Dürnten
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Dürnten |
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Gemeindedaten |
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Staat |
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Kanton |
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Bezirk |
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BFS-Nummer |
0113 |
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Postleitzahl |
8632–8635 |
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Koordinaten |
47.278056° N, 8.841389° E |
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Höhe |
511 m ü. M. |
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Fläche |
10.21 km² |
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Website |
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Dürnten ist eine politische Gemeinde im Bezirk Hinwil des Kantons Zürich in der Schweiz. Sie liegt im Zürcher Oberland am Südwesthang des Bachtels und besteht aus den drei räumlich getrennten Gemeindeteilen Dürnten, Oberdürnten und Tann. Zum Gemeindegebiet gehören ausserdem das Quartier Breitenmatt sowie verschiedene Hofgruppen und Einzelhöfe.
Dürnten entwickelte sich von einer landwirtschaftlich und textilgewerblich geprägten Gemeinde zu einer periurbanen Wohngemeinde. Tann ist heute der bevölkerungsreichste Gemeindeteil und mit dem benachbarten Rüti weitgehend zusammengewachsen. Das Dorf Dürnten bildet den historischen und politischen Mittelpunkt, während Oberdürnten seinen ländlichen Charakter in grösserem Umfang bewahrt hat.
Geographie
Dürnten liegt im südöstlichen Teil des Kantons Zürich zwischen Hinwil, Bubikon, Rüti und Wald. Das Gemeindegebiet erstreckt sich vom Talraum an der Jona bis zu den Hängen unterhalb des Bachtels.
Die Fläche beträgt rund 10,2 Quadratkilometer. Das Gelände reicht von ungefähr 466 Metern bis auf rund 800 Meter über Meer.[1] Die tieferen und dichter besiedelten Bereiche befinden sich vor allem bei Tann und an der Grenze zu Rüti. Nach Norden und Osten steigt das Gelände zu den landwirtschaftlich genutzten Hängen von Dürnten und Oberdürnten an.
Dürnten grenzt im Norden an Hinwil, im Osten an Wald, im Süden an Rüti und im Westen an Bubikon. Die Luftdistanz zur Stadt Zürich beträgt ungefähr 25 Kilometer.[1]
Ein grosser Teil des Gemeindegebiets wird landwirtschaftlich genutzt. Daneben bestehen ausgedehnte Waldflächen an den höheren Hängen und entlang der Tobel. Die Siedlungsflächen konzentrieren sich auf die drei Hauptorte und die Verbindungsachsen zwischen ihnen.
Gemeindegliederung
Die Gemeinde weist eine ausgeprägt dezentrale Siedlungsstruktur auf.
Dürnten
Das Dorf Dürnten liegt auf einer leicht erhöhten Terrasse zwischen Tann, Hinwil und Bubikon. Es bildet den historischen kirchlichen und politischen Mittelpunkt der Gemeinde. Hier befinden sich die reformierte Kirche, die Gemeindeverwaltung und mehrere öffentliche Einrichtungen.
Der alte Dorfkern wird von Bauernhäusern, ehemaligen Gewerbebauten und Wohnhäusern geprägt. Seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts entstanden rund um den historischen Kern neue Wohnquartiere.
Oberdürnten
Oberdürnten liegt nordöstlich des Dorfes Dürnten am Hang in Richtung Bachtel und Wald. Zum Ortsteil gehört auch das Gebiet Breitenmatt.
Die Siedlung besitzt einen ländlichen Charakter mit zahlreichen Bauernhäusern, Landwirtschaftsbetrieben und Einzelhöfen. Von den höheren Lagen bestehen weite Ausblicke über das Zürcher Oberland und bei guter Sicht bis zu den Alpen.
Tann
Tann liegt im südlichen Teil des Gemeindegebiets an der Jona. Der Ort ist der bevölkerungsreichste Gemeindeteil und baulich eng mit Rüti verbunden.
Die Entwicklung Tanns wurde stark durch die Industrialisierung, die Textilwirtschaft und die Nähe zum Bahnhof Tann-Dürnten beeinflusst. Heute befinden sich dort Wohnquartiere, Gewerbebetriebe, Schulen und verschiedene öffentliche Einrichtungen.
Weitere Siedlungen
Zum Gemeindegebiet gehören das Quartier Breitenmatt sowie kleinere Hofgruppen und Einzelhöfe. Dazu zählen unter anderem Hasenstrick, Pilgersteg und verschiedene Siedlungen an den Hängen des Bachtels.
Name
Dürnten wurde zwischen 743 und 747 erstmals als Tunriude erwähnt.[2]
Der zweite Bestandteil des Namens geht auf das althochdeutsche Wort riuti zurück und bezeichnet eine Rodung oder gerodete Fläche. Der erste Bestandteil wird wahrscheinlich von einem Personennamen abgeleitet. Der Ortsname dürfte ursprünglich eine von einer Person namens Tuno oder Tunno angelegte Rodung bezeichnet haben.
Im Verlauf des Mittelalters erschienen verschiedene Schreibweisen. Aus ihnen entwickelte sich schrittweise die heutige Form Dürnten. In der lokalen Mundart wird der Name ungefähr als Düürnte ausgesprochen.
Geschichte
Frühmittelalter
Ein Gräberfeld aus dem 7. Jahrhundert bei Ettenbol belegt, dass das Gebiet bereits im frühen Mittelalter besiedelt war.[2] Die erste schriftliche Erwähnung erfolgte zwischen 743 und 747.
Dürnten und Mönchaltorf gehörten im 8. Jahrhundert zum Besitz des Klosters St. Gallen. Die beiden Höfe bildeten später einen wichtigen Kern der Herrschaft Grüningen.[3]
Die frühmittelalterliche Bevölkerung lebte hauptsächlich von Ackerbau, Viehzucht und Waldnutzung. Die Siedlungen bestanden zunächst aus verstreuten Höfen und kleineren Hofgruppen.
Mittelalterliche Herrschaft
Im Hochmittelalter übten vermutlich die Herren von Regensberg die Vogtei über die Höfe Dürnten und Mönchaltorf aus. Um 1270 gelangten wichtige Rechte an die Habsburger.
Aus den klösterlichen Höfen und weiteren Besitzungen entstand die Herrschaft Grüningen. Ihr Verwaltungszentrum war das Städtchen Grüningen mit dem späteren Schloss.
Im Jahr 1408 wurde die Herrschaft an die Stadt Zürich verpfändet. Seit 1416 und bis zum Ende der Alten Eidgenossenschaft bildete sie die zürcherische Landvogtei Grüningen. Ein von Zürich eingesetzter Landvogt übte die landesherrlichen Rechte aus.
Grundbesitz und Abgabenrechte waren weiterhin auf verschiedene Klöster, kirchliche Institutionen, Adelsfamilien und Bürger der umliegenden Städte verteilt. Für die bäuerliche Bevölkerung bestanden entsprechend unterschiedliche Zehnt-, Zins- und Gerichtspflichten.
Kirche
Eine Kirche in Dürnten ist seit dem Mittelalter belegt. Das heutige Gotteshaus wurde von 1517 bis 1521 in spätgotischem Stil errichtet.[4]
Der Neubau entstand unmittelbar vor der Zürcher Reformation. Das rechteckige Kirchenschiff erhielt eine hölzerne Flachdecke, während der leicht erhöhte, achteckig geschlossene Chor mit einem Netzgewölbe ausgestattet wurde.
Nach der Einführung der Reformation wurden die Altäre entfernt und mittelalterliche Wandmalereien übertüncht. Bei späteren Restaurierungen kamen Teile der ursprünglichen Ausstattung und Bemalung wieder zum Vorschein.
Besonders bemerkenswert sind die farbig gefasste Flachreliefdecke, das spätgotische Chorgewölbe sowie Kanzel und Taufstein aus dem Jahr 1628. Die Kirche gehört zu den bedeutenden historischen Gebäuden der Gemeinde.
Die Kirchgemeinde Dürnten umfasste zeitweise auch Gebiete ausserhalb der heutigen politischen Gemeinde. Der westliche Teil von Bubikon gehörte bis 1811 zur Pfarrei Dürnten.
Helvetik und Gemeindeorganisation
Mit dem Einmarsch französischer Truppen im Jahr 1798 wurde die Landvogtei Grüningen aufgehoben. Während der Helvetischen Republik entstanden neue politische und administrative Strukturen.
Nach der Mediationsakte von 1803 gehörte Dürnten zeitweise zum Bezirk Uster. Seit der kantonalen Neuordnung von 1831 ist die Gemeinde dem Bezirk Hinwil zugeteilt.
Innerhalb der politischen Gemeinde bestanden die Zivilgemeinden Dürnten, Oberdürnten und Tann. Sie verwalteten unter anderem Wege, Brunnen, Wälder und gemeinschaftliche Einrichtungen. Ihre Aufgaben gingen im Verlauf des 19. und 20. Jahrhunderts schrittweise an die politische Gemeinde über.
Bevölkerungsentwicklung
Im Jahr 1671 lebten 977 Personen auf dem Gebiet der heutigen Gemeinde. Bis 1792 stieg die Einwohnerzahl auf 1382 und bis 1850 auf 1663.[2]
Die Industrialisierung und die Ausbreitung der Textilwirtschaft führten in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zu einem starken Wachstum. Im Jahr 1900 zählte die Gemeinde 3094 Einwohnerinnen und Einwohner.
Während der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts stagnierte die Bevölkerung zeitweise. 1941 lebten 3006 und 1950 rund 3390 Personen in Dürnten. Danach setzte erneut ein kräftiges Wachstum ein.
Im Jahr 2000 wurden 6082 Einwohnerinnen und Einwohner gezählt. Ende 2024 lebten 8034 Personen in der Gemeinde.[1] Davon wohnten ungefähr 52 Prozent in Tann, 28 Prozent im Dorf Dürnten und 20 Prozent in Oberdürnten einschliesslich Breitenmatt.
Die Gemeinde bezeichnet sich aufgrund ihrer Siedlungs- und Wirtschaftsstruktur als periurbane Wohngemeinde. Viele Einwohnerinnen und Einwohner arbeiten ausserhalb des Gemeindegebiets, insbesondere in Rüti, Wetzikon, Hinwil, Uster und im Grossraum Zürich.
Wappen
Das Gemeindewappen zeigt in Silber einen aufrechten roten Löwen, der einen grünen Eichenzweig hält.
Das Motiv ist historisch überliefert und wurde im 20. Jahrhundert in seiner heutigen Form festgelegt. Der Löwe verweist auf frühere Herrschaftsverhältnisse, während der Zweig als Sinnbild für die bewaldete und landwirtschaftlich geprägte Landschaft verstanden werden kann.
Auch einzelne Gemeindeteile verwendeten zeitweise eigene lokale Zeichen. Das Gemeindewappen dient heute als gemeinsames Symbol für Dürnten, Oberdürnten und Tann.
Wirtschaft
Landwirtschaft
Bis ins 18. Jahrhundert bildete die Landwirtschaft die wichtigste Erwerbsgrundlage. Angebaut wurden vor allem Getreide, später auch Kartoffeln und Futterpflanzen.
Viehzucht und Milchwirtschaft gewannen im Verlauf des 19. Jahrhunderts an Bedeutung. Die höher gelegenen Wiesen und Weiden eigneten sich besonders für die Haltung von Rindern.
Obstbau und Waldwirtschaft ergänzten die bäuerliche Produktion. Auch heute bestehen insbesondere in Oberdürnten und an den Hängen des Bachtels zahlreiche Landwirtschaftsbetriebe.
Die Zahl der Bauernbetriebe ging jedoch durch Strukturwandel und Überbauung deutlich zurück. Gemäss Gemeindestatistik bestanden 2022 noch 28 Landwirtschaftsbetriebe.[1]
Heimarbeit und Textilindustrie
Seit dem 18. Jahrhundert verbreitete sich in Dürnten die textile Heimarbeit. Bauern- und Handwerkerfamilien betrieben Spinnerei und Weberei als Nebenerwerb.
Im 19. Jahrhundert entstanden mechanische Spinnereien und Webereien. Die Wasserkraft der Jona und kleinerer Bäche wurde zum Antrieb von Maschinen genutzt.
Tann entwickelte sich wegen seiner Lage an der Jona und der Nähe zu Rüti zu einem industriellen Schwerpunkt. Mehrere Unternehmen produzierten Garne, Gewebe und andere Textilwaren.
Mit der Textilindustrie entstanden Arbeiterhäuser, Fabrikgebäude und neue Verkehrsverbindungen. Der wirtschaftliche Wandel führte zu einem starken Bevölkerungswachstum und veränderte die soziale Struktur der Gemeinde.
Gegenwart
Heute bestehen in Dürnten Unternehmen aus den Bereichen Gewerbe, Bau, Industrie, Handel und Dienstleistungen. 2022 wurden insgesamt 432 Betriebsstätten gezählt, davon 323 Dienstleistungsbetriebe, 81 Industrie- und Gewerbebetriebe sowie 28 Landwirtschaftsbetriebe.[1]
Die Gemeinde besitzt jedoch deutlich mehr erwerbstätige Einwohnerinnen und Einwohner als Arbeitsplätze. Ein grosser Teil der Bevölkerung pendelt deshalb in umliegende Arbeitszentren.
Gewerbegebiete befinden sich vor allem in Tann und entlang der Hauptverkehrsachsen. Das ländliche Gewerbe und die Landwirtschaft sind stärker in Dürnten und Oberdürnten vertreten.
Verkehr
Eisenbahn
Der Bahnhof Tann-Dürnten liegt an der Bahnstrecke Rüti–Wald und wird von der S-Bahn Zürich bedient. Er erschliesst hauptsächlich Tann, ist aber auch für die übrigen Gemeindeteile von Bedeutung.
Über Rüti bestehen direkte oder umsteigefreie Verbindungen nach Zürich, Rapperswil und in weitere Teile der Region. In Richtung Wald führt die Strecke weiter ins obere Jonatal.
Die Eröffnung der Eisenbahn unterstützte die industrielle Entwicklung Tanns und erleichterte den Transport von Rohstoffen, Fertigwaren und Arbeitskräften.
Busverkehr
Regionale Buslinien verbinden Dürnten und Oberdürnten mit Tann, Rüti, Hinwil, Bubikon und weiteren Gemeinden des Zürcher Oberlands.
Die wichtigsten Umsteigepunkte befinden sich am Bahnhof Tann-Dürnten sowie an den Bahnhöfen Rüti, Bubikon und Hinwil. Das gesamte Angebot ist in den Zürcher Verkehrsverbund integriert.
Strassenverkehr
Durch das Gemeindegebiet führen regionale Strassen nach Rüti, Hinwil, Bubikon und Wald. Tann liegt an einer stark genutzten Verbindung zwischen Rüti und dem oberen Zürcher Oberland.
Der nächste Anschluss an die Oberlandautobahn A15 befindet sich bei Rüti beziehungsweise im Raum Hinwil. Dadurch sind Zürich, Rapperswil-Jona und die umliegenden Arbeitszentren gut erreichbar.
Der Pendler- und Durchgangsverkehr führt insbesondere in Tann und entlang der Verbindungsstrassen zu Belastungen. Verkehrsberuhigung, Schulwegsicherheit und der Ausbau des Fuss- und Velowegnetzes gehören deshalb zu den Aufgaben der Gemeindeplanung.
Politik und Verwaltung
Die Gemeindeversammlung bildet die Legislative. An ihr entscheiden die stimmberechtigten Einwohnerinnen und Einwohner über Budget, Jahresrechnung, kommunale Erlasse und grössere Sachgeschäfte.
Der Gemeinderat bildet die Exekutive. Er legt die politischen und strategischen Ziele fest und beaufsichtigt die Gemeindeverwaltung.
Die Verwaltung befindet sich an der Rütistrasse im Dorf Dürnten. Wegen der räumlichen Trennung der Ortsteile müssen öffentliche Einrichtungen und Dienstleistungen auf verschiedene Siedlungsschwerpunkte abgestimmt werden.
Dürnten arbeitet bei zahlreichen Aufgaben mit Nachbargemeinden und regionalen Zweckverbänden zusammen. Dazu gehören unter anderem Abwasserentsorgung, öffentlicher Verkehr, Feuerwehr, Gesundheit, soziale Einrichtungen und regionale Planung.
Bildung
Dürnten verfügt über Kindergärten, Primarschulen und eine Sekundarschule. Schulstandorte befinden sich in den verschiedenen Gemeindeteilen.
Die Primarschule umfasst mehrere Schulhäuser und Kindergärten. Dadurch können viele Kinder den Unterricht in ihrem jeweiligen Ortsteil besuchen.
Die Oberstufe wird innerhalb der Gemeinde geführt. Schulanlagen, Turnhallen und Sportplätze dienen neben dem Unterricht auch dem Vereins- und Gemeindeleben.
Für Mittelschulen, Berufsfachschulen und weiterführende Bildungsangebote orientieren sich die Jugendlichen vor allem nach Wetzikon, Rüti, Uster und Zürich.
Reformierte Kirche Dürnten
Die reformierte Kirche ist das bedeutendste historische Bauwerk der Gemeinde. Sie wurde zwischen 1517 und 1521 unmittelbar vor der Reformation errichtet.[4]
Der spätgotische Bau besitzt ein rechteckiges Kirchenschiff und einen polygonalen Chor. Das Chorgewölbe ist mit einem kunstvollen Netz aus Rippen gestaltet.
Die hölzerne Flachreliefdecke zeigt unter anderem eine Wappentafel, welche die Herrschaftsverhältnisse zur Zeit des Kirchenbaus darstellt. Zu sehen sind Reichs-, Zürcher und Grüninger Herrschaftszeichen.
Bei der Renovation von 1979 wurden übermalte mittelalterliche beziehungsweise spätgotische Darstellungen wieder freigelegt. Dazu gehören das Stifterbild des Rütner Abts Felix Klauser und florale Motive im Chor.
Kanzel und Taufstein stammen aus dem Jahr 1628 und weisen reiche Intarsienarbeiten auf. Die Kirche steht unter Denkmalschutz und wird weiterhin für Gottesdienste, Konzerte und kirchliche Veranstaltungen genutzt.
Hasenstrick
Der Hasenstrick liegt in erhöhter Lage unterhalb des Bachtels und gehört zu den bekannten Ausflugszielen der Gemeinde. Seit 1831 ist der Ort als Gast- und Treffpunkt belegt.[5]
Von dort bietet sich ein weiter Blick über das Zürcher Oberland, den Zürichsee und bei günstigen Wetterverhältnissen auf die Alpen.
Auf dem Hasenstrick befand sich während des 20. Jahrhunderts ein Flugfeld. Es wurde vor allem für Segel- und Motorflug genutzt. Auch von den Höhen des Bachtels und der Scheidegg wurden früh Segelflüge unternommen.
Nach der Einstellung des regulären Flugbetriebs blieb der Hasenstrick ein Naherholungs- und Gastronomiestandort. Das ehemalige Flugfeld und seine Umgebung werden weiterhin für Freizeitaktivitäten genutzt.
Jona und Tannertobel
Die Jona durchfliesst den südlichen Teil des Gemeindegebiets. Sie kommt aus dem Gebiet von Wald und fliesst über Tann und Rüti weiter nach Rapperswil-Jona, wo sie in den Obersee mündet.
Im Bereich von Tann verläuft der Fluss teilweise durch das Tannertobel. Die Wasserkraft der Jona wurde über Jahrhunderte von Mühlen, Sägereien und später von Textilbetrieben genutzt.
Das Flusstal bildete dadurch einen wichtigen Standort für die Industrialisierung. Fabriken und Werkstätten entstanden in unmittelbarer Nähe zu den Wasserläufen.
Heute besitzt die Jona neben ihrer landschaftlichen auch eine ökologische Bedeutung. Renaturierte Abschnitte, Ufergehölze und Tobelwälder bieten Lebensräume für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten.
Ortsbild und Baukultur
Die drei Gemeindeteile besitzen unterschiedliche Ortsbilder. Das Dorf Dürnten wird durch die Kirche und einen historischen Kern mit Bauern- und Wohnhäusern geprägt.
Oberdürnten weist eine lockere bäuerliche Bebauung auf. Zahlreiche Vielzweckhäuser vereinen Wohnteil, Stall und Scheune unter einem gemeinsamen Dach.
Tann besitzt dagegen neben historischen Bauernhäusern auch ehemalige Fabrikbauten, Arbeiterhäuser und dichter bebaute Wohnquartiere. Die Nähe zu Rüti verleiht dem Ort einen stärker städtisch geprägten Charakter.
Seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts entstanden in allen Gemeindeteilen neue Einfamilienhaus- und Mehrfamilienhausquartiere. Die Raumplanung soll das weitere Wachstum mit dem Schutz von Kulturland, Landschaft und historischen Ortsbildern vereinbaren.
Natur und Landschaft
Die Gemeinde liegt in einer abwechslungsreichen Landschaft zwischen dem Tal der Jona und den Hängen des Bachtels. Wiesen, Weiden, Ackerflächen, Wälder, Hecken und Bachläufe bilden ein vielfältiges Mosaik.
Die höheren Lagen bei Oberdürnten und Hasenstrick gehören zu einem bedeutenden Naherholungsgebiet. Wanderwege führen in Richtung Bachtel, Wald, Hinwil und Rüti.
Waldränder, Tobel und Hochstammobstgärten bieten Lebensräume für Vögel, Insekten und kleinere Säugetiere. Landwirtschaftsbetriebe beteiligen sich teilweise an ökologischen Vernetzungs- und Landschaftsqualitätsprojekten.
Von den Anhöhen bestehen Ausblicke auf den Zürichsee, das Zürcher Oberland und die Glarner sowie Zentralschweizer Alpen.
Museen und Kultur
In Dürnten bestehen mehrere kulturelle Einrichtungen. Dazu gehört ein Nähmaschinen-Museum mit historischen Haushalts- und Industrienähmaschinen.
Das KMM Kulturzentrum Dürnten dient als Veranstaltungsort für Konzerte und weitere kulturelle Angebote. Seine Sammlung und sein Programm besitzen teilweise überregionale Bedeutung.
Lokale Archive, Vereine und private Sammlungen dokumentieren die Geschichte der Landwirtschaft, des Textilgewerbes und des gesellschaftlichen Lebens.
Die reformierte Kirche wird neben ihrer religiösen Funktion auch für musikalische Veranstaltungen genutzt. Dorf- und Vereinsfeste finden in allen drei Gemeindeteilen statt.
Vereine und Sport
Das Vereinsleben umfasst Sport, Musik, Kultur, Schiesswesen, Natur und soziale Aktivitäten. Die Vereine leisten einen wesentlichen Beitrag zum Zusammenhalt der räumlich getrennten Gemeindeteile.
In der Gemeinde stehen Turnhallen, Fussballplätze, Spielwiesen und weitere Sportanlagen zur Verfügung. Zu den öffentlichen Anlagen gehört die Spiel- und Sportwiese Bogenacker in Tann.
Die Nähe zum Bachtel und zum Jonatal bietet Möglichkeiten zum Wandern, Velofahren und Mountainbiken. Im Winter werden die höher gelegenen Gebiete bei geeigneter Schneelage für Wintersport und Spaziergänge genutzt.
Persönlichkeiten
- Johannes Hürlimann, Textilunternehmer und früher Vertreter der mechanisierten Weberei im Kanton Zürich
- Carl August Bickel (1878–1946), Journalist und Direktor der Schweizerischen Depeschenagentur, Bürger von Dürnten
- Heinrich Hürlimann (1803–1872), Unternehmer und Politiker
Siehe auch
- Bezirk Hinwil
- Tann ZH
- Bachtel
- Jona (Fluss)
- Landvogtei Grüningen
- Zürcher Oberland
- Liste der Gemeinden des Kantons Zürich
Literatur
- Ueli Müller: Dürnten. In: Historisches Lexikon der Schweiz.
- Gemeinde Dürnten: Dürntner Ortsgeschichte. Dürnten.
- Hans Martin Gubler: Die Kunstdenkmäler des Kantons Zürich. Band VII: Der Bezirk Hinwil. Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte, Basel 1983, ISBN 3-7643-1504-0.
- Hermann Fietz: Die Kunstdenkmäler des Kantons Zürich. Band II: Die Bezirke Bülach, Dielsdorf, Hinwil, Horgen und Meilen. Birkhäuser, Basel 1943.
Weblinks
- Offizielle Website der Gemeinde Dürnten
- Dürnten im Historischen Lexikon der Schweiz
- Gemeindeporträts des Kantons Zürich
- Sehenswürdigkeiten in Dürnten
Einzelnachweise
- ↑ 1,0 1,1 1,2 1,3 1,4 Gemeinde Dürnten: Zahlen und Fakten, abgerufen am 26. Juli 2026.
- ↑ 2,0 2,1 2,2 Ueli Müller: Dürnten, in: Historisches Lexikon der Schweiz, Version vom 17. Oktober 2005, abgerufen am 26. Juli 2026.
- ↑ Martin Illi: Grüningen – Herrschaft und Landvogtei, in: Historisches Lexikon der Schweiz, abgerufen am 26. Juli 2026.
- ↑ 4,0 4,1 Gemeinde Dürnten: Die reformierte Kirche Dürnten, abgerufen am 26. Juli 2026.
- ↑ Gemeinde Dürnten: Hasenstrick, abgerufen am 26. Juli 2026.
Wikimedia Commons: Medien zu Dürnten