Sihltal-Zürich-Uetliberg-Bahn
| Sihltal Zürich Uetliberg Bahn SZU AG | |
|---|---|
| Kurzbezeichnung | SZU |
| Rechtsform | Aktiengesellschaft |
| Gründung | 1973 |
| Vorgänger | Sihltalbahn (SiTB) Bahngesellschaft Zürich–Uetliberg (BZUe) |
| Sitz | Zürich, Kanton Zürich |
| Adresse | Wolframplatz 21, 8045 Zürich |
| Branche | Öffentlicher Verkehr |
| Direktor | Mischa Nugent |
| Verwaltungsratspräsidentin | Andrea Felix |
| Mitarbeitende | rund 280 |
| Bahnlinien | S4, S10 |
| Weitere Angebote | Felseneggbahn, Zimmerbergbus |
| Spurweite | 1435 mm |
| Verkehrsverbund | Zürcher Verkehrsverbund (ZVV) |
| Website | szu.ch |
Die Sihltal-Zürich-Uetliberg-Bahn, offiziell Sihltal Zürich Uetliberg Bahn SZU AG und kurz SZU, ist ein Schweizer Verkehrsunternehmen mit Sitz in Zürich. Sie betreibt die Sihltalbahn als Linie S4 und die Uetlibergbahn als Linie S10 der S-Bahn Zürich. Darüber hinaus betreibt die SZU die Felseneggbahn und ist innerhalb des Zürcher Verkehrsverbunds (ZVV) marktverantwortliches Verkehrsunternehmen für das Busangebot in der Region Zimmerberg.[1]
Das Unternehmen entstand 1973 durch die Fusion der Sihltalbahn mit der Bahngesellschaft Zürich–Uetliberg. Die historischen Wurzeln reichen jedoch bis 1875 zurück, als die Uetlibergbahn eröffnet wurde. Die Sihltalbahn folgte 1892.[2]
Mit ihren beiden Bahnlinien erschliesst die SZU den südwestlichen Teil der Stadt Zürich, das Sihltal, Gemeinden am Albis sowie den Uetliberg. Die S4 und die S10 beginnen regulär im unterirdischen SZU-Bahnhof des Zürcher Hauptbahnhofs und benutzen zwischen Zürich HB und Zürich Giesshübel teilweise dieselbe Infrastruktur.
Unternehmen
Die Sihltal Zürich Uetliberg Bahn SZU AG ist als Aktiengesellschaft organisiert. Das Unternehmen beschäftigt rund 280 Mitarbeitende und ist sowohl Eisenbahnverkehrs- als auch Eisenbahninfrastrukturunternehmen.[1]
Direktor der SZU ist Mischa Nugent. Präsidentin des Verwaltungsrates ist Andrea Felix.[3]
Das Aktienkapital beträgt 10'003'800 Franken. Die Aktien befinden sich überwiegend im Besitz der öffentlichen Hand.[4]
| Aktienbesitzende | Anteil |
|---|---|
| Stadt Zürich | 31,7 % |
| Schweizerische Eidgenossenschaft | 27,0 % |
| Kanton Zürich | 23,1 % |
| Gemeinden | 8,0 % |
| Dritte | 10,2 % |
Der Unternehmenssitz befindet sich am Wolframplatz in Zürich, unmittelbar beim Bahnhof Zürich Giesshübel.
Bahnnetz
Das Bahnnetz der SZU besteht im Personenverkehr aus zwei normalspurigen Strecken. Beide sind als Linien der Zürcher S-Bahn in den ZVV integriert.
| Bahn | Linie | Reguläre Strecke | Betriebslänge | Stromsystem |
|---|---|---|---|---|
| Sihltalbahn | S4 | Zürich HB – Zürich Selnau – Zürich Giesshübel – Adliswil – Langnau-Gattikon – Sihlwald | 14,46 km | 15 kV, 16,7 Hz Wechselstrom |
| Uetlibergbahn | S10 | Zürich HB – Zürich Selnau – Zürich Giesshübel – Zürich Triemli – Uitikon Waldegg – Uetliberg | 10,36 km | 15 kV, 16,7 Hz Wechselstrom |
Die Sihltalbahn und die Uetlibergbahn besitzen unterschiedliche historische Ursprünge, werden heute jedoch weitgehend als gemeinsames System betrieben. Seit der Umstellung der Uetlibergbahn auf das schweizweit übliche Bahnstromsystem im Jahr 2022 verwenden beide Strecken dieselbe Fahrleitungsspannung.[5]
Sihltalbahn
Hauptartikel: Sihltalbahn
Die Sihltalbahn bildet heute die Linie S4 der Zürcher S-Bahn. Sie verbindet Zürich HB mit dem Sihltal und endet regulär in Sihlwald. Die Betriebslänge beträgt 14,46 Kilometer.[5]
Von Zürich HB führt die Strecke zunächst durch den Sihltunnel zur unterirdischen Station Zürich Selnau. Danach erreicht sie Zürich Giesshübel und folgt weiter dem Tal der Sihl. Zu den bedeutenden Stationen gehören unter anderem Zürich Saalsporthalle, Zürich Brunau, Zürich Manegg, Zürich Leimbach, Adliswil und Langnau-Gattikon.
Die Strecke wird mit 15 kV Wechselstrom bei 16,7 Hz elektrifiziert. Die Stromversorgung erfolgt über das SBB-Unterwerk Sihlbrugg.[5]
Historisch führte die Sihltalbahn von Sihlwald weiter nach Sihlbrugg, wo Anschluss an die Bahnstrecke Thalwil–Arth-Goldau bestand. Der reguläre Personenverkehr zwischen Sihlwald und Sihlbrugg wurde 2006 eingestellt. Die Strecke blieb jedoch erhalten und wird unter anderem für Sonder- und Museumsfahrten genutzt.
Uetlibergbahn
Hauptartikel: Uetlibergbahn
Die Uetlibergbahn bildet die Linie S10 der Zürcher S-Bahn. Sie verbindet den Zürcher Hauptbahnhof mit dem Uetliberg, dem Zürcher Hausberg.
Die Strecke ist 10,36 Kilometer lang und erreicht Steigungen von bis zu 79 Promille. Damit gehört sie zu den steilsten normalspurigen Adhäsionsbahnen Europas.[5]
Von Zürich HB verkehrt die S10 zunächst gemeinsam mit der S4 über Zürich Selnau nach Zürich Giesshübel. Dort zweigt die Uetlibergbahn ab und steigt über Zürich Binz, Zürich Friesenberg, Zürich Schweighof, Zürich Triemli, Uitikon Waldegg und Ringlikon zum Endbahnhof Uetliberg an.
Die Uetlibergbahn besitzt sowohl Bedeutung für den Pendlerverkehr aus den Wohngebieten am Uetliberg als auch für den Freizeit- und Ausflugsverkehr. Der Endbahnhof liegt wenige Gehminuten unterhalb des Uetliberggipfels.
Geschichte
Uetlibergbahn
Die Uetlibergbahn ist der ältere der beiden historischen Bahnbetriebe. Bereits 1872 wurden Pläne für eine Bahn auf den Uetliberg ausgearbeitet. Neben einer Zahnradbahn wurde eine reine Adhäsionsbahn mit für die damalige Zeit aussergewöhnlich hohen Steigungen vorgeschlagen.[2]
Am 10. Mai 1875 fand die Eröffnungsfeier der Strecke Zürich Selnau–Uetliberg statt. Die Bahn wurde zunächst mit Dampflokomotiven betrieben.[6]
Die wirtschaftliche Entwicklung war schwierig. Nach dem Ersten Weltkrieg geriet die Uetlibergbahn-Gesellschaft in erhebliche finanzielle Probleme. 1920 wurde der Betrieb eingestellt und die Gesellschaft liquidiert.
1922 entstand als Nachfolgeunternehmen die Bahngesellschaft Zürich–Uetliberg (BZUe). Zunächst wurde der Dampfbetrieb wieder aufgenommen. Bereits 1923 erfolgte die Elektrifizierung.[2]
Sihltalbahn
Die ersten Projekte für eine Eisenbahn durch das Sihltal entstanden bereits in der Mitte des 19. Jahrhunderts. Konkrete Pläne für eine Lokalbahn von Zürich nach Sihlwald wurden in den 1880er-Jahren ausgearbeitet.
1892 wurde die Strecke Zürich Selnau–Sihlwald gebaut und eröffnet. Zwischen Selnau und Giesshübel verlief sie gemeinsam mit der Uetlibergbahn.[2]
1897 wurde die Bahn von Sihlwald bis Sihlbrugg verlängert. Dort erhielt sie Anschluss an die Strecke der damaligen Schweizerischen Nordostbahn (NOB) zwischen Thalwil und Zug.
Die Sihltalbahn wurde 1924 elektrifiziert. Anders als die Uetlibergbahn verwendete sie das bei den Schweizer Hauptbahnen übliche Wechselstromsystem.
Gemeinsame Betriebsführung
1932 übernahm die Sihltalbahn die Verwaltung und Betriebsführung der Bahngesellschaft Zürich–Uetliberg. Rechtlich blieben beide Bahngesellschaften jedoch noch mehr als vier Jahrzehnte voneinander getrennt.[2]
Die gemeinsame Führung ermöglichte eine engere Abstimmung von Personal, Infrastruktur und Betrieb. Gleichzeitig blieb die technische Besonderheit bestehen, dass Sihltalbahn und Uetlibergbahn unterschiedliche Stromsysteme verwendeten.
1954 übernahm die Sihltalbahn zusätzlich die Geschäftsführung der neu eröffneten Luftseilbahn Adliswil–Felsenegg.
Gründung der SZU
1973 fusionierten die Sihltalbahn und die Bahngesellschaft Zürich–Uetliberg zur heutigen Sihltal Zürich Uetliberg Bahn SZU.[2]
Die Fusion vereinigte zwei Bahnunternehmen, die bereits seit 1932 gemeinsam verwaltet worden waren. Die beiden Strecken behielten zunächst ihre unterschiedlichen technischen Eigenschaften und ihre eigenständige verkehrliche Funktion.
1976 wurden auf der Uetlibergbahn neue Doppeltriebwagen des Typs Be 8/8 in Betrieb genommen. Im selben Jahr führte die SZU den kondukteurlosen Betrieb ein.[2]
Verlängerung zum Zürcher Hauptbahnhof
Bis 1990 endeten Sihltal- und Uetlibergbahn im Bahnhof Zürich Selnau. Dessen Lage am Rand der Innenstadt erschwerte insbesondere den Anschluss an das übrige Eisenbahnnetz.
Mit dem Bau des Sihltunnels wurden beide Bahnlinien unterirdisch von Selnau zum Zürcher Hauptbahnhof verlängert. Der Tunnel wurde am 4. Mai 1990 offiziell eröffnet. Am 5. Mai 1990 fuhren die ersten fahrplanmässigen Züge der SZU bis Zürich HB.[7]
Die bisherige oberirdische Station Selnau wurde aufgegeben und durch eine neue unterirdische Haltestelle im Sihltunnel ersetzt.
Nur wenige Wochen später, am 27. Mai 1990, nahm die S-Bahn Zürich ihren Betrieb auf. Die Sihltalbahn wurde als S4 und die Uetlibergbahn als S10 in das neue Netz integriert. Gleichzeitig begann die Zusammenarbeit der SZU mit dem neu geschaffenen Zürcher Verkehrsverbund.[2]
Die direkte Anbindung an Zürich HB gilt als einer der wichtigsten Entwicklungsschritte in der Geschichte der SZU. Seitdem stiegen die Fahrgastzahlen stark an.[6]
Stromsysteme
Eine technische Besonderheit der SZU bestand während fast eines Jahrhunderts in den unterschiedlichen Stromsystemen ihrer beiden Bahnlinien.
Die Sihltalbahn verwendete seit ihrer Elektrifizierung 1924 Wechselstrom mit 15 kV und 16,7 Hz. Die Uetlibergbahn wurde dagegen 1923 mit 1200 Volt Gleichstrom elektrifiziert.
Da beide Bahnen zwischen Zürich und Giesshübel dieselben Gleise benutzten, mussten zwei unterschiedliche Stromversorgungssysteme auf derselben Strecke ermöglicht werden. Die Gleichstrom-Fahrleitung der Uetlibergbahn war dafür seitlich gegenüber der Gleismitte angeordnet. Die Stromabnehmer der Uetlibergbahn waren entsprechend seitlich versetzt.
Diese ungewöhnliche Konstruktion war über Jahrzehnte ein charakteristisches technisches Merkmal der SZU.
Im Sommer 2022 wurde die Uetlibergbahn auf 15 kV Wechselstrom bei 16,7 Hz umgestellt.[5] Damit verwenden S4 und S10 erstmals dasselbe Stromsystem.
Die Umstellung vereinfacht den Betrieb und den Unterhalt der Infrastruktur und ermöglicht eine flexiblere Nutzung des Rollmaterials.
Rollmaterial
Auf der Sihltalbahn und der Uetlibergbahn kommen unterschiedliche Generationen elektrischer Triebfahrzeuge zum Einsatz.
Für die Uetlibergbahn beschaffte die SZU ab 2013 sechs Niederflurtriebzüge des Typs Be 510 von Stadler Rail. Die Fahrzeuge wurden als Zweistromfahrzeuge konzipiert und konnten sowohl unter dem früheren 1200-Volt-Gleichstromsystem der Uetlibergbahn als auch unter 15 kV Wechselstrom verkehren.
Im Zuge der Modernisierung und der Stromumstellung wurden weitere Fahrzeuge für die S10 beschafft.
Für die Sihltalbahn schrieb die SZU 2023 insgesamt 17 neue einstöckige Triebzüge aus. Die Beschaffung ist Teil des Modernisierungsprogramms SZU_4.0 und soll älteres Rollmaterial ersetzen sowie die Voraussetzungen für ein dichteres Angebot schaffen.[8]
Felseneggbahn
Hauptartikel: Luftseilbahn Adliswil–Felsenegg
Zur SZU gehört auch die Felseneggbahn, eine Luftseilbahn zwischen Adliswil und der Felsenegg auf der Albiskette.
Die Luftseilbahn wurde am 30. Dezember 1954 eröffnet. Bereits seit der Eröffnung übernahm die Sihltalbahn ihre Geschäftsführung.[2]
Die Felseneggbahn war lange in einer eigenen Gesellschaft, der Luftseilbahn Adliswil-Felsenegg LAF AG, organisiert. 2023 beschlossen die Generalversammlungen der LAF und der SZU die Fusion der beiden Gesellschaften rückwirkend auf den 1. Januar 2023. Die Seilbahn wird seither unmittelbar von der SZU betrieben, behielt jedoch den etablierten Namen Felseneggbahn.[9]
2025 benutzten 303'207 Personen die Felseneggbahn.[10]
Zimmerbergbus
Neben dem Schienen- und Seilbahnverkehr ist die SZU im Zürcher Verkehrsverbund als marktverantwortliches Verkehrsunternehmen für das Gebiet Zimmerberg zuständig. Dieses umfasst die Gemeinden des Bezirks Horgen mit Ausnahme von Kilchberg und Rüschlikon.[11]
Die eigentlichen Busleistungen werden im Auftrag der SZU durch verschiedene Transportunternehmen erbracht. Dazu gehören:
- AHW Busbetriebe AG;
- PostAuto Schweiz AG;
- Busbetriebe Bamert GmbH;
- Leuthold Transfer AG.
Zum Aufgabenbereich der SZU gehören unter anderem Angebotsplanung, Kundeninformation und die Bewirtschaftung der Bushaltestellen im Marktgebiet.
2025 beförderte der Zimmerbergbus rund 12,25 Millionen Fahrgäste.[10]
Fahrgastzahlen
Die Nachfrage nach den Verkehrsangeboten der SZU ist seit der Anbindung an Zürich HB stark gestiegen.
Im Jahr 2025 benutzten insgesamt rund 27,3 Millionen Fahrgäste die Bahn-, Bus- und Seilbahnangebote der SZU beziehungsweise die von ihr verantworteten Angebote.[10]
| Verkehrsmittel | Fahrgäste 2024 | Fahrgäste 2025 | Veränderung |
|---|---|---|---|
| S-Bahn S4 und S10 | 14'846'000 | 14'746'000 | −0,7 % |
| Zimmerbergbus | 11'188'000 | 12'251'000 | +9,5 % |
| Felseneggbahn | 304'000 | 303'000 | −0,1 % |
| Total | 26'338'000 | 27'300'000 | +3,6 % |
Von den rund 14,8 Millionen Bahnreisenden im Jahr 2025 entfielen etwa 9,4 Millionen auf die Sihltalbahn S4 und rund 5,3 Millionen auf die Uetlibergbahn S10.[10]
Der leichte Rückgang auf der S10 stand unter anderem mit einer mehrmonatigen Streckensperrung zwischen Zürich Triemli und Uetliberg im Rahmen der Fahrbahnerneuerung im Jahr 2025 in Zusammenhang.
Modernisierungsprogramm SZU_4.0
Unter der Bezeichnung SZU_4.0 führt das Unternehmen ein umfangreiches Modernisierungsprogramm durch. Bund, Kanton Zürich und SZU investieren insgesamt mehr als 800 Millionen Franken in Infrastruktur, Rollmaterial und den Ausbau des Verkehrsangebots.[12]
Das Programm soll voraussichtlich bis 2032 umgesetzt werden und umfasst zahlreiche Einzelprojekte.
Zu den wichtigen Vorhaben gehören:
- Ausbau des Tiefbahnhofs Zürich HB SZU;
- Beschaffung neuer Triebzüge für die S4;
- Modernisierung und Verlängerung von Haltestellen;
- Doppelspurausbauten auf der Sihltalbahn;
- Erneuerung von Sicherungsanlagen;
- Neubau beziehungsweise Modernisierung von Unterhaltsanlagen;
- Erneuerung des Bahnhofsareals Langnau-Gattikon;
- Erneuerung des Bahnhofsgebäudes Adliswil;
- Dekarbonisierung des Zimmerbergbusses;
- Vorbereitung eines dichteren Fahrplans.
Langfristig ist auf Teilen des Netzes eine Verdichtung auf einen 7,5-Minuten- beziehungsweise 15-Minuten-Takt vorgesehen.[12]
Ausbau Zürich HB SZU
Der unterirdische SZU-Bahnhof im Zürcher Hauptbahnhof wurde ursprünglich nicht für das heutige Fahrgastaufkommen konzipiert. Im Rahmen von SZU_4.0 wird die Anlage deshalb umfassend modernisiert und erweitert.
Der Umbau soll unter anderem den hindernisfreien Zugang verbessern, die Perronbereiche anpassen und die Kapazität für die stark steigenden Fahrgastzahlen erhöhen.[13]
Für eine besonders intensive Bauphase wurde die Strecke zwischen Zürich HB und Zürich Selnau vom 29. April bis 18. Oktober 2026 vollständig gesperrt. Während dieser Zeit endet die S4 in Zürich Selnau, während die S10 stadteinwärts nur bis Zürich Saalsporthalle verkehrt.[13]
Nach Abschluss der Arbeiten soll der Tiefbahnhof besser für den zukünftigen Betrieb und die vorgesehenen Angebotsverdichtungen geeignet sein.
Doppelspurausbau im Sihltal
Ein weiterer Schwerpunkt von SZU_4.0 ist der Ausbau bislang einspuriger Streckenabschnitte der Sihltalbahn.
Zwischen Adliswil und Langnau-Gattikon stellt die eingleisige Strecke einen betrieblichen Engpass dar. Beim Gebiet Wildpark-Höfli ist deshalb ein rund 1,1 Kilometer langer Doppelspurabschnitt vorgesehen. Gleichzeitig wird die Haltestelle Wildpark-Höfli modernisiert und hindernisfrei gestaltet.[14]
Nach dem Planungsstand von 2026 ist der Baustart für März 2027 vorgesehen. Die Inbetriebnahme des Doppelspurabschnitts ist für Ende 2028 geplant.[14]
Weitere Doppelspurausbauten sind unter anderem im Bereich Brunau–Höcklerbrücke und bei Leimbach vorgesehen.
Infrastruktur
Die SZU ist Infrastrukturbetreiberin der von ihr genutzten Bahnstrecken. Zum Netz gehören die Abschnitte:
- Zürich HB SZU–Zürich Selnau;
- Zürich Selnau–Sihlbrugg;
- Zürich Wiedikon–Zürich Giesshübel;
- Zürich Giesshübel–Triemli–Uetliberg.[15]
Zum Infrastrukturnetz gehören unter anderem zahlreiche Brücken, drei Tunnel und mehr als 30 Bahnübergänge.[4]
Zu den Tunneln gehören der Sihltunnel mit den unterirdischen Stationen Zürich HB SZU und Zürich Selnau, der Gattikertunnel sowie der Manessetunnel.
Eine Verbindung zwischen Zürich Giesshübel und Zürich Wiedikon stellt zudem den Anschluss des SZU-Netzes an das übrige normalspurige Schweizer Eisenbahnnetz her.
Bedeutung
Die SZU erfüllt mehrere unterschiedliche Funktionen innerhalb des öffentlichen Verkehrs im Grossraum Zürich.
Die S4 ist eine zentrale Pendlerverbindung zwischen dem Sihltal und der Stadt Zürich. Sie erschliesst insbesondere Adliswil, Langnau am Albis und die südlichen Zürcher Stadtquartiere.
Die S10 verbindet dicht besiedelte Zürcher Quartiere und Uitikon mit der Innenstadt und dient gleichzeitig als bedeutende Ausflugsbahn zum Uetliberg.
Mit dem Zimmerbergbus erstreckt sich der Aufgabenbereich des Unternehmens bis an das linke Zürichseeufer. Durch die Felseneggbahn ist die SZU zudem unmittelbar im touristischen Seilbahnverkehr tätig.
Eine Besonderheit der SZU liegt damit in der Kombination von Eisenbahn, Bus und Luftseilbahn innerhalb eines regionalen Verkehrsunternehmens.
Siehe auch
- S-Bahn Zürich
- S4 (S-Bahn Zürich)
- S10 (S-Bahn Zürich)
- Sihltalbahn
- Uetlibergbahn
- Uetliberg
- Sihltal
- Zürich Hauptbahnhof
- Bahnhof Zürich Selnau
- Bahnhof Zürich Giesshübel
- Bahnhof Zürich Triemli
- Bahnhof Uitikon Waldegg
- Luftseilbahn Adliswil–Felsenegg
- Zürcher Verkehrsverbund
- Öffentlicher Verkehr im Kanton Zürich
Weblinks
- Offizielle Website der Sihltal Zürich Uetliberg Bahn SZU
- Unternehmensporträt der SZU
- Geschichte der SZU
- Sihltalbahn und Uetlibergbahn
- Zahlen und Fakten
- Medienmitteilungen und Geschäftsberichte
Einzelnachweise
- ↑ 1,0 1,1 Sihltal Zürich Uetliberg Bahn SZU AG: Über die SZU, abgerufen am 10. August 2026.
- ↑ 2,0 2,1 2,2 2,3 2,4 2,5 2,6 2,7 2,8 Sihltal Zürich Uetliberg Bahn SZU AG: Die Geschichte der SZU, abgerufen am 10. August 2026.
- ↑ Sihltal Zürich Uetliberg Bahn SZU AG: Unternehmensporträt, abgerufen am 10. August 2026.
- ↑ 4,0 4,1 Sihltal Zürich Uetliberg Bahn SZU AG: Zahlen und Fakten, abgerufen am 10. August 2026.
- ↑ 5,0 5,1 5,2 5,3 5,4 Sihltal Zürich Uetliberg Bahn SZU AG: Sihltalbahn und Uetlibergbahn, abgerufen am 10. August 2026.
- ↑ 6,0 6,1 Sihltal Zürich Uetliberg Bahn SZU AG: 150 Jahre Uetlibergbahn, abgerufen am 10. August 2026.
- ↑ Sihltal Zürich Uetliberg Bahn SZU AG: Wie die SZU an den Hauptbahnhof kam, abgerufen am 10. August 2026.
- ↑ Sihltal Zürich Uetliberg Bahn SZU AG: Geschäftsbericht 2024, abgerufen am 10. August 2026.
- ↑ Sihltal Zürich Uetliberg Bahn SZU AG: Geschäftsbericht 2023, abgerufen am 10. August 2026.
- ↑ 10,0 10,1 10,2 10,3 Sihltal Zürich Uetliberg Bahn SZU AG: Rund 27 Millionen Fahrgäste bei Bahn, Bus und Seilbahn, Medienmitteilung vom 12. März 2026, abgerufen am 10. August 2026.
- ↑ Sihltal Zürich Uetliberg Bahn SZU AG: Zimmerbergbus, abgerufen am 10. August 2026.
- ↑ 12,0 12,1 Sihltal Zürich Uetliberg Bahn SZU AG: SZU_4.0 – Mehr vom Leben, abgerufen am 10. August 2026.
- ↑ 13,0 13,1 Sihltal Zürich Uetliberg Bahn SZU AG: Ausbau Zürich HB SZU, abgerufen am 10. August 2026.
- ↑ 14,0 14,1 Sihltal Zürich Uetliberg Bahn SZU AG: Bau Doppelspur Wildpark-Höfli mit neuer Haltestelle, Informationsveranstaltung vom 2. März 2026.
- ↑ Sihltal Zürich Uetliberg Bahn SZU AG: Leistungskatalog Infrastruktur 2026, Version 4.0 vom 4. März 2026.
Wikimedia Commons: Medien zu Sihltal-Zürich-Uetliberg-Bahn