Geschichte der Stadt Bern
| Geschichte der Stadt Bern | |
|---|---|
| Keltische Siedlung | Brenodor auf der Engehalbinsel |
| Römische Siedlung | Brenodurum |
| Überlieferte Stadtgründung | 1191 |
| Erste urkundliche Erwähnung | 1208 |
| Reichsstadt | ab 1218 beziehungsweise 1223 |
| Schlacht bei Laupen | 1339 |
| Beitritt zur Eidgenossenschaft | 1353 |
| Grosser Stadtbrand | 1405 |
| Grundsteinlegung des Münsters | 1421 |
| Einführung der Reformation | 1528 |
| Ende der alten Stadtrepublik | 1798 |
| Hauptstadt der Helvetischen Republik | 1799–1802 |
| Entstehung der Einwohnergemeinde | 1831–1832 |
| Wahl zur Bundesstadt | 28. November 1848 |
| Eingemeindung von Bümpliz | 1919 |
| UNESCO-Welterbe | seit 1983 |
Die Geschichte der Stadt Bern umfasst die Entwicklung des Gebietes an der Aare von den keltischen und römischen Siedlungen auf der Engehalbinsel über die mittelalterliche Zähringerstadt und die mächtige Stadtrepublik Bern bis zur heutigen Einwohnergemeinde und Bundesstadt der Schweiz.
Die eigentliche mittelalterliche Stadt entstand auf einer von der Aare umflossenen Halbinsel. Nach späterer Überlieferung wurde Bern 1191 von Herzog Berchtold V. von Zähringen gegründet. Die Stadt entwickelte sich im 13. und 14. Jahrhundert zu einem regionalen Machtzentrum, trat 1353 der Eidgenossenschaft bei und errichtete durch Bündnisse, Käufe und Eroberungen eines der grössten städtisch beherrschten Territorien Europas.
Bis 1798 waren die Regierung der Stadt und die Regierung des bernischen Staates weitgehend identisch. Die in Bern ansässigen Ratsfamilien herrschten über ein Gebiet, das zeitweise vom Genfersee bis in den Aargau reichte. Die französische Invasion von 1798 beendete diese Ordnung. Im 19. Jahrhundert entstand Bern als eigenständige politische Gemeinde neu. Am 28. November 1848 wählte die Bundesversammlung Bern zum Sitz der zentralen Bundesbehörden.
Die mittelalterliche Stadtstruktur, die Sandsteinfassaden, die Lauben, die Brunnen und die repräsentativen Bauten aus verschiedenen Jahrhunderten bilden ein aussergewöhnlich geschlossenes Stadtbild. Die Berner Altstadt gehört deshalb seit 1983 zum UNESCO-Welterbe.[1]
Urgeschichte
Das Gebiet der heutigen Stadt Bern war bereits lange vor der mittelalterlichen Stadtgründung besiedelt. Archäologische Funde belegen menschliche Aktivitäten seit der Steinzeit. Die Flussterrassen, Wälder und natürlichen Übergänge über die Aare boten günstige Voraussetzungen für Jagd, Landwirtschaft und Verkehr.
Besondere Bedeutung besitzt die rund drei Kilometer nördlich der Altstadt gelegene Engehalbinsel. Die Aare umfliesst dieses Gebiet in mehreren engen Schleifen und bildet natürliche Geländehindernisse. In der späten Eisenzeit entstand dort eine grosse befestigte Siedlung.
Auch im Gebiet von Bümpliz und an anderen Stellen des heutigen Gemeindegebietes wurden prähistorische Siedlungsreste, Gräber und Einzelfunde entdeckt. Sie zeigen, dass die Region schon vor der Entstehung einer städtischen Siedlung in überregionale Verkehrs- und Handelsnetze eingebunden war.
Keltisches Brenodor
Auf der Engehalbinsel bestand vom 3. bis zum 1. Jahrhundert v. Chr. eine bedeutende keltische Siedlung. Das bis zu 140 Hektaren grosse Oppidum wurde von den Helvetiern bewohnt und trug wahrscheinlich den Namen Brenodor.
Brenodor war nicht nur ein befestigter Zufluchtsort. Die Siedlung erfüllte wirtschaftliche, politische und religiöse Funktionen. Archäologische Funde weisen auf Handwerk, Fernhandel, Münzprägung und eine sozial gegliederte Bevölkerung hin.
Auf der Engehalbinsel wurden Befestigungsanlagen, Wohn- und Werkstattbereiche sowie Gräberfelder nachgewiesen. Zu den Funden gehören Münzen, Keramik, Schmuck, Werkzeuge und Waffen. Ein bedeutendes Kultdepot aus der Tiefenau enthielt unter anderem Waffen, Metallgefässe, Pferdegeschirr und Wagenteile.
Die Bezeichnung Brenodor ist durch eine keltische Inschrift überliefert. Der Name wird häufig mit dem späteren Namen Bern in Verbindung gebracht. Ein direkter sprachlicher Zusammenhang ist zwar möglich, aber nicht abschliessend bewiesen.[2]
Römisches Brenodurum
Nach der Eingliederung des Gebietes der Helvetier in das Römische Reich entstand auf der Engehalbinsel die römische Kleinstadt Brenodurum. Sie entwickelte sich kurz vor der Zeitenwende und wurde bis ins 3. Jahrhundert n. Chr. genutzt.
Brenodurum lag an wichtigen Verkehrswegen des Schweizer Mittellandes. Strassen verbanden die Siedlung mit Aventicum, dem heutigen Avenches, sowie mit Petinesca, Salodurum und weiteren römischen Zentren.
Archäologisch nachgewiesen sind Wohnhäuser, Gewerbebauten, Heiligtümer und eine Badeanlage. Das römische Bad ist teilweise rekonstruiert und kann auf dem archäologischen Rundweg der Engehalbinsel besichtigt werden.
Die Siedlung war vermutlich ein regionales Zentrum für Handel und Handwerk. Die Bewohner betrieben Landwirtschaft, verarbeiteten Metall und Keramik und importierten Waren aus anderen Teilen des Reiches.
Im Verlauf des 3. Jahrhunderts verlor Brenodurum an Bedeutung. Politische Krisen, wirtschaftliche Veränderungen und germanische Angriffe führten zur Aufgabe grosser Teile der Siedlung. Eine direkte städtische Kontinuität zwischen Brenodurum und dem mittelalterlichen Bern ist nicht nachgewiesen.
Frühmittelalter
Nach dem Ende der römischen Herrschaft siedelten sich alemannischsprachige Bevölkerungsgruppen in der Region an. Das Gebiet gehörte zunächst zum burgundischen und später zum fränkischen Herrschaftsraum.
Während des Frühmittelalters bestanden mehrere kleinere Siedlungen und Herrschaftszentren. Eine besondere Rolle spielte Bümpliz, wo sich im Bereich der heutigen Kirche und des Schlosses eine Siedlung mit römischen und frühmittelalterlichen Wurzeln entwickelte.
Kirchliche Institutionen und Adelsfamilien verfügten über Grundbesitz und Herrschaftsrechte. Teile des Gebietes gehörten zum Königreich Hochburgund, das 1032 an das römisch-deutsche Reich fiel.
Die Aareschlaufe der späteren Altstadt war wahrscheinlich nicht vollständig unbewohnt. Archäologische Spuren deuten auf einzelne ältere Nutzungen hin. Eine städtische Siedlung entstand dort jedoch erst im späten 12. Jahrhundert.
Gründung der mittelalterlichen Stadt
Hauptartikel: Bern
Nach der traditionellen Überlieferung gründete Herzog Berchtold V. von Zähringen die Stadt Bern im Jahr 1191. Die Nachricht stammt aus späteren Chroniken und lässt sich nicht durch eine zeitgenössische Gründungsurkunde bestätigen.
Die archäologischen und städtebaulichen Befunde sprechen jedoch dafür, dass die planmässige Anlage der Stadt gegen Ende des 12. Jahrhunderts erfolgte. Die Zähringer gründeten in ihrem Herrschaftsgebiet mehrere Städte, darunter Freiburg im Breisgau, Freiburg im Üechtland, Burgdorf und Murten.
Der Standort war strategisch günstig. Die Aare umgab den schmalen Geländerücken auf drei Seiten und bot einen natürlichen Schutz. Nur im Westen musste die Stadt durch Graben, Mauer und Wehrturm gesichert werden.
Die Gründungsstadt erstreckte sich von der Burg Nydegg im Osten bis zum heutigen Zytglogge im Westen. Breite, parallel verlaufende Hauptgassen bildeten das Grundgerüst. Schmale und langgestreckte Grundstücke, sogenannte Riemenparzellen, wurden beidseits der Gassen angeordnet.
Ein Stadtbach versorgte die Bevölkerung mit Wasser und diente zugleich gewerblichen Zwecken. Hinter den Häuserzeilen verliefen Ehgräben, über die Abwasser und Abfälle entsorgt wurden. Diese Elemente des mittelalterlichen Stadtplans sind teilweise bis heute erkennbar.[3]
Name und Bärensage
Der Name Bern wurde 1208 erstmals urkundlich erwähnt. Seine Herkunft ist nicht eindeutig geklärt.
Nach der bekannten Gründungssage erklärte Berchtold V., die neue Stadt solle nach dem ersten Tier benannt werden, das er bei einer Jagd erlegen werde. Dieses Tier sei ein Bär gewesen. Die Erzählung entstand wahrscheinlich erst nach der Stadtgründung und diente zur Erklärung des bereits bestehenden Namens und Wappens.
Eine andere Deutung bringt den Namen Bern mit der oberitalienischen Stadt Verona in Verbindung, die im Mittelhochdeutschen als Bern bezeichnet wurde. Auch eine Ableitung vom keltischen Brenodor wird diskutiert.
Der Bär wurde spätestens im 13. Jahrhundert zum Wappentier der Stadt. Er entwickelte sich später zum Symbol des gesamten bernischen Staates. Lebende Bären wurden seit der frühen Neuzeit an verschiedenen Orten in der Stadt gehalten. Der heutige Bärengraben entstand 1857 am östlichen Ende der Nydeggbrücke.
Reichsstadt und Goldene Handfeste
Nach dem Tod Berchtolds V. im Jahr 1218 erlosch das Geschlecht der Zähringer. Bern fiel als auf Reichsboden gegründete Stadt an das römisch-deutsche Reich zurück.
Mit diesem Übergang ist die sogenannte Goldene Handfeste verbunden. Das Dokument wurde traditionell auf 1218 datiert und Kaiser Friedrich II. zugeschrieben. Es bestätigte der Stadt weitreichende Rechte, darunter die Wahl eigener Amtsträger, die Markt- und Münzhoheit sowie Regelungen zu Gericht, Eigentum und Erbrecht.
Die Mehrheit der historischen Forschung betrachtet die erhaltene Fassung als eine in der Mitte des 13. Jahrhunderts angefertigte Fälschung oder nachträgliche Erweiterung. Sie gibt jedoch wahrscheinlich Rechte wieder, welche die Stadt damals tatsächlich beanspruchte und ausübte.
Bern wird 1223 erstmals ausdrücklich als Reichsstadt bezeichnet. Die Reichsunmittelbarkeit verschaffte der Bürgerschaft eine relativ selbständige Stellung, machte die Stadt aber zugleich zum Ziel benachbarter Adelsfamilien.[4]
Politische Ordnung im Mittelalter
An der Spitze der Stadt stand der Schultheiss. Er führte den Rat, vertrat Bern nach aussen und übte wichtige richterliche Funktionen aus.
Daneben entwickelten sich der Kleine und der Grosse Rat. Der Kleine Rat führte die laufenden Regierungsgeschäfte, während der Grosse Rat als breiteres politisches Organ wichtige Beschlüsse fasste.
Die Gesellschaft war in handwerkliche und kaufmännische Gemeinschaften gegliedert. Anders als in vielen anderen Schweizer Städten übernahmen die Zünfte in Bern jedoch nie allein die Regierung. Adelige, Kaufleute und wohlhabende Handwerker blieben gemeinsam in den Ratsgremien vertreten.
Die politische Beteiligung war auf männliche Bürger beschränkt. Frauen, Dienstboten, Hintersassen und Menschen ohne Burgerrecht hatten keinen Zugang zu den städtischen Ämtern. Auch innerhalb der Burgerschaft bestand ein erhebliches soziales und wirtschaftliches Gefälle.
Stadterweiterungen
Die Bevölkerung und die wirtschaftliche Bedeutung Berns nahmen im 13. und 14. Jahrhundert zu. Das Stadtgebiet wurde deshalb mehrfach nach Westen erweitert.
Nach 1255 entstand die Innere Neuenstadt zwischen Zytglogge und Käfigturm. Zwischen 1268 und 1273 wurden der Nydeggstalden und die Mattenenge stärker in die Stadt einbezogen.
Ab 1344 folgte die Äussere Neuenstadt bis zum späteren Christoffelturm. Um 1360 wurde auch die Matte am Aareufer als eigener städtischer Bereich ausgebaut.
Mit jeder Erweiterung verlor das bisherige westliche Stadttor seine Verteidigungsfunktion und wurde zu einem innerstädtischen Bauwerk. Der Zytglogge war ursprünglich ein Wehrturm, bevor er als Gefängnis, Uhrturm und repräsentatives Wahrzeichen genutzt wurde.
Die Matte entwickelte sich zu einem Gewerbequartier. Wasserkraft, Schifffahrt und die Nähe zum Fluss begünstigten dort Mühlen, Gerbereien, Färbereien und weitere Betriebe.
Verhältnis zum Umland
Die Stadt war wirtschaftlich auf ihr Umland angewiesen. Die Landbevölkerung lieferte Getreide, Fleisch, Holz, Wein und andere Erzeugnisse. Bern bot im Gegenzug einen Markt, handwerkliche Produkte, Schutz und Zugang zu überregionalen Handelswegen.
Der Rat versuchte früh, die Verkehrswege und Herrschaftsrechte in der Umgebung zu kontrollieren. Durch Burgrechte band die Stadt Adelige, Klöster, Landgemeinden und kleinere Städte an sich.
Bern nahm auswärtige Personen und Gemeinschaften in sein Bürgerrecht auf, ohne dass diese zwingend innerhalb der Stadtmauern wohnen mussten. Solche Ausburger bildeten ein Netz politischer und militärischer Beziehungen.
Diese Bündnis- und Burgrechtspolitik führte zu Konflikten mit den Häusern Habsburg, Kyburg und Savoyen sowie mit den Städten Freiburg und Solothurn.
Laupenkrieg
Hauptartikel: Laupenkrieg
Im Jahr 1339 kam es zum Laupenkrieg. Eine breite Koalition aus Freiburgern, habsburgischen und kyburgischen Adligen sowie weiteren Gegnern versuchte, die wachsende Macht Berns einzudämmen.
Die Gegner belagerten die bernische Stadt Laupen. Ein bernisches Entsatzheer unter Rudolf von Erlach zog gemeinsam mit Truppen aus den Waldstätten und weiteren Verbündeten gegen die Belagerer.
Am 21. Juni 1339 besiegten die Berner und ihre Verbündeten das gegnerische Heer in der Schlacht bei Laupen. Der Sieg sicherte die politische Stellung Berns und stärkte seine Beziehungen zu den eidgenössischen Orten.[5]
Die Schlacht erhielt in der späteren bernischen Geschichtsschreibung eine grosse symbolische Bedeutung. Rudolf von Erlach wurde zum idealisierten Heerführer, obwohl seine genaue Rolle und die Einzelheiten der Schlacht nicht vollständig gesichert sind.
Eintritt in die Eidgenossenschaft
Bern hatte bereits vor 1353 Bündnisse mit Uri, Schwyz und Unterwalden geschlossen. Im Jahr 1353 wurde die Stadt dauerhaft in das Bündnissystem der Eidgenossenschaft aufgenommen.
Bern war der achte Ort der später sogenannten Achtörtigen Eidgenossenschaft. Der Beitritt verband die Stadt enger mit Zürich, Luzern und den Länderorten.
Die neue Verbindung war nicht frei von Spannungen. Bern verfolgte häufig eigene territorialpolitische Interessen und orientierte sich stärker nach Westen als die meisten anderen eidgenössischen Orte.
Seine militärische, wirtschaftliche und territoriale Stärke machte Bern dennoch zu einem der führenden Orte der Alten Eidgenossenschaft.
Entstehung des bernischen Stadtstaates
Zwischen dem 14. und dem 16. Jahrhundert entwickelte sich Bern von einer Reichsstadt zu einem grossen Territorialstaat. Der Rat erwarb Herrschaften, Gerichtsrechte und Städte durch Kauf, Pfandschaft, Bündnisse und Eroberungen.
Nach dem Sempacherkrieg brach die Macht der Grafen von Neu-Kyburg weitgehend zusammen. Bern gewann im Oberaargau, im Emmental, im Seeland und im Berner Oberland zahlreiche neue Herrschaftsrechte.
1415 beteiligte sich Bern an der Eroberung des habsburgischen Aargaus. Ein grosser Teil des westlichen Aargaus wurde unmittelbar bernisches Untertanengebiet.
Während der Burgunderkriege von 1474 bis 1477 bauten Bern und Freiburg ihren Einfluss in der Westschweiz aus. Bern war eine treibende Kraft des Krieges gegen Herzog Karl den Kühnen.
1536 eroberte Bern grosse Teile der Waadt. Das bernische Herrschaftsgebiet erstreckte sich danach vom Genfersee bis an die Reuss und gehörte zu den grössten Stadtstaaten nördlich der Alpen.[6]
Die Bewohner dieser Gebiete waren Untertanen des Berner Rates. Sie besassen lokale Rechte und Gemeindestrukturen, verfügten aber nicht über dieselben politischen Mitwirkungsmöglichkeiten wie die Burger der Hauptstadt.
Jüdisches Leben und Verfolgungen
Jüdische Einwohner sind in Bern seit 1259 urkundlich belegt. Sie waren vor allem als Geldverleiher, Händler und Ärzte tätig, da ihnen viele andere Berufe verschlossen blieben.
Die jüdische Bevölkerung war rechtlich und gesellschaftlich benachteiligt. Schutz und Aufenthaltsrecht hingen von Entscheidungen des Rates und von besonderen Zahlungen ab.
1293 führte die falsche Beschuldigung eines Ritualmordes zu einem Pogrom. Jüdische Einwohner wurden hingerichtet oder vertrieben, und der jüdische Friedhof wurde zerstört. Weitere Verfolgungen und Ausweisungen folgten während des 14. Jahrhunderts.
Nach dem Stadtbrand von 1405 liess der Rat erneut jüdische und norditalienische Geldverleiher zu, weil für den Wiederaufbau erhebliche Kredite benötigt wurden. 1427 wurden die Juden endgültig aus der Stadt vertrieben.[7]
Erst im 19. Jahrhundert konnte sich wieder dauerhaft eine jüdische Gemeinschaft in Bern bilden. Die 1906 eingeweihte Synagoge an der Kapellenstrasse wurde zu ihrem religiösen Zentrum.
Grosser Stadtbrand von 1405
Am 14. Mai 1405 brach in Bern ein verheerender Brand aus. Starker Wind begünstigte die schnelle Ausbreitung des Feuers durch die überwiegend aus Holz errichteten Häuser.
Mehr als 100 Menschen kamen ums Leben, und rund 600 Wohnhäuser wurden zerstört. Der Brand traf grosse Teile der Stadt und zählt zu den schwersten Katastrophen der Berner Geschichte.[8]
Der Wiederaufbau veränderte das Stadtbild grundlegend. Der Rat erliess neue Bau- und Brandschutzvorschriften. Dächer und Fassaden sollten verstärkt aus nicht brennbaren Materialien hergestellt werden.
Berner Sandstein wurde zum bevorzugten Baumaterial. Die Gassen erhielten ein einheitlicheres Erscheinungsbild, und die Lauben wurden schrittweise in die Neubauten integriert.
Nach dem Brand beschloss der Rat zudem den Bau eines neuen Rathauses. Das zwischen 1406 und 1417 errichtete Rathaus dient bis heute als Sitz der kantonalen Legislative und als Tagungsort des Berner Stadtrates.
Bau des Berner Münsters
Hauptartikel: Berner Münster
Im Sommer 1420 beschlossen Schultheiss und Rat, die bestehende Pfarrkirche St. Vinzenz durch einen repräsentativen Neubau zu ersetzen. Am 11. März 1421 wurde der Grundstein zum heutigen Berner Münster gelegt.
Erster Werkmeister war Matthäus Ensinger, der zuvor in der Strassburger Münsterbauhütte tätig gewesen war. Das Bauprojekt sollte den politischen und wirtschaftlichen Rang Berns sichtbar machen.
Das Münster wurde über mehrere Jahrhunderte hinweg errichtet und verändert. Das berühmte Hauptportal mit der Darstellung des Jüngsten Gerichts entstand im 15. Jahrhundert.
Während der Reformation wurden zahlreiche Altäre, Bilder und liturgische Ausstattungsgegenstände entfernt oder zerstört. Das Gebäude wurde fortan als reformierte Hauptkirche genutzt.
Der heutige Münsterturm wurde erst im 19. Jahrhundert vollendet. Mit einer Höhe von über 100 Metern besitzt das Münster den höchsten Kirchturm der Schweiz.[9]
Reformation
Hauptartikel: Berner Reformation
Im Januar 1528 veranstaltete der Rat die Berner Disputation. Theologen und Geistliche diskutierten über die reformatorischen Lehren und die künftige kirchliche Ordnung.
Am 7. Februar 1528 führte die Obrigkeit die Reformation ein. Die Messe wurde abgeschafft, Klöster wurden aufgehoben und kirchlicher Besitz ging an den Staat über.
Der Rat übernahm die Leitung der Kirche. Pfarrer wurden zu staatlich beaufsichtigten Amtsträgern. Gottesdienst, Schule, Armenfürsorge, Ehe und sittliches Verhalten unterstanden zunehmend obrigkeitlichen Regelungen.
Zu den bedeutenden Vertretern der Berner Reformation gehörten Berchtold Haller, Franz Kolb und der Künstler und Politiker Niklaus Manuel.
Die Reformation stärkte die Stellung des Rates. Durch die Aufhebung der Klöster und geistlichen Herrschaften konnte er seine Kontrolle über Stadt und Land weiter ausbauen.
In Teilen des Oberlandes stiess die neue Ordnung auf Widerstand. Bern setzte die Reformation dennoch in fast seinem gesamten Herrschaftsgebiet durch. Nach der Eroberung der Waadt im Jahr 1536 wurde sie auch dort eingeführt.[10]
Brunnen, Türme und öffentliches Stadtbild
Im 16. Jahrhundert entstanden mehrere der heute bekannten Figurenbrunnen. Dazu gehören der Zähringerbrunnen, der Gerechtigkeitsbrunnen, der Kindlifresserbrunnen, der Simsonbrunnen und der Läuferbrunnen.
Die Brunnen dienten der Wasserversorgung, waren aber zugleich politische und moralische Denkmäler. Ihre Figuren verkörperten Tugenden, historische Gestalten, militärische Stärke und städtische Traditionen.
Der Zytglogge erhielt in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts sein astronomisches Uhrwerk und das bekannte Figurenspiel. Der frühere Wehr- und Gefängnisturm entwickelte sich damit zu einem repräsentativen Zentrum der Stadt.
Die Befestigungsanlagen wurden wiederholt erweitert. Mit dem Wachstum der Stadt verschoben sich Mauern und Tore nach Westen. Der Christoffelturm bildete jahrhundertelang den wichtigsten westlichen Eingang.
Gesellschaft der Stadtrepublik
In der Frühen Neuzeit verfestigte sich die politische Führung zu einem geschlossenen Kreis von Familien. Der Grosse Rat beschränkte 1643 die Aufnahme neuer Personen in das Burgerrecht.
Aus den regierenden Familien entstand allmählich das bernische Patriziat. Angehörige von Familien wie von Erlach, von Wattenwyl, von Mülinen, von Steiger und von Tscharner besetzten einen grossen Teil der einflussreichen Ämter.
Die Regierung verstand sich als republikanisch, war aber nicht demokratisch im modernen Sinn. Nur ein kleiner Teil der Stadtbevölkerung besass das volle Burgerrecht, und nur wenige Burgerfamilien hatten tatsächlichen Zugang zur Regierung.
Die Landbevölkerung des bernischen Territoriums war von der staatlichen Mitbestimmung ausgeschlossen. Landvögte verwalteten die Untertanengebiete im Namen des Rates.
Auch innerhalb der Stadt lebten zahlreiche Einwohner ohne politische Rechte. Dazu gehörten Hintersassen, Dienstboten, auswärtige Handwerker, Tagelöhner und Zugewanderte.
Wirtschaft im alten Bern
Bern war Verwaltungs-, Markt- und Handwerkszentrum eines grossen landwirtschaftlich geprägten Territoriums. Die Stadt bezog Getreide, Fleisch, Käse, Wein, Holz und Rohstoffe aus dem Umland.
Handwerker waren in Gesellschaften und Zünften organisiert. Bedeutend waren unter anderem Gerber, Metzger, Bäcker, Schmiede, Weber, Schneider, Pfister und Bauhandwerker.
Die Lauben boten geschützte Verkaufs- und Arbeitsflächen. In den breiten Hauptgassen fanden Märkte statt. Kornhäuser und Lagergebäude dienten der Versorgung und der obrigkeitlichen Kontrolle des Handels.
Der Staat erzielte Einnahmen aus Steuern, Zöllen, Salzhandel, Grundbesitz und den Erträgen der Landvogteien. Ein Teil des bernischen Vermögens wurde im Ausland angelegt.
Der Solddienst war ebenfalls wirtschaftlich bedeutsam. Berner Männer dienten in fremden Armeen, während führende Familien vom Abschluss militärischer Kapitulationen und von ausländischen Pensionen profitieren konnten.
Bauernkrieg von 1653
Hauptartikel: Schweizer Bauernkrieg
Die finanzielle Belastung nach dem Dreissigjährigen Krieg, die Abwertung der Währung und steigende Abgaben führten 1653 zu einem Aufstand der Landbevölkerung.
Das Zentrum der Bewegung lag im Entlebuch und im Emmental. Die Bauern verlangten wirtschaftliche Entlastung und eine stärkere politische Berücksichtigung ihrer Interessen.
Die Bewegung bedrohte die Herrschaft der städtischen Obrigkeiten. Bern, Luzern und andere eidgenössische Orte schlugen den Aufstand militärisch nieder.
Mehrere Anführer wurden hingerichtet oder schwer bestraft. Die alte politische Ordnung blieb bestehen, doch der Konflikt zeigte die tiefen Gegensätze zwischen der regierenden Stadt und ihren ländlichen Untertanen.
Barocke Umgestaltung
Im 17. und 18. Jahrhundert wurden viele mittelalterliche Holzbauten und ältere Steinhäuser durch repräsentative Sandsteinbauten ersetzt. Wohlhabende Familien liessen ihre Stadthäuser im barocken Stil erneuern.
Die mittelalterliche Parzellenstruktur und das System der Lauben blieben dabei weitgehend erhalten. Hinter den einheitlichen Fassaden entstanden neue Treppenhäuser, Salons, Höfe und Gärten.
Zu den bedeutenden öffentlichen Bauten dieser Zeit gehören das Kornhaus, das Burgerspital und mehrere Verwaltungsgebäude. Das heutige Erscheinungsbild der Altstadt wird deshalb stark vom 18. Jahrhundert geprägt, obwohl der Stadtgrundriss mittelalterlich blieb.
Promenaden und Grünanlagen entstanden auf ehemaligen Befestigungsflächen. Die Stadt öffnete sich allmählich über ihre Mauern hinaus.
Bildung und Aufklärung
Die Reformation förderte den Ausbau des Schulwesens. Aus der früheren Klosterschule entwickelte sich die Hohe Schule, die Theologen, Juristen und weitere Beamte für den bernischen Staat ausbildete.
Im 18. Jahrhundert wurde Bern zu einem Zentrum der schweizerischen Aufklärung. Gelehrte, Schriftsteller und Naturforscher standen mit europäischen Intellektuellen in Verbindung.
Albrecht von Haller wirkte als Mediziner, Botaniker, Dichter und Staatsmann. Seine wissenschaftlichen Arbeiten machten ihn zu einem der bedeutendsten Gelehrten seiner Zeit.
Die 1760 gegründete Ökonomische Gesellschaft setzte sich für Verbesserungen in Landwirtschaft, Gewerbe und Bildung ein. Ihre Mitglieder untersuchten neue Anbaumethoden und versuchten, die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des Staates zu erhöhen.
Trotz dieser Reformbestrebungen blieb das politische System geschlossen. Die Forderung nach Gleichheit und politischer Teilhabe gewann gegen Ende des 18. Jahrhunderts an Bedeutung.
Französische Revolution und Untergang des alten Bern
Die Französische Revolution stellte die aristokratische Ordnung der Stadtrepublik grundsätzlich infrage. Besonders in der Waadt forderten politische Gruppen die Loslösung von Bern.
Im Januar 1798 wurde in Lausanne die Lemanische Republik ausgerufen. Frankreich nutzte die Unruhen als Anlass für eine militärische Intervention.
Die bernische Regierung reagierte unentschlossen. Reformen wurden zu spät eingeleitet, und zwischen Anhängern des Widerstands und Befürwortern von Verhandlungen bestanden starke Gegensätze.
Am 5. März 1798 besiegten französische Truppen die Berner bei Fraubrunnen und im Gefecht am Grauholz. Trotz eines bernischen Erfolgs bei Neuenegg war die militärische Lage aussichtslos.
Französische Truppen besetzten die Stadt. Der bernische Staatsschatz, Waffen, Kunstgegenstände und die im Bärengraben gehaltenen Bären wurden als Beute abtransportiert.
Mit dem Einmarsch endete die jahrhundertelange Herrschaft der Hauptstadt über das bernische Territorium. Die Waadt und der westliche Aargau wurden eigenständige Kantone.[11]
Bern in der Helvetischen Republik
Hauptartikel: Helvetische Republik
Die 1798 errichtete Helvetische Republik war ein zentralistischer Einheitsstaat. Die bisherigen Untertanenverhältnisse wurden aufgehoben, und die Einwohner erhielten grundsätzlich gleiche staatsbürgerliche Rechte.
Bern verlor seine Stellung als souveräne Stadtrepublik. Die Stadt war nun Hauptort eines verkleinerten Kantons.
Von 1799 bis 1802 war Bern Hauptstadt der Helvetischen Republik. Regierung, Parlament und zentrale Behörden des Einheitsstaates hatten ihren Sitz zeitweise in der Stadt.
Die Bevölkerung litt unter Einquartierungen, Steuern, politischen Unruhen und den Folgen der europäischen Kriege. Die neue Ordnung blieb instabil und wurde sowohl von Föderalisten als auch von Anhängern der alten Verhältnisse bekämpft.
Gleichzeitig entstanden erste städtische Selbstverwaltungsorgane im modernen Sinn. Die Trennung zwischen der Stadtgemeinde und dem kantonalen Staat begann sich abzuzeichnen.
Mediation und Restauration
Mit der Mediationsakte von 1803 stellte Napoleon die föderale Ordnung der Schweiz teilweise wieder her. Bern wurde erneut Hauptort des Kantons, erhielt aber seine früheren Untertanengebiete in der Waadt und im Aargau nicht zurück.
Eine eidgenössische Kommission teilte Vermögen und Aufgaben zwischen dem Kanton und der Stadt auf. Die Abgrenzung blieb jedoch lange umstritten.
Nach dem Ende der napoleonischen Herrschaft kehrte 1815 eine patrizisch geprägte Regierung an die Macht zurück. Bern war während der Restaurationszeit erneut Vorort der Eidgenossenschaft und beherbergte zeitweise die eidgenössische Tagsatzung.
Die alte Herrschaftsordnung konnte dennoch nicht vollständig wiederhergestellt werden. Die Gleichberechtigung der Landesteile und die politischen Ideen der Revolutionszeit wirkten weiter.
Entstehung der Einwohnergemeinde
Die liberale Bewegung von 1830 und 1831 führte zum Sturz der patrizischen Kantonsregierung. Der Kanton Bern erhielt 1831 eine neue Verfassung mit Rechtsgleichheit und repräsentativen Institutionen.
1832 wurde die Einwohnergemeinde Bern als politische Gemeinde geschaffen. Ihre Organe vertraten grundsätzlich alle niedergelassenen Gemeindebürger und nicht nur die Angehörigen der alten Burgerfamilien.
Daneben entstand die Burgergemeinde Bern. Sie vereinigte die historisch berechtigten Burgerfamilien und behielt einen bedeutenden Teil des früheren städtischen Vermögens.
Das Verhältnis zwischen Einwohnergemeinde, Burgergemeinde und Kanton blieb zunächst konfliktbeladen. Erst 1852 wurde eine umfassende Vermögens- und Aufgabenteilung vereinbart.
Die neue Einwohnergemeinde musste eine eigene Verwaltung aufbauen. Sie übernahm Aufgaben in den Bereichen Polizei, Feuerwehr, Armenwesen, Schule, Bau, Gesundheit, Wasserversorgung und Verkehr.[12]
Wahl zur Bundesstadt
Hauptartikel: Hauptstadtfrage der Schweiz
Mit der Bundesverfassung von 1848 entstand der moderne schweizerische Bundesstaat. Für Regierung, Parlament und Bundesverwaltung wurde ein dauerhafter Sitz benötigt.
Neben Bern bewarben sich unter anderem Zürich und Luzern. Die Bundesversammlung wählte Bern am 28. November 1848 zum Bundessitz.
Ausschlaggebend waren die zentrale Lage, die Nähe zur französischsprachigen Schweiz und politische Überlegungen zum föderalen Gleichgewicht. Bern wird offiziell als Bundesstadt und nicht als verfassungsrechtlich festgelegte Hauptstadt bezeichnet.
Die Einwohnergemeinde musste den Bundesbehörden geeignete Räume kostenlos zur Verfügung stellen. Zunächst wurden verschiedene Gebäude in der Altstadt provisorisch genutzt.
Die städtische Einwohnerversammlung nahm die Wahl am 18. Dezember 1848 mit 419 gegen 313 Stimmen an. Ein Teil der Bevölkerung befürchtete hohe Kosten und eine stärkere Belastung der Gemeinde.[13]
Bau des Bundeshauses
Hauptartikel: Bundeshaus (Bern)
Für Bundesrat, Parlament und Verwaltung wurde ab 1852 das sogenannte Bundesratshaus errichtet. Das von Friedrich Studer entworfene Gebäude entspricht dem heutigen Bundeshaus West.
Die Stadt finanzierte einen erheblichen Teil des Baus. Am 5. Juni 1857 wurde das Gebäude dem Bund übergeben.
Zwischen 1884 und 1892 entstand das Bundeshaus Ost. Es bot zusätzlichen Raum für die wachsende Bundesverwaltung.
Das zentrale Parlamentsgebäude mit seiner markanten Kuppel wurde von Hans Wilhelm Auer entworfen und 1902 eröffnet. Die drei Gebäudeteile bilden seither den Bundeshauskomplex.
Die Wahl zur Bundesstadt veränderte Bern dauerhaft. Bundesbehörden, diplomatische Vertretungen, Interessenorganisationen, Medien und Verbände siedelten sich an. Die öffentliche Verwaltung wurde zu einem der wichtigsten Arbeitgeber der Stadt.
Industrialisierung
Die Industrialisierung setzte in Bern später und weniger konzentriert ein als in Städten wie Zürich, Basel oder Winterthur. Die Stadt entwickelte sich dennoch im 19. Jahrhundert zu einem bedeutenden Gewerbe- und Dienstleistungszentrum.
1843 nahm das Gaswerk seinen Betrieb auf. Die Gasbeleuchtung veränderte den öffentlichen Raum und ermöglichte eine bessere Beleuchtung von Strassen, Plätzen und Gebäuden.
Neue Brücken erschlossen Gebiete ausserhalb der Altstadt. Die Nydeggbrücke wurde 1844 eröffnet, die Tiefenaubrücke folgte 1850.
1857 erhielt Bern eine Eisenbahnverbindung nach Olten. 1858 konnten die Züge über die neue Eisenbahnbrücke bis zum Bahnhof am Rand der Altstadt fahren.
Der Bahnanschluss förderte Handel, Tourismus und Industrie. Unternehmen der Textil-, Maschinen-, Lebensmittel- und chemischen Industrie entstanden oder verlegten ihren Sitz nach Bern.
Zu den bekannten Berner Unternehmen gehörten die Firma Wander, die später Ovomaltine produzierte, sowie die Schokoladenfabrik Tobler, in der die Toblerone entwickelt wurde.
Bern blieb jedoch stärker als andere Schweizer Grossstädte von Verwaltung, Gewerbe und Dienstleistungen geprägt. Grosse Industriebetriebe konzentrierten sich vor allem in den westlichen und nördlichen Stadtteilen.
Wachstum ausserhalb der Altstadt
Bis ins frühe 19. Jahrhundert lebte ein grosser Teil der Bevölkerung innerhalb oder unmittelbar ausserhalb der historischen Befestigungen. Mit dem Bevölkerungswachstum entstanden neue Quartiere.
Der Abbruch des Christoffelturms im Jahr 1865 öffnete die Altstadt nach Westen. Auf dem ehemaligen Befestigungsgelände entwickelten sich der Bahnhofplatz und neue Geschäftsviertel.
Die Kirchenfeldbrücke wurde 1883 eröffnet. Sie ermöglichte die planmässige Bebauung des Kirchenfeldes mit Wohnhäusern, Villen, Schulen, Museen und diplomatischen Vertretungen.
Im Norden entstanden Lorraine und Breitenrain. Im Westen entwickelten sich Länggasse, Mattenhof und Weissenbühl.
Die neuen Quartiere wurden durch Strassenbahnen und andere öffentliche Verkehrsmittel mit dem Zentrum verbunden. Elektrizitäts-, Wasser- und Kanalisationsnetze wurden ausgebaut.
Die räumliche Trennung von Wohnen, Industrie und Verwaltung nahm zu. Gleichzeitig entstanden deutliche soziale Unterschiede zwischen wohlhabenden Villenvierteln und dicht bebauten Arbeiterquartieren.
Gemeindereform von 1888
Die wachsende Stadt erforderte eine professionellere Verwaltung. Die Gemeindeordnung von 1888 ersetzte die Gemeindeversammlung durch Urnenabstimmungen und einen gewählten Stadtrat.
Der Stadtrat übernahm die gesetzgebende Funktion auf kommunaler Ebene. Der Gemeinderat wurde zur ständigen Exekutive.
Die Mitglieder des Gemeinderates wurden besoldet und leiteten neu geschaffene Verwaltungsdirektionen. Damit entstand die Grundlage der modernen Stadtverwaltung.
Die direkte Demokratie blieb durch Abstimmungen und Wahlen erhalten. Die Stimmberechtigten konnten über wichtige Projekte, Kredite und rechtliche Erlasse entscheiden.
Arbeiterbewegung und soziale Frage
Die Industrialisierung führte zu einer wachsenden Arbeiterschaft. Viele Familien lebten in kleinen Wohnungen und waren von niedrigen Löhnen, langen Arbeitszeiten und fehlender sozialer Absicherung betroffen.
Gewerkschaften, Arbeitervereine und sozialdemokratische Organisationen gewannen seit dem späten 19. Jahrhundert an Einfluss. Sie verlangten bessere Arbeitsbedingungen, kürzere Arbeitszeiten, sozialen Wohnungsbau und politische Mitbestimmung.
Bern wurde als Bundesstadt regelmässig zum Schauplatz nationaler Demonstrationen und politischer Kundgebungen. Die Nähe zu Regierung und Parlament verlieh Protestaktionen besondere Aufmerksamkeit.
Kommunale Einrichtungen wie Gas-, Wasser- und Elektrizitätswerke wurden ausgebaut. Die Stadt übernahm zunehmend Aufgaben in der Gesundheitsversorgung, im Schulwesen, im Wohnungsbau und in der sozialen Fürsorge.
Erster Weltkrieg und Landesstreik
Während des Ersten Weltkriegs blieb die Schweiz neutral. Zahlreiche Berner Männer leisteten jedoch während langer Zeit Aktivdienst.
Die Versorgung mit Lebensmitteln und Brennstoffen verschlechterte sich. Preise und Mieten stiegen, während die Löhne mit der Teuerung nicht Schritt hielten.
Die sozialen Spannungen erreichten 1918 einen Höhepunkt. Während des Schweizer Landesstreiks war Bern als Sitz der Bundesbehörden und als Eisenbahnknotenpunkt von besonderer strategischer Bedeutung.
Bundestruppen wurden in der Stadt eingesetzt. Obwohl es in Bern nicht zu Kämpfen wie in Grenchen kam, vertiefte der Streik die Gegensätze zwischen Arbeiterschaft, Bürgertum und Behörden.
Eingemeindung von Bümpliz
Hauptartikel: Bümpliz
Bümpliz war bis 1919 eine eigenständige Gemeinde westlich von Bern. Seit dem späten 19. Jahrhundert wuchs die Bevölkerung stark, während die finanziellen Mittel der Gemeinde nicht mit den neuen Aufgaben Schritt hielten.
Der Kanton ordnete die Eingemeindung des verschuldeten Bümpliz an. Am 1. Januar 1919 wurde das Gebiet Teil der Stadt Bern.
Durch die Eingemeindung vergrösserte sich das Gemeindegebiet erheblich. Bern erhielt grosse Landreserven für Wohnungsbau, Gewerbe und öffentliche Anlagen.
Die erhoffte Eingemeindung weiterer Vorortsgemeinden blieb aus. Bern entwickelte sich deshalb zu einer Kernstadt, die eng mit politisch selbständigen Agglomerationsgemeinden verflochten ist.
Im 20. Jahrhundert entstanden in Bümpliz und Bethlehem umfangreiche neue Wohnquartiere. Das Gebiet wandelte sich von einer ländlichen Gemeinde zu einem dicht besiedelten städtischen Raum.
Zwischenkriegszeit
Nach dem Ersten Weltkrieg litt Bern unter wirtschaftlichen Schwierigkeiten, Arbeitslosigkeit und Wohnungsnot. Die Stadt förderte den Bau preisgünstiger Wohnungen und kommunaler Siedlungen.
Neue Schulen, Sportanlagen und soziale Einrichtungen entstanden. Der öffentliche Verkehr wurde elektrifiziert und erweitert.
Die politischen Gegensätze blieben stark. Sozialdemokratische und bürgerliche Parteien konkurrierten um die Führung der Stadt.
In den 1930er-Jahren traten auch in Bern frontistische und nationalsozialistisch orientierte Gruppen auf. Sie erzielten jedoch keinen dauerhaften politischen Erfolg.
Die Stadt bereitete sich auf einen möglichen Krieg vor. Luftschutzanlagen, Notvorräte und organisatorische Massnahmen sollten die Bevölkerung im Ernstfall schützen.
Zweiter Weltkrieg
Während des Zweiten Weltkriegs war Bern das politische und diplomatische Zentrum der neutralen Schweiz. Bundesrat, Armeeführung, diplomatische Vertretungen und internationale Organisationen spielten eine wichtige Rolle.
Die Bevölkerung war von Rationierung, Verdunkelung und der Abwesenheit der Aktivdienst leistenden Männer betroffen. Freie Flächen und Parks wurden im Rahmen der Anbauschlacht landwirtschaftlich genutzt.
Bern wurde zu einem Zentrum diplomatischer und nachrichtendienstlicher Aktivitäten. Vertreter kriegführender Staaten, Exilorganisationen, Journalisten und Geheimdienste hielten sich in der Bundesstadt auf.
Flüchtlinge fanden auch in Bern Unterkunft, während die restriktive schweizerische Flüchtlingspolitik andere Menschen an der Grenze abwies.
Die Stadt blieb von grösseren militärischen Zerstörungen verschont. Nach Kriegsende fanden in Bern Hilfsaktionen und politische Veranstaltungen zum Wiederaufbau Europas statt.
Wachstum nach 1945
Die wirtschaftliche Hochkonjunktur nach 1945 führte zu einem starken Bevölkerungs- und Wohlstandswachstum. Neue Arbeitsplätze entstanden in Verwaltung, Industrie, Handel, Bildung und Gesundheitswesen.
Arbeitskräfte aus Italien, Spanien, Portugal, der Türkei, dem ehemaligen Jugoslawien und weiteren Ländern zogen nach Bern. Die Bevölkerung wurde sprachlich, kulturell und religiös vielfältiger.
Der Wohnungsmangel führte zum Bau grosser Siedlungen. Das Tscharnergut entstand zwischen 1958 und 1967, Gäbelbach zwischen 1965 und 1968 und Wittigkofen hauptsächlich zwischen 1973 und 1981.
Diese Siedlungen folgten den städtebaulichen Vorstellungen ihrer Zeit. Hochhäuser, Wohnblöcke, Grünflächen und getrennte Verkehrswege sollten modernes Wohnen ermöglichen.
Gleichzeitig nahm der motorisierte Individualverkehr stark zu. Strassen wurden verbreitert, Parkhäuser gebaut und historische Gebäude teilweise abgebrochen.
Der Schutz der Altstadt gewann als Gegenbewegung an Bedeutung. Bürgerinitiativen und Denkmalpflege setzten sich für den Erhalt historischer Bauten und Quartierstrukturen ein.
Frauenstimmrecht
Frauenorganisationen setzten sich in Bern seit dem späten 19. Jahrhundert für politische und rechtliche Gleichstellung ein. Lange Zeit blieben Frauen dennoch von kommunalen Wahlen und Abstimmungen ausgeschlossen.
1968 nahmen die männlichen Stimmberechtigten der Stadt das Frauenstimmrecht auf Gemeindeebene an. Damit erfolgte die kommunale Einführung noch vor der eidgenössischen Abstimmung von 1971.
1970 wurde mit Hedi Lang die erste Frau in den Berner Gemeinderat gewählt. Frauen übernahmen danach zunehmend Mandate im Stadtrat und weitere öffentliche Ämter.
Von 1993 bis 1996 besass Bern als erste Schweizer Stadt eine Frauenmehrheit in der Regierung.[14]
Albert Einstein in Bern
Hauptartikel: Einsteinhaus Bern
Der Physiker Albert Einstein lebte von 1902 bis 1909 in Bern und arbeitete beim Eidgenössischen Amt für geistiges Eigentum.
In seiner Wohnung an der Kramgasse 49 entwickelte er zentrale Gedanken seiner physikalischen Arbeiten. Im sogenannten Wunderjahr 1905 veröffentlichte er Abhandlungen zur speziellen Relativitätstheorie, zum photoelektrischen Effekt, zur Brownschen Bewegung und zur Äquivalenz von Masse und Energie.
Einstein unterrichtete zeitweise an der Universität Bern und diskutierte mit Freunden in der sogenannten Akademie Olympia über Philosophie und Naturwissenschaften.
Die ehemalige Wohnung an der Kramgasse ist heute als Einsteinhaus zugänglich. Einstein wurde zu einer der bekanntesten Persönlichkeiten, die in Bern lebten und arbeiteten.
Universität und Wissenschaft
Die 1834 gegründete Universität Bern ging aus der früheren Akademie hervor. Sie entwickelte sich im 19. und 20. Jahrhundert zu einer bedeutenden Hochschule.
Die Universität prägte besonders die Länggasse. Institute, Bibliotheken, Kliniken und Studentenwohnungen veränderten das Quartier.
Mit dem Inselspital entstand ein grosses medizinisches Zentrum. Forschung und Lehre in Medizin, Naturwissenschaften, Geisteswissenschaften und Recht erlangten internationale Bedeutung.
Bern wurde zudem Sitz der 1874 gegründeten Allgemeinen Postunion, des heutigen Weltpostvereins. Die Organisation gehört zu den ältesten internationalen Organisationen und ist heute eine Sonderorganisation der Vereinten Nationen.
Jugendbewegung und alternative Kultur
Seit den 1960er-Jahren forderten Jugendliche und Kulturschaffende mehr Freiräume. Konflikte entstanden um Konzertlokale, autonome Zentren und die Nutzung öffentlicher Räume.
In den frühen 1980er-Jahren kam es auch in Bern zu Jugendunruhen. Demonstrierende verlangten selbstverwaltete Kulturzentren und eine weniger kommerzielle Stadtentwicklung.
Die ehemalige Reitschule wurde zu einem wichtigen Ort der alternativen Kultur. Ihre Nutzung führte über Jahrzehnte zu politischen Auseinandersetzungen und mehreren Volksabstimmungen.
Die Debatten spiegelten einen grundlegenden Wandel der Stadtgesellschaft. Kulturpolitik, Integration, öffentlicher Raum und unterschiedliche Lebensformen wurden zu zentralen kommunalen Themen.
UNESCO-Welterbe
Hauptartikel: Altstadt von Bern
1983 nahm die UNESCO die Berner Altstadt in die Liste des Welterbes auf. Bern war damit eine der ersten Schweizer Welterbestätten.
Ausschlaggebend war die aussergewöhnlich gut erhaltene mittelalterliche Stadtstruktur. Breite Marktgassen, Riemenparzellen, Lauben, Brunnen, Sandsteinfassaden und öffentliche Gebäude bilden ein zusammenhängendes städtebauliches Ensemble.
Die Stadt wurde seit dem 12. Jahrhundert mehrfach erweitert. Trotz regelmässiger Erneuerungen blieb der ursprüngliche Plan deutlich erkennbar.
Besonders charakteristisch ist die Verbindung von mittelalterlicher Grundstruktur und barocker Bausubstanz. Viele Häuser wurden im 17. und 18. Jahrhundert umgebaut, ohne die Parzellierung und die Gassenführung grundlegend zu verändern.
Der Welterbestatus verpflichtet Stadt, Kanton und Bund zum Schutz der historischen Substanz. Gleichzeitig bleibt die Altstadt ein bewohntes Geschäfts-, Verwaltungs- und Kulturzentrum.
Stadtentwicklung seit dem späten 20. Jahrhundert
Seit den 1970er-Jahren verlagerte sich ein Teil der Bevölkerung und der Arbeitsplätze in die Agglomeration. Die Einwohnerzahl der Kernstadt ging zeitweise zurück.
Gleichzeitig wandelte sich Bern immer stärker zu einem Dienstleistungszentrum. Bundesverwaltung, Gesundheitswesen, Bildung, Verkehr, Telekommunikation, Medien und Unternehmensdienstleistungen gewannen an Bedeutung.
Ehemalige Industrie- und Bahnareale wurden neuen Nutzungen zugeführt. Im Westen der Stadt entstanden neue Wohn- und Arbeitsgebiete.
Der öffentliche Verkehr wurde ausgebaut. S-Bahn, Tram und Bus verbinden die Stadt mit den umliegenden Gemeinden und der gesamten Region Bern-Mittelland.
Die Gemeindeordnung wurde 1998 vollständig revidiert. Spätere Reformen reduzierten den Gemeinderat von sieben auf fünf Mitglieder und ordneten die Verwaltungsdirektionen neu.
Bern als politischer Ort
Als Bundesstadt ist Bern regelmässig Schauplatz nationaler politischer Ereignisse. Demonstrationen, Kundgebungen, Parteitage und Medienkonferenzen konzentrieren sich häufig in der Nähe des Bundeshauses.
Die Stadt beherbergt einen grossen Teil der Bundesverwaltung sowie Botschaften und diplomatische Vertretungen. Auch zahlreiche Verbände, Nichtregierungsorganisationen und Interessenvertretungen haben ihren Sitz in Bern.
Das Verhältnis zwischen der Stadt und dem Bund ist nicht immer konfliktfrei. Sicherheitsmassnahmen, Demonstrationen, Bundesbauten und die Finanzierung zentralörtlicher Leistungen führen wiederholt zu politischen Diskussionen.
Bern ist zugleich Hauptstadt des Kantons Bern. Städtische, kantonale und eidgenössische Institutionen liegen teilweise in unmittelbarer Nachbarschaft.
Erinnerungskultur
Die Erinnerung an die mittelalterliche Stadtgründung, die Schlacht bei Laupen, den Stadtbrand, die Reformation und den Untergang des alten Bern prägt das historische Selbstverständnis.
Chroniken von Konrad Justinger und Diebold Schilling schufen im Spätmittelalter ein reiches Bild der bernischen Geschichte. Ihre Darstellungen beeinflussten spätere historische Erzählungen, müssen aber quellenkritisch betrachtet werden.
Der Bär, der Zytglogge, das Münster und das Bundeshaus wurden zu Symbolen unterschiedlicher Epochen. Sie verkörpern die mittelalterliche Stadt, die frühneuzeitliche Stadtrepublik und die moderne Bundesstadt.
Museen, Archive und Bibliotheken bewahren das historische Erbe. Zu den wichtigsten Einrichtungen gehören das Bernische Historische Museum, das Stadtarchiv Bern, das Staatsarchiv des Kantons Bern und die Burgerbibliothek Bern.
Die neuere Geschichtsforschung untersucht verstärkt auch jene Bevölkerungsgruppen, die in älteren Darstellungen wenig berücksichtigt wurden. Dazu gehören Frauen, Untertanen, Arme, Zugewanderte, religiöse Minderheiten und Opfer obrigkeitlicher Verfolgung.
Historische Bedeutung
Die Geschichte Berns ist eng mit der Entstehung der modernen Schweiz verbunden. Die Stadt gehörte seit dem 14. Jahrhundert zu den politisch und militärisch einflussreichsten eidgenössischen Orten.
Der bernische Stadtstaat zeigt zugleich die Grenzen der frühneuzeitlichen republikanischen Ordnung. Die Regierung beruhte nicht auf allgemeiner politischer Gleichheit, sondern auf den Vorrechten einer kleinen Zahl städtischer Familien.
Der Untergang von 1798 und die demokratischen Reformen des 19. Jahrhunderts trennten die Geschichte der Stadt von jener des Kantons. Aus der früheren Hauptstadt eines Untertanenstaates entstand eine moderne Einwohnergemeinde.
Die Wahl zur Bundesstadt im Jahr 1848 gab Bern eine neue nationale Aufgabe. Sie prägte Wirtschaft, Gesellschaft, Architektur und Stadtentwicklung dauerhaft.
Die historische Altstadt dokumentiert diesen Wandel in aussergewöhnlicher Geschlossenheit. Mittelalterlicher Stadtplan, frühneuzeitliche Fassaden und Bauten des Bundesstaates bilden ein sichtbares Zeugnis von mehr als acht Jahrhunderten Stadtgeschichte.
Siehe auch
- Bern
- Kanton Bern
- Geschichte des Kantons Bern
- Altstadt von Bern
- Engehalbinsel
- Zytglogge
- Berner Münster
- Rathaus Bern
- Bundeshaus (Bern)
- Bärengraben
- Laupenkrieg
- Berner Reformation
- Helvetische Republik
- Bundesstadt
- Bümpliz
- Burgergemeinde Bern
- Universität Bern
- Einsteinhaus Bern
Literatur
- Robert Barth, Emil Erne und Christian Lüthi (Hrsg.): Bern – die Geschichte der Stadt im 19. und 20. Jahrhundert. Stadtentwicklung, Gesellschaft, Wirtschaft, Politik, Kultur. Stämpfli, Bern 2003.
- Richard Feller: Geschichte Berns. 4 Bände, Feuz, Bern 1946–1960.
- Fridolin Limbach: Die schöne Stadt Bern. Die bewegte Geschichte der alten «Märit-» oder «Meritgasse», der heutigen Gerechtigkeits- und Kramgasse und der alten Zähringerstadt Bern. Benteli, Bern 1978.
- Paul Hofer: Die Stadt Bern. 2 Bände, Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte, Basel 1952–1959.
- Roland Gerber: Gott ist Burger zu Bern. Eine spätmittelalterliche Stadtgesellschaft zwischen Herrschaftsbildung und sozialem Ausgleich. Böhlau, Weimar 2001.
- Beat Junker: Geschichte des Kantons Bern seit 1798. Band 1–3, Historischer Verein des Kantons Bern, Bern 1982–1996.
- Emil Erne: Stadtpolitik zwischen Patriziat und Frauenmehrheit. Der Aufbau der Gemeindeorganisation und die Kämpfe um die politische Macht. In: Bern – die Geschichte der Stadt im 19. und 20. Jahrhundert, Bern 2003.
- Christian Lüthi: Bern – eine Stadt bricht auf. Schauplätze und Geschichten der Berner Stadtentwicklung zwischen 1798 und 1998. Bern 1998.
- Bernhard Furrer: Die Stadt Bern. Schweizerische Kunstführer, Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte, Bern.
- Bernisches Historisches Museum (Hrsg.): Berns grosse Zeit. Das 15. Jahrhundert neu entdeckt. Bern 1999.
Weblinks
- Stadtgeschichte auf der offiziellen Website der Stadt Bern
- Stadtarchiv Bern
- Historisches Lexikon der Schweiz: Bern (Gemeinde)
- Archäologischer Dienst des Kantons Bern: Engehalbinsel
- Bernisches Historisches Museum
- Burgerbibliothek Bern
- Staatsarchiv des Kantons Bern
- UNESCO World Heritage Centre: Old City of Berne
- UNESCO-Weltkulturerbe Altstadt Bern
Einzelnachweise
- ↑ UNESCO World Heritage Centre: Old City of Berne, abgerufen am 30. Juli 2026.
- ↑ Archäologischer Dienst des Kantons Bern: Bern, Engehalbinsel, abgerufen am 30. Juli 2026.
- ↑ Stadt Bern: Was macht die Altstadt zum Weltkulturerbe?, abgerufen am 30. Juli 2026.
- ↑ Historisches Lexikon der Schweiz: Bern (Gemeinde), abgerufen am 30. Juli 2026.
- ↑ Historisches Lexikon der Schweiz: Laupenkrieg, abgerufen am 30. Juli 2026.
- ↑ Stadtarchiv Bern: Entstehung des städtischen Territoriums, abgerufen am 30. Juli 2026.
- ↑ Stadtarchiv Bern: Juden im mittelalterlichen Bern, abgerufen am 30. Juli 2026.
- ↑ Stadtarchiv Bern: Grosser Stadtbrand von 1405, abgerufen am 30. Juli 2026.
- ↑ Stadtarchiv Bern: 600 Jahre Berner Münster, abgerufen am 30. Juli 2026.
- ↑ Historisches Lexikon der Schweiz: Bern (Kanton), Reformation und Ancien Régime, abgerufen am 30. Juli 2026.
- ↑ Stadt Bern: Stadtgeschichte, abgerufen am 30. Juli 2026.
- ↑ Stadtarchiv Bern: Die Entstehung der Stadtverwaltung Berns, abgerufen am 30. Juli 2026.
- ↑ Stadtarchiv Bern: 175 Jahre Bern als Bundesstadt, abgerufen am 30. Juli 2026.
- ↑ Stadt Bern: Stadtgeschichte, Frauenstimmrecht, abgerufen am 30. Juli 2026.
Wikimedia Commons: Medien zu Geschichte der Stadt Bern