Maschwanden
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Maschwanden |
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Maschwanden mit Blick in Richtung Lindenberg
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Gemeindedaten |
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Staat |
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Kanton |
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Region |
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Bezirk |
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BFS-Nummer |
0008 |
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Postleitzahl |
8933 |
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Koordinaten |
47.235825° N, 8.427783° E |
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Höhe |
409 m ü. M. |
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Fläche |
4,67 km² |
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Einwohner |
667
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Website |
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Maschwanden ist eine politische Gemeinde im Bezirk Affoltern des Kantons Zürich in der Schweiz. Sie liegt im äussersten Südwesten des Kantons am Rand der Reussebene und gehört zur Region Knonaueramt, die umgangssprachlich auch Säuliamt genannt wird.
Die Gemeinde zählte Ende 2025 insgesamt 667 Einwohnerinnen und Einwohner und ist damit die bevölkerungsmässig kleinste Gemeinde des Bezirks Affoltern. Ihre Fläche beträgt 4,67 km².[1]
Maschwanden besitzt ein weitgehend erhaltenes bäuerliches Ortsbild mit zahlreichen historischen Bauernhäusern, dem ehemaligen Untervogthaus, dem Pfarrhaus und der reformierten Kirche aus dem frühen 16. Jahrhundert. Das Dorf ist im Bundesinventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz von nationaler Bedeutung verzeichnet.[2]
Die Landwirtschaft prägt Landschaft und Siedlungsstruktur bis heute. Das kommunale Leitbild wird häufig mit dem Satz «Wir wollen ein Bauerndorf bleiben» zusammengefasst. Gleichzeitig gehört Maschwanden zum erweiterten Wirtschafts- und Pendlerraum zwischen Zürich, Zug und Luzern.
Geographie
Lage
Maschwanden liegt am östlichen Rand der breiten Reussebene, nahe der Mündung der Lorze in die Reuss. Das Dorf befindet sich leicht erhöht über den früher häufig überschwemmten Ebenen und Feuchtgebieten.
Die Lorze bildet im Westen einen Teil der Grenze zwischen dem Kanton Zürich und dem Kanton Zug. Jenseits des Flusses liegen die Zuger Gemeinden Hünenberg und Cham. Im Norden grenzt Maschwanden an Obfelden, im Nordosten an Mettmenstetten und im Osten sowie Südosten an Knonau.
Das Dorfzentrum liegt auf rund 409 m ü. M. Die Landschaft ist im Westen weitgehend eben, steigt östlich des Dorfes jedoch sanft in Richtung Knonau und Mettmenstetten an. Von den Anhöhen oberhalb der Siedlung reicht die Aussicht bei klarer Sicht über die Reussebene bis zum Lindenberg, zum Rigi, zum Pilatus und zu weiteren Gipfeln der Zentralschweizer Alpen.
Gemeindegliederung
Das Siedlungsgebiet wird traditionell in mehrere Dorfteile gegliedert:
- Oberdorf
- Unterdorf
- Hinterdorf
- Ausserdorf
- Dörfli
Diese Bezeichnungen sind historisch gewachsen und werden im lokalen Sprachgebrauch weiterhin verwendet. Der grösste Teil der Bebauung liegt entlang der Dorfstrasse und des Haselbachs.
Ausserhalb des geschlossenen Dorfes befinden sich mehrere Landwirtschaftsbetriebe und Einzelhöfe. Grössere Gewerbe- oder Industriegebiete bestehen nicht.
Bodennutzung
Maschwanden ist mit 4,67 km² die flächenmässig zweitkleinste Gemeinde des Bezirks Affoltern. Rund 61 Prozent des Gemeindegebiets werden landwirtschaftlich genutzt. Etwa 24 Prozent sind bewaldet, 5 Prozent entfallen auf Siedlungsflächen und ungefähr 3 Prozent auf Verkehrsflächen.[1]
Die Landwirtschaftsgebiete bestehen überwiegend aus Ackerflächen, Wiesen, Weiden und Obstgärten. Besonders die hochstämmigen Obstbäume rund um das Dorf tragen zum traditionellen Landschaftsbild bei.
Die Wälder liegen vor allem im Osten und Süden des Gemeindegebiets. Sie erfüllen Funktionen für Holzproduktion, Natur- und Landschaftsschutz sowie Naherholung.
Haselbach
Der Haselbach fliesst von Knonau her durch Maschwanden und prägt die Struktur des Dorfes. Historisch diente er der Entwässerung, der Wasserversorgung und dem Betrieb kleiner gewerblicher Anlagen.
Bei starken Niederschlägen trat der Bach wiederholt über die Ufer. Während des Baus der Autobahn A4 im Knonaueramt kam es zu mehreren Überschwemmungen im Dorf. Als Schutzmassnahme wurde zwischen Knonau und Maschwanden ein Rückhaltebecken angelegt.
Damit konnte auf einen vollständigen kanalartigen Ausbau des Haselbachs verzichtet werden. Der Bach blieb als offenes Gewässer und landschaftliches Element weitgehend erhalten.[3]
Lorze und Reuss
Die Lorze erreicht westlich von Maschwanden die Reussebene und mündet wenig später in die Reuss. Das Gebiet zwischen den beiden Flüssen besteht aus Auen, Feuchtwiesen, Waldflächen und landwirtschaftlich genutztem Land.
Die Reuss bildet einen der wichtigsten naturnahen Flussräume des Schweizer Mittellands. Ihre Auenlandschaft ist Lebensraum zahlreicher Vogel-, Amphibien-, Fisch- und Pflanzenarten.
Der Flussraum wurde während des 19. und 20. Jahrhunderts durch Hochwasserschutzbauten, Entwässerungen und landwirtschaftliche Meliorationen verändert. Erhaltene Feuchtgebiete stehen heute unter Schutz oder werden ökologisch aufgewertet.
Natur- und Landschaftsschutz
Westlich des Dorfes befinden sich die Naturschutzgebiete Hasplen, Rözi und Maschwander Allmend. Sie umfassen Feuchtwiesen, Riedflächen, Hecken, Gewässer und naturnahe Waldabschnitte.
Die Maschwander Allmend liegt teilweise jenseits der Lorze auf dem Gebiet des Kantons Zug. Ein bedeutender Teil des Landes gehört jedoch der Korporation Maschwanden. Die historischen Besitzverhältnisse gehen auf die gemeinschaftliche Nutzung von Weiden, Wäldern und Streueflächen zurück.[4]
In der Nähe der Lorzemündung liegt das Naturschutzgebiet Rüssspitz. Es gehört politisch zur Zuger Gemeinde Hünenberg und bildet einen der bedeutendsten Feucht- und Auenlebensräume der Region.
Die offenen Felder, Obstgärten und extensiv bewirtschafteten Wiesen rund um Maschwanden bieten Lebensräume für Feldhasen, Rehe, Greifvögel, Eulen und verschiedene Arten des Kulturlands. Hecken und Bachufer dienen als ökologische Verbindungselemente.
Name
Maschwanden wird in den im 12. Jahrhundert entstandenen beziehungsweise überlieferten Quellen des Klosters Muri als Maswanden oder Maswondon erwähnt. Eine urkundliche Nennung von 1189 gilt als ältester sicher datierter Beleg.[5]
Der zweite Namensbestandteil geht auf das althochdeutsche Wort swant beziehungsweise swenden zurück. Damit wurde eine Rodung bezeichnet, bei der Wald durch Fällen oder Abbrennen beseitigt wurde.
Der erste Bestandteil wird häufig mit einem Personennamen wie Mano, Mani oder Masso verbunden. Der Ortsname könnte somit «bei den Rodungen des Mano» bedeutet haben. Die genaue sprachgeschichtliche Herleitung ist nicht abschliessend geklärt.
In der lokalen zürichdeutschen Mundart wird der Name ungefähr als Maschwande ausgesprochen.
Geschichte
Frühzeit und römische Spuren
Das Gebiet der Reussebene wurde bereits in vorgeschichtlicher Zeit von Menschen genutzt. Die fruchtbaren Böden, Gewässer und Verkehrswege boten günstige Voraussetzungen für Landwirtschaft, Fischerei und Viehhaltung.
Beim Bau der Maschwander Wasserversorgung wurden 1894 an zwei Stellen Reste eines befestigten Weges entdeckt, der als römische Strasse interpretiert wurde. Sie könnte Teil einer Verbindung zwischen dem Raum Sihlbrugg, der Reussebene und dem römischen Vindonissa gewesen sein.[3]
Ein durchgehender archäologischer Nachweis dieser Streckenführung fehlt jedoch. Die Funde zeigen zumindest, dass das Gebiet während der Römerzeit begangen oder verkehrstechnisch erschlossen war.
Mittelalterliche Siedlung
Maschwanden entwickelte sich im Mittelalter an einer Verkehrsverbindung zwischen Bremgarten, Cham und den Zugängen zur Gotthardroute. Mehrere Wege aus dem Knonaueramt, dem Freiamt und dem Zugerland trafen in der Umgebung zusammen.
Das Dorf erscheint 1277 ausdrücklich als villa Massewandon. Im Oberdorf bestand eine Mühle, während im Unterdorf ein Badhaus überliefert ist.[5]
Die Landwirtschaft bildete die wirtschaftliche Grundlage. Neben Getreidebau und Viehhaltung spielten Waldnutzung, Fischerei sowie die Nutzung der Feucht- und Allmendflächen eine wichtige Rolle.
Burg und Städtchen Maschwanden
Im 13. Jahrhundert bestand südwestlich des heutigen Dorfes eine befestigte Siedlung mit Burg. Eine Urkunde von 1260 bezeichnet Maschwanden als castrum, also als befestigten Ort.
Burg und Städtchen gehörten den Freiherren von Eschenbach. Diese zählten zu den bedeutenden Adelsfamilien im Gebiet zwischen Zürich, Luzern und der Innerschweiz.
Nach der Ermordung König Albrechts I. bei Windisch im Jahr 1308 wurden die Besitzungen der beteiligten oder beschuldigten Adelsfamilien angegriffen. Die Burg und das Städtchen Maschwanden wurden 1309 zerstört und nicht wieder aufgebaut.
Die Bewohnerinnen und Bewohner liessen sich wahrscheinlich im bereits bestehenden Dorf oder in dessen Umgebung nieder. Auf dem früheren Burgareal blieben während Jahrhunderten Mauerreste und Geländeformen sichtbar.
Beim Bau der heutigen Kirche wurden 1505 und 1506 Steine aus der zerstörten Anlage wiederverwendet.[3]
Amt Maschwanden
Nach dem Niedergang der Eschenbacher wechselten die Herrschaftsrechte mehrfach den Besitzer. Im Jahr 1406 erwarb die Stadt Zürich das Amt Horgen-Maschwanden von den Herren von Hallwyl.
Maschwanden wurde Sitz einer Zürcher Vogtei. Das Herrschaftsgebiet umfasste nicht nur das Dorf, sondern zeitweise auch weitere Orte im Knonaueramt und am Zürichsee.
Mit dem Erwerb zusätzlicher Gebiete richtete Zürich eine grössere Verwaltungsorganisation im südwestlichen Kantonsgebiet ein. Seit 1512 gehörte Maschwanden zur Landvogtei Knonau. Das Dorf verlor seine Stellung als zentraler Amtssitz und wurde zum Sitz eines Untervogts.
Das frühere Untervogthaus ist erhalten und dient heute als Gemeindehaus. Der stattliche Riegelbau gehört zu den wichtigsten historischen Gebäuden im Dorfzentrum.
Reformation
Die vom Zürcher Reformator Huldrych Zwingli ausgehende Reformation in Zürich wurde in den 1520er-Jahren auch in Maschwanden eingeführt.
Die Kirche wurde von Heiligenbildern, Altären und weiteren Bestandteilen des katholischen Gottesdienstes befreit. Predigt, Bibelauslegung und Gemeindegesang erhielten eine zentrale Bedeutung.
Die reformierte Kirchgemeinde war eng mit dem Zürcher Staat verbunden. Pfarrer und lokale Amtsträger übernahmen Aufgaben in Schule, Armenfürsorge, Ehegerichtsbarkeit und Sittenaufsicht.
Maschwanden blieb bis ins 19. Jahrhundert nahezu vollständig reformiert. Erst durch die zunehmende Mobilität und Zuwanderung entstand wieder eine grössere katholische Bevölkerungsgruppe.
Politische Gemeinde
Mit dem Zusammenbruch der Alten Eidgenossenschaft im Jahr 1798 endeten die landesherrlichen Rechte der Stadt Zürich. Während der Helvetischen Republik und der folgenden Jahrzehnte entstanden moderne kommunale Behörden.
Die politische Gemeinde übernahm schrittweise Aufgaben wie Strassenbau, Wasserversorgung, Schule, Armenfürsorge, Feuerwehr und Gemeindevermögen.
Maschwanden blieb im 19. Jahrhundert ein landwirtschaftlich geprägtes Dorf. Wegen seiner Randlage erhielt es keinen eigenen Bahnhof und entwickelte sich nicht zu einem bedeutenden Industriestandort.
Wasserversorgung und öffentliche Einrichtungen
Die moderne Wasserversorgung wurde 1894 gebaut. Neben der Versorgung der Haushalte verbesserte sie den Brandschutz und ermöglichte eine dichtere Bebauung.
Im 19. Jahrhundert entstand ein Gemeindeverein, der Vorträge, gesellschaftliche Veranstaltungen und gemeinnützige Projekte organisierte. Zu seinen Einrichtungen gehörten zeitweise getrennte Badeanlagen für Männer und Frauen.
Die Gemeinde investierte im 20. Jahrhundert in Schulhäuser, Strassen, Alterswohnungen, Abwasseranlagen und Freizeiteinrichtungen. Viele dieser Projekte konnten durch Einnahmen aus dem gemeindeeigenen Kiesabbau finanziert werden.
Kiesabbau
Die Gemeinde kaufte 1854 den ehemaligen Burghügel. Unter dem historischen Gelände befanden sich umfangreiche Vorkommen hochwertigen Kieses.
Der Kies wurde während rund 140 Jahren abgebaut und verarbeitet. Maschwanden besass zeitweise das einzige gemeindeeigene Kieswerk des Kantons Zürich.[3]
Im Jahr 1934 entstand ein erstes modernes Kieswerk. Eine leistungsfähigere Anlage wurde 1962 gebaut. Die Kiesvorkommen waren um 1990 weitgehend erschöpft; anschliessend wurde das Werk abgebrochen.
Der Abbau veränderte den ehemaligen Burghügel und zerstörte einen grossen Teil der archäologischen Überreste. Die Einnahmen stärkten jedoch die Gemeindefinanzen und ermöglichten Investitionen, die für eine kleine Landgemeinde sonst nur schwer finanzierbar gewesen wären.
Zu den mit Kiesgeldern unterstützten Projekten gehörten das Schulhaus, das Freibad, Alterswohnungen und kommunale Infrastrukturanlagen.
Ortsbildschutz
Maschwanden blieb vom starken Siedlungswachstum der Zürcher Agglomeration lange weitgehend verschont. Dadurch blieb die historische Dorfstruktur mit Bauernhäusern, Scheunen, Vorgärten und Obstgärten gut erhalten.
Bei der Zonenplanrevision von 1982 wurde das gesamte Baugebiet einer Kernzone zugewiesen. Gleichzeitig wurden rund drei Hektaren vorgesehenes Bau- und Bauerwartungsland wieder ausgezont.[3]
Neubauten müssen sich besonders sorgfältig in das Ortsbild einfügen. Die Vorschriften betreffen unter anderem Stellung, Volumen, Dachform, Materialien und Gestaltung der Gebäude.
Das Dorf ist heute als Ortsbild von nationaler Bedeutung im ISOS eingetragen.[2]
Bevölkerung
Maschwanden erreichte in der Mitte des 19. Jahrhunderts einen ersten Bevölkerungshöchststand. Danach nahm die Einwohnerzahl infolge wirtschaftlicher Veränderungen und Abwanderung deutlich ab.
Im Jahr 1970 lebten nur noch 400 Personen in der Gemeinde. Seit den 1980er-Jahren wächst die Bevölkerung wieder langsam. Das Wachstum blieb wegen der kleinen Bauzone und des Ortsbildschutzes geringer als in vielen anderen Gemeinden des Knonaueramts.
| Jahr | Einwohnerinnen und Einwohner |
|---|---|
| 1470 | etwa 120 |
| 1634 | 339 |
| 1786 | 507 |
| 1850 | 578 |
| 1900 | 493 |
| 1920 | 424 |
| 1950 | 470 |
| 1970 | 400 |
| 1990 | 495 |
| 2000 | 574 |
| 2010 | 612 |
| 2020 | 636 |
| 2025 | 667 |
Von den 667 Einwohnerinnen und Einwohnern am 31. Dezember 2025 besassen 545 die schweizerische und 122 eine ausländische Staatsangehörigkeit. Die Bevölkerung bestand aus 340 Männern und 327 Frauen.[1]
Politik und Verwaltung
Die Legislative der Gemeinde ist die Gemeindeversammlung. Die stimmberechtigten Einwohnerinnen und Einwohner entscheiden dort über Budget, Steuerfuss, Bauvorhaben, kommunale Erlasse und weitere wichtige Geschäfte.
Die Exekutive bildet der fünfköpfige Gemeinderat. Er ist zugleich Gesundheitskommission, Grundsteuerkommission und Sozialbehörde.[6]
Die Gemeindeverwaltung befindet sich im historischen Untervogthaus an der Dorfstrasse 54. Aufgrund der kleinen Einwohnerzahl arbeitet Maschwanden bei zahlreichen Aufgaben mit Nachbargemeinden zusammen.
Die überkommunale Zusammenarbeit betrifft unter anderem:
- Sekundarschule;
- Feuerwehr und Zivilschutz;
- Sozial- und Gesundheitsdienste;
- Zivilstandswesen;
- Betreibungsamt;
- Abwasserentsorgung;
- regionale Verkehrsplanung.
Wappen
Die Blasonierung des Gemeindewappens lautet:
- In Gold eine geschweifte schwarze Spitze; in gewechselten Farben drei Ringe mit aufgesetztem Kreuz, zwei oben und einer unten.
Das Wappen geht vermutlich auf das ritterliche Geschlecht von Maschwanden zurück. Später wurde es von der 1406 geschaffenen Zürcher Vogtei Maschwanden verwendet.
Nach der Eingliederung in die Landvogtei Knonau blieb das Zeichen mit dem Ort verbunden. Die politische Gemeinde übernahm das frühere Vogteiwappen wahrscheinlich im 19. Jahrhundert.[7]
Die drei Zeichen werden heraldisch auch als Planetenzeichen der Erde beschrieben. Sie bestehen aus einem Ring mit aufgesetztem Kreuz.
Wirtschaft
Landwirtschaft
Maschwanden ist bis heute stark landwirtschaftlich geprägt. Rund drei Fünftel der Gemeindefläche dienen der Landwirtschaft.
Zu den wichtigsten Betriebszweigen gehören:
- Ackerbau;
- Milch- und Viehwirtschaft;
- Schweinehaltung;
- Obstbau;
- Futterproduktion;
- Direktvermarktung landwirtschaftlicher Erzeugnisse.
Die historischen Bauernhäuser im Dorf besassen Wohn- und Wirtschaftsteile unter einem gemeinsamen Dach. Bei mehreren Gebäuden werden Scheunen und Ställe weiterhin landwirtschaftlich genutzt.
Die Zahl der Betriebe ist seit dem 20. Jahrhundert zurückgegangen. Die verbliebenen Höfe bewirtschaften grössere Flächen und arbeiten stärker mechanisiert.
Gewerbe und Pendler
In Maschwanden bestehen kleinere Unternehmen aus Handwerk, Bauwirtschaft, Landwirtschaft, Handel und Dienstleistungen. Grössere Industrie- oder Bürostandorte fehlen.
Ein grosser Teil der erwerbstätigen Bevölkerung arbeitet ausserhalb der Gemeinde. Wichtige Arbeitsorte befinden sich in Knonau, Mettmenstetten, Affoltern am Albis, Zug, Cham und Zürich.
Die Nähe zur Autobahn A4 verbesserte die Erreichbarkeit der regionalen Arbeitsmärkte. Gleichzeitig versucht die Raumplanung, eine starke Ausdehnung der Siedlungsfläche zu verhindern.
Verkehr
Öffentlicher Verkehr
Maschwanden besitzt keinen eigenen Bahnhof. Die Gemeinde wird durch die ZVV-Buslinie 230 erschlossen.
Die Linie verbindet die Haltestellen Maschwanden, Dorf und Maschwanden, Sagi über Knonau-Uttenberg mit dem Bahnhof Mettmenstetten.[8]
Am Bahnhof Mettmenstetten besteht Anschluss an die S5 der S-Bahn Zürich. Diese führt über Affoltern am Albis und Zürich Hauptbahnhof nach Uster und Pfäffikon SZ sowie in der Gegenrichtung nach Zug.
In den Wochenendnächten wird Maschwanden durch die Nachtbuslinie N24 bedient.
Strassenverkehr
Kantonsstrassen verbinden Maschwanden mit Knonau, Mettmenstetten, Obfelden und dem Kanton Zug. Eine nördliche Umfahrungsstrasse entlastet Teile des Dorfkerns vom Durchgangsverkehr.
Die nächsten Anschlüsse an die Autobahn A4 befinden sich bei Knonau und Mettmenstetten. Die Autobahn verbindet die Region mit Zürich, Zug und Luzern.
Fuss- und Veloverkehr
Landwirtschaftswege und Nebenstrassen verbinden Maschwanden mit der Reussebene, der Lorze, Knonau, Obfelden und den Zuger Nachbargemeinden.
Der Ämtlerweg führt durch die Umgebung und verbindet Kulturdenkmäler, historische Orte und Naturschutzgebiete des Knonaueramts.[9]
Die weitgehend ebene Reussebene eignet sich besonders für Veloausflüge. Wanderwege führen zur Lorzemündung, zum Rüssspitz und in die benachbarten Dörfer.
Bildung
Maschwanden verfügt über einen Kindergarten und eine Primarschule. Das heutige Schulhaus mit Turnhalle wurde in den 1970er-Jahren errichtet und später erweitert.
Das ältere Schulhaus im Dorfzentrum dient heute unter anderem dem Kindergarten. Die Schule besitzt wegen der kleinen Zahl von Kindern eine überschaubare Struktur.
Die Sekundarschule wird im Zweckverband beziehungsweise in gemeinsamer Organisation mit Knonau und Mettmenstetten geführt. Weiterführende Schulen befinden sich vor allem in Affoltern am Albis, Zug und Zürich.
Religion
Reformierte Kirche
Die reformierte Kirche steht erhöht im historischen Dorfkern. Der spätgotische Bau entstand 1505 und 1506 an der Stelle einer älteren Kapelle und gilt als ältestes noch bestehendes Gebäude des Dorfes.[2]
Beim Bau wurden Steine der zerstörten mittelalterlichen Burg und des ehemaligen Städtchens verwendet. Der Turm besitzt ein charakteristisches Käsbissendach.
Nach der Reformation wurde der Innenraum den Anforderungen des reformierten Gottesdienstes angepasst. Altäre und Heiligenbilder wurden entfernt, während Kanzel und Predigt in den Mittelpunkt rückten.
Die Kirche wurde im Lauf der Jahrhunderte mehrfach renoviert. Sie gehört heute zur Evangelisch-reformierten Kirchgemeinde Knonauer Amt.[10]
Eine lokale Besonderheit ist das sehr frühe morgendliche Glockengeläut, das an Werktagen bereits um 4.45 Uhr ertönt.
Katholische Bevölkerung
Die römisch-katholische Bevölkerung gehört zur Pfarrei St. Burkard in Mettmenstetten. Die katholische Kirchgemeinde umfasst Mettmenstetten, Knonau und Maschwanden.
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Historischer Dorfkern
Das Ortsbild wird durch die lang gezogene Dorfstrasse, den Haselbach, historische Bauernhäuser, Scheunen, Obstgärten und öffentliche Gebäude geprägt.
Besonders wertvoll sind die weitgehend erhaltene Gliederung in Oberdorf, Unterdorf, Hinterdorf und Ausserdorf sowie die Übergänge zwischen Siedlung und Kulturlandschaft.
Das Bundesinventar hebt die räumlichen und architekturhistorischen Qualitäten des Bauerndorfs hervor.[2]
Gemeindehaus
Das heutige Gemeindehaus ist das ehemalige Untervogthaus. Der repräsentative Fachwerkbau erinnert an die Zeit, als Maschwanden innerhalb der Landvogtei Knonau von einem Untervogt verwaltet wurde.
Neben dem Gemeindehaus steht eine ehemalige Zehntenscheune. Sie diente der Lagerung von Naturalabgaben, die Bauern an die Herrschaft entrichten mussten.
Reformierte Kirche und Pfarrhaus
Die reformierte Kirche mit ihrem Käsbissenturm bildet den wichtigsten Orientierungspunkt des Dorfes. In ihrer Umgebung befinden sich das historische Pfarrhaus, der Friedhof und das ehemalige Schulhaus.
Das grosse Pfarrhaus besitzt sichtbare Fachwerkteile und einen weitläufigen Garten. Gemeinsam mit Kirche und Nachbarbauten bildet es ein bedeutendes historisches Ensemble.
Gasthaus Kreuz
Das Gasthaus Kreuz besass früher ein Tavernenrecht. Es war damit berechtigt, Gäste zu beherbergen, warme Speisen anzubieten und Wein auszuschenken.
Das Gebäude erinnert an Maschwandens frühere Lage an einer regionalen Verkehrsverbindung zwischen Bremgarten, Cham und der Gotthardroute.
Dorfmuseum
Das Dorfmuseum Maschwanden befindet sich in einer historischen Scheune an der Dorfstrasse 26.
Die Sammlung entstand aus Gegenständen, die Einwohnerinnen und Einwohner seit den 1960er-Jahren aus Haushaltungen, Werkstätten und früheren Ablagerungsplätzen retteten. Eine erste improvisierte Ausstellung fand 1965 statt.
Die Gemeinde erwarb 1966 einen Teil des Gewerbehauses samt erhaltenem Hausrat. Das Museum wurde am 2. Januar 1972 eröffnet.[11]
Die Ausstellung dokumentiert Landwirtschaft, Handwerk, Haushalt, Schule, Feuerwehr, Dorfleben und die Geschichte des Kieswerks.
Gerbi
Das Mehrzweckgebäude Gerbi befindet sich in einer ehemaligen Gerberei. Das Gebäude wurde früher zeitweise auch von der Schweizer Armee als Unterkunft genutzt.
Nach der Renovation dient es als Veranstaltungsraum, Vereinslokal und kommunaler Werkhof. Die Bezeichnung Gerbi erinnert an die historische Nutzung zur Verarbeitung von Tierhäuten.
Naturbad
Das erste Freibad an der Lorze wurde 1947 erstellt. Wegen der zunehmenden Verschmutzung des Flusswassers konnte es später nicht mehr verwendet werden.
Ein neues Schwimmbad wurde mit Unterstützung des Frauenvereins geplant und 1972 eröffnet. Ein Teil der Baukosten wurde aus den Einnahmen des kommunalen Kieswerks finanziert.
Im Winter 2013/14 wurde die Anlage zu einem Naturbad umgebaut. Sie besitzt ein Schwimmbecken, ein Kinderbecken, Liegewiesen und eine teilweise solare Wassererwärmung.
Gesellschaft und Vereinsleben
Das gesellschaftliche Leben wird von Sport-, Kultur-, Musik-, Natur- und Freizeitvereinen getragen. Wegen der kleinen Einwohnerzahl spielen ehrenamtliche Tätigkeiten eine besonders wichtige Rolle.
Das kommunale Mitteilungsblatt Lorzengezwitscher erscheint alle zwei Monate und informiert über Behörden, Vereine, Schule, Kirche und Veranstaltungen.[12]
Zu den traditionellen Veranstaltungen gehören die Chilbi, Dorf- und Vereinsanlässe sowie Feiern im Naturbad und im Mehrzweckgebäude Gerbi.
Persönlichkeiten
- Alfred Kleiner (1849–1916), Physiker, Professor und Rektor der Universität Zürich; begutachtete die Dissertation von Albert Einstein
- Heinrich Gallmann (1869–1937), Arbeitersekretär und Politiker
- Angehörige des mittelalterlichen Rittergeschlechts von Maschwanden
Literatur
- Hermann Fietz: Die Kunstdenkmäler des Kantons Zürich. Band I: Die Bezirke Affoltern und Andelfingen. Maschwanden. Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte, Bern 1938, S. 109–118.
- Bernhard Schneider: Die eigenständige Entwicklung der Gemeinde Maschwanden. Gemeinde Maschwanden, Maschwanden 1991.
- Peter Ziegler: Die Gemeindewappen des Kantons Zürich. Antiquarische Gesellschaft in Zürich, Zürich 1977.
- Bundesamt für Kultur: Maschwanden. Bundesinventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz von nationaler Bedeutung. Bern.
Siehe auch
- Knonaueramt
- Bezirk Affoltern
- Lorze
- Reuss
- Rüssspitz
- Landvogtei Knonau
- Knonau
- Liste der Gemeinden im Kanton Zürich
- Liste der Kulturgüter in Maschwanden
Weblinks
- Offizielle Website der Gemeinde Maschwanden
- Geschichte der Gemeinde Maschwanden
- Maschwanden im Historischen Lexikon der Schweiz
- ISOS-Ortsbildaufnahme Maschwanden
- Reformierte Kirche Maschwanden
Wikimedia Commons: Medien zu Maschwanden
Einzelnachweise
- ↑ 1,0 1,1 1,2 «Zahlen & Fakten», Gemeinde Maschwanden, abgerufen am 24. Juli 2026.
- ↑ 2,0 2,1 2,2 2,3 Maschwanden, Gemeinde Maschwanden, Bezirk Affoltern, Kanton Zürich, Bundesinventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz von nationaler Bedeutung, abgerufen am 24. Juli 2026.
- ↑ 3,0 3,1 3,2 3,3 3,4 «Geschichte», Gemeinde Maschwanden, abgerufen am 24. Juli 2026.
- ↑ «Portrait», Gemeinde Maschwanden, abgerufen am 24. Juli 2026.
- ↑ 5,0 5,1 «Maschwanden», in: Historisches Lexikon der Schweiz, abgerufen am 24. Juli 2026.
- ↑ «Gemeinderat», Gemeinde Maschwanden, abgerufen am 24. Juli 2026.
- ↑ «Wappen», Gemeinde Maschwanden, abgerufen am 24. Juli 2026.
- ↑ «Linie 230: Maschwanden, Dorf–Mettmenstetten, Bahnhof», Zürcher Verkehrsverbund, Jahresfahrplan 2026, abgerufen am 24. Juli 2026.
- ↑ «Ämtlerwäg», Gemeinde Maschwanden, abgerufen am 24. Juli 2026.
- ↑ «Kirchenort Maschwanden», Evangelisch-reformierte Kirchgemeinde Knonauer Amt, abgerufen am 24. Juli 2026.
- ↑ «Dorfmuseum», Gemeinde Maschwanden, abgerufen am 24. Juli 2026.
- ↑ «Lorzengezwitscher», Gemeinde Maschwanden, abgerufen am 24. Juli 2026.