Benken ZH
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Benken |
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Blick über die Rebberge auf Benken Blick über die Rebberge auf Benken
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Gemeindedaten |
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Staat |
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Kanton |
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Region |
Zürcher Weinland |
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Bezirk |
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BFS-Nummer |
0022 |
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Postleitzahl |
8463 |
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Koordinaten |
47.654168° N, 8.653893° E |
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Höhe |
421 m ü. M. |
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Fläche |
5,67 km² |
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Einwohner |
894
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Website |
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Benken ist eine politische Gemeinde im Bezirk Andelfingen des Kantons Zürich in der Schweiz. Sie liegt im Zürcher Weinland am südwestlichen Fuss des Cholfirsts, unweit des Rheins und der Stadt Schaffhausen. Zur Unterscheidung von Benken SG wird die Gemeinde häufig als Benken ZH bezeichnet.
Benken ist ein traditionelles Wein- und Ackerbaudorf mit einem gut erhaltenen historischen Ortsbild. Die lange Dorfstrasse, die reformierte Kirche mit ihrem weithin sichtbaren Turm, ehemalige Bauernhäuser, Gasthöfe und die angrenzenden Rebberge prägen das Erscheinungsbild. Das Dorf ist im Bundesinventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz von nationaler Bedeutung verzeichnet.[1]
Die Gemeinde umfasst eine Fläche von 5,67 km² und zählte Ende 2025 insgesamt 894 Einwohnerinnen und Einwohner.[1] Benken gehört damit zu den kleineren Gemeinden des Kantons Zürich. Landwirtschaft, Rebbau, Waldwirtschaft und kleinere Gewerbebetriebe spielen weiterhin eine wichtige Rolle, während ein grosser Teil der Erwerbstätigen nach Schaffhausen, Winterthur oder in andere Gemeinden der Region pendelt.
Geographie
Lage
Benken liegt im nördlichsten Teil des Kantons Zürich. Das Dorf befindet sich an einem sonnigen Südwesthang des Cholfirsts und öffnet sich gegen die landwirtschaftlich genutzte Ebene zwischen Marthalen, Rheinau und Andelfingen.
Das Gemeindezentrum liegt auf 421 m ü. M. Der tiefste Teil des Gemeindegebiets befindet sich in der Ebene südlich des Dorfes, während das Gelände gegen den bewaldeten Cholfirst auf mehr als 560 m ü. M. ansteigt.
Die Nachbargemeinden sind Trüllikon, Marthalen, Rheinau, Dachsen und Laufen-Uhwiesen. Benken liegt zudem unmittelbar östlich der deutsch-schweizerischen Grenze beim sogenannten Jestetter Zipfel. Das deutsche Gemeindegebiet von Jestetten befindet sich nur wenige Kilometer westlich des Dorfes.
Die Städte Schaffhausen und Winterthur sind über die Autobahn A4 und den öffentlichen Verkehr gut erreichbar. Trotz dieser Nähe zu städtischen Zentren hat Benken seinen ländlichen Charakter weitgehend bewahrt.
Gemeindefläche und Bodennutzung
Die Gemeindefläche umfasst 567 Hektaren. Davon entfallen 336 Hektaren beziehungsweise 59,3 Prozent auf Landwirtschaftsland. Der Wald nimmt 188 Hektaren oder 33,3 Prozent ein. Rund 40 Hektaren beziehungsweise 7,4 Prozent werden durch Siedlungen und Verkehrsflächen beansprucht.[1]
| Nutzungsart | Fläche | Anteil |
|---|---|---|
| Landwirtschaftsland | 336 ha | 59,3 % |
| Wald | 188 ha | 33,3 % |
| Siedlungsgebiet und Strassen | 40 ha | 7,4 % |
Die offene Kulturlandschaft südlich des Dorfes wird hauptsächlich für Ackerbau, Futterproduktion und Viehwirtschaft genutzt. Am sonnigen Hang oberhalb der Siedlung befinden sich die Rebberge.
Der Cholfirst ist ein ausgedehnter bewaldeter Höhenzug zwischen dem Zürcher Weinland und dem Rhein. Er erstreckt sich von Benken über Laufen-Uhwiesen und Dachsen bis nach Feuerthalen und Flurlingen. Die Wälder dienen der Holzproduktion, dem Natur- und Landschaftsschutz sowie der Naherholung.
Ortsbild und Siedlungsstruktur
Benken entwickelte sich als Strassendorf entlang einer historischen Verkehrsverbindung zwischen Andelfingen und Schaffhausen. Die älteren Gebäude stehen überwiegend dicht an der heutigen Landstrasse und an den davon abzweigenden Gassen.
Der historische Dorfkern verbindet zwei unterschiedliche Strukturen. Einerseits war Benken ein Durchgangsort mit Gasthäusern, Handwerksbetrieben und öffentlichen Gebäuden. Andererseits handelte es sich um ein typisches Wein- und Ackerbauerndorf mit grossen Vielzweckbauernhäusern, Scheunen, Trotten, Gärten und Rebbergen.
Neuere Wohnquartiere entstanden vor allem oberhalb des historischen Dorfkerns am Cholfirsthang sowie östlich und südlich der alten Bebauung. Die Entwicklung blieb im Vergleich zu vielen anderen Zürcher Gemeinden moderat, wodurch die traditionelle Siedlungsstruktur weitgehend erhalten werden konnte.[2]
Gewässer
Das Gemeindegebiet wird von mehreren kleinen Bächen entwässert. Sie fliessen aus dem Cholfirst in die Ebene und schliesslich in Richtung Rhein.
Der Rhein selbst verläuft nicht durch den Dorfkern, liegt aber nur wenige Kilometer westlich und südwestlich von Benken. Besonders die Rheinschleife bei Rheinau, die Rheinfallregion und die Flusslandschaft zwischen Rheinau und Schaffhausen sind beliebte Naherholungsgebiete.
Klima
Die südwestlich ausgerichtete Hanglage sorgt für eine vergleichsweise gute Sonneneinstrahlung. Die Rebberge profitieren von warmen Nachmittags- und Abendstunden, während der Cholfirst einen gewissen Schutz vor kalten Nordostwinden bietet.
Die klimatischen Bedingungen begünstigen den Weinbau. Gleichzeitig können Spätfröste, Hagel, Trockenperioden und starke Niederschläge die Landwirtschaft und die Reben beeinträchtigen.
Name
Benken wurde im Jahr 858 erstmals urkundlich als Pecchinhova erwähnt. Die Bezeichnung erscheint in einer Schenkungsurkunde, die König Ludwig der Deutsche bestätigte.[3]
Der Name wird als «beim Hof des Beggo oder Becco» gedeutet. Der erste Bestandteil geht vermutlich auf einen frühmittelalterlichen Personennamen zurück. Die Endung -hova beziehungsweise -hofen bezeichnete einen Hof oder eine Gruppe von Höfen.
Im Lauf des Mittelalters erschienen verschiedene Schreibweisen. Im 13. Jahrhundert wurde der Ort unter anderem als Benchon bezeichnet. Daraus entwickelte sich die heutige Form Benken.
Der mundartliche Name lautet Bänke.
Geschichte
Vorgeschichte und Römerzeit
Archäologische Funde zeigen, dass das Gebiet von Benken bereits lange vor der ersten schriftlichen Erwähnung besiedelt war. Am südlichen Hang des Cholfirsts wurden Spuren eines römischen Gutshofs entdeckt.
Römische Gutshöfe dienten der landwirtschaftlichen Versorgung der regionalen Siedlungen, Militäranlagen und Verkehrswege. Die Lage nahe dem Rhein und zwischen den römischen Zentren im Raum Winterthur, Schaffhausen und dem Hochrhein war für die Bewirtschaftung günstig.
Frühmittelalterliche Einzelgräber weisen darauf hin, dass das Gebiet auch nach dem Ende der römischen Herrschaft besiedelt blieb.[3]
Erste Erwähnung und Kloster Rheinau
Die erste urkundliche Erwähnung steht im Zusammenhang mit der sogenannten Wolvene-Schenkung von 858. König Ludwig der Deutsche bestätigte eine Übertragung von Gütern an das Kloster Rheinau.
Das Kloster entwickelte sich zum wichtigsten Grundherrn in Benken. Es besass Land, Zehntrechte und weitere Einkünfte. Die Bauern mussten einen Teil ihrer landwirtschaftlichen Erzeugnisse als Abgabe an das Kloster liefern.
Die Vogtei über Benken wurde vom Kloster zeitweise an Schaffhauser Bürger und Adlige vergeben. Diese übten im Namen des Klosters weltliche Herrschafts- und Gerichtsrechte aus.
Die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Beziehungen des Dorfes waren während des Mittelalters stark auf den Rhein, Rheinau und Schaffhausen ausgerichtet.
Mittelalterliches Dorf
Benken lag an einer regional bedeutenden Verbindung zwischen Andelfingen, Rheinau und Schaffhausen. Der Durchgangsverkehr förderte die Entstehung von Gasthäusern, Werkstätten und weiteren Dienstleistungen.
Eine Mühle ist spätestens seit 1358 belegt. Sie nutzte die Wasserkraft eines lokalen Bachs zum Mahlen von Getreide. Neben der Mühle bestanden Schmieden, Trotten und verschiedene landwirtschaftliche Gewerbe.
Die Bevölkerung lebte hauptsächlich von Ackerbau, Viehhaltung und Rebbau. Wald, Weiden und gemeinschaftlich genutzte Flächen lieferten Holz, Streue und Futter.
Übergang an Zürich
Im Jahr 1540 übernahm die Stadt Zürich die Vogtei Benken und die Hochgerichtsbarkeit. Damit wurde das Dorf endgültig in den Zürcher Herrschaftsbereich eingegliedert.[3]
Die niederen Verwaltungsaufgaben wurden teilweise durch einen Untervogt wahrgenommen. Dieser stammte häufig aus einer angesehenen lokalen Familie und vermittelte zwischen der Zürcher Obrigkeit und der Dorfbevölkerung.
Benken gehörte zur Grafschaft Kyburg. Das kyburgische Grafschaftsgericht tagte von 1657 bis zum Ende der Alten Eidgenossenschaft im Jahr 1798 im Gasthaus Sonne.
Reformation
Die von Huldrych Zwingli ausgehende Reformation in Zürich wurde in den 1520er-Jahren auch in Benken eingeführt.
Nach einer kurzen Phase kirchlicher Eigenständigkeit wurde Benken der Kirchgemeinde Marthalen zugeteilt. Im Jahr 1555 setzte Zürich einen Helfer ein, der die seelsorgerische Betreuung übernahm.
Im Jahr 1579 wurde Benken zur eigenständigen reformierten Kirchgemeinde erhoben. Die bisherige Kapelle genügte den Bedürfnissen der wachsenden Gemeinde bald nicht mehr.
Reformierte Kirche
Eine Kapelle in Benken ist seit mindestens 1165 nachgewiesen. Sie war zunächst eine Filiale der Mutterkirche Rheinau. Später gehörten Teile der Bevölkerung kirchlich zu Laufen.
Die heutige reformierte Kirche wurde 1617 errichtet. Vermutlich wurde dabei der Chor des mittelalterlichen Vorgängerbaus teilweise weiterverwendet.[3]
Der ursprüngliche Firstturm wurde bei einem Brand im Jahr 1867 vollständig zerstört. Zwei Jahre später entstand an der Westseite ein neuer Frontturm in neugotischen Formen. Der rund 48 Meter hohe Turm prägt seither das Ortsbild.
Die Kirche wurde im Lauf ihrer Geschichte mehrfach renoviert. Sie bildet mit dem Pfarrhaus, dem Friedhof und den umliegenden historischen Gebäuden das wichtigste bauliche Ensemble des Dorfes.
Helvetik und Bezirk Andelfingen
Mit dem Einmarsch französischer Truppen und dem Zusammenbruch der Alten Eidgenossenschaft im Jahr 1798 endete die Zürcher Herrschaftsordnung.
Während der Helvetischen Republik war Benken zeitweise Sitz einer Distriktsverwaltung. Damit erhielt das kleine Dorf vorübergehend eine überörtliche Verwaltungsfunktion.
Seit 1814 gehörte Benken zum Oberamt Andelfingen. Mit der Kantonsverfassung von 1831 entstand daraus der heutige Bezirk Andelfingen.
Die moderne politische Gemeinde übernahm schrittweise Aufgaben in den Bereichen Schule, Armenfürsorge, Strassenbau, Feuerwehr, Wasserversorgung und Gemeindefinanzen.
Torfabbau
Neben Landwirtschaft und Rebbau spielte der Torfabbau im Benkenerried zeitweise eine wichtige wirtschaftliche Rolle.
Torf wurde getrocknet und als Brennstoff verwendet. Besonders in Zeiten knapper Holz- und Kohlevorräte war er für Haushalte und Gewerbebetriebe von Bedeutung.
Durch Entwässerung und Abbau wurden die ursprünglichen Moor- und Riedflächen stark verändert. Mit der Verfügbarkeit anderer Energieträger verlor der Torfabbau seine wirtschaftliche Bedeutung.
Quarzsandabbau
Am Südostfuss des Cholfirsts wurde 1836 ein reiches Quarzsandvorkommen entdeckt. Die Gemeinde nahm das Quarzsandwerk 1840 in Betrieb.[4]
Der besonders reine Sand wurde an Glaswerke, Giessereien und andere Industriebetriebe geliefert. Zu den wichtigen Abnehmern gehörten Unternehmen im Raum Bülach und Zürich.
Zwischen 1945 und 1960 erreichte die Förderung bedeutende Mengen. Im Jahr 1961 übernahm die Firma Bader & Co. das Werk und errichtete eine neue Anlage zur Aufbereitung und Trocknung des Sands.
Für die Erweiterung der Grube mussten wiederholt Waldflächen gerodet werden. Der Regierungsrat lehnte schliesslich weitere Rodungsgesuche ab. Deshalb wurde der Abbau 1983 eingestellt.
Die Betriebsanlagen wurden abgebrochen und grosse Teile des Areals wieder aufgeforstet. Die rund 40 Meter hohe ehemalige Abbauwand blieb erhalten. Sie bildet einen bedeutenden geologischen Aufschluss und ist heute Teil eines Naturschutzgebiets.[4]
Entwicklung im 20. Jahrhundert
Zwischen 1850 und 1950 nahm die Einwohnerzahl von 590 auf 492 Personen ab. Viele Menschen verliessen das landwirtschaftlich geprägte Dorf, um in den Industrieorten und Städten Arbeit zu suchen.
Ein neuer Entwicklungsimpuls entstand durch die Eröffnung der Autobahn A4 zwischen Winterthur und Schaffhausen im Jahr 1966. Der kommunale Zonenplan von 1967 schuf die Voraussetzungen für neue Wohnbauten.
In der Folge entstanden Quartiere am Cholfirsthang sowie südlich und östlich des historischen Dorfkerns. Das Wachstum blieb jedoch begrenzt, sodass Benken seinen Charakter als Weinbau- und Bauerndorf bewahren konnte.
Bevölkerung
Die Bevölkerungszahl stieg bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts an und ging danach während fast hundert Jahren zurück. Seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts nahm sie wieder langsam zu.
| Jahr | Einwohnerinnen und Einwohner |
|---|---|
| 1634 | 256 |
| 1778 | 475 |
| 1850 | 590 |
| 1900 | 547 |
| 1950 | 492 |
| 2000 | 704 |
| 2010 | 799 |
| 2015 | 859 |
| 2020 | 851 |
| 2024 | 883 |
| 2025 | 894 |
Ende 2025 gehörten rund 42 Prozent der Bevölkerung der evangelisch-reformierten und 14 Prozent der römisch-katholischen Kirche an. Die übrigen Einwohnerinnen und Einwohner waren Mitglied einer anderen Religionsgemeinschaft oder gehörten keiner Landeskirche an.[1]
Politik und Verwaltung
Die Legislative der politischen Gemeinde ist die Gemeindeversammlung. Die stimmberechtigten Einwohnerinnen und Einwohner entscheiden dort unter anderem über Budget, Steuerfuss, kommunale Erlasse, Bauvorhaben und Grundstücksgeschäfte.
Die Exekutive bildet der Gemeinderat. Er leitet die Gemeindeverwaltung, vollzieht die Beschlüsse der Gemeindeversammlung und vertritt Benken gegenüber dem Bezirk, dem Kanton und anderen Gemeinden.
Die Gemeindeverwaltung befindet sich an der Landstrasse 1 im Dorfzentrum.
Wegen seiner geringen Einwohnerzahl arbeitet Benken bei verschiedenen öffentlichen Aufgaben mit umliegenden Gemeinden zusammen. Dazu gehören unter anderem die Sekundarschule, Feuerwehr, Zivilschutz, Abwasserentsorgung, Sozialdienste, Forstwirtschaft und öffentlicher Verkehr.
Wappen
Die Blasonierung des Gemeindewappens lautet:
- Schräggeteilt von Silber und Blau, oben eine blaue Pflugschar, unten ein silbernes Rebmesser mit goldenem Griff.
Pflugschar und Rebmesser verweisen auf die beiden historisch wichtigsten Bereiche der Landwirtschaft: den Ackerbau in der Ebene und den Rebbau am Cholfirsthang.
Die schräg geteilten Farben Silber und Blau erinnern zugleich an die heraldischen Farben des Kantons Zürich.
Wirtschaft
Landwirtschaft
Die Landwirtschaft prägt das Gemeindegebiet bis heute. Rund drei Fünftel der Fläche werden landwirtschaftlich genutzt.
Zu den wichtigsten Betriebszweigen gehören:
- Ackerbau;
- Vieh- und Milchwirtschaft;
- Futterproduktion;
- Obstbau;
- Rebbau;
- Direktvermarktung landwirtschaftlicher Erzeugnisse.
Die Zahl der Landwirtschaftsbetriebe nahm im 20. und frühen 21. Jahrhundert ab. Die verbliebenen Höfe bewirtschaften grössere Flächen und arbeiten stärker mechanisiert.
Rebbau
Benken gehört zu den bedeutenden Weinbaugemeinden des Kantons Zürich. Die Rebberge liegen vor allem an den südwestlich ausgerichteten Hängen oberhalb des Dorfes.[1]
Der Weinbau prägt nicht nur die Wirtschaft, sondern auch das Landschafts- und Ortsbild. Rebzeilen, Trockenmauern, Wege und ehemalige Trottengebäude erinnern an die lange Tradition.
Zu den verbreiteten Rebsorten gehören Blauburgunder und Riesling-Silvaner. Daneben werden weitere weisse und rote Sorten angebaut.
Die Trauben werden in lokalen oder regionalen Kellereien verarbeitet. Ein Teil der Weine wird direkt von den Produzenten vermarktet.
Gewerbe und Dienstleistungen
In Benken bestehen kleinere Betriebe aus Landwirtschaft, Weinbau, Baugewerbe, Handwerk, Handel und Dienstleistungen.
Ein Dorfladen mit integrierter Postagentur stellt die Grundversorgung sicher. Weitere Einkaufsmöglichkeiten und Dienstleistungen befinden sich in Marthalen, Andelfingen und Schaffhausen.
Viele Einwohnerinnen und Einwohner pendeln zur Arbeit nach Schaffhausen, Winterthur, Zürich oder in andere Gemeinden des Weinlands.
Verkehr
Öffentlicher Verkehr
Benken besitzt keinen eigenen Bahnhof. Das Dorf wird durch regionale Buslinien des Zürcher Verkehrsverbunds erschlossen.
Die Buslinie 630 verbindet Benken mit dem Bahnhof Marthalen und mit Schaffhausen. Sie führt je nach Richtung über Trüllikon, Uhwiesen, Flurlingen und Feuerthalen.[5]
Weitere Verbindungen bestehen mit der Linie 847 in Richtung Wildensbuch, Schlatt TG und Marthalen. In den Wochenendnächten wird Benken durch die Nachtbuslinie N69 bedient.[6]
Am Bahnhof Marthalen besteht Anschluss an die S-Bahn-Linie S12 in Richtung Schaffhausen, Winterthur, Zürich und Brugg.
Strassenverkehr
Die Landstrasse verbindet Benken mit Marthalen, Trüllikon, Uhwiesen und Schaffhausen.
Am südlichen Rand des Gemeindegebiets befindet sich ein Anschluss an die Autobahn A4. Die Autobahn führt nach Schaffhausen und in südlicher Richtung über Andelfingen nach Winterthur und Zürich.
Die gute Strassenanbindung erhöhte seit den 1960er-Jahren die Attraktivität Benkens als Wohnort.
Fuss- und Veloverkehr
Wander- und Velowege führen durch die Rebberge, den Cholfirst und die landwirtschaftlich genutzte Ebene.
Beliebte Ziele sind die ehemalige Quarzsandgrube, die Rheinschleife bei Rheinau, der Rheinfall, der Cholfirst und die benachbarten Weinbaudörfer.
Zwischen Benken und Marthalen wurde eine sichere Verbindung für den Fuss- und Veloverkehr ausgebaut. Dabei wurden auch die Verkehrsführungen im Bereich des Autobahnanschlusses angepasst.
Bildung
Benken verfügt über einen eigenen Kindergarten und eine Primarschule. Der Kindergarten befindet sich im Gebiet Nüsatz.
Die älteren Schülerinnen und Schüler besuchen gemeinsam mit Jugendlichen aus Marthalen, Rheinau und Trüllikon die Sekundarschule in Marthalen.[1]
Weiterführende Schulen und Berufsfachschulen befinden sich hauptsächlich in Andelfingen, Schaffhausen und Winterthur.
Religion
Evangelisch-reformierte Kirche
Die reformierte Kirche von 1617 steht im historischen Dorfzentrum. Ihr neugotischer Turm wurde nach dem Brand des früheren Firstturms in den Jahren 1867 bis 1869 errichtet.
Die Kirche war lange Mittelpunkt einer eigenständigen Kirchgemeinde. Infolge regionaler Zusammenschlüsse werden kirchliche Aufgaben zunehmend gemeinsam mit benachbarten Gemeinden wahrgenommen.
Katholische Bevölkerung
Die katholische Bevölkerung gehört zur römisch-katholischen Kirchgemeinde der Region. Katholische Kirchen befinden sich unter anderem in Kleinandelfingen und Feuerthalen.
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Historisches Ortsbild
Der Dorfkern ist als Ortsbild von nationaler Bedeutung im ISOS eingetragen.[2]
Die historische Bebauung entlang der Landstrasse besteht aus Bauernhäusern, Scheunen, Gasthöfen, Wohnhäusern und öffentlichen Gebäuden. Besonders wertvoll ist der unmittelbare Übergang zwischen Dorf, Rebbergen und offener Ackerlandschaft.
Reformierte Kirche
Die reformierte Kirche mit ihrem hohen neugotischen Turm ist das Wahrzeichen Benkens. Der Turm ist aus der Ebene und von den umliegenden Gemeinden weithin sichtbar.
Das Gebäude verbindet Bauteile aus verschiedenen Epochen. Der Kern der Saalkirche stammt von 1617, während der Turm im 19. Jahrhundert entstand.
Gasthaus Sonne
Das historische Gasthaus Sonne ist seit 1640 belegt. Zwischen 1657 und 1798 tagte darin das Gericht der Grafschaft Kyburg.
Das Gebäude erinnert an Benkens frühere Bedeutung als Durchgangsort und lokaler Gerichtsort.
Ehemalige Quarzsandgrube
Die aufgelassene Quarzsandgrube am Cholfirst ist ein bedeutender geologischer Aufschluss. Die bis zu 40 Meter hohe Wand zeigt fossilreiche Sandschichten.
Nach der Einstellung des Abbaus wurde das Gebiet teilweise aufgeforstet und als Naturschutz- und Erholungsraum gesichert. Trockene Sandflächen, Gebüsche und lichte Waldpartien bieten Lebensraum für seltene Insekten, Reptilien und Pflanzen.
Kuriositätensammlung Dr. Heinrich Götz
Die Kuriositätensammlung Dr. Heinrich Götz befindet sich beim ehemaligen Restaurant Sonne an der Landstrasse.
Die Sammlung umfasst Mineralien, Fossilien, Insekten, Schnecken, Vögel und weitere naturkundliche Objekte. Ein Teil der Fossilien stammt aus der früheren Quarzsandgrube von Benken.[7]
Natur und Erholung
Die Landschaft rund um Benken bietet zahlreiche Möglichkeiten zum Wandern, Velofahren und Beobachten der Natur.
Zu den wichtigsten Erholungsräumen gehören:
- der Cholfirst;
- die Rebberge oberhalb des Dorfes;
- die ehemalige Quarzsandgrube;
- die Feldwege in Richtung Marthalen und Rheinau;
- die Rheinlandschaft;
- die Wälder in Richtung Uhwiesen und Dachsen.
Der Cholfirst ist ein wichtiger Lebensraum für Rehe, Wildschweine, Füchse, Dachse und zahlreiche Vogelarten. Ein Wildtierkorridor nördlich von Benken verbindet die Waldgebiete des Cholfirsts mit weiteren Lebensräumen des Weinlands.
Gesellschaft und Vereinsleben
In Benken bestehen Sport-, Musik-, Kultur-, Schützen- und Freizeitvereine. Sie tragen wesentlich zum gesellschaftlichen Leben der kleinen Gemeinde bei.
Regelmässige Veranstaltungen sind Dorffeste, Konzerte, Turnanlässe, Schiessveranstaltungen, kirchliche Feiern und Anlässe der Weinbau- und Landwirtschaftsbetriebe.
Das kommunale Mitteilungsblatt informiert über Behörden, Schule, Kirchen, Vereine und Veranstaltungen.
Persönlichkeiten
- Ulrich Meister junior (1838–1917), Förster und Politiker
- Jakob Hablützel (1885–1959), Lehrer und Heimatkundler, in Benken geboren
- Johann Heinrich Müller (1829–1891), reformierter Pfarrer, Politiker und Bezirksstatthalter, in Benken gestorben
Literatur
- Hermann Fietz: Die Kunstdenkmäler des Kantons Zürich. Band I: Die Bezirke Affoltern und Andelfingen. Benken. Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte, Bern 1938, S. 156–158.
- Walter Ulrich Guyan: Benken im Zürcher Weinland. Gemeindekanzlei Benken, Benken 1984.
- Hans Werner Ernst: Kirchgemeinde Benken. Akeret, Andelfingen 1964.
- Peter Ziegler: Die Gemeindewappen des Kantons Zürich. Antiquarische Gesellschaft in Zürich, Zürich 1977.
Siehe auch
- Zürcher Weinland
- Bezirk Andelfingen
- Cholfirst
- Rheinau ZH
- Autobahn A4
- Liste der Gemeinden im Kanton Zürich
- Liste der Kulturgüter in Benken ZH
- Benken SG
Weblinks
- Offizielle Website der Gemeinde Benken ZH
- Geschichte der Gemeinde Benken
- Benken im Historischen Lexikon der Schweiz
- Ehemaliges Quarzsandwerk
Wikimedia Commons Wikimedia Commons: Medien zu Benken ZH
Einzelnachweise
- ↑ 1,0 1,1 1,2 1,3 1,4 1,5 «Zahlen & Fakten», Gemeinde Benken ZH, abgerufen am 24. Juli 2026.
- ↑ 2,0 2,1 «Herzlich willkommen», Gemeinde Benken ZH, abgerufen am 24. Juli 2026.
- ↑ 3,0 3,1 3,2 3,3 «Geschichte», Gemeinde Benken ZH, abgerufen am 24. Juli 2026.
- ↑ 4,0 4,1 «Quarzsandwerk», Gemeinde Benken ZH, abgerufen am 24. Juli 2026.
- ↑ «Linie 630», Zürcher Verkehrsverbund, Jahresfahrplan 2026, abgerufen am 24. Juli 2026.
- ↑ «Haltestelle Benken ZH, Dorf», Zürcher Verkehrsverbund, abgerufen am 24. Juli 2026.
- ↑ «Kuriositätensammlung Dr. Heinrich Götz», Gemeinde Benken ZH, abgerufen am 24. Juli 2026.