Bezirk Zürich
| Bezirk Zürich | |
|---|---|
| Lage des Bezirks Zürich im Kanton Zürich | |
| Staat | Schweiz |
| Kanton | Zürich |
| Hauptort | Zürich |
| BFS-Nummer | 0112 |
| Politische Gemeinden | 1 |
| Fläche | 87,93 km² |
| Einwohner | 452'421 (31. Dezember 2025) |
| Einwohnerdichte | rund 5'145 Einwohner je km² |
| Region-Iso | CH-ZH |
Der Bezirk Zürich ist einer der zwölf Bezirke des Kantons Zürich in der Schweiz. Er umfasst seit dem 1. Juli 1989 ausschliesslich das Gebiet der politischen Gemeinde und Stadt Zürich. Der Bezirk und die Stadt sind somit territorial deckungsgleich, bilden rechtlich und organisatorisch jedoch unterschiedliche Verwaltungsebenen.
Mit mehr als 450'000 Einwohnerinnen und Einwohnern ist der Bezirk Zürich der bevölkerungsreichste Bezirk des Kantons. Aufgrund seiner vergleichsweise kleinen Fläche weist er zugleich die mit Abstand höchste Bevölkerungsdichte aller Zürcher Bezirke auf. Ende 2025 lebten 452'421 Menschen in der Stadt und damit gleichzeitig im Bezirk Zürich.[1]
Der Bezirk ist das politische, wirtschaftliche, wissenschaftliche und kulturelle Zentrum des Kantons Zürich. In seinem Gebiet befinden sich der Sitz der Kantonsregierung, des Kantonsrats, zahlreicher kantonaler Behörden, der Stadtverwaltung, des Bezirksgerichts Zürich sowie bedeutende Hochschulen, Unternehmen und Kulturinstitutionen.
Begriff und Abgrenzung
Der Bezirk Zürich ist eine kantonale Verwaltungseinheit. Er darf nicht mit den zwölf Stadtkreisen der Stadt Zürich verwechselt werden. Die Stadtkreise dienen der innerstädtischen Gliederung und besitzen keine Stellung als Bezirke des Kantons.
Auch die Agglomeration Zürich, die Metropolregion Zürich und die wirtschaftlich definierte Region Zürich sind wesentlich grösser als der Bezirk. Sie umfassen zahlreiche Gemeinden in mehreren Zürcher Bezirken und teilweise auch Gebiete benachbarter Kantone.
Seit 1989 besteht der Bezirk aus nur einer politischen Gemeinde. Die Stadt Zürich nimmt ihre kommunalen Aufgaben durch den Gemeinderat, den Stadtrat und die Stadtverwaltung wahr. Die Bezirksbehörden erfüllen demgegenüber kantonale Aufgaben wie Gemeindeaufsicht, Rechtsmittelverfahren, Übertretungsstrafrecht und erstinstanzliche Rechtsprechung.
Geographie
Lage
Der Bezirk liegt im südlichen Zentrum des Kantons Zürich am unteren Ende des Zürichsees. Sein Gebiet erstreckt sich beidseits der Limmat und der Sihl über das dicht bebaute Stadtgebiet sowie die bewaldeten Hügelzüge des Uetlibergs, des Zürichbergs, des Adlisbergs, des Käferbergs und des Hönggerbergs.
Im Süden reicht das Bezirksgebiet bis in den Zürichsee. Der Seeanteil der politischen Gemeinde wird in verschiedenen Flächenstatistiken unterschiedlich berücksichtigt. Die vom Bundesamt für Statistik für den Bezirk ausgewiesene Fläche beträgt rund 87,93 Quadratkilometer, während die Gesamtfläche der Stadt Zürich unter Einschluss ihres Seeanteils rund 91,9 Quadratkilometer umfasst.[2]
Die wichtigsten Gewässer sind der Zürichsee, die Limmat, die Sihl und die Glatt. Die Sihl mündet beim Zürcher Hauptbahnhof in die Limmat. Die Glatt durchquert den nordöstlichen Teil des Bezirks und fliesst anschliessend durch mehrere Gemeinden des Glattals.
Nachbarbezirke
Der Bezirk Zürich grenzt an sechs weitere Bezirke des Kantons:
- im Westen und Nordwesten an den Bezirk Dietikon;
- im Norden an den Bezirk Dielsdorf;
- im Nordosten an den Bezirk Bülach;
- im Osten an den Bezirk Uster;
- im Südosten an den Bezirk Meilen;
- im Süden und Südwesten an den Bezirk Horgen.
Zu den unmittelbar angrenzenden Gemeinden gehören unter anderem Adliswil, Dübendorf, Fällanden, Kilchberg, Oberengstringen, Opfikon, Regensdorf, Rümlang, Schlieren, Uitikon, Wallisellen und Zollikon.
Siedlungsraum
Fast das gesamte bebaubare Gebiet des Bezirks gehört zum zusammenhängenden städtischen Siedlungsraum. Grössere unbebaute Flächen befinden sich insbesondere auf dem Uetliberg, dem Zürichberg, dem Adlisberg, dem Hönggerberg, dem Käferberg und entlang einzelner Gewässer.
Der Bezirk umfasst sowohl die mittelalterliche Altstadt als auch frühere Vororte, ehemalige Industriegebiete, grossstädtische Wohnquartiere, Gartenstadtgebiete, Hochhausquartiere und moderne Entwicklungsareale. Zu den bedeutenden Umnutzungs- und Entwicklungsgebieten gehören Zürich-West, Neu-Oerlikon, Leutschenbach, Manegg und Altstetten.
Politische Gemeinde
Der Bezirk Zürich umfasst seit 1989 nur eine politische Gemeinde.
| BFS-Nummer | Politische Gemeinde | Einwohner | Fläche | Bemerkung |
|---|---|---|---|---|
| 0261 | Zürich | 452'421 | rund 87,93 km² | Kantons- und Bezirkshauptort; einzige Gemeinde des Bezirks |
Die Einwohnerzahl bezieht sich auf den 31. Dezember 2025. Da die Bezirks- und Gemeindegrenzen übereinstimmen, entsprechen die Bevölkerungszahlen des Bezirks grundsätzlich jenen der Stadt Zürich. Unterschiede zwischen einzelnen statistischen Veröffentlichungen können sich aus verschiedenen Bevölkerungsbegriffen und Stichtagen ergeben.
Geschichte
Vorgeschichte der Bezirksverwaltung
Bis zum Ende des 18. Jahrhunderts war der heutige Kanton Zürich keine territorial einheitlich verwaltete Gebietskörperschaft im modernen Sinn. Die Stadt Zürich herrschte über zahlreiche Landvogteien, Obervogteien, Gerichtsherrschaften und weitere Verwaltungsgebiete.
Mit dem Einmarsch französischer Truppen und der Gründung der Helvetischen Republik im Jahr 1798 wurde die alte Herrschaftsordnung aufgehoben. Das Gebiet des Kantons wurde in Distrikte gegliedert, die nach französischem Vorbild als staatliche Verwaltungs- und Gerichtsbezirke dienten.
In der Mediationszeit ab 1803 wurde der Kanton Zürich zunächst in fünf grössere Bezirke eingeteilt. Die Stadt Zürich bildete dabei einen eigenen Bezirk. Die ländlichen Gebiete, die später zum Bezirk Zürich gehörten, waren teilweise anderen Bezirken zugeordnet.
Oberamt Zürich
Die Restaurationsverfassung von 1814 ersetzte die fünf Bezirke durch elf Oberämter. Das neu gebildete Oberamt Zürich umfasste neben der Stadt mehrere umliegende Gemeinden und Teile des Limmattals.
An der Spitze des Oberamts stand ein Oberamtmann als Vertreter der Kantonsregierung. Die Oberämter erfüllten Aufgaben in Verwaltung, Polizei, Aufsicht und Rechtspflege. Sie bildeten eine Zwischenebene zwischen den kantonalen Behörden und den Gemeinden.
Die territoriale Einteilung von 1814 prägte die spätere Bezirksstruktur des Kantons Zürich wesentlich. Viele der damals festgelegten Grenzen blieben in veränderter Form bis ins 20. Jahrhundert bestehen.
Bildung des Bezirks Zürich
Mit der liberalen Kantonsverfassung von 1831 wurden die Oberämter in Bezirke umbenannt. Aus dem Oberamt Zürich entstand der Bezirk Zürich. Die Leitung der Bezirksverwaltung wurde auf den Statthalter und den Bezirksrat übertragen.
Der Bezirk umfasste die Stadt Zürich sowie zahlreiche selbständige Gemeinden in ihrem näheren und westlichen Umland. Dazu gehörten einerseits Gemeinden, die später in die Stadt Zürich eingemeindet wurden, und andererseits die Limmattaler Gemeinden des heutigen Bezirks Dietikon.
Auch Zollikon am rechten Zürichseeufer gehörte zum Bezirk Zürich. Dadurch reichte der Bezirk im 19. Jahrhundert von den Gemeinden am unteren Zürichsee über das Stadtgebiet bis weit in das Limmattal.
Erste Stadtvereinigung von 1893
Das starke Wachstum Zürichs im 19. Jahrhundert führte dazu, dass die Stadt mit mehreren Vorortsgemeinden baulich zusammenwuchs. Die Vororte litten unter hohen Ausgaben für Infrastruktur, Schulen, Armenwesen und öffentliche Gesundheit, während viele ihrer Einwohner in der Kernstadt arbeiteten.
Am 1. Januar 1893 wurden elf umliegende Gemeinden sowie die Gemeinde Aussersihl mit der bisherigen Stadt Zürich vereinigt. Die erste Stadtvereinigung umfasste:
- Aussersihl;
- Enge;
- Fluntern;
- Hirslanden;
- Hottingen;
- Oberstrass;
- Riesbach;
- Unterstrass;
- Wiedikon;
- Wipkingen;
- Wollishofen.
Durch die Eingemeindungen verringerte sich die Zahl der politischen Gemeinden im Bezirk, während die Stadt Zürich flächen- und bevölkerungsmässig stark anwuchs.
Zweite Stadtvereinigung von 1934
Die weitere Verstädterung führte zu einer zweiten grossen Eingemeindung. Am 1. Januar 1934 wurden acht weitere Gemeinden mit Zürich vereinigt:
- Affoltern bei Zürich;
- Albisrieden;
- Altstetten;
- Höngg;
- Oerlikon;
- Schwamendingen;
- Seebach;
- Witikon.
Affoltern gehörte zuvor zum Bezirk Dielsdorf und wechselte mit der Eingemeindung in den Bezirk Zürich. Nach der zweiten Stadtvereinigung besass Zürich im Wesentlichen seine heutigen Gemeindegrenzen.
Ausserhalb der Stadt verblieben im Bezirk weiterhin Zollikon und die Limmattaler Gemeinden Aesch, Birmensdorf, Dietikon, Geroldswil, Oberengstringen, Oetwil an der Limmat, Schlieren, Uitikon, Unterengstringen, Urdorf und Weiningen.
Aufteilung des Bezirks
Die starke Bevölkerungszunahme der Stadt Zürich führte im 20. Jahrhundert zu einem erheblichen Ungleichgewicht innerhalb des Bezirks. Die Stadt stellte den weitaus grössten Teil der Bevölkerung, während die Landgemeinden des Limmattals eigene regionale Interessen und eine zunehmend selbständige Siedlungs- und Wirtschaftsstruktur entwickelten.
Am 10. März 1985 stimmte die Zürcher Bevölkerung einem Gesetz über die Bildung eines neuen Bezirks Dietikon und den Übergang Zollikons in den Bezirk Meilen zu.[3]
Zollikon wechselte am 1. Januar 1986 in den Bezirk Meilen. Gegen die Abtrennung der Limmattaler Gemeinden entstand politischer Widerstand, der jedoch die bereits beschlossene Neuordnung nicht mehr verhindern konnte.
Am 1. Juli 1989 wurde der Bezirk Dietikon aus den westlich gelegenen Gemeinden des bisherigen Bezirks Zürich gebildet. Seit diesem Datum umfasst der Bezirk Zürich nur noch die Stadt Zürich. Der Kanton bezeichnet den Bezirk Dietikon deshalb als jüngsten seiner zwölf Bezirke.[4]
Gerichtliche Übergangsregelung
Obwohl der Bezirk Dietikon bereits 1989 als eigener Verwaltungsbezirk geschaffen wurde, blieb das Bezirksgericht Zürich aus organisatorischen Gründen zunächst auch für den neuen Bezirk Dietikon zuständig.
Erst am 1. Juli 2008 nahm das eigenständige Bezirksgericht Dietikon seinen Betrieb auf. Damit wurde die bereits 1989 vollzogene Trennung der Verwaltungsbezirke auch in der Gerichtsorganisation vollständig umgesetzt.
Bezirksbehörden
Die Bezirke des Kantons Zürich bilden eine Verwaltungsebene zwischen dem Kanton und den politischen Gemeinden. Da der Bezirk Zürich nur eine Gemeinde umfasst, beziehen sich seine Aufsichts- und Rechtsmittelfunktionen ausschliesslich auf die Stadt Zürich und die auf ihrem Gebiet bestehenden öffentlich-rechtlichen Körperschaften.
Bezirksrat
Der Bezirksrat beaufsichtigt die Gemeinden und weitere öffentlich-rechtliche Körperschaften in seinem Bezirk. Er prüft, ob Behörden ihre Aufgaben gesetzmässig erfüllen und die Verwaltung ordnungsgemäss geführt wird.
Zu seinen Aufgaben gehören insbesondere:
- die Aufsicht über kommunale Behörden;
- die Behandlung bestimmter Rekurse gegen kommunale Entscheide;
- die Aufsicht über Teile des Sozial- und Vormundschaftswesens;
- Aufgaben im Stiftungswesen;
- weitere durch kantonale Gesetze übertragene Verwaltungs- und Aufsichtsfunktionen.
Im Bezirk Zürich besitzt diese Tätigkeit aufgrund der Grösse und komplexen Organisation der Stadtverwaltung eine besondere Bedeutung.
Statthalteramt
Das Statthalteramt ist eine kantonale Bezirksbehörde. Der Statthalter beziehungsweise die Statthalterin wird vom Volk gewählt und entscheidet in den gesetzlich vorgesehenen Bereichen unabhängig.
Das Amt übt unter anderem Aufsicht über die Stadtpolizei, die Feuerwehr, die Feuerpolizei und Teile des kommunalen Strassenwesens aus. Es behandelt Rechtsmittel in diesen Bereichen und ist für bestimmte Übertretungsstrafverfahren zuständig.
Statthalteramt und Bezirksratskanzlei des Bezirks Zürich befinden sich in der Stadt Zürich.[5]
Bezirksgericht Zürich
Das Bezirksgericht Zürich ist das erstinstanzliche Gericht für einen grossen Teil der Zivil- und Strafverfahren im Bezirk. Es behandelt jährlich rund 20'000 Verfahren und ist das grösste der zwölf Bezirksgerichte im Kanton Zürich.
Zum Gericht gehören spezialisierte Abteilungen und Bereiche, darunter das Arbeitsgericht, das Mietgericht, die Schlichtungsbehörde in Miet- und Pachtsachen sowie Gerichtsstellen für Konkurs-, Nachlass-, Familien- und Strafverfahren.
Das Hauptgebäude befindet sich an der Badenerstrasse 90. Weitere Abteilungen sind in Gebäuden an der Wengistrasse untergebracht.[6]
Bevölkerung
Die Bevölkerung des Bezirks entspricht seit 1989 jener der Stadt Zürich. Ihre Entwicklung wurde stark durch Industrialisierung, Eingemeindungen, internationale Zuwanderung, wirtschaftlichen Strukturwandel und den Ausbau des Hochschul- und Dienstleistungsstandorts geprägt.
Nach einem Höchststand in den frühen 1960er-Jahren sank die Einwohnerzahl während mehrerer Jahrzehnte. Gründe waren kleinere Haushalte, die Abwanderung von Familien in die Agglomeration und der Ersatz von Wohnraum durch Büros und andere Nutzungen.
Seit den späten 1990er-Jahren wächst die Bevölkerung wieder deutlich. Neue Wohnungen entstanden insbesondere auf ehemaligen Industrie- und Bahnarealen. Gleichzeitig nahm die Verdichtung bestehender Quartiere zu.
Der Bezirk zieht besonders viele junge Erwachsene, Studierende, Fachkräfte und Personen aus dem Ausland an. Die Bevölkerung ist sprachlich, kulturell und religiös vielfältig. Ein grosser Teil der Einwohner besitzt eine ausländische Staatsangehörigkeit oder eine familiäre Migrationsgeschichte.
Wirtschaft
Der Bezirk Zürich bildet das wichtigste Wirtschaftszentrum der Schweiz. Die Stadt ist ein bedeutender Standort für Banken, Versicherungen, Unternehmensdienstleistungen, Informationstechnologie, Medien, Forschung, Gesundheitswesen, Tourismus und die Kreativwirtschaft.
Das traditionelle Finanzzentrum liegt beidseits der unteren Bahnhofstrasse und rund um den Paradeplatz. Weitere bedeutende Arbeitsplatzgebiete befinden sich in Zürich-West, Altstetten, Oerlikon, Leutschenbach, Enge und Wiedikon.
Die industrielle Produktion hat gegenüber dem 19. und frühen 20. Jahrhundert stark an Bedeutung verloren. Ehemalige Fabrik- und Gewerbegebiete wurden teilweise in gemischt genutzte Stadtquartiere mit Wohnungen, Büros, Bildungs- und Kulturangeboten umgewandelt.
Neben international tätigen Grossunternehmen sind zahlreiche kleine und mittlere Unternehmen, Start-ups, Handwerksbetriebe und gemeinnützige Organisationen im Bezirk ansässig.
Bildung und Forschung
Der Bezirk besitzt eine hohe Konzentration an Bildungs- und Forschungseinrichtungen. Zu den bedeutendsten gehören:
- die Universität Zürich;
- die ETH Zürich;
- die Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften mit mehreren Standorten;
- die Zürcher Hochschule der Künste;
- die Pädagogische Hochschule Zürich;
- zahlreiche Berufs-, Mittel- und Weiterbildungsschulen.
Die Universität Zürich und die ETH Zürich gehören zu den grössten und international bedeutendsten Hochschulen der Schweiz. Zusammen mit Universitätsspitälern, Forschungsinstituten und technologieorientierten Unternehmen prägen sie den Wissenschafts- und Innovationsstandort Zürich.
Verkehr
Der Bezirk Zürich ist der wichtigste Verkehrsknotenpunkt des Kantons und einer der bedeutendsten der Schweiz.
Der Zürcher Hauptbahnhof bildet das Zentrum des nationalen und regionalen Eisenbahnverkehrs. Von hier bestehen direkte Verbindungen in alle Landesteile sowie nach Deutschland, Österreich, Italien und Frankreich.
Die S-Bahn Zürich verbindet den Bezirk mit der gesamten Agglomeration und weiten Teilen des Kantons. Innerhalb der Stadt ergänzen Tram-, Trolleybus-, Autobus-, Schiffs- und Bergbahnlinien das öffentliche Verkehrsangebot.
Wichtige Strassenverbindungen sind die Autobahnen A1, A3 und A4 sowie die Westumfahrung Zürich. Der Flughafen Zürich liegt ausserhalb des Bezirks in den Gemeinden Kloten, Opfikon, Rümlang, Oberglatt und Winkel, ist jedoch vom Zürcher Hauptbahnhof in kurzer Fahrzeit erreichbar.
Der hohe Pendlerverkehr führt zu einer starken täglichen Verflechtung mit den benachbarten Bezirken und Kantonen. Die Zahl der Personen, die tagsüber im Bezirk arbeiten, studieren oder Dienstleistungen nutzen, liegt deutlich über der ständigen Wohnbevölkerung.
Kultur und Gesellschaft
Als Gebiet der Stadt Zürich verfügt der Bezirk über ein ausserordentlich vielfältiges kulturelles Angebot. Zu den bedeutenden Einrichtungen gehören das Schweizerische Nationalmuseum, das Kunsthaus Zürich, das Opernhaus Zürich, das Schauspielhaus Zürich, die Tonhalle, das Museum Rietberg und zahlreiche weitere Museen, Theater, Kinos und Musiklokale.
Zürich ist zudem Austragungsort grosser Veranstaltungen wie des Sechseläutens, des Knabenschiessens, der Street Parade, des Zürich Film Festivals und verschiedener Sportanlässe.
Die Altstadt, das Seeufer, der Uetliberg, die Limmat, die Sihl und zahlreiche Parkanlagen dienen als wichtige Freizeit- und Erholungsräume für die Bevölkerung des Bezirks und der gesamten Region.
Bedeutung innerhalb des Kantons
Im Bezirk Zürich lebt mehr als ein Viertel der Bevölkerung des Kantons. Gleichzeitig konzentriert sich dort ein besonders hoher Anteil der kantonalen Arbeitsplätze, Hochschulen, Kulturinstitutionen und Verkehrsanlagen.
Die grosse demografische und wirtschaftliche Bedeutung des Bezirks wirkt sich auf die Politik des gesamten Kantons aus. Zugleich bestehen enge funktionale Verbindungen zu den Bezirken Dietikon, Horgen, Meilen, Uster, Bülach und Dielsdorf.
Die territoriale Beschränkung auf eine einzige Grossstadt unterscheidet den Bezirk Zürich von den übrigen Zürcher Bezirken, die jeweils mehrere politische Gemeinden umfassen. Eine ähnliche Deckungsgleichheit von Stadt, Gemeinde und Bezirk besteht in der Schweiz nur in wenigen Fällen.
Veränderungen im Gemeindebestand
| Datum | Veränderung | Auswirkung auf den Bezirk Zürich |
|---|---|---|
| 1872 | Abtrennung von Schwamendingen aus der Gemeinde Oerlikon | Bildung einer eigenständigen politischen Gemeinde |
| 1. Januar 1893 | Eingemeindung von elf Vorortsgemeinden sowie Aussersihl in die Stadt Zürich | Deutliche Verringerung der Zahl der Bezirksgemeinden |
| 1931 | Vereinigung von Niederurdorf und Oberurdorf zur Gemeinde Urdorf | Zusammenschluss zweier Limmattaler Gemeinden |
| 1. Januar 1934 | Eingemeindung von acht weiteren Gemeinden in die Stadt Zürich | Entstehung des Stadtgebiets in seiner heutigen Grundform |
| 1. Januar 1986 | Wechsel Zollikons in den Bezirk Meilen | Verlust der einzigen Bezirksgemeinde am rechten Zürichseeufer ausserhalb der Stadt |
| 1. Juli 1989 | Bildung des Bezirks Dietikon aus den Limmattaler Gemeinden | Beschränkung des Bezirks Zürich auf die Stadt Zürich |
Siehe auch
- Zürich
- Kanton Zürich
- Bezirk Dietikon
- Stadtgliederung Zürichs
- Agglomeration Zürich
- Metropolregion Zürich
- Liste der Bezirke des Kantons Zürich
- Liste der Gemeinden im Kanton Zürich
Literatur
- Staatsarchiv des Kantons Zürich (Hrsg.): Kleine Zürcher Verfassungsgeschichte 1218–2000. Zürich 2000.
- Niklaus Flüeler und Marianne Flüeler-Grauwiler (Hrsg.): Geschichte des Kantons Zürich. 3 Bände. Werd-Verlag, Zürich 1994–1996.
- Stadtkanzlei Zürich (Hrsg.): Geschichte der Stadtvereinigung von 1893. Zürich 1919.
- Präsidialdepartement der Stadt Zürich (Hrsg.): Zürich – Geschichte einer Stadt. Zürich.
Weblinks
- Bezirke des Kantons Zürich
- Statthalteramt und Bezirksratskanzlei des Bezirks Zürich
- Bezirksgericht Zürich
- Offizielle Website der Stadt Zürich
- Zürcher Gemeinden und Bezirke in Zahlen
Einzelnachweise
- ↑ Bevölkerungswachstum, aber weniger Vorschulkinder. Hrsg.: Stadt Zürich. 2026-02-12. Abgerufen am 2026-07-23.
- ↑ Geographische Kennzahlen der Bezirke. Hrsg.: Bundesamt für Statistik. Abgerufen am 2026-07-23.
- ↑ Gesetz über die Bildung eines neuen Bezirks Dietikon und den Übergang der Gemeinde Zollikon vom Bezirk Zürich an den Bezirk Meilen. Hrsg.: Kanton Zürich. 1985-03-10. Abgerufen am 2026-07-23.
- ↑ Bezirk Dietikon. Hrsg.: Kanton Zürich. Abgerufen am 2026-07-23.
- ↑ Bezirk Zürich. Hrsg.: Kanton Zürich. Abgerufen am 2026-07-23.
- ↑ Organisation des Bezirksgerichts Zürich. Hrsg.: Gerichte des Kantons Zürich. Abgerufen am 2026-07-23.
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