Bahnhof Oberglatt ZH

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Bahnhof Oberglatt ZH
Offizieller Stationsname Oberglatt ZH
Betriebsstellenart Abzweig- und Durchgangsbahnhof
Eröffnung 1. Mai 1865
Gemeinde Oberglatt ZH
Bezirk Dielsdorf
Kanton Zürich
Eigentümerin Schweizerische Bundesbahnen
Betreiberin Schweizerische Bundesbahnen
Bahnstrecken Bahnstrecke Oerlikon–Bülach und Wehntalbahn
Abkürzung OGL
IBNR 8503312
Perrongleise 3
Spurweite 1'435 mm
Stromsystem 15 kV, 16,7 Hz Wechselstrom
Höhe rund 430 m ü. M.
Tarifzone ZVV-Zone 121
S-Bahn-Linien S3, S9 und S15
Nachtverkehr SN9, N50 und N51
Buslinien 504, 510, 525 und 535
Koordinaten 47° 28′ 13″ N, 8° 30′ 38″ O
Website sbb.ch

Der Bahnhof Oberglatt ZH ist ein Abzweig- und Durchgangsbahnhof der Schweizerischen Bundesbahnen in der politischen Gemeinde Oberglatt ZH im Zürcher Unterland. Er liegt an der Bahnstrecke Zürich-Oerlikon–Bülach. Unmittelbar nordwestlich des Bahnhofs zweigt die einspurige Wehntalbahn nach Niederweningen von der doppelspurigen Hauptstrecke nach Bülach und Schaffhausen ab.

Der Bahnhof wurde am 1. Mai 1865 von der Bülach-Regensberg-Bahn eröffnet. Bereits seit seiner Inbetriebnahme war er der Verzweigungspunkt der Hauptstrecke von Oerlikon nach Bülach und der Zweigstrecke nach Dielsdorf. Oberglatt gehört damit zu den ältesten Eisenbahnknoten des Kantons Zürich.

Im Fahrplanjahr 2026 wird der Bahnhof von den Linien S3, S9 und S15 der S-Bahn Zürich bedient. Die S9 verbindet Oberglatt mit Schaffhausen, Zürich und Uster. Die S15 führt vom Wehntal über Oberglatt und Zürich nach Rapperswil. Die S3 ergänzt das Angebot zwischen Bülach, Zürich und Wetzikon.[1]

Auf dem Bahnhofplatz halten die regionalen Buslinien 504, 510, 525 und 535. Sie verbinden Oberglatt unter anderem mit Bülach, dem Flughafen Zürich, Niederglatt, Neerach, Stadel, Weiach, Kaiserstuhl und dem Wehntal. In den Wochenendnächten verkehren die Nacht-S-Bahn SN9 sowie die Nachtbuslinien N50 und N51.

Name

Der offizielle Stationsname lautet Oberglatt ZH. Der Kantonszusatz «ZH» dient der eindeutigen Zuordnung innerhalb der schweizerischen Fahrplan- und Haltestellendaten.

Die unmittelbar beim Bahnhof gelegene Bushaltestelle trägt die Bezeichnung Oberglatt ZH, Bahnhof. Das Komma unterscheidet den Bushaltestelleneintrag von der Eisenbahnstation.

Die betriebliche Abkürzung lautet OGL. Die internationale Stationsnummer beziehungsweise IBNR ist 8503312.[2]

Lage

Der Bahnhof liegt auf rund 430 m ü. M. südlich des historischen Dorfkerns von Oberglatt. Das Bahnhofsquartier befindet sich zwischen der Kaiserstuhlstrasse, der Bahnhofstrasse und der Glatt.

Die Hauptstrecke verläuft ungefähr von Südosten nach Nordwesten. In südöstlicher Richtung führen die Gleise über Rümlang und Glattbrugg nach Zürich Oerlikon. Nordwestlich des Bahnhofs verzweigt sich die Bahn:

  • Die doppelspurige Hauptstrecke führt über Niederglatt nach Bülach.
  • Die einspurige Wehntalbahn führt über Niederhasli und Dielsdorf nach Niederweningen.

Der Bahnhof liegt nahe dem Oberglatter Ortsteil Hofstetten. Der historische Dorfkern und das Gebiet beidseits der Glatt sind über Strassen sowie Fuss- und Velowege erreichbar.

In der Umgebung befinden sich:

  • der Dorfkern von Oberglatt;
  • das Gemeindehaus;
  • Schulen und Sportanlagen;
  • das Naturschutzgebiet der Glatt-Altläufe;
  • Gewerbegebiete entlang der Kaiserstuhlstrasse;
  • Wohnquartiere von Oberglatt und Hofstetten;
  • Fuss- und Velowege entlang der Glatt.

Der Flughafen Zürich liegt nur wenige Kilometer südöstlich des Bahnhofs. Eine direkte Busverbindung führt über Rümlang und Kloten Balsberg zum Flughafen.

Bedeutung als Abzweigbahnhof

Die besondere Bedeutung des Bahnhofs ergibt sich aus der Verzweigung der Eisenbahnstrecken nach Bülach und ins Wehntal.

Züge aus Zürich erreichen Oberglatt auf derselben Strecke. Nördlich des Bahnhofs fahren sie entweder:

  • über Niederglatt und Bülach nach Schaffhausen;
  • über Niederhasli und Dielsdorf nach Niederweningen.

Die Gleis- und Sicherungsanlagen müssen deshalb sowohl den dichten Verkehr auf der Hauptstrecke als auch die Ein- und Ausfädelung der Züge der Wehntalbahn ermöglichen.

Für Reisende ist Oberglatt ein wichtiger Umsteigepunkt zwischen:

  • den S-Bahn-Linien;
  • regionalen Buslinien;
  • Nachtverkehr;
  • Velo;
  • P+Rail;
  • Carsharing.

Die Station erschliesst neben Oberglatt auch Teile der Gemeinden Niederhasli, Niederglatt, Neerach und Rümlang.

Geschichte

Eisenbahnprojekte im Zürcher Unterland

In den 1850er- und 1860er-Jahren entstanden im Zürcher Unterland verschiedene Initiativen für den Bau einer Eisenbahn.

Die Region war landwirtschaftlich geprägt. Zu ihren wichtigsten Erzeugnissen gehörten Getreide, Wein, Vieh und Kartoffeln. Der Transport nach Zürich erfolgte auf Strassen, die bei schlechtem Wetter nur eingeschränkt benutzbar waren.

In den Bezirken Bülach und Regensberg bildeten sich 1860 Komitees, die eine Eisenbahnverbindung nach Zürich anstrebten. Aus diesen Bestrebungen entstand die Bülach-Regensberg-Bahn.

Das geplante Netz besass die Form eines Y. Von Zürich Oerlikon führte eine gemeinsame Strecke nach Oberglatt. Dort teilte sie sich in die Äste nach Bülach und Dielsdorf.

Wegen der Bedeutung landwirtschaftlicher Transporte erhielt die Bahn im Volksmund den Übernamen Herdöpfelbahn. Sie wurde ausserdem als Gabelbahn bezeichnet.

Gründung der Bülach-Regensberg-Bahn

Die Bülach-Regensberg-Bahn erhielt die Konzession für den Bau der Strecken Oerlikon–Oberglatt–Bülach und Oberglatt–Dielsdorf.

Die Finanzierung erfolgte durch Gemeinden, den Kanton Zürich, private Aktionärinnen und Aktionäre sowie die Schweizerische Nordostbahn. Die Nordostbahn unterstützte das Projekt technisch und finanziell.

Der Bau begann in den frühen 1860er-Jahren. Die Strecke verlief durch weitgehend flaches Gelände, erforderte jedoch Brücken, Durchlässe, Bahndämme und Anpassungen bestehender Wege.

In Oberglatt mussten die Anlagen so gestaltet werden, dass Züge aus Zürich in zwei verschiedene Richtungen weiterfahren konnten.

Eröffnung 1865

Die beiden Strecken wurden am 30. April 1865 feierlich eingeweiht. Der reguläre Betrieb begann am 1. Mai 1865.[3]

Der Eröffnungszug fuhr zunächst von Oerlikon über Oberglatt nach Bülach. Anschliessend kehrte er nach Oberglatt zurück und setzte seine Fahrt nach Dielsdorf fort.

Damit wurde die Funktion Oberglatts als Verzweigungsbahnhof bereits während der Eröffnungsfahrt sichtbar.

Anfangs verkehrten täglich nur wenige Zugpaare. Angeboten wurden direkte beziehungsweise durchgehende Verbindungen:

  • zwischen Zürich und Bülach;
  • zwischen Zürich und Dielsdorf;
  • zwischen Bülach und Dielsdorf über Oberglatt.

Der Bahnhof war für Personen-, Gepäck- und Güterverkehr eingerichtet.

Bahnhof und Dorfentwicklung

Der Bahnhof lag bei seiner Eröffnung ausserhalb des damaligen Dorfkerns.

Mit dem Bau der Eisenbahn entstanden neue Gebäude und Verkehrswege im Bahnhofsumfeld. Nach und nach entwickelte sich ein eigenes Bahnhofsquartier.

Dort siedelten sich an:

  • Wohnhäuser;
  • Gaststätten;
  • Lagergebäude;
  • Gewerbebetriebe;
  • Verkaufsgeschäfte;
  • Dienstleistungsunternehmen.

Die Gemeinde wuchs dadurch stärker in Richtung Bahnhof und Hofstetten. Die heutige Gemeindechronik bezeichnet das Gebiet ausdrücklich als eigentliches Bahnhofsquartier.[4]

Übernahme durch die Nordostbahn

Die Bülach-Regensberg-Bahn blieb nur während weniger Jahre selbstständig.

Am 1. Januar 1877 wurde sie von der Schweizerischen Nordostbahn übernommen. Die Nordostbahn wollte damit ihr Netz im Zürcher Unterland sichern und mögliche Konkurrenzverbindungen verhindern.

Der Bahnhof Oberglatt und beide Streckenäste gingen in das Eigentum der Nordostbahn über.

Die neue Eigentümerin vereinheitlichte:

  • Fahrpläne;
  • Fahrzeuge;
  • Tarife;
  • Betriebsvorschriften;
  • technische Anlagen;
  • Güterverkehr.

Verlängerung ins Wehntal

Die Zweigstrecke endete zunächst in Dielsdorf.

Eine Verlängerung durch das Wehntal wurde bereits früh diskutiert, verzögerte sich jedoch wegen Streitigkeiten über Linienführung, Stationsstandorte und Finanzierung.

Am 12. August 1891 eröffnete die Nordostbahn die Fortsetzung von Dielsdorf bis Niederweningen. Damit wurde Oberglatt zum Ausgangspunkt einer längeren Regionalbahn durch das gesamte Wehntal.

Die Strecke erhielt später die Bezeichnung Wehntalbahn.

Die Verlängerung verbesserte die Erreichbarkeit von:

  • Steinmaur;
  • Schöfflisdorf;
  • Oberweningen;
  • Niederweningen;
  • den umliegenden landwirtschaftlichen Gebieten.

Verbindung nach Schaffhausen

Die Strecke Oberglatt–Bülach wurde durch weitere Bahnprojekte zu einem Teil der wichtigen Verbindung von Zürich nach Schaffhausen.

1897 nahm die Nordostbahn die Strecke Eglisau–Neuhausen in Betrieb. Damit bestand eine durchgehende Eisenbahnverbindung von Zürich über Oberglatt, Bülach und Eglisau nach Schaffhausen.

Der Bahnhof Oberglatt gewann dadurch zusätzlich an Bedeutung. Neben Regionalzügen und Güterzügen durchfuhren ihn auch Züge des überregionalen Verkehrs.

Übergang an die SBB

Die Schweizerische Nordostbahn wurde 1902 verstaatlicht.

Der Bahnhof Oberglatt und die beiden zulaufenden Bahnstrecken gingen damit an die neu gegründeten Schweizerischen Bundesbahnen über.

Die SBB erneuerten in den folgenden Jahrzehnten:

  • Gleise;
  • Weichen;
  • Signale;
  • Stations- und Güteranlagen;
  • Brücken und Durchlässe;
  • Sicherungseinrichtungen.

Der örtliche Bahnhofvorstand und weitere Bahnangestellte waren für die Zugabfertigung, den Billettverkauf, den Güterverkehr und die Bedienung der betrieblichen Anlagen verantwortlich.

Elektrifizierung

Hauptstrecke nach Bülach

Der elektrische Betrieb auf der Strecke Zürich Oerlikon–Oberglatt–Bülach–Schaffhausen wurde am 15. Dezember 1928 aufgenommen.[5]

Die Strecke erhielt das schweizerische Bahnstromsystem von 15 Kilovolt und 16⅔ Hertz Wechselstrom. Die Frequenz wird heute mit 16,7 Hertz bezeichnet.

Die Elektrifizierung ermöglichte:

  • kürzere Fahrzeiten;
  • bessere Beschleunigung;
  • längere und schwerere Züge;
  • weniger Rauch und Russ;
  • einen wirtschaftlicheren Betrieb.

Wehntalbahn

Der Ast von Oberglatt nach Niederweningen blieb wesentlich länger ohne Fahrleitung.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde zeitweise geprüft, ob die schwächer frequentierte Strecke stillgelegt oder auf einen anderen Betrieb umgestellt werden sollte.

Schliesslich entschieden sich die SBB für die Beibehaltung und Elektrifizierung. Der elektrische Betrieb auf der Wehntalbahn begann am 28. Mai 1960.[6]

Die Wehntalbahn war eine der letzten regelmässig im Personenverkehr betriebenen Strecken der SBB, die elektrifiziert wurden.

Seit 1960 sind alle vom Bahnhof Oberglatt ausgehenden Strecken mit demselben Bahnstromsystem ausgerüstet.

Doppelspurausbau

Die Hauptstrecke zwischen Zürich Oerlikon und Bülach war ursprünglich einspurig.

Das Wachstum der Agglomeration Zürich, die Eröffnung des Flughafens und der zunehmende Pendlerverkehr führten zu einer starken Belastung der Strecke.

Die SBB bauten sie deshalb in mehreren Etappen auf Doppelspur aus.

Die für Oberglatt wichtigsten Inbetriebnahmen waren:

Abschnitt Inbetriebnahme der Doppelspur
Niederglatt–Bülach 1. Juni 1980
Oberglatt–Niederglatt 25. September 1983
Glattbrugg–Rümlang 28. August 1984
Rümlang–Oberglatt 3. April 1985

Seit 1985 ist die Hauptstrecke zwischen Zürich Oerlikon und Bülach durchgehend doppelspurig.[7]

Die Wehntalbahn blieb dagegen einspurig.

Im Zusammenhang mit dem Doppelspurausbau wurde auch der Bahnhof Oberglatt grundlegend umgestaltet. Neue Perrons, Unterführungen, Fahrleitungen und Sicherungsanlagen ersetzten Teile der älteren Bahnhofseinrichtung.

S-Bahn Zürich

Am 27. Mai 1990 nahm die S-Bahn Zürich ihren Betrieb auf.

Oberglatt wurde in das neue Liniennetz und den Zürcher Verkehrsverbund integriert. Die Station erhielt regelmässige, durchgebundene Verbindungen durch den Zürich Hauptbahnhof.

Die Einführung der S-Bahn brachte:

  • einheitliche Liniennummern;
  • einen systematischen Taktfahrplan;
  • durchgehende Verbindungen nach Zürich;
  • abgestimmte Busanschlüsse;
  • gemeinsame Verbundtarife;
  • modernisierte Fahrgastinformationen;
  • eine starke Zunahme des Pendlerverkehrs.

Die Linienführungen wurden seit 1990 mehrfach verändert. Bis Ende 2015 wurde die Wehntalbahn hauptsächlich durch die S5 und S55 bedient.

Mit der vierten Teilergänzung der S-Bahn Zürich übernahm die S15 im Dezember 2015 den Verkehr ins Wehntal. Seither bestehen halbstündliche, umsteigefreie Verbindungen von Niederweningen über Oberglatt und Zürich nach Uster und Rapperswil.

Die Perrons der Wehntalbahn wurden für den Einsatz längerer S-Bahn-Züge ausgebaut.

Bahnanlage

Der Bahnhof besitzt drei Perrongleise.

Die Anlage umfasst einen Seitenperron und einen Mittelperron. Die Perrons sind durch eine Personenunterführung miteinander verbunden.

Die drei Gleise ermöglichen:

  • Halte der S-Bahn-Züge;
  • Abzweigung der S15 ins Wehntal;
  • Durchfahrt der S9 und S3 in Richtung Bülach;
  • Ein- und Ausfädelung von Zügen;
  • betriebliche Überholungen;
  • Durchfahrt von Güter-, Bau- und Dienstzügen.

Die genaue Gleisbelegung kann sich je nach Fahrplan, Fahrtrichtung, Bauarbeiten und Betriebslage ändern.

Zur Perronausstattung gehören:

  • Überdachungen;
  • Sitzgelegenheiten;
  • elektronische Abfahrtsanzeigen;
  • Lautsprecheranlagen;
  • Uhren;
  • Beleuchtung;
  • taktile Sicherheitsmarkierungen;
  • Billettautomaten;
  • Informations- und Notrufeinrichtungen.

Weichen, Signale und Streckenbelegung werden aus einer zentralen SBB-Betriebszentrale gesteuert. Der Bahnhof ist nicht mehr dauerhaft mit örtlichem Fahrdienstpersonal besetzt.

Eisenbahnverkehr

Im Fahrplanjahr 2026 wird der Bahnhof von den Linien S3, S9 und S15 bedient. In den Wochenendnächten verkehrt zusätzlich die SN9.[1]

Linie Linienführung Angebot
S3 Bülach – Oberglatt ZH – Glattbrugg – Zürich Oerlikon – Zürich HB – Zürich Stadelhofen – Stettbach – Effretikon – Pfäffikon ZH – Wetzikon ZH ergänzende Verbindungen
S9 Schaffhausen – Rafz – Eglisau – Bülach – Oberglatt ZH – Rümlang – Zürich Oerlikon – Zürich HB – Zürich Stadelhofen – Dübendorf – Uster grundsätzlich im Halbstundentakt
S15 Niederweningen – Dielsdorf – Niederhasli – Oberglatt ZH – Rümlang – Zürich Oerlikon – Zürich HB – Zürich Stadelhofen – Uster – Wetzikon – Rüti – Rapperswil grundsätzlich im Halbstundentakt
SN9 Bülach – Oberglatt ZH – Zürich HB – Uster Nachtangebot an Wochenenden und vor Feiertagen

S9

Die S9 verbindet Oberglatt in nordwestlicher Richtung mit Niederglatt, Bülach, Eglisau, Rafz und Schaffhausen.

Ein Teil ihrer Strecke zwischen Rafz und Neuhausen führt durch deutsches Staatsgebiet. Die Züge halten dabei in Lottstetten und Jestetten.

In Richtung Zürich fährt die S9 über Rümlang, Glattbrugg, Zürich Oerlikon, Zürich Hardbrücke und Zürich Hauptbahnhof.

Anschliessend wird sie über Zürich Stadelhofen, Stettbach, Dübendorf, Schwerzenbach und Nänikon-Greifensee nach Uster geführt.[8]

S15

Die S15 zweigt unmittelbar nördlich von Oberglatt auf die Wehntalbahn ab.

In Richtung Niederweningen hält sie in:

  • Niederhasli;
  • Dielsdorf;
  • Steinmaur;
  • Schöfflisdorf-Oberweningen;
  • Niederweningen Dorf;
  • Niederweningen.

In der Gegenrichtung fährt sie über Rümlang, Glattbrugg und Zürich Oerlikon zum Zürich Hauptbahnhof.

Anschliessend führt die Linie über Zürich Stadelhofen und Uster nach Wetzikon, Rüti und Rapperswil.[9]

S3

Die S3 bietet zusätzliche Verbindungen zwischen Bülach und dem Zürcher Oberland.

Sie führt von Bülach über Oberglatt, Glattbrugg, Zürich Oerlikon und Zürich Hauptbahnhof nach Stettbach und Effretikon.

Von dort verkehrt sie über Illnau, Fehraltorf, Pfäffikon ZH und Kempten nach Wetzikon.[10]

Angebot nach Zürich

S9 und S15 verkehren grundsätzlich jeweils im Halbstundentakt.

Durch ihre Überlagerung besteht zwischen Oberglatt und Zürich normalerweise ein annähernder Viertelstundentakt. Zusätzliche S3-Züge verdichten das Angebot zu bestimmten Zeiten weiter.

Die Fahrzeit beträgt ungefähr:

  • wenige Minuten nach Rümlang;
  • rund zehn Minuten nach Bülach;
  • rund 15 Minuten nach Zürich Oerlikon;
  • rund 20 bis 25 Minuten nach Zürich Hauptbahnhof;
  • rund 20 Minuten nach Dielsdorf.

Die genauen Reisezeiten unterscheiden sich je nach Linie und Fahrplanlage.

Busverkehr

Die Bushaltestellen befinden sich unmittelbar beim Bahnhof.

Im Fahrplanjahr 2026 bedienen vier Tages- und zwei Nachtbuslinien den Bahnhof.[1]

Linie Linienführung beziehungsweise Hauptziele
504 Oberglatt ZH, Bahnhof – Oberglatt Zentrum – Bachenbülach – Bülach, Bahnhof
510 Zürich Flughafen, Bahnhof – Rümlang – Oberglatt ZH – Niederglatt – Neerach – Stadel – Weiach – Kaiserstuhl AG, Bahnhof
525 Oberglatt ZH, Bahnhof – Niederglatt – Höri – Bülach, Bahnhof
535 Oberglatt ZH, Bahnhof – Dielsdorf – Steinmaur – Bachs – Stadel – Neerach – Bülach, Bahnhof
N50 Oberglatt ZH – Neerach – Stadel – Bachs, Neu-Bachs
N51 Oberglatt ZH – Niederglatt – Neerach – Weiach – Schneisingen, Mitteldorf

Linie 504

Die Linie 504 verbindet den Bahnhof Oberglatt mit Bülach.

Sie erschliesst das Oberglatter Zentrum, die Wohngebiete Bälen und Pistenende sowie Teile von Bachenbülach und Bülach.[11]

Die Linie ergänzt die direkte Bahnverbindung, bedient jedoch zusätzliche Wohn- und Gewerbegebiete abseits der Bahnstrecke.

Linie 510

Die Linie 510 ist eine bedeutende regionale Querverbindung zwischen dem Flughafen Zürich und Kaiserstuhl.

Sie führt über:

  • Kloten Balsberg;
  • Rümlang;
  • Oberglatt;
  • Niederhasli;
  • Niederglatt;
  • Neerach;
  • Stadel;
  • Windlach;
  • Weiach;
  • Kaiserstuhl.

Oberglatt erhält dadurch eine direkte Verbindung zum Flughafen Zürich, ohne dass am Bahnhof Zürich Oerlikon umgestiegen werden muss.[12]

Linien 525 und 535

Die Linie 525 verbindet Oberglatt über Niederglatt und Höri mit Bülach.

Die Linie 535 führt auf einer längeren Route durch das Wehntal und das Zürcher Unterland. Sie verbindet Oberglatt unter anderem mit Dielsdorf, Steinmaur, Bachs, Stadel, Neerach und Bülach.

Beide Linien übernehmen eine wichtige Erschliessungsfunktion für Orte und Quartiere ohne direkten Bahnanschluss.

Nachtverkehr

In den Nächten auf Samstag und Sonntag sowie vor allgemeinen Feiertagen verkehrt die Nacht-S-Bahn SN9.

Sie verbindet Oberglatt mit Bülach, Zürich und Uster.

Die Nachtbuslinien N50 und N51 erschliessen die Gemeinden und Dörfer westlich und nördlich des Bahnhofs.

Für den ZVV-Nachtverkehr genügt ein gewöhnlicher Fahrausweis für die benötigten Tarifzonen. Ein besonderer Nachtzuschlag wird nicht mehr erhoben.

Tarif

Der Bahnhof liegt in der ZVV-Tarifzone 121.

Für Fahrten innerhalb des Zürcher Verkehrsverbunds gilt ein Zonentarif. Ein gültiger Fahrausweis erlaubt während seiner zeitlichen Gültigkeit beliebige Fahrten mit den einbezogenen Verkehrsmitteln in den gelösten Zonen.

Dazu gehören:

  • Bahn;
  • Bus;
  • Tram;
  • fahrplanmässige Schiffe;
  • weitere Verbundangebote.

Die Stadtzone Zürich 110 wird wegen ihres besonders dichten Verkehrsangebots als Doppelzone gezählt.

Die Linie 510 führt bis Kaiserstuhl im Kanton Aargau. Für Fahrten über die Grenze des ZVV-Gebiets können Z-Pass- oder nationale Fahrausweise erforderlich sein.

Ausstattung und Dienstleistungen

Der Bahnhof besitzt kein bedientes SBB-Reisezentrum.

Billette können über folgende Kanäle erworben werden:

  • SBB-Billettautomaten;
  • SBB Mobile;
  • SBB.ch;
  • ZVV-App;
  • EasyRide;
  • weitere elektronische Vertriebssysteme.

Am Bahnhof befindet sich ein Migrolino. Das Geschäft ist montags bis samstags von 05.30 bis 22.00 Uhr und sonntags von 07.00 bis 22.00 Uhr geöffnet.[13]

Weitere Einrichtungen sind:

  • öffentliches WC;
  • gedeckte Wartebereiche;
  • Billettautomaten;
  • elektronische Abfahrtsanzeigen;
  • Veloabstellanlagen;
  • P+Rail;
  • Mobility Carsharing;
  • Enterprise-GO-Mietwagenstandort.

P+Rail und Carsharing

Die P+Rail-Anlage umfasst nach Angaben der SBB:[13]

Einrichtung Anzahl
Reguläre P+Rail-Parkplätze 174
Behindertenparkplätze 4
Reservierbare Parkplätze 3

Die Anlage ist gebührenpflichtig. Tages-, Monats- und Jahresberechtigungen können über die SBB-P+Rail-App, SBB.ch oder am Billettautomaten erworben werden.

Mit Mobility und Enterprise GO stehen zwei Carsharing- beziehungsweise Mietwagenangebote zur Verfügung.

Die grosse Zahl der Parkplätze zeigt die Bedeutung des Bahnhofs für Pendlerinnen und Pendler aus den umliegenden Gemeinden und ländlichen Gebieten.

Hindernisfreiheit

Die Bahnperrons sind über eine Unterführung erreichbar.

Rampen beziehungsweise stufenarme Zugänge ermöglichen den Zugang zu den Perrons. Erhöhte Perronkanten erleichtern bei modernen S-Bahn-Fahrzeugen den Ein- und Ausstieg.

Taktile Markierungen unterstützen sehbehinderte Reisende.

Die Gemeinde plante ausserdem den hindernisgerechten Ausbau der Bushaltestellen sowie die Einrichtung einer zusätzlichen Bushaltekante beim Bahnhof.[14]

Güterverkehr

Der Güterverkehr war während der Anfangsjahre ein wichtiger Bestandteil des Bahnbetriebs.

Die Bülach-Regensberg-Bahn transportierte insbesondere landwirtschaftliche Erzeugnisse. Kartoffeln besassen eine so grosse Bedeutung, dass sich der Übername «Herdöpfelbahn» einbürgerte.

Weitere Güter waren:

  • Getreide;
  • Wein;
  • Vieh;
  • Holz;
  • Kohle;
  • Dünger;
  • Baustoffe;
  • Maschinen;
  • Stückgut;
  • Postsendungen.

Der Bahnhof verfügte über Güter- und Ladegleise, einen Güterschuppen sowie Freiverladeflächen.

Mit der zunehmenden Motorisierung verlagerte sich der örtliche Güterverkehr auf die Strasse. Die meisten nicht mehr benötigten Nebengleise und Umschlaganlagen wurden zurückgebaut.

Heute dient Oberglatt hauptsächlich dem Personenverkehr. Güter-, Bau- und Dienstzüge können den Bahnhof weiterhin durchfahren.

Bahnhof und Ortsentwicklung

Der Bahnhof war für die Entwicklung Oberglatts von grosser Bedeutung.

Bei seiner Eröffnung lag er ausserhalb des alten Dorfkerns. Die neue Verkehrsanlage zog Wohn- und Gewerbebauten an und förderte das Zusammenwachsen von Oberglatt und Hofstetten.

Das Bahnhofsquartier entwickelte sich zu einem Schwerpunkt für:

  • Wohnen;
  • Detailhandel;
  • Gewerbe;
  • Dienstleistungen;
  • Mobilität;
  • Parkierung.

Die direkte Bahnverbindung nach Zürich erleichterte den Wandel vom Bauerndorf zur Pendler- und Agglomerationsgemeinde.

Viele Einwohnerinnen und Einwohner arbeiten heute in Zürich, am Flughafen, in Bülach oder in anderen Gemeinden des Glattals und des Zürcher Unterlands.

Entwicklung des Bahnhofsgebiets

Das Bahnhofsgebiet gehört zu den wichtigsten Entwicklungsräumen der Gemeinde.

Die kommunale und kantonale Planung verfolgt das Ziel, das Gebiet stärker mit dem Ortszentrum zu verbinden und die Nutzung der gut erschlossenen Flächen zu verdichten.[15]

Zu den Planungsthemen gehören:

  • bessere Fusswegverbindungen;
  • sichere Velowege;
  • attraktive öffentliche Räume;
  • hindernisfreie Bushaltestellen;
  • zusätzliche Wohn- und Gewerbenutzungen;
  • bessere Verknüpfung von Bahnhof und Dorfzentrum;
  • geordnete Parkierung;
  • Förderung des Umsteigens auf den öffentlichen Verkehr.

Die Nähe zum Flughafen und zur Stadt Zürich erhöht den Entwicklungsdruck auf das Bahnhofsumfeld.

Wirtschaftliche Bedeutung

Der Bahnhof besitzt eine grosse Bedeutung für den regionalen Arbeitsmarkt.

Direkte oder umsteigefreie Bahnverbindungen bestehen unter anderem nach:

  • Zürich Oerlikon;
  • Zürich Hauptbahnhof;
  • Zürich Stadelhofen;
  • Uster;
  • Wetzikon;
  • Rapperswil;
  • Bülach;
  • Schaffhausen;
  • Dielsdorf;
  • Niederweningen.

Die Buslinie 510 schafft eine direkte Verbindung zum Flughafen Zürich und zu den Arbeitsplätzen im Flughafengebiet.

Der Bahnhof stärkt Oberglatt als:

  • Wohnstandort;
  • Gewerbestandort;
  • Pendlergemeinde;
  • regionalen Umsteigepunkt;
  • Zugang zum Wehntal und Zürcher Unterland.

Touristische Bedeutung

Der Bahnhof ist Ausgangspunkt für Spaziergänge und Velotouren im Glattal und Zürcher Unterland.

Zu den erreichbaren Zielen gehören:

  • die Glatt;
  • die Naturschutzgebiete der Glatt-Altläufe;
  • der Mettmenhaslisee;
  • Neeracherried;
  • Regensberg;
  • das Wehntal;
  • Kaiserstuhl;
  • Bülach;
  • regionale Velorouten;
  • Wanderwege durch das Zürcher Unterland.

Mit der S15 sind Ausflugsziele im Wehntal und im Zürcher Oberland erreichbar. Die S9 bietet direkte Verbindungen zum Rheinfallgebiet und nach Schaffhausen.

Würdigung

Der Bahnhof Oberglatt ZH gehört zu den historisch und betrieblich bedeutenden Regionalbahnhöfen im Kanton Zürich.

Seine besondere Stellung ergibt sich aus:

  • der Eröffnung im Jahr 1865;
  • seiner ursprünglichen Funktion als Mittelpunkt der Y-förmigen Bülach-Regensberg-Bahn;
  • der Abzweigung der Wehntalbahn;
  • der Lage an der Strecke Zürich–Schaffhausen;
  • dem dichten S-Bahn-Angebot;
  • seiner Funktion als regionaler Busknoten;
  • der direkten Verbindung zum Flughafen Zürich;
  • seiner Bedeutung für die Siedlungsentwicklung der Gemeinde.

Der Bahnhof verbindet damit die Geschichte des frühen schweizerischen Eisenbahnbaus mit den Anforderungen des modernen Agglomerationsverkehrs.

Siehe auch

Literatur

  • Rainer Siegenthaler
Die Bülach-Regensbergerbahn (B.R.). In: Eisenbahn Amateur, Nr. 102015, S. 438–448.
  • Ruedi Wanner; Stephan Frei
Die SBB im Wehntal und im Surbtal – Teil 1: Wehntal. In: Eisenbahn Amateur, Nr. 52010, S. 250–259.
  • Hans G. Wägli
Schienennetz Schweiz. AS Verlag, Zürich2010. ISBN 978-3-909111-74-9.
  • Hans G. Wägli
Bahnprofil Schweiz. AS Verlag, Zürich2010. ISBN 978-3-909111-85-8.
  • Werner Stutz
Bahnhöfe der Schweiz von den Anfängen bis zum Ersten Weltkrieg. Orell Füssli, Zürich1983. ISBN 3-280-01405-0.
  • Gemeinde Oberglatt (Hrsg.)
Geschichte der Gemeinde Oberglatt(abgerufen am 3. August 2026).

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 Haltestellen- und Linienfahrpläne Oberglatt ZH. Hrsg.: Zürcher Verkehrsverbund. Abgerufen am 3. August 2026.
  2. Didok-Datensatz Oberglatt ZH. Hrsg.: Bundesamt für Verkehr und Open-Data-Plattform Mobilität Schweiz. Abgerufen am 3. August 2026.
  3. Rainer Siegenthaler
    Die Bülach-Regensbergerbahn (B.R.). In: Eisenbahn Amateur, Nr. 102015, S. 438–448.
  4. Geschichte der Gemeinde Oberglatt. Hrsg.: Gemeinde Oberglatt. Abgerufen am 3. August 2026.
  5. Mit der Eröffnung des elektrischen Betriebes der Eisenbahnlinie Zürich–Oerlikon–Bülach. In: Neujahrsblatt 1929. Hrsg.: Naturforschende Gesellschaft in Zürich. Abgerufen am 3. August 2026.
  6. Ruedi Wanner; Stephan Frei
    Die SBB im Wehntal und im Surbtal – Teil 1: Wehntal. In: Eisenbahn Amateur, Nr. 52010, S. 250–259.
  7. Hans G. Wägli
    Schienennetz Schweiz. AS Verlag, Zürich2010. ISBN 978-3-909111-74-9.
  8. Linienfahrplan S9 Schaffhausen–Uster. Hrsg.: Zürcher Verkehrsverbund. Abgerufen am 3. August 2026.
  9. Linienfahrplan S15 Rapperswil–Niederweningen. Hrsg.: Zürcher Verkehrsverbund. Abgerufen am 3. August 2026.
  10. Linienfahrplan S3 Bülach–Wetzikon. Hrsg.: Zürcher Verkehrsverbund. Abgerufen am 3. August 2026.
  11. Linienfahrplan 504 Bülach–Oberglatt. Hrsg.: Zürcher Verkehrsverbund. Abgerufen am 3. August 2026.
  12. Linienfahrplan 510 Zürich Flughafen–Kaiserstuhl. Hrsg.: Zürcher Verkehrsverbund. Abgerufen am 3. August 2026.
  13. 13,0 13,1 Bahnhof Oberglatt ZH. Hrsg.: Schweizerische Bundesbahnen. Abgerufen am 3. August 2026.
  14. Behindertengerechter Ausbau der Bushaltestellen am Bahnhof Oberglatt. Hrsg.: Gemeinde Oberglatt. 4. Oktober 2023. Abgerufen am 3. August 2026.
  15. Oberglatt – Entwicklung Bahnhofsgebiet Zentrum Oberglatt. Hrsg.: Kanton Zürich. Abgerufen am 3. August 2026.

47,47020° N, 8,51059° E