Aargauische Südbahn

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Aargauische Südbahn
Land Schweiz
Kantone Aargau, Zug, Schwyz
Hauptstrecke RupperswilLenzburgWohlenMuriRotkreuzImmensee
Zweigstrecke HendschikenOthmarsingenBrugg
Erste Eröffnung 23. Juni 1874
Vollendung 1. Juni 1882
Frühere Betreiber SCB, NOB
Heutiger Eigentümer SBB
Spurweite 1435 mm (Normalspur)
Stromsystem 15 kV 16,7 Hz ~
Bedeutung Regionalverkehr und internationaler Güterverkehr

Die Aargauische Südbahn ist eine historische Eisenbahnverbindung in der Schweiz, die vom Raum Rupperswil und Brugg durch das Freiamt über Wohlen, Muri und Rotkreuz nach Immensee führt. Sie entstand im 19. Jahrhundert als Gemeinschaftsprojekt der Schweizerischen Centralbahn (SCB) und der Schweizerischen Nordostbahn (NOB). Ziel war vor allem die Herstellung einer leistungsfähigen Verbindung der bestehenden Bahnnetze im Mittelland mit der neu entstehenden Gotthardbahn.[1]

Die historische Hauptstrecke verlief von Rupperswil über Lenzburg, Hendschiken, Wohlen, Muri und Rotkreuz nach Immensee. Eine weitere wichtige Strecke führte von Hendschiken über Othmarsingen nach Brugg. Die einzelnen Abschnitte wurden zwischen 1874 und 1882 eröffnet.[2]

Seit der Verstaatlichung der grossen Privatbahnen zu Beginn des 20. Jahrhunderts gehören die Strecken den Schweizerischen Bundesbahnen (SBB). Der Begriff Südbahn wird weiterhin verwendet, insbesondere für die Bahnstrecke durch das Freiamt von Lenzburg beziehungsweise Brugg über Wohlen und Muri nach Rotkreuz. Dieser Korridor besitzt sowohl für den regionalen Personenverkehr als auch für den internationalen Güterverkehr zum Gotthard grosse Bedeutung.[3]

Geschichte

Vorgeschichte

In der Mitte des 19. Jahrhunderts entwickelte sich das Schweizer Eisenbahnnetz rasch. Die grossen privaten Bahngesellschaften bauten ihre Netze zunächst vor allem entlang der wichtigen Ost-West-Verbindungen des Mittellandes aus. Der Kanton Aargau erhielt bereits früh mehrere Hauptstrecken, doch das südlich von Lenzburg gelegene Freiamt blieb zunächst ohne leistungsfähige Eisenbahnverbindung.

Mit der Planung einer Bahn über den Gotthard gewann eine Nord-Süd-Verbindung durch den Aargau an strategischer Bedeutung. Sowohl die Schweizerische Centralbahn als auch die Schweizerische Nordostbahn waren daran interessiert, ihre bestehenden Strecken mit der künftigen Gotthardbahn zu verbinden.

Die Südbahn sollte einerseits das Freiamt erschliessen, andererseits einen direkten Zugang von den Bahnnetzen im Raum Basel, Aarau und Zürich zur Gotthardroute schaffen. Die entsprechenden Planungen beschäftigten den Kanton Aargau bereits in den 1860er- und frühen 1870er-Jahren.[4]

Bau der ersten Strecke

Der erste Abschnitt der Aargauischen Südbahn wurde am 23. Juni 1874 eröffnet. Er führte von Rupperswil über Lenzburg und Hendschiken nach Wohlen.[5]

Für Lenzburg bedeutete die Südbahn den Anschluss an eine direkte Eisenbahnverbindung Richtung Süden. Auch für das Bünztal war die Eröffnung von grosser wirtschaftlicher Bedeutung. Besonders Wohlen, damals bereits ein wichtiges Zentrum der Strohindustrie, setzte sich stark für den Bahnanschluss ein.[6]

Am 1. Juni 1875 wurde die Strecke von Wohlen über Boswil nach Muri verlängert. Damit erhielt ein grosser Teil des oberen Freiamts einen Anschluss an das Schweizer Eisenbahnnetz.[5]

Verbindung nach Bremgarten

Am 1. September 1876 nahm die eng mit dem Südbahnprojekt verbundene normalspurige Bahnstrecke von Wohlen nach Bremgarten ihren Betrieb auf. Sie endete beim heutigen Bahnhof Bremgarten West.[7]

Die Strecke stellte für Bremgarten erstmals einen direkten Anschluss an das normalspurige Eisenbahnnetz her. Später wurde sie für die Bremgarten-Dietikon-Bahn von besonderer Bedeutung. 1912 verpachteten die SBB die Verbindung an die Bremgarten-Dietikon-Bahn, die zusätzlich eine meterspurige dritte Schiene einbaute.

Fertigstellung der Gotthardzufahrt

Der Bau der südlichen Fortsetzung verzögerte sich gegenüber den ersten Abschnitten. Erst am 1. Dezember 1881 wurde die Verbindung von Muri über Benzenschwil, Mühlau, Sins und Oberrüti nach Rotkreuz eröffnet.[8]

Der Eisenbahnanschluss hatte insbesondere für die Entwicklung von Rotkreuz grosse Auswirkungen. Der Ort entwickelte sich aufgrund seiner Lage an mehreren Bahnlinien zu einem wichtigen Eisenbahnknoten.

Am 1. Juni 1882 folgte der kurze Abschnitt von Rotkreuz nach Immensee. Dort bestand der Anschluss an die gleichzeitig eröffnete Gotthardbahn. Damit war die ursprüngliche Aufgabe der Aargauischen Südbahn erfüllt: Die Netze von Centralbahn und Nordostbahn waren über den Aargau mit der neuen Nord-Süd-Alpenbahn verbunden.[5]

Ebenfalls am 1. Juni 1882 wurde die Zweigstrecke von Hendschiken über Othmarsingen nach Brugg eröffnet. Damit konnte der Verkehr von der Bözbergbahn aus Richtung Basel über Brugg direkt auf die Südbahn geführt werden.

Streckeneröffnungen

Datum Abschnitt Bemerkung
23. Juni 1874 RupperswilLenzburgHendschikenWohlen erster Abschnitt der Südbahn
1. Juni 1875 Wohlen – Muri Verlängerung durch das Freiamt
1. September 1876 Wohlen – Bremgarten West normalspurige Zweigverbindung
1. Dezember 1881 Muri – SinsRotkreuz Verbindung zum Kanton Zug
1. Juni 1882 Rotkreuz – Immensee Anschluss an die Gotthardbahn
1. Juni 1882 Hendschiken – OthmarsingenBrugg Verbindung zur Bözbergbahn

Verlauf

Rupperswil–Lenzburg

Der ursprüngliche nördliche Ausgangspunkt der Hauptstrecke lag in Rupperswil. Dort zweigte die Südbahn von der bestehenden Eisenbahnverbindung Aarau–Brugg ab.

Von Rupperswil führt die Strecke südöstlich nach Lenzburg. Dieser Abschnitt ist heute Bestandteil einer der am stärksten belasteten Ost-West-Eisenbahnachsen der Schweiz und wird nicht mehr ausschliesslich mit der historischen Südbahn in Verbindung gebracht.

Seit der Eröffnung der Heitersbergstrecke im Jahr 1975 führt ein grosser Teil des Verkehrs zwischen Zürich und Bern über den Raum Lenzburg. Dadurch gewann der Abschnitt Rupperswil–Lenzburg zusätzlich an Bedeutung.

Lenzburg–Hendschiken

Vom Bahnhof Lenzburg führt die Strecke südöstlich über den Bereich Gexi nach Hendschiken. Bei Hendschiken befindet sich die Verzweigung zwischen der historischen Strecke nach Rupperswil beziehungsweise Lenzburg und der Verbindung Richtung Othmarsingen und Brugg.

Der Raum Lenzburg–Hendschiken ist aufgrund der Überlagerung verschiedener Personen- und Güterverkehrsströme betrieblich von grosser Bedeutung.

Hendschiken–Wohlen

Von Hendschiken führt die Südbahn durch das Bünztal nach Süden. Die Strecke erreicht zunächst den Bahnhof Dottikon-Dintikon und anschliessend Wohlen.

Wohlen entwickelte sich nach dem Eisenbahnanschluss zum wichtigsten regionalen Bahnknoten des Freiamts. Neben der Südbahn bestehen hier Verbindungen der ehemaligen Bremgarten-Dietikon-Bahn, die heute von Aargau Verkehr betrieben werden.

Wohlen–Muri

Südlich von Wohlen führt die Strecke über Boswil-Bünzen nach Muri. Dieser Abschnitt gehört zum zentralen Teil der heutigen Südbahn und wird sowohl von Regionalzügen als auch von zahlreichen Güterzügen befahren.

Die SBB bezeichnen die Bahnstrecke Lenzburg–Rotkreuz–Immensee weiterhin ausdrücklich als Südbahn. Sie ist Teil des europäischen Güterkorridors Rhein–Alpen und wird intensiv vom Schienengüterverkehr genutzt.[3]

Muri–Rotkreuz

Von Muri verläuft die Strecke durch das obere Freiamt nach Süden. Sie bedient beziehungsweise passiert die Orte Benzenschwil, Mühlau, Sins und Oberrüti.

Bei Oberrüti überquert die Bahn die Reuss und verlässt anschliessend den Kanton Aargau. Im Kanton Zug erreicht sie den Bahnhof Rotkreuz, der heute einer der wichtigsten Verkehrsknoten der Zentralschweiz ist.

Sins erhielt mit der Eröffnung des Abschnitts Muri–Rotkreuz im Jahr 1881 seinen Eisenbahnanschluss.[9]

Rotkreuz–Immensee

Der südlichste Teil der historischen Südbahn verbindet Rotkreuz mit Immensee im Kanton Schwyz. In Immensee trifft die Strecke auf die historische Gotthardbahn.

Immensee wurde bei der Eröffnung der Gotthardbahn als deren nördlicher Ausgangspunkt mit Streckenkilometer 0 definiert. Im praktischen Betrieb entwickelte sich jedoch Rotkreuz zunehmend zum wichtigeren Knoten für den Übergang zwischen den verschiedenen Strecken.

Zweigstrecke Brugg–Hendschiken

Die 1882 eröffnete Strecke von Brugg über Birr, Othmarsingen und Hendschiken stellte die direkte Verbindung der Aargauischen Südbahn mit der Bözbergbahn und damit mit Basel her.

Sie war insbesondere für den Güterverkehr von grosser Bedeutung. Züge aus Basel und dem Rheingebiet konnten dadurch über Brugg, Wohlen und Rotkreuz in Richtung Gotthard geführt werden.

Ursprünglich mussten die Züge in Brugg jedoch die Fahrtrichtung wechseln. Zur Beseitigung dieses betrieblichen Nachteils bauten die SBB eine direkte Verbindungskurve.

Die Verbindungslinie Brugg wurde am 26. Mai 1969 eröffnet. Sie ermöglicht Güterzügen von der Bözbergstrecke eine direkte Fahrt auf die Südbahn, ohne den Bahnhof Brugg mit Fahrtrichtungswechsel bedienen zu müssen.

Diese Verbindung stärkte die Rolle der Strecke als Nord-Süd-Güterachse erheblich.

Übernahme durch die SBB

Die Aargauische Südbahn wurde von der Schweizerischen Centralbahn betrieben. Die SCB und die NOB gehörten zu den grossen privaten Eisenbahngesellschaften der Schweiz.

Nach der Entscheidung des Bundes zur Verstaatlichung der wichtigsten Privatbahnen wurden die Anlagen zu Beginn des 20. Jahrhunderts in die neu geschaffenen Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) überführt.

Die Schweizerische Centralbahn wurde 1902 in die SBB integriert. Mit ihr gingen auch die von ihr betriebenen Strecken der Aargauischen Südbahn an die Bundesbahnen über.[10]

Die historische Bahngesellschaft Aargauische Südbahn verschwand damit als selbstständige organisatorische Einheit, der Name blieb jedoch für die Strecke erhalten.

Elektrifizierung

Wie fast alle wichtigen Hauptstrecken der SBB wurde auch die Südbahn im 20. Jahrhundert elektrifiziert. Der zentrale Abschnitt durch das Freiamt und nach Rotkreuz wurde 1927 auf elektrischen Betrieb umgestellt.[11]

Heute wird die Strecke mit dem bei den SBB üblichen Bahnstromsystem von 15 kV 16,7 Hz Wechselstrom betrieben.

Mit der Elektrifizierung konnten leistungsfähigere und schwerere Züge über die Strecke geführt werden, was insbesondere für den zunehmenden Güterverkehr von Bedeutung war.

Doppelspurausbau

Die ursprünglich weitgehend eingleisige Südbahn wurde im Laufe des 20. Jahrhunderts schrittweise auf Doppelspur ausgebaut.

Der Ausbau erfolgte nicht gleichzeitig auf der gesamten Strecke. Im SBB-Archiv finden sich umfangreiche Unterlagen zu den Doppelspurausbauten zwischen Wohlen und Rotkreuz sowie zu späteren Projekten zwischen Boswil, Muri, Benzenschwil, Oberrüti und Rotkreuz.[12]

Der Ausbau war insbesondere für die Nutzung als Transitgüterstrecke erforderlich. Heute ist die für den Transitverkehr wichtige Achse weitgehend leistungsfähig zweigleisig ausgebaut.

Bedeutung für die Gotthardbahn

Die Südbahn wurde ursprünglich vor allem als nördliche Zufahrt zur Gotthardbahn konzipiert. Diese Funktion besitzt sie bis heute.

Güterzüge aus dem Raum Basel können über die Bözbergbahn, Brugg, die Verbindungslinie bei Brugg, Othmarsingen, Wohlen, Muri und Rotkreuz nach Süden fahren. Von dort gelangen sie über die Gotthardachse weiter in Richtung Tessin und Italien.

Damit bildet die Strecke einen Bestandteil der internationalen Nord-Süd-Verbindung zwischen den Nordseehäfen, dem Rheingebiet, der Schweiz und Norditalien.

Die SBB ordnen die Strecke Lenzburg–Rotkreuz–Immensee dem europäischen Güterkorridor Rhein–Alpen zu.[3]

Seit der Eröffnung des Gotthard-Basistunnels im Jahr 2016 und des Ceneri-Basistunnels im Jahr 2020 bildet die Südbahn weiterhin eine wichtige nördliche Zufahrt zur neuen Gotthardachse.

Personenverkehr

Neben dem Güterverkehr dient die Südbahn dem regionalen Personenverkehr im Kanton Aargau und im Kanton Zug.

Im Fahrplanjahr 2026 verkehren auf Teilen der historischen Südbahn insbesondere mehrere Linien der S-Bahn Aargau.[13]

S26

Die S26 bildet die wichtigste Regionalverkehrslinie auf der Achse durch das Freiamt. Sie verbindet Olten, Aarau, Lenzburg, Wohlen und Muri mit Rotkreuz.

Zwischen Lenzburg und Rotkreuz folgt sie weitgehend der historischen Hauptstrecke der Aargauischen Südbahn.

S25

Die S25 verbindet Brugg über das Birrfeld, Othmarsingen, Hendschiken und Wohlen mit Muri. Die Linie wurde im Dezember 2016 eingeführt und verkehrt grundsätzlich im Stundentakt.[14]

Sie benutzt damit die historische Brugg-Hendschiken-Strecke und anschliessend die Südbahn bis Muri.

S42

Die S42 verbindet in den Hauptverkehrszeiten Muri über Wohlen, Othmarsingen und Dietikon direkt mit dem Zürich HB.

Die Linie bietet dem Freiamt insbesondere für Berufspendler eine direkte Verbindung zum Wirtschaftsraum Zürich.

Regional-Express

Zusätzlich zum S-Bahn-Verkehr benutzen Regional-Express-Verbindungen Abschnitte der Südbahn. Im Liniennetz 2026 verkehrt unter anderem der RE24 über die Achse Olten–Lenzburg–Rotkreuz–Arth-Goldau.[13]

Güterverkehr

Der Güterverkehr ist eine der wichtigsten Funktionen der heutigen Südbahn. Insbesondere der Abschnitt von Brugg über Othmarsingen, Wohlen und Muri nach Rotkreuz wird von zahlreichen Güterzügen benutzt.

Die Strecke ermöglicht es, Güterzüge aus Basel und dem internationalen Rheinkorridor unter Umgehung des stark belasteten Knotens Zürich auf die Gotthardachse zu führen.

Aufgrund der grossen Bedeutung des Transitverkehrs können Konflikte zwischen Güter- und Personenzügen auftreten. Der Kanton Aargau weist in seinen Fahrplanunterlagen wiederholt darauf hin, dass einzelne Fahrplanlagen der S-Bahn auf der Südbahn von den Trassen der Transitgüterzüge beeinflusst werden.[15]

Wirtschaftliche Bedeutung

Die Eröffnung der Südbahn beeinflusste die wirtschaftliche Entwicklung des Freiamts erheblich. Gemeinden wie Wohlen, Boswil, Muri und Sins erhielten erstmals leistungsfähige Verkehrsverbindungen zu den grossen Wirtschaftszentren.

Für Wohlen war der Bahnanschluss besonders wichtig. Die damals bedeutende Strohgeflechtindustrie konnte ihre Produkte schneller und günstiger in andere Regionen und ins Ausland transportieren.[6]

Auch kleinere Orte entlang der Strecke profitierten von der verbesserten Erreichbarkeit. In mehreren Gemeinden entstanden im Umfeld der Bahnhöfe Gewerbe- und Industriebetriebe.

Die Eisenbahn förderte zugleich den Pendlerverkehr und trug langfristig dazu bei, dass sich das Freiamt stärker in die Wirtschaftsräume Aarau, Zürich, Zug und Luzern integrierte.

Bedeutung für das Freiamt

Die Aargauische Südbahn bildet bis heute das Rückgrat des öffentlichen Verkehrs im zentralen und südlichen Freiamt.

Wohlen und Muri entwickelten sich zu bedeutenden regionalen Verkehrsknoten. Von den Bahnhöfen bestehen zahlreiche Busverbindungen in Gemeinden, die nicht direkt an einer Bahnlinie liegen.

Die Bahnstrecke stellt zudem eine wichtige Verbindung zwischen dem Freiamt und den Zentren Lenzburg, Brugg, Aarau und Zug her. Über Umsteigeverbindungen sind Zürich, Luzern und Basel gut erreichbar.

Heutige Verwendung des Namens

Der Begriff Aargauische Südbahn kann sowohl die historische Bahngesellschaft als auch das von ihr errichtete Streckennetz bezeichnen.

Im heutigen Sprachgebrauch wird häufig nur der zentrale Korridor Lenzburg–Wohlen–Muri–Rotkreuz beziehungsweise die Nord-Süd-Achse Brugg–Wohlen–Rotkreuz als Südbahn bezeichnet.

Die ursprüngliche Strecke Rupperswil–Lenzburg ist inzwischen stark in die Ost-West-Hauptachse des Schweizer Eisenbahnnetzes integriert. Auch der Abschnitt Rotkreuz–Immensee wird betrieblich mit weiteren Strecken des Zentralschweizer Bahnnetzes verknüpft.

Trotz dieser Veränderungen ist der historische Name weiterhin gebräuchlich. Auch die SBB verwenden für die Strecke Lenzburg–Rotkreuz–Immensee die Bezeichnung Südbahn.[3]

Strecken und wichtige Bahnhöfe

Strecke Wichtige Bahnhöfe Heutige Bedeutung
Rupperswil–Hendschiken Rupperswil, Lenzburg, Hendschiken Personen- und Güterverkehr, Verbindung zur Ost-West-Achse
Hendschiken–Rotkreuz Dottikon-Dintikon, Wohlen AG, Boswil-Bünzen, Muri AG, Benzenschwil, Mühlau, Sins, Oberrüti, Rotkreuz zentrale Südbahn, Regional- und Transitgüterverkehr
Rotkreuz–Immensee Rotkreuz, Immensee Verbindung zur Gotthardachse
Brugg–Hendschiken Brugg AG, Birr, Othmarsingen, Hendschiken Zufahrt von Basel und Bözbergbahn
Wohlen–Bremgarten West Wohlen AG, Bremgarten West historische Zweigstrecke, später Teil der Bremgarten-Dietikon-Bahn

Ausbau und Unterhalt

Aufgrund des intensiven Personen- und Güterverkehrs wird die Infrastruktur der Südbahn laufend erneuert.

Im Jahr 2026 führen die SBB unter anderem grössere Bau- und Unterhaltsarbeiten auf dem Abschnitt Wohlen–Muri durch. Diese Arbeiten wirken sich zeitweise auf die Linien S25, S26 und S42 aus.[16]

Die hohe Auslastung durch Regional- und Güterverkehr macht die Südbahn zu einer wichtigen Infrastrukturachse in den langfristigen Planungen des öffentlichen Verkehrs im Kanton Aargau.

Siehe auch

Literatur

  • Hans G. Wägli, Sébastien Jacobi: Schienennetz Schweiz / Réseau ferré suisse. AS Verlag, Zürich 2010.
  • Hans G. Wägli: Schienennetz Schweiz und Bahnprofil Schweiz CH+. AS Verlag, Zürich 2010.
  • Placid Weissenbach: Das Eisenbahnwesen der Schweiz. Zürich 1913.

Einzelnachweise

  1. SBB Historic: Schweizerische Centralbahn SCB, 1855–1930, abgerufen am 10. August 2026.
  2. SBB Historic: Betriebseröffnung und Probefahrten – Aargauische Südbahn, 1874–1882, abgerufen am 10. August 2026.
  3. 3,0 3,1 3,2 3,3 SBB: Muri – Ersatzneubau der Unterführung Zürcherstrasse, abgerufen am 10. August 2026.
  4. Staatsarchiv Aargau: Eisenbahnbau Aargauische Südbahn, Abschnitt Rupperswil–Wohlen, 1871–1901, abgerufen am 10. August 2026.
  5. 5,0 5,1 5,2 Wägli, Hans G.; Jacobi, Sébastien: Schienennetz Schweiz / Réseau ferré suisse. AS Verlag, Zürich 2010.
  6. 6,0 6,1 Wohlen (AG). In: Historisches Lexikon der Schweiz, abgerufen am 10. August 2026.
  7. Kanton Aargau: Eisenbahnbrücke über die Reuss – Geschichte der Bahnverbindung Wohlen–Bremgarten, abgerufen am 10. August 2026.
  8. Gemeinde Risch: Geschichte der Gemeinde Risch – Die Aargauische Südbahn, abgerufen am 10. August 2026.
  9. Sins (AG). In: Historisches Lexikon der Schweiz, abgerufen am 10. August 2026.
  10. Schweizerische Centralbahn (SCB). In: Historisches Lexikon der Schweiz, abgerufen am 10. August 2026.
  11. Wege zur Schweiz: Die Aargauische Südbahn, abgerufen am 10. August 2026.
  12. SBB Historic: Doppelspurausbau der Aargauischen Südbahn, abgerufen am 10. August 2026.
  13. 13,0 13,1 SBB: Liniennetzplan S-Bahnen Aargau 2026, abgerufen am 10. August 2026.
  14. Kanton Aargau: Fahrplanwechsel vom 11. Dezember 2016 – Die neue S-Bahnlinie S25, 1. Dezember 2016.
  15. Kanton Aargau: Fahrplan 2023 – Änderungen auf der Linie 653, 6. Dezember 2022.
  16. SBB: Unterführung Zürcherstrasse in Muri wird ersetzt, 18. Dezember 2025, abgerufen am 10. August 2026.

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