Autobahn A4

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Autobahn A4
Autobahnsignal A4
Staat Schweiz
Strassentyp Autobahn, Autostrasse und Nationalstrasse mit Gemischtverkehr
Nummer A4
Nationalstrasse N4
Beginn Grenze Deutschland–Schweiz bei Thayngen
Ende Altdorf UR
Gesamtlänge rund 165 km
Kantone Schaffhausen, Zürich, Zug, Schwyz, Uri
Wichtige Städte Schaffhausen, Winterthur, Zürich, Zug, Altdorf
Bedeutende Bauwerke Fäsenstaubtunnel, Cholfirsttunnel, Islisbergtunnel, Mositunnel, Axenstrasse
Betreiber Bundesamt für Strassen
Vignettenpflicht Auf den als Autobahn oder Autostrasse signalisierten Abschnitten

Die Autobahn A4 ist eine wichtige Nord-Süd-Verbindung im schweizerischen Nationalstrassennetz. Sie führt vom deutsch-schweizerischen Grenzübergang bei Thayngen über Schaffhausen, Winterthur, den Grossraum Zürich, das Knonaueramt, Zug, Küssnacht, Schwyz und Brunnen nach Altdorf im Kanton Uri. Die Strecke ist weitgehend Bestandteil der Nationalstrasse N4.

Die A4 ist nicht auf ihrer gesamten Länge als richtungsgetrennte Autobahn ausgebaut. Sie umfasst Autobahnabschnitte mit mehreren Fahrstreifen, zweispurige Autostrassen sowie Abschnitte mit Gegenverkehr und teilweise Gemischtverkehr. Besonders die historische Axenstrasse zwischen Brunnen und Flüelen weist nicht den Ausbaustandard einer modernen Autobahn auf.

Im Raum Zürich verläuft die A4 abschnittsweise gemeinsam mit der A1 und der A3. Zwischen den Verzweigungen Blegi und Rütihof im Kanton Zug wird sie gemeinsam mit der A14 geführt.

Die A4 verbindet den süddeutschen Raum mit der Agglomeration Zürich und der Zentralschweiz. Sie dient zugleich als regionale Hauptverkehrsachse und als Ausweichroute zur Gotthardautobahn. Ihre Gesamtlänge beträgt rund 165 Kilometer.[1]

Bezeichnung und Einordnung

Die grüne Signalisation mit der Nummer A4 bezeichnet die befahrbare Autobahn- und Autostrassenroute. In den gesetzlichen und technischen Unterlagen des Bundes wird die Verbindung als Nationalstrasse N4 geführt.

Die Begriffe Autobahn, Autostrasse und Nationalstrasse sind nicht deckungsgleich. Eine Nationalstrasse wird aufgrund ihrer Bedeutung für die Schweiz vom Bund geplant, finanziert, betrieben und unterhalten. Ihr baulicher Standard kann jedoch unterschiedlich sein.

Die N4 umfasst deshalb neben vollständig ausgebauten Autobahnen auch zweispurige Abschnitte. Die Bezeichnung «Autobahn A4» wird im allgemeinen Sprachgebrauch für die gesamte Verbindung verwendet, obwohl einzelne Strecken rechtlich oder baulich keine Autobahn sind.

Seit der Erweiterung des Nationalstrassennetzes zum 1. Januar 2020 gehört die Verbindung zwischen Thayngen und Schaffhausen zur N4. Gleichzeitig wurde die frühere Strecke von Schaffhausen zum Grenzübergang Bargen aus dem Nationalstrassennetz entlassen.[2]

Verlauf

Thayngen–Schaffhausen

Die A4 beginnt am Grenzübergang Thayngen im Kanton Schaffhausen. Auf deutscher Seite setzt sie die Bundesstrasse 34 fort, die über Singen (Hohentwiel) eine Verbindung zur deutschen Bundesautobahn 81 herstellt.

Der Abschnitt zwischen Thayngen und Herblingen entstand ursprünglich als kantonale Hauptstrasse. Er wurde 2020 in das Nationalstrassennetz aufgenommen und wird seither als Teil der A4 beziehungsweise N4 geführt.

Die Strecke dient einem erheblichen internationalen Personen- und Güterverkehr. Der Grenzübergang Thayngen ist einer der wichtigsten Strassengrenzübergänge zwischen der Schweiz und Deutschland.

Bei Herblingen erreicht die A4 das Stadtgebiet von Schaffhausen. Anschlüsse erschliessen die östlichen Stadtquartiere, das Industriegebiet Herblingen und die umliegenden Gemeinden.

Stadttangente Schaffhausen

Im Raum Schaffhausen führt die A4 durch mehrere bedeutende Kunstbauten. Der Fäsenstaubtunnel unterquert dicht besiedelte Stadtgebiete und entlastet die oberirdischen Strassen vom Durchgangsverkehr.

Anschliessend überquert die Autobahn den Rhein auf einer Hochbrücke. Von der Brücke bestehen Ausblicke auf die Stadt Schaffhausen, den Fluss und die umliegenden Höhen.

Südlich des Rheins führt die Strecke durch den Cholfirsttunnel. Dieser unterquert den Cholfirst und verbindet die Stadt Schaffhausen mit dem Zürcher Weinland.

Fäsenstaub- und Cholfirsttunnel wurden ursprünglich mit jeweils einer Röhre für beide Fahrtrichtungen gebaut. Wegen der heutigen Sicherheitsanforderungen wurden beziehungsweise werden parallele Sicherheitsstollen mit Notausgängen erstellt.

Für den Fäsenstaubtunnel ist ab 2027 der Bau eines Sicherheitsstollens vorgesehen. Die Arbeiten sollen mehrere Jahre dauern.[3]

Schaffhausen–Winterthur

Südlich des Cholfirsttunnels verläuft die A4 durch Flurlingen, Feuerthalen und das Zürcher Weinland.

Der Abschnitt zwischen Schaffhausen und Kleinandelfingen wurde schrittweise ausgebaut. Teilweise besteht eine richtungsgetrennte Fahrbahn, teilweise eine zweispurige Autostrasse mit Gegenverkehr.

Die sogenannte Miniautobahn zwischen Schaffhausen und Andelfingen wurde 2010 eröffnet. Sie verbesserte den Verkehrsfluss und die Sicherheit auf einer zuvor stark belasteten Hauptstrassenverbindung.[4]

Die Strecke führt an den Gemeinden Laufen-Uhwiesen, Benken, Marthalen, Kleinandelfingen und Andelfingen vorbei.

Zwischen Kleinandelfingen und Winterthur besteht weiterhin kein durchgehend vierstreifiger Autobahnausbau. Die Strecke ist deshalb ein bedeutendes Ausbauprojekt des Bundes. Engstellen, niveaugleiche oder eng geführte Anschlüsse und der hohe Gegenverkehr stellen besondere Anforderungen an die Verkehrssicherheit.

Bei Winterthur erreicht die A4 die Autobahn A1.

Gemeinsamer Verlauf mit der A1

Zwischen dem Raum Winterthur und dem Limmattaler Kreuz verläuft die A4 gemeinsam mit der A1.

Die gemeinsame Strecke führt über die Verzweigungen Winterthur-Nord, Winterthur-Ost, Brüttisellen und Zürich-Nord. Sie gehört zu den am stärksten belasteten Autobahnabschnitten der Schweiz.

Im Raum Zürich-Nord setzt sich die gemeinsame Führung auf der Nordumfahrung Zürich fort. Die Strecke erschliesst den Flughafen Zürich, das Glattal, den Norden der Stadt Zürich und das Limmattal.

Der Abschnitt durch den Gubristtunnel war während Jahrzehnten ein bedeutender Engpass. Im Rahmen des Ausbaus der Nordumfahrung wurde eine dritte Tunnelröhre errichtet. Anschliessend wurden die bestehenden Röhren instand gesetzt.

Am Limmattaler Kreuz zweigt die A1 in Richtung Bern und Basel ab. Die A4 folgt gemeinsam mit der A3 der westlichen Umfahrung von Zürich.

Limmattaler Kreuz–Zürich-West

Zwischen dem Limmattaler Kreuz und der Verzweigung Zürich-West verlaufen A3 und A4 auf derselben Strecke.

Dieser Abschnitt führt unter anderem durch das Gebiet von Urdorf, Birmensdorf und Aesch ZH. Zu den Bauwerken gehören Tunnel, Einschnitte und Überdeckungen, mit denen Siedlungen und Landschaftsräume geschützt werden.

Bei der Verzweigung Zürich-West trennen sich die beiden Autobahnen. Die A3 führt durch den Uetlibergtunnel in Richtung Zürich-Süd und Chur, während die A4 nach Süden durch das Knonaueramt verläuft.

Die Verzweigung Zürich-West ist Teil der Westumfahrung Zürich. Diese wurde 2009 vollständig eröffnet und verbindet die A1, A3 und A4, ohne dass der Fernverkehr die Zürcher Innenstadt durchqueren muss.[5]

Zürich-West–Blegi

Südlich der Verzweigung Zürich-West führt die A4 durch das Knonaueramt. Dieser Abschnitt wird häufig als A4 Knonaueramt bezeichnet.

Kurz nach Zürich-West durchquert die Autobahn den Islisbergtunnel. Der Tunnel unterquert den Islisberg zwischen Wettswil am Albis und Bonstetten beziehungsweise dem Raum Hedingen.

Die Strecke verläuft anschliessend westlich von Hedingen, Affoltern am Albis, Mettmenstetten und Knonau. Anschlüsse bestehen bei Wettswil, Affoltern am Albis und Knonau.

Bei Affoltern am Albis befindet sich eine Raststätte. Tunnel, Überdeckungen, Wildtierpassagen und landschaftliche Ausgleichsflächen sollen die Auswirkungen der Autobahn auf Siedlungen und Natur vermindern.

Nach rund 16 Kilometern erreicht die A4 die Kantonsgrenze zwischen Zürich und Zug. Bei der Verzweigung Blegi trifft sie auf die A14.

Der Abschnitt wurde am 13. November 2009 nach fast achtjähriger Bauzeit für den Verkehr freigegeben. Er schloss eine der letzten grossen Lücken im schweizerischen Nationalstrassennetz.[6]

Blegi–Rütihof

Zwischen den Verzweigungen Blegi und Rütihof verlaufen die A4 und A14 gemeinsam.

Der Abschnitt führt westlich beziehungsweise südwestlich der Stadt Zug durch die Gemeinden Cham, Hünenberg und Risch. Er gehört zu den am stärksten belasteten Strassenabschnitten im Kanton Zug.

Wegen des wachsenden Verkehrs wurde die Strecke auf sechs Fahrstreifen ausgebaut. Verkehrsbeeinflussungsanlagen, Wechselanzeigen und Geschwindigkeitsregelungen sollen den Verkehrsfluss stabilisieren.

Bei der Verzweigung Rütihof trennt sich die A14 von der A4 und führt in Richtung Luzern. Die A4 setzt sich nach Süden in Richtung Küssnacht und Schwyz fort.

Rütihof–Küssnacht

Der Abschnitt zwischen Rütihof und Küssnacht wurde 1981 eröffnet.[7]

Die Autobahn führt durch eine ländlich geprägte Landschaft zwischen Zugersee und Reusstal. Sie quert die Kantonsgrenze von Zug nach Schwyz und erreicht den Raum Küssnacht.

Der Anschluss Küssnacht erschliesst den Bezirk Küssnacht, den Raum Meggen und den nordwestlichen Teil des Kantons Schwyz.

Seit 2026 wird der Abschnitt umfassend instand gesetzt. Zu den Arbeiten gehören die Erneuerung von Fahrbahnen, Leitplanken, Entwässerungsanlagen und technischer Ausrüstung sowie der Einbau lärmarmer Strassenbeläge.

Küssnacht–Goldau

Von Küssnacht führt die A4 südöstlich durch den Kanton Schwyz. Die Strecke verläuft zwischen den Ausläufern der Rigi und dem Zugersee.

Bei Goldau besteht eine wichtige regionale Verbindung in Richtung Arth, Rigi und Sattel. Der Ort ist zugleich ein bedeutender Eisenbahnknoten.

Der Autobahnabschnitt ist landschaftlich durch Hügel, Wälder und die Nähe zum Zugersee geprägt. Mehrere Brücken, Einschnitte und Schutzbauten passen die Strecke an das Gelände an.

Goldau–Brunnen

Südlich von Goldau führt die A4 durch den Talkessel von Schwyz. Anschlüsse erschliessen Steinen, Schwyz, Seewen und Brunnen.

Der Abschnitt besitzt grosse Bedeutung für den regionalen Pendlerverkehr und den Tourismus. Er dient zudem dem Verkehr zwischen dem Grossraum Zürich, dem Kanton Uri und dem Gotthardgebiet.

Bei Brunnen endet der durchgehend richtungsgetrennte Autobahnabschnitt. Die A4 geht in eine zweispurige Nationalstrasse über.

Der Mositunnel umgeht Teile von Brunnen und führt den Verkehr zum nördlichen Beginn der Axenstrasse.

Axenstrasse

Die Axenstrasse führt von Brunnen entlang des östlichen Ufers des Urnersees nach Flüelen.

Die Strasse wurde 1864 und 1865 für Pferdefuhrwerke eröffnet. Seit den 1930er-Jahren ist sie asphaltiert und wird vom motorisierten Verkehr genutzt.[8]

Wegen der steilen Felswände und des schmalen Uferraums verläuft sie durch zahlreiche Tunnel und Galerien. Zu den Gefahren gehören Steinschläge, Felsstürze, Lawinen und Murgänge.

Die Strecke führt durch Sisikon und überquert dabei die Kantonsgrenze zwischen Schwyz und Uri. In Sisikon verläuft die bestehende Strasse unmittelbar durch das Dorfzentrum.

Die Axenstrasse ist zweispurig und weist Gegenverkehr auf. Sie besitzt teilweise schmale Fahrbahnen und eingeschränkte Sichtweiten. In besonders gefährdeten Bereichen gelten reduzierte Geschwindigkeiten und besondere Verkehrsvorschriften.

Aufgrund der engen Platzverhältnisse und des hohen Verkehrsaufkommens ist der Veloverkehr zwischen Brunnen und Sisikon eingeschränkt beziehungsweise verboten. Als Ersatz besteht ein Transportangebot für Velos und Motorfahrräder.

Flüelen–Altdorf

Bei Flüelen verlässt die A4 das Ufer des Urnersees und erreicht die Reussebene.

Die Strecke führt weiter in Richtung Altdorf. Dort endet die N4 in der Nähe der Verbindung zur A2.

Die A4 schafft damit eine zweite Strassenverbindung zwischen der Zentralschweiz und dem Kanton Uri. Bei Sperrungen des Seelisbergtunnels oder anderer Abschnitte der A2 kann sie teilweise als Ausweichroute dienen.

Wichtige Verzweigungen und Anschlüsse

Bedeutende Knotenpunkte der A4
Knotenpunkt Verbindungen und Bedeutung
Grenzübergang Thayngen Verbindung zur deutschen Bundesstrasse 34 und zur Autobahn A81
Schaffhausen Anschlüsse an das städtische und regionale Strassennetz
Winterthur-Nord Übergang auf den gemeinsamen Verlauf mit der A1
Verzweigung Zürich-Nord Verbindungen zum Flughafen Zürich, zur A51 und zum Zürcher Stadtgebiet
Limmattaler Kreuz Trennung von A1 und gemeinsamer Beginn des Abschnitts A3/A4
Verzweigung Zürich-West Trennung von A3 und A4; Beginn des Abschnitts durch das Knonaueramt
Verzweigung Blegi Verbindung mit der A14 in Richtung Baar und Sihlbrugg
Verzweigung Rütihof Trennung von A4 und A14; Verbindung in Richtung Luzern
Anschluss Küssnacht Erschliessung von Küssnacht, Meggen und der Region Rigi
Anschluss Goldau Verbindung nach Arth, Goldau, Sattel und zur Rigi
Anschluss Schwyz Erschliessung des Kantonshauptorts und des Talkessels von Schwyz
Brunnen Übergang vom Autobahnabschnitt zur zweispurigen Axenstrasse
Flüelen und Altdorf Verbindung zur Reussebene und zur Gotthardautobahn A2

Tunnel und Galerien

Aufgrund der dicht besiedelten Gebiete und der gebirgigen Landschaft besitzt die A4 zahlreiche Tunnel, Galerien und Überdeckungen.

Bedeutende Tunnel und unterirdische Bauwerke
Bauwerk Kanton Lage und Funktion
Fäsenstaubtunnel Schaffhausen Unterquerung des Stadtgebiets von Schaffhausen
Cholfirsttunnel Zürich Unterquerung des Cholfirsts südlich von Schaffhausen
Aeschertunnel Zürich Bestandteil der gemeinsamen Strecke A3/A4 westlich von Zürich
Islisbergtunnel Zürich Verbindung zwischen Zürich-West und dem Knonaueramt
Überdeckung Rüteli Zug Landschafts- und Siedlungsschutz im Abschnitt Knonaueramt–Blegi
Mositunnel Schwyz Umfahrung von Brunnen und Zufahrt zur Axenstrasse
Axenstrassentunnel und Galerien Schwyz und Uri Schutz vor Felsstürzen, Lawinen und Murgängen am Urnersee

Nicht alle Bauwerke besitzen getrennte Röhren für beide Fahrtrichtungen. Insbesondere auf älteren Strecken verkehren beide Richtungen in einer gemeinsamen Tunnelröhre.

Moderne Sicherheitskonzepte umfassen Fluchtwege, Sicherheitsstollen, Notausgänge, Videoüberwachung, Brandmeldeanlagen, Belüftung, Notrufeinrichtungen und Verkehrslenkung.

Geschichte

Frühere Strassenverbindungen

Die Verbindung zwischen Schaffhausen, Zürich und der Zentralschweiz bestand lange vor dem Bau der Autobahn.

Im Norden führten Handelswege vom Bodensee und aus Süddeutschland über Schaffhausen nach Winterthur und Zürich. Im Süden verbanden Strassen Zürich mit Zug, Schwyz und dem Gotthard.

Die Axenstrasse wurde 1864 und 1865 eröffnet. Sie verbesserte die Verbindung zwischen Brunnen und dem Kanton Uri grundlegend. Vor ihrem Bau war der Landverkehr entlang des steilen Ostufers des Urnersees nur eingeschränkt möglich.

Nationalstrassenplanung

Nach dem Zweiten Weltkrieg nahm der Motorfahrzeugverkehr stark zu. Der Bund entwickelte deshalb ein nationales Netz leistungsfähiger Strassen.

Das Nationalstrassengesetz von 1960 bildete die Grundlage für Planung und Bau. Die N4 wurde als Verbindung von Schaffhausen über Zürich und Zug nach Altdorf festgelegt.

Die einzelnen Abschnitte wurden nicht in geografischer Reihenfolge gebaut. Kantone, topografische Bedingungen, Finanzmittel und politische Auseinandersetzungen führten zu unterschiedlichen Bauzeiten.

Ausbau bei Schaffhausen

Die Stadttangente Schaffhausen mit Rheinbrücke, Fäsenstaubtunnel und Cholfirsttunnel wurde gebaut, um den Durchgangsverkehr aus den Stadtquartieren zu entfernen.

Später folgten Ausbauten in Richtung Andelfingen. Der 2010 eröffnete Abschnitt verbesserte die Verbindung zwischen Schaffhausen und Winterthur, beseitigte aber nicht sämtliche Engstellen.

Mit der Netzerweiterung von 2020 wurde die frühere Hauptstrasse von Thayngen nach Schaffhausen Teil der N4.

Knonaueramt

Besonders umstritten war der Bau durch das Knonaueramt.

Erste Planungen stammten aus den 1960er-Jahren. Gegner kritisierten den Verlust von Kulturland, Lärm, Abgase, zusätzliche Siedlungsentwicklung und die Zerschneidung der Landschaft.

Mehrfach wurden Varianten geändert. Die Linienführung wurde teilweise in Tunnel und Überdeckungen verlegt. Umweltverbände, Gemeinden, Grundeigentümer und politische Organisationen führten langjährige Auseinandersetzungen über das Projekt.

Die Bauarbeiten begannen Anfang des 21. Jahrhunderts. Der 15,9 Kilometer lange Abschnitt zwischen Zürich-West und Blegi wurde am 13. November 2009 eröffnet.[6]

Gleichzeitig wurden in Affoltern am Albis, Bonstetten, Hedingen, Mettmenstetten und Wettswil verkehrsberuhigende Massnahmen umgesetzt. Sie sollten verhindern, dass die entlasteten Ortsdurchfahrten erneut für Transitverkehr attraktiv wurden.

Ausbau im Kanton Zug

Die A4 entwickelte sich im Kanton Zug zu einer stark belasteten Pendler- und Wirtschaftsachse.

Mit der Eröffnung des Knonaueramt-Abschnitts nahm der Verkehr zwischen Blegi und Rütihof deutlich zu. Der gemeinsame Abschnitt mit der A14 wurde deshalb auf sechs Fahrstreifen erweitert.

Die Autobahn unterstützt die wirtschaftliche Entwicklung des Raums Zug und Rotkreuz, führt aber zugleich zu Lärm, Flächenverbrauch und häufigen Verkehrsüberlastungen.

Ausbau der Tunnelsicherheit

Mehrere ältere Tunnel der A4 wurden nach neuen Sicherheitsnormen ergänzt.

Sicherheitsstollen ermöglichen die Flucht aus der Fahrbahnröhre und den Zugang der Rettungskräfte. Der Cholfirsttunnel erhielt einen solchen Stollen. Für den Fäsenstaubtunnel ist ein vergleichbares Bauwerk vorgesehen.

Auch technische Einrichtungen wie Beleuchtung, Belüftung, Funk, Videoüberwachung und Brandmeldung werden regelmässig erneuert.

Neue Axenstrasse

Die bestehende Axenstrasse ist wegen ihrer Lage am steilen Ufer des Urnersees besonders störungsanfällig.

Felsstürze, Murgänge und Lawinen führten wiederholt zu Sperrungen. 1992 musste ein Abschnitt wegen akuter Felssturzgefahr während acht Monaten vollständig geschlossen werden.[9]

Mit dem Projekt Neue Axenstrasse entsteht zwischen Ingenbohl und Gumpisch eine neue Linienführung. Zentrale Bestandteile sind der Morschacher Tunnel und der Sisikoner Tunnel.

Die neue Strecke soll:

  • die Sicherheit vor Naturgefahren erhöhen;
  • die Verfügbarkeit der Verbindung verbessern;
  • Sisikon vom Durchgangsverkehr entlasten;
  • eine zuverlässige Ausweichroute zur A2 sichern;
  • die bisherige Axenstrasse für den Fuss-, Velo- und Landwirtschaftsverkehr aufwerten.

Das generelle Projekt wurde 2009 genehmigt. Nach der öffentlichen Auflage und den Rechtsverfahren wurde die Baubewilligung 2022 rechtskräftig. Der Baustart erfolgte 2023. Die Inbetriebnahme ist nach gegenwärtiger Planung für 2033 vorgesehen.[10]

Nach der Eröffnung der neuen Strecke soll die bisherige Axenstrasse vom Bund an die Kantone Schwyz und Uri übergeben werden.[8]

Bedeutung

Nationale Verbindung

Die A4 verbindet den Norden der Schweiz mit Zürich und der Zentralschweiz.

Über Thayngen und die deutsche A81 bestehen Verbindungen nach Singen, Stuttgart und in weitere Teile Süddeutschlands. Im Süden ermöglicht die Strecke den Zugang zur A2 und damit zum Gotthard.

Die A4 besitzt deshalb sowohl für den Binnenverkehr als auch für den internationalen Personen- und Güterverkehr Bedeutung.

Erschliessung der Regionen

Die Autobahn erschliesst mehrere bedeutende Wirtschafts- und Wohnregionen:

  • die Agglomeration Schaffhausen;
  • das Zürcher Weinland;
  • Winterthur und den Grossraum Zürich;
  • das Knonaueramt;
  • den Wirtschaftsraum Zug;
  • den Talkessel von Schwyz;
  • den Kanton Uri.

In zahlreichen Gemeinden führte die bessere Erreichbarkeit zu Bevölkerungs- und Arbeitsplatzwachstum.

Ausweichroute zur A2

Die Verbindung Brunnen–Flüelen–Altdorf stellt eine Alternative zur A2 über Luzern und den Seelisbergtunnel dar.

Bei Unfällen, Bauarbeiten oder Sperrungen kann ein Teil des Verkehrs über die A4 umgeleitet werden. Die heutige Axenstrasse kann jedoch wegen ihres begrenzten Ausbaus nur eingeschränkt zusätzlichen Verkehr aufnehmen.

Die Neue Axenstrasse soll diese Netzredundanz verbessern.

Verkehr und Engpässe

Das Verkehrsaufkommen unterscheidet sich stark zwischen den einzelnen Abschnitten.

Die höchsten Belastungen treten auf den gemeinsam mit A1, A3 oder A14 geführten Strecken auf. Besonders betroffen sind die Nordumfahrung Zürich, das Limmattaler Kreuz sowie der Abschnitt Blegi–Rütihof.

Regelmässige Staus entstehen durch:

  • hohes Pendleraufkommen;
  • Ferien- und Wochenendverkehr;
  • Unfälle und Pannen;
  • Baustellen;
  • starken Güterverkehr;
  • begrenzte Kapazitäten in Tunnels;
  • Naturereignisse an der Axenstrasse.

Auf schmalen Abschnitten können bereits kleinere Ereignisse zu längeren Sperrungen führen. Dies betrifft insbesondere die Tunnel bei Schaffhausen und die Axenstrasse.

Verkehrsleitsysteme zeigen Staus, Sperrungen, Reisezeiten und empfohlene Umleitungen an. Auf stark belasteten Abschnitten kann die Höchstgeschwindigkeit vorübergehend reduziert werden.

Rastanlagen

Entlang der A4 befinden sich mehrere Rastplätze und Raststätten.

Zu den bedeutenden Anlagen gehören Rastmöglichkeiten im Raum Schaffhausen, im Knonaueramt sowie im Kanton Schwyz.

Die Raststätte bei Affoltern am Albis wurde zusammen mit dem neuen Knonaueramt-Abschnitt eröffnet. Sie bietet Treibstoff, Verpflegung, Parkplätze und sanitäre Anlagen.

Im Raum Schwyz bestehen Warteräume für schwere Nutzfahrzeuge. Sie können bei Störungen auf den Nord-Süd-Achsen aktiviert werden, um Lastwagen kontrolliert zurückzuhalten.

Umwelt und Landschaft

Der Bau der A4 führte zu erheblichen Eingriffen in Siedlungen, Landwirtschaftsflächen, Wälder und Lebensräume.

Bei neueren Abschnitten wurden deshalb umfangreiche Schutz- und Ersatzmassnahmen umgesetzt. Dazu gehören:

  • Tunnel und Überdeckungen;
  • Lärmschutzwände;
  • lärmarme Strassenbeläge;
  • Wildtierbrücken und Durchlässe;
  • Renaturierungen von Bächen;
  • Ersatzaufforstungen;
  • ökologische Ausgleichsflächen;
  • Gestaltung von Böschungen und Tunnelportalen;
  • Wiederherstellung von Landwirtschaftswegen.

Im Knonaueramt wurden grosse Teile der Strecke abgesenkt, überdeckt oder durch den Islisbergtunnel geführt.

Untersuchungen nach der Eröffnung zeigten, dass die Luftschadstoffbelastung in den zuvor stark befahrenen Ortszentren von Hedingen, Affoltern am Albis und Mettmenstetten deutlich zurückging. In unmittelbarer Nähe neuer Autobahnabschnitte nahm die Belastung dagegen teilweise zu.[11]

Sicherheit

Die unterschiedlichen Ausbaustandards stellen besondere Anforderungen an die Verkehrssicherheit.

Auf richtungsgetrennten Abschnitten bestehen meist zwei oder mehr Fahrstreifen je Richtung. Auf Autostrassen und der Axenstrasse verkehren beide Fahrtrichtungen teilweise ohne bauliche Trennung.

Gefahren entstehen insbesondere durch:

  • Frontalkollisionen auf Gegenverkehrsstrecken;
  • Pannen in Tunnels ohne Pannenstreifen;
  • Steinschläge und Murgänge;
  • Nebel, Schnee und Eis;
  • hohe Geschwindigkeitsunterschiede;
  • Rückstaus vor Tunnels und Anschlüssen.

Im Islisbergtunnel gilt wegen der engen Verhältnisse und des fehlenden Pannenstreifens eine niedrigere Höchstgeschwindigkeit als auf den offenen Autobahnabschnitten.[6]

Tunnel werden mit Notrufnischen, Fluchtwegen, Überwachungskameras, Brandmeldeanlagen und Verkehrssignalen ausgerüstet. Polizei, Feuerwehr, Sanität und Unterhaltsdienste führen regelmässige Übungen durch.

Ausbauprojekte

Zu den bedeutenden aktuellen und geplanten Projekten entlang der A4 gehören:

Wichtige Ausbau- und Erhaltungsprojekte
Projekt Inhalt Stand
Thayngen–Herblingen Verbesserung von Sicherheit, Verkehrsfluss und Siedlungsverträglichkeit Planung
Sicherheitsstollen Fäsenstaubtunnel Paralleler Fluchtstollen mit Notausgängen Baustart voraussichtlich 2027
Schaffhausen–Winterthur Beseitigung von Engstellen und Verbesserung der Verkehrssicherheit Planung und etappenweiser Ausbau
Nordumfahrung Zürich Kapazitätsausbau und Erneuerung der Tunnelanlagen Teilweise abgeschlossen, weitere Arbeiten
Rütihof–Küssnacht Gesamterneuerung von Fahrbahn und technischer Ausrüstung Bauarbeiten ab 2026
Neue Axenstrasse Morschacher und Sisikoner Tunnel, Umfahrung von Sisikon Im Bau, Inbetriebnahme voraussichtlich 2033

Chronologie

Ausgewählte Ereignisse
Jahr Ereignis
1864/1865 Eröffnung der Axenstrasse für Pferdefuhrwerke
1960 Schaffung der gesetzlichen Grundlage für das schweizerische Nationalstrassennetz
1970er-Jahre Ausbau mehrerer Abschnitte bei Schaffhausen, Zürich, Zug und Schwyz
1981 Eröffnung des Autobahnabschnitts Rütihof–Küssnacht
1992 Achtmonatige Sperrung der Axenstrasse wegen Felssturzgefahr am Ölberg
2009 Eröffnung der Westumfahrung Zürich und der A4 durch das Knonaueramt
2010 Eröffnung des ausgebauten Abschnitts Schaffhausen–Andelfingen
2020 Aufnahme der Strecke Thayngen–Schaffhausen in das Nationalstrassennetz
2023 Baustart der Neuen Axenstrasse
2026 Beginn umfassender Erhaltungsarbeiten zwischen Rütihof und Küssnacht
2027 Vorgesehener Baustart des Sicherheitsstollens beim Fäsenstaubtunnel
2033 Geplante Inbetriebnahme der Neuen Axenstrasse

Siehe auch

Literatur

  • Bundesamt für Strassen: Strassen und Verkehr. Zahlen und Fakten. Bern, jährlich.
  • Baudirektion Kanton Zürich: A3 Westumfahrung Zürich und A4 Knonaueramt. Zürich 2009.
  • Heinz Pantli und Andreas Honegger: Direkt um Zürich. Die Westumfahrung und die A4 im Knonaueramt. Zürich 2009, ISBN 978-3-033-01890-7.
  • Tiefbauamt des Kantons Schwyz und Amt für Tiefbau des Kantons Uri: A4 Neue Axenstrasse. Schwyz und Altdorf.
  • Bundesamt für Strassen: Verkehrsentwicklung und Verkehrsfluss auf den Nationalstrassen. Bern, jährlich.

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Einzelnachweise