Bülach

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Bülach
Wappen Wappen von Bülach
Staat Schweiz
Kanton Zürich
Bezirk Bülach
BFS-Nummer 0053
Postleitzahl 8180
Koordinaten 47° 31′ N, 8° 32′ O
Höhe 428 m ü. M.
Fläche 16,06 km²
Einwohner 24'619 (30. Juni 2026)
Stadtpräsidentin Frauke Böni (parteilos)
Parlament Stadtparlament mit 28 Mitgliedern
Website www.buelach.ch

Bülach ist eine Stadt und politische Gemeinde im Kanton Zürich in der Schweiz. Sie ist Hauptort des gleichnamigen Bezirks Bülach und eines der wichtigsten regionalen Zentren des Zürcher Unterlands. In der einheimischen Mundart wird der Ort Büüli genannt.

Die Stadt liegt rund 16 Kilometer nördlich von Zürich und wenige Kilometer nördlich des Flughafens Zürich. Mit mehr als 24'000 Einwohnerinnen und Einwohnern gehört Bülach zu den grösseren Gemeinden des Kantons. Es erfüllt für das nördliche Zürcher Unterland bedeutende Funktionen in den Bereichen Verwaltung, Bildung, Gesundheitsversorgung, Handel, Verkehr und Kultur.

Das historische Zentrum ist eine weitgehend erhaltene mittelalterliche Landstadt mit Rathaus, reformierter Kirche, Bürgerhäusern und Resten der früheren Stadtmauer. Ausserhalb der Altstadt entwickelte sich Bülach seit dem 19. Jahrhundert zu einem Industrie- und Eisenbahnknoten. Die 1891 gegründete Glashütte machte den Namen der Stadt in der ganzen Schweiz bekannt.

Name

Bülach wurde im Jahr 811 in einer Urkunde der Fürstabtei St. Gallen erstmals als Pulacha erwähnt. Der Ortsname wird auf eine gallorömische Form wie Pulliacum zurückgeführt und dürfte ursprünglich «Landgut des Pullius» bedeutet haben.

Das Suffix -acum beziehungsweise seine spätere alemannische Form -ach weist auf einen Ortsnamen gallorömischen Ursprungs hin. Die Namensgeschichte deutet darauf hin, dass die Siedlungstradition in die spätrömische oder frühmittelalterliche Zeit zurückreichen kann.

In der Zürcher Unterländer Mundart lautet der Name Büüli. Die Einwohnerinnen und Einwohner werden als Bülacherinnen und Bülacher bezeichnet.

Geografie

Lage

Bülach liegt im nördlichen Teil des Kantons Zürich im unteren Glatttal. Das Stadtzentrum befindet sich östlich der Glatt auf einer leicht erhöhten Terrasse.

Die Stadt liegt ungefähr:

  • 16 Kilometer Luftlinie nördlich von Zürich;
  • 7 Kilometer nördlich des Flughafens Zürich;
  • 18 Kilometer westlich von Winterthur;
  • 20 Kilometer südlich von Schaffhausen.

Bülach grenzt an die Gemeinden Bachenbülach, Winkel, Embrach, Eglisau, Glattfelden, Hochfelden und Höri.

Die Lage zwischen Zürich, Winterthur, Schaffhausen und dem Flughafen begünstigte die Entwicklung zu einem regionalen Wohn-, Arbeits- und Verkehrszentrum.

Gemeindegebiet

Das Gemeindegebiet umfasst 1'606 Hektaren beziehungsweise 16,06 Quadratkilometer. Das Zentrum liegt auf 428 Metern über Meer.[1]

Die Bodennutzung verteilt sich ungefähr wie folgt:

Bodennutzung
Nutzungsart Anteil
Wald 39,0 %
Landwirtschaft 29,8 %
Siedlungsflächen 21,5 %
Verkehrsflächen 9,3 %
Gewässer und übrige Flächen 0,4 %

Trotz des starken Bevölkerungswachstums besteht ein grosser Teil des Stadtgebiets weiterhin aus Wald und Landwirtschaftsflächen.

Stadtteile und Siedlungen

Neben der Kernstadt gehören mehrere historisch eigenständige Siedlungen, Weiler und Quartiere zu Bülach.

Dazu zählen:

  • Eschenmosen;
  • Heimgarten;
  • Nussbaumen;
  • Niderflachs;
  • Bülach Nord;
  • Gstückt;
  • Herti;
  • Soligänter;
  • Schwerzgrueb;
  • Allmend;
  • Dachslenberg.

Eschenmosen gehörte ursprünglich zur Gemeinde Winkel und wurde 1919 Bülach zugeteilt.

Nussbaumen liegt nordwestlich der Kernstadt in einer landwirtschaftlich geprägten Umgebung. Heimgarten befindet sich am Rhinsberg und weist teilweise einen dörflichen Charakter auf.

Bülach Nord entstand auf und um die ehemaligen Industrieareale der Glashütte und der Giesserei. Das Gebiet entwickelte sich seit Beginn des 21. Jahrhunderts zu einem neuen Stadtquartier mit Wohnungen, Gewerbe, Dienstleistungen und öffentlichen Freiräumen.

Landschaft

Die Umgebung Bülachs wurde während der Eiszeiten durch den Rhein-Linth-Gletscher geprägt. Moränen, Schotterterrassen und flache Geländemulden bestimmen die Landschaft.

Im Westen fliesst die Glatt von Süden nach Norden in Richtung Rhein. Sie bildet gemeinsam mit ihren Uferzonen einen wichtigen Natur- und Erholungsraum.

Östlich und nördlich der Stadt liegen ausgedehnte Wälder. Dazu gehören der Hardwald, der Spitalwald und Waldflächen am Rhinsberg.

Der Rhinsberg, auch Rhischberg genannt, bildet einen bewaldeten Höhenzug östlich der Stadt. Auf ihm befinden sich Spuren vorgeschichtlicher Befestigungen.

Bevölkerung

Am 30. Juni 2026 lebten 24'619 Personen in Bülach. Davon besassen 16'900 das Schweizer Bürgerrecht und 7'719 eine ausländische Staatsangehörigkeit. Der Ausländeranteil betrug 31,4 Prozent.[2]

Bülach verzeichnet seit dem ausgehenden 20. Jahrhundert ein starkes Wachstum. Gründe dafür sind die gute Verkehrslage, die Nähe zum Flughafen und zur Stadt Zürich, die zahlreichen Arbeitsplätze sowie die Entwicklung grosser neuer Wohnquartiere.

Die Bevölkerungsgrenze von 20'000 Personen wurde gegen Ende der 2010er-Jahre überschritten. Zwischen 2021 und 2023 nahm die Einwohnerzahl durch die Fertigstellung neuer Quartiere besonders rasch zu.

Die Bevölkerung ist sprachlich und kulturell vielfältig. Neben Deutsch werden unter anderem Italienisch, Albanisch, Portugiesisch, Türkisch, Englisch sowie südslawische und weitere Sprachen gesprochen.

Geschichte

Ur- und Frühgeschichte

Das Gebiet um Bülach war bereits in vorgeschichtlicher Zeit besiedelt.

In der Schwerzgrueb wurden Brandgruben aus der späten Bronzezeit entdeckt. Auf dem Rhinsberg befinden sich Reste einer Befestigungsanlage, die lange als keltischer Wall gedeutet wurde. Archäologische Untersuchungen zeigten, dass Teile der Anlage deutlich älter sein könnten.

Aus der römischen Zeit sind Siedlungs- und Strassenfunde bekannt. Die Region lag an Verkehrswegen zwischen Turicum, dem heutigen Zürich, dem Rhein und dem süddeutschen Raum.

Die Herkunft des Ortsnamens deutet auf ein gallorömisches Landgut hin. Nach dem Rückzug der römischen Herrschaft wurde die Gegend von alemannischen Bevölkerungsgruppen besiedelt.

Ein bedeutendes frühmittelalterliches Gräberfeld wurde im 19. und 20. Jahrhundert archäologisch untersucht. Zu den bekanntesten Fundstücken gehört die sogenannte Bülacher Fibel, eine reich verzierte Gewandspange aus dem 6. Jahrhundert mit einer frühen germanischen Runeninschrift.

Erste Erwähnung

Bülach wird 811 in einer Urkunde der Abtei St. Gallen als Pulacha erwähnt. In diesem Zusammenhang ist auch eine Kirche belegt, die dem heiligen Laurentius geweiht war.

Während des frühen und hohen Mittelalters wechselten die Grund- und Herrschaftsrechte mehrfach. Im 9. und 10. Jahrhundert besass das Kloster St. Gallen bedeutenden Einfluss. Später gingen Rechte an das Domstift Strassburg und weitere geistliche und weltliche Herrschaftsträger über.

Herrschaft der Freiherren von Tengen

Vom ausgehenden 12. Jahrhundert bis 1376 wurde Bülach von den Freiherren von Tengen beherrscht.

Unter ihrer Herrschaft entwickelte sich die zuvor offene Siedlung zu einem befestigten Marktort. Spätestens im 13. Jahrhundert war der Ortskern von einer Stadtmauer umgeben.

Die Lage an der Strasse von Zürich nach Eglisau, Schaffhausen und Süddeutschland förderte den Handel. Gleichzeitig blieb die Landwirtschaft die wichtigste Lebensgrundlage der Bevölkerung.

1376 ging die Herrschaft an Markgraf Otto von Hachberg über.

Stadtrecht

Herzog Leopold III. von Österreich verlieh Bülach 1384 das Stadtrecht.

Damit erhielt der Ort unter anderem das Recht auf eine eigene Verwaltung, Märkte und eine befestigte städtische Organisation. Bülach blieb jedoch klein und behielt wirtschaftlich einen stark bäuerlichen Charakter.

Bereits 1386 wurde die Stadt im Zusammenhang mit den Kämpfen zwischen den Habsburgern und den Eidgenossen niedergebrannt.

1407 schloss Bülach ein ewiges Burgrecht mit der Stadt Zürich. Zwei Jahre später verpfändete Herzog Friedrich IV. von Österreich die Herrschaften Bülach und Regensberg an Zürich.[3]

Zürcher Obervogtei

Von 1412 bis 1798 bildete Bülach gemeinsam mit Bachenbülach, Niderflachs und Nussbaumen eine zürcherische Obervogtei.

Die Stadt behielt Teile ihrer alten Rechte, stand aber unter der politischen Oberhoheit Zürichs. Ein Obervogt vertrat die Zürcher Regierung und beaufsichtigte Verwaltung und Gerichtsbarkeit.

Bülach gehörte zu den sechs befestigten Landstädtchen des alten Zürcher Staatsgebiets. Die Stadtmauer umschloss einen ovalen Kern mit Kirche, Rathaus, Wohnhäusern und Wirtschaftsgebäuden.

Während des Alten Zürichkriegs wurde Bülach 1444 erneut niedergebrannt. Ein weiterer schwerer Stadtbrand ereignete sich 1506.

Reformation

1523 wurde in Bülach die Reformation eingeführt. Die bisherige katholische Pfarrkirche wurde evangelisch-reformiert.

Kirchliche Einrichtungen und Besitzverhältnisse wurden nach den Vorgaben der Zürcher Obrigkeit neu geordnet. Bülach gehörte fortan zum reformierten Zürcher Staatswesen.

Die Kirche blieb ein zentraler gesellschaftlicher und politischer Mittelpunkt. Ihr Turm prägt bis heute das Bild der Altstadt.

Landwirtschaft und Märkte

Bis weit ins 19. Jahrhundert lebte ein grosser Teil der Bevölkerung von Landwirtschaft, Viehzucht, Rebbau und handwerklicher Heimarbeit.

Die Bürger bewirtschafteten Felder ausserhalb der Stadtmauer. Innerhalb des Ortskerns standen neben Wohnhäusern auch Scheunen, Ställe und Werkstätten.

Das mittelalterliche Marktrecht blieb von grosser Bedeutung. Vieh-, Waren- und Jahrmärkte zogen Besucherinnen und Besucher aus dem gesamten Zürcher Unterland an.

Nach dem Zusammenbruch der Alten Eidgenossenschaft verloren die überlieferten ständischen Stadtrechte ihre frühere rechtliche Bedeutung. Das Marktrecht blieb jedoch erhalten.

Bezirkshauptort

Während der Helvetischen Republik gehörte Bülach zeitweise zu wechselnden Verwaltungsbezirken.

Mit der Zürcher Kantonsverfassung von 1831 wurde der heutige Bezirk Bülach geschaffen. Die Stadt wurde dessen Hauptort.

Seither beherbergt Bülach verschiedene regionale Behörden und öffentliche Einrichtungen, darunter Bezirksverwaltung, Bezirksgericht, Notariat, Polizei- und Sozialbehörden.

1849 trennte sich Bachenbülach von Bülach und wurde eine eigenständige politische Gemeinde.

Eisenbahn und Industrialisierung

Der Anschluss an das Eisenbahnnetz leitete in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts einen tiefgreifenden Wandel ein.

1876 wurde die Bahnstrecke zwischen Zürich und Bülach eröffnet. Kurz danach folgten Verbindungen nach Winterthur, Eglisau, Schaffhausen und Baden.

Bülach entwickelte sich zu einem Eisenbahnknoten. Die verbesserte Erreichbarkeit erleichterte die Ansiedlung von Industrie- und Gewerbebetrieben.

1891 nahm die Glashütte Bülach ihren Betrieb auf. Sie stellte Flaschen, Konservengläser, Pharmaglas und weitere Glasprodukte her.

Besonders bekannt wurden die grünlichen Einmachgläser, die im schweizerischen Sprachgebrauch als Bülacher Gläser bezeichnet werden.

Neben der Glashütte entstanden Betriebe des Maschinenbaus, der Metallverarbeitung, des Baugewerbes und der Nahrungsmittelproduktion.

Glashütte Bülach

Die Glashütte war während mehr als eines Jahrhunderts einer der bedeutendsten Arbeitgeber der Stadt.

Sie wurde 1891 mit zunächst rund 125 Beschäftigten eröffnet. Im 20. Jahrhundert ging sie in der Vetropack-Gruppe auf.

Die Glasproduktion wurde Ende Februar 2002 nach 111 Betriebsjahren eingestellt.[4]

Die Schliessung beendete eine für die Identität Bülachs prägende Industrieepoche. Mehrere historische Bauten und Bezeichnungen erinnern an den früheren Betrieb.

Das frei gewordene Areal wurde später als Teil von Bülach Nord neu entwickelt.

Entwicklung im 20. Jahrhundert

Das Bevölkerungs- und Siedlungswachstum beschleunigte sich nach dem Zweiten Weltkrieg.

Neue Wohnquartiere, Schulen, Strassen, Sportanlagen und öffentliche Einrichtungen entstanden ausserhalb der historischen Stadtgrenzen.

1919 wurde Eschenmosen von Winkel abgetrennt und Bülach zugeteilt.

Die Nähe zum 1948 eröffneten Flughafen Zürich beeinflusste die wirtschaftliche und räumliche Entwicklung. Bülach profitierte von neuen Arbeitsplätzen und Verkehrsverbindungen, war aber zugleich zunehmend von Fluglärm betroffen.

1974 wurde der Grosse Gemeinderat als kommunales Parlament eingeführt. Er trägt heute die Bezeichnung Stadtparlament.

Bülach Nord

Im Norden der Stadt lagen die früheren Areale der Glashütte und der Sulzer-Giesserei.

Nach der Schliessung beider Industriebetriebe entstanden auf dem ungefähr 100'000 Quadratmeter grossen Gebiet neue Quartiere.

Die Areale Glasi und Guss umfassen Wohnungen, Geschäfte, Büros, Gastronomie, Grünräume und Gemeinschaftseinrichtungen. Ein Teil der Industriearchitektur wurde erhalten oder in die Neubebauung integriert.

Die Entwicklung von Bülach Nord führte zu einem starken Bevölkerungswachstum und verlagerte den städtischen Schwerpunkt über die Bahnlinie hinaus.

Eine Passerelle über die Gleise soll das neue Quartier mit dem Bahnhof, dem Stadtzentrum, dem Spitalwald und den öffentlichen Einrichtungen im Westen verbinden.[5]

Wappen

Das Wappen von Bülach zeigt in Rot den heiligen Laurentius in silbernem Gewand mit goldenem Nimbus. In einer Hand hält er einen goldenen Palmzweig, in der anderen einen silbernen Rost.

Der heilige Laurentius war Schutzpatron der mittelalterlichen Pfarrkirche. Der Rost erinnert an das Martyrium des Heiligen.

Das Motiv ist bereits auf historischen Stadtsiegeln belegt. Die heutige Darstellung wurde im 20. Jahrhundert vereinheitlicht.

Politik

Stadtparlament

Bülach besitzt seit 1974 ein kommunales Parlament. Das Stadtparlament ist das gesetzgebende Organ und ersetzt die Gemeindeversammlung.

Es besteht aus 28 Mitgliedern, die nach dem Verhältniswahlverfahren gewählt werden.

Für die Amtsperiode 2026–2030 verteilen sich die Sitze wie folgt:[6]

Zusammensetzung des Stadtparlaments 2026–2030
Partei Sitze
SVP 8
SP 6
FDP 4
GLP 3
Grüne 3
EVP 2
Die Mitte 1
EDU 1

Das Parlament entscheidet unter anderem über das Budget, die Jahresrechnung, kommunale Reglemente, grössere Kredite und planerische Vorlagen.

Seine Sitzungen sind öffentlich. Zur Vorbereitung der Geschäfte bestehen eine Geschäftsprüfungskommission, eine Rechnungsprüfungskommission und mehrere Fachkommissionen.

Stadtrat

Der Stadtrat ist die siebenköpfige Exekutive.

Seit dem 1. Juli 2026 ist Frauke Böni Stadtpräsidentin. Sie setzte sich im zweiten Wahlgang vom 14. Juni 2026 gegen Andrea Spycher durch.[7]

Dem Stadtrat für die Amtsperiode 2026–2030 gehören an:

Stadtrat 2026–2030
Mitglied Ressort
Frauke Böni Präsidiales
Daniel Ammann Bevölkerung und Sicherheit
Rosa Pfister-Kempf Bildung
Markus Surber Finanzen und Informatik
Andreas Müller Planung und Bau
Mark Eberli Soziales und Gesundheit
Andrea Spycher Umwelt und Infrastruktur

Der Stadtrat führt die Verwaltung, vollzieht die Beschlüsse des Stadtparlaments und vertritt die Stadt nach aussen.[8]

Wirtschaft

Bülach ist ein bedeutender Arbeits- und Wirtschaftsstandort des Zürcher Unterlands.

Im Jahr 2023 bestanden rund 1'400 Arbeitsstätten mit 11'445 Beschäftigten. Der überwiegende Teil arbeitete im Dienstleistungssektor.[1]

Die Wirtschaftsstruktur umfasst:

  • Gesundheitswesen;
  • Handel und Detailhandel;
  • Baugewerbe;
  • Maschinen- und Metallindustrie;
  • Logistik;
  • Unternehmensdienstleistungen;
  • öffentliche Verwaltung;
  • Bildung;
  • Gastronomie;
  • flughafenbezogene Dienstleistungen.

Das Spital Bülach gehört zu den grössten Arbeitgebern der Region. Es stellt die medizinische Grund- und Notfallversorgung für einen grossen Teil des Zürcher Unterlands sicher.

Gewerbe- und Industriegebiete liegen unter anderem im Norden der Stadt, entlang der Schaffhauserstrasse, beim Bahnhof und in den südlichen Quartieren.

Die Nähe zum Flughafen Zürich beeinflusst den Arbeitsmarkt stark. Zahlreiche Einwohnerinnen und Einwohner arbeiten am Flughafen oder bei dort ansässigen Unternehmen.

Verkehr

Eisenbahn

Der Bahnhof Bülach ist ein wichtiger Eisenbahnknoten des Zürcher Unterlands.

Bahnstrecken führen von Bülach nach:

  • Zürich und Oerlikon;
  • Eglisau, Schaffhausen und Deutschland;
  • Winterthur;
  • Embrach und Waldshut;
  • Baden und das Furttal.

Im Fahrplanjahr 2026 wird Bülach unter anderem durch folgende Linien bedient:

  • S3;
  • S9;
  • S36;
  • S41;
  • RegioExpress-Verbindungen zwischen Zürich und Schaffhausen.

Dadurch bestehen direkte Verbindungen nach Zürich, Winterthur, Schaffhausen, Waldshut und in weitere regionale Zentren.

Busverkehr

Der Bushof beim Bahnhof ist der zentrale Umsteigepunkt des regionalen Busverkehrs.

Buslinien verbinden Bülach unter anderem mit:

  • Bachenbülach;
  • Flughafen Zürich;
  • Kloten;
  • Winkel;
  • Embrach;
  • Höri;
  • Hochfelden;
  • Glattfelden;
  • Stadel;
  • Rafz;
  • Eglisau.

Zusätzliche Stadtbuslinien erschliessen die Wohnquartiere, das Spital, das Sportzentrum, die Schulen und Bülach Nord.

Strassenverkehr

Bülach liegt an der Hauptverkehrsachse zwischen Zürich und Schaffhausen.

Die Autobahn A51 führt vom Flughafen nach Bülach. Nördlich der Stadt geht sie in die Hauptstrasse in Richtung Eglisau und Schaffhausen über.

Weitere regionale Strassen führen nach Winterthur, Embrach, Baden und ins Rafzerfeld.

Die hohe Verkehrsbelastung gehört zu den wichtigsten Herausforderungen der Stadtentwicklung. Schwerpunkte sind die Entlastung des Zentrums, die Verbesserung der Verkehrssicherheit und die Förderung des öffentlichen Verkehrs sowie des Fuss- und Veloverkehrs.

Flughafen Zürich

Der Flughafen Zürich liegt wenige Kilometer südlich von Bülach.

Die Nähe bietet wirtschaftliche Vorteile und gute internationale Verbindungen. Gleichzeitig sind Teile des Gemeindegebiets von Fluglärm und raumplanerischen Einschränkungen betroffen.

Fluglärm, Nachtflugregelungen und die Entwicklung des Flughafens gehören deshalb zu den regelmässig diskutierten politischen Themen.

Bildung

Bülach ist ein bedeutender Bildungsstandort.

Die Stadt führt zahlreiche Kindergärten und Primarschulen. Die Sekundarschule wird von einer eigenen Schulgemeinde getragen.

Zu den Schul- und Bildungsstandorten gehören unter anderem:

  • Schulhaus Allmend;
  • Schulhaus Hohfuri;
  • Schulhaus Lindenhof;
  • Schulhaus Schwerzgrueb;
  • Schulhaus Böswisli;
  • Schulhaus Guss;
  • verschiedene Kindergartenstandorte;
  • Sekundarschulanlagen.

Die Kantonsschule Zürcher Unterland bietet gymnasiale Bildung für Jugendliche aus dem gesamten Bezirk und angrenzenden Regionen.

Die Berufsschule Bülach ist ein bedeutendes Zentrum der beruflichen Grund- und Weiterbildung.

Weitere Angebote bestehen in den Bereichen Musik, Erwachsenenbildung, Sprachen und berufliche Qualifikation.

Gesundheit und Soziales

Das Spital Bülach versorgt das Zürcher Unterland mit stationären und ambulanten medizinischen Leistungen.

Es verfügt unter anderem über:

  • Notfallstation;
  • Innere Medizin;
  • Chirurgie;
  • Frauenklinik;
  • Geburtshilfe;
  • Intensivmedizin;
  • radiologische und diagnostische Angebote.

Daneben bestehen zahlreiche Arztpraxen, Apotheken, Therapiezentren, Pflegeeinrichtungen und Spitex-Angebote.

Bülach ist Sitz der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde Bülach Nord und weiterer regionaler Sozialdienste.

Religion

Die reformierte Kirche in der Altstadt geht auf mehrere mittelalterliche Vorgängerbauten zurück. Eine Kirche in Bülach ist bereits in der Urkunde von 811 belegt.

Nach der Reformation von 1523 wurde Bülach mehrheitlich evangelisch-reformiert.

Mit der Industrialisierung und der Zuwanderung nahm der Anteil der römisch-katholischen Bevölkerung zu. Die katholische Dreifaltigkeitskirche wurde im 20. Jahrhundert zum Zentrum einer regionalen Pfarrei.

Heute bestehen in Bülach ausserdem Freikirchen, orthodoxe Gemeinschaften, muslimische Vereine und weitere religiöse Gruppen.

Der Anteil der konfessionslosen Bevölkerung hat in den vergangenen Jahrzehnten deutlich zugenommen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Altstadt

Die Altstadt ist der historische und kulturelle Mittelpunkt Bülachs.

Sie besitzt einen ovalen Grundriss, der dem Verlauf der früheren Stadtbefestigung folgt. Zahlreiche Häuser stammen in ihren Grundstrukturen aus der frühen Neuzeit.

Geschäfte, Restaurants, öffentliche Gebäude und Plätze machen die Altstadt zugleich zu einem lebendigen Stadtzentrum.

Rathaus

Das Rathaus wurde 1672 und 1673 errichtet.

Der markante Giebelbau besitzt eine reich gestaltete Fachwerkfassade und einen historischen Ratssaal. Es gilt als ältestes noch erhaltenes Rathaus im Kanton Zürich.[9]

Das Gebäude wird weiterhin für politische, repräsentative und kulturelle Zwecke genutzt.

Reformierte Kirche

Die reformierte Kirche steht im Zentrum der Altstadt.

Archäologische Untersuchungen wiesen mehrere Bauphasen von frühmittelalterlichen und romanischen Vorgängerkirchen bis zum heutigen Bau nach.

Der Kirchturm ist weithin sichtbar und gehört zu den Wahrzeichen Bülachs.

Stadtmauer

Von der mittelalterlichen Stadtbefestigung sind mehrere Abschnitte erhalten.

Teile der Mauer wurden in Wohn- und Wirtschaftsgebäude integriert. Ihr Verlauf ist im Stadtbild weiterhin gut erkennbar.

Die erhaltenen Mauerzüge gehören zu den umfangreichsten mittelalterlichen Stadtmauerresten im Kanton Zürich.

Museum Bülach

Das Museum Bülach vermittelt die Geschichte der Stadt und ihrer Umgebung.

Die Ausstellungen behandeln unter anderem:

  • Ur- und Frühgeschichte;
  • mittelalterliche Stadtentwicklung;
  • Handwerk und Landwirtschaft;
  • Glashütte und Industrialisierung;
  • Alltags- und Vereinsgeschichte;
  • Bevölkerungs- und Siedlungsentwicklung.

Sigristenkeller

Der Sigristenkeller ist ein Kulturzentrum in der Altstadt.

Er dient als Veranstaltungsort für Konzerte, Theater, Kleinkunst, Lesungen und gesellschaftliche Anlässe.

Bülacher Fibel

Die Bülacher Fibel ist ein bedeutender archäologischer Fund aus einem alemannischen Frauengrab des 6. Jahrhunderts.

Die silbervergoldete Gewandspange trägt eine Runeninschrift und gehört zu den wichtigsten frühmittelalterlichen Schriftzeugnissen der Schweiz.

Das Original befindet sich im Schweizerischen Nationalmuseum.

Glasi-Quartier

Das Glasi-Quartier entstand auf dem Areal der früheren Glashütte.

Die Überbauung verbindet Wohngebäude, Gewerbeflächen, Gastronomie, Plätze und Grünräume. Historische Bezüge zur Glasproduktion wurden in die Gestaltung und Benennung des Quartiers aufgenommen.

Brauchtum und Veranstaltungen

Bülach besitzt ein lebendiges Vereins- und Veranstaltungsleben.

Zu den traditionellen oder regelmässigen Anlässen gehören:

  • Wochen- und Warenmärkte;
  • Weihnachtsmarkt;
  • Stadtfest;
  • Fasnachtsveranstaltungen;
  • Konzerte in der Altstadt;
  • Sportanlässe;
  • das Bächtele am 2. Januar;
  • kulturelle Aufführungen im öffentlichen Raum.

Das historische Marktrecht wird bis heute durch verschiedene Märkte weitergeführt.

Natur und Freizeit

Rund 39 Prozent des Gemeindegebiets sind bewaldet.

Beliebte Naherholungsgebiete sind:

  • Rhinsberg;
  • Spitalwald;
  • Hardwald;
  • Glattufer;
  • Eschenmosen;
  • Nussbaumen;
  • landwirtschaftliche Wege zwischen Bülach und den Nachbargemeinden.

Wander- und Velowege führen nach Eglisau, Embrach, Glattfelden, ins Neeracherried und entlang der Glatt.

Das Sportzentrum Hirslen bietet Hallen- und Freibäder, Eissportanlagen, Sporthallen, Fussballplätze und weitere Einrichtungen.

Zusätzlich bestehen Tennisanlagen, Fitnessangebote, Schiesssportanlagen, Spielplätze und zahlreiche Vereinssportangebote.

Stadtentwicklung

Das schnelle Wachstum stellt Bülach vor grosse planerische Aufgaben.

Zu den Schwerpunkten gehören:

  • Integration von Bülach Nord in die bestehende Stadt;
  • Ausbau von Schulen und Betreuungseinrichtungen;
  • Entwicklung des Bahnhofgebiets;
  • Verbesserung der Verbindungen über die Bahnlinie;
  • Schaffung bezahlbaren Wohnraums;
  • Aufwertung von Strassen und öffentlichen Plätzen;
  • Schutz der Altstadt;
  • Umgang mit Flug- und Strassenlärm;
  • Anpassung an Hitze und Starkregen;
  • Förderung der Biodiversität.

Die Stadt verfolgt das langfristige Entwicklungsziel «Bülach 2040». Dabei sollen das Bevölkerungswachstum, die wirtschaftliche Entwicklung und die Erhaltung von Landschaft und Lebensqualität miteinander verbunden werden.

Partnerstadt

Bülach unterhält eine Partnerschaft mit Santeramo in Colle in der süditalienischen Region Apulien.

Die Partnerschaft entstand aus den Beziehungen zur italienischen Bevölkerung, die während der Industrialisierung und besonders nach dem Zweiten Weltkrieg nach Bülach zuwanderte.

Begegnungen zwischen Schulen, Vereinen, Behörden und Privatpersonen fördern den kulturellen Austausch.

Bedeutung

Bülach ist das politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Zentrum des nördlichen Zürcher Unterlands.

Die Stadt verbindet eine mittelalterliche Altstadt mit grossen neuen Wohnquartieren, regionalen Bildungs- und Gesundheitseinrichtungen sowie einer langen Industriegeschichte.

Ihre Lage nahe Zürich, Winterthur, Schaffhausen und dem Flughafen macht sie zu einem attraktiven Wohn- und Arbeitsort.

Das starke Wachstum verändert die Stadtstruktur grundlegend. Die zentrale Herausforderung besteht darin, den urbanen Ausbau mit der historischen Identität, der Verkehrskapazität und dem Schutz der grossen Wald- und Landschaftsräume zu vereinbaren.

Literatur

  • Hermann Fietz: Die Kunstdenkmäler des Kantons Zürich. Band II: Die Bezirke Bülach, Dielsdorf, Hinwil, Horgen und Meilen. Birkhäuser, Basel 1943.
  • Werner Drack: Die Alamannen in Bülach. Zürich.
  • Joachim Werner: Das alamannische Gräberfeld von Bülach. Basel 1953.
  • Stadt Bülach: Ortsgeschichte und Ortschronik der Stadt Bülach. Bülach.
  • Zürcher Denkmalpflege: Inventare und Berichte zu Altstadt, Rathaus, Kirche und Stadtmauer von Bülach.
  • Kantonsarchäologie Zürich: Publikationen zu den archäologischen Fundstellen in Bülach.

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Stadt Bülach: Bülach in Zahlen, abgerufen am 23. Juli 2026.
  2. Stadt Bülach: Bevölkerung, abgerufen am 23. Juli 2026.
  3. Stadt Bülach: Geschichte, abgerufen am 23. Juli 2026.
  4. Vetropack: Geschichte des Unternehmens, abgerufen am 23. Juli 2026.
  5. Stadt Bülach: Passerelle Bülach, abgerufen am 23. Juli 2026.
  6. Stadt Bülach: Stadtparlament, abgerufen am 23. Juli 2026.
  7. Stadt Bülach: Frauke Böni ist die zukünftige Stadtpräsidentin Bülachs, 14. Juni 2026, abgerufen am 23. Juli 2026.
  8. Stadt Bülach: Der Stadtrat hat sich konstituiert, 1. Juli 2026, abgerufen am 23. Juli 2026.
  9. Kanton Zürich: Inventar der Denkmalschutzobjekte von überkommunaler Bedeutung, Rathaus Bülach, 2021, abgerufen am 23. Juli 2026.