Glarus
- Dieser Artikel behandelt die politische Gemeinde und den Kantonshauptort. Zum gleichnamigen Kanton siehe Kanton Glarus. Weitere Bedeutungen sind unter Glarus (Begriffsklärung) aufgeführt.
| Glarus | |
|---|---|
| Mundartname | Glaris |
| Kanton | Glarus |
| Funktion | Kantonshauptort und politische Gemeinde |
| BFS-Nummer | 1632 |
| Region-Iso | CH-GL |
| Postleitzahlen | 8750 Glarus, Klöntal und Riedern 8754 Netstal 8755 Ennenda |
| Koordinaten | 47° 02′ N, 9° 04′ O |
| Höhe des Hauptorts | 474 m ü. M. |
| Fläche | 107,20 km² |
| Höchster Punkt | Bächistock, 2'914 m ü. M. |
| Tiefster Punkt | bei Netstal, etwa 448 m ü. M. |
| Einwohner | 13'107 mit Niederlassung |
| Einwohnerstand | 1. Januar 2025 |
| Ortsteile | Glarus, Ennenda, Netstal und Riedern |
| Gemeindegründung | 1. Januar 2011 |
| Gemeindepräsident | Peter Aebli (FDP) |
| Website | glarus.ch |
Glarus ist eine politische Gemeinde und der Hauptort des gleichnamigen Kantons Glarus in der Schweiz. Die Gemeinde liegt im mittleren Linthtal, umgeben von den steilen Bergflanken der Glarner Alpen und der Schwyzer Alpen. Sie besteht aus den vier Ortsteilen Glarus, Ennenda, Netstal und Riedern.
Die heutige Einheitsgemeinde entstand am 1. Januar 2011 durch den Zusammenschluss der vier zuvor selbständigen Gemeinden. Sie umfasst neben dem dicht besiedelten Talboden grosse Wald-, Alp- und Hochgebirgsgebiete sowie einen bedeutenden Teil des Klöntalersees und seiner Umgebung.
Der Ortsteil Glarus ist das politische, administrative, kulturelle und wirtschaftliche Zentrum des Kantons. Dort befinden sich das Rathaus, die kantonale Verwaltung, das Kantonsgericht, die Kantonsschule Glarus, das Kantonsspital, das Kunsthaus und zahlreiche Dienstleistungsbetriebe. Auf dem Zaunplatz wird jedes Jahr die Landsgemeinde des Kantons Glarus abgehalten.
Das Ortsbild wird wesentlich durch den Wiederaufbau nach dem verheerenden Stadtbrand von 1861 geprägt. Breite Strassen, regelmässige Häuserzeilen, grosszügige Plätze und repräsentative öffentliche Bauten unterscheiden das Zentrum deutlich von vielen mittelalterlich gewachsenen Schweizer Städten.
Name
Der Name Glarus ist seit dem Frühmittelalter überliefert. In lateinischen Quellen erscheint zunächst die Form Clarona. Die heutige deutsche Namensform ist seit dem Hochmittelalter belegt.
Nach einer verbreiteten Deutung geht der Name auf eine lateinisch-romanische Grundform zurück, die eine helle Stelle oder Waldlichtung bezeichnete. Daneben wurde eine Verbindung mit dem Heiligennamen Hilarius vermutet. Die genaue sprachgeschichtliche Entwicklung ist nicht abschliessend geklärt.[1]
In der örtlichen alemannischen Mundart wird der Name als Glaris ausgesprochen. Die französische Bezeichnung lautet Glaris, die italienische Glarona und die rätoromanische Glaruna.
Der Name bezeichnet sowohl den Kanton als auch die politische Gemeinde und deren zentralen Ortsteil. Zur Unterscheidung wird in amtlichen Texten häufig ausdrücklich von der Gemeinde Glarus, dem Ortsteil Glarus oder dem Kanton Glarus gesprochen.
Geographie
Lage
Glarus liegt im mittleren Linthtal ungefähr 60 Kilometer südöstlich von Zürich.
Der Talboden ist an seiner schmalsten Stelle nur wenige Kilometer breit. Im Westen erhebt sich das mächtige Glärnischmassiv, im Osten liegen unter anderem der Schilt, der Fronalpstock und weitere Gipfel der Glarner Alpen.
Die Linth durchfliesst die Gemeinde von Süden nach Norden. Sie trennt im mittleren Gemeindegebiet die Ortsteile Glarus und Riedern auf der westlichen Talseite von Ennenda auf der östlichen Seite.
Netstal liegt nördlich des Hauptorts an der Stelle, an der das Klöntal in das Linthtal einmündet.
Die Gemeinde grenzt an Glarus Nord, Glarus Süd, Muotathal im Kanton Schwyz und weitere Gebiete im alpinen Grenzraum.
Fläche
Das Gemeindegebiet umfasst 10'720 Hektaren beziehungsweise 107,20 Quadratkilometer.
Davon entfallen rund 3'467 Hektaren auf Wald. Hinzu kommen Alpweiden, Fels- und Geröllflächen, Gewässer, Landwirtschaftsflächen und Siedlungsgebiete.
Der tiefste Punkt liegt bei der ehemaligen Papierfabrik in Netstal auf ungefähr 448 Metern über Meer. Der höchste Punkt ist der 2'914 Meter hohe Bächistock im Glärnischmassiv.[2]
Wegen der grossen Höhenunterschiede reicht das Gemeindegebiet von dicht besiedelten Talflächen bis in hochalpine Fels- und Gletscherlandschaften.
Ortsteile
| Ortsteil | Lage | Charakter |
|---|---|---|
| Glarus | westlich der Linth im mittleren Gemeindegebiet | Kantonshauptort mit Verwaltung, Handel, Kultur und Bildung |
| Ennenda | östlich der Linth gegenüber dem Hauptort | ehemaliges Industrie- und Arbeiterdorf mit historischen Fabrikanlagen |
| Netstal | nördlich von Glarus | Wohn- und Gewerbeort am Eingang zum Klöntal |
| Riedern | westlich und nordwestlich des Hauptorts | dörflich geprägter Ortsteil am Hang und am Ausgang des Klöntals |
Die vier Ortsteile besitzen weiterhin eigene historische Identitäten, Vereine, Kirchen, Schulstandorte und lokale Traditionen.
Klöntal
Das Klöntal erstreckt sich westlich von Netstal und Riedern zwischen Glärnisch und Dejenstock.
Sein landschaftliches Zentrum ist der Klöntalersee. Der natürliche Bergsee wurde durch einen Bergsturz aufgestaut und später für die Wasserkraftnutzung zusätzlich reguliert.
Der See liegt auf einer Höhe von rund 848 Metern über Meer. Seine Umgebung gehört zu den bekanntesten Ausflugsgebieten des Kantons.
Das Klöntal wird von hohen Felswänden, Alpweiden, Bergwäldern und zahlreichen Bächen geprägt. Entlang des Sees befinden sich Campingplätze, Badeplätze, Gastbetriebe und Wanderwege.
Linth
Die Linth ist das wichtigste Fliessgewässer der Gemeinde.
Sie entspringt im südlichen Glarnerland und durchquert das gesamte Kantonsgebiet. Innerhalb der Gemeinde Glarus wurde sie im Verlauf der Industrialisierung stark verbaut und zur Energiegewinnung genutzt.
Hochwasser bedrohten wiederholt Siedlungen, Verkehrswege und Industriebetriebe. Deshalb entstanden Dämme, Ufermauern und Geschiebesammler.
In der Gegenwart werden einzelne Abschnitte ausgebaut oder ökologisch aufgewertet. Das Projekt «Sichere Linth» soll den Hochwasserschutz insbesondere in Glarus, Ennenda und Netstal verbessern.
Geologie
Die Umgebung von Glarus gehört zu den geologisch bedeutendsten Regionen der Alpen.
In der Nähe verläuft die Glarner Hauptüberschiebung. Dort liegen ältere Gesteine über wesentlich jüngeren Schichten. Diese ungewöhnliche Abfolge lieferte seit dem 19. Jahrhundert entscheidende Erkenntnisse über die Bildung von Gebirgen und grossräumige Gesteinsverschiebungen.
Teile des östlichen und südlichen Gemeindegebiets liegen innerhalb oder nahe der Tektonikarena Sardona. Diese wurde 2008 als Weltnaturerbe in die Liste der UNESCO aufgenommen.
Das Glärnischmassiv besteht überwiegend aus Kalkgesteinen. Gletscher, Verwitterung und fliessendes Wasser formten Kare, Felswände, Schutthalden und tiefe Täler.
Das Klöntal entstand in seiner heutigen Gestalt wesentlich durch eiszeitliche Gletscher und einen grossen prähistorischen Bergsturz.
Klima
Glarus besitzt ein feuchtes, durch die Alpen geprägtes Klima.
Die umgebenden Berge führen häufig zu Stauniederschlägen. Im Jahresverlauf fallen deutlich höhere Niederschlagsmengen als in vielen Teilen des schweizerischen Mittellands.
Die Sommer sind im Tal meist mild bis warm. Die Winter sind kühl und können schneereich sein, wobei die Schneedecke im Tal wegen steigender Temperaturen nicht dauerhaft bestehen bleibt.
Der Föhn beeinflusst das Wetter regelmässig. Bei Föhnlagen können die Temperaturen auch im Winter stark ansteigen.
Die steilen Talflanken werfen besonders im Winter lange Schatten. Einzelne Wohngebiete erhalten während mehrerer Wochen nur wenig direkte Sonneneinstrahlung.
Geschichte
Frühgeschichte und Mittelalter
Archäologische Funde belegen eine Nutzung des Glarnerlands bereits in vorgeschichtlicher und römischer Zeit. Eine dauerhafte dichtere Besiedlung des inneren Tals erfolgte jedoch vor allem im frühen Mittelalter.
Das Gebiet gehörte zum Besitz des Klosters Säckingen. Der heilige Fridolin von Säckingen wurde zum Landespatron und ist bis heute auf dem Wappen des Kantons Glarus dargestellt.
Glarus entwickelte sich zum kirchlichen und politischen Mittelpunkt des Tals. Die Talkirche diente den Bewohnern mehrerer umliegender Siedlungen.
Im 13. Jahrhundert geriet das Land zunehmend unter habsburgischen Einfluss. Die Glarner widersetzten sich dieser Herrschaft und schlossen sich 1352 der Eidgenossenschaft an.
Nach der Schlacht bei Näfels von 1388 war die habsburgische Herrschaft über das Tal endgültig gebrochen. Glarus entwickelte sich zu einem weitgehend selbständigen eidgenössischen Ort.
Landsgemeinde
Die Landsgemeinde wurde zum wichtigsten politischen Organ des Landes Glarus.
An ihr entschieden die stimmberechtigten Männer unter freiem Himmel über Gesetze, Steuern, Ämter und wichtige politische Fragen. Seit der Einführung des Frauenstimmrechts 1971 nehmen auch Frauen teil.
Nach verschiedenen historischen Tagungsorten setzte sich Glarus als ständiger Landsgemeindeort durch. Die Versammlung findet heute auf dem Zaunplatz statt.
Die Landsgemeinde ist eine kantonale und keine kommunale Institution. Ihre Durchführung prägt den Hauptort jedoch politisch, räumlich und gesellschaftlich in besonderem Mass.
Reformation
Der spätere Zürcher Reformator Huldrych Zwingli wirkte von 1506 bis 1516 als katholischer Pfarrer in Glarus.
Während dieser Zeit begleitete er Glarner Söldner auf Feldzügen nach Italien. Seine Erfahrungen mit dem Söldnerwesen beeinflussten seine spätere Kritik an fremden Kriegsdiensten.
Ab den 1520er Jahren fand die Reformation im Glarnerland Anhänger. Die Bevölkerung blieb jedoch konfessionell geteilt.
Im Unterschied zu vielen anderen Orten gelang es den katholischen und reformierten Kräften, eine dauerhafte gemeinsame politische Ordnung zu schaffen. Beide Konfessionen nutzten zeitweise dieselbe Kirche.
1623 wurde die politische und kirchliche Organisation teilweise nach Konfessionen getrennt. Glarus blieb jedoch der Ort der gemeinsamen Landsgemeinde und zentraler kantonaler Einrichtungen.
Frühe Neuzeit
Vom 16. bis zum 18. Jahrhundert waren Viehwirtschaft, Alpwirtschaft, Handwerk, Handel und fremde Kriegsdienste wichtige Erwerbszweige.
Glarner Kaufleute unterhielten Verbindungen nach Zürich, Süddeutschland, Italien, Frankreich und in weitere europäische Regionen.
Aus wohlhabenden Familien gingen Offiziere, Kaufleute, Politiker, Gelehrte und Geistliche hervor. Zu ihnen gehörte der Historiker und Politiker Aegidius Tschudi.
Die Heimarbeit gewann zunehmende Bedeutung. Spinnen und Weben ergänzten die landwirtschaftlichen Einkommen.
Industrialisierung
Das Glarnerland entwickelte sich im 18. und 19. Jahrhundert zu einer der am stärksten industrialisierten Regionen der Schweiz.
Besonders wichtig war die Textilindustrie. Baumwollstoffe wurden gesponnen, gewoben, gebleicht, gefärbt und bedruckt.
Entlang der Linth und ihrer Seitenbäche entstanden Fabriken, die Wasserkraft für Maschinen nutzten. Glarner Textilien wurden bis nach Europa, Afrika, Asien und Amerika exportiert.
Ennenda und Netstal entwickelten sich zu bedeutenden Industriestandorten. Fabrikgebäude, Kanäle, Arbeiterhäuser und Unternehmerwohnungen prägen dort teilweise noch heute das Ortsbild.
Mit der Industrialisierung wuchs die Bevölkerung. Gleichzeitig entstanden soziale Probleme, lange Arbeitszeiten und starke Abhängigkeiten von internationalen Märkten.
Glarus gehörte zu den frühen Schweizer Kantonen mit einer fortschrittlichen Fabrikgesetzgebung. Die Landsgemeinde beschloss 1864 ein Fabrikgesetz, das unter anderem die Arbeitszeit begrenzte und Kinderarbeit regelte.
Stadtbrand von 1861
In der Nacht vom 10. auf den 11. Mai 1861 brach im Zentrum von Glarus ein Feuer aus.
Starker Föhn trieb die Flammen rasch durch den dicht bebauten Ort. Ein grosser Teil des historischen Zentrums wurde zerstört. Hunderte Gebäude brannten nieder, und ein erheblicher Teil der Bevölkerung verlor seine Unterkunft.
Auch die damalige Kirche, öffentliche Gebäude, Werkstätten und Geschäftshäuser wurden vernichtet.
Der Brand löste in der Schweiz und im Ausland eine grosse Hilfsaktion aus. Geld, Lebensmittel, Kleidung und Baumaterial wurden nach Glarus geschickt.
Der Wiederaufbau begann noch im selben Jahr. Die Planung übernahmen insbesondere der aus Glarus stammende Architekt Bernhard Simon und der Staatsbauinspektor Johann Caspar Wolff.
Sie entwarfen einen regelmässigen Stadtgrundriss mit:
- breiten, geraden Strassen;
- rechteckigen Baublöcken;
- grosszügigen Plätzen;
- erhöhten Abständen zwischen den Häusern;
- neuen öffentlichen Gebäuden;
- verbesserten Lösch- und Verkehrswegen.
Der Wiederaufbau von 1861 bis 1864 verlieh Glarus sein bis heute charakteristisches Erscheinungsbild.[3]
Entwicklung im 20. Jahrhundert
Die Textilindustrie verlor im 20. Jahrhundert schrittweise an Bedeutung.
Internationale Konkurrenz, veränderte Produktionsmethoden und die Verlagerung von Arbeitsplätzen ins Ausland führten zur Schliessung zahlreicher Betriebe.
Neue Industriezweige entstanden in den Bereichen:
- Maschinenbau;
- Kunststoffverarbeitung;
- Druck und Verpackung;
- Papierverarbeitung;
- Metallbau;
- Lebensmittelproduktion;
- Energieversorgung.
Als Kantonshauptort gewann Glarus zugleich im Dienstleistungssektor an Bedeutung. Kantonsverwaltung, Banken, Versicherungen, Handel, Schulen und Gesundheitswesen wurden wichtige Arbeitgeber.
Der Ausbau der Verkehrsverbindungen verstärkte die Beziehungen zum Wirtschaftsraum Zürich.
Gemeindestrukturreform
Bis Ende 2010 bestand der Kanton Glarus aus 25 politischen Gemeinden sowie zusätzlichen Schulgemeinden und Tagwen.
Die Landsgemeinde vom 7. Mai 2006 beschloss überraschend eine umfassende Gemeindestrukturreform. Anstelle der ursprünglich diskutierten zehn Gemeinden entstanden drei Einheitsgemeinden.
Auf den 1. Januar 2011 fusionierten:
- Glarus;
- Ennenda;
- Netstal;
- Riedern
zur neuen Gemeinde Glarus.
Gleichzeitig entstanden Glarus Nord und Glarus Süd. Die bisherigen kommunalen Aufgaben, Schulen, Tagwen und Teile der Verwaltung wurden neu organisiert.[4]
Die vier Ortsteile behielten ihre Namen und lokale Identität. Die Gemeindeverwaltung wurde jedoch vereinheitlicht.
Bevölkerung
Am 1. Januar 2025 zählte die Gemeinde 13'107 Personen mit Niederlassung. Die Zahl der Haushalte lag bei rund 6'000.[5]
Die Bevölkerung verteilt sich auf den Talboden und die unteren Hanglagen. Der grösste zusammenhängende Siedlungsraum umfasst Glarus, Riedern und Ennenda. Netstal bildet nördlich davon einen weiteren Siedlungsschwerpunkt.
Die Einwohnerzahl entwickelte sich seit der Gemeindefusion insgesamt leicht positiv.
Das Wachstum wird unter anderem begünstigt durch:
- vergleichsweise günstigen Wohnraum;
- die Bahnverbindung in den Grossraum Zürich;
- Arbeitsplätze in Industrie und Verwaltung;
- die landschaftliche Umgebung;
- Schulen und Gesundheitsversorgung.
Gleichzeitig ist die Gemeinde stärker von der Alterung der Bevölkerung betroffen als viele städtische Wachstumsregionen.
Sprachen
Amtssprache ist Deutsch.
Im Alltag wird überwiegend eine hochalemannische Glarner Mundart gesprochen. Diese unterscheidet sich in Aussprache und Wortschatz von den Dialekten der benachbarten Regionen.
Typisch ist eine melodische Sprachfärbung. Zwischen den einzelnen Ortsteilen und den Regionen des Kantons bestehen kleinere Unterschiede.
Durch Zuwanderung werden ausserdem Italienisch, Albanisch, Portugiesisch, Serbokroatisch, Türkisch, Englisch und weitere Sprachen gesprochen.
Religion
Die Reformation führte zu einer konfessionell gemischten Bevölkerung.
Heute bestehen in der Gemeinde mehrere evangelisch-reformierte und römisch-katholische Kirchgemeinden.
Zu den wichtigsten kirchlichen Organisationen gehören:
- die reformierte Kirchgemeinde Glarus-Riedern;
- die reformierte Kirchgemeinde Ennenda;
- die reformierte Kirchgemeinde Netstal;
- die katholische Kirchgemeinde Glarus-Riedern-Ennenda;
- die katholische Kirchgemeinde Netstal.
Daneben bestehen Freikirchen, die evangelisch-methodistische Gemeinde, eine neuapostolische Gemeinde und eine islamisch-albanische Gemeinschaft.[6]
Wie in der übrigen Schweiz nahm der Anteil konfessionsloser Personen in den vergangenen Jahrzehnten deutlich zu.
Politik
Gemeindeversammlung
Die Gemeindeversammlung ist das oberste gesetzgebende Organ der Gemeinde.
Sie findet in der Regel zweimal jährlich statt. Die Stimmberechtigten entscheiden unter anderem über:
- Budget und Jahresrechnung;
- Steuerfuss;
- grössere Kredite;
- kommunale Reglemente;
- Bau- und Infrastrukturprojekte;
- Gemeindeinitiativen;
- Wahlen bestimmter Behörden.
Im Kanton Glarus besitzen Schweizer Jugendliche auf kantonaler und kommunaler Ebene bereits ab dem vollendeten 16. Altersjahr das aktive Stimm- und Wahlrecht.
Gemeinderat
Der Gemeinderat ist die politisch-strategische Exekutive der Gemeinde.
Er besteht aus dem Gemeindepräsidenten und sechs weiteren Mitgliedern. Die Ratsmitglieder leiten jeweils ein Departement.
Gemeindepräsident ist seit 2022 Peter Aebli von der FDP. Er wurde am 8. März 2026 für die Amtsperiode 2026 bis 2030 wiedergewählt.[7]
| Person | Partei | Funktion beziehungsweise Departement |
|---|---|---|
| Peter Aebli | FDP | Gemeindepräsident; Präsidiales und Wirtschaft |
| Andrea Trummer | Die Mitte | Vizepräsidentin; Gesellschaft und Gesundheit |
| Eva-Maria Kreis | Grüne | Bau und Versorgung |
| René Schönfelder | FDP | Bildung und Familie |
| Mischa Toso | SVP | Finanzen und Controlling |
| Hansjörg Schneider | SP | Liegenschaften und Sicherheit |
| Philipp Langlotz | parteilos | Wald und Landwirtschaft |
Der Gemeinderat arbeitet als Kollegialbehörde.[8]
Landsgemeinde
Die Landsgemeinde des Kantons Glarus findet jedes Jahr am ersten Sonntag im Mai auf dem Zaunplatz statt.
Die Stimmberechtigten versammeln sich im sogenannten Ring und entscheiden durch Erheben des Stimmrechtsausweises.
Die Landsgemeinde wählt den Landammann und den Landesstatthalter und entscheidet über kantonale Gesetze, Verfassungsänderungen, Steuern und Sachvorlagen.
Sie ist zugleich ein bedeutendes gesellschaftliches Ereignis. Am Landsgemeindewochenende besuchen zahlreiche Gäste, ehemalige Einwohner und Medienvertreter den Hauptort.
Wappen
Das heutige Gemeindewappen entstand im Zusammenhang mit der Fusion von 2011.
Es nimmt Bezug auf die vier Ortsteile und ihre Lage an der Linth.
Drei goldene Sterne stehen für Netstal, Riedern und Glarus auf der westlichen beziehungsweise linken Seite der Linth. Ein schwarz-gelb geteilter Stern symbolisiert Ennenda auf der östlichen Seite des Flusses.
Die Gestaltung verbindet damit die historischen Gemeindeteile zu einem gemeinsamen Zeichen.[9]
Das Kantonswappen mit dem heiligen Fridolin ist davon zu unterscheiden.
Wirtschaft
Glarus ist das wichtigste Dienstleistungs-, Verwaltungs- und Einkaufszentrum des Kantons.
Zu den bedeutenden Wirtschaftsbereichen gehören:
- kantonale und kommunale Verwaltung;
- Gesundheitswesen;
- Detailhandel;
- Banken und Versicherungen;
- Bildung;
- Industrie;
- Baugewerbe;
- Energie- und Wasserversorgung;
- Tourismus;
- unternehmensbezogene Dienstleistungen.
Im Gemeindegebiet befinden sich weiterhin zahlreiche Industrie- und Gewerbebetriebe. Sie knüpfen teilweise an die lange industrielle Tradition des Glarnerlands an.
Wichtige Branchen sind Kunststoffverarbeitung, Maschinenbau, Druck, Verpackung, Metallbearbeitung, Lebensmittelproduktion und Bauzulieferung.
Die Technischen Betriebe Glarus versorgen die Gemeinde unter anderem mit Strom, Wasser, Gas beziehungsweise Wärme und Telekommunikationsinfrastruktur.
Handel
Der Ortsteil Glarus besitzt ein traditionelles Geschäftszentrum rund um Rathausplatz, Hauptstrasse und Bahnhofstrasse.
Dort befinden sich Fachgeschäfte, Gastronomie, Banken und Dienstleistungsbetriebe.
Im Ortsteil Netstal entstand mit dem Wiggispark ein regional bedeutendes Einkaufszentrum. Dieses stärkte Netstal als Handelsstandort, führte aber zugleich zu einem stärkeren Wettbewerb für die Innenstadt von Glarus.
Die Gemeinde bemüht sich mit Projekten zur Innenstadtentwicklung um attraktivere öffentliche Räume, mehr Begegnungsorte und eine Stärkung des lokalen Detailhandels.
Pendlerverkehr
Ein Teil der Bevölkerung arbeitet ausserhalb der Gemeinde, insbesondere in Glarus Nord, im Raum Rapperswil, am Zürichsee oder im Grossraum Zürich.
Gleichzeitig pendeln zahlreiche Beschäftigte aus anderen Gemeinden nach Glarus. Die kantonale Verwaltung, das Spital, Schulen und Industriebetriebe besitzen eine überregionale Bedeutung.
Verkehr
Eisenbahn
Die Bahnlinie führt durch die Ortsteile Netstal, Glarus und Ennenda.
Bahnhöfe beziehungsweise Haltestellen bestehen in:
- Netstal;
- Glarus;
- Ennenda.
Es bestehen direkte oder umsteigefreie Verbindungen in Richtung Zürich, Ziegelbrücke, Rapperswil, Schwanden und Linthal.
Die Fahrzeit von Glarus nach Zürich Hauptbahnhof beträgt je nach Verbindung ungefähr eine Stunde.
Der Bahnhof Glarus liegt unmittelbar südlich des Stadtzentrums und ist ein wichtiger Umsteigepunkt für regionale Buslinien.
Strassen
Die Hauptstrasse 17 führt von Niederurnen über Glarus und Schwanden nach Linthal.
Nördlich besteht bei Niederurnen Anschluss an das schweizerische Nationalstrassennetz.
Der Durchgangsverkehr belastet insbesondere das Zentrum von Glarus und den Ortsteil Netstal. Verkehrsberuhigung, Parkierung und die Gestaltung der Hauptstrasse sind deshalb wiederkehrende kommunalpolitische Themen.
Eine Strasse führt von Netstal und Riedern in das Klöntal. Weiter westlich besteht während der schneefreien Jahreszeit eine Verbindung über den Pragelpass in Richtung Muotathal. Der Passabschnitt unterliegt zeitweisen Fahrbeschränkungen.
Langsamverkehr
Das Gemeindegebiet verfügt über ein Wanderwegnetz von rund 150 Kilometern.
Velorouten verbinden die Ortsteile untereinander und führen entlang der Linth in die Nachbargemeinden.
Wegen des schmalen Talbodens und der stark befahrenen Hauptstrasse bestehen jedoch weiterhin Lücken im sicheren Fuss- und Veloverkehr.
Bildung
Die Gemeinde führt Kindergärten, Primarschulen und weitere Einrichtungen der Volksschule.
Schulstandorte befinden sich in allen vier Ortsteilen.
Im Hauptort liegen mehrere kantonal bedeutende Bildungsinstitutionen, darunter:
- Kantonsschule Glarus;
- Kaufmännische Berufsfachschule;
- Gewerbliche Berufsschulen;
- Glarner Musikschule;
- Angebote der Erwachsenenbildung.
Die Kantonsschule führt gymnasiale und weitere Ausbildungsgänge. Sie dient Schülerinnen und Schülern aus dem gesamten Kanton.
Die Nähe von Berufsbildung, Industrie und Gewerbe entspricht der langen wirtschaftlichen Tradition des Glarnerlands.
Gesundheitswesen
Das Kantonsspital Glarus befindet sich im Hauptort.
Es gewährleistet die medizinische Grundversorgung des Kantons und bietet unter anderem Notfallmedizin, Innere Medizin, Chirurgie, Geburtshilfe und weitere Fachgebiete an.
Daneben bestehen Arztpraxen, Apotheken, Physiotherapie, Spitex-Angebote und Pflegeeinrichtungen.
Die Gemeinde betreibt beziehungsweise unterstützt mehrere Einrichtungen für ältere und pflegebedürftige Menschen. Ein Teil der Angebote ist in der Organisation cura unita glarus zusammengefasst.
Ortsbild und Architektur
Wiederaufbauzentrum
Das Zentrum von Glarus gilt als bedeutendes Beispiel schweizerischer Stadtplanung des 19. Jahrhunderts.
Der Wiederaufbauplan nach dem Brand von 1861 ordnete die Strassen überwiegend in einem rechtwinkligen Raster.
Lange Häuserzeilen verlaufen parallel zur Talrichtung. Querachsen öffnen den Blick auf die umliegenden Berge.
Öffentliche Bauten, Plätze, Gärten und Grünanlagen wurden bewusst in den Stadtgrundriss eingefügt.
Das Ortsbild ist im Bundesinventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz von nationaler Bedeutung verzeichnet.[10]
Stadtkirche
Die Stadtkirche Glarus wurde nach dem Stadtbrand von 1861 neu errichtet.
Der monumentale Bau entstand nach Plänen des Architekten Ferdinand Stadler und wurde 1866 eingeweiht.
Die Kirche wurde ursprünglich von der reformierten und der katholischen Bevölkerung gemeinsam genutzt. Diese konfessionelle Doppelnutzung setzte eine lange Glarner Tradition fort.
Seit dem Bau einer eigenen katholischen Kirche dient die Stadtkirche hauptsächlich der reformierten Kirchgemeinde.
Der neuromanische Bau mit seinen beiden Türmen ist eines der Wahrzeichen von Glarus.
Rathaus
Das Rathaus steht am Rathausplatz im Zentrum.
Es ist Sitz des Landrates und wichtiger Teile der kantonalen Verwaltung. Der repräsentative Bau entstand nach dem Stadtbrand.
Während der Landsgemeinde und anderer kantonaler Anlässe bildet der Rathausplatz einen wichtigen Treffpunkt.
Zaunplatz
Der Zaunplatz liegt südwestlich des historischen Zentrums.
Auf ihm wird die Landsgemeinde abgehalten. Für die Versammlung wird jährlich der Ring mit Sitzplätzen, Rednertribüne und Zugängen aufgebaut.
Ausserhalb der Landsgemeinde dient der Platz als Park-, Verkehrs- und Veranstaltungsfläche.
Kunsthaus Glarus
Das Kunsthaus Glarus wurde 1952 eröffnet.
Es zeigt moderne und zeitgenössische Kunst und besitzt eine überregionale Bedeutung. Das Programm umfasst Ausstellungen schweizerischer und internationaler Künstlerinnen und Künstler.
Das Gebäude liegt in einer Parkanlage nahe dem Zentrum.
Anna-Göldi-Museum
Das Anna-Göldi-Museum befindet sich im historischen Hänggiturm in Ennenda.
Es erinnert an Anna Göldi, die 1782 in Glarus hingerichtet wurde. Ihr Verfahren wird häufig als einer der letzten Hexenprozesse Europas bezeichnet.
Das Museum behandelt neben ihrem Leben auch Justizgeschichte, Machtmissbrauch, Menschenrechte und gesellschaftliche Ausgrenzung.
Industriekultur
In Ennenda, Netstal und entlang der Linth sind zahlreiche Zeugnisse der Industrialisierung erhalten.
Dazu gehören:
- Fabrikgebäude;
- Hänggitürme zum Trocknen bedruckter Stoffe;
- Wasserkanäle;
- Arbeiterhäuser;
- Unternehmervillen;
- Lager- und Gewerbebauten.
Ein Industrieweg verbindet bedeutende Standorte im Glarnerland und vermittelt die Geschichte der Textilproduktion.
Kultur
Glarus besitzt trotz seiner geringen Grösse ein vielfältiges Kulturleben.
Zu den Institutionen und Angeboten gehören:
- Kunsthaus Glarus;
- Landesbibliothek;
- Landesarchiv;
- Kulturzentrum Holästei;
- Theater- und Konzertveranstaltungen;
- Musikvereine;
- Chöre;
- Fasnachtsgesellschaften;
- Dorf- und Quartiervereine.
Das Kulturzentrum Holästei in Ennenda dient als Veranstaltungsort für Konzerte, Partys, Theater und weitere kulturelle Anlässe.
Vereine spielen in allen Ortsteilen eine wichtige Rolle. Harmoniemusiken, Turnvereine, Chöre, Schützenvereine und Sportclubs prägen das gesellschaftliche Leben.
Brauchtum und Veranstaltungen
Fridlitag
Am 6. März wird der Glarner Landespatron Fridolin gefeiert.
Am Vorabend oder am Feiertag werden in verschiedenen Ortsteilen Fridolinsfeuer entzündet.
Der Brauch verbindet religiöse Überlieferung, lokale Identität und den Übergang vom Winter zum Frühling.
Näfelser Fahrt
Die Näfelser Fahrt erinnert an die Schlacht bei Näfels von 1388.
Obwohl die Feier hauptsächlich in Näfels stattfindet, ist sie für den gesamten Kanton und damit auch für den Hauptort von grosser Bedeutung.
Sound of Glarus
Das Musikfestival Sound of Glarus findet im Zentrum des Hauptorts statt.
Nationale und internationale Künstler treten auf einer Freiluftbühne auf. Das Festival gehört zu den grössten Kulturveranstaltungen des Kantons.
Märkte und Fasnacht
In Glarus werden Wochen-, Waren-, Weihnachts- und Spezialmärkte durchgeführt.
Die Fasnacht besitzt in allen Ortsteilen eigene Traditionen. Guggenmusiken, Umzüge, Maskenbälle und Beizenfasnacht gehören zum jährlichen Programm.
Tourismus und Freizeit
Glarus dient als Ausgangspunkt für Wanderungen, Bergtouren, Velofahrten und Wintersport.
Beliebte Ziele sind:
- Klöntalersee;
- Glärnisch;
- Vorder Glärnisch;
- Schilt;
- Fronalpstock;
- Aeugsten;
- Ennetberge;
- Schwammhöhe;
- Pragelpass.
Die Aeugstenbahn führt von Ennenda auf die Aeugstenalp. Von dort bestehen Wanderwege in Richtung Schilt, Fronalpstock und Glarner Oberland.
Der Klöntalersee wird im Sommer zum Baden, Paddeln, Fischen und Campieren genutzt.
Im Winter sind Schneeschuhwanderungen, Skitouren und Schlittelwege verbreitet. Grössere Skigebiete liegen in Braunwald, Elm und den benachbarten Regionen.
Sport
In der Gemeinde bestehen zahlreiche Sportvereine und Anlagen.
Zu den Sportarten gehören:
- Fussball;
- Eishockey;
- Eislauf;
- Turnen;
- Leichtathletik;
- Schiessen;
- Tennis;
- Schwimmen;
- Klettern;
- Bergsport;
- Mountainbike.
Das Buchholz-Areal im Hauptort umfasst mehrere Sport- und Veranstaltungsanlagen.
Der Eislaufclub Glarus und verschiedene Fussball- und Turnvereine besitzen eine lange Tradition.
Im Klöntal werden Bergschwingfeste und weitere traditionelle Sportanlässe durchgeführt.
Natur- und Landschaftsschutz
Grosse Teile des Gemeindegebiets bestehen aus Wald, alpinen Lebensräumen und Gewässern.
Schutzinteressen betreffen unter anderem:
- Klöntalersee und seine Ufer;
- Hochmoore und Flachmoore;
- Auen entlang der Linth;
- Wildruhezonen;
- Gebirgswälder;
- Landschaften im Umfeld der Tektonikarena Sardona.
Die Wälder erfüllen neben ihrer wirtschaftlichen Funktion eine wichtige Schutzwirkung gegen Lawinen, Steinschlag, Rutschungen und Hochwasser.
Die Gemeinde besitzt zwölf Alpen und ein weitläufiges Forstgebiet. Wald- und Alpwirtschaft gehören deshalb zu ihren bedeutenden Aufgaben.
Naturgefahren
Die Lage im engen Alpental bringt erhebliche Naturgefahren mit sich.
Dazu gehören:
- Hochwasser;
- Murgänge;
- Lawinen;
- Steinschlag;
- Felsstürze;
- Rutschungen;
- Sturmereignisse.
Schutzbauten, Waldpflege und Gefahrenkarten sollen Siedlungen und Verkehrswege sichern.
Besonders die Linth und die aus den Seitentälern kommenden Bäche können bei Starkniederschlägen rasch anschwellen.
Der Klimawandel kann die Gefährdung durch Starkregen, auftauenden Permafrost und instabile Felsflanken verstärken.
Persönlichkeiten
In Glarus geboren
- Aegidius Tschudi (1505–1572), Historiker, Politiker und Chronist
- Anna Göldi (1734–1782), als «letzte Hexe der Schweiz» bekannt
- Joachim Heer (1825–1879), Bundesrat und Bundespräsident
- Bernhard Simon (1816–1900), Architekt und Stadtplaner
- Fritz Zwicky (1898–1974), Astrophysiker
- Vreni Schneider (* 1964), Skirennfahrerin aus dem Glarnerland
Mit Glarus verbunden
- Fridolin von Säckingen, Landespatron
- Huldrych Zwingli (1484–1531), Pfarrer in Glarus von 1506 bis 1516
- Ferdinand Stadler (1813–1870), Architekt der Stadtkirche
- Johann Caspar Wolff (1818–1891), Mitplaner des Wiederaufbaus
- Doris Stauffer (1934–2017), Künstlerin und Kunstvermittlerin
- Mathias Zopfi (* 1983), Politiker
Chronologie
| Jahr beziehungsweise Zeitraum | Ereignis |
|---|---|
| Frühmittelalter | Entstehung einer dauerhaften Siedlung und kirchlichen Mittelpunktsfunktion im Linthtal. |
| 8. beziehungsweise frühes 9. Jahrhundert | Der Name Clarona erscheint in schriftlichen Quellen. |
| 1178 | Der Orts- und Talname Glarus ist urkundlich fassbar. |
| 1352 | Glarus schliesst sich der Eidgenossenschaft an. |
| 1388 | Der Sieg bei Näfels beendet die habsburgischen Herrschaftsansprüche. |
| 1506–1516 | Huldrych Zwingli wirkt als Pfarrer in Glarus. |
| ab 1528 | Ausbreitung der Reformation; Ausbildung einer konfessionell gemischten Ordnung. |
| 1623 | Teilung verschiedener politischer und kirchlicher Institutionen nach Konfessionen; Glarus bleibt gemeinsamer Landsgemeindeort. |
| 18. Jahrhundert | Aufstieg der Textilheimarbeit und des internationalen Handels. |
| frühes 19. Jahrhundert | Rasche Industrialisierung mit Spinnereien, Webereien und Stoffdruckereien. |
| 10./11. Mai 1861 | Ein Grossbrand zerstört den grössten Teil des Zentrums. |
| 1861–1864 | Planmässiger Wiederaufbau nach den Entwürfen von Bernhard Simon und Johann Caspar Wolff. |
| 1864 | Die Glarner Landsgemeinde beschliesst ein fortschrittliches Fabrikgesetz. |
| 1866 | Einweihung der neuen Stadtkirche. |
| 20. Jahrhundert | Rückgang der Textilindustrie und Ausbau des Dienstleistungssektors. |
| 7. Mai 2006 | Die Landsgemeinde beschliesst die Bildung von drei grossen Einheitsgemeinden. |
| 1. Januar 2011 | Glarus, Ennenda, Netstal und Riedern fusionieren zur heutigen Gemeinde Glarus. |
| 2022 | Peter Aebli wird Gemeindepräsident. |
| 8. März 2026 | Peter Aebli wird für die Amtsperiode 2026–2030 wiedergewählt. |
Siehe auch
- Kanton Glarus
- Glarus Nord
- Glarus Süd
- Ennenda
- Netstal
- Riedern
- Klöntalersee
- Glärnisch
- Linth
- Landsgemeinde des Kantons Glarus
- Stadtbrand von Glarus
- Tektonikarena Sardona
- Glarner Hauptüberschiebung
- Geschichte des Kantons Glarus
- Liste der Kulturgüter in Glarus
Literatur
- Jakob Winteler: Geschichte des Landes Glarus. Baeschlin, Glarus.
- Fritz Stucki: Geschichte der Stadt Glarus. Glarus.
- Jürg Davatz: Glarus und der Stadtbrand von 1861. Glarus.
- Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte: Die Kunstdenkmäler des Kantons Glarus. Bern.
- Historischer Verein des Kantons Glarus: Jahrbuch des Historischen Vereins des Kantons Glarus. Glarus.
- Gemeinde Glarus: Stadtanalyse Glarus. Glarus 2017.
- Bundesamt für Kultur: Bundesinventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz: Glarus.
Weblinks
- Offizielle Website der Gemeinde Glarus
- Offizielle Website des Kantons Glarus
- Porträt der Gemeinde
- Geschichte der Gemeinde und ihrer Ortsteile
- Glarus im Historischen Lexikon der Schweiz
- Tourismusinformationen der Ferienregion Glarus
- Kunsthaus Glarus
- Anna-Göldi-Museum
- Karten und Geodaten des Bundes
Einzelnachweise
- ↑ Geschichte von Glarus. In: Gemeinde Glarus. Abgerufen am 2026-07-23.
- ↑ Porträt der Gemeinde Glarus. In: Gemeinde Glarus. Abgerufen am 2026-07-23.
- ↑ Glarus (Gemeinde). In: Historisches Lexikon der Schweiz. Abgerufen am 2026-07-23.
- ↑ Geschichte der heutigen Gemeinde. In: Gemeinde Glarus. Abgerufen am 2026-07-23.
- ↑ Statistische Angaben zur Gemeinde. In: Gemeinde Glarus. Abgerufen am 2026-07-23.
- ↑ Kirchliche Angebote. In: Gemeinde Glarus. Abgerufen am 2026-07-23.
- ↑ Gemeinderatswahlen vom 8. März 2026. In: Gemeinde Glarus. Abgerufen am 2026-07-23.
- ↑ Gemeinderat. In: Gemeinde Glarus. Abgerufen am 2026-07-23.
- ↑ Basisdokumentation der Gemeinde Glarus. In: Gemeinde Glarus. 2020. Abgerufen am 2026-07-23.
- ↑ Bundesinventar der schützenswerten Ortsbilder: Glarus. In: Kanton Glarus. Abgerufen am 2026-07-23.