Bezirk Baden

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Bezirk Baden
Kanton Aargau
Hauptort Baden
BFS-Nummer 1902
Fläche 153,09 km²
Bevölkerung 155'798 Einwohner
Stand: 31. Dezember 2025
Bevölkerungsdichte rund 1018 Einwohner pro km²
Gemeinden 25
Gründung 1803
Grösste Gemeinden Baden, Wettingen und Spreitenbach

Der Bezirk Baden ist einer der elf Bezirke des Kantons Aargau. Er liegt im Nordosten des Kantons und umfasst das dicht besiedelte Gebiet um die Bezirkshauptstadt Baden, das untere Limmattal, Teile des Reusstals sowie die Landschaftsräume am Heitersberg, am Rohrdorferberg und an der Lägern.

Mit 155'798 Einwohnerinnen und Einwohnern am 31. Dezember 2025 ist der Bezirk Baden der bevölkerungsreichste Bezirk des Kantons Aargau. Auf einer Fläche von 15'309 Hektaren beziehungsweise 153,09 km² erreicht er eine Bevölkerungsdichte von mehr als 1000 Personen pro Quadratkilometer.[1][2]

Der Bezirk ist keine eigenständige politische Körperschaft mit eigener Regierung oder eigenem Parlament. Er dient hauptsächlich als Verwaltungs-, Gerichts- und Wahlkreis. In Baden befinden sich unter anderem das Bezirksgericht und die für das Bezirksgebiet zuständige Staatsanwaltschaft.

Geografie

Lage und Grenzen

Der Bezirk Baden liegt im Übergangsgebiet zwischen dem schweizerischen Mittelland und dem östlichen Aargauer Jura. Im Osten grenzt er an den Kanton Zürich, im Norden an den Bezirk Zurzach, im Westen an den Bezirk Brugg und im Süden an den Bezirk Bremgarten.

Die östliche Bezirksgrenze folgt teilweise der Kantonsgrenze zwischen Aargau und Zürich. Dadurch gehören zahlreiche Gemeinden des Bezirks funktional zur Agglomeration Zürich. Besonders eng sind die Verkehrs- und Wirtschaftsbeziehungen im Raum Spreitenbach, Killwangen, Würenlos und Bergdietikon.

Im Westen reicht der Bezirk bis in die Nähe des sogenannten Wasserschlosses, wo sich Aare, Reuss und Limmat vereinigen. Die Gemeinde Gebenstorf liegt unmittelbar im Bereich dieser bedeutenden Flusslandschaft.

Landschaftsräume

Der Bezirk umfasst mehrere unterschiedliche Landschaftsräume. Das Limmattal bildet die wichtigste Siedlungs- und Verkehrsachse. Es erstreckt sich von Spreitenbach und Killwangen über Neuenhof und Wettingen bis nach Baden, Ennetbaden und zum unteren Lauf der Limmat bei Turgi und Untersiggenthal.

Südlich des Limmattals erhebt sich der Heitersberg. An seinen Hängen liegen unter anderem Bergdietikon, Bellikon, Remetschwil und mehrere Gemeinden des Rohrdorferbergs. Westlich davon öffnet sich das Reusstal mit Mellingen, Birmenstorf und Gebenstorf.

Nördlich von Baden liegen die Höhenzüge des Siggenbergs und der Lägern. Die Lägern ist der östlichste Ausläufer des Faltenjuras und bildet eine weithin sichtbare natürliche Grenze zwischen dem Limmattal und dem Zürcher Unterland.

Die Landschaft wird durch dicht bebaute Siedlungsgebiete, Waldflächen, Landwirtschaftszonen, Rebberge und Flussräume geprägt. Besonders im unteren Limmattal sind die Grenzen zwischen den einzelnen Gemeinden durch die starke Siedlungsentwicklung teilweise kaum noch erkennbar.

Gewässer

Die wichtigsten Gewässer des Bezirks sind die Limmat und die Reuss. Die Limmat durchquert den Bezirk von Südosten nach Nordwesten. Sie fliesst durch oder entlang der Gemeinden Spreitenbach, Killwangen, Neuenhof, Wettingen, Baden, Ennetbaden, Obersiggenthal, Untersiggenthal und Gebenstorf.

Die Reuss bildet im westlichen Bezirksgebiet eine bedeutende Landschafts- und Verkehrsachse. Sie berührt unter anderem die Gemeinden Mellingen, Birmenstorf und Gebenstorf.

Weitere Gewässer sind die Surb, der Furtbach, der Dorfbach von Wettingen, der Stadtbach von Baden und zahlreiche kleinere Bäche an der Lägern, am Heitersberg und am Rohrdorferberg.

Gemeinden

Seit dem Zusammenschluss von Baden und Turgi am 1. Januar 2024 umfasst der Bezirk Baden 25 Einwohnergemeinden. Turgi ist seither ein Ortsteil der Stadt Baden und keine selbstständige politische Gemeinde mehr.[3]

Gemeinde Gemeinde Gemeinde
Baden Bellikon Bergdietikon
Birmenstorf Ehrendingen Ennetbaden
Fislisbach Freienwil Gebenstorf
Killwangen Künten Mägenwil
Mellingen Neuenhof Niederrohrdorf
Oberrohrdorf Obersiggenthal Remetschwil
Spreitenbach Stetten Untersiggenthal
Wettingen Wohlenschwil Würenlingen
Würenlos

Die heutige Gemeindeeinteilung ist das Ergebnis einer langen historischen Entwicklung. Neben dem Zusammenschluss von Baden und Turgi entstand die Gemeinde Ehrendingen am 1. Januar 2006 durch die Vereinigung von Ober- und Unterehrendingen.

Die flächenmässige und bevölkerungsmässige Struktur der Gemeinden ist sehr unterschiedlich. Baden, Wettingen und Spreitenbach bilden stark urbanisierte Zentren. Gemeinden wie Freienwil, Remetschwil, Wohlenschwil und Bellikon besitzen dagegen einen stärker ländlichen Charakter.[4]

Geschichte

Ur- und Frühgeschichte

Das Gebiet des heutigen Bezirks war bereits in vorgeschichtlicher Zeit besiedelt. Archäologische Funde belegen menschliche Aktivitäten aus der Jungsteinzeit, der Bronzezeit und der Eisenzeit.

Die Flusstäler von Limmat und Reuss boten günstige Voraussetzungen für Landwirtschaft, Fischerei und Verkehr. Höher gelegene Terrassen schützten Siedlungen vor Überschwemmungen und ermöglichten gleichzeitig den Zugang zu fruchtbaren Böden.

Im Gebiet von Wettingen, Baden, Würenlingen, Gebenstorf und weiteren Gemeinden wurden Gräber, Werkzeuge, Keramik und Siedlungsspuren aus unterschiedlichen Epochen entdeckt. Die Region lag an frühen Verkehrswegen zwischen dem Mittelland, dem Hochrhein und dem Zürichseegebiet.

Römische Zeit

Während der römischen Herrschaft entwickelte sich das Gebiet um Baden zu einem bedeutenden Siedlungsraum. Die warmen Thermalquellen waren den Römern bekannt. In ihrer Nähe entstand die Siedlung Aquae Helveticae, aus der sich das spätere Baden entwickelte.

Die römischen Badeanlagen wurden von Angehörigen des Militärs, Beamten, Händlern und Reisenden genutzt. Baden lag nahe dem Legionslager Vindonissa im heutigen Windisch und war über Strassen mit weiteren römischen Zentren verbunden.

Auch ausserhalb Badens entstanden Gutshöfe und kleinere Siedlungen. Die fruchtbaren Talböden wurden landwirtschaftlich genutzt, während Limmat und Reuss als Verkehrs- und Transportwege dienten.

Nach dem Rückzug der römischen Verwaltung im 5. Jahrhundert gingen viele staatliche und wirtschaftliche Strukturen zurück. Teile der Bevölkerung und der Verkehrswege blieben jedoch bestehen.

Mittelalter

Im Frühmittelalter entstanden zahlreiche Dörfer, Höfe und kirchliche Zentren. Grundbesitz und Herrschaftsrechte lagen bei Klöstern, weltlichen Adelsfamilien und kirchlichen Institutionen.

Seit dem Hochmittelalter gewann die Stadt Baden an Bedeutung. Ihre Lage an einer Limmatbrücke und bei den Thermalquellen machte sie zu einem regionalen Markt-, Verwaltungs- und Badeort. Baden erhielt im 13. Jahrhundert unter den Habsburgern städtische Rechte.

Auch Mellingen entwickelte sich zu einer befestigten Kleinstadt. Die Stadt lag an einem strategisch wichtigen Übergang über die Reuss und kontrollierte einen Teil des Verkehrs zwischen Zürich, Baden, Bremgarten und dem Freiamt.

Das 1227 gegründete Kloster Wettingen wurde zu einem bedeutenden geistlichen und wirtschaftlichen Zentrum. Es verfügte über ausgedehnten Grundbesitz und beeinflusste Landwirtschaft, Bildung und Kultur der Region über mehrere Jahrhunderte.

Grosse Teile des heutigen Bezirks gehörten im Spätmittelalter zum Herrschaftsgebiet der Habsburger. Die Verwaltung erfolgte über unterschiedliche Ämter, Gerichte, Städte und lokale Herrschaften.

Grafschaft Baden

Im Jahr 1415 eroberten die eidgenössischen Orte den habsburgischen Aargau. Baden und zahlreiche umliegende Gebiete wurden Bestandteil der Grafschaft Baden, einer Gemeinen Herrschaft der Alten Eidgenossenschaft.

Die Grafschaft wurde von einem Landvogt verwaltet, der regelmässig von einem der regierenden eidgenössischen Orte gestellt wurde. Sitz des Landvogts war die Burg Stein oberhalb von Baden.

Die historische Grafschaft Baden war nicht mit dem heutigen Bezirk identisch. Ihre Grenzen und Verwaltungsstrukturen änderten sich mehrfach. Neben unmittelbar verwalteten Gebieten bestanden Städte, Gerichtsherrschaften, kirchliche Besitzungen und Gemeinden mit besonderen Rechten.[5]

Baden war für die Eidgenossenschaft von besonderer politischer Bedeutung. In der Stadt fanden zahlreiche Tagsatzungen statt. Gesandte der eidgenössischen Orte berieten dort über gemeinsame Angelegenheiten, Bündnisse, Kriege und die Verwaltung der Gemeinen Herrschaften.

Die Reformation führte zu konfessionellen Spannungen. Während einzelne Gemeinden und Bevölkerungsteile reformatorische Ideen aufnahmen, blieb die Region insgesamt konfessionell gemischt. Nach dem Zweiten Villmergerkrieg von 1712 veränderten sich die politischen Machtverhältnisse in den Gemeinen Herrschaften zugunsten der reformierten Orte Bern und Zürich.

Helvetischer Kanton Baden

Mit dem französischen Einmarsch und dem Zusammenbruch der Alten Eidgenossenschaft endete 1798 die Gemeine Herrschaft. Aus der Grafschaft Baden, den Freien Ämtern und dem Kelleramt entstand der Kanton Baden der Helvetischen Republik.

Die Stadt Baden wurde Hauptstadt des neuen Kantons. Dieser war in die Distrikte Baden, Bremgarten, Muri, Sarmenstorf und Zurzach eingeteilt.

Der helvetische Kanton Baden war politisch und finanziell schwach. Innerhalb seines Gebiets bestanden unterschiedliche wirtschaftliche, konfessionelle und regionale Interessen. Mehrere Gemeinden strebten einen Anschluss an benachbarte Kantone an.

Mit der Mediationsakte vom 19. Februar 1803 wurde der Kanton Baden aufgelöst. Seine Gebiete wurden zusammen mit dem damaligen Kanton Aargau und dem Fricktal zum neuen Kanton Aargau vereinigt.[6]

Gründung des Bezirks

Der Bezirk Baden entstand 1803 als Verwaltungseinheit des neu gebildeten Kantons Aargau. Baden wurde zum Bezirkshauptort.

Die Bezirke übernahmen Aufgaben in der Verwaltung, Rechtsprechung und politischen Organisation. Die genaue Einteilung der Gemeinden und Kreise wurde im Verlauf des 19. und 20. Jahrhunderts mehrfach angepasst.

Der Bezirk bewahrte den Namen der früheren Grafschaft und des helvetischen Kantons, war territorial jedoch deutlich kleiner als diese historischen Herrschaftsgebiete.

Industrialisierung

Eisenbahn und Verkehr

Die Industrialisierung veränderte den Bezirk Baden grundlegend. Eine wichtige Voraussetzung war die Eröffnung der ersten vollständig auf Schweizer Gebiet gelegenen Eisenbahnstrecke zwischen Zürich und Baden am 7. August 1847.

Die als Spanisch-Brötli-Bahn bekannte Strecke verband Baden mit dem wirtschaftlich wachsenden Zürich. Später wurde die Bahnlinie in Richtung Brugg, Aarau und Basel verlängert.

Weitere Eisenbahnverbindungen erschlossen Wettingen, Turgi, Mellingen, Würenlos und das Reusstal. Bahnhöfe wurden zu Ausgangspunkten neuer Wohn- und Industriegebiete.

Industriezentren

An der Limmat entstanden im 19. Jahrhundert zahlreiche Textil-, Maschinen- und Metallbetriebe. Wasserkraft und später Elektrizität ermöglichten eine industrielle Produktion in grösserem Umfang.

Turgi entwickelte sich zu einem wichtigen Standort der Textilindustrie. In Wettingen, Neuenhof, Baden und weiteren Gemeinden entstanden Fabriken, Werkstätten und Arbeitersiedlungen.

Eine besondere Bedeutung besass die 1891 in Baden gegründete elektrotechnische Firma Brown, Boveri & Cie., später ABB. Das Unternehmen entwickelte sich zu einem international tätigen Industriekonzern und prägte die wirtschaftliche und städtebauliche Entwicklung Badens und der gesamten Region.

Der Ausbau der Industrie führte zu einer starken Zuwanderung. Aus früheren Bauern- und Handwerkergemeinden entstanden dicht besiedelte Wohn- und Industriegemeinden.

Entwicklung im 20. Jahrhundert

Nach dem Zweiten Weltkrieg verstärkte sich das Bevölkerungswachstum. Die Nähe zu Zürich, der Ausbau des Strassen- und Eisenbahnnetzes sowie neue Arbeitsplätze machten den Bezirk zu einer der dynamischsten Regionen des Kantons Aargau.

Besonders stark wuchsen Wettingen, Neuenhof, Spreitenbach, Killwangen und Würenlos. Neue Wohnquartiere, Hochhäuser, Einkaufszentren und Gewerbezonen veränderten das Landschaftsbild.

Spreitenbach entwickelte sich seit den 1960er Jahren zu einem bedeutenden Einkaufs- und Dienstleistungsstandort. 1970 wurde dort das Einkaufszentrum Shoppi eröffnet, eines der ersten grossen Einkaufszentren der Schweiz.

Die Eröffnung der Autobahn A1 und des Bareggtunnels verbesserte die Strassenverbindungen nach Zürich, Bern und Basel. Gleichzeitig nahmen Verkehrsbelastung, Flächenverbrauch und Zersiedelung zu.

Im Lauf des 20. Jahrhunderts verlagerte sich die Wirtschaft von der klassischen Industrie zunehmend zu Dienstleistungen, Forschung, Energie, Gesundheitswesen und technologieorientierten Unternehmen.

Bevölkerung

Der Bezirk Baden gehört seit Jahrzehnten zu den am stärksten wachsenden Gebieten des Kantons Aargau. Zwischen 2016 und 2025 nahm seine Bevölkerung von rund 141'700 auf mehr als 155'700 Personen zu.[2]

Das Wachstum wird hauptsächlich durch Zuzüge aus anderen Regionen der Schweiz und aus dem Ausland verursacht. Die gute Erreichbarkeit von Zürich, Basel und dem übrigen Mittelland macht den Bezirk zu einem bedeutenden Wohn- und Arbeitsstandort.

Die Bevölkerungsstruktur unterscheidet sich innerhalb des Bezirks deutlich. In den urbanen Gemeinden des Limmattals ist der Anteil ausländischer Staatsangehöriger höher als in den kleineren Gemeinden am Rohrdorferberg oder im ländlich geprägten Reusstal.

Baden, Wettingen und Spreitenbach bilden die grössten Bevölkerungszentren. Baden ist zugleich das wichtigste regionale Zentrum für Verwaltung, Arbeit, Bildung und Kultur.

Wirtschaft

Der Bezirk Baden gehört zu den wirtschaftlich stärksten Regionen des Kantons Aargau. Traditionelle Industrieunternehmen bestehen neben international tätigen Technologie-, Energie- und Dienstleistungsbetrieben.

Baden ist ein bedeutender Standort der Energie- und Elektrotechnikbranche. Neben ABB und ihren Nachfolgeunternehmen befinden sich in der Region zahlreiche Firmen aus Maschinenbau, Automation, Informationstechnologie und Unternehmensberatung.

Wettingen besitzt einen vielfältigen Gewerbe- und Dienstleistungssektor. Spreitenbach ist durch Einkaufszentren, Logistik, Detailhandel und grossflächige Gewerbebetriebe geprägt.

Im westlichen und südlichen Bezirksgebiet spielen Industrie, Bauwirtschaft, Landwirtschaft und kleinere Gewerbebetriebe eine wichtige Rolle. Würenlingen ist zudem eng mit den Forschungs- und Energiestandorten im unteren Aaretal verbunden.

Viele Einwohnerinnen und Einwohner pendeln nach Zürich, Brugg, Aarau oder in andere Wirtschaftszentren. Gleichzeitig zieht die Region selbst zahlreiche Arbeitskräfte aus benachbarten Bezirken und Kantonen an.

Verkehr

Strassenverkehr

Der Bezirk liegt an bedeutenden nationalen Verkehrsachsen. Die Autobahn A1 durchquert den südöstlichen Teil des Bezirks und besitzt Anschlüsse bei Spreitenbach, Dietikon, Neuenhof und Baden-West.

Der Bareggtunnel verbindet das Limmattal mit dem Raum Baden und gehört zu den am stärksten belasteten Autobahnabschnitten der Schweiz.

Weitere wichtige Strassen führen durch das Limmattal, über den Heitersberg, durch das Reusstal und in Richtung Brugg, Zurzach und Zürich. Die starke Verkehrsbelastung stellt die Raum- und Verkehrsplanung vor grosse Herausforderungen.

Öffentlicher Verkehr

Baden ist der wichtigste Eisenbahnknoten des Bezirks. Direkte Zugverbindungen bestehen unter anderem nach Zürich, Basel, Bern, Aarau, Olten und zum Flughafen Zürich.

Weitere bedeutende Bahnhöfe befinden sich in Wettingen, Turgi, Mellingen-Heitersberg, Killwangen-Spreitenbach, Würenlos und Mägenwil.

Der Bezirk wird durch Linien der S-Bahn Zürich und der S-Bahn Aargau erschlossen. Den regionalen Busverkehr betreiben insbesondere die Regionalen Verkehrsbetriebe Baden-Wettingen sowie weitere Transportunternehmen.

Seit Dezember 2022 verbindet die Limmattalbahn den Bahnhof Zürich Altstetten über Schlieren und Dietikon mit Killwangen-Spreitenbach. Sie verbessert die Erschliessung des stark wachsenden östlichen Bezirksgebiets.

Verwaltung und Justiz

Der Bezirk dient als territoriale Einheit der kantonalen Verwaltung und Justiz. Bezirkshauptort ist Baden.

Das Bezirksgericht Baden behandelt zivil- und strafrechtliche Verfahren, die nach kantonalem und eidgenössischem Recht in seine Zuständigkeit fallen. Je nach Verfahren entscheidet ein Gerichtspräsidium als Einzelgericht oder ein Kollegialgericht.[7]

Die Staatsanwaltschaft Baden führt Strafuntersuchungen gegen Erwachsene für das gesamte Bezirksgebiet.[8]

Der Bezirk ist ausserdem Wahlkreis für den Grossen Rat des Kantons Aargau. Für die Amtsperiode 2025 bis 2028 stehen ihm 29 der insgesamt 140 Grossratsmandate zu.[9]

Bildung und Forschung

Im Bezirk bestehen zahlreiche öffentliche und private Bildungseinrichtungen. Baden und Wettingen sind die wichtigsten Standorte der Sekundarstufe II und der Berufsbildung.

Die Kantonsschule Baden bietet gymnasiale und weitere Ausbildungsgänge an. In Wettingen befindet sich die Kantonsschule Wettingen in den historischen Gebäuden des ehemaligen Klosters.

Berufsfachschulen, höhere Fachschulen und private Bildungsanbieter ergänzen das Angebot. Die Nähe zur Universität Zürich, zur ETH Zürich, zur Fachhochschule Nordwestschweiz und zum Paul-Scherrer-Institut beeinflusst den Forschungs- und Wirtschaftsstandort.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Zu den bedeutendsten Kultur- und Baudenkmälern des Bezirks gehören die Altstadt von Baden, die Ruine Stein, die historischen Thermalbäder und das ehemalige Kloster Wettingen.

Baden besitzt mit dem Museum Langmatt, dem Historischen Museum, dem Kurtheater und dem Grand Casino Baden mehrere überregional bekannte Kulturinstitutionen.

Die Altstadt von Mellingen bewahrt ihr mittelalterliches Stadtbild mit Stadttor, Brücke und historischen Bürgerhäusern. In Turgi erinnern Fabrikgebäude, Kanäle und Arbeitersiedlungen an die frühe Industrialisierung.

Weitere Sehenswürdigkeiten sind die Dorfkerne von Ehrendingen, Birmenstorf und Würenlingen, die Rebberge an der Lägern sowie zahlreiche Kirchen, Kapellen und historische Gasthöfe.

Natur und Erholung

Die Lägern ist ein bedeutendes Wander- und Naturgebiet. Ein Höhenweg verbindet Baden beziehungsweise Wettingen mit Regensberg und Dielsdorf im Kanton Zürich.

Die Flusslandschaften an Limmat und Reuss bieten Lebensräume für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten. Teile der Ufer stehen unter Natur- oder Landschaftsschutz.

Das Gebiet des Wasserschlosses bei Gebenstorf und Turgi gehört zu den bedeutendsten Auen- und Flusslandschaften des schweizerischen Mittellands.

Weitere Erholungsräume befinden sich am Heitersberg, am Rohrdorferberg, im Siggenbergwald sowie entlang der zahlreichen regionalen Wander- und Velowege.

Regionale Zusammenarbeit

Die Gemeinden des Bezirks arbeiten in zahlreichen Bereichen zusammen. Dazu gehören Raumplanung, Verkehr, Abwasserentsorgung, Energieversorgung, Feuerwehr, Kultur, Altersbetreuung und soziale Dienste.

Eine wichtige Organisation ist der Regionalplanungsverband Baden Regio. Er koordiniert überkommunale Fragen der Siedlungs-, Landschafts- und Verkehrsentwicklung.

Die enge funktionale Verbindung zum Zürcher Limmattal erfordert auch eine kantonsübergreifende Zusammenarbeit. Verkehrs-, Siedlungs- und Umweltprojekte werden deshalb teilweise gemeinsam mit Gemeinden und Behörden des Kantons Zürich geplant.

Siehe auch

Literatur

  • Bruno Meier: Baden – Geschichte einer Region. Baden.
  • Bruno Meier, Dominik Sauerländer: Das Surbtal im Spätmittelalter. Aarau 1995.
  • Otto Mittler: Geschichte der Stadt Baden. 2 Bände, Baden 1962–1965.
  • Hans Kreis: Die Grafschaft Baden im 18. Jahrhundert. Zürich 1909.
  • Rolf Leuthold: Der Kanton Baden 1798–1803. Baden 1934.
  • Historische Gesellschaft des Kantons Aargau (Hrsg.): Argovia. Jahresschrift der Historischen Gesellschaft des Kantons Aargau. Aarau.

Einzelnachweise

  1. Statistik Aargau: Bevölkerungsbestand per 31. Dezember 2025, abgerufen am 27. Juli 2026.
  2. 2,0 2,1 Statistik Aargau: Statistisches Jahrbuch – Bezirke, abgerufen am 27. Juli 2026.
  3. Kanton Aargau: Zusammenschluss von Baden und Turgi zur Gemeinde Baden, abgerufen am 27. Juli 2026.
  4. Statistik Aargau: Gemeinden des Bezirks Baden, abgerufen am 27. Juli 2026.
  5. Bruno Meier: Baden (Grafschaft, Bezirk). In: Historisches Lexikon der Schweiz, abgerufen am 27. Juli 2026.
  6. Bruno Meier: Baden (Kanton). In: Historisches Lexikon der Schweiz, abgerufen am 27. Juli 2026.
  7. Gerichte Kanton Aargau: Aufgaben der Bezirksgerichte, abgerufen am 27. Juli 2026.
  8. Kanton Aargau: Staatsanwaltschaft Baden, abgerufen am 27. Juli 2026.
  9. Staatskanzlei des Kantons Aargau: Grossratswahlen 2024 – Mandatszuteilung für die Amtsperiode 2025–2028, abgerufen am 27. Juli 2026.