Geschichte des Kantons Aargau

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Geschichte des Kantons Aargau
Gebiet heutiger Kanton Aargau
Hauptort Aarau
Kantonsgründung 1803 durch die Mediationsakte
Historische Teilgebiete Berner Aargau
Grafschaft Baden
Freie Ämter
Fricktal
Frühere Herrschaften Römisches Reich
Grafen von Lenzburg und Kyburg
Habsburg
Bern und weitere eidgenössische Orte
Vorderösterreich
Bedeutende Ereignisse Eroberung des Aargaus 1415
Helvetische Revolution 1798
Kantonsgründung 1803
Freiämtersturm 1830
Aargauer Klosterstreit 1841

Die Geschichte des Kantons Aargau umfasst die Entwicklung des Gebiets zwischen Jura, Rhein, Aare, Reuss und Limmat von der Urgeschichte bis zur Gegenwart. Als politisches Gemeinwesen besteht der Kanton Aargau erst seit 1803. Zuvor war sein heutiges Gebiet während Jahrhunderten auf verschiedene Herrschaften verteilt.

Im Mittelalter gehörten grosse Teile des Aargaus zu den Stammlanden der Habsburger. Nach der eidgenössischen Eroberung von 1415 entstanden mehrere politisch und konfessionell unterschiedlich geprägte Gebiete: der von Bern beherrschte Unteraargau, die gemeinen Herrschaften der Grafschaft Baden und der Freien Ämter sowie das weiterhin zu Vorderösterreich gehörende Fricktal.

Während der Helvetischen Republik bestanden die Kantone Aargau, Baden und Fricktal nebeneinander. Napoleon Bonaparte vereinigte sie mit der Mediationsakte vom 19. Februar 1803 zum heutigen Kanton Aargau. Der neue Staat musste Gebiete integrieren, deren Bevölkerung sich in Konfession, Rechtsordnung, Wirtschaftsstruktur und politischen Traditionen erheblich unterschied.[1]

Im 19. Jahrhundert entwickelte sich der Aargau zu einem Zentrum des schweizerischen Liberalismus und der Industrialisierung. Der Freiämtersturm von 1830, der Aargauer Klosterstreit von 1841 und die Beteiligung am Aufbau des Bundesstaates von 1848 machten den Kanton auch über seine Grenzen hinaus politisch bedeutsam.

Begriff und historischer Raum

Der Name Aargau bezeichnete ursprünglich keinen Staat mit festen Grenzen, sondern eine Landschaft an der Aare. Die mittelalterlichen Bezeichnungen Argowe, Aargöu und verwandte Formen bezogen sich auf ein Gebiet, dessen räumliche Ausdehnung im Lauf der Zeit wechselte.

Der historische Aargau reichte zeitweise über die Grenzen des heutigen Kantons hinaus. Teile des heutigen Kantons Bern und weitere Gebiete entlang der Aare konnten ebenfalls zum Aargau gerechnet werden. Das Fricktal gehörte dagegen vor 1803 gewöhnlich nicht zu dieser Landschaftsbezeichnung.

Zwischen 1415 und 1798 wurde unter Aargau häufig die Gesamtheit des Berner oder Unteraargaus, der Grafschaft Baden und der Freien Ämter verstanden. Diese Gebiete bildeten jedoch keine gemeinsame politische Einheit. Das heutige Kantonsgebiet entstand erst durch die napoleonische Neuordnung.

Urgeschichte

Das Gebiet des heutigen Kantons Aargau war bereits in der Altsteinzeit von Menschen aufgesucht worden. Archäologische Funde aus Höhlen, Flussterrassen und offenen Siedlungsplätzen weisen auf Jäger- und Sammlergruppen hin, die den grossen Flusstälern und den Wildbeständen folgten.

Mit der Jungsteinzeit entstanden dauerhaftere Siedlungen. Besonders bedeutend sind die Überreste von Seeufersiedlungen am Hallwilersee. Die dort lebenden Gemeinschaften betrieben Ackerbau und Viehzucht und stellten Werkzeuge, Keramik und Textilien her. Mehrere Fundstellen gehören zum Umfeld der prähistorischen Pfahlbauten rund um die Alpen.[2]

Aus der Bronze- und Eisenzeit sind Siedlungen, Gräber, Werkplätze und Befestigungsanlagen bekannt. Die Flusstäler bildeten wichtige Verkehrswege zwischen dem Schweizer Mittelland, dem Rheinraum und den Jurapässen.

In der jüngeren Eisenzeit gehörte die Region zum Lebensraum keltischer Bevölkerungsgruppen. An strategisch günstigen Orten bestanden befestigte Siedlungen. Eine solche Anlage befand sich auch auf dem Windischer Plateau am Zusammenfluss von Aare, Reuss und Limmat.

Römische Zeit

Nach dem Alpenfeldzug unter Kaiser Augustus im Jahr 15 v. Chr. geriet das heutige Aargauer Gebiet schrittweise unter römische Herrschaft. Seine Lage an wichtigen Flüssen und Verkehrswegen verlieh ihm eine grosse militärische und wirtschaftliche Bedeutung.

Das Zentrum der römischen Präsenz war Vindonissa beim heutigen Windisch. An der Stelle einer keltischen Befestigung errichtete das römische Militär zunächst einen Stützpunkt. Unter Kaiser Tiberius wurde dieser im frühen 1. Jahrhundert n. Chr. zu einem Legionslager ausgebaut.[3]

Vindonissa war das einzige römische Legionslager auf dem Gebiet der heutigen Schweiz. Nacheinander waren dort die 13., die 21. und die 11. Legion stationiert. Das rund 20 Hektaren grosse Lager bot mehreren Tausend Soldaten Platz. Es verfügte über Befestigungen, Verwaltungsgebäude, Werkstätten, Unterkünfte, Badeanlagen, eine Wasserleitung und ein Amphitheater.

Ausserhalb des Militärlagers entwickelte sich eine Zivilsiedlung mit Händlerinnen und Händlern, Handwerkern, Familienangehörigen der Soldaten und Angehörigen der einheimischen Bevölkerung. Nach dem Abzug der letzten Legion im Jahr 101 blieb Vindonissa als ziviler und verkehrspolitischer Ort bestehen.[3]

Weitere bedeutende römische Siedlungen befanden sich in Baden, das als Aquae Helveticae für seine Thermalquellen bekannt war, sowie in Zurzach, dem römischen Tenedo. Strassen verbanden Vindonissa mit Augusta Raurica, Aventicum, Salodurum und weiteren Zentren des Römischen Reiches.

Im 3. und 4. Jahrhundert nahm die militärische Bedeutung des Rheins als Reichsgrenze zu. Befestigungen, Wachanlagen und Verkehrswege im heutigen Fricktal und entlang des Hochrheins sollten das römische Gebiet gegen Angriffe schützen.

Frühmittelalter

Mit dem Zerfall der römischen Herrschaft im 5. Jahrhundert veränderten sich die politischen und gesellschaftlichen Strukturen. Alemannische Gruppen liessen sich im Gebiet nieder und vermischten sich mit der romanisierten Bevölkerung.

Im 6. Jahrhundert gelangte die Region unter die Herrschaft der Franken. Der Aargau wurde in die Verwaltungs- und Kirchenstrukturen des Fränkischen Reiches eingebunden. Die Christianisierung schritt voran, und Kirchen, Klöster sowie grundherrschaftliche Zentren gewannen an Bedeutung.

Das Gebiet war in verschiedene Grafschaften und Herrschaftsbezirke gegliedert. Klöster wie Säckingen, Einsiedeln, St. Gallen und später Muri verfügten über Besitz und Rechte in zahlreichen Aargauer Dörfern.

Die frühmittelalterliche Besiedlung orientierte sich weiterhin an den fruchtbaren Flusstälern. Aus mehreren römischen oder frühmittelalterlichen Siedlungskernen entstanden später Städte und regionale Marktorte.

Hoch- und Spätmittelalter

Grafen von Lenzburg und Kyburg

Im Hochmittelalter prägten verschiedene Adelsgeschlechter die Region. Zu den bedeutendsten gehörten die Grafen von Lenzburg, deren Stammsitz sich auf Schloss Lenzburg befand. Sie besassen umfangreiche Rechte im Seetal, im Aaretal und in weiteren Teilen des Mittellandes.

Nach dem Aussterben der Lenzburger im Jahr 1173 gingen grosse Teile ihrer Besitzungen an die Kyburger und die Habsburger über. Die Grafen von Kyburg bauten ihre Herrschaft im östlichen Aargau aus. Nach ihrem Aussterben 1264 fiel ein erheblicher Teil ihres Erbes an Habsburg.

Neben den grossen Dynastien bestanden zahlreiche kleinere Adelsherrschaften. Burgen wie Hallwyl, Wildegg, Brunegg, Schenkenberg und Auenstein dienten als Herrschaftssitze und Verwaltungszentren.

Aufstieg der Habsburger

Die Habsburger hatten ihren frühen Stammsitz auf der um das Jahr 1020 errichteten Habsburg oberhalb der Aare. Von dort aus erweiterten sie ihren Besitz zunächst im Aargau und im Elsass, später in weiten Teilen Mitteleuropas.

Das 1027 gegründete Kloster Muri war eng mit der frühen Geschichte der Familie verbunden. Es diente den Habsburgern als religiöses und dynastisches Zentrum. Im 13. Jahrhundert verlagerte die Familie ihren politischen Schwerpunkt nach Österreich, behielt im Aargau jedoch zahlreiche Herrschaftsrechte.

Die Städte Aarau, Baden, Bremgarten, Brugg, Laufenburg, Lenzburg, Mellingen, Rheinfelden und Zofingen erhielten im Hoch- und Spätmittelalter unterschiedliche Stadtrechte. Sie entwickelten sich zu Markt-, Verwaltungs- und Handwerkszentren.

1308 wurde König Albrecht I. bei Windisch von seinem Neffen Johann von Schwaben ermordet. Seine Witwe Elisabeth und seine Tochter Agnes gründeten am Tatort das Kloster Königsfelden. Es entwickelte sich zu einer bedeutenden habsburgischen Gedächtnisstätte.

Eroberung des Aargaus 1415

Im Jahr 1415 eroberten eidgenössische Truppen den grössten Teil des habsburgischen Aargaus. Anlass war der Konflikt zwischen König Sigismund und Herzog Friedrich IV. von Österreich, der während des Konzils von Konstanz den Gegenpapst Johannes XXIII. unterstützt hatte.

Sigismund forderte die Eidgenossen auf, die habsburgischen Besitzungen zu besetzen. Bern führte den Feldzug an und eroberte innerhalb kurzer Zeit zahlreiche Städte, Burgen und Herrschaften. Die Habsburger verloren damit den grössten Teil ihrer ursprünglichen Stammlande auf dem Gebiet der heutigen Schweiz.[4]

Das eroberte Gebiet wurde nicht als Einheit verwaltet. Es zerfiel in mehrere Herrschaftsbereiche:

  • Bern übernahm den grössten westlichen Teil, den späteren Berner oder Unteraargau.
  • Die Grafschaft Baden wurde eine gemeine Herrschaft mehrerer eidgenössischer Orte.
  • Die Freien Ämter wurden ebenfalls gemeinschaftlich von eidgenössischen Orten verwaltet.
  • Das Fricktal blieb unter habsburgischer beziehungsweise vorderösterreichischer Herrschaft.

Diese Teilung prägte die politische, konfessionelle und wirtschaftliche Entwicklung des Aargaus bis zum Ende des 18. Jahrhunderts.

Der Berner Aargau

Der Berner Aargau umfasste unter anderem Aarau, Brugg, Lenzburg, Zofingen, das Aaretal, das Suhrental und das Wynental. Bern gliederte das Gebiet in Landvogteien und andere Verwaltungsbezirke.

Die Städte konnten einzelne ältere Rechte bewahren, standen aber unter der Oberhoheit Berns. Auf dem Land verfügten Gemeinden, lokale Gerichtsherren, Klöster und Adelsfamilien weiterhin über unterschiedliche Rechte.

Bern führte 1528 in seinem Herrschaftsgebiet die Reformation ein. Kirchen und Klöster wurden aufgehoben oder neuen Zwecken zugeführt. Das Kloster Königsfelden wurde säkularisiert und diente später unter anderem als Verwaltungs- und Pflegeeinrichtung.[5]

Der Berner Aargau entwickelte sich zu einem überwiegend reformierten Gebiet. Bern förderte eine einheitliche Verwaltung, das Schulwesen und den Ausbau von Strassen, behielt den Aargau jedoch als Untertanengebiet ohne gleichberechtigte politische Mitwirkung.

Grafschaft Baden und Freie Ämter

Die Grafschaft Baden und die Freien Ämter waren gemeine Herrschaften der Alten Eidgenossenschaft. Die beteiligten Orte entsandten abwechselnd Landvögte, welche die hohe Gerichtsbarkeit und zentrale Verwaltungsaufgaben ausübten.

Die Freien Ämter bestanden aus vorwiegend im Reuss- und Bünztal gelegenen Gemeinden. Sie bildeten keine geschlossene staatliche Einheit, sondern waren in lokale Gerichte, Ämter und Herrschaften gegliedert.[6]

Die Reformation fand in der Grafschaft Baden und in Teilen der Freien Ämter zunächst zahlreiche Anhänger. Nach den Kappelerkriegen wurde der Katholizismus jedoch in vielen Gemeinden wiederhergestellt. Andere Orte blieben reformiert oder wurden paritätisch organisiert.

Die konfessionelle Vielfalt führte wiederholt zu Spannungen. Im Ersten Villmergerkrieg von 1656 und im Zweiten Villmergerkrieg von 1712 war das Gebiet ein wichtiger Kriegsschauplatz. Beide Konflikte wurden nach der Ortschaft Villmergen benannt.

Nach dem Sieg der reformierten Orte im Zweiten Villmergerkrieg wurde die Herrschaft über Teile der Freien Ämter neu geordnet. Der am 11. August 1712 in Aarau abgeschlossene Vierte Landfrieden stärkte die Stellung Berns und Zürichs innerhalb der Eidgenossenschaft.[7]

Das Fricktal unter österreichischer Herrschaft

Das Fricktal blieb nach 1415 Teil der habsburgischen Vorlande und wurde von Vorderösterreich verwaltet. Zu den wichtigsten Städten gehörten Rheinfelden und Laufenburg.

Die Region war überwiegend katholisch und politisch eng mit dem Breisgau sowie weiteren vorderösterreichischen Gebieten verbunden. Die Verwaltung erfolgte durch österreichische Behörden, lokale Ämter, Städte und Grundherrschaften.

Aufgrund seiner Lage am Rhein war das Fricktal wiederholt von europäischen Kriegen betroffen. Während des Dreissigjährigen Krieges kam es zu Besetzungen, Plünderungen und Zerstörungen. Auch die Kriege Ludwigs XIV. und die Auseinandersetzungen des 18. Jahrhunderts belasteten die Bevölkerung.

Unter Maria Theresia und Joseph II. wurden Verwaltung und Schulwesen reformiert. Die 1774 eingeführte allgemeine Schulordnung wirkte noch auf die Bildungspolitik des späteren Kantons Aargau ein.[8]

Jüdische Gemeinden im Surbtal

Eine besondere Stellung innerhalb der Aargauer Geschichte nehmen die jüdischen Gemeinden von Endingen und Lengnau ein. Seit dem 17. Jahrhundert lebten dort grössere jüdische Gemeinschaften.

1776 bestimmte die eidgenössische Tagsatzung Endingen und Lengnau als die einzigen Orte der damaligen Eidgenossenschaft, an denen sich Juden dauerhaft niederlassen durften. Sie waren zahlreichen rechtlichen, wirtschaftlichen und politischen Einschränkungen unterworfen.[9]

Die beiden Dörfer besassen Synagogen, Schulen, religiöse Einrichtungen und einen gemeinsamen Friedhof. Die Häuser verfügten teilweise über getrennte Eingänge für christliche und jüdische Familien.

Die rechtliche Gleichstellung erfolgte im 19. Jahrhundert nur schrittweise und gegen erheblichen politischen Widerstand. Die jüdische Geschichte des Surbtals gehört heute zu den bedeutenden Bestandteilen des kulturellen Erbes des Kantons.

Wirtschaft und Gesellschaft im Ancien Régime

Bis ins 18. Jahrhundert lebte die Mehrheit der Bevölkerung von der Landwirtschaft. Ackerbau, Viehzucht, Weinbau und Waldnutzung bildeten die wichtigsten Erwerbsgrundlagen.

In den Städten entwickelten sich Handwerk und Handel. Baden war aufgrund seiner Thermalquellen ein bekannter Bade- und Versammlungsort. Zurzach besass mit seiner Messe überregionale wirtschaftliche Bedeutung.

Im 18. Jahrhundert verbreiteten sich Heimarbeit und Verlagssysteme. In verschiedenen Regionen wurden Baumwolle und Seide verarbeitet. Im Freiamt entwickelte sich die Strohflechterei zu einem wichtigen Erwerbszweig.

Die politischen Rechte blieben stark eingeschränkt. Die Landbevölkerung war von der Herrschaft der Städte, Landvögte, Klöster und lokalen Gerichtsherren abhängig. Forderungen nach politischer Gleichheit nahmen unter dem Einfluss der Aufklärung und der Französischen Revolution zu.

Helvetische Revolution

1798 marschierten französische Truppen in die Alte Eidgenossenschaft ein. Die bernische Herrschaft im Unteraargau brach zusammen, und auch die gemeinen Herrschaften wurden aufgehoben.

Am 12. April 1798 wurde die zentralistisch organisierte Helvetische Republik ausgerufen. Aarau wurde zur ersten Hauptstadt des neuen Staates bestimmt. Bereits im September verlegten die helvetischen Behörden ihren Sitz nach Luzern, doch die kurze Zeit als Hauptstadt stärkte die politische Bedeutung Aaraus.

Aus dem ehemaligen Berner Aargau entstand der helvetische Kanton Aargau. Die Grafschaft Baden und die Freien Ämter wurden im Kanton Baden zusammengefasst. Das Fricktal blieb zunächst ausserhalb der Helvetischen Republik.

1799 wurde das heutige Kantonsgebiet zu einem Schauplatz des Zweiten Koalitionskriegs. Französische, österreichische und russische Truppen bewegten sich durch die Region. Einquartierungen, Lieferpflichten und Kampfhandlungen führten zu erheblichen Belastungen.

Das Fricktal wurde infolge der europäischen Friedensverträge von Österreich abgetrennt. 1802 entstand der kurzlebige Kanton Fricktal, der sich der Helvetischen Republik anschloss.

Gründung des Kantons Aargau

Die Helvetische Republik war von inneren Konflikten, Staatsstreichen und dem Widerstand gegen den zentralistischen Staat geprägt. Nach dem Abzug französischer Truppen kam es 1802 zum Stecklikrieg.

Napoleon berief Vertreter der schweizerischen Parteien zur Helvetischen Consulta nach Paris. Die Aargauer Delegierten setzten sich für die Vereinigung der bestehenden Kantone Aargau, Baden und Fricktal ein.

Mit der Mediationsakte vom 19. Februar 1803 schuf Napoleon den heutigen Kanton Aargau. Die Amtsgewalt der helvetischen Behörden ging am 10. März 1803 an die neuen kantonalen Institutionen über.[10]

Der neue Kanton setzte sich aus vier historisch unterschiedlichen Regionen zusammen:

  • dem reformierten Berner Aargau;
  • der konfessionell gemischten Grafschaft Baden;
  • den überwiegend katholischen Freien Ämtern;
  • dem katholischen Fricktal.

Aarau wurde zum Hauptort bestimmt. Der Kanton wurde in elf Bezirke eingeteilt, die in ihren Grundzügen bis heute bestehen. Der Grosse Rat bildete die Legislative, während der neunköpfige Kleine Rat die Regierung stellte.

Das Wahlrecht war durch Alters-, Geschlechts- und Vermögensvoraussetzungen stark beschränkt. Frauen, Juden, Besitzlose und grosse Teile der jüngeren männlichen Bevölkerung waren von der politischen Mitwirkung ausgeschlossen.

Aufbau des neuen Kantons

Die Zusammenführung der vier Landesteile stellte die neue Regierung vor grosse Aufgaben. Unterschiedliche Gesetze, Masse, Währungen, Verwaltungsformen und Schulordnungen mussten vereinheitlicht werden.

Eine besondere Herausforderung bildete das Verhältnis zwischen der reformierten und der katholischen Bevölkerung. Die Kantonsverfassung garantierte grundsätzlich die Gleichberechtigung beider Konfessionen, doch blieb die Verteilung von Ämtern, Schulen und kirchlichen Rechten politisch umstritten.

Der Kanton begann früh mit dem Aufbau eines einheitlichen Bildungswesens. Das Schulgesetz von 1805 schuf erste gemeinsame Grundlagen für die Volksschule. Die Gemeinden wurden zum Betrieb von Schulen verpflichtet, und die staatliche Aufsicht wurde verstärkt.[8]

Die 1802 gegründete Alte Kantonsschule Aarau entwickelte sich zu einem wichtigen Bildungszentrum. Die Kantonsbibliothek, das Staatsarchiv und weitere Institutionen stärkten Aarau als Verwaltungs- und Kulturort.

Die neuen Behörden bauten Strassen, regelten das Armenwesen, organisierten das Militär und vereinheitlichten die Gerichte. Dennoch blieben lokale und regionale Identitäten stark ausgeprägt.

Mediation und Restauration

Während der Mediationszeit stand der Kanton unter starkem französischem Einfluss. Aargauer Soldaten dienten in den napoleonischen Feldzügen, und die Kontinentalsperre belastete Handel und Gewerbe.

Nach Napoleons Niederlage erhielt der Kanton 1814 eine restaurativ geprägte Verfassung. Die politischen Rechte blieben einer kleinen männlichen Oberschicht vorbehalten, und die Regierung gewann gegenüber dem Parlament an Einfluss.

Bern versuchte nach 1813, Teile des ehemaligen Untertanengebiets zurückzugewinnen. Auch Zug erhob Ansprüche auf das obere Freiamt. Am Wiener Kongress wurde der Fortbestand des Kantons Aargau jedoch bestätigt.

Die Einheit des jungen Kantons war damit aussenpolitisch gesichert. Im Inneren bestanden weiterhin Gegensätze zwischen Stadt und Land, Reformierten und Katholiken sowie liberalen und konservativen Kräften.

Freiämtersturm und Verfassung von 1831

Ende der 1820er-Jahre wuchs die Kritik an der Regierung. Gefordert wurden eine gerechtere Vertretung der Landbevölkerung, die Erweiterung der Volksrechte, Pressefreiheit und eine transparentere Staatsführung.

Am 5. und 6. Dezember 1830 zogen mehrere Tausend bewaffnete Männer unter der Führung des Merenschwander Wirts Johann Heinrich Fischer nach Aarau. Der als Freiämtersturm bezeichnete Marsch verlief weitgehend unblutig, zwang die Regierung jedoch zur Einleitung einer Verfassungsrevision.[11]

Die Verfassung von 1831 führte grundlegende Freiheitsrechte ein. Dazu gehörten Rede-, Presse- und Gewissensfreiheit, das Petitionsrecht und der Schutz des Eigentums. Die Vertretung der Bevölkerung im Grossen Rat wurde ausgeweitet.[12]

Der Aargau gehörte damit zu den Kantonen der Regeneration, welche die liberale Erneuerung der Eidgenossenschaft vorantrieben.

Aargauer Klosterstreit

Die Verfassungsrevision von 1840 und 1841 verschärfte die Gegensätze zwischen liberal-radikalen und katholisch-konservativen Kräften. Im Januar 1841 kam es im Freiamt zu einem bewaffneten Aufstand, den die kantonalen Truppen niederschlugen.

Der liberale Politiker und Seminardirektor Augustin Keller machte die Klöster für den Widerstand gegen den Staat mitverantwortlich. Auf seinen Antrag beschloss der Grosse Rat am 13. Januar 1841 die sofortige Aufhebung aller acht aargauischen Klöster.[13]

Betroffen waren unter anderem die Klöster Muri, Wettingen und Fahr. Der Staat beschlagnahmte die Klostergüter und verwendete Teile davon für Schulen, soziale Einrichtungen und öffentliche Aufgaben.

Katholische Kantone und ausländische Mächte protestierten gegen die Aufhebung. Die eidgenössische Tagsatzung verlangte die teilweise Wiederherstellung der Klöster. 1843 wurden vier Frauenklöster wieder zugelassen, während die Männerklöster aufgehoben blieben.

Der Klosterstreit verschärfte den gesamtschweizerischen Konflikt zwischen liberalen und katholisch-konservativen Kantonen. Er gehörte zu den Entwicklungen, die zur Bildung des Sonderbunds und zum Sonderbundskrieg von 1847 beitrugen.[2]

Bundesstaat und direkte Demokratie

Der Kanton Aargau unterstützte im Sonderbundskrieg die eidgenössischen Tagsatzungstruppen. Nach dem liberalen Sieg nahm die Aargauer Bevölkerung die Bundesverfassung von 1848 mit deutlicher Mehrheit an.[14]

Aargauer Politiker wie Friedrich Frey-Herosé und Emil Welti spielten beim Aufbau des Bundesstaates eine bedeutende Rolle. Beide wurden in den Bundesrat gewählt.

Die kantonalen Verfassungen von 1852 und 1885 sowie mehrere Teilrevisionen erweiterten schrittweise die Volksrechte. Referendum, Initiative und die direkte Wahl von Behörden stärkten die direkte Demokratie.

Seit der Kantonsgründung erhielt der Aargau Verfassungen in den Jahren 1803, 1814, 1831, 1841, 1852, 1885 und 1980.[15]

Die Verfassung von 1885 trug zur Entschärfung der konfessionellen Gegensätze bei. Der Staat bekannte sich stärker zur religiösen Neutralität, während die öffentlich-rechtlichen Kirchen ihre Angelegenheiten zunehmend selbstständig regelten.

Emanzipation der jüdischen Bevölkerung

Die politische und rechtliche Gleichstellung der jüdischen Bevölkerung blieb auch nach 1803 unvollständig. Jüdische Einwohner besassen zwar bestimmte bürgerliche Rechte, waren aber weiterhin von der Niederlassungsfreiheit und zahlreichen politischen Rechten ausgeschlossen.

Unter dem Druck des Bundes und ausländischer Staaten hob der Aargau die Einschränkungen schrittweise auf. In den 1860er-Jahren erhielten die jüdischen Einwohner von Endingen und Lengnau die volle politische Gleichberechtigung.

Viele jüdische Familien verliessen daraufhin das Surbtal und zogen in Städte wie Baden, Zürich, Basel oder Bern. Die Synagogen, Wohnhäuser und der gemeinsame Friedhof von Endingen und Lengnau erinnern an die besondere Geschichte der beiden Gemeinden.

Industrialisierung

Die Industrialisierung begann im Aargau bereits im späten 18. Jahrhundert und beschleunigte sich nach der Kantonsgründung. Gewerbefreiheit, politische Reformen, Wasserkräfte und die zentrale Lage zwischen mehreren Wirtschaftsräumen begünstigten die Entwicklung.[16]

Zu den frühen Industriezweigen gehörten:

  • Baumwollspinnerei und Weberei;
  • Seidenband- und Seidenstoffproduktion;
  • Strohflechterei;
  • Tabakverarbeitung;
  • Papierherstellung;
  • Metallverarbeitung;
  • Nahrungsmittelproduktion.

Die Textilindustrie konzentrierte sich unter anderem im Wynental, im Suhrental, im Seetal und im Freiamt. Zahlreiche Familien arbeiteten zunächst zu Hause für Verleger und Handelshäuser. Später entstanden mechanische Spinnereien und Webereien.

Die Industrialisierung brachte lange Arbeitszeiten, niedrige Löhne und Kinderarbeit mit sich. 1824 waren gemäss einer kantonalen Untersuchung mehr als 500 Kinder in Aargauer Fabriken beschäftigt. Wirksame Schutzbestimmungen entstanden erst schrittweise.[17]

Mit dem Eisenbahnbau ab der Mitte des 19. Jahrhunderts wurden die Aargauer Städte und Industrieregionen besser mit Zürich, Basel, Bern und der Zentralschweiz verbunden. Bedeutende Eisenbahnknoten entstanden in Aarau, Brugg, Lenzburg, Baden und Zofingen.

1891 gründeten Charles Eugene Lancelot Brown und Walter Boveri in Baden die Brown, Boveri & Cie., die spätere ABB. Baden entwickelte sich zu einem Zentrum der schweizerischen Maschinen- und Elektroindustrie.

Gesellschaftlicher Wandel im 19. Jahrhundert

Die Industrialisierung führte zu einem starken Wachstum einzelner Gemeinden und zu neuen sozialen Gegensätzen. Fabrikarbeiterinnen und Fabrikarbeiter, Angestellte und Unternehmer bildeten neue gesellschaftliche Gruppen.

Gewerkschaften, Arbeitervereine, Genossenschaften und politische Parteien gewannen gegen Ende des Jahrhunderts an Bedeutung. Gleichzeitig blieben Landwirtschaft und Heimarbeit in vielen ländlichen Gebieten wichtige Erwerbsquellen.

Der Ausbau des Schulwesens erhöhte die Alphabetisierung und verbesserte die berufliche Ausbildung. Lehrerseminare, Bezirksschulen und die Kantonsschule trugen dazu bei, ein gemeinsames kantonales Bildungswesen zu schaffen.

Trotz der staatlichen Integration blieben regionale und konfessionelle Unterschiede lange sichtbar. Der ehemalige Berner Aargau war überwiegend reformiert, während Freiamt und Fricktal katholisch geprägt blieben.

Der Aargau im 20. Jahrhundert

Erster Weltkrieg und Zwischenkriegszeit

Während des Ersten Weltkriegs blieb die Schweiz neutral. Die Mobilmachung, Versorgungsschwierigkeiten, Arbeitslosigkeit und Teuerung belasteten jedoch auch die Aargauer Bevölkerung.

Die industrielle Produktion gewann weiter an Bedeutung. Gleichzeitig kam es zu sozialen Spannungen. Am Landesstreik von 1918 beteiligten sich Arbeiterinnen und Arbeiter in verschiedenen Aargauer Industrieorten.

In der Zwischenkriegszeit waren Teile der Textil- und Strohindustrie von Strukturkrisen betroffen. Maschinenbau, Elektrotechnik, Chemie und Nahrungsmittelindustrie gewannen dagegen an Gewicht.

Zweiter Weltkrieg

Während des Zweiten Weltkriegs wurden zahlreiche Aargauer zum Aktivdienst eingezogen. Die Grenzlage am Rhein verlieh dem Fricktal und dem Zurzibiet besondere militärische Bedeutung.

Befestigungen, Sperren und Beobachtungsanlagen sollten wichtige Verkehrsachsen, Brücken und Flussübergänge schützen. Die Bevölkerung war von Rationierung, Anbaupflichten und Einschränkungen des Alltags betroffen.

Der Kanton nahm Flüchtlinge und internierte Soldaten auf. Gleichzeitig wurden Flüchtlinge an der Grenze entsprechend der restriktiven schweizerischen Flüchtlingspolitik teilweise zurückgewiesen.

Nachkriegszeit

Nach 1945 erlebte der Aargau ein starkes Wirtschafts- und Bevölkerungswachstum. Die Nähe zu Zürich und Basel, neue Autobahnen und ein dichteres Bahnnetz machten den Kanton zu einem bedeutenden Wohn-, Industrie- und Pendlerraum.

Arbeitskräfte aus Italien, Spanien, Portugal, dem ehemaligen Jugoslawien und später aus weiteren Ländern veränderten die Gesellschaft. Zahlreiche Dörfer entwickelten sich zu Agglomerationsgemeinden.

Die traditionellen Industriebranchen wurden durch Chemie, Kunststofftechnik, Elektronik, Fahrzeugbau, Logistik und Dienstleistungen ergänzt. Gleichzeitig nahm die Zahl der in der Landwirtschaft beschäftigten Personen stark ab.

Entwicklung zum Energiekanton

Die grossen Flüsse machten den Aargau früh zu einem wichtigen Standort der Wasserkraft. Seit dem späten 19. und frühen 20. Jahrhundert entstanden Kraftwerke an Aare, Rhein, Reuss und Limmat.

Der Kanton gehörte zu den Gründungsgebieten der späteren Axpo. Energieproduktion, Stromverteilung und Elektrotechnik wurden zu prägenden Bestandteilen der Aargauer Wirtschaft.

1969 nahm das Kernkraftwerk Beznau seinen ersten Block in Betrieb. Später folgten der zweite Block sowie das Kernkraftwerk Leibstadt. Das Kernkraftwerk Kaiseraugst wurde nach jahrzehntelangen politischen Auseinandersetzungen nicht gebaut.

Die Anti-Atomkraft-Bewegung und der Widerstand gegen Kaiseraugst gehörten zu den bedeutenden gesellschaftlichen Konflikten der 1970er- und 1980er-Jahre. Energiepolitik, Landschaftsschutz und die Nutzung der Flüsse blieben auch danach zentrale Themen.

Politische und gesellschaftliche Modernisierung

1971 erhielten die Frauen auf eidgenössischer und kantonaler Ebene das Stimm- und Wahlrecht. Dadurch wurde die politische Gleichberechtigung eines grossen Teils der Bevölkerung verwirklicht, der seit der Kantonsgründung von der institutionellen Politik ausgeschlossen gewesen war.

1972 beschloss das Stimmvolk die Totalrevision der Kantonsverfassung. Ein 200 Mitglieder umfassender Verfassungsrat erarbeitete die neue Verfassung, die 1980 angenommen wurde.[15]

Die neue Verfassung ordnete die Grundrechte, die Aufgaben des Kantons, die Gewaltenteilung und die demokratischen Mitwirkungsrechte neu. Sie wurde in den folgenden Jahrzehnten mehrfach angepasst.

Der Ausbau des Sozialstaates, der höheren Bildung, der Gesundheitsversorgung und der regionalen Planung veränderte die Aufgaben der kantonalen Verwaltung erheblich.

Natur- und Landschaftsschutz

Industrialisierung, Flusskorrektionen, Kraftwerkbau und Siedlungswachstum veränderten die Aargauer Landschaft tiefgreifend. Besonders stark betroffen waren die Auen entlang der grossen Flüsse.

Seit den 1970er-Jahren gewann der Natur- und Umweltschutz an Bedeutung. Die Reusstalsanierung verband Hochwasserschutz, Landwirtschaft und ökologische Massnahmen.

1993 nahm die Aargauer Bevölkerung die Aueninitiative an. Der daraus hervorgegangene Verfassungsauftrag bildete die Grundlage für den Auenschutzpark Aargau. Ziel war es, mindestens ein Prozent der Kantonsfläche als naturnahe Auenlandschaft zu schützen und aufzuwerten.[18]

Entwicklung seit dem späten 20. Jahrhundert

Seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts entwickelte sich der Aargau von einem überwiegend ländlich-industriellen Kanton zu einem stark vernetzten Wohn- und Wirtschaftsraum.

Die Agglomerationen um Baden, Wettingen, Aarau, Lenzburg, Wohlen, Rheinfelden und Zofingen wuchsen. Gleichzeitig pendeln viele Einwohnerinnen und Einwohner in die Wirtschaftszentren Zürich, Basel, Bern und Luzern.

Die regionale Vielfalt blieb erhalten. Das Fricktal orientiert sich wirtschaftlich stark nach Basel, der östliche Kantonsteil nach Zürich und der südliche Teil zur Zentralschweiz. Aarau bildet das politische und administrative Zentrum.

Gemeindefusionen, regionale Zusammenarbeit und der Ausbau des öffentlichen Verkehrs veränderten die staatlichen und räumlichen Strukturen. Dennoch besitzen die Gemeinden im Aargau weiterhin eine ausgeprägte Autonomie.

Erinnerungskultur und historische Forschung

Burgen, Schlösser, Klöster, Altstädte, römische Fundstätten und Industriebauten prägen das historische Selbstverständnis des Kantons. Zu den wichtigsten Erinnerungsorten gehören:

  • Vindonissa und das Vindonissa Museum;
  • Schloss Habsburg;
  • Schloss Lenzburg;
  • Schloss Hallwyl;
  • Kloster Königsfelden;
  • Kloster Muri;
  • Kloster Wettingen;
  • die Altstädte von Aarau, Baden, Bremgarten, Brugg, Laufenburg, Lenzburg, Rheinfelden und Zofingen;
  • die Synagogen und der jüdische Friedhof von Endingen und Lengnau.

Das Staatsarchiv Aargau bewahrt Urkunden und Akten vom Mittelalter bis zur Gegenwart. Seine systematischen Verwaltungsbestände beginnen mit der Kantonsgründung von 1803.[19]

Die Kantonsarchäologie erforscht, dokumentiert und schützt archäologische Fundstellen. Museum Aargau vermittelt die Geschichte an mehreren Originalschauplätzen.

2003 feierte der Kanton sein 200-jähriges Bestehen. Das Jubiläum rückte insbesondere die schwierige Integration der vier historischen Landesteile und die Entwicklung einer gemeinsamen kantonalen Identität ins öffentliche Bewusstsein.

Zeittafel

Zeit Ereignis
Jungsteinzeit Seeufersiedlungen unter anderem am Hallwilersee
15 v. Chr. Beginn der römischen Herrschaft im Gebiet
frühes 1. Jahrhundert n. Chr. Ausbau von Vindonissa zum Legionslager
101 Abzug der letzten römischen Legion aus Vindonissa
um 1020 Bau der Habsburg
1027 Gründung des Klosters Muri
1308 Ermordung König Albrechts I. bei Windisch
1415 Eroberung des habsburgischen Aargaus durch die Eidgenossen
1528 Einführung der Reformation im Berner Aargau
1656 Erster Villmergerkrieg
1712 Zweiter Villmergerkrieg und Vierter Landfriede von Aarau
1798 Ende der bernischen und gemeineidgenössischen Herrschaft; Aarau wird vorübergehend Hauptstadt der Helvetischen Republik
1802 Bildung des Kantons Fricktal
19. Februar 1803 Mediationsakte und Gründung des heutigen Kantons Aargau
5.–6. Dezember 1830 Freiämtersturm
1831 Inkrafttreten einer liberalen Kantonsverfassung
1841 Aargauer Klosterstreit
1847 Beteiligung auf eidgenössischer Seite am Sonderbundskrieg
1848 Aargau wird Gliedstaat des schweizerischen Bundesstaates
1891 Gründung von Brown, Boveri & Cie. in Baden
1969 Inbetriebnahme des ersten Blocks des Kernkraftwerks Beznau
1971 Einführung des Frauenstimm- und -wahlrechts
1980 Annahme der neuen Kantonsverfassung
2003 Feier des 200-jährigen Kantonsjubiläums

Siehe auch

Literatur

  • Nold Halder: Geschichte des Kantons Aargau 1803–1953. Aarau 1953.
  • Bruno Meier: Ein Königshaus aus der Schweiz. Die Habsburger, der Aargau und die Eidgenossenschaft im Mittelalter. Baden 2008.
  • Historische Gesellschaft des Kantons Aargau (Hrsg.): Argovia. Jahresschrift der Historischen Gesellschaft des Kantons Aargau.
  • Staatsarchiv Aargau (Hrsg.): Der Aargauer Klosterstreit 1841 in bildlichen Darstellungen. Zürich 2016.

Einzelnachweise

  1. Aargau, in: Historisches Lexikon der Schweiz, abgerufen am 27. Juli 2026.
  2. 2,0 2,1 Geschichte, offizielle Website des Kantons Aargau, abgerufen am 27. Juli 2026.
  3. 3,0 3,1 Geschichte von Vindonissa, Museum Aargau, abgerufen am 27. Juli 2026.
  4. Geschichte von Schloss Habsburg, Museum Aargau, abgerufen am 27. Juli 2026.
  5. Zeitstrahl des Klosters Königsfelden, Museum Aargau, abgerufen am 27. Juli 2026.
  6. Freie Ämter, in: Historisches Lexikon der Schweiz, abgerufen am 27. Juli 2026.
  7. Zweiter Villmergerkrieg, in: Historisches Lexikon der Schweiz, abgerufen am 27. Juli 2026.
  8. 8,0 8,1 Schulorganisation im jungen Kanton Aargau, Staatsarchiv Aargau, abgerufen am 27. Juli 2026.
  9. Judentum, in: Historisches Lexikon der Schweiz, abgerufen am 27. Juli 2026.
  10. Mediationsakte, in: Historisches Lexikon der Schweiz, abgerufen am 27. Juli 2026.
  11. Johann Heinrich Fischer, in: Historisches Lexikon der Schweiz, abgerufen am 27. Juli 2026.
  12. Verfassungsrat 1831, Staatsarchiv Aargau, abgerufen am 27. Juli 2026.
  13. Aargauer Klosterstreit, in: Historisches Lexikon der Schweiz, abgerufen am 27. Juli 2026.
  14. Katholizismus und Protestantismus im Aargau des 19. Jahrhunderts – Teil 2, Staatsarchiv Aargau, abgerufen am 27. Juli 2026.
  15. 15,0 15,1 Verfassungsrat 1973–1980, Staatsarchiv Aargau, abgerufen am 27. Juli 2026.
  16. Der Aargau als Industriekanton, Kanton Aargau, 15. Mai 2003, abgerufen am 27. Juli 2026.
  17. Fabrikkinder im Aargau im 19. Jahrhundert, Kanton Aargau, abgerufen am 27. Juli 2026.
  18. Auenschutzpark: Geschichte und Zukunft, Kanton Aargau, abgerufen am 27. Juli 2026.
  19. Staatsarchiv Aargau, Kanton Aargau, abgerufen am 27. Juli 2026.