Geschichte des Kantons Glarus

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Geschichte des Kantons Glarus
Gebiet Kanton Glarus
Historische Bezeichnung Land Glarus, Glarnerland
Erste Besiedlungsspuren Bronzezeit
Frühmittelalterliche Herrschaft Kloster Säckingen
Habsburgische Herrschaft vor allem seit dem 13. Jahrhundert
Bündnis mit den Eidgenossen 1352; erneuert 1393
Loslösung von Habsburg Schlacht bei Näfels, 1388
Erste überlieferte Landessatzungen 1387
Reformation ab den 1520er Jahren
Konfessionelle Landesteilung 1623–1837
Zugehörigkeit während der Helvetik Kanton Linth, 1798–1803
Wiederherstellung als Kanton 1803
Moderne Kantonsverfassungen 1837, 1887 und 1988
Gemeindestrukturreform 2011

Die Geschichte des Kantons Glarus umfasst die Entwicklung des alpinen Linthtals von den frühesten Siedlungsspuren über die Herrschaft des Klosters Säckingen und der Habsburger bis zum selbstständigen eidgenössischen Ort und modernen Schweizer Kanton. Sie ist geprägt von der frühen Ausbildung einer Talgemeinschaft, der Schlacht bei Näfels von 1388, der bis heute bestehenden Landsgemeinde, dem jahrhundertelangen konfessionellen Nebeneinander sowie einer für einen Bergkanton aussergewöhnlich frühen Industrialisierung.

Glarus trat 1352 in den Kreis der eidgenössischen Orte ein, konnte seine politische Selbstständigkeit aber erst im Verlauf des späten 14. Jahrhunderts dauerhaft sichern. Die Reformation führte nicht zu einer Teilung des Kantonsgebiets, sondern zu einem komplizierten System gemeinsamer und konfessionell getrennter Behörden. Dieses bestand bis zur liberalen Verfassungsreform von 1836 und 1837.

Im 18. und 19. Jahrhundert entwickelte sich das Glarnerland zu einem bedeutenden Zentrum der europäischen Textilindustrie. Gleichzeitig entstanden fortschrittliche sozialpolitische Regelungen. Das Glarner Fabrikgesetz von 1864 gehörte zu den frühesten umfassenden Arbeitsschutzgesetzen der Schweiz. Der Stadtbrand von Glarus im Jahr 1861, die Auswanderung nach Nordamerika, der Bergsturz von Elm und der wirtschaftliche Strukturwandel hinterliessen weitere tiefe Spuren.

Zu Beginn des 21. Jahrhunderts sorgte Glarus erneut für landesweite Aufmerksamkeit: Die Landsgemeinde senkte 2007 das kantonale Stimmrechtsalter auf 16 Jahre und reduzierte mit der Gemeindestrukturreform die zuvor zahlreichen kommunalen Körperschaften auf drei Einheitsgemeinden.[1][2]

Naturräumliche Voraussetzungen

Die Geschichte des Kantons wurde wesentlich durch seine alpine Lage bestimmt. Das Glarnerland umfasst das Tal der Linth und das von der Sernf durchflossene Sernftal. Im Norden öffnet sich das Gebiet gegen den Walensee und die Linthebene, während es im Süden und Osten von hohen Gebirgszügen abgeschlossen wird.

Die Verkehrswege führten traditionell entlang der Linth zum Walensee und über verschiedene Alpenübergänge in die Nachbarregionen. Zu den bedeutenden Pässen gehörten der Klausenpass, der Pragelpass, der Kerenzerberg und der Panixerpass. Diese Übergänge ermöglichten Handel und Viehtrieb, konnten aber auch von fremden Heeren genutzt werden.

Die beschränkten landwirtschaftlich nutzbaren Flächen förderten bereits früh die Vieh- und Alpwirtschaft. Getreide musste teilweise eingeführt werden. Die Bevölkerung war deshalb auf Handel, Heimarbeit, saisonale Beschäftigung, Solddienst und später auf die Industrie angewiesen.

Die Wasserkraft der Linth, der Sernf und zahlreicher Seitenbäche bildete eine wichtige Voraussetzung für die Industrialisierung. Mühlen, Sägereien, Spinnereien, Webereien, Druckereien und später Elektrizitätswerke nutzten die Energie der Gebirgsgewässer.

Urgeschichte und Römerzeit

Die ältesten bekannten Spuren menschlicher Anwesenheit im Gebiet des heutigen Kantons stammen aus der Bronzezeit. Funde aus dem 13. bis 9. Jahrhundert vor Christus belegen, dass Menschen das Tal und seine Zugänge bereits damals nutzten.

Weitere Bodenfunde und Ortsbezeichnungen werden mit der keltischen Besiedlung in Verbindung gebracht. Der Name Linth wird häufig vom keltischen Wort linta abgeleitet, das sinngemäss «die Geschmeidige», «Schlange» oder «Drache» bedeutet.

Während der römischen Herrschaft gehörte das Glarnerland zur Provinz Rätien. Archäologische Reste römischer Bauten wurden insbesondere im Bereich des Walensees und auf der Kerenzerbergterrasse festgestellt. Das eigentliche Haupttal war vermutlich nur dünn besiedelt.

Die römischen Verkehrsverbindungen führten hauptsächlich entlang des Walensees und durch das Alpenrheintal. Das Glarner Tal lag abseits der wichtigsten Fernstrassen, war aber über regionale Wege mit den umliegenden Gebieten verbunden.[1]

Frühmittelalter

Christianisierung

Die Christianisierung des Glarnerlands wird in der Überlieferung mit dem heiligen Fridolin von Säckingen verbunden. Nach der Legende war Fridolin ein irischer Glaubensbote, der im 6. Jahrhundert wirkte und das Kloster Säckingen am Hochrhein gründete.

Die historischen Einzelheiten seines Lebens sind unsicher. Fridolin entwickelte sich jedoch zum Landespatron von Glarus. Er erscheint bis heute im Glarner Kantonswappen als schwarz gekleideter Pilger mit Stab und Bibel.

In Glarus bestand vermutlich seit dem 6. Jahrhundert eine erste Talkirche. Von dort aus wurde die kirchliche Organisation des Tals aufgebaut. Das Patrozinium des heiligen Fridolin verdeutlicht die enge Verbindung zum Kloster Säckingen.

Alemannische Besiedlung

Um das Jahr 700 wanderten alemannische Bevölkerungsgruppen in das Tal ein. Die alemannische Sprache setzte sich nach der Darstellung der kantonalen Geschichtsschreibung jedoch erst im Verlauf des Hochmittelalters vollständig durch.

Ältere romanische beziehungsweise rätische Bevölkerungselemente und Ortsnamen blieben teilweise erhalten. Die Besiedlung konzentrierte sich auf den Talboden, die Schwemmkegel der Seitenbäche und geeignete Terrassen.

Im Lauf des Mittelalters entstanden die Dörfer, Weiler und bäuerlichen Genossenschaften, aus denen später die Glarner Tagwen und Gemeinden hervorgingen.

Herrschaft des Klosters Säckingen

Das Glarnerland gehörte im Mittelalter zum Besitz des Frauenklosters Säckingen. Das Kloster verfügte über umfangreiche Grundrechte, Abgabenansprüche und kirchliche Rechte. Es liess seine Interessen durch lokale Amtsträger und Vögte vertreten.

Die Bewohner bewirtschafteten klösterliche Güter und entrichteten Abgaben. Gleichzeitig entwickelten die bäuerlichen Gemeinschaften eigene genossenschaftliche Strukturen. Alpen, Wälder und Allmenden wurden teilweise gemeinschaftlich genutzt.

Die klösterliche Herrschaft war nicht mit einer vollständig durchorganisierten Territorialherrschaft vergleichbar. Die Entfernung zwischen Säckingen und dem Glarnerland sowie die geografischen Verhältnisse ermöglichten den lokalen Gemeinschaften einen beträchtlichen Handlungsspielraum.

Bis 1395 sind Abgaben an das Kloster Säckingen nachweisbar. Die politischen Rechte des Klosters verloren jedoch bereits zuvor zunehmend an Bedeutung.

Habsburgische Herrschaft und Entstehung der Talgemeinschaft

Die Schirm- und Vogteirechte über die säckingischen Besitzungen gelangten im Hochmittelalter an verschiedene Adelsfamilien. Nach dem Aussterben der Grafen von Lenzburg und der Kyburger bauten die Habsburger ihre Stellung im Glarnerland aus.

Seit 1264 beziehungsweise 1266 übte das Haus Habsburg wesentliche Herrschaftsrechte über Glarus aus. Habsburgische Amtsträger verwalteten die hohe Gerichtsbarkeit, militärische Rechte und landesherrliche Aufgaben.

Gleichzeitig wurde die politische Gemeinschaft der Talbewohner deutlicher sichtbar. 1282 urkundete die «Gemeinschaft der Männer des ganzen Tales Glarus» mit einem eigenen Siegel. Dieses Auftreten deutet darauf hin, dass sich neben den herrschaftlichen Strukturen eine handlungsfähige Talgemeinschaft entwickelt hatte.[3]

Die Bewohner regelten gemeinschaftliche Fragen der Alp- und Waldnutzung, des Wasserbaus und der Verteidigung. Aus diesen genossenschaftlichen Formen entwickelten sich die Landsgemeinde und die Tagwenversammlungen.

Anschluss an die Eidgenossenschaft

Bündnis von 1352

Die Expansion Zürichs und der Innerschweizer Orte führte in der Mitte des 14. Jahrhunderts zu einem Konflikt mit Habsburg. 1351 verbündete sich Zürich mit den Waldstätten. Im folgenden Jahr rückten eidgenössische Truppen in das habsburgisch beherrschte Glarnerland ein.

1352 wurde Glarus in ein Bündnis mit Zürich, Uri, Schwyz und Unterwalden aufgenommen. Der erste Glarner Bundesbrief gewährte dem Land jedoch noch nicht dieselbe Stellung wie den älteren Bündnispartnern. Die Eidgenossen behielten sich bestimmte Rechte vor, während Glarus weitreichende Verpflichtungen übernehmen musste.

Nach dem Regensburger Frieden von 1355 konnte Habsburg seine Herrschaft teilweise wiederherstellen. Die eidgenössische Verbindung blieb dennoch bestehen und gewann in den folgenden Jahrzehnten an Bedeutung.

Erste Landessatzungen

Am 11. März 1387 versammelten sich Ammann und Landleute von Glarus zu einer Landsgemeinde. Sie erliessen die ersten erhaltenen Landessatzungen.

Darin wurde unter anderem festgelegt, dass sich die Minderheit den Entscheiden der Mehrheit an Landsgemeinden und Tagwensversammlungen unterzuordnen hatte. Dieser Grundsatz bildete eine wichtige Grundlage des entstehenden glarnerischen Staatswesens.

Die Landsgemeinde übernahm Gesetzgebung, Wahlen, Gerichtsbarkeit und aussenpolitische Entscheidungen. Sie konnte über Krieg und Frieden, Bündnisse, Landrechte und Begnadigungen beschliessen. Der von ihr gewählte Landammann leitete die Versammlung, den Rat und die Gerichte.

Schlacht bei Näfels

Die entscheidende Auseinandersetzung mit Habsburg fand im Rahmen des Sempacherkriegs statt. Nach dem eidgenössischen Sieg bei Sempach von 1386 beteiligten sich Glarner und weitere Eidgenossen an Angriffen auf habsburgische Gebiete.

In der sogenannten Mordnacht vom 21. auf den 22. Februar 1388 eroberten habsburgische Anhänger die zuvor von Eidgenossen besetzte Stadt Weesen zurück. Zahlreiche eidgenössische Besatzungsangehörige wurden getötet.

Am 9. April 1388 rückte ein österreichisches Heer gegen das Glarnerland vor. Die Hauptmacht durchbrach die Letzi bei Näfels. Eine zweite Kolonne näherte sich über den Kerenzerberg.

Die Glarner Verteidiger, verstärkt durch kleinere Kontingente aus Schwyz und Uri, waren zahlenmässig stark unterlegen. Sie zogen sich zunächst an den westlichen Talhang zurück. Als sich Teile des gegnerischen Heeres dem Plündern zuwandten, griffen die Glarner aus erhöhter Stellung an.

Nebel, Schneetreiben, das schwierige Gelände und die Auflösung der habsburgischen Ordnung begünstigten die Verteidiger. Das österreichische Heer wurde zurückgedrängt und floh in Richtung Weesen. Zahlreiche Soldaten kamen beim Einsturz einer Brücke über die Maag ums Leben.[4]

Der Sieg beendete die unmittelbare habsburgische Herrschaft über Glarus. Im Jahr 1389 stiftete das Land eine Gedächtnisfeier für die Gefallenen. Daraus entwickelte sich die bis heute jährlich begangene Näfelser Fahrt.

1393 erneuerten Glarus und die übrigen eidgenössischen Orte ihre Verbindung. Glarus wurde damit dauerhaft und weitgehend gleichberechtigt in die Eidgenossenschaft eingebunden.

Konsolidierung des eidgenössischen Ortes

Im 15. Jahrhundert festigte Glarus seine staatlichen Institutionen. Die Landsgemeinde bildete die oberste Gewalt, während ein Rat die laufenden politischen und gerichtlichen Geschäfte führte.

Die Tagwen regelten einen grossen Teil der lokalen Angelegenheiten. Sie verwalteten Gemeindegüter, Wälder, Alpen, Wasserläufe und Wege. Das Tagwensystem blieb über Jahrhunderte ein besonderes Merkmal der glarnerischen Gemeindestruktur.

Glarus beteiligte sich an den militärischen Unternehmungen der Eidgenossenschaft. Im Alten Zürichkrieg von 1436 bis 1450 stand das Land gemeinsam mit Schwyz gegen Zürich. Der Konflikt hing unter anderem mit der Aufteilung des Erbes der Grafen von Toggenburg zusammen.

Glarus erwarb zusammen mit anderen eidgenössischen Orten Herrschaftsrechte in gemeinsamen Untertanengebieten. Besonders eng war die Zusammenarbeit mit Schwyz in den Herrschaften Uznach und Gaster. Auch an der Landvogtei Sargans und weiteren Gemeinen Herrschaften war Glarus beteiligt.

Glarner Truppen kämpften in den Burgunderkriegen und in den italienischen Feldzügen. Der militärische Erfolg der Eidgenossen förderte den Solddienst, der für viele Glarner Männer zu einer wichtigen Erwerbsmöglichkeit wurde.

Wirtschaft und Gesellschaft im Spätmittelalter

Die Wirtschaft beruhte hauptsächlich auf Viehzucht, Alpwirtschaft und dem Handel mit tierischen Erzeugnissen. Rinder, Käse, Butter, Häute und Wolle wurden über regionale Märkte verkauft.

Ein besonderes Produkt war der Glarner Schabziger. Die Herstellung des mit Schabzigerklee gewürzten Käses entwickelte sich zu einem wichtigen Wirtschaftszweig. Bereits im 15. Jahrhundert erliess die Landsgemeinde Vorschriften über Qualität und Herkunft.

Die genossenschaftliche Nutzung von Alpen und Allmenden erforderte detaillierte Regelungen. Alpauftrieb, Weiderechte, Holzschlag und Wassernutzung wurden von Tagwen und Korporationen festgelegt.

Neben der Landwirtschaft waren Handwerk, Handel und Solddienst von Bedeutung. Zahlreiche Glarner dienten in fremden Heeren. Erfolgreiche Offiziere konnten dabei beträchtlichen Wohlstand erwerben.

Reformation

Huldrych Zwingli in Glarus

Der spätere Zürcher Reformator Huldrych Zwingli wirkte von 1506 bis 1516 als Priester in Glarus. Während dieser Zeit nahm er als Feldprediger an eidgenössischen Feldzügen in Italien teil.

Zwingli beschäftigte sich zunehmend kritisch mit dem Solddienst und dem Einfluss ausländischer Mächte auf die Eidgenossenschaft. Nach der Niederlage bei Marignano von 1515 verschärften sich die politischen Spannungen im Glarnerland.

Da sich Glarus stärker Frankreich zuwandte, verliess der päpstlich orientierte Zwingli 1516 das Tal und wechselte nach Einsiedeln. Seine späteren reformatorischen Ideen waren in Glarus noch nicht vollständig ausgebildet, doch seine Erfahrungen im Solddienst beeinflussten sein Denken.

Ausbreitung der neuen Lehre

Die Reformation verbreitete sich in den 1520er Jahren im Glarnerland. Zahlreiche Gemeinden und ein grosser Teil der politischen Führung schlossen sich der evangelischen Lehre an.

Andere Orte, besonders Näfels, Oberurnen und Teile des Hauptorts, blieben katholisch. Die konfessionellen Verhältnisse unterschieden sich teilweise von Dorf zu Dorf und sogar innerhalb einzelner Gemeinden.

Glarus schloss sich weder vollständig dem reformierten noch dem katholischen Lager an. Stattdessen entwickelte sich ein System der konfessionellen Parität. 1530 anerkannten beide Parteien grundsätzlich ihre politische Gleichberechtigung.

Nach dem Zweiten Kappelerkrieg von 1531 wurden in mehreren Orten katholische Gottesdienste und Altäre wiederhergestellt. Reformierte und Katholiken nutzten mancherorts dieselben Kirchen. Diese Simultannutzung führte zu praktischen Konflikten, ermöglichte aber das Zusammenleben beider Konfessionen.

Konfessionelle Landesteilung

Drei Landsgemeinden

Die konfessionelle Spannung führte im 17. Jahrhundert zu einer komplizierten Aufteilung der staatlichen Institutionen. Der dritte Landesvertrag von 1623 führte drei verschiedene Landsgemeinden ein:

  • eine evangelische Landsgemeinde;
  • eine katholische Landsgemeinde;
  • eine gemeinsame Landsgemeinde.

Die konfessionellen Landsgemeinden wählten ihre eigenen Amtsträger und berieten Angelegenheiten, die nur ihre Glaubensgemeinschaft betrafen. Die gemeinsame Landsgemeinde entschied über Fragen des gesamten Landes.

Das Amt des Landammanns wechselte nach einer festgelegten Ordnung zwischen den Konfessionen. Drei Jahre lang stellte die reformierte Mehrheit den Landammann, danach zwei Jahre lang die katholische Minderheit. Die jeweils andere Konfession stellte den Landesstatthalter.

Landesvertrag von 1683

Der fünfte Landesvertrag von 1683 vertiefte die Teilung. Evangelisch-Glarus und Katholisch-Glarus verfügten nun über eigene Räte, Gerichte, Verwaltungen und teilweise getrennte Finanzen.

Das Land bestand damit faktisch aus zwei konfessionellen Staatswesen unter einem gemeinsamen Dach. Die gemeinsame Landsgemeinde blieb für allgemeine Landesangelegenheiten zuständig.

Die Regelung sollte verhindern, dass die katholische Minderheit von der reformierten Mehrheit politisch entmachtet wurde. Gleichzeitig machte sie die Verwaltung kompliziert und verstärkte die konfessionellen Grenzen.

Da die Reformierten den gregorianischen Kalender lange ablehnten, galten im Kanton zeitweise zwei unterschiedliche Kalender. Feiertage, politische Versammlungen und amtliche Termine konnten deshalb je nach Konfession auf verschiedene Tage fallen.

Glarus in der Alten Eidgenossenschaft

Glarus gehörte zu den dreizehn vollberechtigten Orten der Alten Eidgenossenschaft. An der eidgenössischen Tagsatzung wurde der Kanton durch Gesandte vertreten.

Die politische Führung lag bei einer vergleichsweise kleinen Gruppe einflussreicher Familien. Die Landsgemeinde ermöglichte zwar eine direkte Beteiligung der stimmberechtigten Männer, doch wirtschaftliche Stellung, Verwandtschaft, Solddienst und Patronage beeinflussten die Politik.

Zu den bedeutenden Glarner Persönlichkeiten der frühen Neuzeit gehörte Aegidius Tschudi. Der Politiker, Diplomat und Historiker wirkte mehrfach als Landammann und verfasste umfangreiche Arbeiten zur Geschichte der Eidgenossenschaft.

Der Solddienst blieb bis ins 18. Jahrhundert ein wichtiger Erwerbszweig. Fast tausend Glarner sollen in fremden Diensten Offiziersränge erreicht haben. Der in Näfels errichtete Freulerpalast zeugt vom Reichtum, den einzelne Militärunternehmer erwerben konnten.

Frühneuzeitliche Wirtschaft

Neben Viehzucht und Alpwirtschaft entwickelten sich verschiedene Gewerbe. Hergestellt wurden unter anderem Schiefertafeln, Griffel, Strümpfe, Kappen und kleinere Textilerzeugnisse.

Die Heimspinnerei verbreitete sich in Zeiten knapper landwirtschaftlicher Erwerbsmöglichkeiten. Kaufleute stellten Rohstoffe bereit und liessen sie von Familien in Heimarbeit verarbeiten.

Die Einbindung in überregionale Handelsnetze nahm zu. Glarner Kaufleute waren in Zürich, Basel, Italien, Frankreich, Deutschland und im Mittelmeerraum tätig.

Um 1740 wurde im Glarnerland die erste Zeugdruckerei gegründet. Damit begann die Entwicklung einer Industrie, die den Kanton während mehr als zwei Jahrhunderten prägen sollte.[5]

Anna Göldi

Ein bekanntes Ereignis der Glarner Rechtsgeschichte war der Prozess gegen Anna Göldi. Die aus dem Sennwald stammende Magd war im Haushalt des Glarner Arztes und Politikers Johann Jakob Tschudi beschäftigt.

Nach einem Konflikt mit der Familie wurde ihr vorgeworfen, eines der Kinder durch übernatürliche Mittel geschädigt zu haben. Obwohl Hexerei im Urteil nicht ausdrücklich genannt wurde, war das Verfahren von Vorstellungen des Hexenglaubens geprägt.

Anna Göldi wurde gefoltert, zum Tod verurteilt und am 13. Juni 1782 in Glarus enthauptet. Der Prozess gilt als einer der letzten europäischen Hexenprozesse und wird heute als Justizmord bewertet.[6]

2008 rehabilitierte der Glarner Landrat Anna Göldi offiziell. Er erkannte an, dass sie Opfer eines rechtswidrigen Verfahrens geworden war. Es handelte sich um eine der ersten offiziellen parlamentarischen Rehabilitierungen eines Opfers der europäischen Hexenverfolgungen.

Helvetische Republik

Französischer Einmarsch

1798 besetzten französische Truppen die Alte Eidgenossenschaft. Die bisherigen souveränen Orte verloren ihre staatliche Selbstständigkeit und wurden in die zentralistisch organisierte Helvetische Republik eingegliedert.

Glarus wurde mit Gebieten der heutigen Kantone Schwyz und St. Gallen zum Kanton Linth zusammengefasst. Die Glarner Landsgemeinde und die konfessionellen Staatsorgane wurden aufgehoben.

Die neue Ordnung stiess bei Teilen der Bevölkerung auf Widerstand. Steuern, Einquartierungen, militärische Aushebungen und Eingriffe in die traditionellen politischen Rechte belasteten das Verhältnis zur helvetischen Regierung.

Krieg von 1799

Im Zweiten Koalitionskrieg wurde das Glarnerland 1799 zum Schauplatz militärischer Operationen. Französische, österreichische und russische Truppen kämpften um die Alpenübergänge.

Die russische Armee unter General Alexander Wassiljewitsch Suworow zog vom Muotatal über den Pragelpass in das Klöntal. Da der Weg nach Weesen von französischen Truppen gesperrt war, musste das Heer über Glarus, Elm und den verschneiten Panixerpass nach Graubünden ausweichen.

Die Kämpfe, Truppendurchzüge und Requisitionen verschärften die Versorgungskrise. Das bereits arme Tal litt unter Hunger und Zerstörungen. Rund 1200 Kinder wurden vorübergehend in andere Kantone gebracht, wo sie versorgt werden sollten.

Mediation und Restauration

Mit der Mediationsakte von 1803 löste Napoleon den Kanton Linth auf. Glarus erhielt seine frühere kantonale Selbstständigkeit und seine Landsgemeinde zurück.

Gleichzeitig wurde die konfessionelle Staatsordnung mit den getrennten evangelischen und katholischen Institutionen wiederhergestellt. Die politische Führung blieb weitgehend in den Händen der traditionellen Eliten.

Nach dem Ende der napoleonischen Herrschaft trat Glarus 1815 dem erneuerten schweizerischen Bundesvertrag bei. Der Kanton blieb souveräner Gliedstaat des lockeren Staatenbundes.

Linthkorrektion

Die Linthebene im Norden des Kantons litt seit der frühen Neuzeit zunehmend unter Überschwemmungen und Versumpfung. Geschiebeablagerungen erhöhten das Flussbett, während der Abfluss des Walensees behindert wurde.

Unter der Leitung von Hans Conrad Escher von der Linth begann 1807 die gross angelegte Linthkorrektion. Die Linth wurde durch den Escherkanal in den Walensee geleitet. Ein weiterer Kanal führte das Wasser vom Walensee zum Zürichsee.

Der Escherkanal wurde 1811, der Linthkanal 1816 eröffnet. Der Wasserspiegel des Walensees sank, Überschwemmungsgebiete wurden entwässert und neues Kulturland gewonnen.

Das Projekt verbesserte die Lebensbedingungen im Glarner Unterland erheblich. Es gehörte zu den bedeutendsten frühen Wasserbauvorhaben der Schweiz.

Politische Erneuerung im 19. Jahrhundert

Ende der konfessionellen Teilung

Im Zuge der liberalen Regenerationsbewegung verstärkte sich der Widerstand gegen die konfessionell geteilte Staatsordnung. Die parallelen Räte, Gerichte und Landsgemeinden galten als schwerfällig und nicht mehr zeitgemäss.

An der gemeinsamen Landsgemeinde vom 29. Mai 1836 beschloss die reformierte Mehrheit gegen den Widerstand vieler Katholiken, die Landesteilung aufzuheben und eine neue Verfassung auszuarbeiten.

Im Juli 1837 trat die neue Kantonsverfassung in Kraft. Sie vereinigte Glarus wieder zu einem gemeinsamen Staatswesen. Seither besteht nur noch eine kantonale Landsgemeinde.[3]

Die Verfassung trennte die Rechtsprechung von der Gesetzgebung und Verwaltung. Die vollständige institutionelle Trennung zwischen dem Landrat als vorbereitender gesetzgebender Behörde und dem Regierungsrat als Exekutive wurde jedoch erst mit der Verfassung von 1887 verwirklicht.

Bundesstaat von 1848

Glarus stand während der politischen Auseinandersetzungen der 1840er Jahre auf der Seite der liberalen Kantone. Der Kanton gehörte nicht dem katholisch-konservativen Sonderbund an.

Während des Sonderbundskriegs von 1847 kämpften Glarner Truppen im eidgenössischen Heer. Nach dem Sieg der liberalen Kantone unterstützte Glarus die Umwandlung der Schweiz in einen Bundesstaat.

Mit der Bundesverfassung von 1848 wurde Glarus zu einem Gliedstaat der modernen Schweizerischen Eidgenossenschaft. Ein Teil der kantonalen Kompetenzen ging an den Bund über, während die Landsgemeinde und die kantonale Selbstverwaltung erhalten blieben.

Auswanderung und New Glarus

Bevölkerungswachstum, Armut, Krisen der Heimarbeit und mangelnde landwirtschaftliche Flächen führten im 19. Jahrhundert zu starken Auswanderungsbewegungen.

Mitte des Jahrhunderts verliess zeitweise ungefähr jede zwölfte Person das Glarnerland. Viele Auswanderer zogen in andere Schweizer Kantone, nach Frankreich, Deutschland oder in die Vereinigten Staaten.

1845 gründeten Glarner Auswanderer im US-Bundesstaat Wisconsin die Siedlung New Glarus. Die Kolonie sollte wirtschaftlich bedrängten Familien eine neue Existenz ermöglichen.

Die ersten Siedler hatten mit schwierigen Reisebedingungen, Landvermessung, Nahrungsmangel und dem Aufbau einer neuen Gemeinde zu kämpfen. New Glarus entwickelte sich dennoch zu einem dauerhaften Zentrum glarnerischer Auswanderungskultur.

Bis heute bestehen kulturelle und gesellschaftliche Beziehungen zwischen dem Kanton Glarus und New Glarus.[7]

Industrialisierung

Textildruck

Die Industrialisierung setzte im Glarnerland früher und intensiver ein als in vielen anderen alpinen Regionen. Ausgangspunkt war die um 1740 eingeführte Zeugdruckerei.

Bedruckte Baumwollstoffe, Kopftücher und andere Textilien wurden in immer grösseren Mengen hergestellt. Glarner Firmen verkauften ihre Erzeugnisse in Europa, im Osmanischen Reich, in Afrika, Asien und Amerika.

Die Muster wurden zunächst mit geschnitzten Holzmodeln von Hand auf den Stoff übertragen. Später kamen Walzen-, Maschinen- und Schablonendruckverfahren hinzu.

Der Textildruck förderte die Entstehung von Spinnereien, Webereien, Färbereien, chemischen Betrieben, Maschinenwerkstätten und Handelshäusern. Entlang der Linth und der Sernf entstanden umfangreiche Fabrikanlagen.

Um 1865 erreichte die Glarner Textildruckindustrie einen Höhepunkt. Im kleinen Bergkanton bestanden mehr als zwanzig Druckereien, die direkt oder indirekt Tausende Menschen beschäftigten.

Fabrikgesellschaft

Die Industrialisierung veränderte das Leben im Tal grundlegend. Viele Menschen wechselten von der Landwirtschaft und Heimarbeit in die Fabriken. Frauen und Kinder bildeten einen bedeutenden Teil der Belegschaften.

Die Arbeitszeiten waren lang, die Löhne niedrig und die Sicherheitsbedingungen unzureichend. Fabrikarbeit konnte zwölf bis vierzehn Stunden täglich dauern. Nachtarbeit und Kinderarbeit waren verbreitet.

Gleichzeitig entstand eine neue Schicht wohlhabender Fabrikanten und Kaufleute. Unternehmerfamilien wie Jenny, Schindler, Trümpy und weitere prägten Wirtschaft, Politik und Ortsbilder.

Die industrielle Entwicklung führte zu starkem Bevölkerungswachstum in Glarus, Ennenda, Netstal, Schwanden, Mitlödi, Luchsingen, Niederurnen und anderen Orten.

Sozialpolitik und Fabrikgesetz

Der Kanton Glarus nahm im 19. Jahrhundert eine führende Rolle im Arbeiterschutz ein. Sozial engagierte Ärzte, Pfarrer, Arbeitervereine und Politiker machten auf die Missstände in den Fabriken aufmerksam.

1856 verbot die Landsgemeinde die Fabrikarbeit für Kinder unter zwölf Jahren. Der Vollzug war zunächst schwierig, doch der Entscheid bildete eine Grundlage für weitere Reformen.

1864 nahm die Landsgemeinde ein umfassendes Fabrikgesetz an. Es begrenzte die tägliche Arbeitszeit grundsätzlich auf zwölf Stunden und enthielt Bestimmungen gegen Nachtarbeit sowie zum Schutz von Frauen und Kindern.

Glarus führte zudem ein sechswöchiges Arbeitsverbot vor und nach der Geburt eines Kindes ein. Die Schutzbestimmungen galten in wichtigen Bereichen sowohl für Frauen als auch für Männer.[8]

1872 wurde die maximale Arbeitszeit weiter auf elf Stunden reduziert. Die glarnerischen Erfahrungen beeinflussten die eidgenössische Fabrikgesetzgebung von 1877.

Ebenfalls 1864 gründete der Fabrikarbeiterverein Schwanden den ersten dauerhaften Konsumverein der Schweiz. Er sollte Arbeiterfamilien Lebensmittel und Alltagswaren zu günstigeren Preisen anbieten.

Später führte Glarus weitere soziale Einrichtungen ein. Dazu gehörten frühe Formen der Alters-, Invaliden- und Arbeitslosenversicherung. 1925 beschloss die Landsgemeinde ein kantonales Gesetz über die Arbeitslosenversicherung.

Stadtbrand von Glarus

In der Nacht vom 10. auf den 11. Mai 1861 zerstörte ein verheerender Brand grosse Teile des Kantonshauptorts. Ein starker Föhnsturm trieb die Flammen mit hoher Geschwindigkeit durch die dicht bebaute Siedlung.

Insgesamt wurden 593 Gebäude vernichtet. Mehrere Menschen kamen ums Leben, und ein grosser Teil der Bevölkerung verlor Wohnung und Besitz.[9]

Die Katastrophe löste in der Schweiz und im Ausland eine grosse Hilfsaktion aus. Geld, Baumaterial, Lebensmittel und Kleider wurden nach Glarus geschickt.

Der Wiederaufbau erfolgte nach einem modernen Plan der Architekten Bernhard Simon und Johann Caspar Wolff. Breite, rechtwinklig angelegte Strassen, grössere Abstände und strengere Bauvorschriften sollten eine erneute Feuerausbreitung verhindern.

Die heutige städtebauliche Struktur des Hauptorts geht wesentlich auf diesen Wiederaufbau zurück. Auch die gemeinsame Stadtkirche wurde neu errichtet und weiterhin von beiden grossen Konfessionen genutzt.

Der Brand machte zugleich die wirtschaftliche Bedeutung wirksamer Versicherungen sichtbar. Die Glarner Gebäudeversicherung war bereits 1811 geschaffen worden. Die Erfahrungen der Katastrophe beeinflussten auch die weitere Entwicklung des schweizerischen Versicherungswesens.

Verkehrsausbau

Die Industrialisierung erforderte leistungsfähigere Verkehrsverbindungen. Strassen wurden ausgebaut und die Verbindung zum Walensee verbessert.

1859 erreichte die Eisenbahn den Hauptort Glarus. Die Linie verband den Kanton über Ziegelbrücke mit Zürich und dem schweizerischen Bahnnetz.

1879 wurde die Bahn über Schwanden bis Linthal verlängert. Damit erhielten auch die Industrieorte im mittleren und südlichen Tal einen direkten Eisenbahnanschluss.

Der Bahnbau erleichterte den Export von Textilien und anderen Industrieprodukten. Gleichzeitig konnten Kohle, Baumwolle, Farbstoffe, Maschinen und Lebensmittel günstiger eingeführt werden.

Später verbesserten Strassen über den Klausenpass und den Kerenzerberg die Verbindungen zu den Nachbarkantonen.

Bergsturz von Elm

Am 11. September 1881 ereignete sich am Tschingelberg oberhalb von Elm eine der schwersten Naturkatastrophen der Schweizer Geschichte.

Am Berg war während Jahren Schiefer abgebaut worden. Die Arbeiter hatten den Hang durch einen tiefen, unsachgemäss angelegten Abbaubereich geschwächt. Risse, kleinere Felsstürze und andere Warnzeichen wurden nicht ausreichend beachtet.

Am Unglückstag lösten sich gewaltige Felsmassen. Zwei grosse Stürze zerstörten Gebäude, Wiesen und Teile des Dorfs. 114 Menschen kamen ums Leben.

Die Katastrophe führte zu Diskussionen über die Verantwortung von Unternehmern und Behörden, den Umgang mit geologischen Gefahren und die Sicherheit im Bergbau.

Der Bergsturz von Elm wurde in Zeitungen, Bildern, Berichten und literarischen Werken verarbeitet. Die Abbruchstelle ist in der Landschaft bis heute deutlich erkennbar.

Verfassungsentwicklung von 1887

Die Kantonsverfassung von 1887 ordnete die staatlichen Gewalten neu. Der Landrat wurde deutlicher als gesetzesvorbereitendes Parlament ausgestaltet, während der Regierungsrat die vollziehende Gewalt übernahm.

Die Landsgemeinde blieb das oberste Organ des Kantons. Sie entschied weiterhin über Verfassungsänderungen, Gesetze, wichtige Ausgaben, Steuern und zentrale Wahlen.

Das politische System verband damit moderne Gewaltenteilung mit der überlieferten direkten Demokratie. Der Landrat bereitete die Geschäfte vor, konnte die endgültige Entscheidung der Landsgemeinde jedoch in wichtigen Fragen nicht ersetzen.

Erster Weltkrieg und Zwischenkriegszeit

Während des Ersten Weltkriegs blieb die Schweiz neutral. Zahlreiche Glarner Männer leisteten Aktivdienst, während die Industrie unter Rohstoffmangel, unterbrochenen Handelswegen und schwankender Nachfrage litt.

Lebensmittelknappheit und steigende Preise belasteten besonders Arbeiterfamilien. Die sozialen Spannungen nahmen zu. Die Arbeiterbewegung, Gewerkschaften und sozialdemokratische Organisationen gewannen an Einfluss.

Am Landesstreik von 1918 beteiligten sich auch Arbeiter im Glarnerland. Die Reaktionen unterschieden sich je nach Industriebetrieb und Gemeinde.

In den 1920er Jahren erholte sich die Wirtschaft zeitweise. Die Weltwirtschaftskrise ab 1929 führte jedoch zu Absatzproblemen, Kurzarbeit und Arbeitslosigkeit.

Der Kanton reagierte mit sozialen Massnahmen. Das 1925 beschlossene Arbeitslosenversicherungsgesetz gehörte zu den frühen kantonalen Lösungen dieser Art.

Zweiter Weltkrieg

Während des Zweiten Weltkriegs leisteten zahlreiche Glarner Aktivdienst. Die geografische Lage des Kantons war für die militärische Verteidigungsplanung von Bedeutung.

Befestigungen, Sperrstellen und Truppenunterkünfte wurden eingerichtet. Alpenübergänge, Eisenbahnlinien, Strassen und Kraftwerke mussten geschützt werden.

Die Bevölkerung war von Rationierung, Arbeitskräftemangel und staatlichen Vorschriften betroffen. Landwirtschaftliche Flächen wurden intensiver genutzt, um die Versorgung zu verbessern.

Industriebetriebe produzierten weiterhin Textilien, Maschinen, Metallwaren und andere Güter. Rohstoffmangel und Exportbeschränkungen erschwerten den Betrieb.

Flüchtlinge, internierte Soldaten und ausländische Zwangsarbeiter in angrenzenden Gebieten machten die Auswirkungen des Kriegs auch im Glarnerland sichtbar. Die historische Aufarbeitung einzelner Aspekte dauerte bis weit in die Nachkriegszeit.

Nachkriegszeit und Strukturwandel

Nach 1945 erlebte die Schweizer Wirtschaft einen starken Aufschwung. Auch Glarner Industrieunternehmen profitierten zunächst von der steigenden Nachfrage.

Neue Wirtschaftszweige kamen hinzu. Maschinenbau, Kunststoffverarbeitung, Metallindustrie, chemische Produktion, Lebensmittelindustrie und Bauwirtschaft ergänzten die traditionelle Textilbranche.

Die Textilindustrie geriet jedoch zunehmend unter internationalen Konkurrenzdruck. Billigere Produktion im Ausland, veränderte Mode, neue Materialien und der Rückgang traditioneller Absatzmärkte führten zu Betriebsschliessungen.

Besonders seit den 1970er Jahren gingen zahlreiche Arbeitsplätze in Spinnereien, Webereien und Druckereien verloren. Die Industrialisierung hatte den Kanton geprägt, ihr Rückgang stellte ihn nun vor grosse wirtschaftliche und gesellschaftliche Herausforderungen.

Ehemalige Fabrikareale wurden teilweise umgenutzt. Zahlreiche Hänggitürme, Fabrikantenvillen, Arbeiterhäuser, Kanäle und Industriegebäude blieben als Zeugnisse der Glarner Industriekultur erhalten.

Wasserkraft und Energie

Die Nutzung der Wasserkraft spielte bereits für Mühlen und Textilfabriken eine wichtige Rolle. Im 20. Jahrhundert wurde sie zunehmend für die Elektrizitätsproduktion ausgebaut.

Im südlichen Glarnerland entstanden grosse Speicherseen, Stollen, Kraftwerkzentralen und Hochdruckleitungen. Die Kraftwerke Linth-Limmern entwickelten sich zu einem der wichtigsten Energiekomplexe der Schweiz.

Der Ausbau brachte Arbeitsplätze, Steuereinnahmen und moderne Infrastruktur. Gleichzeitig veränderten Stauseen, Baustellen und Leitungen die alpine Landschaft.

Mit dem Pumpspeicherwerk Limmern entstand im 21. Jahrhundert eine besonders leistungsfähige Anlage. Sie kann Wasser zwischen Speicherseen verschieben und dadurch Strom entsprechend der Nachfrage erzeugen oder speichern.

Die Wasserkraft ist damit sowohl Teil der Industriegeschichte als auch der modernen wirtschaftlichen Identität des Kantons.

Tourismus

Der Tourismus entwickelte sich seit dem 19. Jahrhundert zu einem zusätzlichen Wirtschaftszweig. Die Bergwelt, das Klöntal, der Walensee und die alpine Landschaft zogen Reisende, Bergsteiger und Erholungssuchende an.

Braunwald entwickelte sich zu einem Kur- und Ferienort. Hotels, Bergbahnen, Wanderwege und Wintersportanlagen wurden gebaut. Das autofreie Dorf erhielt eine besondere touristische Stellung.

Auch Elm wurde durch das Martinsloch, die Tschingelhörner, den Skisport und seine traditionelle Siedlungslandschaft bekannt. Filzbach und Kerenzen entwickelten Angebote am Walensee.

Der Tourismus erreichte nie dieselbe wirtschaftliche Bedeutung wie in einigen grossen Alpenkantonen. Er half jedoch, den Rückgang traditioneller Industrien teilweise auszugleichen.

Politische Rechte der Frauen

Auf Bundesebene wurde das Frauenstimmrecht 1971 eingeführt. Im selben Jahr fand in Glarus die letzte reine Männerlandsgemeinde statt.

Diese Landsgemeinde beschloss, den Frauen die vollen politischen Rechte in kantonalen Angelegenheiten zu gewähren. Seit 1972 können Glarnerinnen an der Landsgemeinde teilnehmen, abstimmen, Anträge stellen und in kantonale Ämter gewählt werden.[3]

Die Einführung veränderte das politische Leben des Kantons grundlegend. Frauen übernahmen zunehmend Mandate im Landrat, in Gemeindebehörden, Gerichten und im Regierungsrat.

Die erste Frau Landammann leitete später die Landsgemeinde und verkörperte damit sichtbar die Veränderung einer jahrhundertealten, ursprünglich ausschliesslich männlichen Institution.

Kantonsverfassung von 1988

Am 1. Mai 1988 nahm die Landsgemeinde eine vollständig überarbeitete Kantonsverfassung an. Sie ersetzte die Verfassung von 1887 und passte die staatliche Ordnung an die Anforderungen des modernen Rechtsstaats an.

Die neue Verfassung enthält Grundrechte, regelt die Aufgaben von Kanton und Gemeinden und beschreibt die Zuständigkeiten von Landsgemeinde, Landrat, Regierungsrat und Gerichten.

Die Landsgemeinde blieb das oberste kantonale Organ. Sie erlässt Verfassungsbestimmungen und grundlegende Gesetze, entscheidet über grössere Ausgaben und setzt den Steuerfuss fest.

Der Landrat bereitet die Geschäfte der Landsgemeinde vor und beschliesst Erlasse, soweit diese nicht der Landsgemeinde vorbehalten sind. Der Regierungsrat führt die Verwaltung und vollzieht die Gesetzgebung.

Stimmrechtsalter 16

An der Landsgemeinde vom 6. Mai 2007 beschlossen die Stimmberechtigten, das aktive Stimm- und Wahlrechtsalter in kantonalen und kommunalen Angelegenheiten von 18 auf 16 Jahre zu senken.

Glarus wurde damit der erste Schweizer Kanton, der Jugendlichen ab 16 Jahren das Stimmrecht auf kantonaler Ebene gewährte. Für die Wählbarkeit in öffentliche Ämter blieb grundsätzlich das Alter von 18 Jahren massgebend.

Der Entscheid fand schweizweit grosse Beachtung. Er wurde als Ausdruck der politischen Innovationsbereitschaft der Glarner Landsgemeinde wahrgenommen.

Die Senkung des Stimmrechtsalters knüpfte zugleich an ältere Traditionen an. Im spätmittelalterlichen Glarus waren zeitweise bereits männliche Landleute ab 16 oder sogar 14 Jahren an der Landsgemeinde stimmberechtigt gewesen.

Gemeindestrukturreform

Frühere Gemeindestruktur

Bis zum Ende des Jahres 2010 verfügte der Kanton über eine aussergewöhnlich komplexe kommunale Ordnung. Neben 25 Ortsgemeinden bestanden Schulgemeinden, Fürsorgegemeinden, Tagwen und weitere Körperschaften.

Die Gemeindegrenzen und Zuständigkeiten waren historisch gewachsen. Viele Körperschaften verfügten über eigene Behörden, Verwaltungen, Vermögen und Versammlungen.

Die kleinen Strukturen erschwerten zunehmend die professionelle Verwaltung, Raumplanung, Sozialpolitik, Bildung und Finanzierung öffentlicher Aufgaben.

Entscheid von 2006

An der Landsgemeinde vom 7. Mai 2006 wurde zunächst eine moderate Reduktion der Gemeinden beraten. Aus dem Ring wurde jedoch ein weitergehender Abänderungsantrag gestellt.

Die Landsgemeinde beschloss, die damals 25 Ortsgemeinden und zahlreiche weitere kommunale Körperschaften zu drei grossen Einheitsgemeinden zusammenzuführen.

Der Entscheid war überraschend und politisch umstritten. Gegner befürchteten den Verlust lokaler Identität, längere Wege und eine Schwächung der Dörfer. Befürworter erwarteten leistungsfähigere Verwaltungen und klarere Zuständigkeiten.

Eine ausserordentliche Landsgemeinde bestätigte die Grundzüge der Reform am 25. November 2007.

Umsetzung 2011

Am 1. Januar 2011 nahmen die drei neuen Gemeinden ihre Tätigkeit auf:

Aus 25 Ortsgemeinden, 18 Schulgemeinden, neun Tagwen und weiteren Körperschaften wurden drei Einheitsgemeinden. Aufgaben der früheren Fürsorgegemeinden gingen teilweise an den Kanton über.[10]

Die Reform war eine der umfassendsten kommunalen Neuordnungen der jüngeren Schweizer Geschichte. Sie erforderte die Zusammenführung von Personal, Vermögen, Schulen, Reglementen, Informatiksystemen und Verwaltungsstandorten.

Die historischen Ortsnamen und Dorfidentitäten blieben bestehen. Die früheren Gemeinden bilden seither Ortsteile der drei Einheitsgemeinden.

Landsgemeinde als historische Kontinuität

Die Landsgemeinde ist die auffälligste institutionelle Verbindung zwischen der mittelalterlichen und der modernen Geschichte des Kantons.

Ihre Wurzeln reichen mindestens ins 13. Jahrhundert zurück. Die erste sicher dokumentierte Landsgemeinde mit erhaltenen Landessatzungen fand 1387 statt.

Während der Helvetischen Republik war die Landsgemeinde von 1798 bis 1803 aufgehoben. Von 1623 bis 1837 bestanden aufgrund der konfessionellen Teilung drei verschiedene Landsgemeinden.

Seit 1837 gibt es wieder eine gemeinsame kantonale Landsgemeinde. Sie versammelt sich in der Regel am ersten Sonntag im Mai auf dem Zaunplatz in Glarus.

Die Stimmberechtigten können nicht nur Vorlagen annehmen oder ablehnen. Sie dürfen im Ring Änderungs-, Rückweisungs- und Verschiebungsanträge stellen. Damit greift das Volk unmittelbar in die Beratung von Gesetzen und Beschlüssen ein.

Neben Glarus hält heute nur noch der Kanton Appenzell Innerrhoden an einer kantonalen Landsgemeinde fest.

Historische Erinnerungskultur

Näfelser Fahrt

Die Näfelser Fahrt erinnert an die Schlacht bei Näfels von 1388. Sie wird jedes Jahr am ersten Donnerstag im April durchgeführt, sofern dieser nicht in die Karwoche fällt.

Die Teilnehmer ziehen von Näfels zu verschiedenen Gedenkorten. Der mittelalterliche Fahrtsbrief wird verlesen und nennt die Namen der gefallenen Glarner und Eidgenossen.

Predigt, Gebet, Musik, militärische Elemente und staatliche Repräsentation verbinden sich zu einem historischen Gedenktag. Die Feier wird abwechselnd von einem katholischen oder reformierten Geistlichen mitgestaltet.[11]

Fridolin

Der heilige Fridolin ist religiöse und staatliche Symbolfigur des Kantons. Sein Bild erscheint auf Wappen, Fahne, Münzen, Siegeln und amtlichen Darstellungen.

Der Fridolinstag am 6. März wird im Kanton als regionaler Feiertag begangen. Die historische Gestalt Fridolins ist schwer fassbar, doch seine Verehrung verweist auf die lange Verbindung zwischen Glarus und dem Kloster Säckingen.

Museum des Landes Glarus

Das Museum des Landes Glarus befindet sich im Freulerpalast in Näfels. Der frühbarocke Bau wurde im 17. Jahrhundert für den Gardeoffizier Kaspar Freuler errichtet.

Das Museum dokumentiert die politische, wirtschaftliche, militärische und kulturelle Geschichte des Kantons. Einen Schwerpunkt bildet die Geschichte des Glarner Textildrucks.

Sammlungen zu Landsgemeinde, Näfelser Fahrt, Solddienst, Industrie, Skisport und Alltagskultur machen die verschiedenen Epochen der Kantonsgeschichte sichtbar.

Industriekultur

Fabrikanlagen, Kanäle, Hänggitürme, Arbeiterhäuser und Fabrikantenvillen prägen zahlreiche Glarner Ortschaften.

Der Glarner Industrieweg verbindet historische Standorte zwischen Linthal und Ziegelbrücke. Er dokumentiert, wie Wasserkraft, Verkehr, Unternehmertum und Fabrikarbeit die Landschaft veränderten.

Viele ehemalige Industriegebäude werden heute als Wohnungen, Gewerberäume, Kulturorte oder Bildungsstätten genutzt.

Historische Bedeutung

Die Geschichte des Kantons Glarus zeigt, wie sich in einem kleinen alpinen Tal früh politische und wirtschaftliche Strukturen von überregionaler Bedeutung entwickeln konnten.

Die Talgemeinschaft und die Landsgemeinde ermöglichten eine direkte politische Beteiligung, ohne soziale Ungleichheiten und die Macht führender Familien vollständig aufzuheben.

Die konfessionelle Teilung stellte einen besonderen Versuch dar, das Zusammenleben einer reformierten Mehrheit und einer katholischen Minderheit institutionell abzusichern. Trotz zahlreicher Konflikte blieb das Kantonsgebiet ungeteilt.

Die Industrialisierung verwandelte den landwirtschaftlich geprägten Bergkanton in eine international vernetzte Fabrikregion. Die sozialen Folgen führten zu fortschrittlichen Arbeitsschutz- und Versicherungsregelungen.

Mit dem Fabrikgesetz, frühen Sozialversicherungen, dem Stimmrechtsalter 16 und der Gemeindestrukturreform verband Glarus traditionelle Formen der direkten Demokratie wiederholt mit politischen Neuerungen.

Zeittafel

Zeitraum oder Jahr Ereignis
13.–9. Jahrhundert v. Chr. Bronzezeitliche Funde belegen menschliche Anwesenheit im Glarnerland.
Römische Zeit Das Gebiet gehört zur Provinz Rätien; römische Spuren finden sich besonders am Walensee und auf Kerenzen.
6. Jahrhundert Entstehung einer frühen Talkirche; Beginn der mit Fridolin verbundenen christlichen Überlieferung.
Um 700 Alemannische Bevölkerungsgruppen wandern in das Tal ein.
Hochmittelalter Das Glarnerland steht unter der Grundherrschaft des Klosters Säckingen.
1264/1266 Die Habsburger bauen ihre Herrschafts- und Vogteirechte über Glarus aus.
1282 Die «Gemeinschaft der Männer des ganzen Tales Glarus» urkundet mit eigenem Siegel.
1352 Glarus schliesst ein erstes, noch ungleiches Bündnis mit eidgenössischen Orten.
1387 Die erste sicher überlieferte Landsgemeinde erlässt Landessatzungen.
9. April 1388 Die Glarner besiegen das habsburgische Heer in der Schlacht bei Näfels.
1393 Die eidgenössische Verbindung von Glarus wird erneuert und gefestigt.
15. Jahrhundert Ausbau der Landsgemeinde, der Tagwen und der gemeinsamen Herrschaftsrechte.
1506–1516 Huldrych Zwingli wirkt als Priester in Glarus.
Ab 1520 Die Reformation breitet sich im Glarnerland aus.
1530 Evangelische und katholische Partei anerkennen ihre politische Gleichberechtigung.
1623 Einführung einer evangelischen, katholischen und gemeinsamen Landsgemeinde.
1683 Evangelisch- und Katholisch-Glarus werden zu weitgehend getrennten Staatswesen.
Um 1740 Die erste Glarner Zeugdruckerei nimmt den Betrieb auf.
1782 Anna Göldi wird in Glarus hingerichtet.
1798 Glarus wird Teil des helvetischen Kantons Linth; die Landsgemeinde wird aufgehoben.
1799 Französische, russische und österreichische Truppen kämpfen im Glarnerland.
1803 Die Mediationsakte stellt den Kanton Glarus und seine Landsgemeinde wieder her.
1807–1816 Die wichtigsten Bauabschnitte der Linthkorrektion werden ausgeführt.
1836 Die gemeinsame Landsgemeinde beschliesst die Aufhebung der konfessionellen Landesteilung.
1837 Eine neue Verfassung vereinigt Glarus wieder zu einem Staatswesen.
1845 Glarner Auswanderer gründen New Glarus im US-Bundesstaat Wisconsin.
1848 Glarus wird Gliedstaat des schweizerischen Bundesstaates.
1856 Die Fabrikarbeit für Kinder unter zwölf Jahren wird verboten.
1859 Die Eisenbahn erreicht den Hauptort Glarus.
10./11. Mai 1861 Der Stadtbrand zerstört 593 Gebäude in Glarus.
1864 Die Landsgemeinde erlässt ein wegweisendes Fabrikgesetz; in Schwanden entsteht ein früher Konsumverein.
1879 Die Eisenbahnlinie wird bis Linthal verlängert.
11. September 1881 Beim Bergsturz von Elm sterben 114 Menschen.
1887 Eine neue Kantonsverfassung stärkt die Gewaltenteilung.
1925 Die Landsgemeinde beschliesst ein kantonales Arbeitslosenversicherungsgesetz.
1971 Die letzte Männerlandsgemeinde beschliesst das kantonale Frauenstimmrecht.
1972 Frauen nehmen erstmals mit vollen politischen Rechten an der Landsgemeinde teil.
1988 Eine vollständig revidierte Kantonsverfassung wird angenommen.
2006 Die Landsgemeinde beschliesst die Bildung von drei Einheitsgemeinden.
2007 Das kantonale Stimmrechtsalter wird auf 16 Jahre gesenkt; eine ausserordentliche Landsgemeinde bestätigt die Gemeindereform.
2008 Der Landrat rehabilitiert Anna Göldi.
2011 Glarus Nord, Glarus und Glarus Süd nehmen ihre Tätigkeit auf.

Siehe auch

Literatur

  • Historischer Verein des Kantons Glarus (Hrsg.): Jahrbuch des Historischen Vereins des Kantons Glarus. Glarus, seit 1865.
  • Fritz Stucki: Geschichte des Landes Glarus. Glarus 1952.
  • Jakob Winteler: Geschichte des Landes Glarus. Mehrere Bände, Glarus 1896–1954.
  • Jürg Davatz: Die Glarner Landsgemeinde. Geschichte und Gegenwart. Staatskanzlei des Kantons Glarus, Glarus.
  • Hans Rudolf Galliker, Romana Kronenberg Müller, August Rohr: Wege zum neuen Glarnerland. Die Glarner Gemeindestrukturreform aus historischer und juristischer Sicht. Historischer Verein des Kantons Glarus, Glarus 2011.
  • Walter Hauser: Stadt in Flammen. Der Brand von Glarus im Jahr 1861. Limmat Verlag, Zürich 2011, ISBN 978-3-85791-630-4.
  • Karin Marti-Weissenbach: Glarus. In: Historisches Lexikon der Schweiz.
  • Museum des Landes Glarus (Hrsg.): Glarner Textildruck. Industrie, Handel und globale Verflechtungen. Näfels.
  • Duane H. Freitag: New Glarus. The Making of a Swiss American Town. New Glarus Historical Society, New Glarus.

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Geschichte des Kantons Glarus. Kanton Glarus, abgerufen am 27. Juli 2026.
  2. Glarus (Kanton). In: Historisches Lexikon der Schweiz, abgerufen am 27. Juli 2026.
  3. 3,0 3,1 3,2 Jürg Davatz: Die Landsgemeinde des Kantons Glarus: Geschichte und Gegenwart. Kanton Glarus, abgerufen am 27. Juli 2026.
  4. Näfels, Schlacht bei. In: Historisches Lexikon der Schweiz, abgerufen am 27. Juli 2026.
  5. Wirtschaftsgeschichte des Kantons Glarus. Kanton Glarus, abgerufen am 27. Juli 2026.
  6. Göldi, Anna. In: Historisches Lexikon der Schweiz, abgerufen am 27. Juli 2026.
  7. Jubiläumsreise nach New Glarus. Kanton Glarus, abgerufen am 27. Juli 2026.
  8. Arbeiterschutz. In: Historisches Lexikon der Schweiz, abgerufen am 27. Juli 2026.
  9. Glarus (Gemeinde). In: Historisches Lexikon der Schweiz, abgerufen am 27. Juli 2026.
  10. Wege zum neuen Glarnerland: Die Glarner Gemeindestrukturreform. Kanton Glarus, abgerufen am 27. Juli 2026.
  11. Näfelser Fahrt. Kanton Glarus, abgerufen am 27. Juli 2026.