Bahnhof Schwerzenbach ZH

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Bahnhof Schwerzenbach ZH
Bahnhof Schwerzenbach ZH
Gemeinde Schwerzenbach
Bezirk Uster
Kanton Zürich
Staat Schweiz
Betriebliche Art Durchgangsbahnhof
Eigentümerin SBB
Infrastrukturbetreiberin SBB Infrastruktur
Strecke Wallisellen–Uster–Rapperswil
Linien S9, S14 und SN9
Perrongleise 3
Eröffnung 1. August 1856
Neubau Aufnahmegebäude 1985
Architekt Max Vogt
Höhenlage 443 m ü. M.
Tarifzone 121 (ZVV)
DiDok-Nummer 3127
UIC-Nummer 8503127
Betriebsstellenkürzel SCWE
Nachbarstationen Dübendorf und Nänikon-Greifensee

Der Bahnhof Schwerzenbach ZH ist ein Bahnhof in der politischen Gemeinde Schwerzenbach im Bezirk Uster des Kantons Zürich. Er liegt an der Bahnstrecke von Wallisellen über Uster und Wetzikon nach Rapperswil, die auf ihrem westlichen Abschnitt auch als Glatthalbahn bezeichnet wird. Im Fahrplan trägt die Station den Namen Schwerzenbach ZH, während im örtlichen Sprachgebrauch meist vom Bahnhof Schwerzenbach die Rede ist.

Die Station wird von den Linien S9 und S14 der S-Bahn Zürich bedient. In den Wochenendnächten hält zudem die Nacht-S-Bahn SN9. Gemeinsam mit dem unmittelbar angrenzenden Busbahnhof bildet die Bahnstation einen bedeutenden Verkehrsknotenpunkt für Schwerzenbach, Volketswil, Fällanden und weitere Gemeinden im mittleren Glattal.

Der Bahnhof wurde am 1. August 1856 zusammen mit der ersten Strecke der historischen Glatthalbahn eröffnet. Damit gehört er zu den ältesten noch betriebenen Bahnstationen im Kanton Zürich. Das heutige Aufnahmegebäude entstand 1985 nach einem Entwurf des SBB-Architekten Max Vogt.[1][2]

Lage

Der Bahnhof befindet sich am nordöstlichen Rand des historischen Siedlungskerns von Schwerzenbach. Er liegt zwischen der Bahnstrasse auf der Südseite und der Kornstrasse beziehungsweise dem Gewerbegebiet auf der Nordseite. Das alte Dorfzentrum mit der reformierten Kirche liegt wenige Gehminuten südwestlich der Station.

Die Bahnstrecke verläuft im Bahnhofbereich ungefähr von Nordwesten nach Südosten. In Richtung Zürich folgt der Bahnhof Dübendorf, während in Richtung Uster der Bahnhof Nänikon-Greifensee die nächste Station ist. Die Gleisanlagen liegen auf einer Höhe von rund 443 Metern über Meer.

Unmittelbar westlich des Bahnhofs führt die Strecke über die Glatt. Südlich der Bahnlinie fliesst der Chimlibach durch das Gemeindegebiet und mündet wenig später in die Glatt. Der Greifensee liegt rund zwei Kilometer südlich der Station.

Der Bahnhof befindet sich nahe der Gemeindegrenze zu Volketswil. Obwohl Volketswil zu den einwohnerreicheren Gemeinden des Kantons Zürich gehört, besitzt es keine eigene Bahnstation. Der Bahnhof Schwerzenbach übernimmt deshalb einen grossen Teil der Bahnerschliessung für Volketswil. Mehrere Buslinien verbinden die Station mit dem Dorfzentrum, den Wohnquartieren und den ausgedehnten Gewerbe- und Einkaufsgebieten der Nachbargemeinde.

Die Koordinaten des Bahnhofs lauten ungefähr 47,3844 Grad nördlicher Breite und 8,6587 Grad östlicher Länge. Der Bahnhof liegt innerhalb der ZVV-Tarifzone 121.[3]

Anlage

Der Bahnhof besitzt drei Perrongleise. Die Perronanlagen bestehen aus einem Hausperron beim Aufnahmegebäude und einem Mittelperron. Eine Personenunterführung verbindet die Perrons mit den Zugängen auf der Süd- und Nordseite der Bahnstrecke.

Die durchgehenden Gleise gehören zur vollständig doppelspurigen Strecke zwischen Wallisellen und Uster. Das zusätzliche Perrongleis ermöglicht betriebliche Überholungen, das Wenden einzelner Züge und eine flexible Abwicklung des S-Bahn-Verkehrs. Weitere Gleise dienten früher dem örtlichen Güterverkehr und den Anschlussgleisen der Industriegebiete von Schwerzenbach und Volketswil.

Die Perrons verfügen über gedeckte Wartebereiche, Sitzgelegenheiten, digitale Fahrgastinformationen und Billettautomaten. Erhöhte Perronkanten ermöglichen bei den eingesetzten Niederflur- und Doppelstockfahrzeugen einen weitgehend niveaugleichen Einstieg.

Der hindernisfreie Umbau wurde in mehreren Etappen durchgeführt. Im Jahr 2021 passten die SBB die Perronanlage und das Kundencenter an die Anforderungen des Behindertengleichstellungsgesetzes an. Im Jahr 2023 folgten der neue Liftturm beim südlichen Zugang und die Anpassung des Bereichs an der Kornstrasse. Seit Abschluss dieser Arbeiten sind die Perrons von beiden Seiten der Bahnstrecke stufenfrei erreichbar.[4]

Aufnahmegebäude

Das heutige Aufnahmegebäude wurde 1985 nach Plänen des SBB-Architekten Max Vogt errichtet. Es ersetzte die ältere Bahnhofanlage, deren Bauten noch aus verschiedenen Entwicklungsphasen des 19. und frühen 20. Jahrhunderts stammten.

Der langgestreckte Bau ist durch Sichtbeton, Flachdächer und stark horizontal ausgerichtete Gebäudeteile geprägt. Ein höherer, kubischer Baukörper erhebt sich über den eingeschossigen Bereichen mit den Publikums- und Gewerberäumen. Zur Bahnseite hin erstreckt sich ein breites Perrondach.

Die Architektur entspricht der späten Schaffensphase Max Vogts, der von 1957 bis 1989 für die Hochbausektion der SBB-Kreisdirektion III tätig war. Vogt entwarf oder leitete die Planung von rund 200 Bahnbauten in der Deutschschweiz. Zu seinen bekanntesten Werken gehören die Bahnhöfe Zürich Altstetten, Stäfa, Herrliberg-Feldmeilen und Killwangen-Spreitenbach sowie das Zentralstellwerk beim Zürcher Hauptbahnhof.

Beim Bahnhof Schwerzenbach verband Vogt die Funktionen eines Aufnahmegebäudes, eines Perronzugangs, einer Verkaufsstelle und gewerblich nutzbarer Räume in einer zusammenhängenden Betonarchitektur. Charakteristisch sind die kräftigen horizontalen Linien, die zurückversetzten Fassaden und die Verbindung zwischen massiven Betonflächen und grosszügigen Verglasungen.[5]

Im Aufnahmegebäude befinden sich eine bediente Verkaufs- und Beratungsstelle, ein Migrolino-Verkaufsgeschäft, eine öffentliche Toilette sowie weitere Dienstleistungs- und Gewerberäume. Am Bahnhof steht den Reisenden zudem SBB-WLAN zur Verfügung.[6]

Ausstattung und kombinierte Mobilität

Der Bahnhof ist auf den regionalen Pendlerverkehr und das Umsteigen zwischen Bahn, Bus, Velo und Auto ausgerichtet. Auf beiden Seiten der Bahnstrecke bestehen Zugänge für den Fuss- und Veloverkehr.

Nach Angaben der SBB stehen 174 gedeckte Veloabstellplätze zur Verfügung. Die P+Rail-Anlage umfasst 56 reguläre Parkplätze und einen Parkplatz für Menschen mit Behinderung. Beim Bahnhof befindet sich ausserdem ein Mobility-Carsharing-Standort.[6]

Die Personenunterführung dient nicht nur als Zugang zu den Perrons, sondern auch als wichtige Verbindung zwischen den Siedlungs- und Gewerbegebieten südlich und nördlich der Bahnlinie. Der südliche Zugang führt zum Bahnhofplatz und zum Busbahnhof. Der nördliche Zugang erschliesst die Kornstrasse und die angrenzenden Arbeitsgebiete.

Verkehr

S-Bahn

Im Fahrplanjahr 2026 wird Schwerzenbach ZH von den Linien S9 und S14 der S-Bahn Zürich bedient.[7]

Die S9 verbindet Schwerzenbach über die Zürcher Innenstadt mit dem Zürcher Unterland und Schaffhausen:

  • S9: Schaffhausen – Neuhausen – Jestetten – Lottstetten – Rafz – Eglisau – Bülach – Oberglatt ZH – Rümlang – Glattbrugg – Zürich Oerlikon – Zürich Hardbrücke – Zürich Hauptbahnhof – Zürich Stadelhofen – Stettbach – Dübendorf – Schwerzenbach ZH – Nänikon-Greifensee – Uster

Die Linie verkehrt grundsätzlich im Halbstundentakt. Sie bietet von Schwerzenbach die schnellste direkte Verbindung in die Zürcher Innenstadt. Die Fahrt nach Zürich Hauptbahnhof dauert rund eine Viertelstunde. In der Gegenrichtung werden Uster und die angrenzenden Gebiete am Greifensee erreicht.[8]

Die S14 verkehrt auf einem anderen Linienweg durch den Raum Zürich:

  • S14: Affoltern am Albis – Hedingen – Bonstetten-Wettswil – Birmensdorf ZH – Urdorf – Zürich Altstetten – Zürich Hauptbahnhof – Zürich Oerlikon – Wallisellen – Dübendorf – Schwerzenbach ZH – Nänikon-Greifensee – Uster – Aathal – Wetzikon ZH – Hinwil

Auch die S14 wird grundsätzlich im Halbstundentakt angeboten. Sie verbindet Schwerzenbach direkt mit Zürich Oerlikon, Wallisellen, dem Knonaueramt und dem Zürcher Oberland. Auf dem Abschnitt zwischen Schwerzenbach und Uster ergänzt sie die S9.[9]

Durch die zeitlich versetzten Abfahrten der beiden Linien bestehen tagsüber in der Regel vier S-Bahn-Verbindungen pro Stunde in jede Richtung. Nach Zürich Hauptbahnhof führen die Züge über zwei unterschiedliche Strecken: Die S9 fährt über Stettbach und Zürich Stadelhofen, die S14 über Wallisellen und Zürich Oerlikon.

Nachtnetz

In den Nächten von Freitag auf Samstag und von Samstag auf Sonntag hält die Nacht-S-Bahn SN9:

  • SN9: Bülach – Niederglatt ZH – Oberglatt ZH – Rümlang – Glattbrugg – Zürich Oerlikon – Zürich Hardbrücke – Zürich Hauptbahnhof – Zürich Stadelhofen – Stettbach – Dübendorf – Schwerzenbach ZH – Nänikon-Greifensee – Uster

Die SN9 stellt stündliche Nachtverbindungen nach Zürich, Bülach und Uster her.[10]

Busbahnhof

Südlich des Aufnahmegebäudes liegt der Busbahnhof Schwerzenbach. Er ist einer der wichtigsten Umsteigepunkte des regionalen Busnetzes der VBG Verkehrsbetriebe Glattal. Die Buslinien erschliessen insbesondere Volketswil, Fällanden, Benglen, die Forch, Effretikon, Greifensee und Uster.

Im Fahrplanjahr 2026 halten folgende Tageslinien am Bahnhof:

Linie Wichtigste Verbindung
704 Zürich, Klusplatz – Fällanden – Schwerzenbach ZH, Bahnhof – Volketswil, Hofwisen
705 Schwerzenbach ZH, Bahnhof – Fällanden – Benglen, Bodenacher
706 Schwerzenbach ZH, Bahnhof – Fällanden – Ebmatingen – Forch, Bahnhof
720 Schwerzenbach ZH, Bahnhof – Volketswil – Kindhausen – Effretikon, Bahnhof
721 Schwerzenbach ZH, Bahnhof – Volketswil – Eichstrasse
725 Schwerzenbach ZH, Bahnhof – Volketswil – Gutenswil – Uster, Bahnhof
726 Schwerzenbach ZH, Bahnhof – Volketswil, Dorf
727 Schwerzenbach ZH, Bahnhof – Volketswil – Nänikon – Greifensee, Pfisterhölzli

Im Nachtnetz verkehren die Linien N72 in Richtung Pfäffikon ZH und N74 in Richtung Zürich Hauptbahnhof.[11]

Neugestaltung des Busbahnhofs

Der heutige Busbahnhof entstand zwischen 2011 und 2017. Die Gemeinde Schwerzenbach schrieb 2011 einen offenen Architekturwettbewerb aus, den das Zürcher Büro 10:8 Architekten gewann.

Das zentrale Gestaltungselement ist ein langes, rippenartig aufgebautes Betondach. Es folgt der sägezahnförmigen Anordnung der Bushaltekanten. Sieben Stützenscheiben tragen das Dach und gliedern die einzelnen Einstiegsbereiche. Verglaste Oberlichter führen Tageslicht an den Betonwänden entlang zu den Haltestellen.

Die Architekten orientierten sich bewusst an der Sichtbetonarchitektur des benachbarten Aufnahmegebäudes von Max Vogt. Während das Bahnhofsgebäude durch geschlossene, horizontale Baukörper geprägt ist, erscheint das Dach des Busbahnhofs leichter und stärker gegliedert. Zusammen bilden beide Bauten einen einheitlich wirkenden öffentlichen Raum.

Die Anlage erhielt den Baupreis Zürcher Oberland 2019. Neben den architektonischen Zielen verbesserte das Projekt die Orientierung, die Witterungsgeschütztheit und die Umsteigewege zwischen Bahn und Bus.[2]

Geschichte

Eröffnung durch die Glatthalbahn

Die Industrialisierung des Zürcher Oberlands führte in der Mitte des 19. Jahrhunderts zu Forderungen nach einer Eisenbahnverbindung zwischen Zürich und Uster. Besonders Unternehmer aus Uster und der Umgebung setzten sich für den Bau ein.

Die Glatthalbahn-Gesellschaft errichtete eine normalspurige Strecke von Wallisellen über Dübendorf, Schwerzenbach und Nänikon nach Uster. Sie wurde am 1. August 1856 eröffnet. Schwerzenbach erhielt damit bereits früh einen eigenen Anschluss an das entstehende schweizerische Eisenbahnnetz.[12]

Die Station lag damals ausserhalb des kleinen Bauerndorfs. Das Siedlungsgebiet konzentrierte sich rund um die Kirche und die Dorfstrasse, während zwischen Dorf und Bahnhof noch weitgehend landwirtschaftlich genutztes Land lag.

Trotz des frühen Bahnanschlusses blieb die Industrialisierung Schwerzenbachs zunächst gering. Nach Angaben der Gemeinde und des Historischen Lexikons der Schweiz fehlten geeignete Wasserläufe für grössere Industriebetriebe. Lediglich einzelne Unternehmen, darunter ein Betrieb der Seidenindustrie, liessen sich nieder.[13]

Vereinigte Schweizerbahnen

Die finanziellen Mittel der Glatthalbahn reichten nicht aus, um die geplante Strecke aus eigener Kraft weiterzubauen. Sie vereinigte sich deshalb mit der St. Gallisch-Appenzellischen Eisenbahn und einer damaligen Südostbahn-Gesellschaft zu den Vereinigten Schweizerbahnen (VSB).

Unter der Leitung der VSB wurde die Linie am 9. November 1857 nach Wetzikon, am 15. August 1858 nach Rüti und am 15. Februar 1859 über Rapperswil weitergeführt. Schwerzenbach lag damit an einer durchgehenden Verbindung von Zürich ins Zürcher Oberland und in die Ostschweiz.[12]

Die Station diente sowohl dem Personenverkehr als auch dem örtlichen Güterumschlag. Transportiert wurden unter anderem landwirtschaftliche Erzeugnisse, Vieh, Baumaterialien, Brennstoffe und Stückgut.

Übergang an die SBB

Im Zuge der Verstaatlichung der grossen privaten Bahngesellschaften gingen die Vereinigten Schweizerbahnen 1902 in den neu gegründeten Schweizerischen Bundesbahnen auf. Der Bahnhof Schwerzenbach wurde damit Teil des SBB-Netzes.

Am 2. Oktober 1932 nahmen die SBB den elektrischen Betrieb auf der Strecke Wallisellen–Uster–Rapperswil auf. Die Elektrifizierung mit 15 Kilovolt Wechselstrom bei 16,7 Hertz ermöglichte den Einsatz elektrischer Lokomotiven und Triebwagen und löste die Dampflokomotiven im regulären Verkehr ab.[12]

Während des 20. Jahrhunderts wuchs die Bedeutung der Bahn für den Pendlerverkehr. Schwerzenbach entwickelte sich seit den 1950er- und 1960er-Jahren von einem Bauerndorf zu einer Agglomerationsgemeinde. Neue Wohnquartiere entstanden zwischen dem alten Dorfkern und der Bahnstation sowie nördlich der Gleise.

Auch Volketswil wuchs stark. Weil dort keine eigene Bahnlinie durch das Siedlungsgebiet führt, entwickelte sich Schwerzenbach zu dessen wichtigstem Anschluss an das Zürcher S-Bahn-Netz.

Güter- und Industriegleise

Mit der Entwicklung der Gewerbegebiete von Schwerzenbach und Volketswil entstanden zusätzliche Güter- und Anschlussgleise. In den 1960er- und 1970er-Jahren wurde insbesondere ein Industrie-Stammgleis für die Gemeinde Volketswil geplant und gebaut.[14]

Die Gleise dienten der Versorgung von Industrie- und Gewerbebetrieben mit Güterwagen. Mit der zunehmenden Verlagerung des Stückgut- und Wagenladungsverkehrs auf die Strasse verloren sie später an Bedeutung. Teile der früheren Güteranlagen wurden zurückgebaut oder für andere bahnbetriebliche Zwecke verwendet.

Doppelspurausbau

Das starke Bevölkerungswachstum im Glattal und im Zürcher Oberland führte seit den 1960er-Jahren zu einer raschen Zunahme des Bahnverkehrs. Die ursprünglich eingleisige Strecke Wallisellen–Uster entwickelte sich zu einem betrieblichen Engpass.

Am 18. Februar 1979 bewilligte die Zürcher Stimmbevölkerung einen Kantonsbeitrag von 49,6 Millionen Franken für den Doppelspurausbau. Die Arbeiten begannen im Oktober 1980.

Der erste Doppelspurabschnitt zwischen Wallisellen und Dübendorf wurde am 31. Juli 1983 eröffnet. Seit dem 30. September 1984 ist die gesamte Strecke zwischen Wallisellen und Uster doppelspurig befahrbar.[12]

In Schwerzenbach wurden die Gleis-, Perron- und Sicherungsanlagen umfassend erneuert. Der Ausbau verbesserte die Leistungsfähigkeit der Strecke und schuf eine wichtige Voraussetzung für den späteren dichten S-Bahn-Takt.

Neues Aufnahmegebäude

Im Zusammenhang mit dem Doppelspurausbau und den Vorbereitungen für die Zürcher S-Bahn entstand 1985 das heutige Aufnahmegebäude. Max Vogt entwarf einen modernen Sichtbetonbau, der die älteren Stationsbauten ersetzte.

Der Neubau nahm neben den bahnbetrieblichen und öffentlichen Funktionen auch Verkaufs- und Gewerberäume auf. Seine langgestreckte Form orientierte sich an den Gleisen und fasste den Bahnhofplatz räumlich ein.

Das Gebäude gehört zu den späten Bahnhofsprojekten Vogts. Es ist ein Beispiel für die SBB-Architektur der 1980er-Jahre, in der die Funktionen des klassischen Bahnhofs zunehmend mit Geschäften, Dienstleistungen und Anlagen des regionalen Busverkehrs verbunden wurden.

Zürcher S-Bahn

Am 27. Mai 1990 nahm die S-Bahn Zürich ihren regulären Betrieb auf. Der Bahnhof Schwerzenbach wurde in das neue Linien- und Tarifsystem des Zürcher Verkehrsverbunds integriert.

Die neue Verbindung durch den Hirschengrabentunnel zwischen Zürich Hauptbahnhof und Zürich Stadelhofen sowie der Zürichbergtunnel nach Stettbach verkürzten die Reisezeit zwischen Schwerzenbach und der Zürcher Innenstadt. Die Züge mussten nicht mehr ausschliesslich den längeren Weg über Wallisellen und Zürich Oerlikon benutzen.

Das neue Angebot beschleunigte die Entwicklung Schwerzenbachs und Volketswils als Wohn- und Arbeitsplatzstandorte. Der Bahnhof wurde zu einem stark frequentierten Umsteigepunkt zwischen S-Bahn und Regionalbus.

Die Linienbezeichnungen und Durchbindungen wurden seit 1990 mehrfach verändert. Im Fahrplanjahr 2026 wird die Station von der S9 über Stettbach und von der S14 über Wallisellen bedient.

Umbauten im 21. Jahrhundert

Zwischen 2011 und 2017 wurde der Busbahnhof vollständig neu gestaltet. Das Projekt verbesserte die Haltekanten, die Überdachung und die Umsteigeverbindungen.

Von 2021 bis 2023 folgte der hindernisfreie Umbau der Bahnanlagen. Die Perrons wurden angepasst, die Zugänge erneuert und ein zusätzlicher Lift beim südlichen Zugang gebaut. Gleichzeitig wurden Bereiche der Kornstrasse und der Bahnhofvorfahrt neu geordnet.[4]

Bedeutung

Der Bahnhof Schwerzenbach ZH gehört zu den wichtigsten regionalen Verkehrsknotenpunkten zwischen der Stadt Zürich und dem Zürcher Oberland. Seine Bedeutung reicht deutlich über die vergleichsweise kleine Gemeinde Schwerzenbach hinaus.

Besonders wichtig ist die Station für Volketswil. Die Buslinien verbinden die grossen Wohnquartiere, das Dorfzentrum und die Gewerbegebiete der Nachbargemeinde mit der S-Bahn. Dadurch besitzt der Bahnhof ein wesentlich grösseres Einzugsgebiet, als es die Einwohnerzahl Schwerzenbachs allein erwarten liesse.

Die S9 bietet eine schnelle Verbindung über Stettbach und Zürich Stadelhofen in die Zürcher Innenstadt. Die S14 ergänzt das Angebot über Wallisellen und Zürich Oerlikon. In Richtung Osten bestehen direkte Verbindungen nach Uster, Wetzikon und Hinwil.

Der Bahnhof ist zugleich ein Beispiel für die verkehrsorientierte Entwicklung der Zürcher Agglomeration. Das historische Dorf erhielt bereits 1856 einen Bahnanschluss, wuchs aber erst während der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts stark. Mit dem Doppelspurausbau, dem neuen Aufnahmegebäude, der Einführung der S-Bahn und dem Ausbau des Busbahnhofs wurde die Station schrittweise zu einem modernen Mobilitätszentrum.

Architekturgeschichtlich besitzt das Aufnahmegebäude als Werk Max Vogts Bedeutung. Zusammen mit dem 2017 fertiggestellten Busbahnhof bildet es ein Ensemble aus Sichtbetonbauten unterschiedlicher Epochen.

Siehe auch

Literatur

  • Walter Frei: Zur Geschichte der Glattalbahn. Kulturgemeinschaft Uster, Uster 1956.
  • Ruedi Weidmann, Karl Holenstein: Max Vogt – Bauen für die Bahn 1957–1989. Scheidegger & Spiess, Zürich 2008, ISBN 978-3-85881-185-1.

Einzelnachweise

  1. Zahlen und Fakten. Hrsg.: Gemeinde Schwerzenbach. Abgerufen am 2026-08-04.
  2. 2,0 2,1 Bushof Schwerzenbach. Hrsg.: 10:8 Architekten. Abgerufen am 2026-08-04.
  3. Tarifzonen des Zürcher Verkehrsverbunds. Hrsg.: Zürcher Verkehrsverbund. Abgerufen am 2026-08-04.
  4. 4,0 4,1 BZU 23 Ost, Bahnhof Schwerzenbach Bahnzugang Süd. Hrsg.: Aegerter & Bosshardt AG. Abgerufen am 2026-08-04.
  5. Ruedi Weidmann, Karl Holenstein
    Max Vogt – Bauen für die Bahn 1957–1989. Scheidegger & Spiess, Zürich. ISBN 978-3-85881-185-1.
  6. 6,0 6,1 Bahnhof Schwerzenbach ZH. Hrsg.: Schweizerische Bundesbahnen. Abgerufen am 2026-08-04.
  7. Schwerzenbach ZH und Schwerzenbach ZH, Bahnhof. Hrsg.: Zürcher Verkehrsverbund. Abgerufen am 2026-08-04.
  8. S9 Schaffhausen–Zürich HB–Uster. Hrsg.: Zürcher Verkehrsverbund. Abgerufen am 2026-08-04.
  9. S14 Affoltern am Albis–Zürich HB–Hinwil. Hrsg.: Zürcher Verkehrsverbund. Abgerufen am 2026-08-04.
  10. SN9 Bülach–Zürich HB–Uster. Hrsg.: Zürcher Verkehrsverbund. Abgerufen am 2026-08-04.
  11. Abfahrtskanten Busse am Bahnhof Schwerzenbach. Hrsg.: VBG Verkehrsbetriebe Glattal. Abgerufen am 2026-08-04.
  12. 12,0 12,1 12,2 12,3 Bahnbrechend – Die Geschichte der Eisenbahn im Zürcher Oberland. Hrsg.: Museum Wetzikon. Abgerufen am 2026-08-04.
  13. Schwerzenbach. In: Historisches Lexikon der Schweiz. 2023-09-11. Abgerufen am 2026-08-04.
  14. Schwerzenbach, Industrie-Stammgleis der Gemeinde Volketswil. Hrsg.: SBB Historic. Abgerufen am 2026-08-04.

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