Bahnhof Brugg

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Bahnhof Brugg
Offizieller Name Brugg AG
Ort Brugg
Kanton Aargau
Eigentümerin Schweizerische Bundesbahnen (SBB)
Bahnhofstyp Trennungsbahnhof
Eröffnung 29. September 1856
Bahnsteiggleise 5
Bahnsteige 1 Hausperron und 2 Mittelperrons
Spurweite 1435 mm
Stromsystem 15 kV, 16,7 Hz Wechselstrom
Höhe 352 m ü. M.
Abkürzung BG
IBNR 8500309
Architekten Jakob Friedrich Wanner; Albert Froelich
Bahnstrecken Baden–Aarau, Bözbergstrecke, Brugg–Hendschiken
Verkehrsverbund Tarifverbund A-Welle
Bahnhofbenutzer rund 26'400 pro Werktag (2025)

Der Bahnhof Brugg, in den Fahrplänen offiziell als Brugg AG bezeichnet, ist ein bedeutender Eisenbahnknoten in der Stadt Brugg im Kanton Aargau. Er liegt südlich des historischen Stadtzentrums unmittelbar an der Grenze zur Gemeinde Windisch. Der Bahnhof verbindet die Hauptachse Zürich–Basel mit den Strecken durch das Aaretal nach Aarau und Olten sowie durch das Birrfeld in Richtung Lenzburg und Freiamt.

Die Anlage wurde am 29. September 1856 durch die Schweizerische Nordostbahn eröffnet. Mit der Inbetriebnahme der Bözbergstrecke nach Basel im Jahr 1875 und der Aargauischen Südbahn nach Hendschiken im Jahr 1882 entwickelte sich Brugg zu einem wichtigen Eisenbahnknoten. Heute halten Regional-, S-Bahn- und InterRegio-Züge. Der Bahnhof dient zugleich als zentraler Umsteigepunkt für die regionalen Buslinien der Region Brugg–Windisch.[1]

Im Jahr 2025 verzeichnete die SBB in Brugg durchschnittlich rund 22'800 Ein- und Aussteigende sowie etwa 26'400 Bahnhofbenutzer pro Werktag.[2]

Lage

Der Bahnhof befindet sich etwa zehn Gehminuten südlich der Brugger Altstadt. Das Empfangsgebäude steht auf der Nordseite der Gleisanlagen am Bahnhofplatz. Südlich der Gleise schliessen sich das Campusgebiet der Fachhochschule Nordwestschweiz, das ehemalige Industriegebiet von Windisch und das Areal von SBB Historic an.

Die Gemeindegrenze zwischen Brugg und Windisch verläuft teilweise am südlichen Rand des Bahnhofareals. Der Bahnhof selbst und die Personenunterführungen liegen heute auf dem Gebiet der Stadt Brugg. Wegen seiner engen räumlichen und verkehrlichen Verbindung mit beiden Gemeinden wird das Umfeld häufig als Bahnhof Brugg–Windisch bezeichnet.

Der Bahnhof bildet den Mittelpunkt einer städtischen Entwicklungsachse zwischen der Brugger Altstadt, dem Neumarkt, dem Bahnhofplatz, dem Campus Brugg–Windisch und den südlich gelegenen Wohn- und Gewerbegebieten.

Geschichte

Eröffnung der Bahnstrecke Baden–Brugg

Die erste Eisenbahnstrecke der Schweiz zwischen Zürich und Baden war 1847 eröffnet worden. Die Schweizerische Nordostbahn verlängerte diese sogenannte Spanisch-Brötli-Bahn am 29. September 1856 von Baden über Turgi nach Brugg.[3]

Der Bahnhof befand sich ausserhalb der damaligen Stadtbebauung auf offenem Feld. Bei seiner Eröffnung lag er auf dem Gemeindegebiet von Windisch. Die Bezeichnung Brugg wurde dennoch gewählt, weil die benachbarte Stadt als regionales Zentrum bekannter war.

Die Brugger Bevölkerung betrachtete die Lage zunächst teilweise kritisch. Der Fussweg von der Altstadt zum Bahnhof wurde als zu lang empfunden, und einzelne Gewerbetreibende befürchteten Nachteile für den traditionellen Strassenverkehr über den Bözberg.

Die Gemeinde Windisch war ihrerseits unzufrieden damit, dass der auf ihrem Gebiet gelegene Bahnhof den Namen Brugg trug. Aufgrund finanzieller Schwierigkeiten verkaufte Windisch 1863 das Bahnhofgebiet für 25'000 Franken an die Stadt Brugg.[3]

Verbindung nach Aarau

Am 15. Mai 1858 nahm die Nordostbahn den Abschnitt von Brugg über Wildegg nach Aarau in Betrieb. Damit entstand eine durchgehende Eisenbahnverbindung zwischen Zürich und Bern.

Brugg lag nun an einer der wichtigsten Ost-West-Verbindungen der Schweiz. Der Bahnhof gewann für den Personenverkehr, den Posttransport und den Güterumschlag rasch an Bedeutung.

Das zunächst errichtete Stationsgebäude war eine einfache Holzständerkonstruktion. Daneben entstanden Güterschuppen, ein Lokomotivdepot, Wasserstationen und eine Drehscheibe.

Neues Empfangsgebäude

Das provisorische Holzgebäude genügte dem wachsenden Verkehrsaufkommen bald nicht mehr. In den Jahren 1867 und 1868 entstand nach Plänen des Nordostbahn-Architekten Jakob Friedrich Wanner ein repräsentatives Empfangsgebäude aus hellem Naturstein.

Dieser Bau bildet den Mittelteil des heutigen Bahnhofsgebäudes. Ein Teil des Baumaterials stammte von älteren Eisenbahnbauten in Zürich, die im Zusammenhang mit dem Neubau des dortigen Hauptbahnhofs abgebrochen worden waren.[4]

Die Fassade erhielt Rundbogenöffnungen, eine symmetrische Gliederung und einen zur Stadt gerichteten Haupteingang. Das Gebäude sollte die zunehmende Bedeutung Bruggs als regionales Verkehrszentrum zum Ausdruck bringen.

Eröffnung der Bözbergstrecke

Am 2. August 1875 wurde die Bözbergstrecke von Brugg über Frick und Rheinfelden nach Basel eröffnet. Die Strecke entstand als Gemeinschaftsunternehmen der Schweizerischen Nordostbahn und der Schweizerischen Centralbahn.

Die neue Verbindung war deutlich direkter als die bereits bestehende Route von Zürich über Aarau, Olten und den Hauenstein nach Basel. Brugg wurde damit zum Trennungsbahnhof: Westlich des Bahnhofs teilten sich die Strecken in Richtung Aarau und in Richtung Bözberg.

Die Bözbergstrecke entwickelte sich zu einer wichtigen Verbindung für den Personen- und Güterverkehr. Sie ist heute Bestandteil einer europäischen Güterverkehrsachse zwischen den Nordseehäfen, Basel und den Alpenübergängen.

Aargauische Südbahn

Am 1. Juni 1882 eröffnete die Aargauische Südbahn die Strecke von Brugg über das Birrfeld nach Hendschiken. Dort bestand Anschluss an die Verbindung über Muri und Rotkreuz zur Gotthardbahn.

Die neue Strecke ermöglichte Fahrten vom Raum Basel und Nordaargau in Richtung Zentralschweiz und Gotthard, ohne den Umweg über Zürich oder Aarau nehmen zu müssen.

Brugg wurde dadurch zum Knotenpunkt dreier Bahnstrecken:

Strecke Eröffnung ab Brugg Bedeutung
Baden–Brugg–Aarau 1856 beziehungsweise 1858 Hauptverbindung nach Zürich, Baden, Aarau und Olten
Bözbergstrecke 1875 Direkte Verbindung über Frick und Rheinfelden nach Basel
Brugg–Hendschiken 1882 Verbindung über das Birrfeld ins Freiamt und zur Gotthardachse

Ausbau des Bahnbetriebswerks

Die zunehmende Zahl der Züge erforderte umfangreiche Anlagen für die Versorgung und den Unterhalt von Dampflokomotiven. Im Jahr 1892 errichtete die Nordostbahn einen lang gestreckten Lokomotivschuppen.

Zwischen 1911 und 1913 ergänzten die inzwischen zuständigen Schweizerischen Bundesbahnen die Anlage durch einen Ringschuppen und eine Drehscheibe. Ursprünglich waren bis zu 28 Lokomotivstände vorgesehen; ausgeführt wurden sieben Stände.[5]

Neben dem Depot entstand eine Reparaturwerkstätte für Dampflokomotiven. Brugg war damit nicht nur ein Verkehrsknoten, sondern auch ein bedeutender Arbeitsort für Lokomotivpersonal, Mechaniker, Rangierarbeiter und weitere Bahnangestellte.

Erweiterung des Empfangsgebäudes

Zwischen 1918 und 1921 wurde das Empfangsgebäude nach Plänen des Brugger Architekten Albert Froelich erweitert. Der ursprüngliche Mittelbau erhielt zwei Seitenflügel und turmartig hervortretende Eckbauten.[4]

Der vergrösserte Bau erhielt dadurch sein heutiges monumentales Erscheinungsbild. Charakteristisch sind die Arkaden des Haupteingangs, die kräftige Natursteinfassade, die beiden seitlichen Rundtürme und die zentral über dem Eingang angebrachte Bahnhofsuhr.

Im Gebäude befanden sich Wartesäle verschiedener Wagenklassen, Fahrkartenschalter, Gepäckräume, Büros und gastronomische Einrichtungen.

Elektrifizierung

Die von Brugg ausgehenden Strecken wurden in den 1920er-Jahren elektrifiziert. Damit endete schrittweise der regelmässige Einsatz von Dampflokomotiven im Personenverkehr.

Die Strecke Zürich–Brugg–Olten wurde 1925 auf elektrischen Betrieb umgestellt. Die Bözbergstrecke und weitere angrenzende Abschnitte folgten bis 1927.

Die Dampflokomotiv-Reparaturwerkstätte verlor dadurch ihre ursprüngliche Aufgabe und wurde 1928 geschlossen. Teile der Depotanlage blieben jedoch für andere betriebliche und historische Zwecke erhalten.

Perrons und Unterführungen

Bis in die 1930er-Jahre mussten Reisende mehrere Gleise auf gleicher Höhe überqueren, um zu den Zügen zu gelangen. Dies wurde mit wachsendem Verkehr zunehmend gefährlich.

Im Jahr 1934 entstanden die überdachten Mittelperrons und Personenunterführungen. Seither können die Reisenden die Bahnsteige erreichen, ohne die befahrenen Gleise zu überqueren.[4]

Die Perrondächer wurden als lang gestreckte Stahl- und Holzkonstruktionen ausgeführt. Trotz späterer Erneuerungen prägen sie weiterhin das historische Erscheinungsbild der Anlage.

Zeit der Schweizerischen Bundesbahnen

Die Schweizerischen Bundesbahnen hatten die Anlagen der Nordostbahn und der beteiligten Privatbahnen zu Beginn des 20. Jahrhunderts übernommen. In den folgenden Jahrzehnten modernisierten sie Gleise, Stellwerke, Fahrleitungen und Sicherungsanlagen.

Brugg entwickelte sich zu einem Fernsteuerzentrum, von dem aus zeitweise mehrere Bahnhöfe an der Bözbergstrecke und in den angrenzenden Regionen überwacht wurden. Mit der Zentralisierung der Betriebsführung gingen diese Aufgaben später an grössere Betriebszentralen über.

Der Bahnhof behielt zugleich seine Bedeutung für den Güterverkehr. Zahlreiche Güterzüge benutzen die Bözbergstrecke und die Verbindung durch das Birrfeld. Eine Verbindungslinie ermöglicht es Güterzügen, Teile der Personenbahnhofanlage zu umfahren.

Zürcher S-Bahn

Mit der Eröffnung der Zürcher S-Bahn im Mai 1990 wurde Brugg Endpunkt der Linie S12. Dadurch erhielt die Stadt eine regelmässige Direktverbindung über Baden, Dietikon und Zürich Hauptbahnhof nach Winterthur und in die Ostschweiz.

Die Aufnahme in das Zürcher S-Bahn-Netz verstärkte die Bedeutung Bruggs als Wohn- und Pendlerstandort. Gleichzeitig wurde der Bahnhof zu einer Schnittstelle zwischen dem Zürcher Verkehrsverbund und dem Tarifverbund A-Welle.

Umbauten im frühen 21. Jahrhundert

Zu Beginn des 21. Jahrhunderts wurden die Gleis- und Perronanlagen erneuert. Die Bahnsteige wurden erhöht, die Fahrgastinformation modernisiert und mehrere Zugänge angepasst.

Die bestehende östliche Personenunterführung entwickelte sich zur Campus-Passage. Sie verbindet den Bahnhofplatz und den Neumarkt auf der Brugger Seite mit dem Campus der Fachhochschule Nordwestschweiz und der Gemeinde Windisch.

Mit der Eröffnung des neuen Campus Brugg–Windisch im Jahr 2013 nahm die Zahl der Studierenden, Mitarbeitenden und Pendler auf der Südseite des Bahnhofs deutlich zu.[6]

Im Dezember 2014 wurden zwei neu organisierte Bushöfe in Betrieb genommen. Der nördliche Busbahnhof trägt die Bezeichnung Brugg AG, Bahnhof/Zentrum, der südliche die Bezeichnung Brugg AG, Bahnhof/Campus.[7]

Empfangsgebäude

Das Empfangsgebäude steht auf der Nordseite der Gleisanlagen und bildet den architektonischen Mittelpunkt des Bahnhofplatzes.

Der älteste erhaltene Mittelteil stammt aus den Jahren 1867 und 1868. Jakob Friedrich Wanner, der auch an mehreren bedeutenden Bahnhofsgebäuden der Nordostbahn beteiligt war, entwarf einen streng symmetrischen Natursteinbau.

Die Erweiterung von Albert Froelich aus den Jahren 1918 bis 1921 bezog den älteren Bau in eine wesentlich grössere Gesamtanlage ein. Zwei Seitenflügel verlängern die Hauptfassade. Die abgerundeten Eckbauten erinnern an Türme und verleihen dem Gebäude einen repräsentativen Charakter.

Der Haupteingang besteht aus mehreren Rundbogenarkaden. Darüber befindet sich eine weithin sichtbare Uhr. Die Gestaltung verbindet Elemente des Historismus mit einer zurückhaltenden neoklassizistischen Formensprache.

Das Gebäude enthält das SBB-Reisezentrum, Verkaufs- und Dienstleistungsflächen sowie weitere gewerbliche Nutzungen. Teile der früheren Wartesäle und Betriebsräume wurden im Lauf der Zeit umgebaut.

Gleis- und Perronanlage

Der Personenbahnhof verfügt über fünf Bahnsteiggleise. Gleis 1 liegt am Hausperron vor dem Empfangsgebäude. Die Gleise 2 und 3 sowie 4 und 5 befinden sich jeweils an einem überdachten Mittelperron.

Gleise Perrontyp Allgemeine betriebliche Verwendung
1 Hausperron Vorwiegend Züge auf der Bözbergachse sowie einzelne Regionalzüge
2 und 3 Mittelperron Züge in Richtung Basel, Zürich, Baden, Aarau und Olten
4 und 5 Mittelperron Regional- und S-Bahn-Züge in Richtung Zürich, Aarau, Lenzburg, Freiamt und als Wendegleise

Die tatsächliche Gleisbelegung hängt vom Fahrplan und von der jeweiligen Betriebslage ab. Bei Bauarbeiten oder Störungen können Züge andere Gleise benutzen.

Mehrere Personenunterführungen verbinden die Bahnsteige miteinander. Die Campus-Passage stellt zusätzlich eine öffentliche Fussgängerverbindung zwischen Brugg und Windisch dar.

Lifte ermöglichen den stufenfreien Zugang zu den Perrons. Taktile Sicherheitslinien und moderne Fahrgastinformationsanlagen unterstützen Reisende mit eingeschränkter Mobilität.

Neben den fünf Perrongleisen besitzt der Bahnhof Durchfahrts-, Abstell- und Gütergleise. Westlich und östlich der Personenanlage befinden sich mehrere Verzweigungen und Verbindungsgleise.

Eisenbahnstrecken

Bahnstrecke Baden–Aarau

Die Strecke Baden–Brugg–Aarau bildet die ursprüngliche Hauptachse des Bahnhofs. Östlich führt sie über Turgi und Baden nach Zürich. Westlich verläuft sie entlang der Aare über Schinznach-Bad und Wildegg nach Aarau.

Die Strecke wird sowohl von Regional- als auch von Fernverkehrszügen genutzt. Sie ist zudem für den Güterverkehr von Bedeutung.

Bözbergstrecke

Hauptartikel: Bözbergstrecke

Westlich des Bahnhofs zweigt die Bözbergstrecke von der Linie nach Aarau ab. Sie führt durch den Bözberg-Basistunnel beziehungsweise über die ältere Bözbergstrecke nach Frick, Rheinfelden und Basel.

Die Verbindung gehört zu den bedeutenden schweizerischen Güterverkehrsachsen. Über sie verkehren zahlreiche Züge zwischen Basel, dem Mittelland und den Alpenübergängen.

Im Personenverkehr stellt sie die direkte Verbindung zwischen Zürich, Brugg und Basel her.

Bahnstrecke Brugg–Hendschiken

Die Strecke nach Hendschiken zweigt südöstlich des Bahnhofs ab und führt durch das Birrfeld über Lupfig und Birr.

In Hendschiken bestehen Verbindungen in Richtung Lenzburg, Wohlen, Muri und Rotkreuz. Die Strecke wird von Regionalzügen und zahlreichen Güterzügen genutzt.

Eine Verbindungskurve im Raum Brugg ermöglicht direkte Güterzugfahrten zwischen der Bözbergstrecke und dem Birrfeld, ohne dass im Personenbahnhof die Fahrtrichtung gewechselt werden muss.

Personenverkehr

Brugg wird durch den Fern- und Regionalverkehr der Schweizerischen Bundesbahnen bedient. Der genaue Linienverlauf kann sich bei Fahrplanwechseln ändern.

Fernverkehr

Nach dem Fahrplan 2026 halten in Brugg insbesondere folgende InterRegio-Linien:[8]

Linie Streckenführung
IR16 Bern–Olten–Brugg–Zürich Hauptbahnhof
IR36 Basel SBB–Rheinfelden–Frick–Brugg–Baden–Zürich Hauptbahnhof–Zürich Flughafen

Die InterRegio-Züge stellen direkte Verbindungen nach Basel, Bern, Olten, Baden, Zürich und zum Flughafen Zürich her.

S-Bahn- und Regionalverkehr

Brugg ist in mehrere regionale S-Bahn-Systeme eingebunden. Dazu gehören die Zürcher S-Bahn und die S-Bahn Aargau.

Zu den wichtigen Linien gehören:

Linie Grundlegende Verbindung
S12 Brugg–Baden–Dietikon–Zürich Hauptbahnhof–Winterthur–Wil SG
S23 Baden–Brugg–Lenzburg–Aarau–Langenthal
S25 Brugg–Lupfig–Birr–Wohlen–Muri
S29 Turgi–Brugg–Aarau–Zofingen–Sursee

Weitere Regional- und RegioExpress-Züge ergänzen das Angebot in Richtung Basel, Frick, Wettingen, Zürich, Aarau, Olten und Bern.

Die S12 verbindet Brugg ohne Umsteigen mit zahlreichen Orten im Limmattal und im Grossraum Zürich. Die Linien der S-Bahn Aargau stellen die regionalen Verbindungen ins Aaretal, ins Birrfeld, ins Freiamt und in den Raum Zofingen–Sursee her.

In den Nächten vor Samstagen und allgemeinen Feiertagen bestehen zusätzliche Nachtverbindungen.

Busverkehr

Der Bahnhof ist der wichtigste Busknoten der Region Brugg. Die Haltestellen verteilen sich auf zwei Terminals.

Bahnhof/Zentrum

Der Busbahnhof Brugg AG, Bahnhof/Zentrum liegt nördlich der Gleise beim Bahnhofplatz und beim Neumarkt. Er erschliesst insbesondere die Brugger Innenstadt und die nördlich sowie westlich gelegenen Gemeinden.

Bahnhof/Campus

Der Busbahnhof Brugg AG, Bahnhof/Campus befindet sich südlich der Gleise beim Campus Brugg–Windisch. Er ist durch die Campus-Passage direkt mit den Perrons verbunden.

Von den beiden Terminals bestehen Verbindungen unter anderem nach:

  • Bad Zurzach;
  • Birr und Lupfig;
  • Dättwil und Baden;
  • Döttingen und Würenlingen;
  • Frick;
  • Laufenburg;
  • Mellingen;
  • Remigen und Mönthal;
  • Schinznach und Thalheim;
  • Windisch und in die Brugger Stadtquartiere.

Die Verteilung der Buslinien auf zwei Seiten des Bahnhofs reduziert den Busverkehr auf dem Bahnhofplatz und verbessert die Erschliessung des Campusgebiets.

Güterverkehr

Brugg liegt an einer der wichtigsten schweizerischen Güterverkehrsachsen. Züge aus dem Raum Basel erreichen über die Bözbergstrecke den Knoten Brugg und fahren von dort weiter in Richtung Zürich, Limmattal, Birrfeld oder Gotthard.

Die Güterzüge nutzen neben den Hauptgleisen mehrere Verbindungs- und Umfahrungsgleise. Die sogenannte Brugger Verbindungslinie verknüpft die Bözbergstrecke mit der Strecke durch das Birrfeld.

Der lokale Güterumschlag verlor gegenüber dem 19. und frühen 20. Jahrhundert an Bedeutung. Viele frühere Güterschuppen und Ladegleise wurden stillgelegt oder anderen Nutzungen zugeführt. Die Funktion als Durchgangsknoten für den nationalen und internationalen Güterverkehr blieb dagegen erhalten.

Bahnpark Brugg und SBB Historic

Südwestlich des Personenbahnhofs befindet sich die historische Depotanlage. Sie umfasst einen Langschuppen, einen Ringschuppen, die Drehscheibe sowie weitere bahntechnische Gebäude.

Die 2006 gegründete Stiftung Bahnpark Region Brugg setzt sich für die Erhaltung dieser Anlagen ein. Die Gebäude werden für historische Lokomotiven, Wagen und Eisenbahnvereine genutzt.[9]

Der Bahnpark ist nicht dauerhaft frei zugänglich. Führungen, Depotfeste und das Bahnfestival Brugg ermöglichen jedoch regelmässig Einblicke in die historischen Anlagen und Fahrzeuge.

In unmittelbarer Nähe befindet sich der Hauptstandort der Stiftung SBB Historic. Dort werden Archive, Bibliotheksbestände, Objekte und historische Schienenfahrzeuge der Schweizerischen Bundesbahnen aufbewahrt.

Der Standort macht die Region Brugg–Windisch zu einem der wichtigsten Zentren für die Erhaltung der schweizerischen Eisenbahngeschichte.

Dienstleistungen

Der Bahnhof verfügt über ein bedientes SBB-Reisezentrum. Zu den angebotenen Dienstleistungen gehören Billette, Abonnemente, Reiseberatung, Geldwechsel und die Aufgabe von Reisegepäck.[1]

Im Bahnhof und in seiner unmittelbaren Umgebung befinden sich:

  • Lebensmittel- und Conveniencegeschäfte;
  • Gastronomie- und Take-away-Angebote;
  • Schliessfächer;
  • öffentliche Toiletten;
  • Bancomaten;
  • Veloabstellplätze;
  • P+Rail-Parkplätze;
  • Mobility-Carsharing;
  • Taxistandplätze.

Nach Angaben der SBB stehen beim Bahnhof 77 P+Rail-Parkplätze zur Verfügung.[1]

Die zentrale Lage ermöglicht kurze Fusswege zur Altstadt, zum Einkaufszentrum Neumarkt und zum Campus Brugg–Windisch.

Barrierefreiheit

Die Bahnsteige sind über Lifte erreichbar. Erhöhte Perronkanten ermöglichen bei geeigneten Fahrzeugen einen weitgehend niveaugleichen Einstieg.

Taktile Leit- und Sicherheitslinien unterstützen Menschen mit Sehbehinderungen. Akustische und visuelle Fahrgastinformationen informieren über Abfahrten, Gleisänderungen und Betriebsstörungen.

Einzelne Teile der historischen Anlage entsprechen aufgrund ihres Alters und der begrenzten Platzverhältnisse nicht vollständig modernen Anforderungen. Der geplante Ausbau der Campus-Passage und weitere Erneuerungen sollen die Erschliessung verbessern.

Bedeutung für Brugg und Windisch

Der Bahnhof war ein entscheidender Faktor für die städtebauliche Entwicklung beider Gemeinden. Vor dem Eisenbahnbau lagen zwischen der Brugger Altstadt und Windisch überwiegend landwirtschaftlich genutzte Flächen.

Mit dem Bahnhof entstanden Hotels, Gaststätten, Lagerhäuser, Industriebetriebe und Wohngebäude. Die Bebauung von Brugg dehnte sich nach Süden aus, während sich Windisch zunehmend in Richtung Bahnhof entwickelte.

Im 20. Jahrhundert wuchsen die Siedlungsgebiete beider Gemeinden nahezu zusammen. Der Bahnhof wurde zu einer gemeinsamen Verkehrsdrehscheibe und bildet heute die wichtigste Verbindung zwischen den beiden Ortszentren.

Der Campus der Fachhochschule Nordwestschweiz verstärkte diese Funktion. Tausende Studierende und Beschäftigte nutzen den Bahnhof als Zugang zum Hochschulstandort.

Gebietsentwicklung Stadtraum Bahnhof

Die Stadt Brugg, die Gemeinde Windisch, der Kanton Aargau, die SBB und weitere Partner planen eine langfristige Umgestaltung des Bahnhofsumfelds.

Der Stadtraum Bahnhof Brugg–Windisch umfasst ungefähr 34 Hektaren und gliedert sich in die Teilgebiete Bahnhofplatz–Neumarkt, Campus und Bahnhof Süd.[10]

Die 2024 begonnene Testplanung wurde 2025 abgeschlossen. Sie untersucht, wie das bisher teilweise industriell genutzte Gebiet südlich der Gleise zu einem gemischten Stadtquartier entwickelt werden kann.

Zu den langfristig diskutierten Massnahmen gehören:

  • Ausbau oder Ersatz der Campus-Passage;
  • breitere und leistungsfähigere Bahnhofzugänge;
  • Neugestaltung des Bahnhofplatzes;
  • Ausbau der Bushaltestellen;
  • zusätzliche Veloabstellanlagen;
  • bessere Fuss- und Veloverbindungen zwischen Brugg und Windisch;
  • neue Wohnungen, Arbeitsplätze, Bildungs- und Gewerbenutzungen;
  • Aufwertung der öffentlichen Räume;
  • Erhalt ausgewählter historischer Industrie- und Eisenbahnbauten.

Nach den Planungszielen könnte im Bahnhofsumfeld während der kommenden Jahrzehnte Raum für 4'000 bis 6'000 zusätzliche Bewohnende, Arbeitende und Lernende entstehen.[11]

Die Projekte befinden sich in unterschiedlichen Planungsstadien. Zeitplan, Finanzierung und konkrete bauliche Ausführung sind noch nicht in allen Teilen festgelegt.

Kulturelle Bedeutung

Das Empfangsgebäude, die historischen Perrondächer und die ehemalige Depotanlage dokumentieren verschiedene Entwicklungsphasen des schweizerischen Eisenbahnwesens.

Der Bahnhof steht zugleich für den Übergang von der privaten Eisenbahnzeit des 19. Jahrhunderts zur staatlichen SBB und für den Wandel von der Dampfbahn zum elektrischen Betrieb.

Das Bahnfestival Brugg und Veranstaltungen des Bahnhofsparks machen diese Geschichte einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich. Historische Züge, Lokomotiven und Werkstätten bilden dabei eine Verbindung zwischen dem regulären Bahnbetrieb und dem technischen Kulturerbe.

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 Bahnhof Brugg AG, Schweizerische Bundesbahnen, abgerufen am 3. August 2026.
  2. Ein- und Aussteigende am Bahnhof Brugg AG, SBB Open Data, abgerufen am 3. August 2026.
  3. 3,0 3,1 Geschichte der Stadt Brugg, Stadt Brugg, abgerufen am 3. August 2026.
  4. 4,0 4,1 4,2 Geschichte des Bahnhofs Brugg, Bahnfestival Brugg, abgerufen am 3. August 2026.
  5. Depot Brugg, Stiftung Bahnpark Region Brugg, abgerufen am 3. August 2026.
  6. Campus Brugg–Windisch feierlich eingeweiht, Kanton Aargau, 22. November 2013, abgerufen am 3. August 2026.
  7. Neue Bushöfe in Brugg sorgen für Ordnung beim Pendeln, Schweizer Radio und Fernsehen, 15. Dezember 2014, abgerufen am 3. August 2026.
  8. Liniennetzplan SBB Fernverkehr, gültig ab 14. Dezember 2025, Schweizerische Bundesbahnen, abgerufen am 3. August 2026.
  9. SBB Historic und Bahnpark Brugg, Gemeinde Windisch, abgerufen am 3. August 2026.
  10. Stadtraum Bahnhof Brugg–Windisch, Brugg Regio, abgerufen am 3. August 2026.
  11. Öffentlicher Informationsanlass zur Entwicklung des Stadtraums Bahnhof, Stadt Brugg, 13. Januar 2026, abgerufen am 3. August 2026.

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