Bahnhof Horgen Oberdorf

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Bahnhof Horgen Oberdorf
Ort Horgen
Kanton Zürich
Bezirk Horgen
Staat Schweiz
Koordinaten 47° 15′ 32″ N, 8° 35′ 23″ O
Höhe 483 m ü. M.
Betriebsstellenart Durchgangsbahnhof
Bahnstrecke Bahnstrecke Thalwil–Arth-Goldau
Eröffnung 1. Juni 1897
Eigentümer Schweizerische Bundesbahnen
Betreiber Schweizerische Bundesbahnen
Perrongleise 2
Perrons 2 Seitenperrons
Abkürzung HGO
DiDok-Nummer 8502208
Verkehrsverbund Zürcher Verkehrsverbund
Tarifzone 151
Bahnlinie S24
Buslinien 131, 137

Der Bahnhof Horgen Oberdorf ist ein Bahnhof in der politischen Gemeinde Horgen im Bezirk Horgen des Kantons Zürich. Er liegt oberhalb des historischen Dorfzentrums an der Bahnstrecke Thalwil–Arth-Goldau, die Zürich und Thalwil über Baar und Zug mit der Zentralschweiz und der Gotthardbahn verbindet.

Der Bahnhof wird im Regionalverkehr von der Linie S24 der S-Bahn Zürich bedient. Sie stellt direkte Verbindungen nach Zug, Zürich Hauptbahnhof, zum Flughafen Zürich, nach Winterthur sowie je nach Linienast nach Schaffhausen, Thayngen oder Weinfelden her.[1]

Horgen Oberdorf ist vom tiefer gelegenen Bahnhof Horgen an der linksufrigen Zürichseebahn zu unterscheiden. Beide Stationen erschliessen unterschiedliche Teile des weitläufigen Gemeindegebiets. Horgen Oberdorf dient insbesondere den höher gelegenen Wohnquartieren, den Gewerbe- und Industriegebieten sowie dem Horgenberg.

Von 2024 bis 2026 wird der Bahnhof für rund 32,5 Millionen Franken umfassend umgebaut. Neue Perrons, Rampen, Treppen und eine neue Personenunterführung sollen einen stufenfreien Zugang zu den Zügen ermöglichen.[2]

Name

Die Stationsbezeichnung setzt sich aus dem Gemeindenamen Horgen und dem Quartiernamen Oberdorf zusammen. Der Begriff Oberdorf bezeichnet das höher gelegene Gebiet westlich beziehungsweise südwestlich des historischen Dorfkerns am Zürichsee.

Vor dem Eisenbahnbau war das heutige Oberdorf nur dünn besiedelt. Auf einem Gemeindeplan von 1867 waren im späteren Bahnhofgebiet hauptsächlich Flurnamen wie Stocker, Häusli, Rebacker und Spätz verzeichnet. Die Bezeichnung Oberdorf verbreitete sich wahrscheinlich erst nach der Eröffnung des Bahnhofs im Jahr 1897.[3]

Die betriebliche Abkürzung des Bahnhofs lautet HGO. Die nationale DiDok-Nummer und internationale Stationsnummer ist 8502208.[4]

Lage

Der Bahnhof befindet sich auf rund 483 Metern über Meer im Quartier Oberdorf. Er liegt etwa 70 Höhenmeter oberhalb des Bahnhofs Horgen und des historischen Dorfkerns am Zürichsee.

Die Bahnstrecke verläuft im Bahnhofgebiet ungefähr von Nordwesten nach Südosten. In Richtung Thalwil folgt als nächster Personenhalt der Bahnhof Oberrieden Dorf. Südöstlich des Bahnhofs beginnt der knapp zwei Kilometer lange Zimmerbergtunnel, der die Strecke nach Sihlbrugg führt. Der nächste von der S24 bediente Bahnhof in dieser Richtung ist Baar.

Die seeseitige Bahnhofseite wird durch die Tödistrasse und die Einsiedlerstrasse erschlossen. Auf der Bergseite liegen die Dammstrasse, die Fabrikgasse und verschiedene Gewerbe- und Wohngebiete. Fusswege verbinden den Bahnhof mit dem Ortszentrum, dem Horgenberg und den umliegenden Quartieren.

In der Umgebung befinden sich ehemalige und gegenwärtige Industrieareale. Zu den Unternehmen, welche die Entwicklung des Oberdorfs prägten, gehörten die Maschinenfabrik Schweiter sowie Betriebe der Nahrungsmittel-, Metall- und Baustoffindustrie.

Die Autobahnauffahrt Horgen der Autobahn A3 liegt westlich des Bahnhofs. Trotz der Nähe zur Autobahn besitzt die Eisenbahn für den Pendlerverkehr nach Zürich und Zug eine grosse Bedeutung.

Geschichte

Planungen für eine Gotthardzufahrt

Bereits während der Planung der linksufrigen Zürichseebahn in der Mitte des 19. Jahrhunderts wurde über eine Bahnverbindung von Zürich nach Zug diskutiert. Eine solche Strecke sollte als nördliche Zufahrt zur geplanten Gotthardbahn dienen.

Mehrere Linienführungen wurden untersucht. Eine direkte Abzweigung vom Bahnhof Horgen am See hätte wegen des grossen Höhenunterschieds zum Sihltal einen etwa acht Kilometer langen Kehrtunnel erfordert. Als technisch und wirtschaftlich günstiger erwies sich eine Strecke von Thalwil über Oberrieden Dorf und Horgen Oberdorf nach Sihlbrugg.

Der Vertrag zwischen einem regionalen Eisenbahnkomitee und der Schweizerischen Nordostbahn von 1872 umfasste neben der linksufrigen Zürichseebahn auch eine Abzweigung von Thalwil nach Zug. Horgen beteiligte sich am ersten Baukredit mit 70'000 Franken.[3]

Der Bau verzögerte sich jedoch aus politischen, finanziellen und verkehrsstrategischen Gründen. Nach der Eröffnung der Gotthardbahn im Jahr 1882 wurden verschiedene konkurrierende Zufahrtsprojekte diskutiert. Dazu gehörten eine Verbindung über das Knonaueramt, eine Strecke über Wädenswil und Pfäffikon SZ sowie ein Ausbau der Sihltalbahn.

Erst 1890 erhielt das Projekt Thalwil–Zug die notwendige politische Unterstützung. Die von Horgen bevorzugte Linienführung mit einem Tunnel zwischen Horgen Oberdorf und Sihlbrugg wurde 1893 vom Zürcher Regierungsrat und später vom Bundesrat bewilligt.

Bau des Zimmerbergtunnels

Ein zentrales Bauwerk der Strecke war der 1985 Meter lange Zimmerbergtunnel. Die Arbeiten begannen im September 1895. Der Durchschlag erfolgte am 15. März 1896 im Rahmen einer Feier bei Sihlbrugg.[3]

Die Tunnelarbeiten wurden überwiegend von italienischen Arbeitern ausgeführt. Die Baustelle und der Bahnbau führten zu einer vorübergehenden starken Zunahme der Bevölkerung im Oberdorf und zu neuen Unterkunfts- und Versorgungsbetrieben.

Parallel zum Tunnel entstanden Bahndämme, Brücken, Stützmauern und die Station Horgen Oberdorf. Beim Bahnhof wurden von Beginn an Anschlussgleise für Industriebetriebe vorgesehen. Dadurch sollte das bis dahin landwirtschaftlich geprägte Gebiet für Gewerbe und Industrie attraktiv werden.

Eröffnung 1897

Die Bahnstrecke Thalwil–Zug und der Bahnhof Horgen Oberdorf wurden am 31. Mai 1897 feierlich eingeweiht. Der fahrplanmässige Betrieb begann am 1. Juni 1897.[3]

Zur Einweihung wurden die Häuser in Horgen beflaggt, und verschiedene Gewerbebetriebe gaben ihren Beschäftigten frei. Der neue Bahnhof war festlich geschmückt. Sonderzüge brachten Gäste aus Richtung Thalwil und Zug nach Horgen Oberdorf.

Das erste Aufnahmegebäude besass überdachte Wartebereiche, einen Billettschalter, Diensträume und Einrichtungen für die Gepäck- und Güterabfertigung. In unmittelbarer Umgebung entstanden Restaurants und Beherbergungsbetriebe. Das 1898 errichtete Chalet Belvedère diente unter anderem Reisenden und Ausflüglern als Gaststätte.[5]

Der Bahnhof entwickelte sich zu einem Ausgangspunkt für Ausflüge auf den Horgenberg und in das Sihltal. Gleichzeitig ermöglichte er den Bewohnerinnen und Bewohnern der höher gelegenen Gemeindeteile eine direkte Verbindung nach Zürich, Zug und in die Zentralschweiz.

Übergang an die SBB

Die Schweizerische Nordostbahn wurde 1902 verstaatlicht und in die neu gegründeten Schweizerischen Bundesbahnen integriert. Damit gingen auch der Bahnhof Horgen Oberdorf und der Abschnitt Thalwil–Zug in das Eigentum der SBB über.

Die Strecke entwickelte sich zu einer bedeutenden Zufahrt zur Gotthardbahn. Neben Regionalzügen passierten Fern- und internationale Züge den Bahnhof, ohne dort anzuhalten.

Der örtliche Güterverkehr gewann durch die Ansiedlung von Industrieunternehmen an Bedeutung. Verschiedene Betriebe besassen eigene Anschlussgleise. Über den Bahnhof wurden unter anderem Kohle, Maschinen, Baustoffe, landwirtschaftliche Erzeugnisse und industrielle Produkte transportiert.

Elektrifizierung

Im Frühjahr 1923 elektrifizierten die SBB die Strecke Thalwil–Zug einschliesslich des Zimmerberg- und des Albistunnels.[3] Verwendet wird das schweizerische Bahnstromsystem mit 15 Kilovolt Wechselstrom bei einer Frequenz von heute 16,7 Hertz.

Die Elektrifizierung ersetzte die Dampflokomotiven durch elektrische Triebfahrzeuge. Besonders bei der Fahrt durch die Tunnel stellte der Wegfall von Rauch und Russ eine erhebliche Verbesserung für Reisende und Bahnpersonal dar.

Elektrische Lokomotiven ermöglichten zudem die Beförderung schwererer Züge und verkürzten die Fahrzeiten auf der steigungsreichen Gotthardzufahrt.

Doppelspurausbau

Die ursprünglich eingleisige Strecke erreichte durch den wachsenden Regional-, Fern- und Güterverkehr zunehmend ihre Kapazitätsgrenze. Die SBB bauten sie deshalb abschnittsweise auf Doppelspur aus.

Der Doppelspurabschnitt zwischen Oberrieden Dorf und Horgen Oberdorf wurde am 23. November 1959 eröffnet. Das zusätzliche Gleis wurde seeseitig neben der bestehenden Strecke angelegt. Gleichzeitig erhielt der Bahnhof ein neues Perrondach.[3]

Der anschliessende Abschnitt zwischen Horgen Oberdorf und Thalwil wurde 1961 vollständig doppelspurig in Betrieb genommen. Im Bahnhof Thalwil entstand eine Überwerfung, durch welche die Strecke nach Zug die linksufrige Zürichseebahn ohne niveaugleiche Kreuzung überquert.

Der Doppelspurausbau erhöhte die Leistungsfähigkeit der Strecke und ermöglichte einen dichteren Fahrplan. Zugleich wurden die Gleis- und Perronanlagen des Bahnhofs Horgen Oberdorf erweitert.

Bahnhofsgebäude von 1962

Im Zusammenhang mit dem Doppelspurausbau wurden das ursprüngliche Aufnahmegebäude und ein Stationswärterhaus abgebrochen. An ihrer Stelle entstand ein moderner Neubau, der 1962 eröffnet wurde.[3]

Im neuen Gebäude befanden sich ein Bahnschalter, Diensträume und eine Postfiliale. Östlich des Bahnhofs entstanden Parkplätze. Die Anlage entsprach dem damals verbreiteten Konzept eines kombinierten Bahn-, Post- und Busknotens.

Seit 1947 wurde der Bahnhof durch Postautos bedient. 1953 kam ein Ortsbus hinzu, der die Wohngebiete zwischen dem Bahnhof am See, dem Oberdorf und den höher gelegenen Gemeindeteilen erschloss.

Mit der zunehmenden Automatisierung des Bahnbetriebs verlor der örtliche Stationsdienst an Bedeutung. Stellwerke und Signale wurden schrittweise zentral gesteuert, während der klassische Billettverkauf später eingestellt wurde.

Zürcher S-Bahn

Mit der Eröffnung der S-Bahn Zürich am 27. Mai 1990 wurde Horgen Oberdorf in das vertaktete regionale Bahnnetz des Zürcher Verkehrsverbunds aufgenommen.

Der Regionalverkehr wurde mehrfach neu geordnet. Seit dem Ausbau der S24 besteht grundsätzlich ein Halbstundentakt zwischen Zug, Horgen Oberdorf, Thalwil und Zürich. Die Linie wurde später über Zürich Hauptbahnhof, den Flughafen und Winterthur in die Nordostschweiz verlängert.

Der Bahnhof gewann dadurch für Berufspendlerinnen und Berufspendler weiter an Bedeutung. Zürich und Zug sind ohne Umsteigen erreichbar. Ebenso bestehen direkte Verbindungen zum Flughafen Zürich und nach Winterthur.

Neubau von 2011

Das Bahnhofsgebäude von 1962 wurde 2011 durch einen weiteren Neubau ersetzt. Dieser umfasste ein neues technisches Geschoss sowie Verkaufs- und Dienstleistungsflächen.[3]

Im Erdgeschoss wurde zunächst ein Migrolino-Geschäft mit integriertem Postangebot eingerichtet. Heute befindet sich im Gebäude ein Avec-Shop.[6]

Gleichzeitig wurden die Bushaltestellen, Fussgängerbereiche und Veloabstellplätze im Bahnhofumfeld neu gestaltet. Das damalige Mittelperron blieb jedoch nur über Treppen erreichbar und erfüllte die späteren Anforderungen an einen vollständig hindernisfreien Bahnhof nicht.

Barrierefreier Ausbau 2024–2026

Ausgangslage

Der Bahnhof Horgen Oberdorf gehörte zu den SBB-Stationen, welche die Anforderungen des Behindertengleichstellungsgesetzes nicht fristgerecht erfüllten. Insbesondere das Mittelperron war für Personen im Rollstuhl, mit Rollator, Kinderwagen, Velo oder schwerem Gepäck nicht autonom erreichbar.

Die SBB begannen im September 2024 mit einem grundlegenden Umbau. Ziel ist ein stufenfreier Zugang zu den Zügen und eine Vereinfachung der Gleisanlage.[2]

Projekt

Das Projekt umfasst im Wesentlichen:

  • den Bau eines neuen seeseitigen Perrons;
  • den Bau eines neuen bergseitigen Perrons;
  • Perronkanten mit einer Höhe von 55 Zentimetern;
  • neue Rampen und Treppen auf beiden Seiten der Bahnstrecke;
  • eine neue beziehungsweise verlängerte Personenunterführung;
  • neue Perrondächer;
  • ein neues bahntechnisches Gebäude;
  • die Anpassung der Gleis-, Fahrleitungs- und Sicherungsanlagen;
  • die Erneuerung der Entwässerung und der Kundeninformation.

Zwei nicht mehr benötigte Gleise werden aufgehoben. Dadurch entsteht mehr Platz für breite Perrons und hindernisfreie Zugänge.[7]

Die beiden verbleibenden Streckengleise erhalten je einen Seitenperron. Nach Abschluss des Umbaus müssen Reisende für den Zugang zum jeweiligen Perron keine Treppen benutzen. Rampen verbinden die Unterführung mit der See- und der Bergseite.

Bauablauf

Die Arbeiten begannen im Herbst 2024 mit Mastfundamenten und Vorbereitungen für den Fahrleitungs- und Gleisbau. Ab April 2025 wurde an der neuen Personenunterführung gearbeitet.

Während der Bauzeit kamen provisorische Perrons zum Einsatz. Im Herbst 2025 wurde das bisherige Mittelperron ausser Betrieb genommen. Der Zugverkehr konnte abgesehen von einzelnen Sperrwochenenden weitgehend aufrechterhalten werden.

Im Frühjahr und Sommer 2026 wurden die erhöhten Perrons, Rampen, Dächer und Umgebungsanlagen fertiggestellt. Der Projektabschluss war nach dem Planungsstand vom August 2026 für September 2026 vorgesehen.[2]

Die Investitionskosten betragen rund 32,5 Millionen Franken. Der Anteil der SBB wird über die Leistungsvereinbarung zwischen dem Bund und den SBB finanziert.

Anlage

Nach Abschluss des Umbaus verfügt der Bahnhof über zwei durchgehende Streckengleise und zwei Seitenperrons. Die Gleise dienen sowohl den haltenden S-Bahn-Zügen als auch dem durchfahrenden Fern- und Güterverkehr.

Die beiden Bahnhofseiten sind durch eine Personenunterführung miteinander verbunden. Rampen und Treppen erschliessen die Perrons und die umliegenden Quartiere. Die Perronkanten mit einer Höhe von 55 Zentimetern ermöglichen bei geeigneten Fahrzeugen einen weitgehend niveaugleichen Einstieg.

Zur Ausstattung gehören:

  • gedeckte Wartebereiche;
  • elektronische Abfahrtsanzeigen;
  • Lautsprecher für betriebliche Durchsagen;
  • Sitzgelegenheiten;
  • Billettautomaten;
  • taktile Sicherheitsmarkierungen;
  • Veloabstellplätze;
  • ein Avec-Shop;
  • ein Mobility-Carsharing-Standort.

Nach Angaben der SBB stehen beim Bahnhof sechs gedeckte Veloabstellplätze zur Verfügung.[6] Weitere Abstellmöglichkeiten befinden sich im Bahnhofumfeld.

Ein dauerhaft besetzter SBB-Verkaufsschalter besteht nicht. Billette können am Automaten, über die digitalen Vertriebskanäle der SBB und des ZVV oder in anderen Verkaufsstellen des öffentlichen Verkehrs erworben werden.

Bahnverkehr

S24

Im Fahrplanjahr 2026 wird Horgen Oberdorf von der S24 der S-Bahn Zürich bedient:[1]

Die S24 verkehrt zwischen Zug und Zürich grundsätzlich im Halbstundentakt. Nördlich von Winterthur teilen sich die Verbindungen auf unterschiedliche Linienäste auf.

In Richtung Zürich ist Oberrieden Dorf der nächste Halt. In Richtung Zug fährt die S24 durch den Zimmerbergtunnel und über den Raum Sihlbrugg nach Baar. Der ehemalige Bahnhof Sihlbrugg wird seit 2012 nicht mehr im regulären Personenverkehr bedient.

Durchfahrender Fernverkehr

Die Strecke durch Horgen Oberdorf gehört zur wichtigsten Eisenbahnverbindung zwischen Zürich, Zug und der Gotthardachse. Zahlreiche Fernverkehrszüge passieren den Bahnhof ohne Halt.

Dazu gehören je nach Fahrplan InterCity-, InterRegio- und EuroCity-Züge in Richtung Luzern, Arth-Goldau, Gotthard-Basistunnel, Tessin und Italien. Auch einzelne Güter-, Dienst- und Bauzüge benutzen die Strecke.

Die Mischung aus haltenden S-Bahn-Zügen und schnellen Fernverkehrszügen stellt hohe Anforderungen an die Fahrplanung. Der zweigleisige Ausbau ermöglicht eine dichte Zugfolge, lässt im Bahnhof selbst jedoch keine planmässigen Überholungen zu.

Busverkehr

Direkt beim Bahnhof befindet sich die Bushaltestelle Horgen Oberdorf, Bahnhof. Sie wird im Fahrplanjahr 2026 von den Linien 131 und 137 bedient.[8]

  • Linie 131: Horgen, Bahnhof – Horgen Oberdorf, Bahnhof – Horgen, Heubach – Horgen, Bocken – Wädenswil, Hintere Rüti
  • Linie 137: Horgen, Bahnhof – Horgen Oberdorf, Bahnhof – Horgenberg – Hirzel – Sihlbrugg, Alter Bahnhof

Die Linie 131 verbindet die beiden Horgner Bahnhöfe und erschliesst die Wohngebiete entlang der Einsiedlerstrasse. Sie führt weiter über den südlichen Teil der Gemeinde bis in das Gebiet Hintere Rüti in Wädenswil.

Die Linie 137 verbindet Horgen Oberdorf mit dem Horgenberg, Hirzel und Sihlbrugg. Dort bestehen Anschlüsse an weitere regionale Buslinien.

Die Bushaltestellen wurden während des Bahnhofumbaus zeitweise verschoben. Nach Abschluss der Bauarbeiten sollen wieder kurze und möglichst hindernisfreie Umsteigewege zwischen Bahn und Bus zur Verfügung stehen.

Tarif

Der Bahnhof liegt in der Tarifzone 151 des Zürcher Verkehrsverbunds.[9]

Ein gültiges ZVV-Billett berechtigt innerhalb der gelösten Zonen zur Benutzung der S-Bahn, der Busse und weiterer öffentlicher Verkehrsmittel. Für Fahrten über das Verbundgebiet hinaus gelten nationale Fahrausweise oder verbundübergreifende Angebote.

Das Generalabonnement und das Halbtax-Abonnement werden anerkannt.

Bedeutung

Horgen Oberdorf ist neben dem Bahnhof Horgen einer der beiden wichtigsten Eisenbahnzugänge der Gemeinde. Während der Bahnhof am See vor allem die linksufrige Zürichseebahn und die Schiffsverbindungen erschliesst, liegt Horgen Oberdorf an der direkten Bahnstrecke nach Zug und zur Gotthardachse.

Der Bahnhof besitzt grosse Bedeutung für den Pendlerverkehr nach Zürich, zum Flughafen und nach Zug. Die S24 ermöglicht direkte Fahrten in mehrere wichtige Arbeits-, Bildungs- und Einkaufszentren.

Auch die räumliche Entwicklung des Oberdorfs wurde wesentlich durch die Eisenbahn geprägt. Vor 1897 war das Gebiet nur dünn besiedelt. Nach der Eröffnung entstanden Industrieanlagen, Gewerbebetriebe, Restaurants und Wohnhäuser. Das Oberdorf entwickelte sich zu einem eigenständigen Quartier innerhalb der Gemeinde Horgen.

Die Buslinien 131 und 137 erweitern das Einzugsgebiet des Bahnhofs auf den Horgenberg, Hirzel, Sihlbrugg und die südlichen Wohngebiete der Gemeinde. Dadurch erfüllt Horgen Oberdorf eine wichtige Funktion als regionaler Umsteigepunkt.

Verbindung zum Bahnhof Horgen

Zwischen Horgen Oberdorf und dem Bahnhof Horgen besteht keine direkte Eisenbahnverbindung. Reisende können die beiden Stationen mit dem Bus oder zu Fuss erreichen. Wegen des Höhenunterschieds ist der Fussweg vor allem in Richtung Oberdorf vergleichsweise steil.

Im regionalen Richtplan ist langfristig eine Standseilbahn zwischen den beiden Bahnhöfen eingetragen. Eine solche Verbindung könnte den See-, Bahn- und Busverkehr besser miteinander verknüpfen und die steilen innerörtlichen Busstrecken entlasten.[10]

Für das Projekt besteht bislang kein verbindlicher Bau- oder Eröffnungstermin.

Siehe auch

Literatur

  • Hans Burch: Bahnhof Oberdorf. In: Horgner Jahrheft 2022: Das Oberdorf im Umbruch. Gemeinde Horgen, Horgen 2022, S. 17–26.
  • Hans G. Wägli: Schienennetz Schweiz und Bahnprofil Schweiz CH+. AS Verlag, Zürich 2010, ISBN 978-3-909111-74-9.
  • Werner Stutz: Bahnhöfe der Schweiz. Von den Anfängen bis zum Ersten Weltkrieg. Orell Füssli, Zürich 1983, ISBN 3-280-01405-0.
  • Schweers + Wall: Eisenbahnatlas Schweiz. Schweers + Wall, Köln 2012, ISBN 978-3-89494-130-7.

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Linienfahrplan S24, Zürcher Verkehrsverbund, Jahresfahrplan 2026, abgerufen am 4. August 2026.
  2. 2,0 2,1 2,2 Horgen Oberdorf: Ausbau für stufenfreien Zugang zu den Zügen, Schweizerische Bundesbahnen, abgerufen am 4. August 2026.
  3. 3,0 3,1 3,2 3,3 3,4 3,5 3,6 3,7 Hans Burch: Bahnhof Oberdorf. In: Horgner Jahrheft 2022: Das Oberdorf im Umbruch, Gemeinde Horgen, S. 17–26, abgerufen am 4. August 2026.
  4. Dienststellen gemäss opentransportdata.swiss, SBB Open Data, abgerufen am 4. August 2026.
  5. Horgner Jahrheft 2023: Chalets, Gemeinde Horgen, abgerufen am 4. August 2026.
  6. 6,0 6,1 Bahnhof Horgen Oberdorf, Schweizerische Bundesbahnen, abgerufen am 4. August 2026.
  7. Sperrwochenenden Bahnhof Horgen Oberdorf – Ersatzverkehr, Gemeinde Horgen, 22. Oktober 2025, abgerufen am 4. August 2026.
  8. Haltestellenfahrplan Horgen Oberdorf, Bahnhof, Zürcher Verkehrsverbund, Jahresfahrplan 2026, abgerufen am 4. August 2026.
  9. Regionalnetz und Tarifzonen, Zürcher Verkehrsverbund, abgerufen am 4. August 2026.
  10. Energie und Umwelt – Jahresbericht 2025, Gemeinde Horgen, abgerufen am 4. August 2026.