Wetzikon
| Staat | Schweiz |
|---|---|
| Kanton | Zürich |
| Bezirk | Hinwil |
| BFS-Nummer | 0121 |
| Postleitzahlen | 8620, 8623 |
| Höhe | 532 m ü. M. |
| Fläche | 16,73 km² |
| Einwohner | 27'250 (Ende 2025) |
| Stadtpräsident | Pascal Bassu (SP) |
| Legislative | Parlament mit 36 Mitgliedern |
| Exekutive | Stadtrat mit 7 Mitgliedern |
| Website | wetzikon.ch |
Wetzikon ist eine Stadt und politische Gemeinde im Bezirk Hinwil des Kantons Zürich. Sie liegt im Zürcher Oberland am südöstlichen Rand des Pfäffikersees und bildet eines der bedeutendsten regionalen Zentren im östlichen Teil des Kantons. Mit über 27'000 Einwohnerinnen und Einwohnern gehört Wetzikon zu den bevölkerungsreicheren Gemeinden des Kantons Zürich.
Die Stadt ist nicht aus einem einzigen historischen Zentrum entstanden, sondern aus mehreren Dörfern, Weilern und ehemaligen Zivilgemeinden zusammengewachsen. Zu den wichtigsten Quartieren gehören Oberwetzikon, Unterwetzikon, Kempten, Robenhausen, Ettenhausen, Robank und Medikon. Diese räumliche Gliederung ist bis heute im Stadtbild und im ausgeprägten Eigenleben der einzelnen Quartiere erkennbar.
Wetzikon besitzt eine wichtige Funktion als Wirtschafts-, Einkaufs-, Bildungs-, Gesundheits- und Verkehrszentrum des Zürcher Oberlands. Gleichzeitig liegen mit dem Pfäffikersee, dem Robenhauserriet und dem Chämptnertobel bedeutende Natur- und Erholungsräume in unmittelbarer Nähe des städtischen Siedlungsgebiets. Die prähistorische Fundstelle Wetzikon-Robenhausen gehört seit 2011 zum UNESCO-Welterbe der prähistorischen Pfahlbauten um die Alpen.[1]
Geographie
Lage
Wetzikon liegt im südöstlichen Teil des Kantons Zürich, ungefähr zwischen den Städten Uster, Rapperswil-Jona und Winterthur. Das Gemeindegebiet bildet einen Übergangsraum zwischen der leicht hügeligen Landschaft um den Pfäffikersee und den höheren Erhebungen des Zürcher Oberlands in Richtung Bachtel.
Das Zentrum der Stadt liegt auf etwa 532 Metern über Meer. Das Gemeindegebiet umfasst 1'673 Hektaren beziehungsweise 16,73 Quadratkilometer. Im Westen reicht es bis an den Pfäffikersee und das geschützte Robenhauserriet, während sich das Gelände gegen Osten und Südosten zunehmend erhebt.
Wetzikon grenzt an die Gemeinden Seegräben, Pfäffikon, Bäretswil, Hinwil, Gossau und Mönchaltorf. Den Pfäffikersee teilt die Stadt mit Seegräben und Pfäffikon.[1]
Stadtgliederung
Das heutige Wetzikon besteht aus mehreren historisch gewachsenen Siedlungskernen. Die wichtigsten Quartiere und Ortsteile sind:
- Oberwetzikon mit der reformierten Kirche, Verwaltungs-, Einkaufs- und Dienstleistungsangeboten;
- Unterwetzikon mit dem Bahnhof und einem stark städtisch geprägten Geschäfts- und Wohngebiet;
- Kempten mit einem alten Dorfkern und dem Zugang zum Chämptnertobel;
- Robenhausen am Rand des Pfäffikersees und des Robenhauserriets;
- Ettenhausen mit teilweise ländlich gebliebenen Siedlungsstrukturen;
- Robank im nordöstlichen Gemeindegebiet;
- Medikon zwischen den grösseren Siedlungsgebieten und den angrenzenden Landwirtschaftsflächen.
Oberwetzikon und Unterwetzikon erfüllen heute wesentliche Zentrumsfunktionen für die gesamte Stadt und die Region. Kempten und Robenhausen besitzen ausgeprägte Quartierzentren, während Ettenhausen und Robank ihren kleinteiligen, teilweise landwirtschaftlichen Charakter stärker bewahrt haben.[2]
Die historisch getrennten Siedlungen sind im Verlauf des 20. und frühen 21. Jahrhunderts durch Wohnquartiere, Gewerbegebiete und Verkehrsanlagen weitgehend zusammengewachsen. Dennoch besitzt Wetzikon kein vollständig einheitliches Stadtzentrum. Der Bahnhof und die Bahnhofstrasse in Unterwetzikon sowie der Bereich um die Kirche und die Bahnhofstrasse in Oberwetzikon bilden die beiden wichtigsten urbanen Schwerpunkte.
Gewässer und Landschaft
Der Pfäffikersee prägt den westlichen Teil des Gemeindegebiets. Die Ufer- und Moorlandschaften rund um den See gehören zu den wertvollsten Naturgebieten des Zürcher Oberlands. Insbesondere das Robenhauserriet besitzt eine grosse Bedeutung für den Schutz von Vögeln, Amphibien, Insekten und seltenen Pflanzen.
Der Aabach fliesst aus dem Pfäffikersee durch Wetzikon in Richtung Greifensee. Seine Wasserkraft wurde seit dem späten Mittelalter und besonders während der Industrialisierung für Mühlen, Spinnereien und andere Gewerbebetriebe genutzt. Noch heute erinnern Kanäle, Weiher und ehemalige Fabrikgebäude an diese wirtschaftliche Nutzung.
Ein weiteres landschaftlich markantes Gebiet ist das Chämptnertobel bei Kempten. Der bewaldete Taleinschnitt mit Bachläufen, Felsformationen und Wanderwegen ist ein beliebtes Naherholungsgebiet.
Geschichte
Ur- und Frühgeschichte
Die Umgebung von Wetzikon war bereits in vorgeschichtlicher Zeit besiedelt. Archäologische Funde belegen die Anwesenheit von Menschen seit der Steinzeit. Von besonderer Bedeutung sind die Siedlungsreste im Robenhauserriet am Pfäffikersee.
Der Landwirt und Altertumsforscher Jakob Messikommer entdeckte 1858 die Pfahlbausiedlung von Robenhausen. Durch seine jahrzehntelangen Untersuchungen wurden zahlreiche Werkzeuge, Textilien, Gefässe, Knochen und weitere Gegenstände aus der Jungstein- und Bronzezeit geborgen. Die aussergewöhnlich gut erhaltenen organischen Funde machten Robenhausen international bekannt.
Die Fundstelle Wetzikon-Robenhausen trägt die Bezeichnung CH-ZH-08. Sie wurde 2011 gemeinsam mit 110 weiteren Fundstellen in der Schweiz, Deutschland, Österreich, Frankreich, Italien und Slowenien in das UNESCO-Welterbe der prähistorischen Pfahlbauten um die Alpen aufgenommen.[3][4]
Mittelalter
Wetzikon wurde 1044 erstmals urkundlich als Weihenchovan erwähnt. Im Hoch- und Spätmittelalter bestanden auf dem heutigen Gemeindegebiet mehrere Herrschaftsbereiche und kleinere Siedlungen. Zu den bedeutenden lokalen Adelsgeschlechtern gehörten die Freiherren von Wetzikon und die Herren von Kempten.
Das Gebiet gelangte im Verlauf des Spätmittelalters zunehmend unter den politischen Einfluss der Stadt Zürich. Die lokalen Herrschafts- und Gerichtsrechte blieben zunächst auf verschiedene adelige und kirchliche Besitzer verteilt.
Wahrscheinlich um 1330 wurde in Oberwetzikon eine erste Kirche eingeweiht. Die Kirchweihe fand der Überlieferung nach in zeitlicher Nähe zum Fest Maria Himmelfahrt statt. Daraus entwickelte sich die Wetziker Chilbi, die bis heute jeweils im August durchgeführt wird.[3]
Frühe Neuzeit
Während der frühen Neuzeit blieb das Gebiet hauptsächlich landwirtschaftlich geprägt. Neben dem Ackerbau und der Viehwirtschaft gewann die textile Heimarbeit an Bedeutung. Viele Familien betrieben Spinnerei und Weberei als zusätzlichen Erwerb.
Die einzelnen Dörfer und Weiler besassen eigene lokale Körperschaften und Allmenden. Robenhausen, Kempten, Oberwetzikon, Unterwetzikon, Ettenhausen und weitere Siedlungen entwickelten deshalb über lange Zeit eigenständige Strukturen. Diese historische Selbstständigkeit wirkt bis heute in den Quartieridentitäten fort.
Industrialisierung
Im 19. Jahrhundert entwickelte sich Wetzikon zu einem bedeutenden Industrieort. Die Textilproduktion, zunächst als Heimarbeit und später in mechanisierten Fabriken, bildete die Grundlage des wirtschaftlichen Aufschwungs. Entlang des Aabachs entstanden Spinnereien, Webereien, Färbereien und weitere Betriebe.
Die Industrialisierung führte zu einem starken Wandel der Siedlungs- und Sozialstruktur. Neben den alten Bauern- und Handwerkerhäusern entstanden Fabrikanlagen, Arbeiterwohnungen, Unternehmervillen und neue Geschäftsgebäude. Zu den erhaltenen Zeugen dieser Epoche gehören ehemalige Textilfabriken, Wasserkraftanlagen und die Villa Gubelmann mit ihrem Park.
1857 wurde die Eisenbahnverbindung von Zürich über Uster nach Wetzikon und Rapperswil eröffnet. Der Bahnhof wurde zwischen den damaligen Siedlungskernen angelegt. Rund um ihn entwickelte sich das neue, städtisch geprägte Unterwetzikon. Die Bahn verbesserte den Zugang zu Absatzmärkten und förderte die Ansiedlung weiterer Industrie- und Gewerbebetriebe.[5]
Entwicklung im 20. und 21. Jahrhundert
Im 20. Jahrhundert verlor die traditionelle Textilindustrie schrittweise an Bedeutung. An ihre Stelle traten Maschinenbau, Elektrotechnik, Baugewerbe, Handel, Gesundheitswesen und zahlreiche Dienstleistungsbetriebe. Gleichzeitig entstanden grossflächige Wohnquartiere, Schulen, Sportanlagen und Einkaufszentren.
Wetzikon entwickelte sich von einer Gruppe industriell geprägter Dörfer zu einem zusammenhängenden regionalen Zentrum. Die Bevölkerung wuchs besonders in den Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg und erneut seit dem Ende des 20. Jahrhunderts.
1970 wurde Hedi Lang als erste Frau in die damalige Wetziker Gemeindeexekutive gewählt. Später gehörte sie dem Nationalrat und dem Zürcher Regierungsrat an.
2012 beschlossen die Stimmberechtigten die Einführung eines Gemeindeparlaments und die Zusammenführung der Primarschulgemeinde mit der politischen Gemeinde. Das neue Parlament konstituierte sich am 12. Mai 2014. Mit der späteren Eingliederung der Sekundarschule entstand eine Einheitsgemeinde, in der die politische Gemeinde auch für die Volksschule verantwortlich ist.[3]
Bevölkerung
Wetzikon zählte Ende 2025 insgesamt 27'250 Einwohnerinnen und Einwohner. Aufgrund der guten Verkehrsverbindungen, des Arbeitsplatzangebots und der Nähe zu zahlreichen Naherholungsgebieten nahm die Bevölkerung über längere Zeit deutlich zu.[1]
Die Bevölkerungsstruktur ist durch die Funktion Wetzikons als regionales Zentrum geprägt. Neben alteingesessenen Familien leben zahlreiche Menschen in der Stadt, die aus anderen Gemeinden, Kantonen oder Ländern zugezogen sind. Die bauliche Entwicklung umfasst sowohl dichtere Wohngebiete in Bahnhofsnähe als auch Einfamilienhausquartiere und ländlich geprägte Siedlungen.
Amtssprache ist Deutsch. Im Alltag wird neben Schweizer Hochdeutsch überwiegend Zürichdeutsch gesprochen. Durch die vielfältige Herkunft der Bevölkerung sind zahlreiche weitere Sprachen verbreitet.
Politik
Gemeindeorganisation
Wetzikon ist als Parlamentsgemeinde organisiert. Die Stimmberechtigten entscheiden weiterhin an der Urne über bedeutende Sachgeschäfte, kommunale Erlasse, Kredite und Wahlen. Zusätzlich können die Instrumente der kommunalen Initiative und des Referendums genutzt werden.
Die Legislative ist das Parlament der Stadt Wetzikon. Die Exekutive bildet der Stadtrat. Die Schule ist organisatorisch in die politische Gemeinde eingegliedert.
Parlament
Das Stadtparlament besteht aus 36 Mitgliedern, die alle vier Jahre nach dem Proporzverfahren gewählt werden. Es konstituierte sich erstmals am 12. Mai 2014 und trug zunächst die Bezeichnung Grosser Gemeinderat. Heute wird das Organ offiziell als Parlament bezeichnet.
Zu seinen Aufgaben gehören die Beratung kommunaler Erlasse, die Genehmigung des Budgets, die Festsetzung des Steuerfusses, die Bewilligung grösserer Kredite sowie die politische Kontrolle des Stadtrats und der Verwaltung. Das Parlament kann mit parlamentarischen Vorstössen Aufträge erteilen, Auskünfte verlangen oder neue Regelungen anregen.
Die ordentlichen Sitzungen finden in der Regel monatlich im Stadthaus statt und sind öffentlich. Die 36 Mitglieder werden für jeweils vier Jahre gewählt.[6]
Stadtrat
Der Stadtrat ist die siebenköpfige Exekutive der Stadt. Seine Mitglieder werden von den Stimmberechtigten im Majorzverfahren gewählt. Das Stadtpräsidium wird ebenfalls direkt durch die Bevölkerung bestimmt.
Seit dem Beginn der Amtsperiode 2026–2030 ist Pascal Bassu von der Sozialdemokratischen Partei Stadtpräsident. Der Stadtrat ist in verschiedene Ressorts gegliedert, darunter Präsidiales und Stadtentwicklung, Finanzen, Gesellschaft und Soziales, Bildung, Hochbau, Tiefbau sowie Sicherheit und Sport.[7]
Wirtschaft
Wetzikon ist ein bedeutender Wirtschaftsstandort des Zürcher Oberlands. In der Stadt sind rund 1'800 Unternehmen mit etwa 14'000 Beschäftigten ansässig. Das wirtschaftliche Spektrum reicht von Industrie und Technologie über Baugewerbe und Detailhandel bis zu Bildung, Gesundheit und unternehmensnahen Dienstleistungen.[8]
Die frühere wirtschaftliche Dominanz der Textilindustrie ist heute noch an mehreren Fabrikgebäuden und Wasseranlagen erkennbar. Die moderne Wirtschaftsstruktur ist jedoch wesentlich breiter. Kleine und mittlere Unternehmen bilden einen grossen Teil der örtlichen Wirtschaft.
Wetzikon besitzt ein umfangreiches Einkaufs- und Dienstleistungsangebot, das auch von der Bevölkerung der umliegenden Gemeinden genutzt wird. Wichtige Geschäftsgebiete befinden sich rund um den Bahnhof, entlang der Bahnhofstrasse und im Zentrum von Oberwetzikon.
Eine wichtige Arbeitgeberin ist die Stadtverwaltung mit ihren Schulen, Versorgungsbetrieben und sozialen Einrichtungen. Auch das Gesundheitszentrum Zürcher Oberland und verschiedene Bildungsinstitutionen tragen zur regionalen Bedeutung des Arbeitsortes bei.
Verkehr
Öffentlicher Verkehr
Der Bahnhof Wetzikon ist ein bedeutender Eisenbahnknoten im Zürcher Oberland. Hier treffen die Bahnstrecken von Zürich und Uster nach Rapperswil sowie von Effretikon über Pfäffikon ZH nach Hinwil zusammen.
Mehrere Linien der S-Bahn Zürich verbinden Wetzikon direkt mit Zürich, Uster, Rapperswil, Hinwil, Pfäffikon und dem Raum Winterthur. Regional- und Ortsbuslinien erschliessen die Quartiere und verbinden die Stadt mit den Nachbargemeinden.
Der Bahnhof liegt zwischen Unterwetzikon und Oberwetzikon. Das umliegende Gebiet zählt zu den wichtigsten Entwicklungsräumen der Stadt. Mit dem Masterplan Stadtraum Bahnhof soll der Bereich langfristig zu einem besser vernetzten und attraktiveren Stadtteil umgestaltet werden.[9]
Strassenverkehr
Wetzikon liegt an mehreren wichtigen Kantonsstrassen, die das Zürcher Oberland mit Uster, Hinwil, Rapperswil, Pfäffikon und dem Zürichsee verbinden. Die zentrale Lage führt zu einem erheblichen Durchgangsverkehr, besonders in Oberwetzikon und im Bereich des Bahnhofs.
Die kommunale Verkehrsplanung verfolgt das Ziel, die Stadtzentren vom motorisierten Verkehr zu entlasten und den öffentlichen Verkehr sowie den Fuss- und Veloverkehr zu stärken. Gleichzeitig sollen die Erreichbarkeit der Wohnquartiere, der Gewerbegebiete und der regionalen Einrichtungen gesichert werden.[2]
Bildung
Wetzikon ist ein wichtiges Bildungszentrum des Zürcher Oberlands. Die kommunale Schule umfasst Kindergärten, Primarschulen und Sekundarschulen in mehreren Quartieren. Hinzu kommen sonderpädagogische und berufsvorbereitende Angebote.
Die Schule Wetzikon gehört mit rund 2'800 Kindern und Jugendlichen sowie mehr als 500 Lehr- und Fachpersonen zu den grössten Volksschulorganisationen im Zürcher Oberland.[10]
Von regionaler Bedeutung ist die Kantonsschule Zürcher Oberland, die 1955 gegründet wurde. Sie führt ein Lang- und Kurzgymnasium mit verschiedenen Maturitätsprofilen und wird von Schülerinnen und Schülern aus einem grossen Einzugsgebiet besucht.[11]
Weitere Bildungsangebote bestehen im Bereich der Berufsbildung, der Berufsvorbereitung und der Erwachsenenbildung. Die Regionalbibliothek Wetzikon dient als öffentliches Bildungs- und Kulturzentrum.
Gesundheitswesen
Wetzikon bildet ein regionales Zentrum der medizinischen Versorgung. Das GZO Spital Wetzikon ist ein regionales Schwerpunktspital mit universitärem Lehrauftrag. Es versorgt einen grossen Teil der Bevölkerung des Zürcher Oberlands und wird von mehreren Gemeinden der Region getragen.[12]
Neben dem Spital bestehen zahlreiche Arztpraxen, therapeutische Einrichtungen, Alters- und Pflegeangebote sowie soziale Beratungsstellen. Das Pflegezentrum Wildbach gehört zu den bedeutenden kommunalen Einrichtungen für ältere Menschen.
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Reformierte Kirche
Die reformierte Kirche in Oberwetzikon steht an erhöhter Lage und gehört zu den markantesten Bauwerken der Stadt. Ein erster Kirchenbau entstand wahrscheinlich im 14. Jahrhundert. Die heutige Kirche prägt gemeinsam mit dem historischen Dorfkern das Zentrum von Oberwetzikon.
Katholische Franziskuskirche
Die katholische Franziskuskirche wurde 1923 und 1924 auf dem westlichen Ausläufer des Guldisloo errichtet. Ihre erhöhte Lage macht sie zu einem weithin sichtbaren Bestandteil des Stadtbilds.[13]
Museum Wetzikon
Das Museum Wetzikon befindet sich an der Farbstrasse. Es dokumentiert die Geschichte der Stadt von der Jungsteinzeit bis in die Gegenwart. Einen besonderen Schwerpunkt bildet die archäologische Sammlung aus der Pfahlbausiedlung Robenhausen.
Weitere Sammlungsschwerpunkte sind die Landwirtschaft, die Textilindustrie, das Handwerk, die Wohnkultur und die Entwicklung der einzelnen Quartiere. Das Archiv Ortsgeschichte sammelt Fotografien, Dokumente, Filme, Bücher und weitere Zeugnisse des lokalen Lebens.[14]
Schloss und historische Ortskerne
Das Schloss Wetzikon erinnert an die mittelalterlichen Herrschaftsverhältnisse. Neben dem Schlossgebiet besitzen die alten Dorfkerne von Kempten, Robenhausen, Oberwetzikon, Ettenhausen und Robank historische Bauernhäuser, Flarzbauten und ehemalige Gewerbebauten.
Die industrielle Vergangenheit ist besonders entlang der früheren Wasserläufe und Fabrikkanäle sichtbar. Ehemalige Spinnereien, Fabrikantenvillen und Arbeiterhäuser bilden charakteristische Bestandteile des Wetziker Ortsbilds.
Wetziker Chilbi
Die Wetziker Chilbi findet traditionsgemäss im August statt. Sie geht auf die mittelalterliche Kirchweihe zurück und gilt als grösste Landchilbi des Kantons Zürich. Zum Angebot gehören Fahrgeschäfte, Spielbuden, Marktstände, Festwirtschaften und kulturelle Veranstaltungen.[15]
Ein weiterer bedeutender Anlass ist die Züri Oberland Mäss, die regionale Unternehmen, Gewerbebetriebe, Organisationen und die Bevölkerung zusammenführt.
Freizeit und Sport
Wetzikon verfügt über zahlreiche Sportvereine und Freizeitanlagen. Zu den wichtigsten Einrichtungen gehören das Schwimmbad Meierwiesen, die Kunsteisbahn, Fussballplätze, Turnhallen und weitere kommunale Sportanlagen.
Der Pfäffikersee und das Robenhauserriet sind beliebte Ziele für Spaziergänge, Naturbeobachtungen und Velotouren. Der See selbst kann an geeigneten Stellen zum Baden und für verschiedene Wassersportarten genutzt werden. Das Strandbad Auslikon liegt am gegenüberliegenden Seeufer in der Gemeinde Pfäffikon.
Wanderwege führen von Wetzikon in das Chämptnertobel, zum Rosinli, auf den Bachtel und in weitere Gebiete des Zürcher Oberlands. Die Verbindung von städtischer Infrastruktur und schnell erreichbaren Naturräumen gehört zu den charakteristischen Merkmalen Wetzikons.
Wappen
Das Wappen von Wetzikon zeigt auf goldenem Grund drei grüne Leuchter mit roten Flammen. Seine Farben und Motive gehen auf die mittelalterlichen Freiherren von Wetzikon und die Familie von Landenberg zurück.
Die drei brennenden Lichter werden traditionell als Sinnbild des ewigen Lichts des christlichen Glaubens gedeutet. Schwarz und Gold entsprechen den historischen Schildfarben der Freiherren von Wetzikon.[3]
Persönlichkeiten
In Wetzikon geboren
- Hans Georg Nägeli (1773–1836), Musikpädagoge, Komponist und Verleger
- Heinrich Leuthold (1827–1879), Dichter und Übersetzer
Mit Wetzikon verbunden
- Jakob Messikommer (1828–1917), Landwirt und Altertumsforscher, Entdecker der Pfahlbausiedlung Robenhausen
- Hedi Lang (1931–2004), Politikerin und erste Frau in der Wetziker Gemeindeexekutive
- Johannes Schmidlin (1722–1772), Pfarrer, Komponist und Förderer des Chorgesangs
Siehe auch
- Bezirk Hinwil
- Zürcher Oberland
- Pfäffikersee
- Prähistorische Pfahlbauten um die Alpen
- Liste der Gemeinden des Kantons Zürich
- Kanton Zürich
Literatur
- Hansruedi Galliker: Wetzikon – vom Bauerndorf zum Regionalzentrum. Stadt Wetzikon, Wetzikon.
- Beat Frei: Wetzikon – eine Geschichte. Wetzikon.
- Jakob Messikommer: Veröffentlichungen und Berichte über die Pfahlbauten von Robenhausen.
- Stadt Wetzikon: Wetzikon 2050 – Räumliches Entwicklungskonzept. Wetzikon 2026.
Weblinks
- Offizielle Website der Stadt Wetzikon
- Wetzipedia – Online-Ortschronik von Wetzikon
- Kantonsschule Zürcher Oberland
- GZO Spital Wetzikon
- UNESCO-Welterbe Prähistorische Pfahlbauten um die Alpen
Einzelnachweise
- ↑ 1,0 1,1 1,2 Zahlen und Fakten. In: Stadt Wetzikon. Abgerufen am 2026-07-23.
- ↑ 2,0 2,1 Stadtrat verabschiedet Räumliches Entwicklungskonzept Wetzikon 2050 und Gesamtverkehrskonzept. In: Stadt Wetzikon. 2026-04-23. Abgerufen am 2026-07-23.
- ↑ 3,0 3,1 3,2 3,3 Geschichte und Wetzipedia. In: Stadt Wetzikon. Abgerufen am 2026-07-23.
- ↑ Prehistoric Pile Dwellings around the Alps. In: UNESCO World Heritage Centre(en). Abgerufen am 2026-07-23.
- ↑ Gutachten zur Abklärung der Schutzwürdigkeit Rapperswilerstrasse 4 und 6. In: Stadt Wetzikon. 2026. Abgerufen am 2026-07-23.
- ↑ Parlament. In: Stadt Wetzikon. Abgerufen am 2026-07-23.
- ↑ Stadtrat. In: Stadt Wetzikon. Abgerufen am 2026-07-23.
- ↑ Wirtschaftsförderung. In: Stadt Wetzikon. Abgerufen am 2026-07-23.
- ↑ Verpflichtungskredit Masterplan Stadtraum Bahnhof Wetzikon angenommen. In: Stadt Wetzikon. 2026-03-08. Abgerufen am 2026-07-23.
- ↑ Abteilung Bildung. In: Stadt Wetzikon. Abgerufen am 2026-07-23.
- ↑ Porträt der Kantonsschule Zürcher Oberland. In: Kantonsschule Zürcher Oberland. Abgerufen am 2026-07-23.
- ↑ Organisation des GZO Spitals Wetzikon. In: Gesundheitszentrum Zürcher Oberland. Abgerufen am 2026-07-23.
- ↑ Kirchen und Glaubensgemeinschaften. In: Stadt Wetzikon. Abgerufen am 2026-07-23.
- ↑ Museum Wetzikon. In: Stadt Wetzikon. Abgerufen am 2026-07-23.
- ↑ Wetziker Chilbi. In: Stadt Wetzikon. Abgerufen am 2026-07-23.