Liste der Bahnhöfe in Zürich
| Bahnhöfe in Zürich | |
|---|---|
| Gebiet | Stadt Zürich |
| Kanton | Zürich |
| Aktive Personenverkehrsstellen | 23 |
| SBB-Stationen | 13 |
| Zusätzliche SZU-Stationen | 10 |
| Grösster Bahnhof | Zürich Hauptbahnhof |
| Betreiberinnen | SBB, SZU |
| Weiteres Bahnunternehmen | Forchbahn |
| Normalspur | 1435 mm |
| Meterspur | 1000 mm |
| Tarifverbund | Zürcher Verkehrsverbund |
| Hauptzone | 110 |
Die Liste der Bahnhöfe in Zürich umfasst die für den Personenverkehr genutzten Bahnhöfe und Eisenbahnhaltestellen auf dem Gebiet der Stadt Zürich. Berücksichtigt werden die Stationen der Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) und der Sihltal-Zürich-Uetliberg-Bahn (SZU). Der unmittelbar auf der Stadtgrenze zu Dübendorf gelegene Bahnhof Stettbach wird ebenfalls einbezogen, da ein grosser Teil der Perron- und Zugangsanlagen auf Zürcher Stadtgebiet liegt.
Nach der hier verwendeten Abgrenzung bestehen 23 räumlich eigenständige Personenverkehrsstellen. Dazu gehören 13 von den SBB betriebene Stationen und zehn zusätzliche Stationen der SZU. Der unterirdische Bahnhof Zürich HB SZU wird als Teil des Zürcher Hauptbahnhofs und nicht als eigener Standort gezählt.[1]
Nicht aufgenommen sind reine Tram- und Bushaltestellen, Güter- und Betriebsbahnhöfe ohne regulären Personenverkehr sowie Standorte ausserhalb der Stadtgrenze. Die von der Forchbahn bedienten Haltestellen zwischen Zürich Stadelhofen und Rehalp werden gesondert behandelt, weil die Forchbahn auf diesem Abschnitt rechtlich und betrieblich als Strassenbahn verkehrt.[2]
Bedeutung des Zürcher Eisenbahnnetzes
Zürich ist der bedeutendste Eisenbahnknoten der Schweiz. Im Hauptbahnhof treffen die wichtigsten nationalen Ost-West- und Nord-Süd-Verbindungen zusammen. Neben dem schweizerischen Fernverkehr verkehren internationale Züge nach Deutschland, Österreich, Italien, Frankreich und in weitere europäische Länder.
Innerhalb der Stadt bildet die S-Bahn Zürich das Rückgrat des regionalen öffentlichen Verkehrs. Die S-Bahn verbindet die Stadtquartiere mit dem übrigen Kanton Zürich sowie mit Teilen der Kantone Aargau, Schaffhausen, Thurgau, St. Gallen, Schwyz, Glarus und Zug.
Das städtische Eisenbahnnetz wird durch Tram-, Trolleybus- und Autobuslinien der Verkehrsbetriebe Zürich und weiterer Verkehrsunternehmen ergänzt. Mehrere Bahnhöfe, insbesondere Zürich HB, Zürich Oerlikon, Zürich Stadelhofen, Zürich Hardbrücke, Zürich Altstetten und Stettbach, sind bedeutende Umsteigeknoten.
Fast alle Personenbahnhöfe der Stadt liegen in der Tarifzone 110 des Zürcher Verkehrsverbunds. Die Zone 110 zählt tariflich als zwei Zonen, da das Verkehrsangebot innerhalb der Stadt besonders dicht ist.[3]
SBB-Bahnhöfe
Die SBB betreiben 13 Personenbahnhöfe, die vollständig oder überwiegend auf dem Gebiet der Stadt Zürich liegen. Alle werden durch die S-Bahn Zürich bedient. Zürich HB, Zürich Oerlikon und teilweise Zürich Altstetten werden zusätzlich von Fernverkehrszügen angefahren.
| Bahnhof | Lage beziehungsweise Funktion | Personenverkehr | Besonderheiten |
|---|---|---|---|
| Zürich Hauptbahnhof | Stadtzentrum | Fernverkehr, internationaler Verkehr, zahlreiche S-Bahn-Linien, S4 und S10 der SZU | Grösster Bahnhof der Schweiz; oberirdischer Kopfbahnhof und drei unterirdische Bahnhofteile |
| Zürich Altstetten | Westen der Stadt | Fernverkehr und mehrere S-Bahn-Linien | Bedeutender Umsteigeknoten zwischen Bahn, Tram und Bus; Zugang zum Entwicklungsgebiet Zürich West |
| Zürich Affoltern | Zürich Nord | S-Bahn | Regionaler Bahnhof des Quartiers Affoltern an der Strecke Oerlikon–Regensdorf |
| Zürich Enge | Linkes Zürichseeufer | S-Bahn | Monumentales Aufnahmegebäude von Otto und Werner Pfister, eröffnet 1927 |
| Zürich Hardbrücke | Zürich West | Zahlreiche S-Bahn-Linien | Eröffnet 1982; wichtiger Umsteigepunkt zu Tram und Trolleybus |
| Zürich Oerlikon | Zürich Nord | Fernverkehr und zahlreiche S-Bahn-Linien | Nach Zürich HB einer der grössten und am stärksten frequentierten Bahnhöfe der Stadt |
| Zürich Seebach | Zürich Nord | S-Bahn | Bahnhof an der Verbindung Oerlikon–Regensdorf |
| Zürich Stadelhofen | Innenstadt und rechtes Zürichseeufer | Zahlreiche S-Bahn-Linien | Zentraler S-Bahn-Knoten; Umbau nach Entwürfen von Santiago Calatrava |
| Stettbach | Grenze zwischen Zürich und Dübendorf | Mehrere S-Bahn-Linien | Tunnelbahnhof mit Anschlüssen an Tram- und Buslinien; trägt keinen Namenszusatz «Zürich» |
| Zürich Tiefenbrunnen | Rechtes Zürichseeufer | S-Bahn | Stadtrandbahnhof an der Grenze zu Zollikon |
| Zürich Wiedikon | Wiedikon | S-Bahn | Einziger sogenannter Reiterbahnhof der Schweiz; Teil des Seebahneinschnitts |
| Zürich Wipkingen | Wipkingen | S-Bahn | Bahnhof an der historischen Verbindung zwischen Zürich HB und Oerlikon |
| Zürich Wollishofen | Linkes Zürichseeufer | S-Bahn | Umsteigemöglichkeit zu Tram, Bus und Zürichsee-Schifffahrt |
Zürich Hauptbahnhof
Hauptartikel: Zürich Hauptbahnhof
Der Zürich Hauptbahnhof, meist als Zürich HB bezeichnet, ist der wichtigste Eisenbahnknoten der Schweiz. Er wurde 1847 als Ausgangspunkt der ersten vollständig auf Schweizer Gebiet liegenden Eisenbahnstrecke von Zürich nach Baden eröffnet.
Die heute für den Personenverkehr genutzten Gleise verteilen sich auf vier Bahnhofteile:
| Bahnhofteil | Gleise | Lage und Funktion |
|---|---|---|
| Oberirdische Gleishalle | 3–18 | Kopfbahnhof für Fern-, Regional- und S-Bahn-Verkehr |
| Bahnhof Zürich HB SZU | 21–22 | Unterirdischer Kopfbahnhof für die Linien S4 und S10 |
| Bahnhof Löwenstrasse | 31–34 | Unterirdischer Durchgangsbahnhof der Durchmesserlinie |
| Bahnhof Museumstrasse | 41–44 | Unterirdischer S-Bahnhof der ersten Zürcher S-Bahn-Durchmesserachse |
Die vier Bahnhofteile bilden betrieblich und für die Reisenden eine zusammenhängende Anlage. Einschliesslich der unterirdischen Gleise verfügt Zürich HB über 26 regelmässig für den Personenverkehr genutzte Bahnsteiggleise.[4]
Der Bahnhof Museumstrasse wurde 1990 zusammen mit der S-Bahn Zürich eröffnet. Der Bahnhof Löwenstrasse nahm 2014 mit dem ersten Teil der Durchmesserlinie den Betrieb auf. Seit 2015 wird die Durchmesserlinie auch vollständig im Fernverkehr genutzt.
Zürich Oerlikon
Der Bahnhof Zürich Oerlikon wurde 1855 eröffnet und entwickelte sich durch die Verzweigung mehrerer Strecken zu einem wichtigen Knoten. Von Oerlikon führen Linien zum Hauptbahnhof, nach Zürich Flughafen, Seebach, Wallisellen und in Richtung Winterthur.
Der Bahnhof wurde im Zusammenhang mit der Durchmesserlinie umfassend ausgebaut. Die Zahl der Bahnsteiggleise erhöhte sich auf acht. Neben der S-Bahn halten einzelne InterRegio- und weitere Fernverkehrszüge.
Zürich Stadelhofen
Zürich Stadelhofen wurde 1894 mit der rechtsufrigen Zürichseebahn eröffnet. Für die Einführung der S-Bahn wurde der Bahnhof zwischen den 1980er- und frühen 1990er-Jahren grundlegend umgebaut. Der von Santiago Calatrava entworfene Ausbau verbindet das historische Aufnahmegebäude mit einer modernen, teilweise offenen Perronanlage.[5]
Der Bahnhof liegt an der Verzweigung der Strecken durch den Zürichbergtunnel nach Stettbach und durch den Riesbachtunnel nach Tiefenbrunnen. Die hohe Zahl der Züge macht ihn zu einem der grössten Engpässe im Zürcher S-Bahn-Netz.
Die SBB planen ein viertes Gleis, einen zusätzlichen Tunnel in Richtung Zürich Tiefenbrunnen sowie neue und erweiterte Bahnhofzugänge. Das Projekt wurde 2025 öffentlich aufgelegt.[6]
Zürich Enge und Zürich Wiedikon
Die Bahnhöfe Zürich Enge und Zürich Wiedikon liegen am zwischen 1918 und 1927 entstandenen Seebahneinschnitt. Die zuvor weitgehend ebenerdig durch die Quartiere verlaufende linksufrige Zürichseebahn wurde abgesenkt und abschnittsweise in Tunnel verlegt.
Der Bahnhof Enge besitzt ein monumentales, mit Tessiner Naturstein verkleidetes Aufnahmegebäude. Der Bahnhof Wiedikon wurde als Reiterbahnhof errichtet: Das Aufnahmegebäude überspannt die tieferliegenden Gleise und Perrons.
Beide Anlagen gehören zu den bedeutenden Zürcher Bahnhofsbauten der Zwischenkriegszeit. Die früheren Stationsgebäude an der ursprünglichen Linienführung wurden nach der Verlegung aufgegeben oder abgebrochen.[7]
Zürich Hardbrücke
Der Bahnhof Zürich Hardbrücke wurde 1982 eröffnet. Er entstand auf den bestehenden Viadukten und Bahnanlagen westlich des Hauptbahnhofs und erschliesst die Industrie- und Entwicklungsgebiete von Zürich West.
Die Station wurde nach der Eröffnung der S-Bahn zu einem stark frequentierten Umsteigepunkt. 2017 erhielt sie mit der Tramlinie über die Hardbrücke eine zusätzliche Verbindung. Die Perrons werden ausserdem durch mehrere Bus- und Trolleybuslinien erschlossen.[8]
Bahnhof Stettbach
Der Bahnhof Stettbach wurde 1990 zusammen mit dem Zürichbergtunnel eröffnet. Er liegt direkt auf der Grenze zwischen der Stadt Zürich und Dübendorf. Die unterirdischen Gleise und ein grosser Teil der Perronanlage befinden sich auf Zürcher Gebiet, während angrenzende Quartiere und Zugänge teilweise zu Dübendorf gehören.
Stettbach ist ein wichtiger Umsteigeknoten zwischen S-Bahn, Tram und regionalen Buslinien. Seit 2025 entsteht eine zusätzliche Passerelle mit einem direkten Perronzugang. Sie soll die bestehenden Zugänge entlasten und die Verbindung zwischen den Zürcher und Dübendorfer Quartieren verbessern.[9]
Bahnhöfe und Haltestellen der SZU
Die Sihltal-Zürich-Uetliberg-Bahn betreibt zwei meterspurige Bahnstrecken. Die Sihltalbahn wird im ZVV als Linie S4, die Uetlibergbahn als Linie S10 geführt.
Beide Linien beginnen im unterirdischen Bahnhof Zürich HB SZU und bedienen den Bahnhof Zürich Selnau. Südlich von Selnau trennen sich ihre Strecken im Bereich Giesshübel. Die S4 führt durch das Sihltal nach Adliswil, Langnau-Gattikon und Sihlwald. Die S10 steigt über den Friesenberg zum Uetliberg an.[10]
| Bahnhof oder Haltestelle | Linie | Lage und Bedeutung |
|---|---|---|
| Zürich HB SZU | S4, S10 | Unterirdischer Bahnhofteil des Zürich Hauptbahnhofs mit den Gleisen 21 und 22 |
| Zürich Selnau | S4, S10 | Unterirdischer Bahnhof unter der Sihlpromenade; Zugang zur Innenstadt und zum Bahnhof Selnau |
| Zürich Giesshübel | S4 | Bahnhof und betrieblicher Knoten der SZU; Verbindungsgleis nach Zürich Wiedikon |
| Zürich Saalsporthalle | S4 | Haltestelle beim Einkaufs- und Freizeitzentrum Sihlcity |
| Zürich Brunau | S4 | Haltestelle im Gebiet Brunau |
| Zürich Manegg | S4 | Haltestelle im Entwicklungsgebiet Manegg |
| Zürich Leimbach | S4 | Wichtigste Bahnstation des Quartiers Leimbach |
| Zürich Binz | S10 | Haltestelle im Gebiet Binz |
| Zürich Friesenberg | S10 | Haltestelle zwischen Binz und Schweighof |
| Zürich Schweighof | S10 | Haltestelle im Quartier Friesenberg |
| Zürich Triemli | S10 | Kreuzungs- und Wendeanlage nahe dem Stadtspital Zürich Triemli |
Der Fahrplan 2026 führt auf der S4 innerhalb der Stadt die Halte Zürich HB, Zürich Selnau, Zürich Giesshübel, Zürich Saalsporthalle, Zürich Brunau, Zürich Manegg und Zürich Leimbach auf.[11]
Die S10 bedient Zürich HB, Zürich Selnau, Zürich Binz, Zürich Friesenberg, Zürich Schweighof und Zürich Triemli. Danach verlässt sie bei Uitikon Waldegg das Zürcher Stadtgebiet.[12]
Bahnhof Zürich Selnau
Der ursprüngliche Bahnhof Selnau wurde 1875 als Ausgangspunkt der Uetlibergbahn eröffnet. Seit 1892 benutzten ihn auch die Züge der Sihltalbahn.
Der alte oberirdische Kopfbahnhof lag an der Sihl. Für die Einführung der S-Bahn und die Verlängerung der SZU zum Hauptbahnhof wurde er durch eine unterirdische Station ersetzt. Die neue Strecke zwischen Selnau und Zürich HB ging 1990 in Betrieb.
Das frühere Bahnhofsareal wurde später teilweise überbaut und als öffentlicher Raum gestaltet. Einzelne bauliche Spuren und die Form des Geländes erinnern weiterhin an die alte Anlage.
Bahnhof Zürich Giesshübel
Giesshübel ist ein betrieblicher Mittelpunkt der SZU. Hier befinden sich Bahn- und Verwaltungsanlagen sowie der Abzweig der Strecken nach Uetliberg und Sihlwald.
Ein normalspuriges Verbindungsgleis verbindet Giesshübel mit dem SBB-Bahnhof Zürich Wiedikon. Es dient vor allem dem Güter- und Dienstverkehr und wird nicht planmässig von Personenzügen genutzt.
Forchbahn im Stadtgebiet
Die Forchbahn verbindet den Bahnhof Zürich Stadelhofen mit Zumikon, Forch, Egg und Esslingen. Sie wird im ZVV als Linie S18 geführt.
Zwischen Zürich Stadelhofen und Rehalp verkehren die Forchbahnzüge auf dem Tramnetz der Verkehrsbetriebe Zürich. Dieser Abschnitt gilt als Strassenbahnbetrieb. Erst ab Rehalp fährt die Linie auf einer eigenen Eisenbahninfrastruktur der Forchbahn weiter.[13]
Innerhalb der Stadt hält die S18 an folgenden Tramhaltestellen:
- Zürich, Bahnhof Stadelhofen;
- Zürich, Kreuzplatz;
- Zürich, Hegibachplatz;
- Zürich, Wetlistrasse;
- Zürich, Balgrist;
- Zürich, Rehalp.
Diese Haltestellen werden in der Hauptliste nicht als selbständige Eisenbahnhöfe gezählt. Zürich Stadelhofen erscheint bereits als SBB-Bahnhof.
Übersicht nach Betreiberin
| Betreiberin | Personenverkehrsstellen im Stadtgebiet | Spurweite | Wichtigste Linien |
|---|---|---|---|
| Schweizerische Bundesbahnen | 13 | 1435 mm | Fernverkehr und S-Bahn Zürich |
| Sihltal-Zürich-Uetliberg-Bahn | 11, davon Zürich HB gemeinsam mit den SBB | 1000 mm | S4 und S10 |
| Forchbahn | sechs Haltestellen im Strassenbahnbereich, davon Stadelhofen beim SBB-Bahnhof | 1000 mm | S18 |
Geschichte
Erste Eisenbahn
Das Eisenbahnzeitalter begann in Zürich 1847 mit der Strecke nach Baden, der sogenannten Spanisch-Brötli-Bahn. Die ersten Bahnhöfe auf dem heutigen Stadtgebiet waren Zürich und Altstetten.
Der damalige Bahnhof Zürich war wesentlich kleiner als der heutige Hauptbahnhof. Mit dem Ausbau des schweizerischen Eisenbahnnetzes wurde er mehrfach erweitert und 1871 durch das noch heute bestehende Hauptgebäude ersetzt.
Verbindungen nach Oerlikon und Winterthur
1855 wurde die Strecke von Oerlikon über Wallisellen nach Winterthur eröffnet. Die direkte Verbindung zwischen dem Zürcher Bahnhof und Oerlikon folgte 1856 durch den Wipkingertunnel.
Dadurch entstanden die Bahnhöfe Oerlikon und Wipkingen. Oerlikon entwickelte sich durch weitere Strecken nach Bülach, Kloten, Seebach und Wallisellen zu einem bedeutenden Eisenbahnknoten.
Die Schweizerische Nationalbahn eröffnete 1877 die Verbindung über Seebach, Affoltern und Regensdorf nach Wettingen. Nach dem Konkurs der Gesellschaft übernahm die Schweizerische Nordostbahn die Anlagen.
Linksufrige Zürichseebahn
1875 wurde die linksufrige Zürichseebahn über Wiedikon, Enge und Wollishofen eröffnet. Sie stellte eine Verbindung von Zürich über Thalwil und Wädenswil nach Ziegelbrücke her.
Die ursprünglich ebenerdig angelegte Strecke führte zu zahlreichen Konflikten mit dem wachsenden Strassen- und Tramverkehr. Zwischen 1918 und 1927 wurde sie deshalb im Stadtgebiet abgesenkt. Die neuen Bahnhöfe Wiedikon und Enge wurden 1927 eröffnet.
Uetlibergbahn und Sihltalbahn
Ebenfalls 1875 nahm die Uetlibergbahn zwischen Selnau und Uetliberg den Betrieb auf. 1892 folgte die Sihltalbahn von Selnau über Giesshübel und Adliswil nach Sihlwald.
Die beiden Unternehmen fusionierten 1973 zur Sihltal-Zürich-Uetliberg-Bahn. Seit 1990 verkehren ihre Züge durch einen Tunnel von Selnau bis in den Hauptbahnhof.
Rechtsufrige Zürichseebahn
1894 wurde die rechtsufrige Zürichseebahn von Zürich über Stadelhofen und Tiefenbrunnen nach Rapperswil eröffnet. Die ursprüngliche Zufahrt zum Hauptbahnhof verlief über den Lettentunnel und den Bahnhof Zürich Letten.
Die Strecke wurde 1990 durch die direkte unterirdische Verbindung von Stadelhofen zum Hauptbahnhof ersetzt. Der alte Streckenabschnitt über Letten verlor damit seine Funktion.
S-Bahn Zürich
Die S-Bahn Zürich nahm am 27. Mai 1990 ihren Betrieb auf. Zu den wichtigsten Neubauten gehörten:
- der unterirdische Bahnhof Museumstrasse im Hauptbahnhof;
- der Hirschengrabentunnel zwischen Zürich HB und Stadelhofen;
- der Zürichbergtunnel zwischen Stadelhofen und Stettbach;
- der Bahnhof Stettbach;
- der Umbau des Bahnhofs Stadelhofen;
- die Verlängerung der SZU von Selnau zum Hauptbahnhof.
Die S-Bahn veränderte die Bedeutung der städtischen Bahnhöfe grundlegend. Aus mehreren früheren Quartierstationen wurden stark frequentierte Umsteigepunkte mit regelmässigen Direktverbindungen in grosse Teile der Agglomeration.
Durchmesserlinie
Die zwischen 2014 und 2015 in Betrieb genommene Durchmesserlinie verbindet den Bahnhof Altstetten über Zürich HB und Oerlikon mit dem nördlichen und östlichen Bahnnetz.
Kernstück ist der unterirdische Bahnhof Löwenstrasse. Durch ihn können zahlreiche Züge den Hauptbahnhof ohne Richtungswechsel durchfahren. Die Linie entlastet die oberirdische Gleishalle und verkürzt verschiedene Reisezeiten.
Ehemalige Personenbahnhöfe
Bahnhof Zürich Letten
Der Bahnhof Zürich Letten wurde 1894 an der rechtsufrigen Zürichseebahn eröffnet. Die Strecke führte vom Hauptbahnhof durch den Lettentunnel nach Letten und weiter über Stadelhofen zum rechten Zürichseeufer.
Mit der Eröffnung des Hirschengrabentunnels im Jahr 1990 wurde der Abschnitt über Letten für den Personenverkehr überflüssig. Der letzte planmässige Zug verkehrte bereits 1989.
Das historische Stationsgebäude blieb erhalten. Auf grossen Teilen des früheren Bahntrassees entstand später ein Fuss- und Veloweg. Der Lettentunnel wurde aus Sicherheitsgründen verfüllt.
Alter Bahnhof Selnau
Der oberirdische Bahnhof Selnau war zwischen 1875 und 1990 Endpunkt der Uetlibergbahn und später auch der Sihltalbahn. Er wurde durch den heutigen unterirdischen Bahnhof ersetzt.
Die alte Bahnhofhalle und die Gleisanlagen wurden abgebrochen. Das Gelände ist heute Teil des Stadtraums entlang der Sihl.
Frühere Bahnhöfe Enge und Wiedikon
Vor der Tieferlegung der linksufrigen Zürichseebahn lagen die Bahnhöfe Enge und Wiedikon an einer anderen, weitgehend ebenerdigen Linienführung.
Die heutigen Anlagen wurden 1927 eröffnet. Da Namen und Funktionen fortbestanden, gelten die älteren Standorte gewöhnlich als Vorgänger der heutigen Bahnhöfe und nicht als eigenständige ehemalige Stationen.
Güter- und Betriebsanlagen
Neben den Personenbahnhöfen bestehen im Zürcher Stadtgebiet zahlreiche Eisenbahnanlagen ohne regulären Publikumsverkehr. Dazu gehören:
- das Vorbahnhofgebiet westlich von Zürich HB;
- Abstell- und Unterhaltsanlagen in Herdern;
- Anlagen beim Bahnhof Zürich Altstetten;
- die Mülligen- und Postbahnanlagen;
- Dienst- und Abstellgleise in Oerlikon;
- Güteranlagen in Giesshübel;
- verschiedene Anschlussgleise zu Industrie- und Logistikbetrieben.
Diese Anlagen sind für den Bahnverkehr von grosser betrieblicher Bedeutung, werden in der Liste der Personenbahnhöfe jedoch nicht als eigene Bahnhöfe berücksichtigt.
Der frühere Güterbahnhof Zürich im Industriequartier verlor einen grossen Teil seiner ursprünglichen Funktion. Teile seines Areals wurden nach der Verlagerung des Güterverkehrs städtebaulich neu genutzt.
Architektur und Denkmalschutz
Mehrere Zürcher Bahnhofsbauten besitzen eine hohe architektur- und verkehrsgeschichtliche Bedeutung.
Zu den besonders wichtigen Anlagen gehören:
- das Hauptgebäude des Zürich Hauptbahnhofs von Jakob Friedrich Wanner;
- der Bahnhof Zürich Enge von Otto und Werner Pfister;
- der Reiterbahnhof Zürich Wiedikon von Hermann Herter;
- das historische Aufnahmegebäude Zürich Stadelhofen;
- der moderne Ausbau von Stadelhofen nach Entwürfen Santiago Calatravas;
- die Bahnhöfe Zürich Altstetten und Zürich Oerlikon;
- das Aufnahmegebäude Zürich Wollishofen;
- das Bahnhofgebäude Zürich Tiefenbrunnen;
- das ehemalige Stationsgebäude Zürich Letten.
Ein Teil dieser Gebäude ist in kommunalen oder kantonalen Inventaren schützenswerter Bauten verzeichnet. Umbauten müssen den Anforderungen eines modernen Bahnbetriebs, des hindernisfreien Zugangs und des Denkmalschutzes zugleich entsprechen.
Hindernisfreier Ausbau
Die Bahnhöfe der Stadt werden schrittweise an die Anforderungen des Behindertengleichstellungsgesetzes angepasst. Zu den Massnahmen gehören:
- Erhöhung oder Anpassung von Perrons;
- Einbau von Liften und Rampen;
- Verbreiterung von Zugängen und Unterführungen;
- taktile Leitlinien;
- bessere optische und akustische Fahrgastinformationen;
- stufenfreie Zugänge zu Tram- und Bushaltestellen.
Ein grosser Teil der SBB-Stationen ist bereits stufenfrei zugänglich. Bei einzelnen SZU-Haltestellen bestehen noch Einschränkungen. Die SZU plant unter anderem einen umfassenden Umbau der Haltestelle Zürich Friesenberg.[14]
Stadtentwicklung
Bahnhöfe beeinflussten die Entwicklung zahlreicher Zürcher Quartiere. Besonders deutlich ist dies in Oerlikon, Altstetten, Affoltern und Seebach, die erst durch die Eisenbahn eng mit der Kernstadt verbunden wurden.
Im 20. und 21. Jahrhundert entstanden um die Bahnhöfe neue Wohn-, Büro- und Dienstleistungsgebiete. Beispiele sind:
- Zürich West bei Hardbrücke;
- Neu-Oerlikon;
- das Gebiet Europaallee beim Hauptbahnhof;
- die Entwicklungsgebiete Manegg und Greencity;
- das Gebiet Binz;
- die Areale um Zürich Altstetten;
- die Quartiere Mattenhof und Hochbord bei Stettbach.
Bahnhöfe dienen dabei nicht nur dem Verkehr. Sie bilden öffentliche Räume, Einkaufsstandorte und Zentren des jeweiligen Quartiers. Die Gestaltung der Vorplätze, Velostationen, Bushöfe und Fussverbindungen ist deshalb ein wichtiger Bestandteil der Stadtplanung.
Siehe auch
- Zürich Hauptbahnhof
- S-Bahn Zürich
- Öffentlicher Verkehr in Zürich
- Schweizerische Bundesbahnen
- Sihltal-Zürich-Uetliberg-Bahn
- Forchbahn
- Verkehrsbetriebe Zürich
- Zürcher Verkehrsverbund
- Liste der Bahnhöfe im Kanton Zürich
- Liste der Bahnhöfe in der Schweiz
Literatur
- Werner Stutz: Bahnhöfe der Schweiz. Von den Anfängen bis zum Ersten Weltkrieg. Orell Füssli, Zürich 1983.
- Schweizerische Bundesbahnen: Zürich Hauptbahnhof. Geschichte und Entwicklung eines Verkehrsknotens. Zürich.
- Stadt Zürich, Amt für Städtebau: Spezialinventar SBB-Gebäude. Zürich.
- Karl Holenstein, Ruedi Weidmann: Max Vogt – Bauen für die Bahn 1957–1989. Scheidegger & Spiess, Zürich 2008.
- Sihltal-Zürich-Uetliberg-Bahn: 125 Jahre Sihltalbahn 1892–2017. Zürich 2017.
- Zürcher Verkehrsverbund: S-Bahn, Busse und Schiffe. Liniennetzplan. Zürich 2026.
Weblinks
- Bahnhofsuche der SBB
- Linien- und Tarifzonenpläne des Zürcher Verkehrsverbunds
- Offizielle Website der Sihltal-Zürich-Uetliberg-Bahn
- Offizielle Website der Forchbahn
- Informationen zur Mobilität in der Stadt Zürich
Einzelnachweise
- ↑ Stadt Zürich: Bahnhöfe auf Stadtgebiet, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ Forchbahn: Eisenbahn- und Strassenbahnbereich zwischen Esslingen und Zürich Stadelhofen, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ Zürcher Verkehrsverbund: Zonen- und Netzpläne, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ Zürcher Verkehrsverbund: Liniennetzplan, gültig ab 14. Dezember 2025, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ Stadt Zürich: Bahnhof Stadelhofen und seine bauliche Entwicklung, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ SBB: Ausbau des Bahnhofs Zürich Stadelhofen, 6. Mai 2025, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ Stadt Zürich: Spezialinventar SBB-Gebäude, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ Stadt Zürich: Zürich West und Bahnhof Hardbrücke, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ SBB: Neuer Zugang zum Bahnhof Stettbach, 3. Juni 2025, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ Sihltal-Zürich-Uetliberg-Bahn: Geschichte der SZU, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ Zürcher Verkehrsverbund: Linienfahrplan S4, Fahrplanjahr 2026, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ Zürcher Verkehrsverbund: Linienfahrplan S10, Fahrplanjahr 2026, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ Zürcher Verkehrsverbund: Linienfahrplan S18, Fahrplanjahr 2026, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ Sihltal-Zürich-Uetliberg-Bahn: Umbau der Haltestelle Friesenberg, abgerufen am 3. August 2026.
Wikimedia Commons: Medien zu Liste der Bahnhöfe in Zürich