Bahnhof Killwangen-Spreitenbach

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Bahnhof Killwangen-Spreitenbach
Ort Killwangen
Bediente Gemeinden Killwangen und Spreitenbach
Kanton Aargau
Bezirk Baden
Staat Schweiz
Koordinaten 47° 26′ 01″ N, 8° 21′ 15″ O
Höhe 393 m ü. M.
Betriebsstellenart Trennungs- und Durchgangsbahnhof
Eröffnung als Haltestelle 1. Februar 1848
Ausbau zur Station 1877
Heutiger Name seit 1912
Eigentümer Schweizerische Bundesbahnen
Betreiber Schweizerische Bundesbahnen
Gleise 8
Perrongleise 4
Perrons 2 Mittelperrons
Abkürzung KLW
DiDok-Nummer 8503506
Tarifverbund A-Welle
Tarifzone 572
S-Bahn-Linien S11, S12
Stadtbahn Limmattalbahn, Linie 20

Der Bahnhof Killwangen-Spreitenbach ist ein Trennungs- und Durchgangsbahnhof in der Einwohnergemeinde Killwangen im Bezirk Baden des Kantons Aargau. Trotz seines Doppelnamens liegt die eigentliche Bahnhofanlage vollständig auf Killwanger Gemeindegebiet. Sie erschliesst jedoch auch die unmittelbar angrenzende und deutlich grössere Gemeinde Spreitenbach.

Der Bahnhof befindet sich an der historischen Bahnstrecke Zürich–Baden, die als Spanisch-Brötli-Bahn 1847 eröffnet wurde. Westlich der Station verzweigen sich die Strecken in Richtung Baden und über die Heitersberglinie nach Lenzburg und Aarau. Östlich schliessen die Zufahrtsgleise zum Rangierbahnhof Limmattal und die Hauptstrecke nach Dietikon und Zürich Hauptbahnhof an.

Im Personenverkehr halten die Linien S11 und S12 der S-Bahn Zürich. Seit Dezember 2022 ist der Bahnhof ausserdem die westliche Endstation der meterspurigen Limmattalbahn. Deren Linie 20 verbindet Killwangen über Spreitenbach, Dietikon, Urdorf und Schlieren mit dem Bahnhof Zürich Altstetten.[1]

Lage

Der Bahnhof liegt in der Limmattalebene am nördlichen Rand des Siedlungsgebiets von Killwangen. Das historische Dorfzentrum befindet sich südwestlich am Fuss des Heitersbergs. Die dicht bebauten Wohn-, Einkaufs- und Gewerbegebiete von Spreitenbach schliessen östlich an das Bahnhofareal an.

Nördlich der Bahnanlagen verläuft die Limmat. Auf der gegenüberliegenden Flussseite liegt die Gemeinde Würenlos. Südlich des Bahnhofs führen die Bahnhofstrasse und die Landstrasse in Richtung Killwangen, Spreitenbach und Neuenhof.

Der Bahnhof bildet zusammen mit der Endstation der Limmattalbahn und den Bushaltestellen einen Verkehrsknoten an der Grenze zwischen den Gemeinden Killwangen und Spreitenbach. Das Bahnhofumfeld soll langfristig städtebaulich verdichtet und zu einem gemeinsamen Zentrum beider Gemeinden aufgewertet werden.[2]

Name

Die Station trug ursprünglich den Namen Killwangen. Seit 1912 lautet die offizielle Bezeichnung Killwangen-Spreitenbach. Damit wurde berücksichtigt, dass der Bahnhof neben Killwangen auch der damals noch ländlichen Nachbargemeinde Spreitenbach diente.[3]

Die betriebliche Abkürzung der SBB lautet KLW. Die schweizerische DiDok-Nummer und internationale UIC-Stationsnummer ist 8503506.

Die Haltestelle der Limmattalbahn und die unmittelbar angrenzenden Bushaltestellen tragen die Bezeichnung Killwangen, Bahnhof. Für die normalspurige Eisenbahn wird dagegen der Doppelname Killwangen-Spreitenbach verwendet.

Geschichte

Spanisch-Brötli-Bahn

Am 7. August 1847 eröffnete die Schweizerische Nordbahn die Bahnstrecke zwischen Zürich und Baden. Sie war die erste vollständig auf Schweizer Gebiet gelegene Eisenbahnlinie und wurde im Volksmund als Spanisch-Brötli-Bahn bekannt.

Bei der Eröffnung besassen die kleineren Aargauer Gemeinden entlang der Strecke noch keine eigenen Stationen. Auch in Killwangen fuhren die Züge zunächst ohne Halt durch.

Am 1. Februar 1848 erhielt Killwangen eine kleine Haltestelle. Sie bestand zunächst aus einem einfachen Wartehäuschen und bescheidenen Einrichtungen für den Personenverkehr. Die Station gehörte damit zu den ältesten Bahnhaltestellen der Schweiz.[4]

Zwischen Killwangen und Würenlos war während des Eisenbahnbaus ein schmaler Steg über die Limmat angelegt worden. Nach der Eröffnung der Haltestelle wurde dieser Übergang öffentlich zugänglich gemacht. Dadurch konnte auch die Bevölkerung von Würenlos den Bahnhof nutzen.

Ausbau zur Station

1877 wurde die einfache Haltestelle zu einer vollwertigen Station ausgebaut. Das bisherige Wartehäuschen wurde durch ein zweigeschossiges Fachwerkgebäude mit Dienstwohnung und angefügtem Güterschuppen ersetzt.[4]

Neben den durchgehenden Streckengleisen entstanden Einrichtungen für den Güterumschlag, das Abstellen von Wagen und die Bedienung der örtlichen Landwirtschaft und Gewerbebetriebe.

Der Bahnhof blieb während vieler Jahrzehnte eine vergleichsweise kleine Landstation. Killwangen und Spreitenbach waren bis weit ins 20. Jahrhundert hinein landwirtschaftlich geprägte Gemeinden mit einer deutlich geringeren Bevölkerung als heute.

Übergang an die SBB

Die Schweizerische Nordbahn ging 1853 in der Schweizerischen Nordostbahn auf. Mit der Verstaatlichung der grossen Privatbahnen gelangten die Strecke Zürich–Baden und der Bahnhof Killwangen 1902 zu den neu gegründeten Schweizerischen Bundesbahnen.

Die Strecke gehörte schon damals zur wichtigsten Ost-West-Verbindung des schweizerischen Eisenbahnnetzes. Sie verband Zürich über Baden, Brugg und Olten mit Basel, Bern und der Westschweiz.

Am 21. Januar 1925 nahmen die SBB auf der Strecke Zürich–Baden den elektrischen Betrieb mit 15 Kilovolt Wechselstrom auf. Die heutige Frequenz des schweizerischen Bahnstromnetzes beträgt 16,7 Hertz.

Rangierbahnhof Limmattal

Nach dem Zweiten Weltkrieg nahmen Personen- und Güterverkehr im Raum Zürich stark zu. Die bestehenden Rangieranlagen beim Zürcher Hauptbahnhof reichten für die wachsenden Gütermengen nicht mehr aus.

1955 informierten die SBB die betroffenen Gemeinden erstmals über die Planung eines grossen Rangierbahnhofs in der Ebene zwischen Killwangen, Spreitenbach und Dietikon. 1958 fiel der definitive Standortentscheid zugunsten des Limmattals.

Die Bauarbeiten begannen im Oktober 1966. Eine erste Etappe mit zehn Richtungsgleisen wurde 1969 dem Betrieb übergeben. Der vollständige Rangierbahnhof Limmattal nahm mit dem Fahrplanwechsel 1978 seinen Betrieb auf.[5]

Der Rangierbahnhof erstreckt sich über rund vier Kilometer zwischen Killwangen-Spreitenbach und Dietikon. Er ist der wichtigste Rangierbahnhof der Schweiz für den nationalen Einzelwagenladungsverkehr.

Sein Bau veränderte die Landschaft des östlichen Aargauer Limmattals grundlegend. Die Hauptstrecke wurde teilweise verlegt, und beim Bahnhof Killwangen-Spreitenbach entstanden zusätzliche Gleise und kreuzungsfreie Zufahrten.

Heitersberglinie

Parallel zum Rangierbahnhof planten die SBB eine neue, leistungsfähigere Verbindung zwischen dem Limmattal und dem Raum Lenzburg. Die bisherige Hauptstrecke über Baden und Brugg war stark ausgelastet und für die direkten Züge zwischen Zürich und Aarau vergleichsweise lang.

Die neue Heitersberglinie zweigt westlich des Bahnhofs Killwangen-Spreitenbach von der Strecke nach Baden ab. Sie führt über Mägenwil, Mellingen Heitersberg und Othmarsingen nach Lenzburg. Wichtigstes Bauwerk ist der rund 4,9 Kilometer lange Heitersbergtunnel.

Die Heitersberglinie wurde am 1. Juni 1975 eröffnet. Seither verläuft ein grosser Teil des Fernverkehrs zwischen Zürich, Aarau, Olten, Bern und Basel über Killwangen-Spreitenbach und den Heitersbergtunnel.

Fernverkehrszüge durchfahren den Bahnhof in der Regel ohne Halt. Für den Bahnbetrieb ist Killwangen-Spreitenbach dennoch von grosser Bedeutung, da hier die Verbindungen nach Baden und Lenzburg sowie die Zufahrten zum Rangierbahnhof zusammenlaufen.

Neues Stationsgebäude

Im Zusammenhang mit dem Bau des Rangierbahnhofs und der Heitersberglinie wurde die bisherige Bahnhofanlage vollständig erneuert.

Das Stationsgebäude von 1877 wurde 1970 abgebrochen. An seiner Stelle entstand ein Neubau nach Plänen des Zürcher Architekten Max Vogt. Vogt war während mehrerer Jahrzehnte als Entwurfsarchitekt der SBB tätig und prägte mit seinen Sichtbetonbauten das Erscheinungsbild zahlreicher Bahnhöfe.

Das neue Gebäude ist ein viergeschossiger Sichtbetonbau mit angebauter Güterexpedition. In den Obergeschossen wurden sechs Wohnungen eingerichtet. Die gleisseitige Fassade wird durch hohe Brüstungen und tief liegende Laubengänge geprägt, welche die Wohnungen gegen den Bahnlärm abschirmen.[4]

Die kantonale Denkmalpflege bezeichnet das Gebäude als eines der qualitätvollsten und radikalsten Werke Max Vogts. Es ist im Bauinventar des Kantons Aargau verzeichnet.

Verbindung nach Würenlos

Zur besseren Erschliessung des Rangierbahnhofs entstand eine Verbindungskurve zwischen Killwangen und Würenlos. Sie ermöglicht Güterzügen aus der Ostschweiz und aus Richtung Schaffhausen, den Rangierbahnhof über die Furttalstrecke zu erreichen, ohne das Stadtgebiet von Zürich durchfahren zu müssen.

Die Verbindung überquert die Limmat und wurde am 4. Mai 1981 in Betrieb genommen. Sie dient in erster Linie dem Güterverkehr und wird nicht von regulären Personenzügen befahren.

Lehnenviadukt

Von 2013 bis 2016 entstand westlich des Bahnhofs ein neues Lehnenviadukt. Es ermöglicht Güterzügen aus Richtung Wettingen die kreuzungsfreie Einfahrt in den Rangierbahnhof Limmattal.

Zuvor mussten diese Züge ein aus dem Heitersbergtunnel kommendes Hauptgleis auf gleicher Höhe kreuzen. Das neue Bauwerk trennte die Fahrwege voneinander und erhöhte damit die Leistungsfähigkeit und Betriebssicherheit des Knotens.

Hindernisfreier Ausbau

Die beiden Mittelperrons der Gleise 3/4 und 5/6 waren lange Zeit nur über Treppen erreichbar. Auch die niedrigen Perronkanten ermöglichten keinen niveaugleichen Einstieg.

Von 2018 bis August 2019 wurde die Publikumsanlage deshalb umfassend modernisiert. Die Arbeiten umfassten:

  • Rampen von der Personenunterführung zu beiden Mittelperrons;
  • einen Lift zwischen dem Stationsgebäude und der Unterführung;
  • die Erhöhung und Verlängerung von Perronabschnitten;
  • neue Beleuchtungsanlagen;
  • Anpassungen der Perrondächer;
  • neue Fahrgastinformationsanzeigen und Billettautomaten;
  • die Erneuerung von Kundenbereichen im Stationsgebäude.

Damit wurden die Perrons wesentlich besser für Reisende mit eingeschränkter Mobilität, Kinderwagen, Velos und Gepäck zugänglich.[6]

Limmattalbahn

Die starke Bevölkerungs- und Arbeitsplatzentwicklung im Limmattal führte seit dem späten 20. Jahrhundert zu einer zunehmenden Belastung von Strassen, Bussen und S-Bahn-Zügen.

Zur Verbesserung der Feinerschliessung beschlossen die Kantone Zürich und Aargau den Bau der Limmattalbahn zwischen Zürich Altstetten und Killwangen-Spreitenbach. Die Strecke wurde in zwei Etappen gebaut.

Die vollständige Linie wurde am 9. Dezember 2022 offiziell eröffnet. Der fahrplanmässige Betrieb bis Killwangen begann am 11. Dezember 2022.[1]

Die Endstation liegt südlich der normalspurigen Bahnanlagen. Mit ihrer Eröffnung wurde Killwangen-Spreitenbach zu einem Spurwechsel- und Umsteigeknoten zwischen der normalspurigen SBB-Bahn, der meterspurigen Limmattalbahn und dem regionalen Busverkehr.

Gleisanlage

Der Bahnhof besitzt acht Haupt- und Nebengleise. Für den Personenverkehr werden die Gleise 3 bis 6 genutzt. Sie liegen an zwei Mittelperrons:

Gleise des Personenverkehrs
Gleis Hauptsächliche Nutzung
3 Züge aus Richtung Zürich in Richtung Heitersberglinie; Durchfahrten des Fernverkehrs
4 Regionalzüge aus Richtung Zürich in Richtung Baden beziehungsweise Brugg
5 Regionalzüge aus Richtung Baden und Brugg nach Zürich
6 Züge aus Richtung Heitersberglinie nach Zürich; Durchfahrten des Fernverkehrs

Gleis 1 liegt unmittelbar beim Stationsgebäude und wird vor allem für Rangier- und betriebliche Aufgaben genutzt. Gleis 2 steht in Verbindung mit den westlichen Zufahrtsgleisen des Rangierbahnhofs.

Die Gleise 7 und 8 dienen insbesondere einfahrenden Güterzügen zum Rangierbahnhof Limmattal. Sie liegen auf der Nordseite der Personenverkehrsgleise und steigen östlich des Stationsgebäudes in Richtung der Einfahrgruppe des Rangierbahnhofs an.

Die komplexe Gleisanlage ermöglicht die Verzweigung der Verkehrsströme:

  • nach Zürich und zum Rangierbahnhof Limmattal;
  • über die Heitersberglinie nach Lenzburg und Aarau;
  • über Neuenhof und Wettingen nach Baden und Brugg;
  • über die Güterverbindung nach Würenlos und ins Furttal.

Perrons und Zugänge

Die beiden Mittelperrons werden durch eine Personenunterführung erschlossen. Rampen führen von der Unterführung zu den Perrons. Beim Stationsgebäude besteht zusätzlich ein Lift.

Die Perrons sind teilweise überdacht und mit Sitzgelegenheiten, elektronischen Abfahrtsanzeigen, Beleuchtung und Lautsprechern ausgestattet. Die erhöhten Perronabschnitte ermöglichen bei geeigneten Fahrzeugen einen weitgehend stufenfreien Einstieg.

Die Unterführung verbindet den Bahnhofplatz mit der nördlichen Seite der Gleisanlage. Wegen der zahlreichen durchfahrenden Züge bestehen keine niveaugleichen Übergänge über die Hauptgleise.

Ausstattung

Im und beim Bahnhof befinden sich verschiedene Verkaufs- und Dienstleistungsangebote. Dazu gehören unter anderem:

  • ein Coop-Geschäft;
  • ein K Kiosk;
  • ein Café;
  • ein Bancomat;
  • öffentliche Toiletten;
  • Billettautomaten;
  • gedeckte Wartebereiche;
  • Veloabstellplätze;
  • eine P+Rail-Anlage;
  • ein Standort von Mobility Carsharing.

Nach Angaben der SBB stehen 50 gedeckte Veloabstellplätze zur Verfügung. Die P+Rail-Anlage umfasst 79 reguläre Parkplätze und einen Behindertenparkplatz.[7]

Ein bedientes SBB-Reisezentrum besteht nicht. Billette können am Automaten, über SBB Mobile oder andere elektronische Verkaufskanäle bezogen werden.

Bahnverkehr

S11

Die S11 verbindet den Bahnhof über die Heitersberglinie mit dem Raum Lenzburg und Aarau sowie über das Limmattal mit Zürich und Winterthur.

  • S11: Aarau – Lenzburg – Othmarsingen – Mägenwil – Mellingen Heitersberg – Killwangen-Spreitenbach – Dietikon – Zürich Hauptbahnhof – Zürich Stadelhofen – Winterthur – weiter in Richtung Wila beziehungsweise auf einen der regionalen Äste im Raum Winterthur

Die Linie verkehrt im Fahrplanjahr 2026 grundsätzlich im Halbstundentakt.[8]

S12

Die S12 führt über Baden und Brugg in den westlichen Aargau und in der Gegenrichtung über Zürich nach Winterthur und in die Nordostschweiz.

  • S12: Brugg AG – Turgi – Baden – Wettingen – Neuenhof – Killwangen-Spreitenbach – Dietikon – Zürich Hauptbahnhof – Zürich Stadelhofen – Winterthur – Wil SG beziehungsweise Schaffhausen

Auch die S12 verkehrt grundsätzlich im Halbstundentakt.[8]

Durch die Überlagerung von S11 und S12 bestehen zwischen Killwangen-Spreitenbach, Dietikon, Zürich Hauptbahnhof und Winterthur im Tagesverkehr in der Regel vier Verbindungen pro Stunde.

Fernverkehr

Die meisten Fernverkehrszüge zwischen Zürich und Aarau durchfahren den Bahnhof über die Heitersberglinie ohne Halt. Dazu gehören InterCity- und InterRegio-Verbindungen in Richtung Bern, Basel, Biel, Luzern und in die Westschweiz.

Auch Fernverkehrszüge auf der Strecke Zürich–Baden–Brugg halten nicht planmässig in Killwangen-Spreitenbach. Die nächstgelegenen Fernverkehrshalte befinden sich in Baden, Zürich und teilweise Lenzburg.

Nachtverkehr

In den Nächten von Freitag auf Samstag, von Samstag auf Sonntag und vor bestimmten Feiertagen hält die Nacht-S-Bahn SN1:

  • SN1: Aarau – Lenzburg – Brugg AG – Baden – Killwangen-Spreitenbach – Dietikon – Zürich Hauptbahnhof – Zürich Stadelhofen – Winterthur

Das genaue Angebot kann je nach Fahrplanjahr und Nacht variieren.

Limmattalbahn

Der Bahnhof ist die westliche Endstation der Linie 20 der Limmattalbahn:

  • Linie 20: Killwangen, Bahnhof – Spreitenbach West – Umwelt Arena – Shoppi Tivoli – IKEA – Dietikon – Urdorf – Schlieren – Zürich Altstetten, Bahnhof

Die Linie bedient insgesamt 27 Haltestellen und verkehrt im Fahrplanjahr 2026 grundsätzlich alle 15 Minuten.[9]

Die Fahrzeuge wenden in einer zweigleisigen Endanlage südlich des Bahnhofplatzes. Die Limmattalbahn wird von Aargau Verkehr betrieben. Sie besitzt Meterspur und ist damit technisch von den normalspurigen SBB-Gleisen getrennt.

Die Stadtbahn übernimmt vor allem die Feinerschliessung des dicht besiedelten Limmattals. Während die S-Bahn schnelle Verbindungen nach Zürich bietet, bedient die Limmattalbahn zahlreiche Quartiere, Einkaufsgebiete, Schulen und Arbeitsplatzstandorte zwischen Killwangen und Altstetten.

Busverkehr

Die Bushaltestelle Killwangen, Bahnhof wird durch Linien der Regionalen Verkehrsbetriebe Baden-Wettingen erschlossen.

Im Fahrplanjahr 2026 gehören dazu insbesondere:

  • Linie 2: Spreitenbach – Killwangen – Neuenhof – Baden – Ennetbaden – Obersiggenthal – Untersiggenthal
  • Linie 4: Spreitenbach – Killwangen – Neuenhof – Wettingen – Baden
  • Linie 10: Killwangen, Bahnhof – Spreitenbach, Härdlistrasse
  • N33: Baden – Neuenhof – Killwangen – Spreitenbach – Dietikon

Die Linien 2 und 4 verbinden den Bahnhof in dichtem Takt mit Neuenhof und Baden. In Spreitenbach erschliessen sie unter anderem das Dorf, die Wohnquartiere und die Einkaufsgebiete.[10]

Tarif

Der Bahnhof gehört zum Tarifverbund A-Welle und liegt in der Zone 572. Für Fahrten innerhalb der gelösten A-Welle-Zonen gelten die Verbundfahrausweise für Bahn, Bus und weitere beteiligte Verkehrsmittel.

Ein Teil der Region Spreitenbach bildet ein Überlappungsgebiet zwischen der A-Welle-Zone 572 und der ZVV-Zone 184. Welcher Verbundtarif gilt, hängt vom Ausgangspunkt, dem Ziel und dem benutzten Verkehrsmittel ab.[11]

Für verbundübergreifende Fahrten nach Zürich können Z-Pass- oder nationale Fahrausweise erforderlich sein. Das Generalabonnement wird auf den regulären Bahn-, Stadtbahn- und Buslinien anerkannt.

Bedeutung

Killwangen-Spreitenbach ist einer der wichtigsten regionalen Umsteigebahnhöfe im östlichen Aargau. Sein Einzugsgebiet umfasst neben Killwangen und Spreitenbach auch Teile von Neuenhof, Würenlos und weitere Gemeinden des Limmattals.

Für Berufspendlerinnen und Berufspendler bestehen direkte Verbindungen nach:

  • Zürich;
  • Dietikon und Schlieren;
  • Winterthur;
  • Baden und Brugg;
  • Lenzburg und Aarau;
  • Wil SG und Schaffhausen.

Die grossen Einkaufs-, Gewerbe- und Wohngebiete von Spreitenbach erzeugen einen erheblichen Pendler- und Freizeitverkehr. Mit der Limmattalbahn wurde die Verbindung zwischen dem Bahnhof und diesen Gebieten deutlich verbessert.

Betrieblich besitzt der Bahnhof eine über den Personenverkehr hinausgehende Bedeutung. Die Verzweigung von Heitersberglinie, Badener Strecke und Rangierbahnhof macht ihn zu einem zentralen Element der nationalen Ost-West-Achse.

Verhältnis zum Rangierbahnhof Limmattal

Der Personenbahnhof Killwangen-Spreitenbach und der Rangierbahnhof Limmattal sind betrieblich eng miteinander verbunden, bilden jedoch unterschiedliche Anlagen.

Der Rangierbahnhof beginnt unmittelbar östlich des Personenbahnhofs und erstreckt sich bis Dietikon. Er dient dem Zerlegen, Sortieren und Neubilden von Güterzügen.

Vom Personenbahnhof aus führen mehrere Gleise direkt in die westliche Einfahrgruppe. Weitere Verbindungen bestehen aus Richtung Wettingen, Heitersbergtunnel und Würenlos.

Die Gleis- und Hochbauten beider Bahnhöfe wurden in den 1960er- und 1970er-Jahren gemeinsam geplant. Das Stationsgebäude in Killwangen, das Stellwerk West und weitere Gebäude des Rangierbahnhofs wurden von Max Vogt in einer einheitlichen Sichtbetonarchitektur entworfen.[5]

Entwicklung des Bahnhofgebiets

Die Gemeinden Killwangen und Spreitenbach betrachten das Bahnhofgebiet als einen gemeinsamen langfristigen Entwicklungsschwerpunkt.

Heute treffen dort Wohnquartiere, Gewerbeflächen, Bahn- und Strassenanlagen sowie die Endstation der Limmattalbahn aufeinander. Die räumliche Gestaltung entspricht jedoch noch nicht vollständig der Bedeutung des Verkehrsknotens.

Der regionale Sachplan für den Grenzraum sieht unter anderem vor:

  • einen klar erkennbaren Bahnhofplatz zu schaffen;
  • die Fuss- und Veloverbindungen zu verbessern;
  • das Gebiet dichter und gemischt zu nutzen;
  • neue Wohn- und Arbeitsflächen zu ermöglichen;
  • die Übergänge zwischen Killwangen und Spreitenbach aufzuwerten;
  • Bahn, Stadtbahn, Bus und weitere Mobilitätsangebote besser miteinander zu verknüpfen.

Die Planungen besitzen einen langfristigen Zeithorizont. Einzelne Bauprojekte müssen mit den betrieblichen Anforderungen der SBB und den Interessen der beiden Gemeinden abgestimmt werden.

Zukunft der Limmattalbahn

Der Kanton Aargau untersucht eine Verlängerung der Limmattalbahn von Killwangen über Neuenhof und Wettingen nach Baden.

Eine mögliche Strecke würde südwestlich des heutigen Endpunkts weiterführen, Neuenhof erschliessen, die Limmat überqueren und über Wettingen den Bahnhof Baden erreichen.

Eine Verlängerung würde den Bahnhof Killwangen-Spreitenbach von einer Endstation zu einer Zwischenstation der Stadtbahn machen. Im August 2026 bestand jedoch noch kein endgültiger Beschluss über Bau, Finanzierung und Eröffnungstermin.

Siehe auch

Literatur

  • Paul Fischer, Otto Wanner: 150 Jahre Spanisch-Brötli-Bahn. Zürich–Baden 1847–1997. Baden 1997.
  • Hans G. Wägli: Schienennetz Schweiz und Bahnprofil Schweiz CH+. AS Verlag, Zürich 2010, ISBN 978-3-909111-74-9.
  • Schweers + Wall: Eisenbahnatlas Schweiz. Schweers + Wall, Köln 2012, ISBN 978-3-89494-130-7.
  • Ruedi Weidmann, Karl Holenstein: Max Vogt – Bauen für die Bahn, 1957–1989. Schweizerische Gesellschaft für Kunstgeschichte, Bern 2008.
  • Andreas Steigmeier: Shopping-Boom: Spreitenbach zwischen 1950 und 2000. In: Andreas Steigmeier, Roman W. Brüschweiler, Anton Kottmann: Spreitenbach. Spreitenbach 2000.

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 T20 Zürich Altstetten–Killwangen, Aargau Verkehr AG, abgerufen am 4. August 2026.
  2. Regionaler Sachplan Grenzraum Killwangen-Spreitenbach, Gemeinde Spreitenbach, abgerufen am 4. August 2026.
  3. Wiedergeburt im Limmattal, Journal21, 19. Januar 2023, abgerufen am 4. August 2026.
  4. 4,0 4,1 4,2 Stationsgebäude SBB Killwangen-Spreitenbach, Kantonale Denkmalpflege Aargau, Bauinventarobjekt KIL915, abgerufen am 4. August 2026.
  5. 5,0 5,1 Stellwerk Rangierbahnhof Limmattal, Kantonale Denkmalpflege Aargau, Bauinventarobjekt SPB919, abgerufen am 4. August 2026.
  6. Bahnhof Killwangen-Spreitenbach: Behindertengerechter Zugang, Amstein + Walthert, abgerufen am 4. August 2026.
  7. Bahnhof Killwangen-Spreitenbach, Schweizerische Bundesbahnen, abgerufen am 4. August 2026.
  8. 8,0 8,1 Haltestellenfahrplan Killwangen-Spreitenbach, Zürcher Verkehrsverbund, gültig vom 14. Dezember 2025 bis 12. Dezember 2026, abgerufen am 4. August 2026.
  9. Linie 20 ab Killwangen, Bahnhof, Zürcher Verkehrsverbund, Jahresfahrplan 2026, abgerufen am 4. August 2026.
  10. Haltestellenfahrpläne, Regionale Verkehrsbetriebe Baden-Wettingen, Jahresfahrplan 2026, abgerufen am 4. August 2026.
  11. Überlappungsgebiete A-Welle–ZVV, Tarifverbund A-Welle, abgerufen am 4. August 2026.