Erlenbach ZH

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Erlenbach

Wappen von Erlenbach

Wappen

Gemeindedaten

Staat

Schweiz

Kanton

Zürich

Bezirk

Meilen

BFS-Nummer

0151

Postleitzahl

8703

Koordinaten

47.3025° N, 8.591389° E

Höhe

412 m ü. M.

Fläche

2.97 km²

Einwohner

5505
(Stand: 31. Dezember 2024)

Website

www.erlenbach.ch

Erlenbach ist eine politische Gemeinde im Bezirk Meilen des Kantons Zürich in der Schweiz. Sie liegt am rechten Ufer des Zürichsees zwischen Küsnacht und Herrliberg und gehört zur Agglomeration Zürich. Zur Unterscheidung von Erlenbach im Simmental wird die Gemeinde häufig als Erlenbach ZH bezeichnet.

Die Gemeinde erstreckt sich vom Seeufer über die dicht bebauten Hänge der sogenannten Zürcher Goldküste bis auf die bewaldeten Höhen des Pfannenstielgebiets. Erlenbach entwickelte sich im 19. und 20. Jahrhundert von einem Weinbau- und Bauerndorf zu einer bevorzugten Wohngemeinde im Einzugsgebiet der Stadt Zürich.

Eine besondere Bedeutung besitzt die prähistorische Fundstelle Erlenbach-Winkel. Sie gehört seit 2011 zum grenzüberschreitenden UNESCO-Welterbe «Prähistorische Pfahlbauten um die Alpen».[1]

Geographie

Erlenbach liegt am nordöstlichen Ufer des Zürichsees, ungefähr sieben Kilometer südöstlich des Stadtzentrums von Zürich. Das Gemeindegebiet umfasst 2,97 Quadratkilometer und gehört damit flächenmässig zu den kleineren Gemeinden des Kantons Zürich.

Die Siedlung erstreckt sich vom Seeufer auf rund 406 Metern über Meer über einen nach Südwesten ausgerichteten Hang. Die Lage ermöglicht aus zahlreichen Quartieren einen freien Blick über den Zürichsee, auf die gegenüberliegende Zimmerbergkette und bei klarer Sicht bis in die Glarner Alpen und die Zentralschweizer Alpen.

An Erlenbach grenzen im Nordwesten Küsnacht, im Nordosten Küsnacht und im Südosten Herrliberg. Im Südwesten bildet der Zürichsee die natürliche Gemeindegrenze. Auf der gegenüberliegenden Seeseite liegen unter anderem Thalwil, Oberrieden und Horgen.

Der namensgebende Erlenbach entspringt in den höher gelegenen Wald- und Landwirtschaftsgebieten und fliesst durch ein teilweise tief eingeschnittenes Tobel zum Zürichsee. Der Bach wurde im dicht besiedelten Gebiet streckenweise verbaut oder eingedolt. Er prägt dennoch die Topografie und die historische Siedlungsentwicklung.

Ortsteile und ehemalige Aussenwachten

Der historische Dorfkern befindet sich am unteren Hang oberhalb der Seestrasse. Zum Gemeindegebiet gehören ausserdem die früheren Aussenwachten und Siedlungsgebiete:

  • Winkel
  • Wyden
  • Isler
  • Bindschädler
  • Lerchenberg

Die ursprünglichen Siedlungsgrenzen sind durch die starke Bautätigkeit des 20. Jahrhunderts weitgehend verschwunden. Die meisten Quartiere bilden heute ein zusammenhängendes Siedlungsgebiet.

Winkel und Wyden liegen in der Nähe des Seeufers. Die höher gelegenen Gebiete Lerchenberg und Allmend besitzen teilweise einen offeneren Charakter mit Wald-, Landwirtschafts- und Erholungsflächen.

Geschichte

Prähistorische Besiedlung

Das Gebiet von Erlenbach war bereits während der Jungsteinzeit besiedelt. Am Seeufer wurden bei Winkel und Wyden Überreste prähistorischer Feuchtbodensiedlungen entdeckt. Die erhaltenen Kulturschichten, Pfähle und Gegenstände belegen mehrere Siedlungsphasen.

Die Fundstelle Erlenbach-Winkel enthält besonders gut erhaltene Überreste aus der Zeit der Horgener Kultur, der schnurkeramischen Kultur und der frühen Bronzezeit. Hervorzuheben sind Funde aus der Zeit um 2500 vor Christus sowie aus dem Zeitraum von ungefähr 2000 bis 1900 vor Christus.[2]

Die Fundstelle besitzt eine Fläche von rund drei Hektaren und liegt grösstenteils unter Wasser oder in den feuchten Sedimenten des Uferbereichs. Da organische Materialien unter Sauerstoffabschluss gut erhalten blieben, ermöglicht sie wichtige Erkenntnisse über Bauweise, Ernährung, Handwerk und Alltag der damaligen Bevölkerung.

Seit 2011 ist Winkel eine von 111 Fundstellen in sechs europäischen Staaten, die gemeinsam das UNESCO-Welterbe «Prähistorische Pfahlbauten um die Alpen» bilden. Von diesen Fundstellen befinden sich 56 in der Schweiz.[1]

Weitere archäologische Funde stammen aus der Bronzezeit. In Gehren wurden Steinkistengräber entdeckt, während im Gebiet Grund ein bronzezeitliches Gräberfeld nachgewiesen wurde. Im Bereich der Allmend wird ein römischer Gutshof vermutet, dessen Existenz jedoch nicht eindeutig archäologisch belegt ist.[3]

Mittelalter

Die erste Erwähnung Erlenbachs ist nicht vollständig gesichert. Im sogenannten Liber Heremi des Klosters Einsiedeln wird für das Jahr 981 ein Ort genannt, der mit Erlenbach in Verbindung gebracht wird. Eindeutig belegt ist die Bezeichnung «Erlibach» in Urkunden aus der Zeit zwischen 1173 und 1190.[3]

Das Kloster Einsiedeln besass in Erlenbach einen Dinghof, der später als Kelnhof bezeichnet wurde. Zum Besitz gehörten Höfe, ausgedehnte Rebflächen und Rechte der niederen Gerichtsbarkeit. Ein vom Kloster eingesetzter Ammann verwaltete die Güter und vertrat die Interessen des Abtes.

Das Hofrecht regelte die Pflichten und Rechte der ansässigen Bevölkerung. Eine Fassung ist aus dem Jahr 1331 überliefert. Spätere Erneuerungen erfolgten 1510, 1620 und 1682.[3]

Die hohe Gerichtsbarkeit befand sich zunächst bei den Freiherren von Tengen. Später ging sie an die Grafen von Rapperswil und im 14. Jahrhundert an die Grafen von Toggenburg über. Um 1400 gelangten die entsprechenden Herrschaftsrechte als Pfand an die Stadt Zürich.

Erlenbach wurde danach zu einer Zürcher Obervogtei. Sie bestand bis zum Ende der Alten Eidgenossenschaft im Jahr 1798. Die Zürcher Obrigkeit übte die hohe Gerichtsbarkeit und die politische Kontrolle aus, während das Kloster Einsiedeln bestimmte grundherrschaftliche Rechte behielt.

Alter Zürichkrieg

Während des Alten Zürichkriegs kam es 1445 bei Erlenbach zu einem kleineren militärischen Zusammenstoss, der als Gehrenkrieg bekannt wurde. Innerschweizer Freischärler versuchten, Wein aus den Erlenbacher Rebbergen zu erbeuten.

Der Vorstoss stand im Zusammenhang mit den wirtschaftlichen und militärischen Auseinandersetzungen zwischen Zürich und den eidgenössischen Orten. Zürcher Truppen und Einwohner der Umgebung wehrten den Angriff ab. Das Ereignis besass keine entscheidende militärische Bedeutung, blieb jedoch in der lokalen Überlieferung präsent.[4]

Kirche und Reformation

Eine der heiligen Agnes geweihte Kapelle wurde 1275 erstmals erwähnt. Sie gehörte kirchlich zur Pfarrei Küsnacht. Zwischen 1497 und 1517 wurde das Gotteshaus neu errichtet oder umfassend erneuert.

Mit der Reformation im Zürcher Herrschaftsgebiet wurde Erlenbach in den 1520er-Jahren reformiert. Die Kapelle und das kirchliche Leben wurden nach den Vorgaben der Zürcher Obrigkeit umgestaltet. Bis 1703 blieb Erlenbach eine Filiale von Küsnacht. Danach entstand eine selbständige reformierte Kirchgemeinde.[3]

Die alte Agneskirche wurde 1892 abgebrochen. Bereits 1890 war die heutige reformierte Kirche eingeweiht worden. Der neugotische Bau steht an erhöhter Lage und gehört zu den markantesten Gebäuden der Gemeinde.

Nach der Reformation war die Bevölkerung bis weit ins 19. Jahrhundert fast ausschliesslich reformiert. Mit der Zuwanderung im 20. Jahrhundert nahm der Anteil der römisch-katholischen und konfessionslosen Bevölkerung deutlich zu.

Politische Gemeinde

Nach dem Einmarsch französischer Truppen und dem Zusammenbruch der Alten Eidgenossenschaft wurde die Zürcher Obervogtei 1798 aufgehoben. Während der Helvetischen Republik gehörte Erlenbach zu den neu geschaffenen Verwaltungsstrukturen des Kantons Zürich.

Von 1803 bis 1815 war die Gemeinde dem Bezirk Horgen zugeteilt. Danach gehörte sie zum Oberamt Meilen, aus dem 1831 der heutige Bezirk Meilen hervorging.[3]

Die demokratischen Reformen des 19. Jahrhunderts stärkten die politische Gemeinde. Aufgaben, die zuvor von kirchlichen, grundherrschaftlichen oder genossenschaftlichen Institutionen wahrgenommen worden waren, gingen schrittweise an die kommunalen Behörden über.

Weinbau und Landwirtschaft

Der Weinbau war vom späten Mittelalter bis ins 20. Jahrhundert der wichtigste Wirtschaftszweig Erlenbachs. Die sonnigen und zum See geneigten Hänge boten günstige Bedingungen für den Rebbau.

Viele Rebparzellen gehörten als Erblehen zum Grundbesitz des Klosters Einsiedeln. Seit dem späten 14. Jahrhundert befanden sich zahlreiche Rebberge in den Händen wohlhabender Zürcher Familien. Dazu gehörten unter anderem Angehörige der Familien Meiss und Grebel.[3]

Im Jahr 1886 umfasste die Rebfläche noch rund 65 Hektaren. Neben dem Weinbau betrieben die Einwohner Ackerbau, Gemüsebau, Viehhaltung und Obstbau. Der Fischfang im Zürichsee spielte ebenfalls eine ergänzende Rolle.

Die Reblaus, Pflanzenkrankheiten, die Konkurrenz aus anderen Weinbaugebieten und der steigende Wert des Baulands führten im 20. Jahrhundert zu einem starken Rückgang des Rebbaus. Zahlreiche ehemalige Rebflächen wurden mit Wohnhäusern und Villen überbaut.

Einzelne Rebberge blieben erhalten oder wurden später wieder angelegt. Sie erinnern an die jahrhundertelange Bedeutung des Weinbaus für die Gemeinde und das Landschaftsbild.

Gewerbe und Industrialisierung

Neben der Landwirtschaft spielte die Heimarbeit eine wichtige Rolle. Viele Familien arbeiteten für die Zürcher Textilindustrie. Im Jahr 1850 wurden in Erlenbach 215 Seidenweber gezählt.[4]

Später entstanden kleinere Fabrik- und Gewerbebetriebe. Dazu gehörte eine Weberei und Zwirnerei des Thalwiler Seidenindustriellen Robert Schwarzenbach. Weitere bedeutende Unternehmen waren die Maschinenfabrik Schärer, die Grossbuchbinderei Baumann und die Holz- und Metallwarenfabrik Erba.

Die Maschinenfabrik Schärer produzierte insbesondere Spulmaschinen und erreichte damit internationale Bekanntheit. Die drei grösseren Industriebetriebe stellten ihre Produktion in Erlenbach bis in die 1980er-Jahre ein.[4]

Heute wird die lokale Wirtschaft hauptsächlich von kleineren Gewerbe-, Handels- und Dienstleistungsunternehmen geprägt. Viele Erwerbstätige pendeln nach Zürich oder in andere Gemeinden der Region.

Entwicklung zur Wohngemeinde

Ein wichtiger Schritt in der Entwicklung Erlenbachs war die Eröffnung der rechtsufrigen Zürichseebahn im Jahr 1894. Die Bahnverbindung erleichterte den Arbeitsweg nach Zürich und machte die Gemeinde als Wohnort für städtische Berufstätige attraktiv.

Bereits um 1900 entstanden neue Wohnhäuser und Landsitze. Wohlhabende Zürcher Familien errichteten am Seeufer und an den Hängen Villen mit grossen Gärten. Die Nähe zur Stadt, die gute Aussicht und das milde Klima verstärkten diese Entwicklung.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wandelte sich Erlenbach endgültig von einem ländlichen Weinbauerndorf zu einer Agglomerations- und Vorortsgemeinde. Neue Wohnquartiere entstanden auf ehemaligen Reb- und Landwirtschaftsflächen.

Die Einwohnerzahl stieg von 1207 Personen im Jahr 1900 auf 3448 im Jahr 1950 und 4523 im Jahr 1970. Nach einer vorübergehenden Stagnation nahm die Bevölkerung seit den 1990er-Jahren erneut zu.[3]

Die hohe Nachfrage nach Wohnraum und die begrenzte Gemeindefläche führten zu hohen Grundstücks- und Immobilienpreisen. Erlenbach wird zusammen mit Küsnacht, Herrliberg und Meilen zu den bevorzugten Wohngemeinden an der Goldküste gezählt.

Die kommunale Planung verfolgt das Ziel, neues Wachstum hauptsächlich innerhalb des bestehenden Siedlungsgebiets aufzunehmen. Gleichzeitig sollen historische Gebäude, Grünflächen, Aussichtslagen und der dörfliche Charakter des Zentrums erhalten bleiben.[4]

Bevölkerung

Ende 2024 zählte Erlenbach gemäss den Daten des Bundesamtes für Statistik 5505 Einwohnerinnen und Einwohner.[5]

Die Bevölkerungsentwicklung zeigt den Wandel vom kleinen Weinbauerndorf zur dicht besiedelten Vorortsgemeinde:

Bevölkerungsentwicklung
Jahr Einwohner
1850 978
1900 1207
1930 2471
1950 3448
1970 4523
1990 4377
2000 4609
2010 5258
2020 5606
2024 5505

Die Alltagssprache ist überwiegend Schweizerdeutsch. In Verwaltung, Schule und schriftlicher Kommunikation wird Schweizer Hochdeutsch verwendet.

Der Anteil der ausländischen Wohnbevölkerung betrug 2024 ungefähr 24 Prozent. Neben der reformierten und der römisch-katholischen Kirche besteht eine wachsende Gruppe konfessionsloser Einwohnerinnen und Einwohner.

Politik und Verwaltung

Erlenbach ist eine politische Gemeinde nach dem Recht des Kantons Zürich. Das oberste Organ bildet die Gemeindeversammlung. An ihr entscheiden die Stimmberechtigten unter anderem über das Budget, die Jahresrechnung, kommunale Erlasse, Bauvorhaben und weitere bedeutende Geschäfte.

Die ausführende Behörde ist der Gemeinderat. Seine Mitglieder werden von den Stimmberechtigten gewählt und führen die verschiedenen Ressorts der Gemeindeverwaltung.

Die Gemeindeverwaltung befindet sich an der Seestrasse 59.[6] Zu ihren Aufgabenbereichen gehören unter anderem Einwohnerdienste, Finanzen, Steuern, Bau und Planung, Sicherheit, Liegenschaften und Soziales.

Neben dem Gemeinderat bestehen eine Rechnungsprüfungskommission, Schulbehörden und verschiedene Fachkommissionen. Mehrere öffentliche Aufgaben werden gemeinsam mit benachbarten Gemeinden des Bezirks Meilen erfüllt.

Wappen

Das Wappen von Erlenbach zeigt in Blau ein silbernes Tatzenkreuz über einer goldenen, ausgerissenen Erle. Die Erle nimmt als redendes Element Bezug auf den Ortsnamen.

Die heutige Gestaltung wurde im Rahmen der Vereinheitlichung der Zürcher Gemeindewappen im 20. Jahrhundert festgelegt. Ältere Darstellungen unterschieden sich teilweise in Farben, Form und Anordnung der Symbole.

Verkehr

Eisenbahn

Der Bahnhof Erlenbach ZH liegt an der rechtsufrigen Zürichseebahn zwischen Zürich und Rapperswil. Die Strecke wurde 1894 eröffnet und ist heute Teil des Netzes der S-Bahn Zürich.

Regelmässige Verbindungen führen nach Zürich, Küsnacht, Meilen und Rapperswil. Der Zürich Hauptbahnhof ist mit der Bahn in kurzer Zeit erreichbar. Der Bahnhof war für die Entwicklung Erlenbachs zur Vorortsgemeinde von entscheidender Bedeutung.

Busverkehr

Buslinien verbinden den Bahnhof und das Dorfzentrum mit den höher gelegenen Quartieren sowie mit benachbarten Gemeinden. Die Angebote sind in den Zürcher Verkehrsverbund eingebunden.

Die Busverbindungen ergänzen die Bahn und erschliessen insbesondere die Siedlungsgebiete am Hang, die vom Seeufer und vom Bahnhof weiter entfernt liegen.

Schifffahrt

Erlenbach besitzt eine Schiffstation der Zürichsee-Schifffahrtsgesellschaft. Kursschiffe verbinden die Gemeinde saisonal mit Zürich und weiteren Orten am Zürichsee.

Die Schiffsverbindungen besitzen heute hauptsächlich touristische und freizeitbezogene Bedeutung. Historisch war die Schifffahrt jedoch auch für den Waren- und Personenverkehr wichtig.

Strassenverkehr

Die Seestrasse verbindet Erlenbach mit Zürich, Küsnacht, Herrliberg und Meilen. Weitere Strassen führen in die höher gelegenen Quartiere und in Richtung Pfannenstiel.

Die begrenzte Fläche und die dichte Bebauung führen zu einem hohen Verkehrsaufkommen auf einzelnen Achsen. Die Gemeinde fördert deshalb sichere Fusswege, Veloverbindungen und den öffentlichen Verkehr.

Bildung

Erlenbach verfügt über Kindergärten und eine Primarschule. Die Schule betreibt mehrere Schulhäuser und bietet schulergänzende Betreuung, Mittagstische und Tagesstrukturen an.

Die Sekundarstufe wird in regionaler Zusammenarbeit organisiert. Weiterführende Schulen, Berufsschulen, Fachhochschulen und Universitäten befinden sich vor allem in Küsnacht, Zürich, Uster und Winterthur.

Die Musikschule Erlenbach ist organisatorisch Teil der Schule. Sie nutzt unter anderem Räume im historischen Turmgut.[7]

Eine Gemeindebibliothek ergänzt das Bildungs- und Kulturangebot. Vereine, Kirchen und private Institutionen bieten zusätzliche Kurse und Veranstaltungen an.

Reformierte Kirche

Die reformierte Kirche Erlenbach wurde 1888 bis 1890 im neugotischen Stil errichtet. Sie ersetzte die mittelalterliche Agneskirche, die 1892 abgebrochen wurde.

Die Kirche steht oberhalb des historischen Dorfkerns und ist vom See aus gut sichtbar. Ihr Turm prägt gemeinsam mit den umliegenden historischen Gebäuden das Ortsbild.

Das Gotteshaus dient neben religiösen Feiern auch als Veranstaltungsort für Konzerte und Gemeindeversammlungen. Erlenbach gehört zur evangelisch-reformierten Landeskirche des Kantons Zürich.

Sehenswürdigkeiten

Turmgut

Das Turmgut gehört zu den bedeutendsten historischen Ensembles Erlenbachs. Der weithin sichtbare Rebturm wurde im 17. Jahrhundert von Junker Josua Grebel errichtet. Er diente als repräsentatives Element eines Landsitzes und zugleich als Zeichen der früheren Weinbaukultur.

Haus und Turm wurden als überkommunales Schutzobjekt eingestuft. Die Gemeinde erwarb das Anwesen 1998 und liess es 2003 und 2004 umfassend renovieren. Heute wird das Turmgut hauptsächlich durch die Musikschule genutzt.[8]

Erlengut

Das Erlengut ist ein historischer Landsitz in einem grosszügigen Park nahe dem Dorfzentrum. Teile der Anlage gehörten früher einflussreichen Zürcher Familien.

Die Gemeinde erwarb das Anwesen in den 1970er-Jahren. Heute dienen Gebäude und Park öffentlichen, kulturellen und gesellschaftlichen Zwecken. Das Erlengut ist ein beliebter Ort für Veranstaltungen, Begegnungen und Erholung.[9]

Historischer Dorfkern

Im Dorfzentrum sind mehrere ältere Wohn-, Bauern- und Gewerbehäuser erhalten. Sie erinnern an die Zeit, als Erlenbach noch überwiegend von Landwirtschaft, Weinbau und Handwerk geprägt war.

Die Seestrasse und die starke Bautätigkeit veränderten das Ortsbild erheblich. Einzelne historische Gebäude und Ensembles stehen deshalb unter kommunalem oder kantonalem Schutz.

Strandbäder und Freizeit

Erlenbach verfügt über zwei öffentliche Badeanlagen am Zürichsee: das Strandbad Winkel und die Holzbadi Wyden.

Die Holzbadi Wyden wurde 1902 auf Pfählen im See errichtet. Ihre Holzkonstruktion und die direkte Lage über dem Wasser verleihen ihr einen besonderen historischen Charakter.[10]

Das Strandbad Winkel bietet Liegewiesen, Badezugänge und weitere Freizeiteinrichtungen. Beide Anlagen sind mit dem öffentlichen Verkehr erreichbar und werden während der Sommersaison stark genutzt.

Weitere Freizeitmöglichkeiten bieten die Wälder und Wege in den höher gelegenen Teilen der Gemeinde. Spazier- und Wanderwege führen in Richtung Küsnachter Tobel, Pfannenstiel und Herrliberg.

Natur und Landschaft

Die Uferzone des Zürichsees ist trotz dichter Bebauung ökologisch bedeutsam. Flachwasserbereiche und Ufersedimente enthalten nicht nur archäologische Fundschichten, sondern bieten auch Lebensräume für Fische, Wasservögel und andere Tiere.

Der Erlenbach und die umliegenden Grünräume bilden lokale ökologische Verbindungen zwischen See und Hang. Waldflächen im oberen Gemeindegebiet dienen der Erholung, dem Schutz des Bodens und der Speicherung von Wasser.

Die Gemeinde steht vor der Herausforderung, Siedlungsverdichtung, Hochwasserschutz, Denkmalschutz und ökologische Anliegen miteinander zu verbinden. Besonders wichtig sind die Erhaltung grosser Bäume, die Begrünung öffentlicher Räume und der Schutz des Bachraums.

Partnergemeinden

Erlenbach unterhält Beziehungen zu mehreren gleichnamigen Gemeinden. Dazu gehören Erlenbach im Simmental im Kanton Bern und Erlenbach am Main in Deutschland.

Die Kontakte dienen dem kulturellen Austausch, offiziellen Besuchen und Begegnungen zwischen Vereinen und Behörden.[11]

Persönlichkeiten

Mit Erlenbach verbunden sind unter anderem:

  • Helmuth Plessner (1892–1985), deutscher Philosoph und Soziologe, lebte von 1963 bis 1975 in Erlenbach
  • Arthur Moll (1921–2024), Berufsoffizier und Korpskommandant
  • Hermann Obrecht (1882–1940), Bundesrat, dessen Familie zeitweise mit dem Erlengut verbunden war
  • Felix Wirz (um 1510–um 1585), Chirurg und Wundarzt, Bürger von Erlenbach
  • Karl Kuprecht (1912–2002), Lehrer, Lokalhistoriker und Autor einer umfangreichen Gemeindegeschichte

Literatur

  • Karl Kuprecht, Walter Imhof: Erlenbach. Geschichte einer Zürichseegemeinde. Gemeinde Erlenbach, Erlenbach 1981.
  • Hermann Fietz: Die Kunstdenkmäler des Kantons Zürich. Band II: Die Bezirke Bülach, Dielsdorf, Hinwil, Horgen und Meilen. Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte, Basel 1943.
  • Karl Kuprecht: «Erlenbach (ZH)». In: Historisches Lexikon der Schweiz.

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Prehistoric Pile Dwellings around the Alps. Hrsg.: UNESCO World Heritage Centre. Abgerufen am 2026-07-26.
  2. Erlenbach – Winkel. Hrsg.: Swiss Coordination Group UNESCO Palafittes. Abgerufen am 2026-07-26.
  3. 3,0 3,1 3,2 3,3 3,4 3,5 3,6 Karl Kuprecht: Erlenbach (ZH). In: Historisches Lexikon der Schweiz. 2023-08-29. Abgerufen am 2026-07-26.
  4. 4,0 4,1 4,2 4,3 Historisches zu Erlenbach. Hrsg.: Gemeinde Erlenbach. Abgerufen am 2026-07-26.
  5. Zürcher Gemeinden in Zahlen. Hrsg.: Statistisches Amt des Kantons Zürich. Abgerufen am 2026-07-26.
  6. Gemeinde Erlenbach. Hrsg.: Gemeinde Erlenbach. Abgerufen am 2026-07-26.
  7. Musikschule Erlenbach. Hrsg.: Gemeinde Erlenbach. Abgerufen am 2026-07-26.
  8. Turmgut. Hrsg.: Gemeinde Erlenbach. Abgerufen am 2026-07-26.
  9. Erlengut. Hrsg.: Gemeinde Erlenbach. Abgerufen am 2026-07-26.
  10. Strandbäder. Hrsg.: Gemeinde Erlenbach. Abgerufen am 2026-07-26.
  11. Partnergemeinden. Hrsg.: Gemeinde Erlenbach. Abgerufen am 2026-07-26.

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