Wehntal

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Wehntal
Blick über Oberweningen und das Wehntal
Lage Bezirk Dielsdorf, Kanton Zürich
Region Zürcher Unterland
Gemeinden Schöfflisdorf, Oberweningen, Schleinikon, Niederweningen
Gewässer Surb
Südliche Begrenzung Lägern
Nördliche Begrenzung Egg
Entwässerung Surb – AareRhein
Bahnlinie Wehntalbahn
Koordinaten 47,500° N, 8,400° E

Das Wehntal ist ein Tal und eine Landschaft im nordwestlichen Teil des Kantons Zürich. Es gehört zum Bezirk Dielsdorf und bildet einen Teil des Zürcher Unterlands. Zum engeren Wehntal werden die politischen Gemeinden Schöfflisdorf, Oberweningen, Schleinikon und Niederweningen gezählt.

Das Tal liegt zwischen der markanten Lägern im Süden und dem Höhenzug beziehungsweise der Schotterterrasse Egg im Norden. Es fällt von Osten nach Westen ab und wird von der Surb entwässert. An der Kantonsgrenze zwischen Zürich und Aargau geht das Wehntal ohne deutliche landschaftliche Grenze in das aargauische Surbtal über.

Das Wehntal ist bis heute von Landwirtschaft, bewaldeten Höhenzügen und weitgehend ländlich geprägten Dörfern bestimmt. Durch die Nähe zur Stadt Zürich und die gute Erschliessung mit der Wehntalbahn entwickelte es sich seit dem späten 20. Jahrhundert zugleich zu einer gefragten Wohnregion. Überregional bekannt ist Niederweningen als reichhaltigste Fundstätte von Mammuten in der Schweiz.

Name

Die älteste bekannte Bezeichnung für die Landschaft erscheint im 9. Jahrhundert als Waninctal beziehungsweise in der Verbindung situs Waninctale. Das lateinische Wort situs bezeichnet in diesem Zusammenhang eine Gegend oder Landschaft. Der Name wird mit einer alemannischen Sippe in Verbindung gebracht, deren Angehörige als Leute eines Mannes namens Wano verstanden wurden.[1]

Aus den Formen Waningen, Waninctal und Waningtal entwickelten sich im Lauf der Sprachgeschichte die heutigen Namen Niederweningen, Oberweningen und Wehntal. Die verbreitete volkstümliche Erklärung, der Name gehe auf den häufig durch das Tal wehenden Wind zurück, gilt sprachgeschichtlich als nicht belegt.

Die Bezeichnung Wehntal wird heute sowohl geografisch als auch als regionaler Identitätsbegriff verwendet. Zahlreiche gemeinsame Institutionen, Vereine und Zweckverbände der vier Gemeinden führen den Namen Wehntal.

Geografie

Lage und Abgrenzung

Das Wehntal liegt ungefähr 15 bis 25 Kilometer nordwestlich des Stadtzentrums von Zürich. Es erstreckt sich in annähernd ost-westlicher Richtung vom Gebiet zwischen Dielsdorf und Schöfflisdorf bis zur Kantonsgrenze bei Niederweningen. Westlich davon setzt sich das Tal als Surbtal über Schneisingen, Lengnau, Endingen und Tegerfelden bis zur Aare fort.

Im Süden wird die Landschaft durch die langgestreckte, bewaldete Lägern begrenzt. Der schmale Jurahöhenzug erreicht bei der Ruine Alt-Lägern 866 Meter über Meer und bildet eine auffällige natürliche Trennlinie zum Furttal, zum Limmattal und zum Raum Baden. Die Lägern erstreckt sich von Baden bis zum mittelalterlichen Städtchen Regensberg und gilt als südöstlichster Ausläufer des Faltenjuras.[2]

Die nördliche Begrenzung bildet die Egg, eine teilweise bewaldete, von eiszeitlichen Schottern und Moränen geprägte Geländeterrasse. Auf ihr liegen ausgedehnte Landwirtschaftsflächen und Waldgebiete. Nördlich der Egg schliessen das Bachsertal sowie die Hochflächen in Richtung Stadel und Weiach an.

Im Osten wird das Wehntal durch eiszeitliche Moränenzüge gegen den Raum Steinmaur und das Glatttal abgeschlossen. Diese Geländeschwelle bildet zugleich die Wasserscheide zwischen den Einzugsgebieten der Surb und der Glatt.

Gemeinden und Siedlungen

Zum Wehntal im engeren Sinn gehören vier politische Gemeinden:

Gemeinde Bedeutende Siedlungen Lage im Tal
Schöfflisdorf Schöfflisdorf Östlicher Taleingang
Oberweningen Oberweningen Östlicher und mittlerer Talabschnitt
Schleinikon Schleinikon, Dachsleren Nördlicher Talrand
Niederweningen Niederweningen Westlicher Talabschnitt an der Aargauer Grenze

Die Dörfer Schöfflisdorf, Oberweningen und Niederweningen liegen überwiegend am sonnigen Nordfuss der Lägern beziehungsweise auf leicht erhöhten Terrassen südlich der Surb. Schleinikon befindet sich am nördlichen Talrand. Die Siedlungsgebiete der einzelnen Gemeinden sind durch Landwirtschaftsflächen voneinander getrennt, wachsen infolge der Bautätigkeit jedoch teilweise näher zusammen.

Steinmaur wird geografisch meist nicht zum eigentlichen Wehntal gezählt, liegt aber unmittelbar am östlichen Talzugang und ist durch Verkehrswege und regionale Einrichtungen eng mit der Landschaft verbunden. Auch das auf einem Felssporn der Lägern gelegene Regensberg gehört historisch und funktional zum weiteren Umfeld des Wehntals.

Gewässer

Die Surb ist das zentrale Fliessgewässer des Wehntals. Sie entsteht bei Schöfflisdorf aus dem Zusammenfluss örtlicher Bäche und fliesst in westlicher Richtung durch Oberweningen, Schleinikon und Niederweningen. Nach dem Übertritt in den Kanton Aargau durchquert sie das Surbtal und mündet bei Döttingen in die Aare.

Im Siedlungs- und Landwirtschaftsgebiet wurde der Fluss während des 19. und 20. Jahrhunderts abschnittsweise begradigt und eingedolt. Hochwasser stellten für die tiefer gelegenen Flächen und Gebäude wiederholt eine Gefahr dar. Seit dem Ende des 20. Jahrhunderts werden einzelne Abschnitte verbreitert, ökologisch aufgewertet und besser gegen Hochwasser gesichert.[3]

Neben der Surb bestehen mehrere kleinere Seitenbäche, die von den Hängen der Lägern und der Egg in die Talebene fliessen. Sie waren früher für Mühlen, Bewässerung und die lokale Wasserversorgung von Bedeutung.

Geologie und Landschaftsentstehung

Die heutige Landschaft des Wehntals wurde durch das Zusammenwirken der Jurafaltung, der Erosion und der Eiszeiten geprägt. Die Lägern besteht vorwiegend aus Kalkgesteinen des Jura, die durch den Druck der Alpen nach Norden aufgefaltet wurden. Der schmale Grat ist der erhaltene Teil einer ursprünglich grösseren Antiklinale.

Während des Eiszeitalters drangen Gletscher wiederholt in das Zürcher Unterland vor. Der Linth- beziehungsweise Rhein-Linth-Gletscher erreichte auch das Wehntal und hinterliess Moränen, Schotter, Sand und feinkörnige Seeablagerungen. Zeitweise wurde das Tal durch Eis- und Moränenmassen abgeriegelt, sodass sich ein Gletschersee bildete.

Nach dem Rückzug der Gletscher verlandete dieser See allmählich. In den feuchten Niederungen entstanden Torfschichten, in denen Reste eiszeitlicher Pflanzen und Tiere erhalten blieben. Diese Ablagerungen sind für die Rekonstruktion der Landschafts- und Klimageschichte der vergangenen mehreren hunderttausend Jahre von grosser wissenschaftlicher Bedeutung.[4]

Die fruchtbaren Böden der Talebene und der unteren Hänge begünstigten die landwirtschaftliche Nutzung. Auf den höher gelegenen Flächen finden sich Wälder, Wiesen und stellenweise trockene, wärmebegünstigte Standorte mit einer besonderen Flora und Fauna.

Natur

Die Landschaft des Wehntals besteht aus einem Mosaik von Ackerflächen, Wiesen, Obstgärten, Hecken, Bächen und Waldgebieten. Die offenen Flächen der Talebene werden intensiv landwirtschaftlich genutzt. An den Hängen der Lägern und der Egg überwiegt Wald.

Die Lägern besitzt wegen ihrer Geologie, ihrer sonnenexponierten Kalkhänge und ihrer naturnahen Wälder eine hohe ökologische Bedeutung. Teile des Höhenzugs sind als Waldreservat oder Naturschutzgebiet ausgewiesen. Zu den geförderten Lebensräumen gehören lichte Wälder, in denen wärme- und lichtliebende Pflanzen, Reptilien und Insekten vorkommen.[5]

Die Wälder bieten Lebensraum für Rehe, Wildschweine, Füchse, Dachse und zahlreiche Vogelarten. In den renaturierten Abschnitten der Surb und ihrer Zuflüsse wurden die Lebensbedingungen für Fische, Amphibien und wassergebundene Kleintiere verbessert.

Die wachsenden Siedlungen, Verkehrswege und Freizeitaktivitäten führen zugleich zu einem zunehmenden Nutzungsdruck. Raumplanung und Naturschutz bemühen sich darum, die landschaftlichen Verbindungen zwischen Lägern, Egg und Surbtal zu erhalten.

Mammutfunde von Niederweningen

Niederweningen ist die bedeutendste bekannte Mammutfundstätte der Schweiz. Die ersten umfangreichen Funde wurden im August 1890 beim Bau der Wehntalbahn entdeckt. In einer Materialgrube der Schweizerischen Nordostbahn kamen Knochen und Stosszähne von mindestens sieben Mammuten zum Vorschein. Darunter befanden sich auch Überreste eines sehr jungen Mammutkalbs.

Die Ausgrabungen wurden unter der Leitung des Zoologen Arnold Lang durchgeführt. An der wissenschaftlichen Untersuchung beteiligten sich unter anderem der Geologe Albert Heim und der Botaniker Carl Schroeter. Die Resultate wurden bereits 1892 ausführlich veröffentlicht.[6]

Weitere Funde erfolgten 1987 sowie ab 2003 bei Bauarbeiten im Siedlungsgebiet. Insgesamt sind in Niederweningen Überreste von mindestens zehn Mammuten nachgewiesen. Hinzu kommen Fossilien von Wollnashörnern, Wildpferden, Steppenbisons, Wölfen, Höhlenhyänen und weiteren eiszeitlichen Tieren.

Die Fossilien lagen in Torf- und Seeablagerungen eines weitgehend verlandeten eiszeitlichen Gewässers. Ein Teil der Funde ist ungefähr 45'000 Jahre alt. Pollen, Pflanzenreste und Sedimente ermöglichen darüber hinaus Aussagen zur Vegetation, zum Klima und zur Entwicklung des Wehntals während verschiedener Eiszeitphasen.[7]

Das 2005 eröffnete Mammut Museum Niederweningen zeigt Originalfunde, Rekonstruktionen und Informationen zur Natur- und Kulturgeschichte. Die Ausstellung behandelt neben den Mammuten auch den ehemaligen Wehntalsee, die eiszeitliche Landschaft und die Entstehung der Lägernkalke.

Geschichte

Ur- und Frühgeschichte

Die ältesten menschlichen Spuren im Wehntal reichen bis in die Jungsteinzeit und Bronzezeit zurück. Auf der Egg wurden zahlreiche Grabhügel untersucht, die auf eine frühe Besiedlung und Nutzung der Höhenzüge hinweisen. Grabbeigaben und weitere Funde belegen Verbindungen zu benachbarten Siedlungsräumen im heutigen Zürcher Unterland und Aargau.

Während der römischen Herrschaft gehörte die Region zum Hinterland des Limes am Rhein. Römische Gutshöfe bestanden unter anderem bei Oberweningen und in Schleinikon-Dachsleren. Diese Anlagen dienten der landwirtschaftlichen Versorgung und waren in das Strassen- und Wirtschaftssystem der römischen Provinzen eingebunden.[8]

Nach dem Rückzug der römischen Verwaltung siedelten sich im frühen Mittelalter alemannische Bevölkerungsgruppen an. Auf diese Epoche gehen die Ortsnamen Niederweningen und Oberweningen zurück.

Mittelalter

Im Hochmittelalter gehörte das Wehntal zum Einflussbereich der Freiherren von Regensberg. Diese besassen ausgedehnte Güter und Herrschaftsrechte im Zürcher Unterland. Ihr regionales Zentrum war die Burg und das später gegründete Städtchen Regensberg auf dem östlichen Ausläufer der Lägern.

Wegen wirtschaftlicher Schwierigkeiten verkauften die Regensberger ihre Herrschaft 1302 an die Habsburger. Das Wehntal wurde damit Teil des österreichischen Amtes Regensberg. Im Jahr 1409 gelangte die Herrschaft pfandweise an die Stadt Zürich. Da das Pfand nicht mehr ausgelöst wurde, blieb das Gebiet dauerhaft unter Zürcher Kontrolle.[9]

Bis 1798 gehörten die Dörfer des Wehntals zur Zürcher Landvogtei Regensberg. Landwirtschaftliche Abgaben, Zehnten sowie niedere und hohe Gerichtsrechte waren auf unterschiedliche weltliche und kirchliche Grundherren verteilt.

Reformation und frühe Neuzeit

In den 1520er-Jahren wurde im Herrschaftsgebiet der Stadt Zürich die Reformation eingeführt. Die Kirchen und Kapellen des Wehntals gingen zum reformierten Bekenntnis über. Niederweningen und Schöfflisdorf entwickelten sich zu kirchlichen Zentren für die umliegenden Dörfer.

Die Bevölkerung lebte hauptsächlich von Ackerbau, Viehzucht, Obstbau und Waldwirtschaft. Angebaut wurden insbesondere Getreide, später auch Kartoffeln und Futterpflanzen. Rebbau bestand an geeigneten Hängen, erreichte jedoch nicht die Bedeutung anderer Regionen des Zürcher Unterlands.

Missernten, Seuchen und Kriegszüge belasteten die Bevölkerung wiederholt. Während des Alten Zürichkriegs und der europäischen Konflikte der frühen Neuzeit war die Region von Truppendurchzügen, Einquartierungen und Abgaben betroffen.

Helvetik und 19. Jahrhundert

Mit dem Einmarsch französischer Truppen und dem Ende der Alten Eidgenossenschaft wurden 1798 die Landvogteien aufgehoben. Während des Zweiten Koalitionskriegs fanden 1799 im weiteren Raum Zürich grössere Truppenbewegungen statt, die auch das Wehntal berührten.

Nach mehreren administrativen Veränderungen kam die Region zum Bezirk Regensberg. Der Bezirkshauptort wurde 1871 nach Dielsdorf verlegt, worauf der Bezirk seine heutige Bezeichnung erhielt.

1842 wurde eine regelmässige Postkutschenverbindung zwischen Zürich, Dielsdorf und Niederweningen eingerichtet. Im folgenden Jahr erfolgte der Ausbau der Strasse durch das Wehntal. Diese Verbindung entwickelte sich zur heutigen Wehntalerstrasse und verbesserte den Austausch mit Zürich und dem Aargau.[10]

Am 12. August 1891 eröffnete die Schweizerische Nordostbahn die Verlängerung der Bahnstrecke von Dielsdorf nach Niederweningen. Beim Bau wurden die ersten bedeutenden Mammutknochen gefunden. Die Bahn erleichterte den Transport landwirtschaftlicher Produkte und förderte das Pendeln in die städtischen Arbeitszentren.

20. und 21. Jahrhundert

Die Landwirtschaft blieb bis weit ins 20. Jahrhundert der wichtigste Wirtschaftszweig. Daneben entstanden kleinere Gewerbe- und Industriebetriebe, insbesondere in Niederweningen. Von besonderer Bedeutung war die von Johann Georg Bucher gegründete Maschinenfabrik, aus der die spätere Bucher Industries hervorging.

Nach dem Zweiten Weltkrieg nahm die Bautätigkeit allmählich zu. Die Elektrifizierung der Wehntalbahn 1960 und die Einbindung in die Zürcher S-Bahn im Jahr 1990 verbesserten die Erreichbarkeit der Region erheblich. Neue Wohnquartiere entstanden vor allem an den Dorfrändern und in Bahnhofsnähe.

Das Wehntal entwickelte sich zunehmend zu einer Wohnregion für Pendlerinnen und Pendler, die in Zürich, Dielsdorf, Regensdorf, Baden oder anderen Zentren arbeiten. Trotz des Bevölkerungswachstums bewahrten die Gemeinden ihre politische Selbstständigkeit und einen ausgeprägt ländlichen Charakter.

Wirtschaft

Die Landwirtschaft prägt das Landschaftsbild weiterhin stark. In der Talebene dominieren Ackerbau, Milchwirtschaft und Futterbau. Angebaut werden unter anderem Getreide, Mais, Zuckerrüben, Raps und Gemüse. An geeigneten Standorten bestehen Obstgärten und kleinere Rebflächen.

Die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe ging im 20. und frühen 21. Jahrhundert zurück, während die verbliebenen Betriebe grössere Flächen bewirtschaften. Direktvermarktung, Hofläden und regionale Produkte besitzen eine zunehmende Bedeutung.

Gewerbe- und Dienstleistungsbetriebe konzentrieren sich vor allem entlang der Hauptstrasse und in den Gewerbezonen von Niederweningen und Oberweningen. Viele Erwerbstätige pendeln in die Agglomeration Zürich oder in die Wirtschaftsräume des Zürcher Unterlands und des Kantons Aargau.

Bucher Industries, ein international tätiger Maschinenbaukonzern mit historischen Wurzeln in Niederweningen, ist das bekannteste aus dem Wehntal hervorgegangene Unternehmen. Die ursprüngliche Schmiede entwickelte sich seit dem 19. Jahrhundert zu einer Fabrik für landwirtschaftliche Maschinen.

Verkehr

Eisenbahn

Das Wehntal wird durch die Wehntalbahn erschlossen. Die Bahnstrecke führt von Oberglatt über Niederhasli, Dielsdorf und Steinmaur in das Tal. Innerhalb des Wehntals bestehen folgende Stationen:

Die Strecke wird von der Linie S15 der S-Bahn Zürich bedient. Sie verbindet Niederweningen über Dielsdorf, Oberglatt, Zürich Oerlikon und Zürich Hauptbahnhof mit Uster und Rapperswil. Die Züge verkehren grundsätzlich im Halbstundentakt.[11]

Der Bahnhof Schöfflisdorf-Oberweningen liegt zwischen den beiden namensgebenden Gemeinden und erschliesst auch Schleinikon. Niederweningen besitzt mit Niederweningen Dorf und dem Endbahnhof Niederweningen zwei Bahnstationen.

Strassenverkehr

Die Hauptverkehrsachse ist die Wehntalerstrasse. Sie beginnt im Raum Zürich, führt über Regensdorf und Dielsdorf durch das Wehntal und setzt sich im Kanton Aargau über Schneisingen in Richtung Surbtal und Koblenz fort.

Die Strasse dient sowohl dem regionalen Verkehr als auch als Verbindung zwischen der Agglomeration Zürich und dem nördlichen Aargau. Das hohe Verkehrsaufkommen führt insbesondere während der Hauptverkehrszeiten zu Belastungen in den Ortsdurchfahrten.

Neben der Bahn erschliessen Postauto- und regionale Buslinien die Gemeinden, die Aussenwachten und die Nachbarregionen. Busverbindungen bestehen unter anderem in Richtung Steinmaur, Dielsdorf, Bachs, Regensberg und Schneisingen.

Fuss- und Veloverkehr

Durch die Talebene verlaufen regionale Velorouten und landwirtschaftliche Wege. Sie verbinden die vier Gemeinden und ermöglichen weitgehend flache Fahrten entlang der Surb.

Wanderwege führen von den Bahnstationen und Dörfern auf die Egg und die Lägern. Besonders bekannt ist der Aufstieg von Schöfflisdorf zur Lägern-Hochwacht. Vom Höhenzug bestehen weite Ausblicke über das Zürcher Unterland, den Aargau, den Schwarzwald und bei guter Sicht bis zu den Alpen.[12]

Regionale Zusammenarbeit

Obwohl die vier Wehntaler Gemeinden politisch selbstständig sind, arbeiten sie in zahlreichen Bereichen zusammen. Gemeinsame Organisationen bestehen unter anderem für Schule, Feuerwehr, Wasserversorgung, Altersbetreuung, Kultur, Jugendarbeit und soziale Dienstleistungen.

Die Schulgemeinde Wehntal entstand 2010 aus dem Zusammenschluss der bisherigen Primarschulen von Niederweningen, Schleinikon und Schöfflisdorf-Oberweningen mit der Oberstufenschulgemeinde Niederweningen.[13]

Auch die reformierte Kirchgemeinde Wehntal umfasst Niederweningen, Oberweningen, Schleinikon und Schöfflisdorf. Vereine und kulturelle Organisationen verwenden den Namen Wehntal als Ausdruck der gemeinsamen regionalen Identität.

Zu den gemeinsamen Einrichtungen gehören das Alterszentrum Wehntal, die Feuerwehr Wehntal, die Schule Wehntal und verschiedene Zweckverbände für Infrastruktur und Versorgung.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Das bedeutendste Museum der Region ist das Mammut Museum in Niederweningen. Es dokumentiert die eiszeitlichen Funde und die Landschaftsentwicklung des Tales.

In den Dörfern sind zahlreiche historische Bauernhäuser, ehemalige Handwerkerhäuser, Kirchen, Pfarrhäuser und Speicher erhalten. Die reformierte Kirche Schöfflisdorf wurde 1706 errichtet und bildet mit dem Pfarrhaus ein markantes Ensemble. In Niederweningen steht die reformierte Kirche an erhöhter Lage über dem Dorf.

Die bäuerliche Kultur wird durch Ortsmuseen, historische Vereinigungen, Trachtengruppen und jährlich erscheinende Regionalpublikationen gepflegt. Das Wehntaler Jahresblatt behandelt naturkundliche, historische und gesellschaftliche Themen aus der Region.

Auf der Lägern befinden sich die Überreste der mittelalterlichen Burg Alt-Lägern. Am östlichen Ende des Höhenzugs liegt das historische Städtchen Regensberg mit Schloss, Rundturm und weitgehend erhaltenem Ortsbild.

Naherholung

Das Wehntal ist ein wichtiges Naherholungsgebiet für das Zürcher Unterland und die Agglomeration Zürich. Die Landschaft eignet sich zum Wandern, Velofahren, Reiten und für Spaziergänge.

Beliebte Ziele sind:

  • die Lägern-Hochwacht und der Lägerngrat
  • die Ruine Alt-Lägern
  • die Wälder und Wege auf der Egg
  • das Mammut Museum in Niederweningen
  • die historischen Dorfkerne
  • die Wanderwege entlang der Surb
  • das Städtchen Regensberg

Der Gratweg über die Lägern führt von Regensberg nach Baden. Einzelne Abschnitte sind schmal und felsig und erfordern Trittsicherheit und Schwindelfreiheit. Einfachere Wanderwege verlaufen an den Hängen und durch die Wälder unterhalb des Grates.

Literatur

  • Heinrich Hedinger: Ortsgeschichte von Schöfflisdorf. Gemeinde Schöfflisdorf, Schöfflisdorf 1962.
  • Regula Crottet, Anika Kerstan, Philipp Zwyssig: Der Bezirk Dielsdorf. Die Kunstdenkmäler des Kantons Zürich, Neue Ausgabe, Band VII, Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte, Bern 2023, ISBN 978-3-03797-882-5.
  • Verein für Ortsgeschichte Niederweningen: Mammutmuseum Niederweningen. Eiszeiten und Klimawandel im Wehntal. Niederweningen 2010.
  • Walter Zollinger: Aus der Vergangenheit des Wehntals. Verschiedene Beiträge im Wehntaler Jahresblatt.
  • Hans Kläui, Viktor Schobinger: Zürcher Ortsnamen. Entstehung und Bedeutung. Zürcher Kantonalbank, Zürich 1989.

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. Geschichte. In: Gemeinde Niederweningen(de). Abgerufen am 2026-08-04.
  2. Waldreservat Lägern. In: Kanton Zürich. 2004-04-15(de). Abgerufen am 2026-08-04.
  3. Ausbau und Renaturierung der Surb in Niederweningen. In: Kanton Zürich. 2001-10-18(de). Abgerufen am 2026-08-04.
  4. Mammut Museum Niederweningen. In: Mammut Museum(de). Abgerufen am 2026-08-04.
  5. Lichter Wald Lägern. In: Kanton Zürich(de). Abgerufen am 2026-08-04.
  6. Geschichte der Mammutfunde und des Mammutmuseums Niederweningen. In: Mammut Museum(de). Abgerufen am 2026-08-04.
  7. Geschichte der Mammutfunde. In: Mammut Museum(de). Abgerufen am 2026-08-04.
  8. Geschichte: Vorgeschichte und Altertum. In: Gemeinde Niederweningen(de). Abgerufen am 2026-08-04.
  9. Das Mittelalter. In: Gemeinde Oberweningen(de). Abgerufen am 2026-08-04.
  10. Geschichte Schöfflisdorfs. In: Gemeinde Schöfflisdorf(de). Abgerufen am 2026-08-04.
  11. Porträt der Gemeinde Oberweningen. In: Gemeinde Oberweningen(de). Abgerufen am 2026-08-04.
  12. Wanderung von Schöfflisdorf auf die Lägern. In: Zürcher Verkehrsverbund(de). Abgerufen am 2026-08-04.
  13. Schule Wehntal. In: Gemeinde Schöfflisdorf(de). Abgerufen am 2026-08-04.