Bahnhof Dübendorf
| Bahnhof Dübendorf | |
|---|---|
| Bahnhof Dübendorf | |
| Typ | Durchgangsbahnhof |
| Lage | Dübendorf |
| Eröffnung | 1. August 1856 |
| Eigentümer | Schweizerische Bundesbahnen |
| Betreiber | Schweizerische Bundesbahnen |
| Strecke | Wallisellen–Uster |
| Gleise | 4 |
| Bahnsteiggleise | 2 im regulären Personenverkehr |
| Linien | S9, S14, SN9 |
| Tarifverbund | Zürcher Verkehrsverbund |
| Tarifzone | 121 |
| Höhe | 440 m ü. M. |
| Abkürzung | DUE |
| UIC-Nummer | 8503128 |
| Koordinaten | 47.39998° N, 8.62294° O |
Der Bahnhof Dübendorf ist ein Bahnhof der Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) in der Stadt Dübendorf im Bezirk Uster des Kantons Zürich. Er liegt an der Bahnstrecke von Wallisellen über Uster nach Rapperswil SG und wird von den Linien S9 und S14 der S-Bahn Zürich bedient.
Der 1856 eröffnete Bahnhof gehört zu den ältesten Bahnhöfen im Zürcher Glattal. Er bildet gemeinsam mit den benachbarten Bushaltestellen Dübendorf, Bahnhof und Dübendorf, Bahnhof Nord einen bedeutenden Verkehrsknoten innerhalb der Stadt. Dübendorf wird am westlichen Stadtrand zusätzlich durch den Bahnhof Stettbach erschlossen.
Lage
Der Bahnhof befindet sich nördlich des historischen Stadtzentrums von Dübendorf auf rund 440 Metern über Meer. Südlich der Gleisanlagen liegen die Bahnhofstrasse, die Bettlistrasse und der südliche Bahnhofplatz. Auf der Nordseite verlaufen die Wangenstrasse und die stark befahrene Überlandstrasse.
Die Bahnlinie bildet im Bereich des Bahnhofs eine städtebauliche Trennlinie zwischen dem älteren Stadtzentrum im Süden und den Wohn-, Gewerbe- und Entwicklungsgebieten nördlich der Gleise. Eine Personenunterführung verbindet beide Seiten des Bahnhofs miteinander und erschliesst das für den Personenverkehr verwendete Mittelperron. Die Unterführung dient nicht nur den Bahnreisenden, sondern ist zugleich eine wichtige Fusswegverbindung zwischen dem nördlichen und dem südlichen Stadtgebiet.[1]
Das Umfeld des Bahnhofs wurde seit dem späten 20. Jahrhundert stark verdichtet. Neben Wohnhäusern entstanden Büro-, Dienstleistungs- und Gewerbebauten. Der Bahnhof ist deshalb sowohl für den Pendlerverkehr nach Zürich und in das Zürcher Oberland als auch für den innerstädtischen Verkehr von grosser Bedeutung.
Anlage
Der Bahnhof Dübendorf ist eine viergleisige Anlage. Der reguläre Personenverkehr wird über das Mittelperron an den Gleisen 3 und 4 abgewickelt. Das südlich gelegene Gleis 1 besitzt zwar einen Hausperron, wird jedoch nicht für den fahrplanmässigen Ein- und Ausstieg verwendet. Die übrigen Gleise dienen betrieblichen Aufgaben, Zugdurchfahrten und der Abwicklung des Bahnverkehrs auf der stark belasteten Strecke durch das Glattal.[2]
Das Mittelperron ist über die Personenunterführung erreichbar. Der Zugang erfolgt über Treppen und Rampen. Auf dem Perron befinden sich ein langes Schutzdach, Sitzgelegenheiten, Fahrgastanzeigen und weitere Einrichtungen für Reisende.
Im Jahr 2020 erhöhten die SBB das Mittelperron an den Gleisen 3 und 4 auf die schweizerische Normhöhe von 55 Zentimetern. Dadurch wurde der stufenfreie Einstieg in die auf den Linien S9 und S14 eingesetzten Niederflurzüge ermöglicht. Die Baukosten wurden mit rund 5,7 Millionen Franken angegeben.[3]
Zum Bahnhof gehören ein bedientes Reisezentrum, Billettautomaten, Verpflegungsmöglichkeiten, Veloabstellplätze und eine P+Rail-Anlage. In unmittelbarer Nähe befindet sich zudem ein Standort des Carsharing-Unternehmens Mobility.[4]
Aufnahmegebäude
Das Aufnahmegebäude steht auf der Südseite der Gleisanlagen. Es ist ein wichtiger baulicher Zeuge der frühen Eisenbahngeschichte Dübendorfs und wurde im Laufe seiner Nutzung mehrfach umgebaut und an veränderte Anforderungen angepasst. Neben Räumen für den Bahnbetrieb und den Verkauf von Billetten beherbergt das Gebäude gewerbliche Nutzungen.
Im Jahr 2026 liessen die SBB das Vordach und die äusseren Oberflächen des Gebäudes sanieren. Das Farbkonzept orientierte sich an historischen Untersuchungen und sollte das Gebäude seinem früheren Erscheinungsbild annähern. Gleichzeitig wurde die Tragfähigkeit des Vordachs verbessert, um die Installation einer Photovoltaikanlage zu ermöglichen.[5]
Geschichte
Eröffnung der Glatthalbahn
Der Bahnhof wurde am 1. August 1856 gemeinsam mit der Bahnstrecke zwischen Wallisellen und Uster eröffnet. Bauherrin war die private Glatthalbahn, welche die aufstrebenden Ortschaften und Industriebetriebe im Glattal mit dem Eisenbahnnetz der Schweizerischen Nordostbahn verbinden wollte.[6]
Der Bahnanschluss beeinflusste die Entwicklung Dübendorfs nachhaltig. Die Gemeinde erhielt eine schnelle Verbindung nach Zürich und Uster, wodurch der Transport von Personen, Rohstoffen und Industrieerzeugnissen erheblich vereinfacht wurde. Die Bahn trug zur allmählichen Ausdehnung des Siedlungsgebiets und zur Ansiedlung neuer Gewerbe- und Industriebetriebe bei.[7]
Bereits kurz nach der Eröffnung ging die Glatthalbahn in den Vereinigten Schweizerbahnen (VSB) auf. Diese verlängerten die Strecke 1857 nach Wetzikon, 1858 nach Rüti und 1859 über Rapperswil und Weesen weiter in die Ostschweiz. Damit wurde Dübendorf Teil einer überregionalen Bahnverbindung.[8]
Mit der Verstaatlichung der Vereinigten Schweizerbahnen ging die Strecke 1902 an die neu gegründeten Schweizerischen Bundesbahnen über. Der elektrische Betrieb zwischen Wallisellen und Uster wurde am 2. Oktober 1932 aufgenommen.
Entwicklung im 20. Jahrhundert
Im Laufe des 20. Jahrhunderts gewann der Bahnhof durch das starke Bevölkerungswachstum Dübendorfs und die zunehmende Bedeutung des nahe gelegenen Flugplatzes weiter an Bedeutung. Neben dem Personenverkehr spielte zeitweise auch der Güterverkehr eine wichtige Rolle.
Ein Anschlussgleis führte vom Bahnhofsbereich zum Militärflugplatz Dübendorf. Es wurde unter anderem für die Beförderung von Treibstoffen genutzt. Nach der Einstellung des Kampfjetbetriebs verlor der Anschluss seine Funktion und wurde 2005 aufgehoben.
Die Bahnstrecke zwischen Wallisellen und Uster war ursprünglich eingleisig. Aufgrund des wachsenden Verkehrs beschlossen der Kanton Zürich und die SBB in den 1970er Jahren den Doppelspurausbau. Der Abschnitt zwischen Wallisellen und Dübendorf wurde am 31. Juli 1983 in Betrieb genommen. Seit dem 30. September 1984 ist die gesamte Strecke zwischen Wallisellen und Uster doppelspurig befahrbar.
Im Zusammenhang mit diesem Ausbau erhielt der Bahnhof Dübendorf zusätzliche Gleisanlagen, ein neues Mittelperron und erweiterte Unterführungen. Die leistungsfähigere Infrastruktur erlaubte eine Verdichtung des Fahrplans und bereitete die Strecke auf die spätere Einführung der S-Bahn Zürich vor.[9]
S-Bahn Zürich
Mit der Eröffnung der S-Bahn Zürich am 27. Mai 1990 wurde Dübendorf in das neue regionale Schnellbahnnetz integriert. Gleichzeitig ging die Zürichberglinie mit dem Zürichbergtunnel und dem Bahnhof Stettbach in Betrieb. Die neue Verbindung ermöglichte direkte Fahrten von Dübendorf über Stettbach und Zürich Stadelhofen zum Zürcher Hauptbahnhof.
Die S-Bahn führte zu einer deutlichen Verbesserung des Angebots und machte den Bahnhof zu einem wichtigen Pendlerknoten. Die Züge verbinden Dübendorf seither sowohl mit der Stadt Zürich als auch mit Uster, Wetzikon, Hinwil und weiteren Orten im Zürcher Oberland.
Bahnverkehr
Im Fahrplanjahr 2026 wird der Bahnhof Dübendorf von zwei regulären Linien der S-Bahn Zürich bedient:[10]
- Die S9 verkehrt von Schaffhausen über Rafz, Bülach, Zürich Oerlikon, Zürich Hauptbahnhof und Stettbach nach Dübendorf und weiter über Schwerzenbach nach Uster.
- Die S14 verbindet Affoltern am Albis über Birmensdorf, Zürich Hauptbahnhof, Zürich Oerlikon und Stettbach mit Dübendorf, Uster, Wetzikon und Hinwil.
Beide Linien verkehren in der Regel im Halbstundentakt. Durch ihre zeitlich versetzte Führung besteht zwischen Dübendorf, Stettbach und den zentralen Zürcher Bahnhöfen während eines grossen Teils des Tages annähernd ein Viertelstundentakt.
Die benachbarten Stationen sind Stettbach in Richtung Zürich und Schwerzenbach ZH in Richtung Uster. Die Fahrt nach Zürich Stadelhofen dauert ungefähr acht Minuten, zum Zürcher Hauptbahnhof je nach Verbindung rund zwölf bis fünfzehn Minuten.
In den Nächten von Freitag auf Samstag und Samstag auf Sonntag wird Dübendorf zusätzlich von der Nacht-S-Bahn-Linie SN9 bedient. Sie verbindet Uster und Dübendorf mit Zürich sowie mit Bülach.
Busverkehr
Der Bahnhof besitzt Bushaltestellen auf beiden Seiten der Gleisanlagen. Die südliche Haltestelle trägt die Bezeichnung Dübendorf, Bahnhof, die nördliche Dübendorf, Bahnhof Nord. Die Buslinien werden innerhalb des Zürcher Verkehrsverbunds von den Verkehrsbetrieben Glattal koordiniert.
Im Jahresfahrplan 2026 bedienen folgende Tageslinien den Bahnhof:[11]
- Linie 748 nach Dietlikon, Hofwiesen
- Linie 752 zwischen Zürich, Bahnhof Stettbach und Dübendorf, Kunsteisbahn
- Linie 754 zwischen Zürich, Bahnhof Stettbach und Dübendorf
- Linie 756 nach Dübendorf, Gfenn
- Linie 759 zwischen Wangen, Dorfplatz und Zürich Flughafen
- Linie 760 nach Zürich, Bahnhof Stettbach
Die Buslinien 748, 752, 754, 756 und 760 fahren überwiegend auf der Südseite ab. Die Linie 759 bedient die Haltestelle Bahnhof Nord und verbindet den Bahnhof unter anderem mit dem Flugplatz, dem Innovationspark, Wangen, Wallisellen und dem Flughafen Zürich.[12]
Im Nachtnetz verkehren die Linien N76 und N78. Die N76 verbindet den Bahnhof mit Stettbach und Gfenn. Die N78 bedient die nördliche Bahnhofseite und fährt über Wangen und Brüttisellen nach Nürensdorf.[13]
Bedeutung
Der Bahnhof Dübendorf ist der zentrale Bahnanschluss des historischen Stadtzentrums und der bevölkerungsreichen Quartiere im mittleren und östlichen Teil der Stadt. Er wird vor allem von Pendlerinnen und Pendlern genutzt, die nach Zürich, Uster oder in andere Gemeinden des Glattals und des Zürcher Oberlands reisen.
Durch die zahlreichen Buslinien besitzt der Bahnhof zudem eine wichtige Funktion für die Feinerschliessung Dübendorfs. Die Busse verbinden ihn unter anderem mit Gfenn, dem Flugplatz, dem Innovationspark, der Kunsteisbahn, dem Bahnhof Stettbach, Dietlikon und dem Flughafen Zürich.
Die Personenunterführung ist zugleich eine bedeutende innerstädtische Verbindung. Wegen des Bevölkerungswachstums und der Entwicklung neuer Wohn- und Arbeitsgebiete wird langfristig mit einer weiteren Zunahme der Reisenden sowie des Fuss- und Veloverkehrs gerechnet.
Ausbau- und Entwicklungsprojekte
Die Stadt Dübendorf untersucht seit mehreren Jahren eine umfassende Neugestaltung des Bahnhofumfelds. Zu den Planungen gehören ein neuer Bushof auf der Südseite, die Aufwertung der Bahnhofplätze und eine leistungsfähigere Personenunterführung. Diese soll die Perrons besser erschliessen und gleichzeitig eine attraktivere Verbindung für Fussgängerinnen, Fussgänger und Velofahrende zwischen den beiden Stadtteilen schaffen.[1]
Langfristig ist eine Verlängerung der Glattalbahn vorgesehen. Die geplante Strecke soll vom Bahnhof Stettbach über das Entwicklungsgebiet Giessen zum Bahnhof Dübendorf führen und von dort über den Flugplatz beziehungsweise den Innovationspark bis nach Dietlikon verlängert werden. Am Bahnhof Dübendorf soll dadurch ein direkter Übergang zwischen S-Bahn, Stadtbahn und Bus entstehen. Das Vorhaben befindet sich in der Planungsphase; ein verbindlicher Eröffnungstermin besteht noch nicht.[14]
Siehe auch
- Bahnstrecke Wallisellen–Uster–Rapperswil
- S-Bahn Zürich
- Bahnhof Stettbach
- Glatthalbahn
- Verkehrsbetriebe Glattal
- Liste der Bahnhöfe im Kanton Zürich
Weblinks
- Bahnhof Dübendorf auf der Website der SBB
- Offizielle Website des Zürcher Verkehrsverbunds
- Offizielle Website der Verkehrsbetriebe Glattal
- Offizielle Website der Stadt Dübendorf
Einzelnachweise
- ↑ 1,0 1,1 Stadt Dübendorf: «Ausbau Personenunterführung Bahnhof Dübendorf – Vertiefte Vorstudie», 4. November 2020, abgerufen am 4. August 2026.
- ↑ Stadt Dübendorf: «Variantenstudium Bushof Bahnhof Dübendorf», 24. November 2015, abgerufen am 4. August 2026.
- ↑ Zürcher Oberländer: «Jetzt beginnen in Dübendorf die Bauarbeiten», 11. März 2020, abgerufen am 4. August 2026.
- ↑ SBB: Bahnhof Dübendorf, abgerufen am 4. August 2026.
- ↑ Zürcher Oberländer: «Der Bahnhof Dübendorf wird ‹retro›», 7. Juni 2026, abgerufen am 4. August 2026.
- ↑ Gemeinde Wallisellen: «Wallisellen wird an die Glattalbahn angeschlossen», abgerufen am 4. August 2026.
- ↑ Historisches Lexikon der Schweiz: «Dübendorf», abgerufen am 4. August 2026.
- ↑ Historisches Lexikon der Schweiz: «Uster», abgerufen am 4. August 2026.
- ↑ Hochparterre: «Schienenstränge und Luftschlösser», 30. November 2022, abgerufen am 4. August 2026.
- ↑ Zürcher Verkehrsverbund: Haltestellen- und Linienfahrpläne Dübendorf, Jahresfahrplan 2026, abgerufen am 4. August 2026.
- ↑ Zürcher Verkehrsverbund: Haltestellenfahrplan Dübendorf, Bahnhof, Jahresfahrplan 2026, abgerufen am 4. August 2026.
- ↑ Zürcher Verkehrsverbund: Linienfahrplan 759, Jahresfahrplan 2026, abgerufen am 4. August 2026.
- ↑ Verkehrsbetriebe Glattal: «Abfahrtskanten Busse Dübendorf, Bahnhof», abgerufen am 4. August 2026.
- ↑ Stadt Dübendorf: «Glattalbahn-Verlängerung», abgerufen am 4. August 2026.
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