Bahnhof Zürich Affoltern
| Bahnhof Zürich Affoltern | |
|---|---|
| Offizieller Name | Zürich Affoltern |
| Ort | Zürich-Affoltern |
| Stadt | Zürich |
| Kanton | Zürich |
| Stadtkreis | Kreis 11 |
| Eigentümerin | Schweizerische Bundesbahnen (SBB) |
| Betriebsstellenart | Haltestelle |
| Eröffnung | 15. Oktober 1877 |
| Heutige Anlage | Seit 1997 |
| Bahnstrecke | Zürich Seebach–Wettingen |
| Bahnsteiggleise | 2 |
| Bahnsteige | 2 Seitenperrons |
| Spurweite | 1435 mm |
| Stromsystem | 15 kV, 16,7 Hz Wechselstrom |
| Höhe | 456 m ü. M. |
| Betriebsstellenkürzel | ZAF |
| IBNR | 8503008 |
| S-Bahn-Linien | S6 und S21 |
| Nacht-S-Bahn | SN6 |
| Verkehrsverbund | Zürcher Verkehrsverbund (ZVV) |
| Tarifzone | 110 |
Der Bahnhof Zürich Affoltern, im Bahnverkehr offiziell Zürich Affoltern genannt, ist eine Haltestelle der Schweizerischen Bundesbahnen im Quartier Affoltern der Stadt Zürich. Er liegt an der Bahnstrecke Zürich Seebach–Wettingen, die im Raum Zürich und im Furttal meist als Furttallinie bezeichnet wird. Der Bahnhof wird durch die Linie S6 der Zürcher S-Bahn sowie durch einzelne Züge der Hauptverkehrszeitlinie S21 bedient.[1]
Die Station wurde 1877 von der Schweizerischen Nationalbahn eröffnet. Das historische Empfangsgebäude steht westlich der heutigen Haltestelle und wird als Kulturzentrum genutzt. Die moderne S-Bahn-Station entstand in den 1990er-Jahren im Zusammenhang mit dem Doppelspurausbau zwischen Zürich Seebach und Regensdorf-Watt. Sie verfügt über zwei Seitenperrons an zwei durchgehenden Gleisen.
Der Bahnhof bildet gemeinsam mit den unmittelbar angrenzenden Bushaltestellen einen wichtigen Verkehrsknoten im nördlichen Teil der Stadt Zürich. Buslinien verbinden ihn unter anderem mit dem Zehntenhausplatz, dem Hönggerberg, dem Bahnhof Oerlikon, Schwamendingen, Regensdorf und den nördlichen Wohngebieten Affolterns.[1]
Name und Abgrenzung
Der offizielle Stationsname lautet Zürich Affoltern. Die Bezeichnung unterscheidet die Station vom Bahnhof Affoltern am Albis im Knonaueramt.
Im städtischen Busverkehr trägt die unmittelbar angrenzende Haltestelle den Namen Zürich, Bahnhof Affoltern. Im alltäglichen Sprachgebrauch werden sowohl die Eisenbahnstation als auch der gesamte Umsteigebereich häufig verkürzt als Bahnhof Affoltern bezeichnet.
Das Zürcher Quartier Affoltern war bis Ende 1933 eine selbstständige politische Gemeinde. Seit der Eingemeindung am 1. Januar 1934 gehört es gemeinsam mit Oerlikon und Seebach zum Stadtkreis 11.[2]
Lage
Der Bahnhof befindet sich im zentralen Bereich von Zürich-Affoltern zwischen der Zehntenhausstrasse, der Jonas-Furrer-Strasse und der Strasse In Böden. Das historische Oberdorf mit dem Zehntenhausplatz liegt südöstlich, das Unterdorf nordwestlich der Station.
Die Bahnstrecke verläuft im Bahnhofbereich annähernd von Südosten nach Nordwesten. In südöstlicher Richtung führt sie über Zürich Seebach nach Zürich Oerlikon. In nordwestlicher Richtung verläuft sie über Regensdorf-Watt, Buchs-Dällikon, Otelfingen und Würenlos nach Wettingen beziehungsweise Baden.
Die beiden Seitenperrons liegen beidseits der Doppelspur. Zugänge bestehen von den angrenzenden Quartierstrassen und vom Busbereich. Eine Personenunterführung verbindet die beiden Seiten des Bahnareals und ermöglicht das sichere Erreichen der Perrons ohne Überquerung der Gleise.
Das alte Empfangsgebäude von 1877 befindet sich westlich der heutigen Haltestelle. Die moderne Station wurde beim Doppelspurausbau östlich des früheren Bahnhofareals angelegt.
Geschichte
Schweizerische Nationalbahn
Die Schweizerische Nationalbahn plante in den 1870er-Jahren eine vom bestehenden Netz der Schweizerischen Nordostbahn möglichst unabhängige Verbindung zwischen dem Bodenseeraum, Winterthur, dem Aargau und der Westschweiz.
Die sogenannte Nationalbahnstrecke führte von Winterthur über Effretikon, Kloten, Seebach, Affoltern und Wettingen nach Lenzburg und Zofingen. Da sie die wirtschaftlich bedeutende Zürcher Innenstadt umging, konnte sie die ursprünglich erwarteten Verkehrsströme nur teilweise gewinnen.
Der Abschnitt mit der Station Affoltern wurde am 15. Oktober 1877 eröffnet.[3]
Der Bahnhof lag damals ausserhalb der zusammenhängenden Bebauung zwischen dem Ober- und dem Unterdorf. Seine Lage förderte langfristig die Siedlungs- und Gewerbeentwicklung in der Umgebung.
Die Nationalbahn geriet bereits kurz nach der Eröffnung in finanzielle Schwierigkeiten und musste liquidiert werden. Die Bahnstrecke gelangte an die Schweizerische Nordostbahn, die sie in ihr bestehendes Netz eingliederte. Mit der Verstaatlichung der grossen Privatbahnen übernahmen 1902 die Schweizerischen Bundesbahnen die Strecke und den Bahnhof.
Erstes Empfangsgebäude
Das historische Stationsgebäude wurde 1877 nach Plänen des Architekten Conrad Bär errichtet. Bär hatte für die Schweizerische Nationalbahn mehrere Stationsgebäude entworfen.
Der Bau bestand ursprünglich aus einem zweigeschossigen Mittelteil mit Diensträumen, Wartesaal und Wohnung für das Stationspersonal. Güterräume, Ladeflächen und weitere betriebliche Einrichtungen ergänzten die Anlage.
Im Verlauf des 20. Jahrhunderts wurde das Gebäude mehrfach verändert. Eine bedeutende Erweiterung erfolgte 1909. Weitere Umbauten sind für 1921 und 1942 dokumentiert.[4]
Das Empfangsgebäude wurde 1986 in das kommunale Inventar der schützenswerten Bauten aufgenommen. Es gehört heute der Stadt Zürich und ist nicht mehr Bestandteil der eigentlichen Personenverkehrsanlage.
Verbindung mit Zürich
Die ursprüngliche Nationalbahnstrecke umfuhr den Bahnhof Oerlikon und die Zürcher Innenstadt. Eine direkte Verbindung zwischen Seebach und Oerlikon entstand erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts.
Mit der Übernahme durch die SBB gewann der Personenverkehr in Richtung Zürich an Bedeutung. Die Einwohnerinnen und Einwohner Affolterns erhielten dadurch eine für den Berufs- und Einkaufsverkehr geeignete Verbindung nach Oerlikon und zum Zürcher Hauptbahnhof.[2]
Die Entwicklung der Eisenbahn konnte das Quartier jedoch nicht vollständig erschliessen. 1932 wurde deshalb eine Busverbindung zwischen Affoltern und Oerlikon eingerichtet. Sie bildete den Ausgangspunkt des später stark ausgebauten städtischen Busnetzes im Quartier.
Elektrifizierung
Zwischen Zürich Seebach und Wettingen fanden von 1905 bis 1909 frühe Versuche mit hochgespanntem einphasigem Wechselstrom statt. Nach Abschluss der Versuche wurde die Fahrleitung zunächst wieder entfernt.
Der reguläre elektrische Betrieb auf der Furttallinie begann am 13. Februar 1942. Zur Eröffnung verkehrte eine Triebwagenkomposition, die später unter dem Namen Churchill-Pfeil bekannt wurde.[5]
Die Elektrifizierung beschleunigte den Betrieb und ersetzte die bis dahin eingesetzten Dampflokomotiven. Trotzdem blieb das Angebot während mehrerer Jahrzehnte vergleichsweise dünn. Noch in den 1970er-Jahren verkehrten an Werktagen nur rund zwölf Zugpaare.
Industrie und Güterverkehr
Seit dem ausgehenden 19. Jahrhundert siedelten sich in Bahnhofsnähe Industrie- und Gewerbebetriebe an. Für diese Unternehmen entstanden Lade- und Anschlussgleise.
Zu den bedeutenden Güterkunden gehörten die CeCe-Graphitwerke und ein Tanklager des Mineralölunternehmens Shell. Transportiert wurden unter anderem Brennstoffe, Graphitprodukte, Baumaterialien, Maschinen und landwirtschaftliche Güter.[3]
In den 1950er- und 1970er-Jahren wurden die Anschlussgleise nochmals erweitert. Die CeCe-Werke verfügten über einen eigenen Rangiertraktor, der bis in die frühen 1990er-Jahre eingesetzt wurde.
Mit dem Strukturwandel der Industrie und der Verlagerung des Güterumschlags auf andere Standorte verlor der lokale Güterverkehr an Bedeutung. Die Güterabfertigung in Zürich-Affoltern wurde 1995 eingestellt. Beim anschliessenden Umbau zur heutigen Haltestelle verschwanden die meisten Weichen, Ladegleise und weiteren Güterverkehrsanlagen.
Die Strecke selbst besitzt weiterhin Bedeutung für den Güterverkehr. Güterzüge verkehren über die Furttallinie zwischen dem Raum Zürich, der Nordostschweiz und dem Rangierbahnhof Limmattal.
Zürcher S-Bahn
Die Zürcher S-Bahn nahm am 27. Mai 1990 ihren Betrieb auf. Der Bahnhof Affoltern wurde in das neue S-Bahn-Netz integriert.
Das Angebot bestand zunächst weiterhin aus stündlichen Verbindungen. Der eingleisige Streckenabschnitt zwischen Seebach und Regensdorf-Watt begrenzte die mögliche Zahl der Züge.
Um einen dichteren Fahrplan zu ermöglichen, beschlossen Bund, Kanton und SBB den Ausbau dieses Abschnitts auf Doppelspur. Die Arbeiten wurden in den Jahren 1996 und 1997 ausgeführt.[4]
Eisenbahnunfall von 1994
Hauptartikel: Eisenbahnunfall von Zürich-Affoltern
Am 8. März 1994 entgleisten bei der westlichen Einfahrt des Bahnhofs mehrere mit Benzin beladene Kesselwagen eines Güterzugs. Fünf Wagen gerieten in Brand. Auslaufendes Benzin gelangte in die Kanalisation und verursachte an mehreren Stellen im Quartier weitere Explosionen.[2]
Drei benachbarte Häuser fingen Feuer, eines davon brannte vollständig nieder. 23 Personen verloren vorübergehend oder dauerhaft ihre Wohnung. Durch den Brand und die Explosionen entstanden erhebliche Schäden an Gebäuden, Strassen, Leitungen und Bahnanlagen.
Die Strecke blieb während der Aufräum- und Sanierungsarbeiten mehrere Tage gesperrt. Belastetes Erdreich musste grossflächig entfernt und entsorgt werden.
Der Unfall beschleunigte nicht unmittelbar den bereits vorgesehenen Doppelspurausbau, beeinflusste jedoch die provisorische Wiederherstellung der alten Bahnhofsanlage. Da der grundlegende Umbau kurz bevorstand, wurden Teile nur noch befristet instand gesetzt.
Doppelspurausbau und neue Haltestelle
Beim Ausbau der Furttallinie auf Doppelspur wurde der bisherige Bahnhof durch eine weiter östlich gelegene Haltestelle ersetzt. Die Weichen des Personenbahnhofs wurden entfernt, wodurch Zürich Affoltern betrieblich von einem Bahnhof zu einer Haltestelle wurde.
Der nördliche Seitenperron ging im Februar 1997 in Betrieb, der südliche folgte im Mai desselben Jahres. Der durchgehende Doppelspurbetrieb zwischen Zürich Seebach und Regensdorf-Watt begann im Juni 1997.[3]
Die neue Anlage ermöglichte den Halbstundentakt auf der Furttallinie. In der Folge nahm die Zahl der Reisenden deutlich zu.[5]
Der bediente Billettschalter im alten Empfangsgebäude war bereits im Dezember 1996 geschlossen worden. Billette werden seither hauptsächlich an Automaten sowie über elektronische Verkaufskanäle bezogen.
Erneuerung von 2010
Die neue Haltestelle besass zunächst nur eine vergleichsweise einfache Ausstattung. Im Jahr 2010 wurde die südliche Bahnhofseite umfassend aufgewertet.
Ein Neubau vereinte ein grosses Perrondach mit einem Convenience-Shop und weiteren Diensträumen. Das Gebäude wurde nach dem Minergie-Standard geplant. Die Bauzeit betrug rund 18 Monate, die Kosten wurden mit ungefähr 2,6 Millionen Franken angegeben.[6]
Das weit auskragende Dach schützt einen grossen Teil des Perrons und des Zugangsbereichs vor der Witterung. Der Neubau gab der zuvor rein funktionalen Haltestelle ein deutlich erkennbares Zentrum.
Historisches Stationsgebäude
Das frühere Empfangsgebäude steht westlich der heutigen S-Bahn-Haltestelle an der Zehntenhausstrasse. Durch die Verlegung der Personenverkehrsanlage verlor es Ende der 1990er-Jahre seine ursprüngliche Funktion.
Seit den 2000er-Jahren wird es kulturell genutzt. Der Verein KulturBahnhof Affoltern, meist KuBaA genannt, organisiert dort Konzerte, Ausstellungen, Barabende und weitere Veranstaltungen.[7]
Das Gebäude erinnert an die Frühzeit der Schweizerischen Nationalbahn und an die Entwicklung Affolterns vom ländlich geprägten Dorf zum Stadtquartier. Es gehört zu den wenigen erhaltenen historischen Stationsbauten auf dem Gebiet der Stadt Zürich.[4]
Bahnhofsanlage
Gleise und Perrons
Die heutige Haltestelle besitzt zwei durchgehende Bahnsteiggleise an zwei Seitenperrons.
| Gleis | Allgemeine Fahrtrichtung | Wichtigste Verbindungen |
|---|---|---|
| 1 | Richtung Zürich Seebach und Zürich Oerlikon | Zürich Oerlikon, Zürich Hardbrücke, Zürich Hauptbahnhof und rechtes Zürichseeufer |
| 2 | Richtung Regensdorf-Watt und Baden | Regensdorf, Buchs-Dällikon, Otelfingen, Würenlos, Wettingen und Baden |
Die tatsächliche Gleisbelegung kann bei Bauarbeiten, Störungen oder betrieblichen Änderungen abweichen.
Beide Gleise sind elektrifiziert und für den Personen- sowie den durchfahrenden Güterverkehr ausgelegt. Der Bahnhof besitzt keine regulären Abstell-, Wende- oder Überholgleise.
Zugänge
Die Bahnsteige sind von den angrenzenden Strassen und vom Busbereich erreichbar. Die Personenunterführung verbindet die beiden Seiten der Bahnlinie.
Die Zugänge wurden für einen möglichst hindernisarmen Betrieb ausgebaut. Bei den auf der S6 eingesetzten Niederflurfahrzeugen ist in der Regel ein weitgehend niveaugleicher Einstieg möglich. Abweichungen können bei Ersatzfahrzeugen oder besonderen betrieblichen Situationen auftreten.
Auf den Perrons befinden sich:
- überdachte Wartebereiche;
- Sitzgelegenheiten;
- Billettautomaten;
- elektronische Fahrgastinformationen;
- Lautsprecheranlagen;
- Uhren;
- taktile Sicherheitsmarkierungen.
Dienstleistungen
Der Bahnhof ist unbedient und besitzt kein SBB-Reisezentrum. Im Stationsgebäude auf der südlichen Seite befindet sich ein Migrolino-Geschäft.[8]
Die SBB verzeichnet am Bahnhof:
- 40 Plätze in einer rund um die Uhr zugänglichen Velomietbox;
- 26 offene Veloabstellplätze;
- 72 überdachte Veloabstellplätze;
- mehrere Mobility-Carsharing-Standorte in der Umgebung.[8]
Weitere Geschäfte, Post- und Bankdienstleistungen befinden sich im nahe gelegenen Zentrumsbereich an der Strasse In Böden und am Zehntenhausplatz.
Bahnverkehr
Hauptartikel: Zürcher S-Bahn
S6
Die S6 bildet das Grundangebot am Bahnhof. Sie verkehrt im Jahresfahrplan 2026 zwischen Baden, dem Furttal, Zürich und Uetikon am See.[9]
| Linie | Streckenführung | Grundangebot |
|---|---|---|
| S6 | Baden–Wettingen–Würenlos–Otelfingen–Buchs-Dällikon–Regensdorf-Watt–Zürich Affoltern–Zürich Seebach–Zürich Oerlikon–Zürich Hardbrücke–Zürich HB–Zürich Stadelhofen–Küsnacht–Meilen–Uetikon am See | Halbstündlich |
Die Linie stellt direkte Verbindungen in das Furttal, nach Baden, in die Zürcher Innenstadt und an das rechte Zürichseeufer her.
Die Fahrt zum Zürcher Hauptbahnhof dauert fahrplanmässig ungefähr eine Viertelstunde. Zürich Oerlikon wird in wenigen Minuten erreicht.
S21
Die S21 ergänzt die S6 in der Hauptverkehrszeit. Sie verkehrt zwischen Regensdorf-Watt und Zürich Hauptbahnhof und hält in Zürich Affoltern, Zürich Oerlikon und Zürich Hardbrücke.[10]
| Linie | Streckenführung | Bedienung |
|---|---|---|
| S21 | Regensdorf-Watt–Zürich Affoltern–Zürich Oerlikon–Zürich Hardbrücke–Zürich HB | Einzelne Züge während der Hauptverkehrszeiten |
Die Linie dient insbesondere der Entlastung stark nachgefragter Züge in der jeweiligen Hauptlastrichtung.
Nachtnetz
In den Nächten vor Samstagen und allgemeinen Feiertagen bedient die Nacht-S-Bahn SN6 den Bahnhof. Sie verbindet Zürich Affoltern unter anderem mit Winterthur, Zürich Oerlikon, Zürich Hauptbahnhof und Würenlos.[1]
Busverkehr
Die Bushaltestelle Zürich, Bahnhof Affoltern liegt unmittelbar bei den Bahnsteigen. Sie wird im Jahresfahrplan 2026 durch städtische und regionale Buslinien bedient.[1]
| Linie | Verbindung | Betreiber |
|---|---|---|
| 37 | Zürich, Mühlacker–Bahnhof Affoltern–Zehntenhausplatz–ETH Hönggerberg | Verkehrsbetriebe Zürich |
| 61 | Zürich, Mühlacker–Bahnhof Affoltern–Bahnhof Oerlikon–Messe/Hallenstadion–Wallisellen, Glatt | Verkehrsbetriebe Zürich |
| 62 | Zürich, Waidhof–Bahnhof Affoltern–Bahnhof Oerlikon–Schwamendingerplatz | Verkehrsbetriebe Zürich |
| 492 | Bahnhof Affoltern–Zehntenhausplatz–Regensdorf, Zentrum–Bahnhof Regensdorf-Watt | Verkehrsbetriebe Glattal |
| N2 | Zürich, Waidhof–Bahnhof Affoltern–Limmatplatz–Wiedikon–Sihlcity | Verkehrsbetriebe Zürich |
Die Buslinie 37 verbindet den Bahnhof mit dem Zehntenhausplatz und der ETH auf dem Hönggerberg.[11]
Die Linien 61 und 62 stellen dichte Verbindungen über Neuaffoltern zum Bahnhof Oerlikon her. Die Linie 61 führt weiter durch Zürich Nord bis Wallisellen, während die Linie 62 Schwamendingen erschliesst.[12][13]
Die regionale Linie 492 ergänzt die S-Bahn-Verbindung nach Regensdorf und erschliesst Wohn- und Geschäftsgebiete, die abseits der Bahnstrecke liegen.[14]
Während Bauarbeiten an der Stöckenackerstrasse wird der Bahnhof 2026 zeitweise zusätzlich durch die provisorische Buslinie 44 bedient. Solche temporären Linien sind nicht Bestandteil des dauerhaften Grundangebots.
Tarif
Zürich Affoltern liegt in der ZVV-Tarifzone 110. Diese umfasst das gesamte Stadtgebiet von Zürich.[15]
Die Zone 110 zählt bei der Preisberechnung als zwei Zonen, da das öffentliche Verkehrsnetz innerhalb der Stadt besonders dicht ist. Ein gültiges Zonenticket kann für S-Bahn, Tram, Bus, Schiff und weitere im Verbundtarif enthaltene Verkehrsmittel verwendet werden.[16]
Bedeutung für das Quartier
Der Bahnhof beeinflusste die Siedlungsentwicklung Affolterns seit dem ausgehenden 19. Jahrhundert. In seiner Umgebung entstanden zunächst Gewerbe- und Industriebetriebe, später Wohnhäuser und öffentliche Einrichtungen.
Die Verbindung zur Stadt Zürich gewann nach der Eingemeindung und besonders mit der Einführung der Zürcher S-Bahn an Bedeutung. Affoltern entwickelte sich seit den 1990er-Jahren zu einem stark wachsenden Stadtquartier.
Zwischen 2000 und Ende 2024 stieg die Bevölkerung des Quartiers von knapp 18'000 auf mehr als 27'000 Personen. Die Stadt rechnet bis 2040 mit einer weiteren Zunahme.[2]
Der Bahnhof erschliesst insbesondere:
- das Ober- und Unterdorf von Affoltern;
- die Wohngebiete Holzerhurd, Isengrind und Blumenfeld;
- das Gebiet In Böden;
- den Friedhof und die reformierte Kirche Unterdorf;
- das Zentrum am Zehntenhausplatz;
- Gewerbe- und Dienstleistungsbetriebe im Bahnhofumfeld.
Seine Bedeutung geht über die Quartiergrenzen hinaus. Durch die Buslinie 37 besteht eine direkte Verbindung zur ETH Hönggerberg, während die S6 und die Linien 61 und 62 Anschlüsse an wichtige Arbeits-, Einkaufs- und Bildungsstandorte in Oerlikon und der Innenstadt herstellen.
Entwicklung des Bahnhofumfelds
Zentrum Affoltern
Die Stadt Zürich verfolgt seit den 2010er-Jahren das Ziel, Affoltern ein klarer erkennbares Quartierzentrum zu geben. Der Bereich zwischen Bahnhof, Zehntenhausplatz, Post und Einkaufszentrum soll baulich und gestalterisch aufgewertet werden.
Ein gemeinsam mit der Quartierbevölkerung erarbeitetes Leitbild bezeichnet Bahnhof und künftige Tramhaltestelle als wichtige Ankunftsorte und Auftakt des Zentrums.[17]
Geplant oder geprüft werden unter anderem:
- eine Aufwertung der Fusswege zwischen Bahnhof und Zehntenhausplatz;
- neue öffentliche Freiräume;
- zusätzliche Wohnungen und Gewerbeflächen;
- eine stärkere Konzentration des Detailhandels;
- bessere Veloabstellmöglichkeiten;
- eine Neuordnung der Busführung;
- verkehrsberuhigte Bereiche an der Strasse In Böden.
Der Bahnhof soll dabei nicht isoliert betrachtet, sondern in eine zusammenhängende Abfolge öffentlicher Orte eingebunden werden.
Zentrumsplatz
Zwischen dem Einkaufszentrum und den angrenzenden Neubauprojekten ist ein neuer Zentrumsplatz vorgesehen. Er soll Aufenthaltsflächen, Bäume, Sitzgelegenheiten und Raum für Märkte oder Veranstaltungen erhalten.
Die Jonas-Furrer-Strasse bleibt als Verbindung zum Bahnhof von Bedeutung. Nach dem aktuellen Planungsstand soll auch der Busverkehr künftig über diese Strasse zum Bahnhof geführt werden.[18]
Tram Affoltern
Die Stadt und der Kanton planen eine neue Tramverbindung von der Zürcher Innenstadt über die Wehntalerstrasse nach Affoltern. Die vorgesehene Endstation liegt im Bereich des Zehntenhausplatzes und damit nicht unmittelbar am Bahnhof.
Im Rahmen der Machbarkeitsstudien wurde auch eine Linienführung über den Bahnhof untersucht. Diese Variante wurde wegen des Umwegs, der längeren Fahrzeit, des begrenzten zusätzlichen Nutzens, der höheren Kosten und der fehlenden Flächen für ein eigenes Tramtrassee verworfen.[19]
Die geplante Tramlinie soll die S-Bahn deshalb nicht ersetzen, sondern ergänzen. Während die S-Bahn schnelle Verbindungen nach Oerlikon, Zürich Hardbrücke und zum Hauptbahnhof bietet, soll das Tram zahlreiche Zwischengebiete entlang der Wehntalerstrasse direkt erschliessen.
Zukunft des Bahnangebots
Das Wachstum des Furttals und des Quartiers Affoltern führt langfristig zu einer höheren Nachfrage auf der S-Bahn-Strecke.
Ausbauprogramme für die Zürcher S-Bahn verfolgen das Ziel, zwischen dem Furttal und der Stadt Zürich künftig zusätzliche Verbindungen zu ermöglichen. Dafür sind unter anderem Anpassungen im Raum Zürich Seebach und Oerlikon erforderlich.[20]
Der genaue Zeitpunkt, das Linienkonzept und die Finanzierung weiterer Angebotsausbauten hängen von den Beschlüssen des Bundes, des Kantons Zürich, des ZVV und der SBB ab.
Siehe auch
- Affoltern (Stadt Zürich)
- Furttallinie
- Bahnstrecke Wettingen–Effretikon
- Schweizerische Nationalbahn
- Eisenbahnunfall von Zürich-Affoltern
- Bahnhof Zürich Seebach
- Bahnhof Zürich Oerlikon
- Bahnhof Regensdorf-Watt
- Zürcher S-Bahn
- Verkehrsbetriebe Zürich
- Liste der Bahnhöfe im Kanton Zürich
Weblinks
- Bahnhof Zürich Affoltern bei den Schweizerischen Bundesbahnen
- Linien am Bahnhof Zürich Affoltern
- Zürcher Verkehrsverbund
- KulturBahnhof Affoltern
- Quartierverein Affoltern
- Zentrumsentwicklung Affoltern
Einzelnachweise
- ↑ 1,0 1,1 1,2 1,3 Haltestellen- und Linienfahrpläne Zürich Affoltern, Zürcher Verkehrsverbund, Jahresfahrplan 2026, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ 2,0 2,1 2,2 2,3 Quartierspiegel Affoltern 2026, Statistik Stadt Zürich, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ 3,0 3,1 3,2 Pia Meier und Walter Aeberli: 150 Jahre Bahnhof Zürich Affoltern, Quartierverein Affoltern, Zürich 2026, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ 4,0 4,1 4,2 SBB-Objekte in der Stadt Zürich: Inventarergänzung, Denkmalpflege der Stadt Zürich, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ 5,0 5,1 Pia Meier und Walter Aeberli: Tram und Bus in Affoltern, Quartierverein Affoltern, Zürich 2018, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ Bahnhof SBB und Shop Affoltern, APB Architekten, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ Quartierleben in Zürich-Affoltern, Stadt Zürich, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ 8,0 8,1 Bahnhof Zürich Affoltern, Schweizerische Bundesbahnen, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ S6 Baden–Regensdorf-Watt–Zürich HB–Uetikon am See, Zürcher Verkehrsverbund, Jahresfahrplan 2026, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ S21 Regensdorf-Watt–Zürich Oerlikon–Zürich HB, Zürcher Verkehrsverbund, Jahresfahrplan 2026, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ Buslinie 37, Zürcher Verkehrsverbund, Jahresfahrplan 2026, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ Buslinie 61, Zürcher Verkehrsverbund, Jahresfahrplan 2026, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ Buslinie 62, Zürcher Verkehrsverbund, Jahresfahrplan 2026, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ Buslinie 492, Zürcher Verkehrsverbund, Jahresfahrplan 2026, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ Regionalnetzpläne und Tarifzonen, Zürcher Verkehrsverbund, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ Zonen- und Netzpläne, Zürcher Verkehrsverbund, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ Zentrum Affoltern, Stadt Zürich, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ Zentrumsplatz Affoltern, Stadt Zürich, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ Tram Affoltern, Verkehrsbetriebe Zürich, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ Zürich Seebach: Längeres Perron und neue Personenunterführung, Schweizerische Bundesbahnen, abgerufen am 3. August 2026.
Wikimedia Commons Wikimedia Commons: Medien zu Bahnhof Zürich Affoltern