Aesch ZH

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Aesch

Historischer Dorfkern von Aesch

Historischer Dorfkern von Aesch

Wappen von Aesch

Wappen

Lage von Aesch

Lage der Gemeinde

Gemeindedaten

Staat

Schweiz

Kanton

Zürich

Bezirk

Dietikon

BFS-Nummer

0241

Postleitzahl

8904

Koordinaten

47.33722° N, 8.43833° E

Höhe

545 m ü. M.

Fläche

5,21 km²

Einwohner

1'681
(Stand: 30. Juni 2026)

Website

www.aesch-zh.ch


Aesch ist eine politische Gemeinde im Bezirk Dietikon des Kantons Zürich in der Schweiz. Zur Unterscheidung von gleichnamigen Orten wird die Gemeinde gewöhnlich als Aesch ZH bezeichnet. Bis zum Beginn des 21. Jahrhunderts lautete der offizielle Name Aesch bei Birmensdorf. Der mundartliche Ortsname lautet Ääsch.

Die Gemeinde liegt südwestlich von Birmensdorf in einer leicht erhöhten, von Feldern und Wäldern umgebenen Geländekammer. Sie grenzt unmittelbar an den Kanton Aargau und befindet sich etwa zehn Kilometer südwestlich des Zentrums der Stadt Zürich. Trotz der Nähe zur grössten Schweizer Stadt hat Aesch einen ländlich geprägten Dorfkern und grössere Landwirtschafts- und Waldflächen bewahrt.

Seit den 1960er-Jahren wandelte sich Aesch von einem weitgehend landwirtschaftlich geprägten Dorf zu einer Wohngemeinde innerhalb der Agglomeration Zürich. Die gute Erreichbarkeit von Zürich, des Limmattals und des Knonaueramts führte zu einem deutlichen Wachstum der Wohnbevölkerung. Ende Juni 2026 lebten 1'681 Einwohnerinnen und Einwohner in der Gemeinde.[1]

Geografie

Lage

Aesch liegt am südwestlichen Rand des Bezirks Dietikon und des Kantons Zürich. Das Dorf befindet sich in einer Geländemulde zwischen dem Reppischtal im Norden, dem Islisberg im Westen und den Höhenzügen des Albisvorlandes im Osten.

Das Zentrum liegt auf rund 545 Metern über Meer. Das Gemeindegebiet erstreckt sich über 169 Höhenmeter. Der tiefste Punkt befindet sich im Aescherbach-Tobel auf etwa 500 Metern, der höchste Punkt beim Reservoir Tobelhau auf 669 Metern über Meer.[2]

Die politische Gemeinde besitzt eine Fläche von 521 Hektaren beziehungsweise 5,21 Quadratkilometern. Sie gehört damit zu den kleineren Gemeinden des Kantons Zürich.

Aesch grenzt an sechs politische Gemeinden. Auf Zürcher Gebiet sind dies:

Im Kanton Aargau grenzt Aesch an:

Die gemeinsame Grenze mit Wettswil am Albis besteht lediglich aus einem Grenzpunkt. Auch der Grenzabschnitt zu Bonstetten ist sehr kurz. Die längsten gemeinsamen Gemeindegrenzen besitzt Aesch mit Birmensdorf und den aargauischen Nachbargemeinden.

Landschaft

Das Gemeindegebiet wird von einer sanft gewellten Kulturlandschaft geprägt. Rund um den Dorfkern liegen Felder, Wiesen, Obstgärten und einzelne landwirtschaftliche Höfe. Grössere Waldflächen befinden sich insbesondere im südlichen und westlichen Teil des Gemeindegebiets.

Der Aescherbach und kleinere Seitenbäche entwässern das Gebiet in Richtung Birmensdorf und zur Reppisch. Im Bereich des Aescherbach-Tobels hat sich das Wasser in das Gelände eingeschnitten. Das Tobel bildet einen naturnahen Lebensraum und zugleich einen wichtigen Bestandteil des örtlichen Landschaftsbildes.

Von den offenen Anhöhen bestehen Ausblicke zum Albis, zum Uetliberg, in das Reusstal und bei klarer Sicht zu den Alpen. Wander- und Feldwege verbinden Aesch mit Birmensdorf, Arni, Islisberg, Oberwil-Lieli, Bonstetten und Wettswil.

Bodennutzung

Obwohl Aesch zur Agglomeration Zürich gehört, wird ein grosser Teil des Gemeindegebiets weiterhin land- oder forstwirtschaftlich genutzt.

Bodennutzung im Jahr 2018
Nutzungsart Anteil
Landwirtschaftsflächen 55,7 %
Wald und Gehölze 33,2 %
Siedlungsflächen 7,3 %
Verkehrsflächen 3,5 %
Gewässer 0,2 %
Unproduktive Flächen 0,2 %

Der vergleichsweise geringe Anteil der Siedlungsfläche erklärt sich durch die kompakte Bebauung des Dorfes und der Wohnquartiere. Die Gemeinde versucht, die weitere Siedlungsentwicklung innerhalb der bestehenden Bauzonen zu konzentrieren und die umgebende Kulturlandschaft zu erhalten.

Ortsname

Der Name Aesch ist in der Schweiz und im süddeutschen Raum weit verbreitet. Er wird in der älteren Ortsnamenforschung teilweise mit der Esche in Verbindung gebracht. Für Aesch bei Birmensdorf gilt jedoch eine Herleitung aus einem landwirtschaftlichen Begriff als wahrscheinlicher.

Das mittelhochdeutsche Wort Esch oder Aesch bezeichnete Ackerland beziehungsweise einen Teil der im Rahmen der Dreifelderwirtschaft genutzten Saatflur. In mittelalterlichen Rechtsquellen erscheinen Begriffe wie Eschtor oder Eschtürli für Zugänge zu einer eingezäunten Ackerflur. Der Ortsname dürfte somit auf die frühe landwirtschaftliche Nutzung des Gebiets hinweisen.[3]

Die Gemeinde wurde jahrhundertelang als Aesch bei Birmensdorf bezeichnet, um sie von anderen Orten namens Aesch zu unterscheiden. Das Bundesamt für Statistik führt die Änderung des amtlichen Gemeindenamens von Aesch bei Birmensdorf zu Aesch (ZH) mit Wirkung vom 1. Januar 2003.[4]

Im örtlichen und regionalen Sprachgebrauch wird die Bezeichnung Aesch ZH verwendet. Das Kantonskürzel gehört jedoch nicht zum eigentlichen Gemeindenamen, sondern dient der eindeutigen Zuordnung.

Geschichte

Frühgeschichte und Römerzeit

Die günstige Lage zwischen Reusstal, Limmattal und Albisvorland dürfte bereits in vorgeschichtlicher Zeit als Durchgangs- und Siedlungsgebiet genutzt worden sein. Einzelne Funde im weiteren Umfeld weisen auf eine frühe Besiedlung der Region hin.

Östlich des heutigen Dorfes wurden Spuren einer Siedlung aus römischer Zeit entdeckt. Sie zeigen, dass das Gebiet während der römischen Herrschaft zumindest teilweise landwirtschaftlich genutzt wurde. Grössere römische Zentren bestanden im nahe gelegenen Turicum, in Aquae Helveticae und entlang der Verkehrswege durch das Schweizer Mittelland.

Nach dem Ende der römischen Herrschaft wurde die Region alemannisch besiedelt. Die späteren Hof- und Flurnamen sowie die dörfliche Siedlungsstruktur entstanden schrittweise im Früh- und Hochmittelalter.

Erste urkundliche Erwähnung

Aesch wurde am 28. Dezember 1124 erstmals schriftlich erwähnt. Die Nennung findet sich in einer kaiserlichen Urkunde für das Kloster Engelberg. Das Kloster besass damals Grund und Rechte in Aesch.[5]

Die Erwähnung von 1124 bedeutet nicht, dass die Siedlung erst damals gegründet wurde. Das Dorf dürfte bereits längere Zeit bestanden haben. Urkunden hielten in der Regel Besitz-, Herrschafts- oder Rechtsverhältnisse fest und nicht den tatsächlichen Beginn einer Siedlung.

Im Jahr 2024 beging die Gemeinde das 900-Jahr-Jubiläum ihrer ersten urkundlichen Erwähnung. Aus diesem Anlass fanden während des gesamten Jahres kulturelle, gesellschaftliche und historische Veranstaltungen statt. Gleichzeitig erschien der Jubiläumsband Esch ennet dem Albis, der die Geschichte des Dorfes über neun Jahrhunderte dokumentiert.[6]

Herrschaftsverhältnisse im Mittelalter

Im Hoch- und Spätmittelalter besassen verschiedene geistliche und weltliche Herren Güter und Rechte in Aesch. Neben dem Kloster Engelberg gehörten dazu Adelsfamilien und weitere kirchliche Institutionen der Region.

Die hohe und die niedere Gerichtsbarkeit lagen zeitweise in unterschiedlichen Händen. Die niedere Gerichtsbarkeit war vermutlich zunächst ein kyburgisches und später ein österreichisch-habsburgisches Lehen.

Mit der eidgenössischen Eroberung des Aargaus im Jahr 1415 gelangte die hohe Gerichtsbarkeit über Aesch an die Stadt Zürich. Im weiteren Verlauf des 15. Jahrhunderts erwarb Zürich zusätzliche Herrschaftsrechte. Aesch wurde gemeinsam mit Altstetten als Obervogtei verwaltet.

Die Zürcher Obervögte stammten aus dem städtischen Rat. Sie wohnten gewöhnlich nicht dauerhaft in Aesch, sondern liessen sich vor Ort durch Untervögte und weitere Amtsträger vertreten. Die Dorfgemeinschaft verfügte daneben über eigene Nutzungs- und Verwaltungsstrukturen.

Frühe Neuzeit

Nach der Reformation in Zürich wurde Aesch wie die übrigen Zürcher Herrschaftsgebiete reformiert. Kirchlich blieb das Dorf eng mit Birmensdorf verbunden.

Die Bevölkerung lebte hauptsächlich von Ackerbau, Viehzucht und der Nutzung von Wald und Allmend. Das Dorf bestand aus Bauernhäusern, Scheunen, kleineren Handwerksbetrieben und gemeinschaftlich genutzten Einrichtungen.

Die Gemeindescheibe von 1587, auf der drei rote Sparren erscheinen, ist ein frühes Zeugnis der örtlichen Identität. Bereits im 16. Jahrhundert wurde das bis heute bekannte Wappenmotiv auf Karten und in Chroniken dargestellt.

Die Bevölkerungszahl blieb über lange Zeit gering. Im Jahr 1634 wurden 234 Einwohner gezählt. Kriege, Seuchen, schlechte Ernten und begrenzte landwirtschaftliche Ressourcen verhinderten ein stärkeres Wachstum.

Helvetik und 19. Jahrhundert

Mit dem Einmarsch französischer Truppen und der Gründung der Helvetischen Republik im Jahr 1798 endete die Zürcher Obervogteiverwaltung. Aesch wurde dem helvetischen Distrikt Mettmenstetten zugeteilt.

Nach der Mediationsakte von 1803 gehörte die Gemeinde zum Bezirk Horgen. Mit der kantonalen Neuordnung von 1815 kam sie zum Bezirk Zürich.

Die politischen Gemeinden entwickelten sich im 19. Jahrhundert zu modernen öffentlich-rechtlichen Körperschaften. Gemeindeversammlung, Gemeinderat, Schulwesen, Armenfürsorge und örtliche Infrastruktur wurden schrittweise gesetzlich geregelt.

Die wirtschaftliche Grundlage blieb jedoch fast ausschliesslich landwirtschaftlich. Viele Einwohnerinnen und Einwohner arbeiteten auf kleinen und mittleren Bauernbetrieben oder übten zusätzlich ein Handwerk aus.

Zwischen 1850 und 1900 ging die Bevölkerung von 442 auf 288 Personen zurück. Gründe waren die beschränkten Erwerbsmöglichkeiten, die Abwanderung in wachsende Industrieorte und Städte sowie strukturelle Veränderungen in der Landwirtschaft.

20. Jahrhundert

Bis weit ins 20. Jahrhundert war Aesch ein Bauerndorf. Die Siedlung konzentrierte sich auf den historischen Dorfkern und einzelne Höfe in der Umgebung.

Während des Zweiten Weltkriegs bestand von 1942 bis 1946 ein Arbeitslager für Internierte und Emigranten. Die dort untergebrachten Männer führten Rodungs- und Meliorationsarbeiten im Reuetal und im Stierenwald durch.

Nach dem Krieg verbesserten sich die Verkehrsverbindungen in die Stadt Zürich und in die umliegenden Gemeinden. Gleichzeitig stieg die Nachfrage nach Wohnraum ausserhalb der dichter werdenden Stadtgebiete.

Im Jahr 1963 begann die Überbauung der Quartierplangebiete Brunn und Grossacher. Dieser Zeitpunkt gilt als Beginn des grundlegenden Wandels von der Bauern- zur Agglomerationsgemeinde.

Neue Einfamilienhäuser, Mehrfamilienhäuser und öffentliche Einrichtungen entstanden. Die Bevölkerung stieg von 323 Personen im Jahr 1950 auf über 900 Einwohner gegen Ende des 20. Jahrhunderts.

Bei der Bildung des Bezirks Dietikon wechselte Aesch zusammen mit den übrigen Limmattaler Gemeinden auf den 1. Januar 1990 vom Bezirk Zürich in den neuen Bezirk Dietikon.

Entwicklung im 21. Jahrhundert

Zu Beginn des 21. Jahrhunderts überschritt die Gemeinde die Marke von 1'000 Einwohnerinnen und Einwohnern. Weitere Wohnüberbauungen führten besonders in den 2010er-Jahren zu einem deutlichen Bevölkerungswachstum.

Trotz dieser Entwicklung blieb der Dorfkern in seiner Grundstruktur erhalten. Landwirtschaftliche Betriebe, Waldflächen und offene Felder prägen weiterhin grosse Teile des Gemeindegebiets.

Der Ausbau der Westumfahrung Zürich und die Verbesserung des öffentlichen Verkehrs verstärkten die Einbindung Aeschs in die Zürcher Agglomeration. Die Gemeinde ist heute vor allem ein Wohnort, während ein grosser Teil der Erwerbstätigen in Zürich, im Limmattal, im Knonaueramt oder im Kanton Aargau arbeitet.

Wappen

Die Blasonierung des Gemeindewappens lautet:

In Silber pfahlweise drei schwebende gestürzte rote Sparren.

Die älteste bekannte Darstellung des Aescher Gemeindezeichens befindet sich auf einer Gemeindescheibe von 1587. Darauf reichen drei rote Sparren bis an den Rand des silbernen Feldes.

Drei Sparren erscheinen bereits in der Schweizerchronik von Johannes Stumpf aus dem Jahr 1548, auf der Zürcherkarte von Jos Murer von 1566 und auf der Kantonskarte Hans Conrad Gygers von 1667.

Das Motiv wurde auch innerhalb des Dorfes verwendet. Es ist am Dachreiter des sogenannten Türmlihauses zu sehen und diente der Holzkorporation Aesch als Kennzeichnung ihres Holzes. Feuereimer, Windlichter und weitere kommunale Gegenstände trugen unterschiedliche Varianten der Sparren.

Das heutige Wappen mit drei gestürzten und verkürzten Sparren erhielt durch den Gemeinderatsbeschluss vom 11. Februar 1943 amtlichen Charakter.[7]

Bevölkerung

Die Bevölkerungsentwicklung Aeschs verlief über mehrere Jahrhunderte langsam. Im 19. Jahrhundert nahm die Zahl der Einwohnerinnen und Einwohner zeitweise sogar deutlich ab.

Erst die Entwicklung zur Wohngemeinde führte seit den 1960er-Jahren zu einem anhaltenden Wachstum.

Bevölkerungsentwicklung
Jahr Einwohner
1634 234
1850 442
1900 288
1950 323
1970 530
1980 717
1990 862
2000 970
2010 1'034
2015 1'198
2020 1'707
2023 1'696
2024 1'655
2025 1'643
Juni 2026 1'681

Die starke Zunahme zwischen 2010 und 2020 war hauptsächlich auf die Fertigstellung neuer Wohnüberbauungen zurückzuführen. Die Einwohnerzahl schwankt seither um etwa 1'650 bis 1'700 Personen.[1]

Amtssprache ist Deutsch. Im Alltag wird überwiegend Zürichdeutsch gesprochen. Durch die Nähe zur Stadt Zürich und die Zuwanderung aus anderen Regionen ist die sprachliche und kulturelle Zusammensetzung vielfältiger geworden.

Politik und Verwaltung

Aesch ist als Versammlungsgemeinde organisiert. Die Legislative bildet die Gemeindeversammlung, an der die stimmberechtigten Einwohnerinnen und Einwohner unmittelbar über kommunale Geschäfte entscheiden.

Ordentliche Gemeindeversammlungen finden üblicherweise zweimal jährlich statt. Mitte Jahr wird insbesondere über die Jahresrechnung beraten, während gegen Jahresende das Budget und der kommunale Steuerfuss behandelt werden.[8]

Zu den Zuständigkeiten der Gemeindeversammlung gehören unter anderem:

  • Erlass und Änderung grundlegender kommunaler Verordnungen;
  • Beschluss von Budget, Steuerfuss und Jahresrechnung;
  • Genehmigung grösserer Ausgaben;
  • Erwerb und Veräusserung bedeutender Grundstücke;
  • Entscheidungen über kommunale Bau- und Infrastrukturprojekte.

Der Gemeinderat bildet die Exekutive. Er führt die Gemeindeverwaltung, vollzieht die Beschlüsse der Gemeindeversammlung und vertritt Aesch nach aussen.

Als Kollegialbehörde nimmt der Gemeinderat zugleich Aufgaben als Bau-, Sozial- und Gesundheitsbehörde wahr. Er ist für die strategische Gemeindeentwicklung, die Finanzplanung, den Vollzug kantonaler und eidgenössischer Vorschriften sowie die Vorbereitung der Geschäfte der Gemeindeversammlung verantwortlich.[9]

Die Gemeindeverwaltung befindet sich an der Dorfstrasse 3 im historischen Dorfzentrum.

Wirtschaft

Aesch besitzt nur eine begrenzte Zahl von Arbeitsplätzen. Der überwiegende Teil der erwerbstätigen Bevölkerung pendelt in andere Gemeinden, besonders nach Zürich, Birmensdorf, Dietikon, Schlieren, Urdorf und in den Kanton Aargau.

Im Dorf bestehen kleinere und mittlere Betriebe aus den Bereichen Bau, Handwerk, Beratung, Detailhandel, Gastronomie und persönliche Dienstleistungen. Ein Dorfladen und weitere lokale Angebote dienen der Grundversorgung.

Landwirtschaft

Die Landwirtschaft ist trotz des gesellschaftlichen Wandels weiterhin sichtbar. Rund um den Dorfkern und in der offenen Landschaft bestehen etwa 15 Betriebe im Haupt- oder Nebenerwerb.

Zu den wichtigsten Betriebszweigen gehören:

  • Milchwirtschaft;
  • Ackerbau;
  • Obst- und Gemüsebau;
  • Geflügelhaltung;
  • Schweinezucht.

Einzelne Höfe verkaufen ihre Produkte in Hofläden, auf Märkten oder über den örtlichen Detailhandel.[10]

Die landwirtschaftlichen Flächen erfüllen neben ihrer wirtschaftlichen Funktion eine wichtige Aufgabe für Landschaft, Naherholung und ökologische Vernetzung.

Verkehr

Strassenverkehr

Aesch liegt an der regionalen Strassenverbindung zwischen Birmensdorf und dem aargauischen Reusstal. Strassen führen nach Birmensdorf, Arni, Islisberg und Oberwil-Lieli.

Die Strasse durch das Dorf wird besonders während der Hauptverkehrszeiten von Pendlerverkehr aus dem Freiamt in Richtung Zürich und zu den Autobahnanschlüssen bei Birmensdorf belastet.

Nördlich der Gemeinde verlaufen die Autobahnen A3 und A4. Sie bilden einen Teil der Westumfahrung Zürich und verbinden die Region mit Zürich, Basel, Luzern, Zug und Chur.

Die im April 2009 eröffnete Westumfahrung unterquert das Gemeindegebiet von Aesch in einem Tunnel. Dadurch wurde die überregionale Verkehrsanbindung verbessert, ohne dass eine offene Autobahntrasse durch die Landschaft gebaut werden musste.

Öffentlicher Verkehr

Aesch besitzt keinen eigenen Bahnhof. Die Gemeinde ist durch Postautolinien in den Zürcher Verkehrsverbund eingebunden.

Die Linie 215 verbindet Aesch über Birmensdorf und Zürich-Triemli mit dem Bahnhof Zürich Wiedikon. In der Gegenrichtung führt sie über Oberlunkhofen nach Affoltern am Albis.

Die Linie 245 verkehrt zwischen dem Bahnhof Zürich Wiedikon und Muri im Kanton Aargau. Sie erschliesst unter anderem Aesch, Arni, Oberlunkhofen, Unterlunkhofen und Rottenschwil.

Im Nachtnetz wird Aesch durch die Linie N22 bedient.[11]

Wichtige Haltestellen sind:

  • Aesch ZH, Gemeindehaus;
  • Aesch ZH, Heligenmattstrasse.

In Birmensdorf bestehen Anschlüsse an die S-Bahn Zürich. Zürich Hauptbahnhof ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln in rund einer halben Stunde erreichbar.

Bildung

Aesch führt einen Kindergarten und eine eigene Primarschule. Das Schulhaus Nassenmatt liegt an der Lielistrasse und umfasst Unterrichtsräume, Sport- und Gemeinschaftsanlagen sowie Betreuungsangebote.[12]

Die Sekundarstufe wird gemeinsam mit Birmensdorf in der Sekundarschulgemeinde Birmensdorf-Aesch geführt. Die Schülerinnen und Schüler besuchen das Schulhaus Brüelmatt in Birmensdorf.[13]

Mittelschulen und Berufsschulen befinden sich unter anderem in Urdorf, Zürich und weiteren Gemeinden des Kantons. Die gute Verkehrsanbindung erleichtert den Besuch weiterführender Bildungsinstitutionen.

Religion

Aesch besitzt keine eigenständige historische Pfarrkirche. Die reformierte Bevölkerung gehört traditionell zur Kirchgemeinde Birmensdorf-Aesch. Die reformierte Kirche befindet sich in Birmensdorf.

Die römisch-katholischen Einwohnerinnen und Einwohner gehören zur katholischen Kirchgemeinde Birmensdorf-Uitikon-Aesch. Auch deren kirchliches Zentrum liegt ausserhalb des Gemeindegebiets.

Wie in vielen Gemeinden der Zürcher Agglomeration ist der Anteil der Personen ohne Zugehörigkeit zu einer Landeskirche seit dem ausgehenden 20. Jahrhundert deutlich gestiegen.

Kultur und Gesellschaft

Aesch verfügt über ein aktives Vereins- und Gemeinschaftsleben. Vereine, politische Gruppierungen, kirchliche Organisationen und private Initiativen führen kulturelle, sportliche und gesellschaftliche Veranstaltungen durch.

Die kommunale Kulturkommission fördert Anlässe für verschiedene Altersgruppen. Zum örtlichen Veranstaltungskalender gehören Märkte, Konzerte, Theateraufführungen, Lesungen, Kinderveranstaltungen und Dorffeste.

Der AescherMärt und saisonale Märkte bieten lokalen Produzenten und Gewerbebetrieben Gelegenheit, Waren und Dienstleistungen vorzustellen. Sie dienen zugleich als Treffpunkte der Dorfbevölkerung.

Das 900-Jahr-Jubiläum im Jahr 2024 verdeutlichte die Bedeutung der lokalen Identität. Zahlreiche Vereine und Organisationen beteiligten sich an Ausstellungen, Festen und Projekten zur Dorfgeschichte.

Ortsbild und Sehenswürdigkeiten

Historischer Dorfkern

Der alte Dorfkern liegt entlang der Dorfstrasse. Er umfasst Bauernhäuser, Scheunen, ehemalige Handwerkerhäuser und öffentliche Gebäude aus verschiedenen Epochen.

Mehrere Fachwerkbauten und traditionelle Vielzweckbauernhäuser erinnern an die landwirtschaftliche Vergangenheit. Die kompakte Anordnung der Gebäude vermittelt weiterhin den Charakter eines historischen Zürcher Dorfes.

Türmlihaus

Zu den bekanntesten Gebäuden gehört das sogenannte Türmlihaus. Der ehemalige Schul- und Gemeindebau besitzt einen auffälligen Dachreiter, der dem Gebäude seinen Namen gab.

Am Dachreiter ist das historische Wappenmotiv mit den drei Sparren angebracht. Das Gebäude wurde im 20. Jahrhundert restauriert und für öffentliche Zwecke angepasst.

Das Türmlihaus besitzt regionale kulturhistorische Bedeutung und gilt als eines der Wahrzeichen von Aesch.

Gemeindehaus und Dorfplatz

Das heutige Gemeindehaus befindet sich in einem traditionellen Gebäudeensemble im Dorfzentrum. Der davorliegende Platz mit Brunnen und Sitzgelegenheiten bildet einen öffentlichen Begegnungsraum.

In der Umgebung befinden sich weitere ältere Wohn- und Wirtschaftsbauten, die das Erscheinungsbild des Dorfkerns prägen.

Kulturgüter

Mehrere Gebäude und Anlagen im Gemeindegebiet sind in kommunalen oder kantonalen Inventaren erfasst. Sie dokumentieren die Entwicklung vom mittelalterlichen Bauerndorf zur modernen Wohngemeinde.

Neben dem Türmlihaus gehören insbesondere historische Bauernhäuser, Scheunen, Brunnen und Weganlagen zum baulichen Kulturerbe.

Natur und Erholung

Die ausgedehnten Feld- und Waldgebiete machen Aesch zu einem beliebten Naherholungsraum. Spazier- und Wanderwege führen durch die Kulturlandschaft, entlang des Aescherbachs und in die Wälder an der Grenze zum Kanton Aargau.

Die sogenannten Bänkliwege verbinden Aussichtspunkte und Ruheplätze rund um das Dorf. Sie bieten Ausblicke in die Region und werden sowohl von der Bevölkerung als auch von Besucherinnen und Besuchern genutzt.

Velorouten führen nach Birmensdorf, ins Knonaueramt, zum Mutschellen und ins aargauische Reusstal. Wegen der teilweise hügeligen Landschaft eignen sie sich sowohl für Alltags- als auch für Freizeitverkehr.

Persönlichkeiten

Ernst Gugerli

Ernst Gugerli (1911–1993) war Landwirt, Gemeindepolitiker und Mitglied des Nationalrates. Er wurde in Aesch geboren und war während mehrerer Jahrzehnte eng mit der Gemeinde verbunden.

Neben seiner politischen Tätigkeit verfasste er drei umfangreiche Dokumentationsbände zur Aescher Geschichte. Die zwischen 1981 und 1985 entstandenen Werke behandeln die Zeiträume von 1515 bis 1960, von 1960 bis 1973 sowie von 1974 bis 1982.

Seine Aufzeichnungen bilden eine wichtige Grundlage für die lokale Geschichtsforschung.

Historische Dokumentation

Die Geschichte Aeschs ist in mehreren kommunalen Chroniken dokumentiert.

Wichtige Werke zur Dorfgeschichte
Werk Inhalt Erscheinungsjahr
850 Jahre Aesch 1124–1974 Darstellung zur Geschichte anlässlich des 850-Jahr-Jubiläums 1974
Aescher Chronik, Band 1 Zeitraum 1515–1960 1981
Aescher Chronik, Band 2 Zeitraum 1960–1973 1983
Aescher Chronik, Band 3 Zeitraum 1974–1982 1985
Esch ennet dem Albis Geschichte Aeschs über neun Jahrhunderte 2024

Die ersten drei Chronikbände wurden von Ernst Gugerli verfasst. Der Jubiläumsband von 2024 stammt von Hans-Ulrich Bäumler und Hans Jahn.

Siehe auch

Literatur

  • Kurt Egloff: 850 Jahre Aesch, 1124–1974. Aesch 1974.
  • Ernst Gugerli: Aescher Chronik. Band 1: 1515–1960. Aesch 1981.
  • Ernst Gugerli: Aescher Chronik. Band 2: 1960–1973. Aesch 1983.
  • Ernst Gugerli: Aescher Chronik. Band 3: 1974–1982. Aesch 1985.
  • Hans-Ulrich Bäumler, Hans Jahn: Esch ennet dem Albis. Neun Jahrhunderte Dorfgeschichte. Aesch 2024.
  • Karl Grunder: Die Kunstdenkmäler des Kantons Zürich. Band IX: Der Bezirk Dietikon. Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte, Bern 1997, ISBN 978-3-909164-57-8, S. 26–48.
  • Martin Illi: «Aesch bei Birmensdorf». In: Historisches Lexikon der Schweiz.

Einzelnachweise