Bahnhof Höri

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Bahnhof Höri
Planungsbezeichnung Station Höri
Gemeinde Höri
Kanton Zürich
Bezirk Bülach
Status geplant
Vorgesehene Bauform S-Bahn-Haltestelle
Strecke Bahnstrecke Oerlikon–Bülach
Nachbarbahnhöfe Niederglatt ZH und Bülach
Eigentümer der Strecke Schweizerische Bundesbahnen
Planungsinstrument Kantonaler Richtplan Zürich
Realisierungshorizont mittel- bis langfristig
Eröffnung nicht festgelegt

Der Bahnhof Höri, in den kantonalen Planungsunterlagen als Station Höri bezeichnet, ist eine geplante S-Bahn-Haltestelle in der politischen Gemeinde Höri im Bezirk Bülach des Kantons Zürich. Sie soll an der Bahnstrecke Oerlikon–Bülach zwischen den bestehenden Bahnhöfen Niederglatt ZH und Bülach entstehen.

Obwohl die doppelspurige Eisenbahnlinie das Gemeindegebiet durchquert, besitzt Höri gegenwärtig keinen regulären Bahnhof. Die Züge der S-Bahn-Linien S9 und SN9 fahren ohne Halt durch die Gemeinde. Eine Ausnahme bildete eine provisorische Haltestelle, die während eines Eisenbahnfestes in den 1980er-Jahren für Sonderzüge eingerichtet wurde.

Der Neubau einer dauerhaften Haltestelle ist im kantonalen Richtplan als mittel- bis langfristiges Vorhaben enthalten. Ein konkretes Bauprojekt mit festgelegtem Standort, Kostenrahmen und Eröffnungstermin besteht jedoch noch nicht.

Lage

Die Bahnstrecke Oerlikon–Bülach durchquert den östlichen Teil der Gemeinde Höri. Sie verläuft zwischen Niederglatt und Bülach ungefähr in südwestlich-nordöstlicher Richtung und berührt insbesondere den Dorfteil Endhöri.

Die geplante Station soll das Siedlungsgebiet von Höri sowie die benachbarten Wohn- und Arbeitsplatzgebiete erschliessen. Der genaue Standort ist in den öffentlich zugänglichen übergeordneten Planungsunterlagen nicht abschliessend festgelegt. Der kantonale Richtplan bezeichnet lediglich eine Station auf dem Gemeindegebiet und sichert damit die weitere Prüfung des Vorhabens.[1]

Höri besteht aus den drei historisch gewachsenen Dorfteilen Endhöri, Niederhöri und Oberhöri. Das Siedlungsgebiet liegt zwischen der Glatt, dem Höriberg und der Stadt Bülach. Die Gemeinde verzeichnete besonders seit den 1960er-Jahren ein starkes Bevölkerungswachstum.[2]

Bezeichnung

In politischen Diskussionen und im allgemeinen Sprachgebrauch wird häufig vom Bahnhof Höri gesprochen. Der kantonale Richtplan verwendet dagegen die Bezeichnung Station Höri und beschreibt das Vorhaben als Neubau einer S-Bahn-Haltestelle.

Eisenbahnbetrieblich wäre voraussichtlich die Bezeichnung Haltestelle zutreffend, sofern die Anlage lediglich aus Perrons an den beiden durchgehenden Streckengleisen bestehen würde und keine zusätzlichen Weichen erhielte. Die endgültige betriebliche Einstufung kann erst im Rahmen eines konkreten Bauprojekts erfolgen.

Eine offizielle Stationsabkürzung, eine internationale Betriebsstellennummer und ein Eröffnungstermin sind noch nicht vergeben.

Geschichte

Bau der Bülach-Regensberg-Bahn

In den frühen 1860er-Jahren entstanden Pläne für eine Eisenbahnverbindung von Zürich Oerlikon ins Zürcher Unterland. Die geplante Strecke sollte sich in Oberglatt in zwei Äste nach Bülach und Dielsdorf teilen.

Der Zürcher Kantonsrat erteilte 1863 die Konzession für die sogenannte Gabeleisenbahn. Die Baukosten wurden vom Kanton Zürich, den beteiligten Gemeinden und der Schweizerischen Nordostbahn getragen. Für die Erstellung der Strecke wurde die Bülach-Regensberg-Bahn gegründet.

Am 30. April 1865 fand die feierliche Einweihung statt. Der fahrplanmässige Betrieb zwischen Oerlikon, Oberglatt und Bülach sowie auf der Zweigstrecke von Oberglatt nach Dielsdorf begann am 1. Mai 1865.[3]

Die Strecke führte durch das Gebiet von Endhöri, doch die Gemeinde erhielt keine eigene Bahnstation. Dadurch blieb Höri trotz der unmittelbar vorbeiführenden Bahn auf die Bahnhöfe in Niederglatt und Bülach angewiesen. Auch das Historisches Lexikon der Schweiz hält fest, dass Höri beim Bau der Strecke 1865 keine Station erhielt.[4]

Nach lokalhistorischer Überlieferung beteiligten sich die damaligen bäuerlichen Grundeigentümer und die Gemeinde nicht in ausreichendem Mass an den verlangten Beiträgen für einen Bahnhof. Die Station wurde deshalb nicht in das ursprüngliche Projekt aufgenommen. In mehreren anderen Gemeinden des Zürcher Unterlands waren finanzielle Beiträge, Landabtretungen und der Bau von Zufahrtsstrassen wichtige Voraussetzungen für die Errichtung einer Bahnstation.

Nordostbahn und SBB

Die Bülach-Regensberg-Bahn wurde am 1. Januar 1877 von der Schweizerischen Nordostbahn übernommen. Mit der Eröffnung der Strecke von Eglisau nach Neuhausen im Jahr 1897 wurde die Linie durch Höri Teil der durchgehenden Verbindung zwischen Zürich und Schaffhausen.

Im Zuge der Verstaatlichung der grossen Privatbahngesellschaften ging die Nordostbahn 1902 in den neu gegründeten Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) auf. Die Strecke durch Höri befindet sich seither im Eigentum der SBB.

Der elektrische Betrieb zwischen Zürich Oerlikon, Bülach und Schaffhausen wurde am 15. Dezember 1928 aufgenommen. Die Strecke wird mit dem schweizerischen Bahnstromsystem von 15 Kilovolt und 16,7 Hertz Wechselstrom betrieben.[3]

Doppelspurausbau

Die Bahnstrecke Oerlikon–Bülach war ursprünglich einspurig. Das zunehmende Verkehrsaufkommen im Zürcher Unterland führte seit den 1970er-Jahren zu einem schrittweisen Ausbau auf Doppelspur.

Der Abschnitt zwischen Niederglatt und Bülach, zu dem auch das Gemeindegebiet von Höri gehört, wurde am 1. Juni 1980 doppelspurig in Betrieb genommen. Weitere Abschnitte folgten bis 1985:

Abschnitt Inbetriebnahme der Doppelspur
Zürich Oerlikon–Glattbrugg 30. September 1979
Niederglatt–Bülach 1. Juni 1980
Oberglatt–Niederglatt 25. September 1983
Glattbrugg–Rümlang 28. August 1984
Rümlang–Oberglatt 3. April 1985

Seit April 1985 ist die gesamte Strecke zwischen Zürich Oerlikon und Bülach durchgehend doppelspurig befahrbar.[3]

Provisorischer Bahnhof

Während der Feierlichkeiten zur vollständigen Inbetriebnahme der Doppelspur wurde auf dem Gemeindegebiet von Höri vorübergehend eine provisorische Haltestelle eingerichtet. Nach Angaben der Schweizerischen Gesellschaft für Eisenbahngeschichte bestand der als Bahnhof Höri bezeichnete Halt am 11. und 12. Mai 1985.[5]

An der provisorischen Anlage hielten Sonderzüge, die im Rahmen des Einweihungsfestes verkehrten. Zu den eingesetzten Fahrzeugen gehörten historische beziehungsweise dampfbetriebene Züge. Nach dem Ende der Veranstaltung wurde die Haltestelle wieder aufgehoben.

Die kurze Existenz des provisorischen Bahnhofs zeigte, dass ein Personenhalt in Höri grundsätzlich möglich war. Sie führte jedoch nicht unmittelbar zur Planung einer dauerhaften Station.

Zürcher S-Bahn

Mit der Eröffnung der Zürcher S-Bahn am 27. Mai 1990 wurde der Regionalverkehr auf der Strecke durch Höri in das Linien- und Tarifsystem des Zürcher Verkehrsverbunds integriert.

Im Fahrplanjahr 2026 verkehren zwischen Niederglatt und Bülach die Züge der Linie S9:

Die S9 fährt grundsätzlich im Halbstundentakt. Zwischen den Bahnhöfen Bülach und Niederglatt durchquert sie Höri ohne Halt.[6]

In den Nächten von Freitag auf Samstag und von Samstag auf Sonntag verkehrt zusätzlich die Nacht-S-Bahn SN9. Auch sie hält nicht in Höri.

Neben den S-Bahn-Zügen wird die Strecke von Fernverkehrs-, Güter-, Dienst- und Leerzügen benutzt. Sie ist Teil der internationalen Bahnverbindung zwischen Zürich, Schaffhausen und Stuttgart. Ein zusätzlicher Halt muss deshalb mit den Kapazitätsanforderungen des regionalen, nationalen und internationalen Verkehrs abgestimmt werden.

Planungen für eine dauerhafte Station

Politische Forderungen

Der Wunsch nach einer eigenen Bahnstation wurde in Höri über viele Jahrzehnte wiederholt geäussert. Mit dem starken Bevölkerungswachstum, der Entstehung neuer Wohnquartiere und der Ansiedlung von Gewerbe- und Industriebetrieben gewann das Anliegen an Bedeutung.

Befürworter einer Station verweisen insbesondere auf:

  • die unmittelbare Lage der Gemeinde an einer bestehenden Doppelspurstrecke,
  • die Nähe zu Bülach und zum Flughafen Zürich,
  • die wachsende Zahl von Einwohnerinnen, Einwohnern und Arbeitsplätzen,
  • die Möglichkeit einer direkten Verbindung nach Zürich,
  • eine mögliche Entlastung des Bus- und Strassennetzes,
  • die Förderung einer auf den öffentlichen Verkehr ausgerichteten Siedlungsentwicklung.

Gegen eine rasche Realisierung sprechen vor allem die hohe Auslastung der Strecke, die Auswirkungen eines zusätzlichen Halts auf die Fahrzeiten sowie die notwendigen Investitionen in Perrons, Zugänge, Lärmschutz und Sicherheitsanlagen.

Kantonaler Richtplan

Die geplante Station Höri ist im kantonalen Richtplan als Infrastrukturvorhaben Nummer 45 enthalten. Als Erschliessungsfunktion wird die S-Bahn genannt, als Vorhaben der Neubau einer Haltestelle. Der Realisierungshorizont ist mit mittel- bis langfristig angegeben.[1]

Der Eintrag im Richtplan bedeutet, dass das Vorhaben bei raumplanerischen Entscheiden berücksichtigt und eine spätere Umsetzung nicht durch andere Nutzungen verunmöglicht werden soll. Er stellt jedoch noch keinen Bauentscheid und keine Finanzierungszusage dar.

Die Planungen stehen in einem grösseren Zusammenhang mit dem langfristigen Ausbau der Bahninfrastruktur im Zürcher Unterland. Der Richtplan sieht unter anderem eine zusätzliche Spur zwischen Glattbrugg und Oberglatt sowie weitere Ausbauten in Richtung Eglisau und Schaffhausen vor.

Regionales Gesamtverkehrskonzept

Das regionale Gesamtverkehrskonzept Zürcher Unterland plus übernimmt die Station Höri aus dem kantonalen Richtplan. Auch dort wird der Neubau als mittel- bis langfristige Massnahme aufgeführt.[7]

Das Konzept betrachtet Höri gemeinsam mit Bülach, Bachenbülach, Hochfelden und Winkel als Teil des dynamisch wachsenden Regionalzentrums Bülach. Eine neue S-Bahn-Station könnte die Entwicklung dieses Raums unterstützen, müsste jedoch mit dem Busnetz, den Fuss- und Velowegen sowie der zukünftigen Siedlungsstruktur koordiniert werden.

Stand der Planung

Mit Stand 2026 liegen keine veröffentlichten Angaben zu einem genehmigten Vorprojekt, einem Baubeginn oder einer vorgesehenen Eröffnung vor. Ebenfalls noch nicht abschliessend festgelegt sind:

  • der genaue Standort der Perrons,
  • die künftigen Zugänge,
  • die Lage einer Personenunter- oder -überführung,
  • die Anzahl der Velo- und Autoparkplätze,
  • die Anbindung an das Busnetz,
  • die bedienende S-Bahn-Linie,
  • die Baukosten und deren Finanzierung.

Aufgrund der doppelspurigen Hauptstrecke wäre eine Anlage mit zwei Perronkanten erforderlich. Die konkrete Ausgestaltung hängt jedoch von den betrieblichen Anforderungen, den Platzverhältnissen und den Vorgaben für den hindernisfreien Zugang ab.

Erschliessung ohne Bahnstation

Bis zur möglichen Realisierung der Station wird Höri hauptsächlich durch Postautolinien erschlossen. Die wichtigste Verbindung ist die Linie 525:

Die Linie stellt in Bülach und Oberglatt Anschlüsse an die Zürcher S-Bahn und weitere Buslinien her. Sie verkehrt im Tagesverkehr grundsätzlich im Halbstundentakt.[8]

An Schultagen verkehren zusätzliche Kurse zwischen Höri, der Kantonsschule Bülach und dem Bahnhof Steinmaur. Im Nachtnetz wird die Gemeinde durch die Linie N54 erschlossen, die von Kloten über Winkel und Bachenbülach nach Oberhöri führt.[9]

Für Bahnreisen nach Zürich oder Schaffhausen wird überwiegend am Bahnhof Bülach umgestiegen. Je nach Wohnlage werden auch die Bahnhöfe Niederglatt und Oberglatt genutzt.

Mögliche Bedeutung

Eine Station Höri könnte die Reisezeit der Gemeinde nach Zürich verkürzen und den Umsteigezwang auf den Bus verringern. Besonders für die Dorfteile Endhöri und Niederhöri sowie für die örtlichen Gewerbegebiete wäre eine direkte S-Bahn-Erschliessung von Bedeutung.

Der Bahnhof könnte zudem folgende Funktionen übernehmen:

  • Erschliessung der Wohn- und Arbeitsplatzgebiete von Höri,
  • Verknüpfung von S-Bahn und regionalem Busnetz,
  • Ausbau des Bike-and-Ride-Angebots,
  • Förderung des Fuss- und Veloverkehrs,
  • Verringerung des Autoverkehrs zu den Bahnhöfen Bülach und Niederglatt,
  • Unterstützung einer verdichteten Siedlungsentwicklung an einem ÖV-Knoten.

Die tatsächliche Wirkung hängt wesentlich vom Standort, vom Fahrplanangebot und von der Qualität der Anschlüsse ab. Eine ungünstig gelegene Station könnte lange Zugangswege verursachen und nur einen Teil der Gemeinde wirksam erschliessen.

Chronologie

Jahr Ereignis
1865 Eröffnung der Bahnstrecke Oerlikon–Bülach ohne Station in Höri
1877 Übernahme der Bülach-Regensberg-Bahn durch die Schweizerische Nordostbahn
1902 Übergang der Strecke an die Schweizerischen Bundesbahnen
1928 Aufnahme des elektrischen Betriebs
1980 Inbetriebnahme der Doppelspur Niederglatt–Bülach
1985 Provisorischer Bahnhof Höri während eines Eisenbahnfestes
1990 Einbindung der Strecke in die Zürcher S-Bahn
2024 Station Höri weiterhin als mittel- bis langfristiges Vorhaben im kantonalen Richtplan enthalten

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Kantonaler Richtplan, Kapitel 4.3 Öffentlicher Verkehr. Hrsg.: Kanton Zürich. 2024-03(de). Abgerufen am 2026-08-04.
  2. Gemeindeportrait. In: Gemeinde Höri(de). Abgerufen am 2026-08-04.
  3. 3,0 3,1 3,2 Bahnstrecke Zürich–Schaffhausen. In: Schienenverkehr Schweiz(de). Abgerufen am 2026-08-04.
  4. Höri. In: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS).
  5. Der IC 4 und seine Vorgänger, Teil 3. In: Schweizerische Gesellschaft für Eisenbahngeschichte(de). Abgerufen am 2026-08-04.
  6. Linienfahrplan S9. In: Zürcher Verkehrsverbund(de). Abgerufen am 2026-08-04.
  7. Regionales Gesamtverkehrskonzept Zürcher Unterland plus. Hrsg.: Kanton Zürich, Amt für Mobilität. 2022-07-31(de). Abgerufen am 2026-08-04.
  8. Linienfahrplan 525. In: Zürcher Verkehrsverbund(de). Abgerufen am 2026-08-04.
  9. Haltestellenfahrplan Höri, Gemeindehaus. In: Zürcher Verkehrsverbund(de). Abgerufen am 2026-08-04.