Berg am Irchel

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Berg am Irchel

Berg am Irchel am Nordhang des Irchels

Berg am Irchel am Nordhang des Irchels

Wappen von Berg am Irchel

Wappen

Lage von Berg am Irchel

Lage der Gemeinde

Gemeindedaten

Staat

Schweiz

Kanton

Zürich

Region

Zürcher Weinland

Bezirk

Andelfingen

BFS-Nummer

0023

Postleitzahl

8415 Berg am Irchel
8415 Gräslikon

Koordinaten

47.56666° N, 8.60000° E

Höhe

410 m ü. M.

Fläche

7,06 km²

Einwohner

597
(Stand: 31. Dezember 2025)

Website

www.bergamirchel.ch

Berg am Irchel ist eine politische Gemeinde im Bezirk Andelfingen des Kantons Zürich in der Schweiz. Sie liegt im Zürcher Weinland auf einer Geländeterrasse am Nordhang des Irchels oberhalb der Thurebene. Zur Gemeinde gehören das Dorf Berg am Irchel, die Ortschaft Gräslikon sowie mehrere Einzelhöfe und historische Landgüter.

Die ländlich geprägte Gemeinde liegt zwischen dem Irchel, der Thur und dem Rhein. Das Gemeindegebiet umfasst Rebberge, Acker- und Wiesland, Wälder, steile Bachtobel und das Ebersberger Plateau. Überregional bekannt sind das geschützte Ortsbild, die beiden Landsitze Schloss Berg und Schloss Eigenthal sowie die Greifvogelstation Berg am Irchel.

Mit weniger als 600 Einwohnerinnen und Einwohnern gehört Berg am Irchel zu den kleineren politischen Gemeinden des Kantons Zürich. Landwirtschaft, Rebbau und Forstwirtschaft besitzen weiterhin eine vergleichsweise grosse Bedeutung.

Geografie

Lage

Berg am Irchel liegt im südwestlichen Teil des Bezirks Andelfingen, rund 13 Kilometer nordwestlich von Winterthur. Das Dorf befindet sich auf einer Geländeterrasse über dem Flaachtal und der Thurebene. Südlich des Siedlungsgebiets steigt das Gelände zum bewaldeten Irchel an.

Die Gemeinde grenzt an Flaach, Volken, Buch am Irchel und Freienstein-Teufen im Kanton Zürich sowie an Rüdlingen im Kanton Schaffhausen. Der Rhein bildet einen Teil der westlichen Gemeindegrenze.

Das Gemeindegebiet erstreckt sich von ungefähr 343 Metern über Meer am Rhein bis auf rund 678 Meter über Meer am Irchel. Das Dorfzentrum liegt auf etwa 410 Metern über Meer.[1]

Landschaft

Die Landschaft ist durch den Übergang von der flachen Thurebene zum bewaldeten Irchel geprägt. Das Dorf Berg liegt auf einer gut sichtbaren Geländeschulter, die nach Norden steil in Richtung Flaach abfällt.

Ackerland, Wiesen, Obstgärten und Rebberge umgeben die historischen Siedlungskerne. Grössere Waldflächen erstrecken sich am Irchel und auf dem Ebersberg. An den steileren Hängen verlaufen mehrere tief eingeschnittene Bäche und Tobel.

Das Gemeindegebiet umfasst 7,06 Quadratkilometer. Ein erheblicher Teil der Fläche wird landwirtschaftlich genutzt. Wald, Gewässer, Verkehrsflächen und das vergleichsweise kleine Siedlungsgebiet bilden die übrigen Nutzungsarten.[1]

Gewässer

Der Rhein berührt das Gemeindegebiet im Westen. In der Nähe von Berg am Irchel mündet die Thur in den Rhein. Die Flusslandschaft gehört zum Naturraum der Thurauen und besitzt eine grosse ökologische Bedeutung.

Durch das Dorfgebiet und die angrenzenden Hänge fliessen mehrere kleinere Gewässer. Dazu gehören der Altenbach und der Langwisenbach. Die Bäche haben sich teilweise tief in die Geländeoberfläche eingeschnitten und gliedern den historischen Siedlungsraum.

Irchel und Ebersberg

Der Irchel ist ein bewaldeter Höhenzug zwischen dem unteren Tösstal, dem Flaachtal und dem Zürcher Weinland. Er entstand aus Sedimenten, die während der Eiszeiten und in früheren geologischen Perioden abgelagert wurden.

Das Ebersberger Plateau liegt im westlichen Gemeindegebiet über dem Rhein. Archäologische Funde und militärische Anlagen weisen auf die strategische Bedeutung dieser Anhöhe hin.

Wanderwege führen von Berg und Gräslikon auf den Irchel, zum Ebersberg und in die umliegenden Waldgebiete. Der Höhenzug dient als Naherholungsgebiet und als Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten.

Gemeindegliederung

Zur politischen Gemeinde gehören zwei historische Siedlungskerne sowie verschiedene Höfe und Landgüter.

Ortsteil Beschreibung
Berg am Irchel Hauptdorf mit Kirche, Gemeindeverwaltung, Schule und historischen Landsitzen
Gräslikon Ländlich geprägte Ortschaft nordöstlich des Hauptdorfes
Schloss Berg Historischer Landsitz südöstlich der reformierten Kirche
Eigenthal Hof- und Schlossgut östlich des Dorfkerns
Ebersberg Landwirtschaftlich und forstwirtschaftlich geprägtes Gebiet oberhalb des Rheins

Gräslikon gehörte bis 1855 zur Gemeinde Buch am Irchel. Danach wurde die Ortschaft der politischen Gemeinde Berg am Irchel zugeteilt. Die Zivilgemeinde Gräslikon bestand noch bis Ende 2009 und wurde auf Anfang 2010 aufgehoben.

Geschichte

Ur- und Frühgeschichte

Die ältesten Siedlungsspuren im Gemeindegebiet stammen aus der späten Bronzezeit. In der Kiesgrube im Gebiet Jösli sowie auf dem Ebersberger Plateau wurden Nadeln, Ringe, Werkzeuge und weitere Gegenstände gefunden.[2]

Auf dem Ebersberg soll sich in spätrömischer Zeit eine Warte des Rheinlimes befunden haben. Solche Anlagen dienten der Beobachtung und Sicherung der Rheingrenze. Der genaue Standort und die Gestalt der vermuteten Anlage sind nicht abschliessend geklärt.

Auf dem Irchelplateau befinden sich zudem die Wallanlagen Schartenfluh und Hebelstein. Ihre Entstehungszeit und ursprüngliche Funktion sind nicht eindeutig bestimmt.

Mittelalter

Eine nicht genau datierbare Urkunde aus der Zeit um 1100 nennt den Ort als Berga. Als erste gesicherte urkundliche Erwähnung gilt eine Nennung von 1243.[3]

Im 13. Jahrhundert gehörten die Herren von Teufen zu den bedeutendsten Grundbesitzern in Berg. Im Jahr 1268 übertrug Ida von Teufen Gerichtsrechte über den Ort an das Kloster Kappel.

Weitere grundherrliche Rechte und der Meierhof gelangten an das Chorherrenstift Embrach. Eine sogenannte Offnung von 1370 hielt die Rechte und Pflichten der Dorfbewohner sowie die Ansprüche des Stifts schriftlich fest.

Die hohe Gerichtsbarkeit lag zunächst bei den Grafen von Kyburg und später bei den Habsburgern. Im Jahr 1452 gelangte sie mit der Grafschaft Kyburg an die Stadt Zürich.

Gerichtsherrschaft

Unter der Herrschaft der Stadt Zürich bildete Berg am Irchel eine eigene Gerichtsherrschaft. Die Gerichtsherren waren meist Mitglieder einflussreicher Zürcher Bürgerfamilien.

Zu den Inhabern von Herrschaftsrechten gehörten unter anderem die Familien von Tettingen, von Gachnang, zum Tor, von Ulm und Meiss. Durch eine Heirat gelangte die Gerichtsherrschaft 1642 an die Familie Escher vom Luchs.

Die Familie Escher übte ihre Rechte bis zum Ende der Alten Eidgenossenschaft im Jahr 1798 aus. Ihr Landsitz, das Schloss Berg, entwickelte sich zum repräsentativen Mittelpunkt der Gerichtsherrschaft.

Im 17. Jahrhundert war Berg auch Sitz eines landvögtlichen Gerichts. Die Gerichts- und Herrschaftsverhältnisse prägten die politische und bauliche Entwicklung des Dorfes.

Reformation

Mit der Reformation in Zürich gingen die Rechte des aufgehobenen Stifts Embrach an die Stadt Zürich über. Eine Besonderheit bestand beim Recht zur Einsetzung des Pfarrers.

Die Kollatur der Kirche lag beim katholisch gebliebenen Kloster Rheinau. Ein Vertrag von 1558 sicherte dem Kloster das Recht, den reformierten Pfarrer von Berg zu wählen und den Weinzehnten einzuziehen. Diese Regelung blieb bis 1836 gültig.[2]

Das Verhältnis zwischen der reformierten Kirchgemeinde und dem katholischen Kloster Rheinau war damit während fast drei Jahrhunderten durch eine aussergewöhnliche konfessionelle Verbindung geprägt.

Helvetik und moderne Gemeinde

Mit dem Einmarsch französischer Truppen und dem Zusammenbruch der Alten Eidgenossenschaft endete 1798 die Gerichtsherrschaft der Familie Escher.

Während der Helvetischen Republik wurde Berg dem Distrikt Andelfingen zugeteilt. Aus diesem Verwaltungsgebiet entwickelte sich der heutige Bezirk Andelfingen.

Im Jahr 1841 wurde die Irchelstrasse eröffnet. Die neue, am Hang in Richtung Teufen geführte Verbindung ersetzte den steilen alten Zürichweg und erleichterte den Waren- und Personenverkehr.

Gräslikon

Gräslikon wurde 1254 als Grassilincon urkundlich erwähnt. Die Siedlung gehörte ursprünglich zu Buch am Irchel.

Nach der politischen Neuordnung von 1798 wurde Gräslikon der Gemeinde Buch am Irchel zugeteilt. Die Bewohner bemühten sich jedoch um eine stärkere Selbstständigkeit und um den Anschluss an Berg.

1845 wurde Gräslikon als Zivilgemeinde organisiert. Zehn Jahre später, 1855, wurde die Ortschaft der politischen Gemeinde Berg am Irchel angeschlossen.[3]

Die Zivilgemeinde verwaltete weiterhin eigenes Vermögen und bestimmte lokale Aufgaben. Mit der neuen Zürcher Kantonsverfassung wurden die verbliebenen Zivilgemeinden aufgehoben. Gräslikon wurde deshalb auf den 1. Januar 2010 vollständig in die politische Gemeinde integriert.

Landwirtschaft und Bevölkerungsrückgang

Berg am Irchel war während Jahrhunderten ein Acker- und Rebbauerndorf. Der Weinbau brachte im 17. und 18. Jahrhundert vergleichsweise gute Erträge und förderte das Wachstum der Bevölkerung.

Seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts nahm die Einwohnerzahl jedoch deutlich ab. Die Industrialisierung in Winterthur, Zürich und anderen Orten führte zur Abwanderung eines Teils der Bevölkerung.

Obstbau und Milchwirtschaft ersetzten zeitweise einen grossen Teil des traditionellen Weinbaus. Erst gegen Ende des 20. Jahrhunderts gewannen die Rebflächen wieder an Bedeutung.

Die zurückhaltende Bautätigkeit bewahrte den historischen Dorfkern und die umliegende Kulturlandschaft. Seit den 1970er-Jahren entstanden am westlichen und südlichen Dorfrand kleinere Wohnquartiere.

Zweiter Weltkrieg

In den Jahren 1938 bis 1940 wurde die Festung Ebersberg errichtet. Die militärischen Anlagen wurden in die Sandsteinschichten des Ebersbergs eingebaut.

Die Festung war Teil der schweizerischen Grenzbefestigungen und sollte einen feindlichen Übergang über den Rhein verhindern oder zumindest verzögern. Sie umfasste unterirdische Räume, Kampfstände und Beobachtungsanlagen.

Nach dem Ende des Kalten Krieges verlor die Anlage ihre militärische Bedeutung. Teile der Festung blieben als Zeugnisse der Schweizer Verteidigungsgeschichte erhalten.

Bevölkerung

Am 31. Dezember 2025 zählte Berg am Irchel 597 Einwohnerinnen und Einwohner. Der Anteil der ausländischen Bevölkerung betrug rund 10,2 Prozent.[1]

Jahr Einwohner
1467 10 Haushaltungen mit 31 Erwachsenen
1634 397
1698 527
1850 468
1860 614
1900 464
1950 405
1980 376
1990 466
2000 573
2010 599
2020 595
2024 589
2025 597

Die Zahlen ab 1860 umfassen auch Gräslikon, das 1855 der Gemeinde Berg am Irchel angeschlossen wurde.

Amtssprache ist Deutsch. Im Alltag wird hauptsächlich Zürichdeutsch beziehungsweise eine Mundart des Zürcher Weinlands gesprochen.

Politik und Verwaltung

Berg am Irchel ist nach dem Gemeindegesetz des Kantons Zürich organisiert. Die Stimmberechtigten entscheiden an Gemeindeversammlungen und bei Urnenabstimmungen über wichtige kommunale Geschäfte.

Der Gemeinderat bildet die Exekutive. Er ist für die politische und strategische Führung der Gemeinde zuständig. Zu seinen Aufgabenbereichen gehören Finanzen, Hoch- und Tiefbau, Raumplanung, Landwirtschaft, Sicherheit, Sozialwesen und öffentliche Infrastruktur.

Die Gemeindeverwaltung befindet sich im Landihaus am Winkel 13. Wegen der geringen Gemeindegrösse werden zahlreiche Aufgaben in Zusammenarbeit mit anderen Gemeinden des Flaachtals und des Bezirks Andelfingen erfüllt.

Regionale Kooperationen bestehen unter anderem in den Bereichen Schule, Feuerwehr, Zivilschutz, Abwasserentsorgung, Altersversorgung und Forstwirtschaft.

Wirtschaft

Landwirtschaft

Die Landwirtschaft besitzt in Berg am Irchel weiterhin eine überdurchschnittlich grosse Bedeutung. Die Betriebe bewirtschaften Äcker, Wiesen, Rebflächen, Obstgärten und Weiden.

Zu den wichtigsten Betriebszweigen gehören Milchwirtschaft, Viehzucht, Ackerbau, Obstbau und Rebbau. Verschiedene Höfe betreiben Direktvermarktung oder verbinden die Landwirtschaft mit weiteren Dienstleistungen.

Die offene Kulturlandschaft zwischen Berg, Gräslikon, dem Irchel und der Thurebene wird wesentlich durch die landwirtschaftliche Nutzung erhalten.

Rebbau

Der Rebbau ist seit Jahrhunderten belegt. Die sonnigen Hänge oberhalb des Flaachtals bieten günstige Bedingungen für Weinreben.

Im 19. und frühen 20. Jahrhundert ging die Rebfläche stark zurück. Krankheiten, veränderte Marktbedingungen sowie der Ausbau von Obstbau und Milchwirtschaft führten zur Aufgabe zahlreicher Parzellen.

Seit dem späten 20. Jahrhundert wurde der Weinbau teilweise wiederbelebt. Die Rebberge tragen heute zur landschaftlichen Vielfalt und zur regionalen Identität des Zürcher Weinlands bei.

Gewerbe

Im Dorf bestehen kleinere Gewerbe- und Dienstleistungsbetriebe. Von besonderer Bedeutung sind Betriebe der Holzverarbeitung, des Baugewerbes, der Landwirtschaft und des lokalen Handwerks.

Ein grosser Teil der Erwerbstätigen arbeitet ausserhalb der Gemeinde. Wichtige Arbeitsorte sind Winterthur, Andelfingen, Bülach, Schaffhausen und die Zürcher Agglomeration.

Verkehr

Strassenverkehr

Berg am Irchel liegt abseits der grossen nationalen Verkehrsachsen. Regionale Strassen verbinden die Gemeinde mit Flaach, Buch am Irchel, Freienstein-Teufen und dem unteren Tösstal.

Über Flaach und Henggart besteht Zugang zur Autobahn A4 zwischen Winterthur und Schaffhausen. Weitere Verbindungen führen über das Zürcher Unterland in Richtung Bülach und Zürich.

Die 1841 eröffnete Irchelstrasse nach Teufen bildet eine historisch wichtige Verkehrsverbindung entlang des Nordhangs des Irchels.

Öffentlicher Verkehr

Die Gemeinde besitzt keinen eigenen Bahnhof. Sie wird durch regionale Postautolinien erschlossen.

Die Linie 670 verbindet Berg am Irchel mit Flaach und dem Hauptbahnhof Winterthur. Die Linie 677 führt über Berg am Irchel nach Andelfingen beziehungsweise Hettlingen. In den Wochenendnächten besteht mit der Linie N64 eine Nachtverbindung.[4]

Die nächstgelegenen Bahnhöfe befinden sich unter anderem in Henggart, Andelfingen und Rorbas-Freienstein. Der öffentliche Verkehr gehört zum Tarifgebiet des Zürcher Verkehrsverbunds.

Bildung

Die Kinder und Jugendlichen der Gemeinde besuchen die regionale Schule Flaachtal. Die gemeinsame Schulgemeinde umfasst mehrere Ortschaften des Flaachtals.

In Berg am Irchel befindet sich ein Schulstandort für die Mittelstufe. Weitere Kindergarten-, Primar- und Sekundarschulangebote sind auf verschiedene Schulhäuser der Region verteilt.[5]

Der Schülertransport zwischen den Wohnorten und den Schulstandorten wird teilweise mit Schulbussen organisiert. Weiterführende Schulen und Berufsfachschulen befinden sich hauptsächlich in Winterthur, Bülach, Schaffhausen und Zürich.

Religion

Reformierte Kirche

Die reformierte Kirche steht am östlichen Rand des historischen Dorfkerns. Sie wurde 1268 erstmals erwähnt.

Die mittelalterliche Kirche wurde 1654 weitgehend abgebrochen und unter Beibehaltung des Chorturms neu errichtet. Der Turm wurde 1830 erhöht und erhielt 1892 einen neugotischen Spitzhelm.[2]

Zur kirchlichen Baugruppe gehören das Pfarrhaus, die ehemalige Zehntentrotte und das Haus zum Kloster. Letzteres wurde 1558 als Zehntenscheune des Klosters Rheinau errichtet.

Die reformierte Bevölkerung gehört heute zur Evangelisch-reformierten Kirchgemeinde Flaachtal. Diese umfasst mehrere Gemeinden und Ortschaften der Region.

Weitere Konfessionen

Die römisch-katholischen Einwohnerinnen und Einwohner gehören zu einer regionalen Pfarrei im Bezirk Andelfingen. Daneben leben in der Gemeinde Angehörige weiterer Glaubensgemeinschaften sowie Personen ohne Konfessionszugehörigkeit.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Historischer Dorfkern

Der alte Dorfkern liegt auf der Geländeterrasse oberhalb der Thurebene. Er besteht aus zwei Siedlungsgruppen, die durch die tief eingeschnittenen Bachtobel gegliedert werden.

Bauernhäuser, ehemalige Ökonomiegebäude, die reformierte Kirche, das Schloss Berg und verschiedene öffentliche Gebäude bilden ein weitgehend erhaltenes ländliches Ortsbild.

Berg am Irchel ist im Bundesinventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz als Ortsbild von nationaler Bedeutung verzeichnet.[2]

Schloss Berg

Das Schloss Berg liegt südöstlich der reformierten Kirche. Der Zürcher Ratsherr und Gerichtsherr Hans Heinrich Escher vom Luchs liess das Herrenhaus vermutlich nach 1642 unter Einbezug eines älteren Meierhofs errichten.

Das zweigeschossige Gebäude besitzt ein hohes Satteldach und auffällige Treppengiebel. Zum Anwesen gehörten umfangreiche Landwirtschafts- und Rebflächen.

Um 1800 wurde der Landsitz durch eine Orangerie und eine repräsentative Gartenanlage ergänzt. Nachkommen der Familie Escher bewohnten das Schloss auch nach dem Ende der Gerichtsherrschaft bis 1875.

Das Schloss befindet sich in Privatbesitz und ist nicht allgemein öffentlich zugänglich. Zum Gut gehört ein landwirtschaftlicher Betrieb mit Pferdehaltung.

Schloss Eigenthal

Das östlich des Dorfkerns gelegene Schlossgut Eigenthal wurde bereits im 15. Jahrhundert erwähnt. Es gehörte ursprünglich zur Dorfgemeinde Gräslikon.

Der Schaffhauser Junker Georg Rietmann liess das Anwesen 1588 zu einem Landsitz umbauen. Im Jahr 1765 gelangte es an die Familie Escher, die auch das Schloss Berg besass.

Das Ensemble umfasst das Herrenhaus und verschiedene landwirtschaftliche Nebengebäude. Es bildet einen wichtigen Bestandteil der historischen Kulturlandschaft.

Haus zum Kloster und Zehntentrotte

Das Haus zum Kloster wurde 1558 als Zehntenscheune des Klosters Rheinau erbaut. Es erinnert an die besonderen kirchlichen und wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Berg am Irchel und dem Kloster.

Die ehemalige Zehntentrotte diente der Verarbeitung und Lagerung der als Abgabe gelieferten landwirtschaftlichen Erzeugnisse, insbesondere des Weins.

Greifvogelstation

Die Greifvogelstation Berg am Irchel wurde 1956 gegründet. Sie pflegt verletzte, geschwächte oder verwaiste Greifvögel und Eulen mit dem Ziel, die Tiere möglichst wieder auszuwildern.[6]

Die Station arbeitet mit Tierkliniken, Tierärzten, Naturschutzorganisationen und der Schweizerischen Vogelwarte zusammen. Neben der Pflege betreibt sie Forschung, Beratung, Umweltbildung und Artenschutz.

Seit 2008 gehört die Greifvogelstation zur Stiftung PanEco. Sie befindet sich beim historischen Hohen Haus, einem ehemaligen Zehntenhaus des Klosters Rheinau.

Die Station ist keine gewöhnliche öffentliche Tierausstellung. Besichtigungen und Bildungsangebote erfolgen im Rahmen angekündigter Führungen und Veranstaltungen.

Festung Ebersberg

Die Festung Ebersberg wurde unmittelbar vor und während des Zweiten Weltkriegs in den Sandstein des Ebersbergs eingebaut.

Die unterirdischen Anlagen sollten den Rheinübergang und die Zufahrtswege kontrollieren. Sie sind ein bedeutendes militärhistorisches Zeugnis der Schweizer Grenzbefestigung.

Natur und Freizeit

Die Wälder des Irchels und des Ebersbergs bieten zahlreiche Wander- und Spazierwege. Von den Waldrändern und offenen Höhen bestehen Ausblicke über das Flaachtal, die Thurauen und das Zürcher Weinland.

Die Nähe zum Naturzentrum Thurauen in Flaach und zur Thurmündung macht Berg am Irchel zu einem Ausgangspunkt für Ausflüge in eine der bedeutendsten Flusslandschaften des Kantons Zürich.

Weitere Freizeitangebote bestehen in den Bereichen Wandern, Velofahren, Reiten, Naturbeobachtung und Vereinsleben. Die Gemeinde verfügt über eine Turnhalle, eine Bibliothek und verschiedene öffentliche Begegnungsräume.

Die Dröschschüür dient kulturellen, gesellschaftlichen und privaten Veranstaltungen. Lokale Vereine organisieren sportliche, kulturelle und gesellige Aktivitäten.

Wappen

Die Blasonierung des Gemeindewappens lautet:

In Blau ein springender silberner Eber.

Das Motiv geht auf das Wappen der Herren von Erzingen-Bettmaringen zurück, die um 1361 Herrschaftsrechte in Berg besassen. Es ist mit dem Wappen von Erzingen im deutschen Klettgau verwandt.

Der Eber nimmt zugleich auf den Namen des Ebersbergs Bezug. Die heutige Form des Gemeindewappens wurde 1943 offiziell eingeführt.[7]

Persönlichkeiten

  • Georg Finsler (1852–1916), Altphilologe und Gymnasiallehrer
  • Karl Fehr (1910–1994), Literaturwissenschaftler und Autor
  • Paul Kläui (1908–1964), Historiker und Präsident der Antiquarischen Gesellschaft in Zürich
  • Hans Fehr (* 1947), Politiker

Siehe auch

Literatur

  • Hermann Fietz: Die Kunstdenkmäler des Kantons Zürich. Band I: Die Bezirke Affoltern und Andelfingen. Berg am Irchel. Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte, Bern 1938, S. 158–168.
  • Martin Illi: Berg am Irchel. In: Historisches Lexikon der Schweiz.
  • Bundesamt für Kultur: Berg am Irchel. Bundesinventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz von nationaler Bedeutung.

Wikimedia Commons Wikimedia Commons: Medien zu Berg am Irchel

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 Gemeinde Berg am Irchel. Hrsg.: Gemeinde Berg am Irchel. Abgerufen am 2026-07-24.
  2. 2,0 2,1 2,2 2,3 Berg am Irchel im Bundesinventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz. Hrsg.: Bundesamt für Kultur. Abgerufen am 2026-07-24.
  3. 3,0 3,1 Martin Illi: Berg am Irchel. In: Historisches Lexikon der Schweiz. 2004-06-11. Abgerufen am 2026-07-24.
  4. Haltestellen- und Linienfahrpläne Berg am Irchel, Fahrplanjahr 2026. Hrsg.: Zürcher Verkehrsverbund. Abgerufen am 2026-07-24.
  5. Schule Flaachtal. Abgerufen am 2026-07-24.
  6. Greifvogelstation Berg am Irchel. Hrsg.: Stiftung PanEco. Abgerufen am 2026-07-24.
  7. Wappen von Berg am Irchel. In: Wikimedia Commons. Abgerufen am 2026-07-24.