Seegräben
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Seegräben |
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Gemeindedaten |
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Staat |
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Kanton |
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Bezirk |
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BFS-Nummer |
0119 |
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Postleitzahl |
8607 |
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Koordinaten |
47.34361° N, 8.77222° E |
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Höhe |
536 m ü. M. |
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Fläche |
3.75 km² |
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Einwohner |
1467
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Website |
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Seegräben ist eine politische Gemeinde im Bezirk Hinwil des Kantons Zürich in der Schweiz. Sie liegt im Zürcher Oberland am südwestlichen Ufer des Pfäffikersees zwischen den Städten Uster und Wetzikon. Zur Gemeinde gehören das Kirchdorf Seegräben, der industriell geprägte Ortsteil Aathal, die Siedlung Sack sowie mehrere kleinere Weiler und Höfe.
Seegräben gehört mit einer Fläche von 3,75 Quadratkilometern zu den kleineren Zürcher Gemeinden. Das Gemeindegebiet ist dennoch landschaftlich und siedlungsgeschichtlich vielfältig: Am Pfäffikersee befinden sich geschützte Riedlandschaften, das Dorf Seegräben liegt auf einer Anhöhe über dem See, und im tief eingeschnittenen Aathal stehen bedeutende ehemalige Textilfabriken. Zu den überregional bekannten Einrichtungen gehören das Sauriermuseum Aathal und der Juckerhof.
Ende 2025 zählte die Gemeinde 1467 Einwohnerinnen und Einwohner.[1]
Geographie
Seegräben liegt am südwestlichen Ende des Pfäffikersees. Das Gemeindegebiet erstreckt sich vom Seeufer und den angrenzenden Riedflächen über die Moränenhügel bei Seegräben und Sack bis in das Tal des Aabachs bei Aathal.
An Seegräben grenzen die Gemeinden Pfäffikon, Wetzikon, Uster und Gossau. Der Pfäffikersee bildet einen Teil der nordöstlichen Gemeindegrenze.
Die Landschaft wurde während der letzten Eiszeit durch den Linthgletscher geprägt. Nach dessen Rückzug blieben Moränen, Schotterablagerungen und feuchte Senken zurück. Das Dorf Seegräben und mehrere kleinere Siedlungen liegen auf den erhöhten Moränenzügen, während das Aathal durch den Aabach tief in die eiszeitlichen Ablagerungen eingeschnitten wurde.
Ein grosser Teil des Gemeindegebiets wird landwirtschaftlich genutzt. Weitere bedeutende Flächen entfallen auf Wald, Gewässer, Riedgebiete, Siedlungen und Verkehrswege. Die geringe Fläche und die Nähe zu Uster und Wetzikon führen zu einem anhaltenden Nutzungsdruck auf die noch unbebauten Gebiete.
Pfäffikersee und Riedlandschaft
Der Pfäffikersee ist das wichtigste natürliche Landschaftselement der Gemeinde. Das flache Ufer ist von ausgedehnten Schilf-, Moor- und Riedflächen umgeben. Diese Landschaften bieten Lebensräume für zahlreiche Vogelarten, Amphibien, Insekten und seltene Pflanzen.
See und Ried stehen unter Schutz und gehören zu den bedeutendsten Naturräumen des Zürcher Oberlands. Rund um den Pfäffikersee führt ein viel genutzter Wanderweg. Vom Dorf Seegräben aus bestehen mehrere Zugänge zum Seeufer und zur geschützten Landschaft.
Das Robenhauserried liegt teilweise auf dem Gebiet von Seegräben und teilweise auf dem Gebiet von Wetzikon. Es besitzt sowohl naturkundliche als auch archäologische Bedeutung. Im 19. Jahrhundert wurden dort Spuren prähistorischer Siedlungen untersucht.
Aathal
Aathal liegt im engen Tal des Aabachs zwischen Uster und Wetzikon. Das Gelände fällt hier deutlich steiler ab als in den übrigen Teilen der Gemeinde. Der Aabach lieferte während der Industrialisierung die Wasserkraft für mehrere Spinnereien und andere Betriebe.
An den Hängen treten eiszeitliche Schotter- und Nagelfluhablagerungen zutage. Durch Erosion entstanden kleinere Höhlen und überhängende Felsbereiche. Zu den bekanntesten gehört die sogenannte Franzosenhöhle.
Das Tal wird von der Hauptstrasse, der Bahnstrecke und dem Aabach durchzogen. Trotz der engen räumlichen Verhältnisse befinden sich dort ehemalige Fabrikanlagen, Gewerbebetriebe, Wohnhäuser und das Sauriermuseum Aathal.
Ortsteile und Siedlungen
Die Gemeinde besteht aus mehreren räumlich voneinander getrennten Siedlungen:
- Seegräben ist das historische Kirchdorf und politische Zentrum. Es liegt auf einer Anhöhe über dem Pfäffikersee.
- Aathal liegt im Tal des Aabachs und wurde im 19. und 20. Jahrhundert durch die Textilindustrie geprägt.
- Sack befindet sich westlich des Aathals auf einer erhöhten Geländeterrasse.
- Ottenhausen ist ein landwirtschaftlich geprägter Weiler südlich des Dorfes.
- Aretshalden liegt im südlichen Teil des Gemeindegebiets.
- Steinberg und Wagenburg umfassen kleinere Siedlungen und Einzelhöfe.
Zwischen Seegräben und Sack liegt das tief eingeschnittene Aathal. Diese Topografie erschwert direkte Fuss- und Veloverbindungen zwischen den Ortsteilen. In der kommunalen und regionalen Planung wird deshalb eine bessere Verbindung über das Tal angestrebt.
Geschichte
Ur- und Frühgeschichte
Die Geschichte der Besiedlung reicht bis in die Jungsteinzeit zurück. Auf dem Gemeindegebiet wurden einzelne steinzeitliche Gegenstände gefunden. Besonders bedeutsam sind die Siedlungsspuren im Gebiet des Robenhauserrieds und am Pfäffikersee.
Der Wetziker Landwirt und Altertumsforscher Jakob Messikommer untersuchte ab 1858 die prähistorischen Siedlungsreste im Robenhauserried. Seine Arbeiten gehörten zu den frühen systematischen Untersuchungen der sogenannten Pfahlbausiedlungen in der Schweiz.
Zu den charakteristischen Fundgegenständen gehörten Werkzeuge, Keramik, Holzreste und Einbäume. Ein Einbaum ist ein Wasserfahrzeug, das aus einem einzigen Baumstamm herausgearbeitet wird. Aufgrund der archäologischen Bedeutung dieses Bootstyps wurde ein Einbaum in das Gemeindewappen aufgenommen.[2]
Auch aus der Bronzezeit, der Eisenzeit und der römischen Epoche sind Spuren menschlicher Anwesenheit bekannt. In der Nähe von Ottenhausen wird eine römische Siedlungsstelle beziehungsweise ein Gutshof vermutet.
Mittelalter
Seegräben wurde 1219 erstmals als «Segrebre» urkundlich erwähnt.[3] Der Ortsname wird meist als Hinweis auf Gräben oder Geländeeinschnitte in der Nähe des Sees gedeutet.
Im Mittelalter gehörten Güter und Rechte in Seegräben verschiedenen geistlichen und weltlichen Grundherren. Zu ihnen zählten das Kloster St. Gallen, das Kloster Einsiedeln und regionale Adelsfamilien.
Seegräben war Teil der Herrschaft Grüningen. Diese gelangte im 15. Jahrhundert an die Stadt Zürich und wurde als Landvogtei verwaltet. Die Zürcher Landvögte übten die hohe Gerichtsbarkeit aus und überwachten die politische und wirtschaftliche Ordnung.
Die Bevölkerung lebte hauptsächlich von Ackerbau, Viehhaltung, Fischfang und der Nutzung der Wälder. Die feuchten Böden in Seenähe waren nur eingeschränkt landwirtschaftlich nutzbar, boten jedoch Streue, Torf und Weideflächen.
Reformation und Kirche
Seegräben gehörte kirchlich ursprünglich zur Pfarrei Uster. Eine Kapelle beziehungsweise Kirche ist seit dem Mittelalter belegt. Mit der Reformation im Zürcher Herrschaftsgebiet wurde die Bevölkerung in den 1520er-Jahren reformiert.
Die heutige reformierte Kirche steht im historischen Dorfkern in unmittelbarer Nähe zum Pfäffikersee. Der Bau wurde im Laufe der Jahrhunderte mehrfach verändert. Die Kirche und die umliegenden Häuser bilden ein charakteristisches Ensemble, das das Ortsbild von Seegräben prägt.
Kirche, Schule und Armenfürsorge waren während der frühen Neuzeit eng miteinander verbunden. Der Pfarrer und die kirchlichen Behörden übernahmen neben religiösen auch soziale und bildungspolitische Aufgaben.
Politische Gemeinde
Nach dem Ende der Alten Eidgenossenschaft wurde Seegräben 1798 in die neuen Verwaltungsstrukturen der Helvetischen Republik eingegliedert. Die feudalen und grundherrschaftlichen Rechte wurden aufgehoben.
Mit der kantonalen Neuordnung des 19. Jahrhunderts entstand die moderne politische Gemeinde. Seegräben gehört seither zum Bezirk Hinwil.
Die heutige Gemeinde setzte sich aus mehreren früher teilweise selbständig organisierten Siedlungen und Zivilgemeinden zusammen. Ottenhausen gehörte bis 1874 zur Gemeinde Pfäffikon und wurde danach Seegräben zugeteilt.
Landwirtschaft und Heimarbeit
Bis ins 19. Jahrhundert war Seegräben überwiegend landwirtschaftlich geprägt. Die Bauern betrieben Ackerbau, Viehhaltung und Milchwirtschaft. Obstbau und die Nutzung der Riedflächen ergänzten die landwirtschaftliche Produktion.
Viele Familien verdienten seit dem 18. Jahrhundert zusätzliches Einkommen mit Heimarbeit für die Zürcher Textilindustrie. Baumwolle und andere Fasern wurden in privaten Wohnhäusern gesponnen oder verwoben.
Die Heimarbeit war von städtischen Kaufleuten und Verlegern abhängig. Diese lieferten das Rohmaterial und übernahmen die fertigen Erzeugnisse. Mit der Mechanisierung der Textilproduktion verlor die Heimarbeit im 19. Jahrhundert rasch an Bedeutung.
Industrialisierung des Aathals
Die Industrialisierung veränderte die Gemeinde grundlegend. Der Aabach bot im Aathal günstige Voraussetzungen für den Betrieb mechanischer Anlagen. Im 19. Jahrhundert entstanden mehrere Baumwollspinnereien und andere Textilbetriebe.
Die Fabriken nutzten zunächst Wasserräder und später Turbinen. Die Energie des Aabachs wurde über Kanäle, Wehre und Weiher zu den Produktionsanlagen geleitet. Fabrikgebäude, Arbeiterhäuser und technische Anlagen prägten das Tal.
Mit der Eröffnung der Bahnlinie durch das Aathal verbesserten sich die Transportmöglichkeiten. Rohbaumwolle, Kohle, Maschinen und fertige Garne konnten rascher befördert werden. Die Zahl der Arbeitsplätze stieg, und auswärtige Arbeitskräfte zogen in die Region.
Zu den bedeutenden Unternehmen gehörte die Spinnerei Streiff. Sie entwickelte sich zu einem wichtigen Arbeitgeber und blieb bis ins 21. Jahrhundert ein sichtbares Zeugnis der Textilindustrie im Zürcher Oberland.
Die Industrialisierung führte dazu, dass die Bevölkerungszahl Seegräbens im 19. Jahrhundert zeitweise stark zunahm. Das wirtschaftliche Zentrum der Gemeinde verlagerte sich teilweise vom bäuerlichen Kirchdorf in das Aathal.
Niedergang der Textilindustrie
Im 20. Jahrhundert geriet die Schweizer Textilindustrie zunehmend unter internationalen Wettbewerbsdruck. Zahlreiche Betriebe schlossen, reduzierten ihre Produktion oder verlagerten sie ins Ausland.
Auch im Aathal gingen Arbeitsplätze verloren. Die letzte grosse Spinnerei stellte ihren Betrieb ein. Die ehemaligen Fabrikgebäude wurden anschliessend für Gewerbe, Handel, Lager, Kultur und Freizeitangebote umgenutzt.
Die gut erhaltenen Industrieanlagen gelten heute als bedeutende Zeugnisse der wirtschaftlichen Entwicklung des Zürcher Oberlands. Ein Abschnitt des Industriepfads Zürcher Oberland führt durch das Aathal und erläutert die Geschichte der Wasserwirtschaft, der Fabriken und der Arbeiterwohngebäude.
Bevölkerung
Die Bevölkerungsentwicklung wurde im 19. Jahrhundert von der Textilindustrie und im 20. Jahrhundert zunehmend von der Entwicklung zur Wohngemeinde beeinflusst.
| Jahr | Einwohner |
|---|---|
| 1467 | etwa 65 |
| 1738 | 151 |
| 1836 | 484 |
| 1850 | 379 |
| 1900 | 780 |
| 1950 | 819 |
| 2000 | 1279 |
| 2020 | 1409 |
| 2024 | 1447 |
| 2025 | 1467 |
Die Einwohnerzahl blieb im Vergleich zu den benachbarten Städten Uster und Wetzikon gering. Gründe dafür sind die kleine Gemeindefläche, die geschützten Landschaftsräume und die begrenzten Baulandreserven.
Die Alltagssprache ist überwiegend Schweizerdeutsch. Verwaltung und Schule verwenden Schweizer Hochdeutsch.
Politik und Verwaltung
Seegräben ist eine politische Gemeinde nach dem Recht des Kantons Zürich. Das oberste kommunale Organ bildet die Gemeindeversammlung. Die Stimmberechtigten entscheiden dort unter anderem über das Budget, die Jahresrechnung, kommunale Erlasse und grössere Sachgeschäfte.
Die ausführende Behörde ist der Gemeinderat. Er leitet die Gemeinde und erfüllt die von Bund und Kanton übertragenen Aufgaben. Aufgrund der kleinen Bevölkerungszahl arbeitet Seegräben bei zahlreichen öffentlichen Leistungen mit Nachbargemeinden und regionalen Organisationen zusammen.
Die Gemeindeverwaltung befindet sich an der Rutschbergstrasse 10 in Aathal-Seegräben.[4]
Zu den Aufgabenbereichen der Verwaltung gehören Einwohnerdienste, Finanzen, Steuern, Bauwesen, Sicherheit und soziale Angelegenheiten. Neben dem Gemeinderat bestehen eine Rechnungsprüfungskommission, Schulbehörden und weitere kommunale Gremien.
Wappen
Das Gemeindewappen ist geteilt. Im oberen blauen Feld befindet sich ein silberner Einbaum. Das untere Feld ist von Gold und Blau geständert.
Der Einbaum verweist auf die prähistorischen Siedlungsfunde am Pfäffikersee und im Robenhauserried. Er wurde zum Symbol für die frühe Besiedlung der Region und die archäologische Forschung des 19. Jahrhunderts.
Die goldenen und blauen Flächen im unteren Teil stehen in der Tradition älterer lokaler Wappendarstellungen. Das Wappen wurde im 20. Jahrhundert in seiner heutigen Form festgelegt.
Wirtschaft
Die lokale Wirtschaft wird durch Landwirtschaft, Gewerbe, Handel, Gastronomie, Tourismus und Freizeitbetriebe geprägt. Grössere Unternehmen und Geschäfte befinden sich vor allem in den ehemaligen Industriegebäuden im Aathal.
Die Landwirtschaft besitzt weiterhin eine sichtbare Bedeutung. Bauernhöfe betreiben Ackerbau, Viehhaltung, Obst- und Gemüsebau. Einige Betriebe verbinden die landwirtschaftliche Produktion mit Hofläden, Gastronomie und touristischen Angeboten.
Viele Einwohnerinnen und Einwohner arbeiten ausserhalb der Gemeinde. Wichtige Pendlerziele sind Uster, Wetzikon, Zürich, Dübendorf und weitere Gemeinden des Zürcher Oberlands und des Glattals.
Juckerhof
Der Juckerhof liegt im Dorfzentrum von Seegräben unmittelbar neben der reformierten Kirche. Die Familie Jucker übernahm den Hof zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Später entwickelte sich daraus ein schweizweit bekanntes Landwirtschafts- und Erlebnisunternehmen.[5]
Bekannt wurde der Betrieb insbesondere durch seine Kürbisausstellungen. Seit den späten 1990er-Jahren wurden auf dem Hof während der Herbstmonate grosse Figuren und Installationen aus Kürbissen gezeigt. Das Angebot zog zeitweise mehrere hunderttausend Besucherinnen und Besucher an.
Neben den Ausstellungen betreibt der Juckerhof einen Hofladen, Gastronomie, Veranstaltungsangebote und landwirtschaftliche Produktion. Das Unternehmen bewirtschaftet ausserdem weitere Höfe in der Schweiz.
Die grosse Zahl der Gäste führte wiederholt zu Verkehrsproblemen und Konflikten über Parkplätze, Lärm, Veranstaltungen und die Belastung des Dorfzentrums. Gemeinde und Betrieb entwickelten deshalb Regelungen zur Verkehrslenkung und zur Begrenzung einzelner Angebote.
Verkehr
Eisenbahn
Der Bahnhof Aathal liegt an der Bahnstrecke zwischen Uster und Wetzikon. Er wird von Zügen der S-Bahn Zürich bedient.
Direkte beziehungsweise umsteigefreie Verbindungen bestehen je nach Fahrplan in Richtung Uster, Zürich, Wetzikon, Hinwil und Rapperswil. Der Bahnhof erschliesst insbesondere den Ortsteil Aathal, das Sauriermuseum und die ehemaligen Industriegebiete.
Das Dorf Seegräben liegt auf einer Anhöhe über dem Bahnhof. Der Fussweg zwischen Bahnhof und Dorf führt durch beziehungsweise entlang des steilen Geländes des Aathals.
Busverkehr
Eine saisonale beziehungsweise zeitweise angebotene Busverbindung erschliesst das Dorf Seegräben von Uster aus. Sie dient insbesondere dem Freizeitverkehr zum Pfäffikersee und zum Juckerhof.
Weitere regionale Busverbindungen verkehren in den benachbarten Gemeinden. Aufgrund der kleinen Gemeindefläche und der verstreuten Siedlungen besitzt der individuelle Strassenverkehr weiterhin eine grosse Bedeutung.
Strassen und Langsamverkehr
Die Hauptstrasse durch das Aathal verbindet Uster mit Wetzikon. Von ihr zweigen Strassen nach Seegräben, Sack, Ottenhausen und in weitere Ortsteile ab.
An Wochenenden und während grösserer Veranstaltungen kann es im Dorf Seegräben zu hohem Verkehrsaufkommen kommen. Die Gemeinde fördert deshalb die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln sowie den Fuss- und Veloverkehr.
Der Rundweg um den Pfäffikersee gehört zu den beliebtesten Spazier- und Velorouten der Region. Weitere Wege verbinden Seegräben mit Uster, Wetzikon, Pfäffikon und Gossau.
Bildung
Seegräben verfügt über Kindergarten- und Primarschulangebote. Das Schulwesen wird von der Gemeinde beziehungsweise von den zuständigen Schulbehörden organisiert.
Der Bau eigener Schulhäuser war im 19. Jahrhundert eine wichtige kommunale Aufgabe. Das Schulhaus in der Leumatt verbesserte ab 1881 insbesondere den Schulweg der Kinder aus Aathal und Sack.
Für die Sekundarschule und weiterführende Bildungsangebote arbeitet Seegräben mit umliegenden Gemeinden zusammen. Mittelschulen, Berufsfachschulen und höhere Schulen befinden sich insbesondere in Uster, Wetzikon und Zürich.
Reformierte Kirche
Die reformierte Kirche Seegräben steht am Rand des historischen Dorfkerns oberhalb des Pfäffikersees. Zusammen mit den umliegenden Bauernhäusern und dem Juckerhof prägt sie das Ortsbild.
Der Bau besitzt mittelalterliche Ursprünge und wurde im Lauf der Jahrhunderte mehrfach umgebaut. Das Kircheninnere ist schlicht gestaltet und entspricht der reformierten Tradition des Kantons Zürich.
Die Kirche dient neben Gottesdiensten auch als Veranstaltungsort für Konzerte. Regelmässige Orgel- und Kammermusikveranstaltungen tragen zum kulturellen Leben der Gemeinde bei.
Sauriermuseum Aathal
Das Sauriermuseum Aathal befindet sich in einem ehemaligen Fabrikgebäude im Aathal. Es wurde 1992 eröffnet und entwickelte sich zu einem der bekanntesten privaten naturkundlichen Museen der Schweiz.
Die Ausstellung zeigt Originalskelette, Fossilien, Rekonstruktionen und Modelle von Dinosauriern und anderen prähistorischen Tieren. Ein Schwerpunkt liegt auf Funden aus Nordamerika.
Das Museum zieht jährlich zahlreiche Besucherinnen und Besucher an und gehört zu den wichtigsten touristischen Einrichtungen des Zürcher Oberlands. Seine Lage in einem ehemaligen Industriegebäude verbindet die Industriegeschichte des Aathals mit einem modernen Freizeit- und Bildungsangebot.
Ortsbild und Baudenkmäler
Das historische Dorf Seegräben weist ein gut erhaltenes Ortsbild auf. Die Kirche, traditionelle Bauernhäuser, Scheunen und Gärten bilden ein geschlossen wirkendes Ensemble oberhalb des Pfäffikersees.
Mehrere Gebäude stehen unter kommunalem oder kantonalem Schutz. Das Dorf gilt als typisches Beispiel einer ländlichen Siedlung des Zürcher Oberlands.
Im Aathal sind zahlreiche Fabrik-, Verwaltungs- und Wohngebäude aus der Zeit der Textilindustrie erhalten. Dazu kommen Kanäle, Wehre und weitere Anlagen der früheren Wasserkraftnutzung.
Die ehemaligen Industrieanlagen stehen teilweise unter Denkmalschutz. Ihre Umnutzung stellt die Gemeinde vor die Aufgabe, historische Bausubstanz, neue Arbeitsplätze, Wohnnutzung und Verkehr miteinander zu vereinbaren.
Naturzentrum Pfäffikersee
Das Naturzentrum Pfäffikersee informiert über die Landschaft, Tierwelt und Geschichte des Schutzgebiets. Es befindet sich in der Nähe des Seeufers und dient als Ausgangspunkt für Naturbeobachtungen und Führungen.
Ausstellungen und Veranstaltungen vermitteln Wissen über Moorlandschaften, Wasservögel, Amphibien, Pflanzen und den Schutz empfindlicher Lebensräume.
Das Zentrum arbeitet mit Gemeinden, Naturschutzorganisationen und kantonalen Stellen zusammen. Es trägt dazu bei, die hohe Zahl der Erholungssuchenden mit den Anforderungen des Naturschutzes zu vereinbaren.
Kultur und Veranstaltungen
Das gesellschaftliche Leben wird von Vereinen, Kirche, Schule, Landwirtschaftsbetrieben und lokalen Organisationen getragen. Veranstaltungen finden im Dorf, in Aathal und an verschiedenen Orten rund um den Pfäffikersee statt.
Zu den traditionellen Anlässen gehören lokale Feste, Konzerte und Märkte. Der Weihnachtsmarkt «Winterzauber» wird im historischen Dorfzentrum durchgeführt.
Die Kürbiszeit auf dem Juckerhof gehört zu den bekanntesten saisonalen Veranstaltungen. Wegen der grossen Besucherzahlen wird sie durch besondere Verkehrs- und Betriebskonzepte begleitet.
Seit 1978 erscheint der Seegräbner Bote. Die lokale Publikation informiert über Gemeindepolitik, Schule, Vereine, Veranstaltungen und das gesellschaftliche Leben.
Herausforderungen der Gemeindeentwicklung
Seegräben liegt in einer wachstumsstarken Region zwischen Uster und Wetzikon. Gleichzeitig begrenzen die kleine Fläche, der Natur- und Landschaftsschutz sowie die topografischen Verhältnisse die bauliche Entwicklung.
Neue Wohnungen und Arbeitsplätze sollen deshalb vorwiegend innerhalb der bestehenden Siedlungsgebiete entstehen. Besonders wichtig ist die sorgfältige Umnutzung ehemaliger Industrieareale im Aathal.
Weitere Herausforderungen sind der Schutz des Pfäffikersees, die Bewältigung des Freizeitverkehrs und die sichere Verbindung der Ortsteile. Die Gemeinde muss zudem ihre Infrastruktur trotz geringer Einwohnerzahl an steigende gesetzliche und administrative Anforderungen anpassen.
Persönlichkeiten
- Heinrich Berchtold (1844–1907), Unternehmer und Politiker
- Edwin Messikommer (1891–1983), Naturforscher und Algenspezialist
- Bruno Boesch (1911–1981), Germanist und Hochschullehrer
- Jakob Messikommer (1828–1917), Landwirt und Pfahlbauforscher, wirkte im benachbarten Robenhausen und untersuchte Fundstellen im Ried
Literatur
- Peter Niederhäuser: Kelten, Kürbisse und Klosterdorf. 800 Jahre Seegräben. Chronos Verlag, Zürich 2019.
- Edwin Messikommer: Geschichte der Gemeinde Seegräben. NZN Buchverlag, Zürich 1973.
- Hans-Peter Bärtschi: 100 Jahre Spinnerei Streiff AG, Aathal, 1901–2001. Spinnerei Streiff AG, Aathal 2001.
- Hermann Fietz: Die Kunstdenkmäler des Kantons Zürich. Band II: Die Bezirke Bülach, Dielsdorf, Hinwil, Horgen und Meilen. Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte, Basel 1943.
- Natalie Streiff: Faser zu Faden. Die Produktion von Baumwollgarn in der letzten Spinnerei des Zürcher Oberlandes. Spinnerei Streiff AG, Seegräben 2010.
Siehe auch
- Pfäffikersee
- Aathal
- Sauriermuseum Aathal
- Zürcher Oberland
- Bezirk Hinwil
- Liste der Gemeinden des Kantons Zürich
Weblinks
- Offizielle Website der Gemeinde Seegräben
- Sauriermuseum Aathal
- Naturzentrum Pfäffikersee
- Jucker Farm
Einzelnachweise
- ↑ Zahlen und Fakten. Hrsg.: Gemeinde Seegräben. Abgerufen am 2026-07-26.
- ↑ Geschichte der Gemeinde Seegräben. Hrsg.: Gemeinde Seegräben. Abgerufen am 2026-07-26.
- ↑ Ueli Müller: Seegräben. In: Historisches Lexikon der Schweiz. 2011-11-17. Abgerufen am 2026-07-26.
- ↑ Gemeinde Seegräben. Hrsg.: Gemeinde Seegräben. Abgerufen am 2026-07-26.
- ↑ Über uns. Hrsg.: Jucker Farm AG. Abgerufen am 2026-07-26.
Wikimedia Commons: Medien zu Seegräben