Rümlang

Aus Helvetia Wiki – Die Enzyklopädie der Schweiz
Rümlang
Staat Schweiz
Kanton Zürich
Bezirk Dielsdorf
Region Zürcher Unterland und Glattal
BFS-Nummer 0097
Postleitzahl 8153
Höhe 450 m ü. M.
Fläche 12,39 km²
Einwohner 8'355
Einwohnerstand 31. Dezember 2025
Ausländeranteil 30,29 %
Einwohnerbezeichnung Rümlanger, Rümlangerin
Gemeindepräsident Thomas Huber
Ortsteile und Weiler Rümlang, Katzenrüti, Riedmatt und Bäuler
Gewässer Glatt, Rümelbach und Katzenbach
Nachbargemeinden Zürich, Opfikon, Kloten, Oberglatt, Niederglatt, Niederhasli und Regensdorf
Website ruemlang.ch

Rümlang ist eine politische Gemeinde im Bezirk Dielsdorf des Kantons Zürich. Sie liegt im Zürcher Unterland am Übergang zwischen dem Glattal und dem Furttal, unmittelbar nördlich der Stadt Zürich und westlich des Flughafens Zürich.

Die Gemeinde umfasst neben dem eigentlichen Dorf mehrere kleinere Siedlungsgebiete und Weiler, darunter Katzenrüti, Riedmatt und Bäuler. Der östliche Teil des Gemeindegebiets wird von der Glatt durchflossen. Ein bedeutender Teil der westlichen Anlagen des Flughafens Zürich liegt auf Rümlanger Boden.

Rümlang entwickelte sich im 20. Jahrhundert von einem landwirtschaftlich geprägten Dorf zu einer Vorortsgemeinde der Agglomeration Zürich. Neben ausgedehnten Wohngebieten besitzt die Gemeinde grosse Gewerbe-, Industrie- und Logistikzonen. Die Nähe zum Flughafen, zur Stadt Zürich und zu wichtigen Verkehrsachsen macht Rümlang zu einem bedeutenden Wirtschaftsstandort.

Trotz des starken Siedlungs- und Verkehrsdrucks sind mehr als die Hälfte des Gemeindegebiets landwirtschaftlich genutzt und knapp ein Viertel bewaldet. Naturräume befinden sich insbesondere entlang der Glatt, bei ihren ehemaligen Flussläufen, im Gebiet Katzenrüti und in Richtung der Katzenseen.

Name

Der Ortsname Rümlang geht wahrscheinlich auf eine alemannische Siedlung des Frühmittelalters zurück.

Als mögliche ursprüngliche Bedeutung gilt «bei den Leuten des Rumilo». Der Personenname Rumilo dürfte einem alemannischen Sippenführer oder Grundbesitzer gehört haben. Aus einer Form wie Rumilinga entwickelte sich im Verlauf der Jahrhunderte der heutige Ortsname.

Die Kirche von Rümlang wird 924 erstmals urkundlich erwähnt. Damit gehört Rümlang zu den früh belegten Siedlungen des Zürcher Unterlands.[1]

Historische Schreibweisen des Ortsnamens waren unter anderem:

  • Rumilinchova;
  • Rumelingen;
  • Rumlang;
  • Rümlang.

In der lokalen Mundart wird der Ort ungefähr als «Rümlig» ausgesprochen.

Geographie

Lage

Rümlang liegt rund zehn Kilometer nördlich des Zürcher Stadtzentrums.

Das Gemeindegebiet erstreckt sich von den Randgebieten der Katzenseen und des Furttals im Westen über das Dorf und die Landwirtschaftsflächen bis zur Glatt und zum Flughafen Zürich im Osten.

Der historische Dorfkern liegt auf einer leicht erhöhten Geländeterrasse westlich der Glatt. Die neueren Wohnquartiere dehnen sich hauptsächlich nördlich, westlich und südlich des alten Dorfes aus.

Östlich der Bahnlinie befinden sich grosse Gewerbe- und Industriegebiete. Noch weiter östlich folgen die Glatt, die Randbereiche des Flughafens und flughafenbezogene Anlagen.

Rümlang grenzt an:

Fläche und Bodennutzung

Die Gemeinde besitzt eine Fläche von rund 1'239 Hektaren.

Die Bodennutzung verteilt sich ungefähr wie folgt:

Bodennutzung
Nutzungsart Anteil
Landwirtschaftsflächen 51,7 %
Wald 22,9 %
Siedlungs- und Verkehrsflächen rund 25 %
Gewässer und übrige Flächen kleiner Restanteil

Damit besitzt Rümlang trotz seiner Lage in der Agglomeration Zürich weiterhin einen hohen Anteil an Landwirtschafts- und Waldflächen.[2]

Die Siedlungsflächen wachsen vor allem durch die Verdichtung bestehender Quartiere und die Umnutzung ehemaliger Gewerbe- oder Landwirtschaftsareale.

Ortsteile und Weiler

Siedlungsgebiete der Gemeinde
Siedlung Lage und Charakter
Rümlang Hauptort mit historischem Dorfkern, Bahnhof, Gemeindeverwaltung und den grössten Wohngebieten
Katzenrüti historischer Weiler südwestlich des Dorfes nahe den Katzenseen
Riedmatt Gewerbe- und Siedlungsgebiet im südöstlichen Gemeindegebiet
Bäuler Gewerbe- und Flughafenrandgebiet an der Glatt
Eichhof Landwirtschafts- und Naturraum an der Glatt
Hofwisen bedeutendes Gewerbe- und Arbeitsplatzgebiet nahe dem Bahnhof
Heuel Schul-, Sport- und Freizeitraum am nördlichen Siedlungsrand
Worbiger öffentliches Zentrum mit Schulen, Gemeindesaal und weiteren Einrichtungen

Katzenrüti hat seinen dörflich-ländlichen Charakter teilweise bewahrt. Mehrere historische Bauernhäuser und Hofanlagen prägen das Ortsbild.

Glatt

Die Glatt bildet einen wichtigen Natur- und Landschaftsraum im östlichen Gemeindegebiet.

Der Fluss entspringt im Greifensee und fliesst über Dübendorf, Wallisellen, Opfikon und Rümlang in Richtung Oberglatt. Später mündet er bei Rheinsfelden in den Rhein.

Im Raum Rümlang wurde die Glatt im 19. und 20. Jahrhundert stark begradigt und kanalisiert. Die Regulierung sollte Überschwemmungen verhindern, Landwirtschaftsflächen gewinnen und den Bau des Flughafens ermöglichen.

Erhaltene Altläufe und Feuchtgebiete zeigen teilweise noch den früheren Verlauf des Flusses. Sie besitzen grosse Bedeutung als Lebensräume für Amphibien, Vögel, Insekten und Wasserpflanzen.

Zwischen Opfikon und Rümlang wird die Glatt abschnittsweise revitalisiert. Der begradigte Fluss erhält dabei einen naturnäheren Verlauf und einen breiteren Gewässerraum. Das Projekt soll die Artenvielfalt, den Hochwasserschutz und die Naherholung verbessern.[3]

Rümelbach und Katzenbach

Der Rümelbach durchfliesst das Siedlungsgebiet und gehört zu den historischen Wasserläufen des Dorfes.

Er wurde über längere Abschnitte eingedolt oder stark verbaut. Einzelne Bereiche wurden später ökologisch aufgewertet.

Der Katzenbach entspringt im Gebiet der Katzenseen und fliesst durch beziehungsweise entlang des Weilers Katzenrüti. Er bildet streckenweise die Grenze zwischen Rümlang und Zürich.

Katzenseen

Die Katzenseen liegen südwestlich von Rümlang auf dem Gebiet der Stadt Zürich und teilweise nahe der Grenze zu Regensdorf.

Das Naturschutzgebiet umfasst:

  • den Oberen Katzensee;
  • den Unteren Katzensee;
  • Moore;
  • Riedwiesen;
  • Wälder;
  • Feuchtgebiete;
  • landwirtschaftlich genutzte Randflächen.

Von Rümlang führen Wander- und Velowege über Katzenrüti zu den Seen.

Landschaft und Natur

Die wichtigsten Natur- und Landschaftsräume sind:

  • die Glatt und ihre Altläufe;
  • das Gebiet Eichhof;
  • die Wälder westlich und südwestlich des Dorfes;
  • Katzenrüti;
  • der Raum zwischen Rümlang und den Katzenseen;
  • Landwirtschaftsflächen im Norden und Westen;
  • Hecken, Hochstammobstgärten und kleinere Feuchtgebiete.

Die Gemeinde liegt in einem stark von Siedlungen, Strassen, Bahnlinien und Flughafenanlagen geprägten Raum. Naturnahe Flächen dienen deshalb zugleich als ökologische Korridore und als Naherholungsgebiete.

Klima

Rümlang besitzt ein gemässigtes mitteleuropäisches Klima.

Die Lage im flachen Zürcher Unterland begünstigt im Winter Nebel und Hochnebel. Im Sommer können sich die Siedlungs- und Gewerbegebiete stark erwärmen.

Die wichtigsten klimatischen Herausforderungen sind:

  • zunehmende Zahl von Hitzetagen;
  • sommerliche Trockenperioden;
  • Starkniederschläge;
  • Belastung der Landwirtschaft;
  • Erwärmung der Gewässer;
  • steigender Kühlbedarf;
  • Gefährdung empfindlicher Lebensräume.

Grünflächen, Bäume, offene Wasserläufe und unversiegelte Böden gewinnen deshalb in der Gemeindeplanung an Bedeutung.

Wappen

Das Gemeindewappen geht auf das Wappen der mittelalterlichen Herren von Rümlang zurück.

Es zeigt auf rotem Grund ein silbernes, aus mehreren bogenförmigen Elementen zusammengesetztes Zeichen. Das heraldische Motiv wird gelegentlich als stilisierte Wolfsangel oder als besonderes Hauszeichen der Herren von Rümlang gedeutet.

Das Wappen der Adelsfamilie wurde bereits im frühen 16. Jahrhundert vom Dorf übernommen. Eine historische Wappenscheibe im Chor der reformierten Kirche dokumentiert die Verwendung durch die Gemeinde.

Die Gemeindefarben sind Rot und Weiss.

Bevölkerung

Am 31. Dezember 2025 lebten 8'355 Personen in Rümlang. Der Ausländeranteil betrug 30,29 Prozent.[2]

Die Bevölkerung wuchs besonders stark nach dem Zweiten Weltkrieg. Der Ausbau des Flughafens, neue Arbeitsplätze und die gute Verbindung nach Zürich beschleunigten die Entwicklung.

Bevölkerungsentwicklung
Jahr Einwohner
1467 etwa 300
1634 etwa 500
1850 1'226
1900 1'461
1950 2'435
1970 4'790
1990 5'525
2000 5'912
2010 rund 6'700
2020 rund 8'100
2025 8'355

Die Gemeinde besitzt eine international zusammengesetzte Bevölkerung. Dies hängt mit dem Flughafen, den zahlreichen Unternehmen in der Region und der Nähe zur Stadt Zürich zusammen.

Deutsch ist die wichtigste Amts- und Alltagssprache. Daneben sind unter anderem Italienisch, Englisch, Portugiesisch, Albanisch, Spanisch und Sprachen aus Südosteuropa verbreitet.

Geschichte

Urgeschichte und Römerzeit

Archäologische Funde zeigen, dass das heutige Gemeindegebiet bereits in vorgeschichtlicher Zeit begangen und teilweise besiedelt war.

Die flache Landschaft, die Nähe zur Glatt und fruchtbare Böden boten günstige Voraussetzungen für Landwirtschaft und Viehzucht.

Im Gebiet Bölli wurden Spuren einer römischen Besiedlung gefunden. Durch das Gemeindegebiet verlief vermutlich eine römische Landstrasse, die Siedlungen im Raum Zürich mit dem nördlichen Zürcher Unterland und dem Rhein verband.

Alemannische Besiedlung

Nach dem Ende der römischen Herrschaft entstanden im frühen Mittelalter alemannische Siedlungen.

Der Ortsname deutet auf eine Sippe hin, die von einer Person namens Rumilo geführt wurde. Die typische Endung «-ang» beziehungsweise die älteren Formen auf «-ingen» weisen auf eine alemannische Gruppensiedlung hin.

Erste urkundliche Erwähnung

Die Kirche von Rümlang wird in einer Urkunde aus dem Jahr 924 erwähnt.

Die frühe Nennung zeigt, dass Rümlang bereits im 10. Jahrhundert ein kirchliches Zentrum für mehrere umliegende Siedlungen war.

Zur mittelalterlichen Pfarrei gehörten zeitweise auch Gebiete von Seebach, Oberglatt und weiteren Nachbarorten.

Herren von Rümlang

Im Hochmittelalter trat ein nach dem Ort benanntes Adelsgeschlecht auf.

Die Herren von Rümlang standen zunächst im Dienst mächtiger regionaler Herrschaften. Sie besassen Rechte und Güter in Rümlang, Kloten, Niederhasli und weiteren Orten.

Ihr Sitz befand sich vermutlich zeitweise auf der Burg Rohr im Gebiet des heutigen Flughafens. Die Burg wurde während des Sempacherkriegs im späten 14. Jahrhundert zerstört.

Das Niedergericht über Rümlang gelangte 1377 an die Herren von Rümlang. 1424 verkauften sie ihre Rechte für 2'600 Gulden an die Stadt Zürich.

Herrschaft Zürichs

Bis 1218 gehörte Rümlang wahrscheinlich zur Reichsvogtei Zürich.

Nach dem Aussterben der Zähringer kam das Hochgericht an die Grafen von Kyburg. 1264 gelangte es an Habsburg-Österreich.

1424 erwarb die Stadt Zürich die Grafschaft Kyburg und die örtlichen Herrschaftsrechte. Rümlang wurde in das Zürcher Untertanengebiet eingegliedert.

Die Gemeinde gehörte während der Alten Eidgenossenschaft zur Obervogtei Rümlang. Zürcher Obervögte verwalteten die hohen obrigkeitlichen Rechte, während Dorfgenossenschaft und lokale Amtsträger verschiedene alltägliche Aufgaben erfüllten.[4]

Reformation

In den 1520er-Jahren führte die Stadt Zürich unter dem Einfluss von Huldrych Zwingli die Reformation ein.

Auch Rümlang wurde reformiert. Die bisher katholische Pfarrkirche ging an die evangelisch-reformierte Gemeinde über.

Kirchliche Bilder und Altäre wurden entfernt oder verändert. Gottesdienst, Schule und Armenfürsorge wurden nach reformierten Grundsätzen neu organisiert.

Landwirtschaftliches Dorf

Bis ins 19. Jahrhundert war Rümlang hauptsächlich landwirtschaftlich geprägt.

Die Bevölkerung lebte von:

  • Ackerbau;
  • Viehzucht;
  • Milchwirtschaft;
  • Obstbau;
  • Rebbau;
  • Waldwirtschaft;
  • Handwerk;
  • Heimarbeit.

Auf den fruchtbaren Böden wurden Getreide, Kartoffeln, Gemüse und Futterpflanzen angebaut. An geeigneten Hängen bestanden kleinere Rebflächen.

Die Glatt und die Dorfbäche trieben Mühlen und andere gewerbliche Einrichtungen an.

Helvetische Republik und Kantonsstaat

1798 brach die alte Zürcher Herrschaftsordnung zusammen.

Während der Helvetischen Republik wurden die bisherigen Untertanengebiete rechtlich gleichgestellt. Rümlang wurde eine moderne politische Gemeinde.

Nach der Mediationsakte von 1803 und den kantonalen Reformen des 19. Jahrhunderts entstanden neue Behörden, Schulen und Verwaltungsstrukturen.

Rümlang gehörte zunächst zu unterschiedlichen Verwaltungseinheiten und wurde später dem Bezirk Dielsdorf zugeteilt.

Eisenbahn

1877 erhielt Rümlang eine Bahnstation an der Strecke Zürich–Oerlikon–Bülach.

Die Eisenbahn verbesserte den Personen- und Güterverkehr erheblich. Landwirtschaftliche Produkte konnten schneller nach Zürich gebracht werden, während Baumaterialien, Kohle und industrielle Waren leichter ins Dorf gelangten.

Rund um den Bahnhof entstanden Wohnhäuser, Gewerbebetriebe und Lageranlagen.

Die Bahnverbindung bildete eine wichtige Voraussetzung für die spätere Eingliederung Rümlangs in die Agglomeration Zürich.

Industrialisierung

Die Industrialisierung setzte in Rümlang langsamer ein als in den grösseren Orten des Glattals.

Zunächst entstanden vor allem kleinere Handwerks-, Bau- und Verarbeitungsbetriebe. Im 20. Jahrhundert entwickelten sich entlang der Bahnlinie und der Hauptstrassen grössere Gewerbezonen.

Nach 1950 siedelten sich Unternehmen aus folgenden Bereichen an:

  • Maschinenbau;
  • Metallverarbeitung;
  • Sicherheitstechnik;
  • Logistik;
  • Bauwirtschaft;
  • Grosshandel;
  • Lebensmittelverarbeitung;
  • Fahrzeuggewerbe;
  • Flughafendienstleistungen.

Bau des Flughafens Zürich

Der Bau des Flughafens Zürich veränderte Rümlang grundlegend.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde im Gebiet zwischen Kloten, Rümlang, Oberglatt, Winkel und Opfikon ein neuer interkontinentaler Flughafen errichtet. Grosse Landwirtschafts- und Riedflächen wurden dafür umgestaltet.

Der Flughafen nahm 1948 provisorisch und 1953 offiziell den Betrieb auf.

Ein Teil der Start- und Landebahnen, Rollwege, Sicherheitsflächen und technischen Anlagen befindet sich auf Rümlanger Gemeindegebiet.

Der Flughafen brachte:

  • neue Arbeitsplätze;
  • Bevölkerungswachstum;
  • bessere Strassenverbindungen;
  • Ansiedlung von Unternehmen;
  • hohe Nachfrage nach Gewerbeflächen;
  • zusätzliche Steuereinnahmen.

Gleichzeitig entstanden Belastungen durch:

  • Fluglärm;
  • Strassenverkehr;
  • Bodenverbrauch;
  • Eingriffe in die Landschaft;
  • Einschränkungen für die Siedlungsentwicklung;
  • Sicherheits- und Bauvorschriften.

Besonders Starts in westlicher Richtung über Rümlang führen zu Fluglärm.[5]

Wachstum nach 1950

Nach 1950 wuchs Rümlang stark.

Neue Wohnquartiere entstanden rund um den alten Dorfkern und in Richtung Bahnhof. Gleichzeitig dehnten sich Gewerbe- und Industriegebiete im Osten und Süden aus.

Aus dem Bauerndorf wurde eine Vorortsgemeinde mit enger wirtschaftlicher Verbindung zu Zürich, dem Flughafen und dem Glattal.

Die Zuwanderung aus anderen Schweizer Regionen und später aus dem Ausland veränderte die Zusammensetzung der Bevölkerung.

Neuere Entwicklung

Seit dem späten 20. Jahrhundert konzentriert sich die Gemeindeentwicklung auf:

  • Verdichtung bestehender Siedlungsgebiete;
  • Aufwertung des Dorfzentrums;
  • Ausbau des öffentlichen Verkehrs;
  • Entwicklung der Gewerbegebiete;
  • Schutz der Landschaft;
  • Verbesserung der Fuss- und Velowege;
  • Umgang mit Flug- und Strassenlärm;
  • Erneuerung der Schul- und Freizeitanlagen.

Im Gebiet Schmidbreiten werden Möglichkeiten für eine langfristige städtebauliche Entwicklung geprüft.

Politik

Gemeindeorganisation

Rümlang ist als politische Gemeinde nach dem Gemeindegesetz des Kantons Zürich organisiert.

Das oberste Organ ist die Gesamtheit der Stimmberechtigten. Sie entscheidet an der Gemeindeversammlung oder bei Urnenabstimmungen über kommunale Geschäfte.

Zu den Zuständigkeiten der Gemeinde gehören unter anderem:

  • Raumplanung;
  • Primarschule;
  • Sozialwesen;
  • Altersversorgung;
  • Gemeindestrassen;
  • Wasserversorgung;
  • Abwasserentsorgung;
  • Abfallwesen;
  • Feuerwehr;
  • öffentliche Sicherheit;
  • Kultur und Freizeit;
  • kommunale Liegenschaften.

Gemeindeversammlung

Die Gemeindeversammlung ist das ordentliche gesetzgebende Organ.

Teilnahme- und stimmberechtigt sind die in Rümlang wohnhaften Schweizer Bürgerinnen und Bürger, die das kantonale Stimmrecht besitzen.

Die Gemeindeversammlung entscheidet insbesondere über:

  • Budget und Steuerfuss;
  • Jahresrechnung;
  • Baukredite;
  • kommunale Reglemente;
  • Grundstücksgeschäfte;
  • Planungsvorlagen;
  • weitere Geschäfte innerhalb ihrer Zuständigkeit.

Bei besonders weitreichenden Vorlagen kann eine Urnenabstimmung erforderlich sein.

Gemeinderat

Der Gemeinderat bildet die Exekutive.

Er besteht aus neun Mitgliedern. Acht Mitglieder werden direkt gewählt. Die Präsidentin oder der Präsident der Primarschulpflege gehört dem Gemeinderat von Amtes wegen als neuntes Mitglied an.

Der Gemeinderat führt die Gemeindeverwaltung, bereitet Geschäfte für die Gemeindeversammlung vor und vollzieht die Beschlüsse.

Thomas Huber wurde am 8. März 2026 für die Amtsdauer 2026 bis 2030 erneut zum Gemeindepräsidenten gewählt.[6]

Weitere Behörden

Zu den weiteren kommunalen und interkommunalen Behörden gehören:

  • Primarschulpflege;
  • Rechnungsprüfungskommission;
  • Sozialbehörde;
  • Sekundarschulpflege Rümlang-Oberglatt;
  • Friedensrichteramt;
  • verschiedene Fachkommissionen;
  • Zweckverbände für Polizei, Feuerwehr, Zivilschutz und Gesundheitsversorgung.

Parteien

In Rümlang sind mehrere politische Parteien aktiv.

Dazu gehören insbesondere:

  • Schweizerische Volkspartei;
  • Sozialdemokratische Partei;
  • FDP.Die Liberalen;
  • Die Mitte;
  • Grünliberale Partei;
  • Evangelische Volkspartei.

Daneben treten bei Gemeindewahlen parteilose Kandidatinnen und Kandidaten an.

Wirtschaft

Wirtschaftsstruktur

Rümlang besitzt mehr Arbeitsplätze, als es für eine reine Wohngemeinde dieser Grösse typisch wäre.

Die Wirtschaftsstruktur ist geprägt durch:

  • Flughafenwirtschaft;
  • Logistik;
  • Grosshandel;
  • Sicherheitstechnik;
  • Baugewerbe;
  • Industrie;
  • Fahrzeughandel;
  • Hotellerie;
  • Gastronomie;
  • Detailhandel;
  • Unternehmensdienstleistungen.

Die meisten Arbeitsplätze befinden sich östlich und südöstlich des Dorfzentrums.

Flughafenwirtschaft

Die Nähe zum Flughafen beeinflusst die lokale Wirtschaft stark.

In Rümlang befinden sich:

  • Logistikunternehmen;
  • Speditionsbetriebe;
  • Hotels;
  • Autovermietungen;
  • Parkierungsangebote;
  • Flugzeug- und Flughafenunterhaltsbetriebe;
  • Sicherheits- und Reinigungsdienste;
  • Grosshandels- und Verteilbetriebe.

Die sogenannte Zone West des Flughafens liegt teilweise auf Rümlanger Boden. Dort sind weitere Einrichtungen für General Aviation, Flugzeugunterhalt, Logistik und Flughafenbetrieb geplant beziehungsweise im Bau.[7]

Dormakaba

Rümlang ist ein bedeutender Standort des international tätigen Sicherheitskonzerns Dormakaba.

Die Unternehmensgruppe entwickelt und produziert unter anderem:

  • Schliesssysteme;
  • elektronische Zutrittskontrollen;
  • Sicherheitstüren;
  • Hotelschliesssysteme;
  • Sensorenschleusen;
  • digitale Zugangslösungen.

Die Vorgängergesellschaft Kaba hatte ihren Sitz während vieler Jahrzehnte in Rümlang. Nach dem Zusammenschluss mit Dorma im Jahr 2015 blieb Rümlang ein wichtiger Konzernstandort.

Der statutarische Sitz der Dormakaba International Holding AG befindet sich an der Hofwisenstrasse in Rümlang.[8]

Landwirtschaft

Die Landwirtschaft prägt weiterhin grosse Teile der Gemeindefläche.

Die Betriebe produzieren vor allem:

  • Milch;
  • Fleisch;
  • Getreide;
  • Mais;
  • Raps;
  • Gemüse;
  • Obst;
  • Futtermittel.

Die Nähe zur Agglomeration schafft Absatzmöglichkeiten, führt aber zugleich zu hohem Druck auf die Landwirtschaftsflächen.

Einige Höfe verkaufen ihre Produkte direkt oder bieten Dienstleistungen im Bereich Freizeit, Pferdehaltung und Landschaftspflege an.

Gewerbe und Detailhandel

Im Dorfzentrum bestehen Geschäfte und Dienstleistungsbetriebe für den täglichen Bedarf.

Grössere Fachmärkte, Autohäuser, Hotels und Gewerbebetriebe konzentrieren sich entlang der Glattalstrasse, der Flughofstrasse, der Riedmattstrasse und in den Gebieten Hofwisen und Bäuler.

Verkehr

Eisenbahn

Der Bahnhof Rümlang liegt an der Bahnstrecke Zürich–Oerlikon–Bülach.

Er wird durch Linien der S-Bahn Zürich bedient. Direkte Verbindungen bestehen nach Zürich, Bülach und in weitere Teile des Zürcher Verkehrsverbundes.

Der Bahnhof bildet den wichtigsten Knoten des öffentlichen Verkehrs in der Gemeinde.

Zu seiner Infrastruktur gehören:

  • mehrere Perrongleise;
  • Bushaltestellen;
  • gedeckte Veloabstellplätze;
  • Park-and-Rail-Anlage;
  • Einkaufsmöglichkeit;
  • hindernisfreie Zugänge.

Busverkehr

Buslinien verbinden Rümlang mit:

  • Flughafen Zürich;
  • Zürich Seebach;
  • Glattbrugg;
  • Oberglatt;
  • Regensdorf;
  • weiteren Orten des Glatt- und Furttals.

Die Busse erschliessen auch die Gewerbegebiete und flughafennahen Arbeitsplätze.

Strassenverkehr

Rümlang liegt nahe wichtiger überregionaler Strassen.

Zu den bedeutenden Verkehrsachsen gehören:

  • Glattalstrasse;
  • Flughofstrasse;
  • Verbindung Rümlang–Oberglatt;
  • Verbindung nach Regensdorf;
  • Zufahrten zum Flughafen;
  • Autobahn A1;
  • Autobahn A51;
  • Zürcher Nordumfahrung.

Die gute Erreichbarkeit begünstigt Gewerbe und Logistik, führt jedoch zu starkem Durchgangsverkehr.

Besonders belastet sind die Strassen zu den Gewerbegebieten und zum Flughafen.

Flughafen

Der Flughafen Zürich ist von Rümlang aus in wenigen Minuten erreichbar.

Obwohl sich die Passagierterminals hauptsächlich auf Klotener Gebiet befinden, liegen Teile der Flughafeninfrastruktur auf Rümlanger Boden.

Der Flughafen ist zugleich:

  • wichtiger Arbeitgeber;
  • Verkehrsknoten;
  • Standortfaktor;
  • Quelle von Lärm und zusätzlichem Strassenverkehr;
  • bestimmender Faktor der Raumplanung.

Gebäudehöhen, Nutzungsarten und Wohnbauentwicklung werden in Teilen der Gemeinde durch Sicherheits- und Lärmvorschriften beeinflusst.

Fuss- und Veloverkehr

Rümlang liegt an mehreren regionalen Wander- und Velorouten.

Beliebte Verbindungen führen:

  • entlang der Glatt;
  • über Katzenrüti zu den Katzenseen;
  • nach Zürich Seebach;
  • nach Oberglatt;
  • nach Regensdorf;
  • rund um den Flughafen.

Die Gemeinde baut Fuss- und Velowege schrittweise aus. Besondere Herausforderungen bilden stark befahrene Strassen, Bahnübergänge und die grossflächigen Gewerbegebiete.

Bildung

Primarschule

Die Primarschule Rümlang führt Kindergarten und Primarschule.

Zu den Schulanlagen gehören unter anderem:

  • Worbiger;
  • Rümelbach;
  • Heuel;
  • verschiedene Kindergartenstandorte.

Die Gemeinde investiert aufgrund des Bevölkerungswachstums regelmässig in zusätzliche Schulräume, Tagesstrukturen und Sportanlagen.

Sekundarschule

Die Sekundarschule wird gemeinsam mit Oberglatt geführt.

Die Sekundarschulgemeinde Rümlang-Oberglatt besitzt eine eigene Schulpflege und eigene Gemeindeversammlungen.

Berufliche und weiterführende Bildung

Jugendliche besuchen Gymnasien, Berufsfachschulen und weitere Schulen überwiegend in Zürich, Bülach, Kloten und Dielsdorf.

Die Nähe zu grossen Unternehmen, zum Flughafen und zur Stadt Zürich bietet zahlreiche Lehrstellen in technischen, kaufmännischen, logistischen und dienstleistungsorientierten Berufen.

Bibliothek

Die Gemeindebibliothek bietet:

  • Bücher;
  • Zeitschriften;
  • Filme;
  • Hörbücher;
  • elektronische Medien;
  • Veranstaltungen;
  • Angebote für Kinder und Jugendliche.

Sie dient zugleich als öffentlicher Begegnungs- und Bildungsort.

Religion

Reformierte Kirche

Die reformierte Kirche steht erhöht im historischen Dorfkern und bildet das wichtigste Wahrzeichen Rümlangs.

Eine Kirche wird bereits 924 erwähnt. Der heutige Bau enthält Teile verschiedener Epochen.

Zur Ausstattung gehören:

  • spätgotische Wandmalereien;
  • Kanzel;
  • Taufstein;
  • Orgel;
  • historische Grabdenkmäler;
  • Sonnenuhr;
  • Wappenscheiben.

Der Kirchturm ist weithin sichtbar und prägt das Ortsbild.

Vor der Reformation war die Kirche katholisch. Seit dem 16. Jahrhundert dient sie der evangelisch-reformierten Kirchgemeinde.

Römisch-katholische Kirche

Durch die Industrialisierung und die Zuwanderung katholischer Arbeitskräfte entstand im 20. Jahrhundert wieder eine grössere katholische Gemeinschaft.

Die katholische Kirchgemeinde betreibt in Rümlang ein eigenes kirchliches Zentrum.

Religiöse Vielfalt

Neben den beiden Landeskirchen bestehen freikirchliche Gemeinschaften sowie Angehörige weiterer Religionen.

Ein wachsender Teil der Bevölkerung gehört keiner Konfession an.

Kultur und Gesellschaft

Dorfleben

Rümlang besitzt trotz seiner Lage in der Agglomeration ein ausgeprägtes Dorf- und Vereinsleben.

Mehr als 40 Vereine gestalten Sport, Kultur, Musik, Naturpflege und gesellschaftliche Anlässe.[9]

Zu den traditionellen Veranstaltungen gehören:

  • Dorffeste;
  • Konzerte;
  • Theateraufführungen;
  • Vereinsanlässe;
  • Sportveranstaltungen;
  • kirchliche Feste;
  • Märkte;
  • Bundesfeier.

Rümlanger

Der Rümlanger ist das amtliche Publikationsorgan der Gemeinde.

Die Zeitung erscheint wöchentlich und veröffentlicht:

  • amtliche Mitteilungen;
  • politische Informationen;
  • Vereinsnachrichten;
  • lokale Berichte;
  • Veranstaltungshinweise;
  • Leserbeiträge.

Begegnungszentrum 90i

Das Begegnungszentrum 90i bietet Räume und Veranstaltungen für unterschiedliche Bevölkerungsgruppen.

Es dient unter anderem:

  • Quartierarbeit;
  • Integration;
  • Eltern- und Kinderangeboten;
  • Jugendaktivitäten;
  • Kursen;
  • sozialen Projekten;
  • informellen Begegnungen.

Vereinswesen

Bedeutende Bereiche des Vereinslebens sind:

  • Fussball;
  • Turnen;
  • Schiessen;
  • Musik;
  • Gesang;
  • Theater;
  • Natur- und Umweltschutz;
  • Familienangebote;
  • Kleintierzucht;
  • interkulturelle Aktivitäten.

Die Gruppo Sportivo Rümlang wurde 1964 von italienischen Einwanderern gegründet und steht beispielhaft für die Mitwirkung der zugewanderten Bevölkerung am Gemeindeleben.

Sehenswürdigkeiten

Historischer Dorfkern

Der alte Dorfkern liegt rund um die reformierte Kirche.

Er besitzt mehrere historische Wohn- und Bauernhäuser. Teile der früheren Dorfstruktur mit Hofanlagen, Gassen und Freiflächen sind weiterhin erkennbar.

Reformierte Kirche

Die reformierte Kirche ist das wichtigste Baudenkmal der Gemeinde.

Ihre Geschichte reicht mindestens bis ins 10. Jahrhundert zurück. Der Bau enthält romanische, gotische und neuzeitliche Elemente.

Die spätgotischen Wandmalereien und historischen Wappenscheiben besitzen besondere kulturgeschichtliche Bedeutung.

Gedeckte Glattbrücke

Die gedeckte Holzbrücke über die Glatt ist ein bedeutendes technisches Kulturdenkmal.

Sie wurde 1767 ursprünglich in Oberglatt errichtet und wird dem Baumeister Johannes Grubenmann zugeschrieben.

1950 wurde die Brücke abgebaut und an ihrem heutigen Standort in Rümlang wiederaufgebaut.

Sie gehört zu den ältesten erhaltenen gedeckten Holzbrücken des Kantons Zürich und erinnert an die aussergewöhnlichen Holzbauleistungen der Baumeisterfamilie Grubenmann.

Katzenrüti

Der Weiler Katzenrüti besitzt mehrere historische Bauernhäuser und Hofgruppen.

Die Umgebung ist durch Felder, Wiesen, Wälder und die Nähe zu den Katzenseen geprägt.

Katzenrüti ist ein beliebtes Ziel für Spaziergänge und Velotouren.

Sternwarte Rümlang

Die Sternwarte Rümlang befindet sich auf einem ehemaligen Wasserreservoir im Gebiet Rotgrueb zwischen dem Dorf und Katzenrüti.

Sie wurde in den 1960er-Jahren errichtet und dient der öffentlichen Beobachtung des Nachthimmels.

Bei geeigneter Witterung können Besucher unter fachkundiger Anleitung:

  • Mondkrater;
  • Planeten;
  • Doppelsterne;
  • Sternhaufen;
  • Nebel;
  • Galaxien

beobachten.

Glatt und Altläufe

Die Wege entlang der Glatt und ihrer Altläufe erschliessen einen der wichtigsten Naherholungsräume der Gemeinde.

Besonders interessant sind die Übergänge zwischen kanalisiertem Fluss, revitalisierten Abschnitten, Landwirtschaft und Flughafenlandschaft.

Sport und Freizeit

Rümlang besitzt ein breites Angebot an Sport- und Freizeitanlagen.

Dazu gehören:

  • Fussballplätze;
  • Turnhallen;
  • Leichtathletikanlagen;
  • Tennisplätze;
  • Schiessanlagen;
  • Spielplätze;
  • Waldwege;
  • Vita-Parcours;
  • Veranstaltungs- und Gemeindesaal.

Die Vereine übernehmen einen grossen Teil des organisierten Sportangebots.

Beliebte Freizeitaktivitäten sind:

  • Wandern;
  • Velofahren;
  • Joggen;
  • Fussball;
  • Turnen;
  • Tennis;
  • Naturbeobachtung;
  • astronomische Beobachtung;
  • Flugzeugbeobachtung.

Die Wege rund um den Flughafen werden von Luftfahrtinteressierten genutzt, um startende und landende Flugzeuge zu beobachten.

Soziale Einrichtungen

Alterszentrum Lindenhof

Das Alterszentrum Lindenhof bietet älteren Menschen Pflege, Betreuung und Wohnmöglichkeiten.

Zum Angebot gehören:

  • Langzeitpflege;
  • Aktivierung;
  • Gastronomie;
  • soziale Veranstaltungen;
  • medizinische und pflegerische Begleitung.

Die Gemeinde betreibt zudem Beratungs- und Unterstützungsangebote für ältere Menschen und ihre Angehörigen.

Familien und Jugend

Zu den Angeboten für Familien und Jugendliche gehören:

  • Mütter- und Väterberatung;
  • Spielgruppen;
  • Kinderbetreuung;
  • Tagesstrukturen;
  • Jugendcoaching;
  • offene Jugendarbeit;
  • Begegnungsangebote;
  • Ferienprogramme.

Integration

Der hohe Anteil ausländischer Einwohner macht Integration zu einer wichtigen kommunalen Aufgabe.

Massnahmen umfassen:

  • Sprachförderung;
  • frühkindliche Bildung;
  • Beratung;
  • Begegnungsangebote;
  • Unterstützung von Vereinen;
  • interkulturelle Veranstaltungen;
  • Information für Neuzuziehende.

Energie und Umwelt

Die Gemeinde verfolgt Massnahmen zur Verringerung des Energieverbrauchs und der Treibhausgasemissionen.

Dazu gehören:

  • energetische Sanierung öffentlicher Gebäude;
  • Förderung erneuerbarer Energien;
  • Ausbau von Photovoltaikanlagen;
  • Verbesserung des öffentlichen Verkehrs;
  • Förderung des Fuss- und Veloverkehrs;
  • ökologische Aufwertung von Gewässern;
  • Erhalt von Bäumen und Grünflächen.

Wasserversorgung

Rümlang bezieht den grössten Teil seines Trinkwassers aus regionalen Gruppenwasserversorgungen.

2025 stammten rund 93,8 Prozent des Wassers aus zugekauftem Seewasser und rund 6,2 Prozent aus lokalen Quellen.

Die Gemeinde verfügt unter anderem über die Quellfassungen Halden, Fuchs und Fink.[10]

Fluglärm

Fluglärm ist eines der wichtigsten umweltpolitischen Themen der Gemeinde.

Rümlang liegt westlich der Start- und Landebahnen. Starts auf Piste 28 führen häufig über das Gemeindegebiet.

Die Gemeinde beteiligt sich an politischen und rechtlichen Verfahren zu:

  • Betriebszeiten;
  • Flugrouten;
  • Pistennutzung;
  • Schallschutz;
  • Flughafenentwicklung;
  • Raumplanung.

Glattrevitalisierung

Die Revitalisierung der Glatt soll einen naturnäheren Flusslauf schaffen.

Zu den Zielen gehören:

  • grössere Artenvielfalt;
  • verbesserte Fischlebensräume;
  • natürlicherer Geschiebetransport;
  • bessere Hochwassersicherheit;
  • attraktivere Fuss- und Velowege;
  • ökologische Ersatzflächen für Flughafenprojekte.

Raumplanung und Entwicklung

Rümlang liegt in einem Gebiet mit hohem Entwicklungsdruck.

Die wichtigsten räumlichen Herausforderungen sind:

  • steigende Nachfrage nach Wohnraum;
  • Entwicklung der Gewerbegebiete;
  • Schutz von Landwirtschaftsflächen;
  • Fluglärmbelastung;
  • Verkehrszunahme;
  • Trennung des Dorfes durch Bahn und Hauptstrassen;
  • Erhalt des historischen Dorfkerns;
  • Anpassung an den Klimawandel.

Die Gemeinde setzt verstärkt auf Siedlungsentwicklung nach innen.

Neue Wohnungen und Arbeitsplätze sollen vor allem an gut erschlossenen Standorten entstehen.

Für das Gebiet Schmidbreiten wurde eine Testplanung durchgeführt. Sie soll als Grundlage für eine geordnete langfristige Entwicklung dienen.

Auch die Verkehrsplanung wird regelmässig überarbeitet. Ziele sind sichere Schulwege, bessere Veloverbindungen, leistungsfähiger öffentlicher Verkehr und eine Begrenzung des Durchgangsverkehrs.

Persönlichkeiten

Herren von Rümlang

Das mittelalterliche Adelsgeschlecht der Herren von Rümlang war in mehreren Teilen des Zürcher Unterlands begütert.

Sein Wappen wurde später zum Gemeindewappen.

Jakob Gujer

Der Landwirt und Agrarreformer Jakob Gujer, genannt Kleinjogg, wirkte zwar vor allem in Wermatswil, beeinflusste mit seinen Methoden jedoch auch die Landwirtschaft im Zürcher Unterland.

Arnold Jost

Der Mechaniker und Amateurastronom Arnold Jost errichtete in den 1960er-Jahren die Sternwarte Rümlang.

Sein Engagement legte die Grundlage für die öffentliche astronomische Bildungsarbeit in der Gemeinde.

Herausforderungen

Rümlang steht vor einer Reihe langfristiger Herausforderungen:

  • Bewältigung des Bevölkerungswachstums;
  • Bereitstellung ausreichender Schulräume;
  • Schutz vor Flug- und Strassenlärm;
  • Sicherung bezahlbaren Wohnraums;
  • Erhalt von Landwirtschaftsflächen;
  • Aufwertung des Dorfzentrums;
  • Bewältigung des Gewerbeverkehrs;
  • Schutz der Glatt und ihrer Lebensräume;
  • Anpassung an den Klimawandel;
  • soziale Integration;
  • Koordination mit Flughafen, Kanton und Nachbargemeinden.

Die Lage zwischen Stadt, Flughafen und ländlichen Räumen bietet grosse wirtschaftliche Chancen, verlangt aber eine sorgfältige Abstimmung von Siedlung, Verkehr, Natur und Lebensqualität.

Chronologie

Wichtige Ereignisse
Jahr beziehungsweise Zeitraum Ereignis
Römische Zeit Römische Strasse und Siedlungsspuren im Gebiet Bölli.
7.–8. Jahrhundert Vermutete Entstehung der alemannischen Siedlung.
924 Erste urkundliche Erwähnung der Kirche von Rümlang.
13. Jahrhundert Auftreten der Herren von Rümlang als regionales Adelsgeschlecht.
1264 Übergang des Hochgerichts von den Kyburgern an Habsburg-Österreich.
1377 Die Herren von Rümlang erhalten das Niedergericht.
1386 Zerstörung der Burg Rohr im Zusammenhang mit dem Sempacherkrieg.
1424 Verkauf der Herrschaftsrechte an die Stadt Zürich.
1520er-Jahre Einführung der Reformation.
1767 Bau der später nach Rümlang versetzten gedeckten Glattbrücke.
1798 Ende der Zürcher Untertanenherrschaft und Bildung einer modernen Gemeinde.
1877 Eröffnung der Bahnstation Rümlang.
1948 Aufnahme des provisorischen Flugbetriebs am Flughafen Zürich.
1950 Versetzung der gedeckten Holzbrücke von Oberglatt nach Rümlang.
1953 Offizielle Eröffnung des Flughafens Zürich.
ab 1950 Starkes Bevölkerungs-, Siedlungs- und Wirtschaftswachstum.
1960er-Jahre Errichtung der Sternwarte Rümlang.
1964 Gründung der Gruppo Sportivo Rümlang.
1995 Kaba Holding AG mit Sitz in Rümlang.
2015 Zusammenschluss von Kaba und Dorma zu Dormakaba.
2025 Die Wohnbevölkerung erreicht 8'355 Personen.
8. März 2026 Wiederwahl von Thomas Huber zum Gemeindepräsidenten.
2026 Fortführung der Glattrevitalisierung und verschiedener Flughafenprojekte im Gebiet Rümlang.

Siehe auch

Literatur

  • Gemeinde Rümlang: Dokumentation zur Chronik der Gemeinde Rümlang. Rümlang 1972.
  • Hans Peter Treichler: Rümlang – ein Dorf mit Geschichte. Rümlang 1996.
  • Walter Gujer: 1050 Jahre reformierte Kirche Rümlang. Rümlang 2002.
  • Hermann Fietz: Die Kunstdenkmäler des Kantons Zürich. Band II: Die Bezirke Bülach, Dielsdorf, Hinwil, Horgen und Meilen. Birkhäuser, Basel 1943.
  • Peter Ziegler: Die Gemeindewappen des Kantons Zürich. Antiquarische Gesellschaft in Zürich, Zürich 1977.
  • Gemeinde Rümlang: Ortsgeschichte und Gemeindeporträt. Rümlang.
  • Rümlanger, verschiedene Jahrgänge.

Einzelnachweise

  1. Geschichtliches. In: Evangelisch-reformierte Kirchgemeinde Rümlang. Abgerufen am 2026-07-23.
  2. 2,0 2,1 Zahlen und Fakten. In: Gemeinde Rümlang. Abgerufen am 2026-07-23.
  3. Natürliche Glatt – Gewinn für Artenvielfalt und Naherholung. In: Flughafen Zürich AG. Abgerufen am 2026-07-23.
  4. Rümlang. In: Historisches Lexikon der Schweiz. Abgerufen am 2026-07-23.
  5. Lärmentschädigung. In: Flughafen Zürich AG. Abgerufen am 2026-07-23.
  6. Abstimmungs- und Wahlresultate vom 8. März 2026. In: Gemeinde Rümlang. 2026-03-09. Abgerufen am 2026-07-23.
  7. Zone West. In: Flughafen Zürich AG. Abgerufen am 2026-07-23.
  8. Infos Standort Rümlang. In: dormakaba. Abgerufen am 2026-07-23.
  9. Herzlich willkommen in Rümlang. In: Gemeinde Rümlang. Abgerufen am 2026-07-23.
  10. Jahresbericht Wasserversorgung Rümlang 2025. In: Gemeinde Rümlang. 2026. Abgerufen am 2026-07-23.

Wikimedia Commons Wikimedia Commons: Medien zu Rümlang