Glatttal

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Glatttal
Alternative Schreibweise Glattal
Kanton Zürich
Landschaftstyp Fluss- und Siedlungslandschaft
Hauptgewässer Glatt
Oberes Ende Greifensee
Unteres Ende Rhein bei Rheinsfelden
Teilräume Oberes, mittleres und unteres Glatttal
Wichtige Orte Uster, Dübendorf, Wallisellen, Opfikon, Kloten, Rümlang, Oberglatt, Glattfelden
Planungsverband Zürcher Planungsgruppe Glattal
Wichtige Verkehrsanlagen Flughafen Zürich
S-Bahn Zürich
Glattalbahn
Autobahnen A1, A15 und A51

Das Glatttal, traditionell und in zahlreichen Eigennamen weiterhin Glattal geschrieben, ist eine Flusslandschaft und Siedlungsregion im Kanton Zürich. Es erstreckt sich entlang der Glatt vom Greifensee über Dübendorf, Wallisellen, Opfikon, Kloten, Rümlang und Oberglatt bis zur Einmündung des Flusses in den Rhein bei Rheinsfelden.

Die Grenzen des Glatttals sind nicht in allen Zusammenhängen identisch. Geografisch umfasst es das gesamte Tal des Flusses zwischen dem Greifensee und dem Rhein. In der Raumplanung wird mit der Region Glattal dagegen häufig das obere und mittlere Glatttal östlich und nördlich der Stadt Zürich bezeichnet. Die Zürcher Planungsgruppe Glattal umfasst 14 Gemeinden, während die weiter flussabwärts gelegenen Gemeinden des unteren Glatttals anderen Planungsregionen zugeordnet sind.[1]

Das Glatttal gehört zu den dynamischsten Siedlungs- und Wirtschaftsräumen der Schweiz. Die Nähe zur Stadt Zürich, der Flughafen Zürich, die gute Erschliessung durch Bahn, Stadtbahn und Autobahnen sowie grosse Arbeitsplatzgebiete führten seit der Mitte des 20. Jahrhunderts zu einem starken Bevölkerungs- und Beschäftigungswachstum.[2]

Gleichzeitig sind entlang der Glatt, am Greifensee und in den verbliebenen Landwirtschafts- und Naturräumen bedeutende Landschafts- und Erholungsgebiete erhalten geblieben.

Name und Schreibweise

Das Tal ist nach dem Fluss Glatt benannt. Der Gewässername wird meist auf einen Ausdruck für klares, ruhiges oder glänzendes Wasser zurückgeführt.

Nach den Regeln der neueren deutschen Rechtschreibung treffen im zusammengesetzten Wort Glatttal drei Buchstaben «t» aufeinander: die beiden Schlussbuchstaben von «Glatt» und der Anfangsbuchstabe von «Tal». Die Schreibweise mit drei «t» wird daher seit der Rechtschreibreform verwendet.

Die ältere Form Glattal ist jedoch weiterhin sehr verbreitet. Sie erscheint insbesondere in traditionellen und amtlichen Eigennamen wie:

  • Zürcher Planungsgruppe Glattal;
  • Glattalbahn;
  • Region Glattal;
  • Verkehrsbetriebe Glattal;
  • Regionaler Richtplan Glattal.

Beide Schreibweisen bezeichnen dieselbe geografische Region. Die Kategorie auf Wikimedia Commons und verschiedene neuere geografische Publikationen verwenden die Form Glatttal.[3]

Geografie

Lage

Das Glatttal liegt im nordöstlichen Teil der Agglomeration Zürich. Es verbindet das Gebiet des Greifensees und des Zürcher Oberlands mit dem Zürcher Unterland und dem Rhein.

Der obere Teil beginnt am Abfluss des Greifensees bei Fällanden und Schwerzenbach. Von dort fliesst die Glatt zunächst nach Nordwesten durch Dübendorf. Sie erreicht anschliessend den dicht besiedelten Raum zwischen Wallisellen, der Stadt Zürich und Opfikon.

Bei Glattbrugg wendet sich der Fluss stärker nach Norden. Er führt durch das Flughafen- und Siedlungsgebiet von Kloten und Rümlang und danach durch die Gemeinden Oberglatt, Niederglatt, Höri und Bülach.

Unterhalb von Bülach durchquert die Glatt ein stärker eingeschnittenes Tal. Bei Rheinsfelden auf dem Gemeindegebiet von Glattfelden mündet sie in den Rhein.

Das Glatttal grenzt je nach Abschnitt an:

  • das Zürcher Oberland im Osten und Südosten;
  • den Pfannenstielraum und das Greifenseegebiet im Süden;
  • die Stadt Zürich im Südwesten;
  • das Furttal im Westen;
  • das Zürcher Unterland im Norden;
  • die Höhenzüge zwischen Kloten, Bassersdorf und Winterthur im Nordosten.

Teilräume

Üblicherweise wird zwischen dem oberen, mittleren und unteren Glatttal unterschieden. Die Abgrenzungen sind nicht verbindlich und können je nach Planung, Statistik oder Sprachgebrauch variieren.

Das obere Glatttal umfasst den Greifensee und das Gebiet um Uster, Schwerzenbach, Fällanden, Greifensee, Volketswil und Dübendorf. Es bildet den Übergang zum Zürcher Oberland.

Das mittlere Glatttal liegt zwischen Dübendorf, Wallisellen, Dietlikon, Opfikon, Kloten und Bassersdorf. Es ist stark verstädtert und eng mit der Stadt Zürich verbunden. Bedeutende Einrichtungen sind der Flughafen Zürich, das Einkaufszentrum Glatt, der Flugplatz Dübendorf und zahlreiche Büro- und Gewerbegebiete.

Das untere Glatttal erstreckt sich von Rümlang und Oberglatt über Niederglatt, Höri und Bülach bis nach Glattfelden und zum Rhein. Neben dicht besiedelten Orten bestehen dort grössere Landwirtschafts-, Wald- und Naturräume.

Die Glatt

Die Glatt ist der landschaftliche Mittelpunkt und Namensgeber des Tals. Sie verlässt den Greifensee und fliesst in nördlicher Richtung zum Rhein. Die Flussstrecke vom Seeausfluss bis zur Mündung ist rund 35 Kilometer lang.[4]

Am Ausfluss aus dem Greifensee beträgt der langjährige mittlere Abfluss ungefähr vier Kubikmeter pro Sekunde. Bis zur Rheinmündung erhöht er sich durch Bäche, Grundwasser und gereinigtes Abwasser auf durchschnittlich mehr als acht Kubikmeter pro Sekunde.[4]

Zu den Zuflüssen gehören unter anderem:

  • Chriesbach;
  • Altbach;
  • Himmelbach;
  • Fischbach;
  • Leutschenbach;
  • Ruebisbach;
  • verschiedene kleinere Dorf-, Entwässerungs- und Industriekanäle.

Der Greifensee wirkt als natürlicher Speicher und gleicht die Wasserführung der Glatt teilweise aus. Trotzdem kam es früher wiederholt zu Überschwemmungen in der breiten Talebene.

Landschaftsentstehung

Die Landschaft wurde wesentlich durch die Eiszeiten geprägt. Gletscher formten die Becken des Greifen- und Pfäffikersees, lagerten Moränen ab und schufen die breiten Ebenen des oberen und mittleren Glatttals.

Nach dem Rückzug der Gletscher entstanden ausgedehnte Feuchtgebiete, Riede und Auen. Der Fluss verlief ursprünglich in zahlreichen Windungen durch die Talebene und änderte bei Hochwasser teilweise seinen Lauf.

Die feuchten Böden erschwerten lange Zeit die landwirtschaftliche Nutzung und die Anlage grösserer Siedlungen. Historische Dörfer wurden deshalb häufig am Rand der Ebene, auf Terrassen oder auf leicht erhöhten Moränenlagen errichtet.

Durch Entwässerungen, Flusskorrektionen, Landwirtschaft, Verkehrswege und Siedlungsbau wurde die ursprüngliche Landschaft stark verändert. Reste der früheren Ried- und Auenlandschaft bestehen vor allem am Greifensee, entlang einzelner Glattabschnitte und in Schutzgebieten des unteren Glatttals.

Gemeinden und Planungsregion

Die geografische Region des Glatttals umfasst Gemeinden in den Bezirken Uster, Bülach und Dielsdorf sowie Randgebiete der Stadt Zürich.

Die Zürcher Planungsgruppe Glattal ist ein regionaler Planungsverband nach dem Zürcher Planungs- und Baugesetz. Ihr gehören folgende 14 politische Gemeinden an:[1]

Gemeinde Bezirk Lage innerhalb der Region
Bassersdorf Bülach Mittleres Glatttal
Dietlikon Bülach Mittleres Glatttal
Dübendorf Uster Oberes und mittleres Glatttal
Fällanden Uster Oberes Glatttal und Greifensee
Greifensee Uster Oberes Glatttal
Kloten Bülach Mittleres Glatttal und Flughafenregion
Maur Uster Greifensee und östlicher Talrand
Nürensdorf Bülach Östlicher Rand des mittleren Glatttals
Opfikon Bülach Mittleres Glatttal
Rümlang Dielsdorf Mittleres bis unteres Glatttal
Schwerzenbach Uster Oberes Glatttal
Volketswil Uster Oberes Glatttal
Wallisellen Bülach Mittleres Glatttal
Wangen-Brüttisellen Uster Östlicher Rand des mittleren Glatttals

Der Planungsverband erarbeitet den regionalen Richtplan, koordiniert die kommunalen Planungen und vertritt gemeinsame regionale Interessen. Er ist Mitglied des Planungsdachverbands Region Zürich und Umgebung.[5]

Geografisch zum Glatttal gehörende Gemeinden wie Uster, Oberglatt, Niederglatt, Höri, Bülach und Glattfelden sind nicht Mitglieder der ZPG. Sie gehören raumplanerisch zu anderen Regionen.

Geschichte

Frühe Besiedlung

Die Ufer des Greifensees und die erhöhten Lagen am Rand der Talebene waren bereits in vorgeschichtlicher Zeit besiedelt. Archäologische Funde belegen jungsteinzeitliche Seeufersiedlungen, bronzezeitliche Siedlungsplätze und eisenzeitliche Spuren.

Während der Römerzeit gehörte das Gebiet zum Hinterland der Siedlungen Turicum und Vitudurum. Strassen verbanden Zürich mit Winterthur, dem Rhein und dem Bodenseeraum. Gutshöfe versorgten die regionalen Märkte mit landwirtschaftlichen Produkten.

Im Mittelalter entstanden die heute noch bestehenden Dorfkerne. Landwirtschaft, Viehzucht, Fischerei und die Nutzung von Wald und Ried bildeten die wirtschaftliche Grundlage. An der Glatt und ihren Zuflüssen wurden Mühlen, Sägereien und andere wasserbetriebene Gewerbeanlagen errichtet.

Glattkorrektionen

Überschwemmungen und versumpfte Böden führten bereits im 19. Jahrhundert zu Forderungen nach einer Regulierung des Flusses. Nach dem schweren Hochwasser von 1876 wurde die Glatt in mehreren Abschnitten begradigt und ausgebaut.

Die umfangreichsten Eingriffe erfolgten während der dritten Glattkorrektion von 1937 bis 1954. Dabei wurde das Flussbett begradigt, vertieft und befestigt. Die Massnahmen verbesserten den Hochwasserschutz und ermöglichten die Entwässerung zusätzlicher Flächen, veränderten jedoch den natürlichen Flusslebensraum erheblich.

Nach Hochwasserschäden von 1968 wurde der Unterlauf zwischen 1976 und 1980 erneut ausgebaut.[6]

Seit dem späten 20. Jahrhundert steht nicht mehr nur der Hochwasserschutz im Mittelpunkt. Einzelne Flussabschnitte werden aufgeweitet und naturnäher gestaltet, damit wieder vielfältigere Lebensräume entstehen.

Eisenbahn und Industrialisierung

Die Eröffnung der Bahnstrecken Zürich–Winterthur und Oerlikon–Bülach in den 1850er-Jahren veränderte die wirtschaftliche Entwicklung des Glatttals. Bahnhöfe entstanden unter anderem in Wallisellen, Dübendorf, Dietlikon, Kloten, Glattbrugg, Rümlang und Oberglatt.

Die gute Verkehrslage förderte die Ansiedlung von Fabriken, Lagerhäusern und Gewerbebetrieben. Besonders im Raum Dübendorf, Wallisellen und Opfikon entstanden grössere Industriegebiete.

Der Flugplatz Dübendorf wurde ab 1910 zu einem Zentrum der schweizerischen Luftfahrt. Er diente zunächst der zivilen und militärischen Aviatik und war vor der Eröffnung des Flughafens Zürich der wichtigste Flugplatz der Region.

Flughafen Zürich

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde bei Kloten der neue interkontinentale Flughafen Zürich gebaut. Der Flugbetrieb begann 1948. Der Flughafen entwickelte sich zu einem der wichtigsten Verkehrs- und Arbeitsplatzstandorte des Glatttals.

Das Wachstum des Flughafens führte zum Ausbau der Strassen- und Bahninfrastruktur und zur Ansiedlung zahlreicher Unternehmen aus Luftfahrt, Logistik, Hotellerie, Handel und Dienstleistungen.

Kloten, Opfikon, Rümlang und weitere Gemeinden wuchsen stark. Gleichzeitig entwickelte sich der Fluglärm zu einem bedeutenden politischen und raumplanerischen Thema.[7]

Verstädterung

Bis in die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts bestanden zwischen den Dörfern noch grosse Landwirtschafts- und Riedflächen. Nach 1950 führte das Wachstum der Agglomeration Zürich zu einer raschen Ausdehnung der Siedlungen.

Dübendorf, Wallisellen, Opfikon und Kloten entwickelten sich zu Städten. Wohnquartiere, Bürokomplexe, Einkaufszentren und Industriegebiete rückten immer näher zusammen.

Im mittleren Glatttal entstand eine zusammenhängende Stadtlandschaft, die funktional eng mit Zürich-Nord verbunden ist. Der Begriff Glattalstadt wird teilweise verwendet, um diesen polyzentrischen urbanen Raum zu beschreiben. Eine politische Stadt oder Gemeinde dieses Namens besteht jedoch nicht.

Bevölkerung und Siedlung

Die Region gehört seit Jahrzehnten zu den am stärksten wachsenden Gebieten des Kantons Zürich. Neben der natürlichen Bevölkerungsentwicklung sind Zuwanderung, die gute Erreichbarkeit und die Nähe zu grossen Arbeitsplatzgebieten wichtige Gründe.

Die Siedlungsstruktur ist vielfältig. Sie reicht von dicht bebauten Stadtquartieren in Opfikon, Wallisellen und Dübendorf bis zu historischen Dorfkernen, Einfamilienhausgebieten und ländlich geprägten Ortsteilen.

Zu den bedeutenden neueren Entwicklungsgebieten gehören:

  • Glattpark in Opfikon;
  • Richti-Areal in Wallisellen;
  • Hochbord und Giessen in Dübendorf;
  • Zwicky-Areal zwischen Dübendorf und Wallisellen;
  • Gebiet um den Bahnhof Stettbach;
  • Flughafenstadt und The Circle in Kloten;
  • Gebiete um die Bahnhöfe Dietlikon und Bassersdorf;
  • Flugplatz- und Innovationsparkareal in Dübendorf.

Die Raumplanung verfolgt das Ziel, das weitere Wachstum stärker auf bestehende Siedlungsgebiete und gut erschlossene Verkehrsknoten zu konzentrieren. Landwirtschaftsflächen, Freiräume und ökologische Verbindungen sollen möglichst erhalten bleiben.[8]

Wirtschaft

Das Glatttal gehört zu den wichtigsten Wirtschaftsregionen des Kantons Zürich. Neben traditionellen Industrie- und Gewerbebetrieben prägen heute Dienstleistungen, Luftfahrt, Logistik, Informations- und Kommunikationstechnik, Handel, Gesundheitswesen und Forschung den Arbeitsmarkt.

Von besonderer Bedeutung sind:

  • der Flughafen Zürich und die flughafennahen Unternehmen;
  • nationale und internationale Unternehmenssitze;
  • Logistik- und Verteilzentren;
  • das Einkaufszentrum Glatt in Wallisellen;
  • Industrie- und Gewerbegebiete in Dübendorf, Wallisellen, Dietlikon, Kloten und Rümlang;
  • der Innovationspark Zürich auf dem Flugplatzareal Dübendorf;
  • Banken, Versicherungen, Beratungs- und Technologiefirmen;
  • Hotels und Kongresseinrichtungen.

Die Wirtschafts- und Arbeitsplatzgebiete liegen häufig entlang der Bahnlinien, Autobahnen und Hauptstrassen. Dadurch entstanden räumliche Schwerpunkte rund um den Flughafen, die Bahnhöfe und die grossen Strassenanschlüsse.

Trotz der starken Verstädterung spielen Landwirtschaft und Gartenbau in den äusseren Teilen des Glatttals weiterhin eine Rolle.

Verkehr

Eisenbahn

Das Glatttal gehört zu den am besten erschlossenen Regionen der Schweiz. Mehrere Hauptstrecken der Schweizerischen Bundesbahnen durchqueren das Gebiet.

Wichtige Bahnhöfe sind:

  • Zürich Flughafen;
  • Zürich Oerlikon;
  • Zürich Stettbach;
  • Wallisellen;
  • Dübendorf;
  • Dietlikon;
  • Bassersdorf;
  • Kloten;
  • Kloten Balsberg;
  • Opfikon;
  • Glattbrugg;
  • Rümlang;
  • Oberglatt;
  • Schwerzenbach;
  • Uster.

Zahlreiche Linien der S-Bahn Zürich stellen direkte Verbindungen nach Zürich, Winterthur, Uster, Bülach, Schaffhausen, dem Zürcher Oberland und weiteren Regionen her.

Der Bahnhof Zürich Flughafen wird zusätzlich von Fernverkehrszügen bedient und bildet einen bedeutenden nationalen Verkehrsknoten.

Glattalbahn

Die Glattalbahn ist eine normalspurige Stadtbahn im mittleren Glatttal. Sie wurde zwischen 2006 und 2010 in mehreren Etappen eröffnet.

Das Streckennetz ist 12,7 Kilometer lang und umfasst 21 Haltestellen. Es verbindet den Flughafen Zürich sowie Teile von Kloten, Opfikon, Rümlang, Wallisellen und Dübendorf mit Zürich-Nord und der Zürcher Innenstadt.[9]

Die Infrastruktur wird von den Tram- und Stadtbahnlinien 10, 11 und 12 genutzt. Betreiberinnen sind die Verkehrsbetriebe Zürich und die Verkehrsbetriebe Glattal.

Eine Verlängerung vom Flughafen über Kloten bis in das Industriegebiet Steinacker befindet sich in Planung. Das Projekt umfasst neben der Stadtbahn auch Hochwasserschutz-, Strassen- und Veloverkehrsmassnahmen.[10]

Busverkehr

Die Verkehrsbetriebe Glattal betreiben ein dichtes regionales Busnetz. Es verbindet Wohn- und Arbeitsplatzgebiete mit den S-Bahn-Stationen, dem Flughafen und der Glattalbahn.

Weitere Verbindungen werden durch die Verkehrsbetriebe Zürich, PostAuto und andere Verkehrsunternehmen angeboten.

Strassenverkehr

Mehrere Autobahnen treffen im Glatttal aufeinander:

  • die A1 zwischen Zürich, Winterthur und St. Gallen;
  • die A15 in Richtung Zürcher Oberland;
  • die A51 zum Flughafen Zürich und nach Bülach;
  • Verbindungen zur A4 und zum Nordring Zürich.

Zu den stark belasteten regionalen Achsen gehören die Überlandstrasse, die Thurgauerstrasse, die Flughofstrasse und die Hauptverbindungen zwischen Dübendorf, Wallisellen, Dietlikon, Kloten und Bassersdorf.

Das starke Wachstum von Bevölkerung und Arbeitsplätzen führt trotz des gut ausgebauten öffentlichen Verkehrs regelmässig zu Verkehrsüberlastungen. Bund, Kanton, Gemeinden und Planungsverbände koordinieren deshalb den Ausbau von Siedlung und Verkehr im Agglomerationsprogramm Stadt Zürich–Glattal.[11]

Natur und Umwelt

Greifensee

Der Greifensee bildet den landschaftlichen Ausgangspunkt der Glatt. Seine Ufer gehören zu den bedeutendsten Natur- und Erholungsräumen des Kantons.

Riedflächen, Flachwasserzonen, Schilfgürtel und Feuchtwiesen bieten Lebensraum für zahlreiche Vogel-, Amphibien-, Fisch- und Pflanzenarten. Grosse Teile des Ufergebiets stehen unter Schutz.

Der See wird intensiv für Erholung, Schifffahrt, Wassersport und Naturbeobachtung genutzt. Die unterschiedlichen Ansprüche von Naturschutz, Landwirtschaft und Freizeitnutzung erfordern eine sorgfältige Besucherlenkung.

Flussraum

Die Glatt erfüllt im dicht bebauten mittleren Tal mehrere Funktionen. Sie ist:

  • Hochwasserabfluss;
  • Lebensraum für Tiere und Pflanzen;
  • ökologische Vernetzungsachse;
  • Frischluft- und Freiraumkorridor;
  • Fuss- und Veloverbindung;
  • Erholungsraum für die Bevölkerung.

Viele Abschnitte sind weiterhin stark verbaut und besitzen steile Ufer oder künstliche Sohlschwellen. Durch Revitalisierungen sollen wieder naturnähere Ufer, Flachwasserzonen und vielfältige Strömungsverhältnisse entstehen.

Fil Bleu Glatt

Mit dem Projekt Fil Bleu Glatt planen der Kanton Zürich und die beteiligten Gemeinden einen zusammenhängenden Fluss- und Erholungsraum im urbanen Glatttal.

Das Projektgebiet umfasst einen ungefähr zehn Kilometer langen Abschnitt durch Dübendorf, Wallisellen, Zürich und Opfikon. Vorgesehen sind die Aufwertung des Flusses, neue oder verbesserte Uferwege, ökologische Vernetzung und ein besserer Hochwasserschutz.[12]

Der Zürcher Kantonsrat bewilligte 2022 einen Kredit von 63 Millionen Franken. Davon sind 30 Millionen Franken für den Glattuferweg und 33 Millionen Franken für wasserbauliche Massnahmen vorgesehen.[12]

Umweltbelastungen

Die starke Besiedlung und Industrialisierung belasteten die Glatt im 20. Jahrhundert erheblich. Abwässer aus Haushalten und Betrieben führten zeitweise zu einer schlechten Wasserqualität.

Der Ausbau der Abwasserreinigungsanlagen verbesserte den Zustand deutlich. Eine Herausforderung bleiben Mikroverunreinigungen aus Medikamenten, Haushaltschemikalien, Pflanzenschutzmitteln und industriellen Stoffen.

Auch Grundwasser, Böden und Lebensräume stehen unter Druck. Ursachen sind unter anderem:

  • Siedlungs- und Verkehrsflächen;
  • Strassen- und Flughafenbetrieb;
  • intensive Landwirtschaft;
  • frühere industrielle Nutzungen;
  • invasive Arten;
  • Licht- und Lärmbelastung;
  • zunehmende Sommerhitze.

Freizeit und Naherholung

Trotz der dichten Besiedlung besitzt das Glatttal zahlreiche Naherholungsgebiete. Besonders beliebt sind die Wege entlang der Glatt und des Greifensees.

Zu den Freizeitmöglichkeiten gehören:

  • Wandern und Velofahren entlang des Glattuferwegs;
  • Rundwege am Greifensee;
  • Beobachtung von Wasservögeln und anderen Tierarten;
  • Baden und Wassersport an zugelassenen Stellen des Greifensees;
  • Erholung im Opfikerpark und am Glattparksee;
  • Spaziergänge im Naturschutzgebiet Neeracherried;
  • Waldgebiete bei Dübendorf, Kloten, Bassersdorf und Glattfelden;
  • Ausflüge zum Flugplatz Dübendorf und zum Fliegermuseum;
  • Besuche des Kulturzentrums Zwicky-Areal und weiterer umgenutzter Industriegebiete.

Der Flussuferweg bildet über weite Strecken eine vom motorisierten Verkehr getrennte Verbindung für Fussgängerinnen, Fussgänger und Velofahrende.

Raumplanung

Das starke Wachstum stellt die Region vor grosse raumplanerische Herausforderungen. Wohnraum, Arbeitsplätze, Verkehrsanlagen, Flughafenbetrieb, Landwirtschaft, Natur- und Erholungsräume beanspruchen dieselben begrenzten Flächen.

Der regionale Richtplan Glattal koordiniert insbesondere:

  • die Siedlungsentwicklung;
  • Arbeitsplatz- und Zentrumsgebiete;
  • Landschafts- und Naturschutz;
  • Bahn-, Stadtbahn-, Bus- und Strassenprojekte;
  • regionale Fuss- und Velowege;
  • Güterverkehr und Logistik;
  • öffentliche Bauten und Anlagen;
  • Hochwasserschutz und Gewässerraum.

Der erste regionale Richtplan wurde 1981 festgesetzt. Eine umfassende Revision erfolgte 1998, eine Gesamtrevision 2018. Seither wird das Planwerk durch Teilrevisionen an neue Entwicklungen angepasst.[5]

Ein zentrales Ziel ist die Konzentration des Wachstums auf bereits gut erschlossene Standorte. Neue Wohnungen und Arbeitsplätze sollen vor allem im Umfeld von Bahnhöfen und Stadtbahnhaltestellen entstehen.

Bedeutung

Das Glatttal bildet gemeinsam mit der Stadt Zürich einen zusammenhängenden urbanen Wirtschafts- und Lebensraum. Es verbindet den Hauptbahnhof und die Zürcher Innenstadt mit dem Flughafen, dem Zürcher Oberland, Winterthur und dem Unterland.

Seine Bedeutung beruht insbesondere auf:

  • der Lage innerhalb der Agglomeration Zürich;
  • dem Flughafen Zürich;
  • einem dichten Netz des öffentlichen Verkehrs;
  • grossen Arbeitsplatz- und Entwicklungsgebieten;
  • international tätigen Unternehmen;
  • dem Greifensee und der Glatt als Natur- und Erholungsräume;
  • der Verbindung zwischen Stadt, Agglomeration und ländlichen Gebieten.

Das Nebeneinander von hochverdichteten Stadtgebieten, Verkehrsinfrastruktur, historischen Dörfern und geschützten Landschaften gehört zu den charakteristischen Merkmalen der Region.

Abgrenzung zu anderen Bezeichnungen

Das geografische Glatttal ist nicht mit dem Schulkreis Glattal der Stadt Zürich gleichzusetzen. Dieser umfasst die Stadtquartiere Oerlikon, Seebach und Affoltern und ist eine administrative Einheit des städtischen Schulwesens.[13]

Auch die Region der Zürcher Planungsgruppe Glattal und der Perimeter des Agglomerationsprogramms Stadt Zürich–Glattal besitzen jeweils eigene Grenzen.

Der Name wird ausserdem von zahlreichen Vereinen, Unternehmen, Verkehrsangeboten und öffentlichen Einrichtungen verwendet.

Siehe auch

Literatur

  • Hans G. Wägli: Bahnprofil Schweiz 2005. Diplory Verlag, Grafenried 2004.
  • Kanton Zürich: Agglomerationsprogramm Stadt Zürich–Glattal. Zürich.
  • Zürcher Planungsgruppe Glattal: Regionaler Richtplan Glattal. Dübendorf.
  • Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft des Kantons Zürich: Mikroverunreinigungen in der Glatt und im Grundwasser des Glattals. Zürich 2013.
  • Kanton Zürich: Langfristige Raumentwicklungsstrategie. Zürich 2024.

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Portrait und Organisation, Zürcher Planungsgruppe Glattal, abgerufen am 3. August 2026.
  2. Zürcher Planungsgruppe Glattal, abgerufen am 3. August 2026.
  3. Category:Glatttal, Wikimedia Commons, abgerufen am 3. August 2026.
  4. 4,0 4,1 Mikroverunreinigungen in der Glatt und im Grundwasser des Glattals, Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft des Kantons Zürich, abgerufen am 3. August 2026.
  5. 5,0 5,1 Regionaler Richtplan Glattal, Zürcher Planungsgruppe Glattal, abgerufen am 3. August 2026.
  6. Gewässerökologische Entwicklung der Glatt, Zürcher Umweltpraxis, Kanton Zürich, abgerufen am 3. August 2026.
  7. Flughafengeschichte, Flughafen Zürich AG, abgerufen am 3. August 2026.
  8. Regionale Richtpläne, Kanton Zürich, abgerufen am 3. August 2026.
  9. Glattalbahn-Projekt, Zürcher Verkehrsverbund, abgerufen am 3. August 2026.
  10. Glattalbahn-Verlängerung Kloten, Zürcher Verkehrsverbund, abgerufen am 3. August 2026.
  11. Region Stadt Zürich–Glattal im Agglomerationsprogramm, Kanton Zürich, abgerufen am 3. August 2026.
  12. 12,0 12,1 Projekt «Fil Bleu Glatt», Kanton Zürich, abgerufen am 3. August 2026.
  13. Schulkreis Glattal, Stadt Zürich, abgerufen am 3. August 2026.

Wikimedia Commons Wikimedia Commons: Medien zu Glatttal