrecke St. Gallen–Winterthur und hält an allen Personenverkehrsstationen zwischen Winterthur und Wil. Sie übernimmt damit die lokale Grunderschliessung entlang einer Strecke, die gleichzeitig von durchgehenden S-Bahn-, Fernverkehrs- und Güterzügen benutzt wird.

Im Fahrplanjahr 2026 verkehrt die S35 grundsätzlich im Halbstundentakt. Die Fahrzeit zwischen Winterthur und Wil beträgt rund 31 Minuten. An beiden Endpunkten bestehen Anschlüsse an den Fernverkehr und an zahlreiche weitere regionale Bahn- und Buslinien.[1]

Linienverlauf

Die S35 beginnt im Bahnhof Winterthur, einem der bedeutendsten Eisenbahnknoten der Ostschweiz. Von dort führt sie zunächst gemeinsam mit anderen Regional- und Fernverkehrslinien in südöstlicher Richtung zum Bahnhof Winterthur Grüze.

Nach Grüze erreicht die Linie die 2006 eröffnete Haltestelle Winterthur Hegi. Sie erschliesst das stark wachsende Stadtgebiet Neuhegi sowie umliegende Wohn-, Gewerbe- und Industriegebiete.

Östlich von Winterthur verlässt die Strecke das geschlossene Stadtgebiet. Über die Haltestellen Räterschen und Schottikon erreicht sie das historische Landstädtchen Elgg. Bei Elgg überquert die Linie die Grenze zwischen den Kantonen Zürich und Thurgau.

Im Kanton Thurgau bedient die S35 zunächst Aadorf. Danach folgen Guntershausen, Eschlikon TG und Sirnach. Die Bahnstrecke verläuft in diesem Abschnitt durch das südliche Thurgau, das wirtschaftlich und verkehrlich eng mit den Zentren Winterthur und Wil verbunden ist.

Nach Sirnach überquert die Linie die Kantonsgrenze nach St. Gallen und erreicht den Bahnhof Wil SG. Dort endet die S35. Einzelne Züge werden betrieblich unter einer anderen Linienbezeichnung in Richtung St. Gallen oder Toggenburg weitergeführt.[1]

Stationen

Im Fahrplanjahr 2026 bedient die S35 folgende Stationen:[2]

Nr. Bahnhof Gemeinde Kanton
1 Winterthur Winterthur Zürich
2 Winterthur Grüze Winterthur Zürich
3 Winterthur Hegi Winterthur Zürich
4 Räterschen Elsau Zürich
5 Schottikon Elsau Zürich
6 Elgg Elgg Zürich
7 Aadorf Aadorf Thurgau
8 Guntershausen Aadorf Thurgau
9 Eschlikon TG Eschlikon Thurgau
10 Sirnach Sirnach Thurgau
11 Wil SG Wil St. Gallen

Betrieb

Takt und Fahrzeit

Die S35 verkehrt tagsüber und am Abend grundsätzlich alle 30 Minuten. In Winterthur fahren die Züge im Grundtakt ungefähr zu den Minuten 11 und 42 ab. Wil wird nach rund 31 Minuten erreicht.

In der Gegenrichtung verlassen die meisten Züge Wil ungefähr zu den Minuten 18 und 48. Die Ankunft in Winterthur erfolgt zu den Minuten 49 beziehungsweise 19.

In den frühen Morgen- und späten Abendstunden bestehen teilweise abweichende Abfahrtszeiten. Einzelne Züge verkehren nur an bestimmten Wochentagen oder werden ab Wil unter einer anderen Liniennummer weitergeführt. Das im Tagesverkehr verwendete Grundmuster bleibt jedoch weitgehend gleich.[1]

Die S35 hält an sämtlichen Stationen ihres Linienwegs. Sie unterscheidet sich damit von den Fernverkehrszügen, die zwischen Winterthur und Wil ohne Zwischenhalt verkehren.

Ergänzung durch die S12

Die S35 wird zwischen Winterthur und Wil durch Züge der S12 ergänzt. Die S12 verbindet den Raum Wil über Winterthur, Zürich und das Limmattal mit Baden und Brugg.

Zwischen Winterthur und Wil bedient die S12 dieselben Stationen wie die S35:

  • Winterthur Grüze
  • Winterthur Hegi
  • Räterschen
  • Schottikon
  • Elgg
  • Aadorf
  • Guntershausen
  • Eschlikon TG
  • Sirnach
  • Wil SG

Dadurch entstehen zusätzliche Direktverbindungen aus dem südlichen Thurgau und dem Raum Wil nach Zürich und in den Kanton Aargau. Die S35 bleibt dennoch die eigentliche regionale Grundlinie zwischen Winterthur und Wil.[3]

Anschlüsse in Winterthur

Im Bahnhof Winterthur bestehen Anschlüsse an den nationalen Fernverkehr sowie an zahlreiche Linien der Zürcher S-Bahn. Zu den wichtigsten Verbindungen gehören Züge in Richtung:

Der Fahrplan der S35 ist so gestaltet, dass in Winterthur regelmässige Anschlüsse von und nach Zürich bestehen. Die S35 dient dadurch auch als Zubringer zum Fernverkehr.

Anschlüsse in Wil

Der Bahnhof Wil ist ein bedeutender regionaler Knoten im westlichen Teil des Kantons St. Gallen. Dort bestehen Verbindungen in Richtung:

Die Frauenfeld-Wil-Bahn verbindet Wil über Münchwilen und Matzingen mit Frauenfeld. Hinzu kommt ein dichtes Netz städtischer und regionaler Buslinien.

Einzelne S35-Züge werden in Wil betrieblich mit Zügen der S-Bahn St. Gallen verknüpft. Für die Fahrgäste kann dadurch eine umsteigefreie Weiterfahrt entstehen, obwohl sich die Liniennummer in Wil ändert.[1]

Tarif

Die S35 verbindet die Gebiete zweier Tarifverbünde. Im Kanton Zürich gilt der Tarif des Zürcher Verkehrsverbunds. Die thurgauischen Stationen sowie Wil gehören zum Tarifverbund Ostwind.

Für Reisen, die sowohl ZVV- als auch OSTWIND-Zonen umfassen, stehen Fahrausweise des Z-Pass-Korridors OSTWIND–ZVV zur Verfügung. Der Z-Pass kombiniert ausgewählte Zonen beider Verbünde und ermöglicht innerhalb der gelösten Zonen die Nutzung von Bahn und Bus mit einem einzigen Fahrausweis.[4]

Für Reisen ausserhalb des Z-Pass-Gebiets gilt der nationale Direkte Verkehr. Billette können über SBB Mobile, an Automaten, an bedienten Verkaufsstellen sowie über automatische Ticketingsysteme gekauft werden.

Infrastruktur

Die S35 benutzt die Bahnstrecke Winterthur–Wil, die zum westlichen Abschnitt der durchgehenden Bahnstrecke zwischen Winterthur und St. Gallen gehört. Die Linie ist normalspurig, vollständig elektrifiziert und grösstenteils doppelspurig.

Der Betrieb erfolgt mit dem bei den Schweizerischen Bundesbahnen üblichen Bahnstromsystem von 15 Kilovolt und 16,7 Hertz Wechselstrom.

Die Strecke wird von verschiedenen Verkehrsarten gemeinsam benutzt:

  • Fernverkehr zwischen Zürich, Winterthur und St. Gallen
  • S-Bahn-Verkehr der Linien S12 und S35
  • betriebliche Überführungs- und Dienstzüge
  • Güterverkehr zwischen der Ostschweiz und dem Raum Zürich

Die unterschiedlichen Zugarten stellen hohe Anforderungen an die Fahrplanplanung. Die S35 hält an allen Stationen, während Fernverkehrszüge den Abschnitt deutlich schneller durchfahren. Überholungen und Anschlussbeziehungen müssen deshalb aufeinander abgestimmt werden.

Abschnitt Winterthur–Elgg

Zwischen Winterthur und Elgg verläuft die Strecke durch die östlichen Stadtteile Winterthurs sowie durch die Gemeinde Elsau. In Winterthur Grüze bestehen Verbindungen zu weiteren Bahnstrecken in Richtung Tösstal und Effretikon.

Die Haltestelle Winterthur Hegi wurde gezielt für die Erschliessung des Entwicklungsgebiets Neuhegi gebaut. Räterschen und Schottikon erschliessen die verschiedenen Ortsteile der Gemeinde Elsau.

Der Bahnhof Elgg besitzt neben seiner Bedeutung für die gleichnamige Gemeinde auch eine regionale Funktion für umliegende Dörfer und ländliche Gebiete.

Abschnitt Aadorf–Wil

Zwischen Aadorf und Wil verläuft die Bahn durch den südlichen Teil des Kantons Thurgau. Die Gemeinden entlang der Strecke gehören zum erweiterten Wirtschaftsraum Wil und Winterthur.

Aadorf, Eschlikon und Sirnach besitzen bedeutende Wohn- und Gewerbegebiete. Guntershausen ist eine kleinere Haltestelle, deren Bahnanschluss für die lokale Entwicklung eine wichtige Rolle spielte.

Die Strecke erreicht den Kanton St. Gallen kurz vor Wil. Der Bahnhof Wil verfügt über umfangreiche Perron-, Abstell- und Verknüpfungsanlagen und ist Ausgangspunkt der Bahnstrecke durch das Toggenburg.

Geschichte

Eröffnung der Bahnstrecke

Die Eisenbahnverbindung zwischen Winterthur und Wil wurde von der Sankt Gallisch-Appenzellischen Eisenbahn gebaut. Der Abschnitt wurde am 14. Oktober 1855 eröffnet. Wil war zunächst Endstation; die Fortsetzung nach Flawil nahm am 25. Dezember 1855 den Betrieb auf.[5]

Die Strecke gehörte zu den frühesten Eisenbahnverbindungen der Ostschweiz. Sie stellte eine direkte Verbindung zwischen Winterthur, Wil und St. Gallen her und konkurrierte mit der gleichzeitig entstehenden Nordostbahnstrecke durch das Thurtal.

Im Jahr 1857 ging die Sankt Gallisch-Appenzellische Eisenbahn in den Vereinigten Schweizerbahnen auf. Bei der Verstaatlichung der grossen privaten Eisenbahngesellschaften wurde die Strecke 1902 Teil der Schweizerischen Bundesbahnen.

Der Doppelspurausbau erfolgte in mehreren Etappen. Im Jahr 1927 wurde die Bahnstrecke elektrifiziert. Die elektrische Traktion ermöglichte kürzere Fahrzeiten, schwerere Züge und eine Verdichtung des Angebots.

Regionalverkehr vor der S-Bahn

Vor 1990 verkehrten zwischen Winterthur und Wil Regionalzüge der SBB. Sie hielten an den kleineren Stationen und ergänzten die durchfahrenden Schnellzüge zwischen Zürich und St. Gallen.

Das Angebot war weniger dicht und weniger systematisch als der spätere S-Bahn-Fahrplan. Die Züge wurden noch nicht unter einer einheitlichen Liniennummer vermarktet. Anschlüsse zwischen Bahn und Bus waren zudem weniger konsequent aufeinander abgestimmt.

Mit der Planung der Zürcher S-Bahn wurde auch der Regionalverkehr auf den von Winterthur ausgehenden Neben- und Zulaufstrecken neu geordnet.

Einführung der S35

Die S35 nahm am 27. Mai 1990 gemeinsam mit dem Gesamtsystem der Zürcher S-Bahn den Betrieb auf. Ihr Linienweg führte bereits damals von Winterthur über Elgg und Aadorf nach Wil.[6]

Die Linie verkehrte zunächst grundsätzlich im Stundentakt. Sie gehörte zu den regionalen Zulauflinien rund um Winterthur, die das Kernnetz der S-Bahn mit ländlichen und ausserkantonalen Gebieten verbanden.

Mit der Eröffnung der S-Bahn begann gleichzeitig der operative Betrieb des Zürcher Verkehrsverbunds. Innerhalb des Verbundgebiets konnten Bahn, Bus und Tram mit einem gemeinsamen Zonentarif benutzt werden.[7]

Übernahme durch Thurbo

Die SBB und die Mittel-Thurgau-Bahn gründeten 2001 die Regionalbahngesellschaft Thurbo. Der Name verbindet die Begriffe Thurgau und Bodensee.

Thurbo nahm den Regionalbahnbetrieb in der Ostschweiz zum Fahrplanwechsel vom 15. Dezember 2002 auf. Im Rahmen der Neuordnung übernahm das Unternehmen auch den Betrieb der S35.[8]

Die bisherigen SBB-Regionalzüge wurden schrittweise durch neue Gelenktriebwagen von Stadler Rail ersetzt. Diese Fahrzeuge ermöglichten einen wirtschaftlicheren Betrieb und verbesserten den Zugang für Reisende mit eingeschränkter Mobilität, Kinderwagen und Velos.

Dritte Teilergänzungen der Zürcher S-Bahn

Im Rahmen der dritten Teilergänzungen der Zürcher S-Bahn wurde der Regionalverkehr im Raum Winterthur ausgebaut. Ein zentrales Projekt für die S35 war der Bau der neuen Haltestelle Winterthur Hegi.

Der Zürcher Regierungsrat beantragte 2003 die notwendigen Kredite. Die neue Haltestelle sollte von der S35 halbstündlich bedient werden und das wachsende Arbeitsplatz- und Wohngebiet im Osten Winterthurs erschliessen.[9]

Die Haltestelle Winterthur Hegi wurde im Dezember 2006 eingeweiht. Sie besitzt zwei Aussenperrons und liegt zwischen Winterthur Grüze und Räterschen.[10]

Im Zusammenhang mit diesen Ausbauten wurde das Angebot der S35 zum Halbstundentakt verdichtet. Dies verbesserte die Erreichbarkeit der Gemeinden zwischen Winterthur und Wil wesentlich.

Weitere Angebotsausbauten

Der Halbstundentakt wurde in den folgenden Jahren auf zusätzliche Tages- und Randstunden ausgedehnt. Bereits Anfang der 2010er-Jahre verkehrte die S35 tagsüber weitgehend alle 30 Minuten, während in einzelnen Randstunden noch ein Stundentakt bestand.

Mit späteren Fahrplanwechseln wurde der Halbstundentakt bis in den späten Abend ausgedehnt. Im Fahrplanjahr 2026 besteht er auf dem grössten Teil des täglichen Betriebszeitraums.[1]

Die Verlängerung einzelner Züge der S12 von Winterthur nach Wil schuf zusätzliche Direktverbindungen nach Zürich und in den Kanton Aargau. Dadurch wurde der Regionalverkehr auf der Strecke in das übergeordnete Zürcher S-Bahn-Netz stärker eingebunden.

Fahrzeuge

Stadler GTW

Thurbo setzt auf der S35 vorwiegend elektrische Gelenktriebwagen des Typs Stadler GTW ein. Die Fahrzeuge werden bei Thurbo als Baureihe RABe 526 geführt.

Die Gelenktriebwagen bestehen aus mehreren Fahrgastmodulen und einem kurzen Antriebsmodul. Je nach Ausführung handelt es sich um zwei- oder dreiteilige beziehungsweise als GTW 2/6 oder GTW 2/8 bezeichnete Fahrzeuge.

Zu ihren Ausstattungsmerkmalen gehören:

  • Niederflureinstiege
  • klimatisierte Fahrgasträume
  • Mehrzweckbereiche für Velos und Kinderwagen
  • Plätze für Personen mit eingeschränkter Mobilität
  • automatische Fahrgastinformation
  • erste und zweite Klasse
  • Mehrfachtraktionsfähigkeit

Bei hoher Nachfrage können mehrere Triebzüge gekuppelt verkehren. Die Zuglänge wird an das erwartete Fahrgastaufkommen und die verfügbaren Perronlängen angepasst.

Der ZVV führt die S35 als rollstuhlgängige Linie. Bei einzelnen Fahrzeugen kann zwischen Perron und Fahrzeugboden dennoch ein Spalt bestehen, sodass Unterstützung durch das Fahrpersonal erforderlich sein kann.[11]

Doppelstockzüge

In besonders stark nachgefragten Hauptverkehrskursen wurden zeitweise auch Doppelstocktriebzüge der SBB im Auftrag von Thurbo eingesetzt. Dadurch konnte die Sitzplatzkapazität erhöht werden, ohne zusätzliche Zugtrassen einrichten zu müssen.

Der Fahrzeugeinsatz hängt von der Umlaufplanung, der Nachfrage und der Verfügbarkeit der Fahrzeuge ab. Bei Bauarbeiten oder technischen Störungen können deshalb auch andere für die Strecke zugelassene Zugtypen verkehren.

Flottenerneuerung

Thurbo ersetzt seine bestehende GTW-Flotte schrittweise durch neue Triebzüge des Typs Flirt Evo. Insgesamt sollen 107 neue Fahrzeuge beschafft werden.

Die ersten Flirt Evo nahmen im Juli 2026 auf der Linie S26 den regulären Betrieb auf. Der Ersatz der gesamten GTW-Flotte erfolgt etappenweise bis in die 2030er-Jahre. Zu welchem Zeitpunkt die neuen Züge regulär auf der S35 eingesetzt werden, hängt von der weiteren Auslieferungs- und Einsatzplanung ab.[12]

Bedeutung

Die S35 besitzt für den regionalen Verkehr zwischen Winterthur, dem südlichen Thurgau und Wil eine hohe Bedeutung. Sie verbindet Wohn- und Arbeitsplatzgebiete über drei Kantonsgrenzen hinweg und schafft Anschlüsse an zwei wichtige Fernverkehrsknoten.

Für die Stadt Winterthur erschliesst die Linie insbesondere die Gebiete Grüze und Neuhegi. Diese gehören zu den grössten Entwicklungsgebieten des Kantons Zürich und weisen eine wachsende Zahl von Einwohnerinnen, Einwohnern und Arbeitsplätzen auf.

Räterschen und Schottikon erhalten durch die S35 direkte Verbindungen nach Winterthur, Elgg und Wil. Für Elgg ist die Bahn ein zentraler Bestandteil der regionalen Erschliessung.

Im Kanton Thurgau verbindet die Linie Aadorf, Guntershausen, Eschlikon und Sirnach mit den Arbeitsmarktzentren Winterthur und Wil. Die Gemeinden liegen zwar politisch im Thurgau, sind aber verkehrlich eng mit den angrenzenden Kantonen Zürich und St. Gallen verflochten.

Wil bildet den östlichen Endpunkt der Linie und ermöglicht Anschlüsse nach St. Gallen, ins Toggenburg, nach Frauenfeld und in weitere Teile der Ostschweiz.

Freizeitverkehr

Die S35 erschliesst verschiedene historische Ortskerne, Wandergebiete und Freizeiteinrichtungen.

Zu den Zielen entlang der Linie gehören:

  • die Altstadt und die Museen von Winterthur
  • das Eulachtal bei Räterschen und Schottikon
  • das historische Zentrum von Elgg
  • Wander- und Velowege rund um Aadorf
  • die Landschaft zwischen Eschlikon und Sirnach
  • die Altstadt von Wil
  • regionale Wanderwege zwischen dem Tösstal, dem Eulachtal und dem südlichen Thurgau

In Winterthur bestehen Anschlüsse an die S26 in das Tösstal und an weitere Linien in Richtung Rheinfall, Zürcher Weinland und Bodensee. In Wil kann in Richtung Toggenburg und Alpstein umgestiegen werden.

Zukunft

Die Weiterentwicklung der S35 steht im Zusammenhang mit dem langfristigen Ausbau des Bahnkorridors Zürich–Winterthur–St. Gallen.

Die Strecke zwischen Winterthur und Wil wird sowohl vom Regional- als auch vom Fern- und Güterverkehr stark beansprucht. Zusätzliche Angebote setzen deshalb ausreichende Gleis-, Perron- und Knotenkapazitäten voraus.

Zu den langfristig bedeutenden Themen gehören:

  • eine weitere Stabilisierung des Halbstundentakts
  • zusätzliche Kapazitäten während der Hauptverkehrszeiten
  • längere oder kapazitätsstärkere Züge
  • die schrittweise Einführung der Flirt-Evo-Flotte
  • die Verbesserung der Bahnhöfe und ihrer Zugänge
  • die Abstimmung mit dem Ausbau der S-Bahn St. Gallen
  • die Weiterentwicklung des Bahnknotens Winterthur

Im Umfeld der Bahnhöfe Winterthur Grüze und Winterthur Hegi sind umfangreiche städtebauliche Entwicklungen vorgesehen. Die Bedeutung der S35 für die Erschliessung des östlichen Winterthurer Stadtgebiets dürfte dadurch weiter zunehmen.

Chronologie

Jahr Ereignis
1855 Eröffnung der Bahnstrecke Winterthur–Wil durch die Sankt Gallisch-Appenzellische Eisenbahn
1857 Übergang der Strecke an die Vereinigten Schweizerbahnen
1902 Übernahme durch die Schweizerischen Bundesbahnen
1927 Elektrifizierung der Bahnstrecke
27. Mai 1990 Einführung der S35 Winterthur–Wil im Rahmen der Zürcher S-Bahn
2002 Übernahme des Betriebs durch Thurbo
Dezember 2006 Eröffnung der Haltestelle Winterthur Hegi
2000er-Jahre Schrittweiser Ausbau der S35 zum Halbstundentakt
2010er-Jahre Ausdehnung des Halbstundentakts auf zusätzliche Tages- und Randstunden
2026 Halbstundentakt während des grössten Teils des täglichen Betriebs

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 1,4 Zürcher S-Bahn S35: Winterthur–Wil SG, Fahrplanjahr 2026. Hrsg.: Zürcher Verkehrsverbund. 2025-09-18(de). Abgerufen am 2026-08-04.
  2. Haltestellen- und Linienfahrplan S35. In: Zürcher Verkehrsverbund(de). Abgerufen am 2026-08-04.
  3. Haltestellen- und Linienfahrplan S12. In: Zürcher Verkehrsverbund(de). Abgerufen am 2026-08-04.
  4. Z-Pass OSTWIND–ZVV. In: Tarifverbund Ostwind(de). Abgerufen am 2026-08-04.
  5. Bahnstrecke Winterthur–St. Gallen. In: Schienenverkehr Schweiz(de). Abgerufen am 2026-08-04.
  6. Zürcher S-Bahn, Fahrplan 1990/1991. Hrsg.: SMA und Partner(de). Abgerufen am 2026-08-04.
  7. Geschichte des Zürcher Verkehrsverbunds. In: Zürcher Verkehrsverbund(de). Abgerufen am 2026-08-04.
  8. Die Höhepunkte unserer Geschichte. In: Thurbo(de). Abgerufen am 2026-08-04.
  9. 3. Teilergänzung der S-Bahn: Kredit für den Ausbau des Angebots. Hrsg.: Kanton Zürich. 2003-03-13(de). Abgerufen am 2026-08-04.
  10. Umfeld S-Bahn-Station Hegi. In: Stadt Winterthur(de). Abgerufen am 2026-08-04.
  11. Hindernisfreiheit von S-Bahn-Linien. In: Zürcher Verkehrsverbund(de). Abgerufen am 2026-08-04.
  12. Die neuen Thurbo-Fahrzeuge des Typs Flirt Evo. In: Thurbo(de). Abgerufen am 2026-08-04.