Oberglatt

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Oberglatt

Gemeindedaten

Staat

Schweiz

Kanton

Zürich

Bezirk

Dielsdorf

BFS-Nummer

0093

Postleitzahl

8154

Koordinaten

47.47528° N, 8.51806° E

Höhe

431 m ü. M.

Fläche

8.29 km²

Einwohner

7606
(Stand: 31. Dezember 2025)

Website

www.oberglatt.ch

Oberglatt ist eine politische Gemeinde im Bezirk Dielsdorf des Kantons Zürich in der Schweiz. Sie liegt im Zürcher Unterland an der Glatt, nordwestlich des Flughafens Zürich. Zur Gemeinde gehören das beidseits des Flusses gelegene Dorf Oberglatt, der Ortsteil Hofstetten, das Gebiet Grafschaft und der Hasliberg.

Ende 2025 lebten 7606 Einwohnerinnen und Einwohner in Oberglatt. Die Gemeinde entwickelte sich besonders seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts von einem landwirtschaftlich geprägten Dorf zu einer stark wachsenden Wohn-, Gewerbe- und Pendlergemeinde innerhalb der Agglomeration Zürich.[1]

Geographie

Oberglatt liegt im mittleren Glatttal, rund zwölf Kilometer nördlich des Stadtzentrums von Zürich. Das Gemeindegebiet umfasst 8,29 Quadratkilometer und liegt auf einer mittleren Höhe von 431 Metern über Meer.[1]

Nachbargemeinden sind Höri im Norden, Bachenbülach im Nordosten, Winkel im Osten, Rümlang im Süden, Niederglatt im Südwesten und Niederhasli im Nordwesten.

Die Glatt durchquert das Gemeindegebiet ungefähr von Südosten nach Nordwesten. Der historische Dorfkern entwickelte sich an einem Übergang über den Fluss. Heute verbinden mehrere Brücken die Siedlungsgebiete an beiden Ufern.

Das Gelände ist überwiegend flach bis leicht gewellt. Es gehört zu einer durch eiszeitliche Ablagerungen und Flussläufe geformten Landschaft. Die tief gelegenen Flächen entlang der Glatt waren früher teilweise von Überschwemmungen betroffen.

Von der Gemeindefläche entfielen gemäss den Angaben der Gemeinde 40,6 Prozent auf Landwirtschaftsflächen, 27,7 Prozent auf Siedlungsflächen, 15,9 Prozent auf Verkehrsflächen, 8,2 Prozent auf Wald, 2,4 Prozent auf Gewässer und 5,2 Prozent auf unproduktive Flächen.[1]

Ortsteile

Dorf Oberglatt

Der Hauptort liegt beidseits der Glatt. Der ältere Dorfkern befindet sich im Bereich der historischen Flussübergänge, der reformierten Kirche und der früheren landwirtschaftlichen Höfe.

Durch die starke Bautätigkeit seit dem 20. Jahrhundert dehnte sich das Siedlungsgebiet erheblich aus. Neuere Wohnquartiere entstanden insbesondere in Richtung Bahnhof, Rümlang, Niederglatt und Hofstetten.

Ende 2025 lebten im als Dorf bezeichneten Hauptort 4333 Personen.[1]

Hofstetten

Hofstetten liegt östlich beziehungsweise nordöstlich des historischen Dorfes. Der Ortsteil bildete früher eine eigene Zivilgemeinde und war über lange Zeit politisch und wirtschaftlich teilweise selbstständig organisiert.

Die Aufhebung der Zivilgemeinde und die bauliche Entwicklung führten dazu, dass Hofstetten heute weitgehend mit dem Hauptsiedlungsgebiet zusammengewachsen ist. Ende 2025 wurden dort 1822 Einwohnerinnen und Einwohner gezählt.[1]

Grafschaft

Als Grafschaft wird das rechts der Glatt gelegene Gebiet bezeichnet, das im Spätmittelalter und in der frühen Neuzeit zur Grafschaft beziehungsweise Landvogtei Kyburg gehörte.

Der Begriff bezeichnete ursprünglich keine geschlossene Ortschaft, sondern erinnerte an die frühere herrschaftliche Zugehörigkeit. Er blieb dennoch als Gebietsname erhalten. Ende 2025 lebten im Ortsteil Grafschaft 1089 Personen.[1]

Hasliberg

Der Hasliberg bildet einen kleineren Siedlungsbereich der Gemeinde. Ende 2025 wurden dort 362 Einwohnerinnen und Einwohner gezählt.[1]

Ortsname

Der Name Oberglatt setzt sich aus dem Gewässernamen Glatt und dem unterscheidenden Zusatz Ober- zusammen. Der Zusatz grenzt den Ort von Niederglatt ab, das weiter flussabwärts liegt.

Die Glatt gab mehreren Orten und Landschaften der Region ihren Namen. Der Gewässername wird gewöhnlich mit der Bedeutung «hell», «klar» oder «glänzend» in Verbindung gebracht.

Oberglatt wurde 1153 erstmals urkundlich erwähnt.[1] In historischen Quellen erscheinen unterschiedliche Schreibweisen, bevor sich die heutige Form durchsetzte.

Geschichte

Frühzeit

Funde aus der Steinzeit weisen auf eine frühe menschliche Anwesenheit im Gebiet von Oberglatt hin. Die Gewässer, fruchtbaren Böden und Verkehrswege des Glatttals boten günstige Voraussetzungen für Jagd, Landwirtschaft und dauerhafte Siedlungen.

Auch während der römischen Zeit wurde die Region genutzt. Bedeutende römische Verkehrswege verliefen durch das Zürcher Unterland und verbanden Siedlungen im Schweizer Mittelland mit dem Rhein.

Die mittelalterliche Dorfsiedlung entwickelte sich vermutlich aus mehreren Höfen an der Glatt. Der Fluss lieferte Wasser und Energie, war aber gleichzeitig ein Hindernis und eine Hochwassergefahr.

Erste urkundliche Erwähnung

Oberglatt wurde 1153 erstmals urkundlich genannt. Zu dieser Zeit besass das Kloster St. Martin auf dem Zürichberg Grundbesitz im Dorf.[2]

Im Mittelalter verfügten mehrere kirchliche Institutionen und Adelsfamilien über Höfe, Güter und Herrschaftsrechte. Zu den Grundbesitzern gehörten neben dem Kloster St. Martin auch das Grossmünsterstift, das Kloster Oetenbach und das Kloster Wettingen.

Die Namen früherer Höfe wie Wettingergut, Oetenbacherhof und Bläsigerhof erinnerten an diese Besitzverhältnisse.

Meierhof und niedere Gerichtsbarkeit

Der Meierhof von Oberglatt war mit der niederen Gerichtsbarkeit verbunden. Er gehörte ursprünglich den Freiherren von Tengen.

1268 verkauften die Freiherren den Hof an Hugo Manesse und dessen Sohn Rudolf. 1311 übertrugen Hugo und Johannes Manesse Rechte und Besitz an die Propstei des Grossmünsters in Zürich.[2]

Damit gelangte das Grossmünsterstift in den Besitz der Vogtei über das Dorf. Die niedere Gerichtsbarkeit ging erst 1530 an den Rat der Stadt Zürich über.

1469 erwarb die Propstei auch den Widumhof. Dieser war ursprünglich zur wirtschaftlichen Versorgung kirchlicher Einrichtungen bestimmt.

Teilung zwischen Neuamt und Kyburg

Die hohen Gerichte lagen im Mittelalter bei den Grafen von Kyburg. Nach dem Übergang der kyburgischen Gebiete an Zürich entstand eine besondere administrative Teilung.

Das links der Glatt gelegene Hauptdorf wurde 1442 der Obervogtei Neuamt zugeteilt. Der rechts der Glatt gelegene Teil von Hofstetten kam 1452 endgültig zur Landvogtei Kyburg.[2]

Diese Teilung bestand bis zum Ende der Alten Eidgenossenschaft im Jahr 1798. Das rechtsseitige Gebiet wurde deshalb als Grafschaft bezeichnet.

Die unterschiedliche herrschaftliche Zugehörigkeit konnte Auswirkungen auf Abgaben, Gerichte, Verwaltungswege und politische Zuständigkeiten haben, obwohl die Bevölkerung wirtschaftlich und kirchlich eng miteinander verbunden blieb.

Höfe und Landwirtschaft

Zu den bedeutenden mittelalterlichen Höfen gehörten der Meierhof, der Brühlhof und der Brugghof. Der Brühlhof umfasste ursprünglich rund 60 Hektaren und wurde später in mehrere Teile aufgeteilt.

Der Brugghof am linken Glattufer war ein Erblehen des Klosters St. Martin auf dem Zürichberg. In Hofstetten gehörte die Mühle im 14. Jahrhundert den Herren von Rümlang.[2]

Die Einwohner lebten hauptsächlich von Ackerbau, Viehzucht, Mühlenbetrieb und der Nutzung gemeinschaftlicher Wälder und Weiden. Die fruchtbaren Böden der Ebene ermöglichten den Anbau von Getreide und Futterpflanzen.

Die Nähe zur Glatt begünstigte den Betrieb von Mühlen, brachte aber wiederkehrende Überschwemmungsgefahren mit sich.

Kirche und Reformation

Die St.-Moritz-Kapelle in Oberglatt wurde 1370 als Filiale der Kirche von Bülach erwähnt. 1484 stiftete der Bülacher Kirchherr Stephan Meier eine eigene Pfründe.

Das Recht zur Besetzung der Pfarrstelle gelangte 1496 zusammen mit der Kirche von Bülach an die Stadt Zürich. Zur Zeit der Reformation, vermutlich um 1519, wurde Oberglatt zu einer selbstständigen Pfarrei erhoben.[2]

Eine ältere Kirche wurde 1658 abgebrochen und im selben Jahr durch einen Neubau ersetzt. Die vollständige Trennung des Kirchenguts von der Kirchgemeinde Bülach erfolgte erst 1819.

Die heutige reformierte Kirche entstand in den Jahren 1962 bis 1964. Sie ersetzte den früheren Bau und wurde den Bedürfnissen der wachsenden Gemeinde angepasst.

Dorfbrände

1670 ereignete sich ein schwerer Dorfbrand, bei dem zwölf Häuser zerstört wurden. Ein weiteres grosses Brandunglück vernichtete 1825 insgesamt fünfzehn Häuser.[2]

Solche Brände konnten sich in den dicht bebauten Dörfern mit ihren Holz- und Fachwerkbauten rasch ausbreiten. Wohnhäuser, Ställe, Scheunen und Vorräte waren häufig gleichzeitig betroffen.

Beim Wiederaufbau wurden teilweise grössere Gebäudeabstände und verbesserte Brandschutzmassnahmen berücksichtigt. Die Brandereignisse veränderten dadurch auch das Ortsbild.

Helvetik und moderne Gemeinde

Mit dem Einmarsch französischer Truppen und der Gründung der Helvetischen Republik im Jahr 1798 endeten die alten Herrschaftsverhältnisse von Neuamt und Kyburg.

Oberglatt wurde in die neue kantonale Verwaltungsordnung eingegliedert. Nach weiteren Gebietsreformen entstand die moderne politische Gemeinde im Bezirk Dielsdorf.

Die liberalen Verfassungen des 19. Jahrhunderts stärkten die kommunale Selbstverwaltung. Die Gemeindeversammlung, der Gemeinderat und weitere Behörden übernahmen Aufgaben in den Bereichen Schule, Armenwesen, Strassenbau, Wasserversorgung und öffentliche Sicherheit.

Eisenbahnanschluss

1877 erhielt Oberglatt einen Bahnhof an der Eisenbahnstrecke zwischen Zürich und Bülach.[2] Der Anschluss veränderte die wirtschaftliche und räumliche Entwicklung der Gemeinde grundlegend.

Die Eisenbahn erleichterte den Transport von Personen und Gütern und ermöglichte den Einwohnerinnen und Einwohnern, ausserhalb des Dorfes zu arbeiten. Rund um den Bahnhof entstand ein neues Quartier.

Später wurde Oberglatt zu einem Abzweigbahnhof für die Strecke in Richtung Dielsdorf, Niederweningen und Waldshut. Dadurch entwickelte sich der Ort zu einem regionalen Verkehrsknotenpunkt.

Entwicklung im 20. Jahrhundert

Bis in die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts blieb Oberglatt stark landwirtschaftlich geprägt. Landwirtschaftsbetriebe, Mühlen, Handwerksbetriebe und kleinere Gewerbeunternehmen bestimmten das Wirtschaftsleben.

Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte ein starkes Bevölkerungs- und Siedlungswachstum ein. Die Nähe zur Stadt Zürich, zum Flughafen und zu den Arbeitsplätzen im Glatttal machte Oberglatt als Wohnort attraktiv.

Neue Wohnquartiere, Schulhäuser, Strassen, Sportanlagen und Versorgungsnetze wurden gebaut. Das historische Dorf, Hofstetten und das Bahnhofsgebiet wuchsen zunehmend zusammen.

1965 lebten 2088 Personen in der Gemeinde. Bis 1970 stieg die Einwohnerzahl auf 2736 und bis 1980 auf 4097.[1]

Entwicklung seit 2000

Im Jahr 2000 zählte Oberglatt 5037 Einwohnerinnen und Einwohner. 2010 waren es 5806, 2020 insgesamt 7315 und Ende 2025 schliesslich 7606 Personen.[1]

Das Wachstum führte zu einem steigenden Bedarf an Schulraum, Kinderbetreuung, Verkehrsinfrastruktur, Wohnraum und öffentlichen Dienstleistungen.

Gleichzeitig bemüht sich die Gemeinde, Grünräume, Landwirtschaftsflächen und den Charakter der historischen Ortsteile zu erhalten. Die Verdichtung im bestehenden Siedlungsgebiet gewinnt deshalb an Bedeutung.

Glattbrücken

Brücken über die Glatt waren für die Entwicklung Oberglatts von zentraler Bedeutung. Sie verbanden die Siedlungsteile und ermöglichten den Verkehr zwischen dem Zürcher Unterland, dem Glatttal und der Region Zürich.

1766 und 1767 errichtete der bekannte Baumeister Johannes Grubenmann aus Teufen eine gedeckte Holzbrücke. Sie galt als bedeutendes Beispiel des schweizerischen Holzbrückenbaus.[2]

1950 wurde die Brücke nach Rümlang versetzt, wo sie weiterhin genutzt wird. Ein Modell der historischen Brücke wird beim Zürcher Sechseläuten von der Zunft zur Zimmerleuten mitgeführt.

Eine weitere Holzbrücke beim Furtacherhaus wurde 1826 errichtet. Das Hochwasser von 1876 beschädigte sie schwer, sodass sie 1881 abgebrochen und durch eine Stahlbrücke ersetzt wurde.

1979 und 1980 entstand an dieser Stelle eine Betonbrücke. 1994 wurde beim ehemaligen Restaurant Hirschen eine neue Holzbrücke eingeweiht.[2]

Hochwasser und Gewässerbau

Die Glatt war vor ihrer umfassenden Regulierung ein stark mäandrierender Fluss. Hochwasser überschwemmten wiederholt Felder, Wege und Siedlungsbereiche.

Im 19. und 20. Jahrhundert wurde der Fluss begradigt und ausgebaut. Die Massnahmen sollten landwirtschaftliche Flächen entwässern, die Hochwassergefahr verringern und neue Siedlungs- und Verkehrsflächen ermöglichen.

Spätere Projekte berücksichtigten neben dem Hochwasserschutz verstärkt ökologische Anliegen. Uferbereiche wurden teilweise aufgewertet und als Lebensräume für Pflanzen und Tiere gestaltet.

Die Glatt ist heute ein bedeutendes Landschafts- und Naherholungselement. Wege entlang des Flusses werden von Spaziergängerinnen, Velofahrern und Erholungssuchenden genutzt.

Wasserversorgung

Die Versorgung der Bevölkerung mit sauberem Trink- und Löschwasser war bis ins 19. Jahrhundert weitgehend dezentral organisiert. Brunnen und private Quellen dienten als wichtigste Wasserstellen.

Mit dem Bevölkerungswachstum und höheren Anforderungen an den Brandschutz reichten die bestehenden Anlagen nicht mehr aus. In Oberglatt und Hofstetten entstanden deshalb gemeinschaftliche Wasserversorgungen.

Die Zivilgemeinde Hofstetten stellte 1906 auch wegen des Zugangs zu Trink- und Löschwasser das Gesuch um eine Vereinigung mit der Zivilgemeinde Oberglatt.[3]

1998 wurde Oberglatt Vollmitglied der Gruppenwasserversorgung Furttal. Die Gemeinde ist zudem mit weiteren regionalen Versorgungsverbünden verbunden.

Die heutige Wasserversorgung stützt sich auf Grund-, Quell- und Verbundwasser. Reservoire und Pumpwerke sorgen für ausreichenden Druck und Vorräte.

Bevölkerung

Ende 2025 lebten 7606 Personen in Oberglatt. Davon waren 4678 Schweizer Staatsangehörige und 2928 ausländische Staatsangehörige. Der Ausländeranteil betrug 38,49 Prozent.[1]

Im Jahr 2025 verzeichnete die Gemeinde 704 Zuzüge, 748 Wegzüge, 53 Geburten und 37 Todesfälle.[1]

Die Bevölkerungsentwicklung seit 1965 zeigt das starke Wachstum:

Jahr Einwohnerinnen und Einwohner
1965 2088
1970 2736
1980 4097
1990 4318
2000 5037
2010 5806
2020 7315
2025 7606

Die Bevölkerung ist sprachlich und kulturell vielfältig. Amtssprache ist Deutsch, während im Alltag häufig Zürichdeutsch gesprochen wird. Daneben sind unter anderem Italienisch, Portugiesisch, Albanisch, Englisch und verschiedene südosteuropäische Sprachen verbreitet.

Politik

Gemeindeorganisation

Oberglatt ist als politische Gemeinde nach dem Recht des Kantons Zürich organisiert. Oberstes Organ sind die Stimmberechtigten.

Wichtige Geschäfte werden an der Gemeindeversammlung oder bei kommunalen Urnenabstimmungen entschieden. Dazu gehören Budget, Jahresrechnung, Steuerfuss, Gemeindeordnung, grössere Kredite und bedeutende Planungsvorlagen.

Die Exekutive bildet der Gemeinderat. Er leitet die Gemeinde, vollzieht die Beschlüsse der Stimmberechtigten und beaufsichtigt die Gemeindeverwaltung.

Weitere Behörden und Organe sind die Primarschulpflege, die Sozialbehörde, die Rechnungsprüfungskommission und verschiedene Fachkommissionen.

Die Behörden werden für eine vierjährige Amtsdauer gewählt. Die Gesamterneuerungswahlen für die Amtsperiode 2026–2030 fanden am 8. März 2026 statt.[4]

Gemeindeverwaltung

Die Gemeindeverwaltung befindet sich an der Rümlangstrasse 8. Sie ist in verschiedene Fachabteilungen gegliedert.

Zu den Aufgaben gehören Einwohnerdienste, Finanzen, Steuern, Bau und Planung, Sicherheit, Sozialwesen, Liegenschaften sowie technische Dienste.

Mit der wachsenden Bevölkerung nahm auch der Umfang der kommunalen Verwaltung zu. Zahlreiche spezialisierte Aufgaben werden gemeinsam mit Zweckverbänden und Nachbargemeinden erfüllt.

Parteien

In Oberglatt sind mehrere schweizerische Parteien und lokale Gruppierungen politisch aktiv. Dazu gehören unter anderem die Schweizerische Volkspartei, die FDP.Die Liberalen, die Sozialdemokratische Partei der Schweiz, die Mitte, die Grünliberale Partei und die Grüne Partei der Schweiz.

Die politischen Mehrheitsverhältnisse unterscheiden sich je nach Wahl und Sachvorlage. Bei kommunalen Wahlen treten teilweise auch parteilose Kandidierende an.

Wappen

Das Gemeindewappen von Oberglatt zeigt einen silbernen Fisch in blauem Feld, begleitet von einem goldenen Stern beziehungsweise weiteren heraldischen Elementen.

Der Fisch verweist auf die Glatt und die historische Bedeutung des Gewässers für Fischerei, Ernährung und Siedlungsentwicklung.

Die heutige Gestaltung wurde im Rahmen der Vereinheitlichung der Zürcher Gemeindewappen im 20. Jahrhundert festgelegt.

Das Wappen wird von der Gemeinde auf amtlichen Publikationen, Gebäuden und Fahnen verwendet. Die private oder kommerzielle Verwendung kann einer Bewilligung durch die Gemeinde bedürfen.

Wirtschaft

Oberglatt war bis ins 20. Jahrhundert vorwiegend landwirtschaftlich geprägt. Ackerbau, Viehzucht und Mühlenbetriebe bildeten die wirtschaftliche Grundlage.

Mit dem Eisenbahnanschluss und der Entwicklung des Grossraums Zürich nahm die Bedeutung von Gewerbe, Industrie und Dienstleistungen zu.

Heute bestehen in der Gemeinde zahlreiche kleine und mittlere Unternehmen. Zu den Branchen gehören Baugewerbe, Logistik, Transport, Handel, Fahrzeugtechnik, Planung, Handwerk und persönliche Dienstleistungen.

Die Nähe zum Flughafen Zürich und zu den Verkehrsachsen des Glatttals begünstigt Betriebe aus Logistik und Verkehr. Gleichzeitig verursacht sie Belastungen durch Strassenverkehr und Fluglärm.

Ein grosser Teil der erwerbstätigen Bevölkerung pendelt nach Zürich, Kloten, Rümlang, Bülach, Opfikon oder in andere Gemeinden der Region.

Die Landwirtschaft bewirtschaftet weiterhin einen bedeutenden Teil des Gemeindegebiets und trägt zur Erhaltung der offenen Landschaft bei.

Verkehr

Eisenbahn

Der Bahnhof Oberglatt liegt an der Bahnlinie Zürich–Bülach. Von dort zweigt die Strecke durch das Wehntal in Richtung Niederweningen und Aargau ab.

Der Bahnhof wird von Linien der S-Bahn Zürich bedient. Direkte Verbindungen bestehen unter anderem nach Zürich Hauptbahnhof, Oerlikon, Bülach und Niederweningen.

Der Eisenbahnanschluss seit 1877 war ein wesentlicher Faktor für die Entwicklung der Gemeinde.[2]

Das Bahnhofsgebiet bildet heute ein wichtiges Zentrum für öffentlichen Verkehr, Wohnen und Gewerbe. Kanton und Gemeinde verfolgen Projekte zur städtebaulichen Aufwertung und besseren Verknüpfung der Quartiere.[5]

Busverkehr

Regionale Buslinien verbinden Oberglatt mit Rümlang, Niederglatt, Niederhasli, Bülach, dem Flughafen Zürich und weiteren Gemeinden.

Die Buslinien sind in den Zürcher Verkehrsverbund integriert. Der Bahnhof Oberglatt dient als Umsteigepunkt zwischen Bahn und Bus.

Strassenverkehr

Oberglatt liegt an regionalen Strassenverbindungen zwischen Rümlang, Bülach, Niederglatt, Niederhasli und dem Flughafen.

Über Rümlang und Bülach bestehen Anschlüsse an die Autobahn A51. Weitere Verbindungen führen zur Autobahn A1 und in das Furttal.

Das Bevölkerungswachstum und der regionale Durchgangsverkehr führen zu Belastungen im Strassennetz. Verkehrsberuhigung, Schulwegsicherheit und die Gestaltung des Bahnhofsumfelds gehören deshalb zu den wichtigen Planungsthemen.

Fuss- und Veloverkehr

Wege entlang der Glatt und durch die Landwirtschaftsflächen dienen dem Fuss- und Veloverkehr. Sie verbinden Oberglatt mit Rümlang, Niederglatt und weiteren Gemeinden.

Die flache Landschaft bietet grundsätzlich günstige Voraussetzungen für den Veloverkehr. An stark befahrenen Strassen und Verkehrsknoten bestehen jedoch Sicherheits- und Ausbaubedürfnisse.

Flughafen Zürich

Der Flughafen Zürich liegt südöstlich von Oberglatt. Teile der Gemeinde befinden sich unter An- und Abflugrouten.

Der Flughafen ist ein bedeutender Arbeitgeber für die Bevölkerung und verbessert die internationale Erreichbarkeit der Region. Gleichzeitig ist Oberglatt von Fluglärm und den raumplanerischen Auswirkungen des Flughafenbetriebs betroffen.

Fluglärm beeinflusst die Siedlungsentwicklung, Bauvorschriften und Wohnqualität. Kanton, Bund, Flughafen und Gemeinden diskutieren deshalb regelmässig über Betriebszeiten, Flugrouten und Lärmschutz.

Die Nähe zum Flughafen begünstigt Logistik-, Dienstleistungs- und Verkehrsunternehmen im Zürcher Unterland.

Bildung

Oberglatt verfügt über mehrere Kindergärten und Primarschulanlagen. Die Primarschule wird von einer eigenen Schulpflege geführt.

Das starke Bevölkerungswachstum führte zu steigenden Schülerzahlen und einem zusätzlichen Bedarf an Schulzimmern, Sporthallen und Betreuungsräumen.

Für die Sekundarstufe arbeitet Oberglatt mit Rümlang in der Sekundarschulgemeinde Rümlang-Oberglatt zusammen. Jugendliche besuchen entsprechende Schulstandorte in den beiden Gemeinden.

Weiterführende Schulen und Berufsfachschulen befinden sich unter anderem in Bülach, Kloten und Zürich. Die nächstgelegene kantonale Mittelschule ist die Kantonsschule Zürcher Unterland in Bülach.

Schulergänzende Betreuung, Mittagstische und Freizeitangebote ergänzen den Unterricht.

Kirchen und Religion

Reformierte Kirche

Die reformierte Kirchgemeinde Oberglatt geht auf die mittelalterliche St.-Moritz-Kapelle zurück. Zur Zeit der Reformation wurde der Ort vermutlich zu einer selbstständigen Pfarrei erhoben.

Die heutige reformierte Kirche wurde zwischen 1962 und 1964 errichtet.[2] Sie dient als Gottesdienst-, Veranstaltungs- und Begegnungsort.

Die Kirchgemeinde gehört zur Evangelisch-reformierten Landeskirche des Kantons Zürich.

Römisch-katholische Kirche

Die katholische Bevölkerung gehört zu einer regional zuständigen Pfarrei. Das Wachstum der Gemeinde und die Zuwanderung führten im 20. Jahrhundert zu einer stärkeren konfessionellen Vielfalt.

Neben den beiden Landeskirchen bestehen weitere christliche Gemeinschaften. Zudem leben Angehörige anderer Religionen sowie konfessionslose Personen in Oberglatt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Historischer Dorfkern

Im älteren Dorfkern sind mehrere ehemalige Bauernhäuser und weitere historische Gebäude erhalten. Sie erinnern an die landwirtschaftliche Vergangenheit und die Entwicklung der Siedlung an der Glatt.

Die Verbindung von Dorfstrassen, Flussübergängen und früheren Hofanlagen macht die historische Struktur teilweise noch erkennbar.

Holzbrücke

Die 1994 eingeweihte Holzbrücke beim ehemaligen Restaurant Hirschen nimmt die Tradition der historischen Oberglatter Holzbrücken auf.

Sie dient dem Fuss- und Veloverkehr und bildet einen markanten Punkt an der Glatt.

Ehemaliger Elektrohof

Der sogenannte Elektrohof ist mit der frühen Geschichte der Elektrizitätsversorgung in der Gemeinde verbunden. Die Entwicklung elektrischer Energie veränderte Landwirtschaft, Gewerbe und Haushalte im frühen 20. Jahrhundert.

Das Gebäude beziehungsweise der historische Zusammenhang wird auf der Website der Gemeinde als Teil der Ortsgeschichte dokumentiert.

Gemeindebibliothek

Die Gemeindebibliothek bietet Bücher, Zeitschriften und weitere Medien für Kinder, Jugendliche und Erwachsene.

Sie dient zugleich als Bildungs- und Begegnungsort. Veranstaltungen wie Lesungen und Angebote für Familien ergänzen den Ausleihbetrieb.

Freizeit und Vereine

In Oberglatt bestehen zahlreiche Sport-, Kultur-, Musik-, Jugend- und Freizeitvereine.

Sportanlagen, Turnhallen, Spielplätze und Grünräume ermöglichen Fussball, Turnen, Tennis und weitere Aktivitäten.

Die Wege entlang der Glatt werden zum Spazieren, Joggen und Velofahren genutzt. Landwirtschafts- und Waldwege führen in die Nachbargemeinden und in die Naherholungsräume des Zürcher Unterlands.

Zu den lokalen Veranstaltungen gehören Vereinsanlässe, Märkte, kulturelle Veranstaltungen und der Weihnachtsmarkt.

Ein Erlebnisweg vermittelt Informationen über Geschichte, Natur und Besonderheiten der Gemeinde.

Feuerwehr und Sicherheit

Die Feuerwehr Oberglatt übernimmt Aufgaben bei Bränden, Unfällen, Hochwasser und technischen Hilfeleistungen.

Wegen der Glatt, des Verkehrsnetzes, der Gewerbebetriebe und der Nähe zum Flughafen bestehen unterschiedliche Einsatzrisiken.

Die Feuerwehr arbeitet mit regionalen Rettungsdiensten, der Kantonspolizei Zürich und den Feuerwehren benachbarter Gemeinden zusammen.

Für den Zivilschutz und weitere Bevölkerungsschutzaufgaben bestehen regionale Organisationen und Zweckverbände.

Soziales und Integration

Die Gemeinde bietet Beratungs- und Unterstützungsleistungen für Familien, ältere Menschen, Jugendliche und Personen in schwierigen Lebenslagen an.

Die hohe Zahl zugezogener Einwohnerinnen und Einwohner und der grosse Anteil ausländischer Staatsangehöriger machen Integrationsangebote zu einem wichtigen kommunalen Thema.

Sprachkurse, Begegnungsangebote, Vereine, Schulen und kirchliche Organisationen tragen zur gesellschaftlichen Integration bei.

Die wirtschaftliche Sozialhilfe und weitere gesetzliche Unterstützungsleistungen werden durch die Gemeinde beziehungsweise regionale Fachstellen erbracht.

Natur und Umwelt

Die Glatt und ihre Ufer bilden den wichtigsten zusammenhängenden Naturraum der Gemeinde. Ufergehölze, Wasserflächen und angrenzende Grünräume bieten Lebensraum für Vögel, Fische, Amphibien und Insekten.

Landwirtschaftsflächen und kleinere Waldgebiete ergänzen die ökologische Struktur. Hecken, Einzelbäume und Bachläufe dienen als Verbindungselemente zwischen Lebensräumen.

Zu den Umweltaufgaben gehören Gewässerschutz, Hochwasserschutz, Abfallentsorgung, Energieeffizienz und die Pflege öffentlicher Grünflächen.

Das starke Siedlungswachstum erzeugt Konflikte zwischen Wohnungsbau, Verkehr, Landwirtschaft, Naturschutz und Erholung.

Persönlichkeiten

Mit Oberglatt verbunden

  • Johannes Grubenmann (1707–1771), Baumeister, errichtete die historische gedeckte Glattbrücke
  • Johann Heinrich Schinz (1761–1825), reformierter Pfarrer und Naturforscher, war ab 1794 Pfarrer in Oberglatt
  • Angehörige der Familien Maag und Derrer, die seit dem Mittelalter beziehungsweise frühen 15. Jahrhundert in Oberglatt nachgewiesen sind

Literatur

  • Hermann Fietz: Die Kunstdenkmäler des Kantons Zürich. Band II: Die Bezirke Bülach, Dielsdorf, Hinwil, Horgen und Meilen. Birkhäuser, Basel 1943.
  • Gemeinde Oberglatt: Geschichte der Gemeinde Oberglatt. Oberglatt.
  • Walter Oberli: Oberglatt – Geschichte und Entwicklung einer Gemeinde an der Glatt. Oberglatt 1980.
  • Karl Wanner: Siedlungen, Kontinuität und Wüstungen im nördlichen Kanton Zürich. Zürich 1984.

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. 1,00 1,01 1,02 1,03 1,04 1,05 1,06 1,07 1,08 1,09 1,10 1,11 Oberglatt in Zahlen, Gemeinde Oberglatt, abgerufen am 25. Juli 2026.
  2. 2,00 2,01 2,02 2,03 2,04 2,05 2,06 2,07 2,08 2,09 2,10 Geschichte der Gemeinde Oberglatt, Gemeinde Oberglatt, abgerufen am 25. Juli 2026.
  3. Wasserversorgung, Gemeinde Oberglatt, abgerufen am 25. Juli 2026.
  4. Gesamterneuerungswahlen 2026–2030, Gemeinde Oberglatt, abgerufen am 25. Juli 2026.
  5. Oberglatt – Entwicklung Bahnhofsgebiet Zentrum Oberglatt, Kanton Zürich, abgerufen am 25. Juli 2026.

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