Katzensee

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Katzensee
Alternativname schweizerdeutsch Chatzesee
Lage Kanton Zürich, zwischen Zürich-Affoltern und Regensdorf
Gemeinden Zürich, Regensdorf; Schutzgebiet teilweise auch Rümlang
Bestandteile Oberer Katzensee und Unterer Katzensee
Höhe 439 m ü. M.
Gesamtfläche rund 0,36 km²
Länge rund 1,1 km
Maximale Breite rund 540 m
Maximale Tiefe rund 8 m
Abflüsse Furtbach und Katzenbach
Besonderheit Naturschutz- und Naherholungsgebiet
Koordinaten 47.4325° N, 8.4928° E

Der Katzensee ist ein aus zwei miteinander verbundenen Kleinseen bestehendes Gewässer im Kanton Zürich. Er liegt am nördlichen Rand der Stadt Zürich auf der Grenze zwischen dem Stadtquartier Affoltern und der Gemeinde Regensdorf. Die beiden Teilgewässer werden als Oberer Katzensee und Unterer Katzensee bezeichnet und gemeinsam häufig auch Katzenseen genannt.

Die Katzenseen sind von Riedflächen, Moorwäldern, Feuchtwiesen und Landwirtschaftsgebieten umgeben. Das Gebiet gehört zu den bedeutendsten Natur- und Landschaftsschutzgebieten in der Agglomeration Zürich. Zugleich ist es ein stark besuchtes Naherholungsgebiet mit Spazier- und Velowegen sowie dem öffentlichen Seebad Katzensee.

Das Schutzgebiet reicht über die eigentlichen Seeufer hinaus und umfasst Flächen in den Gemeinden Zürich, Regensdorf und Rümlang. Es enthält neben den Seen unter anderem die Allmend Katzensee, das Hänsiried, Moorwälder und Trockenstandorte. Teile des Gebiets sind Flachmoore von nationaler Bedeutung.[1]

Name

Die Herkunft des Namens Katzensee ist nicht vollständig geklärt. In der Mundart wird das Gewässer als Chatzesee bezeichnet.

Eine verbreitete Deutung führt den Namen nicht unmittelbar auf die Hauskatze zurück, sondern auf einen alemannischen Personennamen wie Hatto oder Katto. Aus einer ursprünglichen Bezeichnung im Sinn von «See des Hatto» beziehungsweise «See des Katto» könnte sich im Verlauf der Sprachentwicklung der heutige Name gebildet haben.

Die Bezeichnungen Oberer und Unterer Katzensee beziehen sich auf die Lage der beiden Gewässer innerhalb des örtlichen Entwässerungssystems. Der Untere Katzensee liegt westlich, der Obere Katzensee östlich davon.

Der kleinere, weiter östlich gelegene Büsisee wird wegen seines Namens und seiner Nähe gelegentlich ebenfalls zu den Katzenseen gezählt. Er ist jedoch kein natürlicher Teil des ursprünglichen Seesystems.

Lage

Die Katzenseen liegen im nordwestlichen Teil des Zürcher Stadtgebiets und im südöstlichen Teil der Gemeinde Regensdorf. Die Stadtgrenze verläuft teilweise durch die Wasserfläche.

Südlich und südöstlich des Gebiets befinden sich die Zürcher Siedlungen Affoltern und Neu-Affoltern. Nördlich liegen die Ortsteile Watt und Regensdorf. Im Osten schliessen Landwirtschaftsflächen in Richtung Rümlang und Seebach an.

Das Gebiet befindet sich in einer flachen bis leicht hügeligen Landschaft zwischen dem Hönggerberg, dem Altberg und dem Glatttal. Trotz seiner Nähe zu dicht bebauten Stadt- und Agglomerationsgebieten besitzt es einen weitgehend offenen und naturnahen Charakter.

Die Katzenseen liegen auf 439 Metern über Meer. Die gesamte Wasserfläche beträgt rund 0,36 Quadratkilometer. Das Seensystem ist ungefähr 1,1 Kilometer lang und erreicht eine maximale Breite von etwa 540 Metern. Die grösste Tiefe beträgt ungefähr acht Meter.

Oberer Katzensee

Der Obere Katzensee bildet den östlichen Teil des Gewässersystems. Er liegt hauptsächlich auf dem Gebiet der Stadt Zürich und wird von ausgedehnten Schilf-, Ried- und Waldflächen umgeben.

Das Gewässer besitzt keinen grösseren oberirdischen natürlichen Zufluss. Es wird vor allem durch Grundwasser, Niederschlag und kleinere Entwässerungsgräben gespeist.

Am östlichen Ende verlässt der Katzenbach das Seengebiet. Er verläuft in seinem oberen Abschnitt teilweise eingedolt und fliesst über weitere Gewässer in Richtung Glatt.

Der Obere Katzensee ist stärker von Moor- und Riedflächen umgeben als der Untere Katzensee. Seine Ufer sind überwiegend geschützt und nur an wenigen Stellen öffentlich zugänglich.

Unterer Katzensee

Der Untere Katzensee liegt westlich des Oberen Katzensees. Beide Gewässer sind durch einen kurzen, schmalen Kanal miteinander verbunden.

Am südlichen Ufer des Unteren Katzensees befindet sich das öffentliche Seebad Katzensee. Die übrigen Uferbereiche sind weitgehend von Schilf, Moorwald und Feuchtflächen geprägt.

Der Untere Katzensee wird durch den Furtbach nach Westen entwässert. Dieser durchfliesst das Furttal und mündet bei Würenlos im Kanton Aargau in die Limmat.

Das Volumen des Unteren Katzensees beträgt rund 0,84 Millionen Kubikmeter.[2]

Verbindung der beiden Seen

Oberer und Unterer Katzensee sind durch einen natürlichen beziehungsweise später veränderten Wasserlauf miteinander verbunden. Der Kanal ermöglicht den Wasseraustausch zwischen den beiden Becken.

Die Ufer des Verbindungskanals sind von Schilf und weiterer Feuchtvegetation geprägt. Der Bereich ist ökologisch empfindlich und gehört zur geschützten Kernzone.

Durch die geringe Tiefe und den langsamen Wasseraustausch reagieren die Seen empfindlich auf Nährstoffeinträge, Erwärmung und Veränderungen des Grundwasserhaushalts.

Büsisee

Der Büsisee liegt rund 700 bis 800 Meter östlich des Oberen Katzensees nahe der Nordumfahrung Zürich.

Im Gegensatz zu den beiden Katzenseen entstand er nicht auf natürliche Weise. Er wurde im Zusammenhang mit dem Bau der Autobahn als Sammel- und Rückhaltebecken für Entwässerungswasser angelegt.

Der mundartliche Ausdruck Büsi bedeutet Kätzchen. Der Name nimmt damit spielerisch Bezug auf den benachbarten Katzensee.

Der Büsisee ist von einem schmalen Grün- und Feuchtgebiet umgeben. Seine ökologische Funktion unterscheidet sich von jener der natürlichen Katzenseen, er ergänzt jedoch das Gewässernetz der Umgebung.

Entstehung

Die Landschaft der Katzenseen wurde während der letzten Eiszeit durch den Linth-Rhein-Gletscher geformt. Vor rund 20'000 Jahren bedeckten grosse Eismassen das Gebiet des heutigen Kantons Zürich.

Beim Rückzug des Gletschers blieben Moränen, Schotter und wassergefüllte Mulden zurück. Eine Moränenbarriere verhinderte den vollständigen Abfluss des Wassers und führte zur Bildung der Katzenseen.

Die Seen waren ursprünglich grösser als heute. Seit ihrer Entstehung lagerten sich Pflanzenreste, Schlamm und Sedimente in den flachen Randbereichen ab.

Durch diesen natürlichen Verlandungsprozess entstanden zunächst Schilfröhrichte und Flachmoore. An dauerhaft nassen Standorten entwickelten sich später teilweise Zwischen- und Hochmoorbereiche.

Die Katzenseen gelten deshalb als anschauliches Beispiel für die langfristige Entwicklung eines eiszeitlichen Sees zu einer Moorlandschaft.

Geologie

Der Untergrund des Gebiets besteht aus eiszeitlichen Moränenablagerungen, Schottern, Tonen und organischen Moorböden.

In schlecht entwässerten Senken sammelten sich abgestorbene Pflanzenreste. Wegen des Sauerstoffmangels wurden sie nur unvollständig zersetzt und bildeten Torf.

Die Torfschichten speichern grosse Mengen Wasser und Kohlenstoff. Werden sie entwässert, sinkt der Boden ab, und der gespeicherte Kohlenstoff kann als Kohlendioxid freigesetzt werden.

Trockene Moränenhügel wie der Altburghügel unterscheiden sich deutlich von den nassen Moorstandorten. Auf engem Raum bestehen daher sehr unterschiedliche Böden und Lebensräume.

Wasserhaushalt

Die Katzenseen besitzen nur ein kleines Einzugsgebiet. Sie werden hauptsächlich durch Niederschlag, oberflächennahes Grundwasser und Entwässerungsgräben gespeist.

Der Wasserstand hängt stark vom Niederschlag und vom Grundwasserhaushalt der umliegenden Moor- und Landwirtschaftsflächen ab.

Die Entwässerung erfolgt in zwei verschiedene Richtungen. Nach Westen fliesst Wasser über den Furtbach zur Limmat. Nach Osten führt der Katzenbach über das städtische Gewässernetz zur Glatt.

Damit liegt das Seensystem nahe einer lokalen Wasserscheide zwischen den Einzugsgebieten von Limmat und Glatt. Beide Flüsse gehören letztlich zum Flusssystem des Rheins.

Entwässerungen, Strassenbauten und landwirtschaftliche Nutzungen beeinflussten den Wasserhaushalt in der Vergangenheit. Naturschutzprojekte versuchen, ausgetrocknete Moorflächen wieder stärker zu vernässen.

Wasserqualität

Die Katzenseen sind nährstoffreiche Kleinseen. Ihr geringer Wasseraustausch und die geringe Tiefe machen sie empfindlich gegenüber Nährstoffeinträgen.

Phosphor und Stickstoff gelangen unter anderem über Oberflächenwasser, Landwirtschaftsflächen, Laub und natürliche Zersetzungsprozesse in die Seen.

Hohe Nährstoffkonzentrationen fördern das Wachstum von Algen und Wasserpflanzen. Beim Abbau abgestorbener Biomasse wird Sauerstoff verbraucht, wodurch in tieferen Wasserschichten zeitweise Sauerstoffmangel entstehen kann.

Der Untere Katzensee wird vom Kanton regelmässig chemisch und biologisch untersucht. Die Ergebnisse dienen der Beurteilung des ökologischen Zustands und der langfristigen Entwicklung des Gewässers.[3]

Für die Wasserqualität sind der Schutz der Uferzonen, die Verringerung von Nährstoffeinträgen und ein möglichst natürlicher Wasserhaushalt der Moore von grosser Bedeutung.

Verlandung

Die Verlandung gehört zur natürlichen Entwicklung flacher Seen. Wasserpflanzen, Schilf und andere Uferpflanzen bilden organisches Material, das sich am Seegrund ablagert.

Die offenen Wasserflächen werden dadurch langsam kleiner und flacher. Aus den Uferbereichen entstehen Röhrichte, Seggenriede, Moorwiesen und schliesslich Moor- oder Bruchwälder.

An den Katzenseen lassen sich verschiedene Stadien dieses Prozesses auf engem Raum beobachten. Das Gebiet besitzt daher besondere Bedeutung für Naturkunde und Umweltbildung.

Die natürliche Verlandung wird heute nicht grundsätzlich verhindert. Schutz- und Pflegemassnahmen sollen jedoch eine vielfältige Mischung aus offenen Wasserflächen, Ried, Moorwald und Wiesen erhalten.

Naturschutzgeschichte

Das Gebiet der Katzenseen wurde bereits 1912 unter Schutz gestellt. Damit gehört es zu den früh geschützten Naturlandschaften des Kantons Zürich.

Der Schutz verhinderte, dass die Seen und ein grosser Teil der angrenzenden Moore vollständig entwässert, überbaut oder intensiv landwirtschaftlich genutzt wurden.

1977 wurde das Gebiet in das Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung aufgenommen.

Die heutige kantonale Schutzverordnung umfasst Natur- und Landschaftsschutzgebiete in Zürich, Regensdorf und Rümlang. Sie regelt unter anderem Nutzung, Pflege, Landwirtschaft, Waldwirtschaft, Erholung und bauliche Eingriffe.[4]

Die Zonenabgrenzungen wurden später mehrfach überprüft und angepasst. Dabei mussten die Interessen von Natur- und Landschaftsschutz, Landwirtschaft, Grundeigentum und Erholung gegeneinander abgewogen werden.

Schutzgebiet

Das Schutzgebiet besteht nicht nur aus den beiden Seen. Es umfasst einen grossen Landschaftsraum mit unterschiedlichen Lebensräumen.

Dazu gehören:

  • offene Wasserflächen;
  • Schilfröhrichte;
  • Gross- und Kleinseggenriede;
  • Flachmoore;
  • Übergangs- und Hochmoorbereiche;
  • Erlen- und Birkenbruchwälder;
  • Feuchtwiesen;
  • Magerwiesen;
  • Moränenhügel;
  • Landwirtschaftsflächen;
  • Hecken und Waldränder.

Die Kernzonen sollen seltene und gefährdete Tier- und Pflanzenarten schützen. In Umgebungszonen gelten weniger strenge Vorschriften, doch müssen Nutzungen mit den Schutzzielen vereinbar sein.

Wege dürfen grundsätzlich nicht verlassen werden. Hunde sind in empfindlichen Bereichen an der Leine zu führen. Das Pflücken geschützter Pflanzen und das Stören von Tieren sind verboten.

Baden ist nur an den dafür vorgesehenen Stellen gestattet. Boote und andere Schwimmkörper dürfen im geschützten Seengebiet nicht ohne Bewilligung verwendet werden.

Allmend Katzensee

Die Allmend Katzensee liegt östlich und südöstlich der Seen auf Stadtzürcher und Regensdorfer Gebiet.

Ein Teil der Fläche wurde in der Vergangenheit entwässert, aufgeschüttet oder landwirtschaftlich genutzt. Dadurch gingen ursprüngliche Moorböden und Feuchtlebensräume teilweise verloren.

Kanton und Stadt führen Projekte zur Wiederherstellung von Flachmoor- und Feuchtflächen durch. Dabei wird aufgeschütteter Oberboden entfernt, der Wasserhaushalt angepasst und standorttypisches Saatgut eingebracht.

Die Allmend soll wieder stärker mit den bestehenden Ried- und Moorflächen verbunden werden. Dadurch entstehen grössere zusammenhängende Lebensräume für Feuchtgebietspflanzen, Amphibien, Insekten und Vögel.[5]

Gut Katzensee

Das Gut Katzensee liegt auf einem Moränenhügel nördlich des Unteren Katzensees auf dem Gebiet von Regensdorf.

Der Hof und seine Umgebung gehören zur historischen Kulturlandschaft des Seengebiets. Landwirtschaftliche Flächen, alte Bäume und Gebäude bilden einen landschaftlichen Übergang zwischen Moor, Wald und Siedlungsraum.

Am Fuss des Hügels befand sich ursprünglich ein Torfmoor. Dieses wurde vor rund hundert Jahren mit Bodenmaterial überschüttet und später als Weide genutzt.

Der Kanton begann mit der Regeneration einer rund 2200 Quadratmeter grossen Moorfläche. Dazu wurde aufgeschütteter Oberboden entfernt und standorttypische Vegetation angesiedelt.[6]

Hänsiried

Das Hänsiried liegt im weiteren Schutzgebiet der Katzenseen. Es ist als Flachmoor von nationaler Bedeutung ausgewiesen.

Flachmoore werden durch Grund-, Quell- oder Oberflächenwasser mit Mineralstoffen versorgt. Dadurch unterscheiden sie sich von Hochmooren, die hauptsächlich durch Regenwasser gespeist werden.

Im Hänsiried wachsen Seggen, Binsen, Schilf und verschiedene feuchtigkeitsliebende Blütenpflanzen. Das Gebiet dient Amphibien, Libellen und Wiesenvögeln als Lebensraum.

Damit die offenen Moorflächen nicht verbuschen oder bewalden, müssen sie regelmässig gepflegt und teilweise gemäht werden. Der Zeitpunkt der Pflege richtet sich nach den Bedürfnissen empfindlicher Tier- und Pflanzenarten.

Altburghügel

Der Altburghügel liegt nordwestlich des Katzensees auf dem Gebiet von Regensdorf.

Auf dem Moränenhügel befinden sich Trockenwiesen und ehemalige Rebflächen. Die trockenen, südöstlich ausgerichteten Hänge bilden einen starken Gegensatz zu den nahe gelegenen Mooren.

Der Kanton wertet ehemalige Rebbergflächen zu artenreichen Mager- und Fromentalwiesen auf. Dafür wurden verwilderte Reben, Brombeeren, Gebüsche und nicht mehr benötigte Bauten entfernt.[7]

Die Kombination von trockenen und feuchten Standorten erhöht die biologische Vielfalt des gesamten Katzenseegebiets.

Flora

Im Gebiet der Katzenseen wurden mehrere hundert Arten von Blüten- und Farnpflanzen nachgewiesen.

Die Vegetation unterscheidet sich je nach Wasserstand, Boden, Nährstoffgehalt und Nutzung. In den offenen Wasserflächen wachsen verschiedene Laichkräuter, Seerosen und weitere Wasserpflanzen.

An den Ufern dominieren Schilf, Rohrkolben, Binsen und Seggen. In den Flachmooren kommen Orchideen, Wollgräser, Fieberklee und weitere spezialisierte Arten vor.

Zu den charakteristischen beziehungsweise seltenen Pflanzen des Gebiets gehören:

  • Lungen-Enzian;
  • Sumpf-Gladiole;
  • verschiedene Orchideen;
  • Sumpf-Herzblatt;
  • Mehlprimel;
  • Wollgras;
  • Sonnentau;
  • Fieberklee;
  • Schwertlilie;
  • verschiedene Seggenarten.

Moorwälder werden vor allem von Schwarzerlen, Moorbirken und Weiden geprägt. Auf trockeneren Moränenhügeln wachsen artenreiche Wiesen und Gebüsche.

Die genaue Artenzusammensetzung verändert sich durch Wasserhaushalt, Klima, Pflege und Nährstoffeinträge.

Tierwelt

Die Katzenseen bieten zahlreichen Tierarten einen Lebensraum. Besonders wichtig sind die offenen Wasserflächen, Röhrichte, Moore, Feuchtwiesen und strukturreichen Waldränder.

Vögel

Das Gebiet ist Brut-, Nahrungs- und Rastplatz für Wasser-, Ried- und Waldvögel.

Regelmässig beobachtet werden unter anderem:

  • Haubentaucher;
  • Blässhuhn;
  • Stockente;
  • Teichhuhn;
  • Graureiher;
  • Eisvogel;
  • Rohrammer;
  • Teichrohrsänger;
  • Sumpfrohrsänger;
  • verschiedene Greifvögel.

Während des Vogelzugs nutzen zusätzliche Arten die Seen und Feuchtgebiete als Rastplatz.

Störungen durch Menschen und frei laufende Hunde können besonders während der Brutzeit problematisch sein. Die Einhaltung der Wege und Schutzbestimmungen ist daher wichtig.

Amphibien

Tümpel, Gräben und flache Uferbereiche dienen verschiedenen Amphibien als Laichgewässer.

Im Gebiet leben unter anderem Frösche, Kröten und Molche. Einige Arten sind auf fischfreie oder zeitweise austrocknende Kleingewässer angewiesen.

Pflegemassnahmen schaffen und erhalten kleine Laichgewässer. Verbindungen zwischen einzelnen Feuchtflächen ermöglichen den Tieren saisonale Wanderungen.

Reptilien

Sonnige Waldränder, Böschungen und trockene Wiesen bieten Lebensraum für Eidechsen und Schlangen.

Ringelnattern nutzen die Nähe von Wasser und Feuchtgebieten. Sie ernähren sich hauptsächlich von Amphibien und kleinen Fischen.

Trockene Magerwiesen und strukturreiche Säume ergänzen die feuchten Lebensräume und ermöglichen das Vorkommen weiterer Reptilienarten.

Insekten

Das Gebiet besitzt eine vielfältige Insektenfauna. Besonders auffällig sind Libellen, Schmetterlinge und Heuschrecken.

Libellen benötigen offene Wasserflächen, Tümpel und Gräben für ihre Larvenentwicklung. Unterschiedliche Gewässertypen fördern eine grosse Artenvielfalt.

Magerwiesen und Moorflächen bieten spezialisierten Schmetterlingen und Heuschrecken Nahrung und Fortpflanzungsräume.

Fische

In den Katzenseen leben verschiedene Fischarten, die an nährstoffreiche und teilweise sauerstoffarme Kleinseen angepasst sind.

Zu den möglichen beziehungsweise nachgewiesenen Arten gehören Hecht, Schleie, Rotauge, Rotfeder, Egli und Karpfenartige.

Die geringe Tiefe und sommerliche Erwärmung können den Sauerstoffhaushalt beeinflussen. Besonders in tiefen Wasserschichten kann es zeitweise zu Sauerstoffmangel kommen.

Fischerei ist nur im Rahmen der geltenden kantonalen Vorschriften und Schutzbestimmungen zulässig. Die Bedürfnisse des Naturschutzes besitzen im Gebiet Vorrang.

Historische Nutzung

Die Umgebung der Katzenseen wurde seit Jahrhunderten landwirtschaftlich genutzt. Wiesen lieferten Heu und Streue, während trockenere Flächen als Acker- oder Weideland dienten.

Schilf, Torf und Holz waren wichtige lokale Rohstoffe. Torf wurde getrocknet und als Brennmaterial verwendet.

Die feuchten Böden erschwerten die Bewirtschaftung. Entwässerungsgräben und Aufschüttungen sollten zusätzliche Nutzflächen schaffen.

Die Seen dienten ausserdem der Fischerei und im Winter teilweise der Gewinnung von Eis. Gefrorenes Seewasser wurde vor der Verbreitung elektrischer Kühlung in Eiskellern zur Lagerung von Lebensmitteln verwendet.

Mit der Ausdehnung Zürichs und Regensdorfs gewann das Gebiet im 20. Jahrhundert zunehmend als Erholungsraum an Bedeutung.

Torfabbau

Moorböden enthalten unvollständig zersetzte Pflanzenreste, die als Torf bezeichnet werden.

In Zeiten knapper Brennstoffe wurde Torf auch im Katzenseegebiet abgebaut. Besonders während wirtschaftlicher Krisen und Kriegszeiten gewann er als Ersatz für Holz und Kohle an Bedeutung.

Der Torfabbau hinterliess Gräben, Senken und veränderte Bodenprofile. Manche Kleingewässer entstanden oder vergrösserten sich durch die Entnahme von Torf.

Heute ist der Torfabbau verboten. Moorböden gelten als wertvolle Lebensräume und als wichtige Kohlenstoffspeicher.

Landwirtschaft

Landwirtschaftsflächen bilden einen grossen Teil des weiteren Einzugsgebiets der Seen.

Die Betriebe bewirtschaften Wiesen, Weiden und Ackerflächen. In den Schutz- und Pufferzonen gelten Einschränkungen für Düngung, Pflanzenschutz und Bodennutzung.

Extensiv genutzte Wiesen können eine hohe Artenvielfalt entwickeln. Sie werden nur wenige Male pro Jahr gemäht und nicht oder nur begrenzt gedüngt.

Die Zusammenarbeit mit Landwirtschaftsbetrieben ist für den Schutz der Moore und Riedflächen von grosser Bedeutung. Bewirtschaftungsverträge und Beiträge entschädigen besondere Naturschutzleistungen.

Naherholung

Die Katzenseen gehören zu den beliebtesten Naherholungsgebieten im Norden Zürichs.

Spaziergängerinnen, Jogger, Velofahrerinnen, Familien und Naturbeobachter nutzen die Wege rund um die Seen. Die flache Landschaft ist leicht zugänglich und eignet sich für kurze wie längere Rundwege.

Die starke Nutzung führt jedoch zu Konflikten mit dem Naturschutz. Abfälle, Lärm, das Verlassen der Wege und frei laufende Hunde können empfindliche Lebensräume beeinträchtigen.

Besonders an warmen Sommertagen wird das Gebiet stark besucht. Behörden und Gebietsbetreuung informieren deshalb über Verhaltensregeln und kontrollieren deren Einhaltung.

Seebad Katzensee

Das Seebad Katzensee liegt am südlichen Ufer des Unteren Katzensees in Zürich-Affoltern.

Die Anlage besitzt eine grosse Liegewiese, einen natürlichen Badezugang, einen etwa 80 Meter langen Strandbereich, Garderoben, sanitäre Einrichtungen, Grillstellen und einen Restaurations- beziehungsweise Kioskbetrieb.

Der Eintritt ist kostenlos. Das Bad wird vom Sportamt der Stadt Zürich betrieben.[8]

Innerhalb der Badeanlage ist das Schwimmen gestattet. Ausserhalb der freigegebenen Bereiche gelten die Vorschriften des Naturschutzgebiets.

Ein kleiner, räumlich abgegrenzter Bereich wird traditionell für das Baden ohne Badekleidung genutzt.

Baden

Das Wasser der Katzenseen erwärmt sich wegen der geringen Tiefe im Sommer vergleichsweise rasch.

Gebadet werden darf grundsätzlich nur im Bereich der offiziellen Badeanlage und an ausdrücklich freigegebenen Stellen.

Das Betreten von Schilf- und Moorufern ist verboten. Diese Bereiche sind nicht nur ökologisch empfindlich, sondern können wegen weicher und instabiler Böden auch gefährlich sein.

Die Stadt beziehungsweise die zuständigen Behörden überwachen während der Badesaison die Wasserqualität und informieren bei gesundheitlich bedenklichen Situationen.

Hunde sind im Seebad und in den empfindlichen Uferbereichen nur entsprechend den örtlichen Vorschriften erlaubt.

Eislaufen und Betreten der Eisfläche

In kalten Wintern können die flachen Katzenseen zufrieren. Die Eisfläche darf jedoch nur betreten werden, wenn sie von der Stadtpolizei Zürich ausdrücklich freigegeben wurde.

Für eine Freigabe wird die Dicke und Qualität des Eises an mehreren Stellen gemessen. Nicht nur die Gesamtdicke, sondern auch der Anteil tragfähigen Schwarzeises ist entscheidend.

In den Jahren 1985, 1991, 2002, 2006, 2009 und 2012 wurden die Eisflächen zeitweise freigegeben. Solche Freigaben sind wegen milderer Winter selten geworden.

2012 konnte der Katzensee nach Messungen der Wasserschutzpolizei und eines Glaziologen für die Öffentlichkeit geöffnet werden.[9]

Ohne amtliche Freigabe ist das Betreten der Eisfläche lebensgefährlich. Strömungen, Quellen, Schilf und unterschiedliche Wassertiefen können zu dünnen Stellen führen.

Wege und Rundgang

Ein Netz von Fuss- und Velowegen erschliesst die Umgebung der Katzenseen.

Ein Rundgang führt durch Wald, Landwirtschaftsflächen und entlang der geschützten Riedlandschaft. Wegen der empfindlichen Ufer verläuft der Weg nicht überall unmittelbar am Wasser.

Je nach gewählter Route dauert die Umrundung ungefähr eine bis eineinhalb Stunden.

Informationstafeln erläutern die Entstehung der Landschaft, die Moorvegetation, Tierarten und Schutzbestimmungen.

Mehrere Wege verbinden das Gebiet mit Zürich-Affoltern, Regensdorf, Watt, Rümlang und dem Hönggerberg.

Dampfbahn Katzensee

In der Nähe des Seengebiets befindet sich die Dampfbahn Katzensee.

Die Gartenbahn wird von einem Verein betrieben und verfügt über ein Streckennetz für kleine Dampf-, Elektro- und Verbrennungslokomotiven.

An ausgewählten Betriebstagen können Besucherinnen und Besucher auf den Miniaturzügen mitfahren. Die Anlage ist besonders bei Familien und Eisenbahninteressierten beliebt.

Die Dampfbahn ist kein Bestandteil des eigentlichen Naturschutzgebiets, steht jedoch in enger Verbindung mit dem Freizeitangebot rund um den Katzensee.

Verkehr und Erreichbarkeit

Die Katzenseen sind mit öffentlichen Verkehrsmitteln, zu Fuss und mit dem Velo erreichbar.

Von den Bahnhöfen beziehungsweise Haltestellen Zürich-Affoltern und Regensdorf-Watt führen Busverbindungen und Fusswege zum Gebiet.

Velorouten verbinden den Katzensee mit Oerlikon, Affoltern, Regensdorf, dem Furttal und weiteren Stadtteilen.

Die Zufahrt mit dem Auto ist wegen der begrenzten Parkmöglichkeiten und der Schutzbestimmungen eingeschränkt. An stark besuchten Sommertagen können die vorhandenen Parkplätze rasch belegt sein.

Die Anreise mit dem öffentlichen Verkehr oder dem Velo wird daher empfohlen.

Raumplanung

Das Katzenseegebiet liegt zwischen stark wachsenden Siedlungsräumen. Zürich-Affoltern, Regensdorf und Rümlang verzeichneten in den vergangenen Jahrzehnten eine intensive Bautätigkeit.

Strassen, Eisenbahnlinien, Gewerbegebiete und Wohnquartiere reichen teilweise nahe an das Schutzgebiet heran.

Die Schutzverordnung soll verhindern, dass die Seen und ihre Umgebung weiter zerschnitten oder überbaut werden.

Pufferzonen zwischen Naturschutzgebiet und intensiver Nutzung sind besonders wichtig. Sie verringern Störungen, Nährstoffeinträge und Veränderungen des Wasserhaushalts.

Die langfristige Sicherung der ökologischen Verbindungen zu benachbarten Grünräumen gehört zu den zentralen Aufgaben der regionalen Raumplanung.

Nordumfahrung Zürich

Östlich des Katzenseegebiets verläuft die Nordumfahrung Zürich mit der Autobahn A1.

Der Bau und spätere Ausbau der Autobahn veränderten die Landschaft und beeinflussten Gewässer, Wildtierkorridore und Erholungswege.

Der Büsisee entstand als technisches Rückhalte- und Entwässerungsbecken im Zusammenhang mit der Verkehrsinfrastruktur.

Lärmschutz, Wasserreinigung und ökologische Ersatzmassnahmen sollen die Auswirkungen der Autobahn begrenzen.

Trotz dieser Massnahmen bleibt die Nähe einer stark befahrenen Verkehrsachse eine Belastung für das Gebiet.

Pflege des Schutzgebiets

Ohne regelmässige Pflege würden offene Ried- und Magerwiesen verbuschen und schliesslich zu Wald werden.

Pflegearbeiten umfassen:

  • spätes Mähen der Riedwiesen;
  • Entfernung von Gehölzen;
  • Pflege von Hecken und Waldrändern;
  • Offenhaltung kleiner Gewässer;
  • Bekämpfung invasiver Pflanzen;
  • Regulierung des Wasserhaushalts;
  • Pflege artenreicher Magerwiesen;
  • Besucherlenkung.

Das Schnittgut wird aus den Moorflächen entfernt, damit sich keine zusätzlichen Nährstoffe anreichern.

Invasive gebietsfremde Arten können einheimische Pflanzen verdrängen. Sie werden deshalb gezielt beobachtet und bekämpft.

Die Pflege erfolgt durch Kanton, Stadt, Gemeinden, Forstbetriebe, Landwirtschaft und beauftragte Naturschutzorganisationen.

Besucherlenkung

Die grosse Zahl von Erholungssuchenden macht eine gezielte Besucherlenkung notwendig.

Markierte Wege, Zäune, Informationstafeln und klar abgegrenzte Badebereiche sollen verhindern, dass Menschen in empfindliche Kernzonen gelangen.

An besonders sensiblen Stellen werden Wege gesperrt oder verlegt. Neue Einrichtungen werden so geplant, dass sie möglichst wenig zusätzliche Störungen verursachen.

Rangerinnen, Ranger und weitere Aufsichtspersonen informieren über die Schutzregeln und können bei Verstössen eingreifen.

Die Besucherlenkung soll Naturerlebnis ermöglichen, ohne die Lebensräume seltener Arten zu beeinträchtigen.

Klimawandel

Der Klimawandel beeinflusst auch die Katzenseen und ihre Moorlandschaft.

Höhere Luft- und Wassertemperaturen können die Verdunstung erhöhen, den Sauerstoffhaushalt verändern und das Wachstum von Algen fördern.

Längere Trockenperioden führen zu tieferen Wasserständen in Mooren. Trocknet Torfboden aus, wird organisches Material zersetzt und Kohlendioxid freigesetzt.

Starkniederschläge können dagegen in kurzer Zeit grosse Mengen Wasser und Nährstoffe in die Seen transportieren.

Die Wiedervernässung von Moorflächen verbessert ihre Widerstandsfähigkeit und verringert den Abbau von Torf.

Langfristig müssen Naturschutz, Landwirtschaft, Hochwasserschutz und Erholungsnutzung an veränderte klimatische Bedingungen angepasst werden.

Bedeutung als Kohlenstoffspeicher

Moorböden speichern grosse Mengen Kohlenstoff in Form von Torf.

Solange die Böden wassergesättigt sind, werden abgestorbene Pflanzenreste nur langsam abgebaut. Dadurch kann über Jahrhunderte oder Jahrtausende Kohlenstoff angesammelt werden.

Entwässerte Moorböden setzen dagegen Treibhausgase frei. Ihre Wiedervernässung dient deshalb sowohl dem Arten- als auch dem Klimaschutz.

Die Moorregenerationsprojekte beim Gut Katzensee und in der Allmend besitzen neben ihrer lokalen ökologischen Wirkung auch klimapolitische Bedeutung.

Wissenschaft und Umweltbildung

Die Katzenseen werden seit langer Zeit für botanische, zoologische, hydrologische und limnologische Untersuchungen genutzt.

Das Gebiet zeigt auf engem Raum verschiedene Stadien der Seenverlandung und Moorentwicklung. Es eignet sich daher besonders für Exkursionen von Schulen, Hochschulen und Naturschutzorganisationen.

Langfristige Untersuchungen dokumentieren Veränderungen der Vegetation, Wasserqualität, Vogelwelt und Amphibienbestände.

Die Ergebnisse unterstützen die Planung von Pflegemassnahmen und ermöglichen eine Erfolgskontrolle von Aufwertungsprojekten.

Informationstafeln und Führungen vermitteln der Bevölkerung die Bedeutung von Mooren, Riedwiesen und naturnahen Gewässern.

Landschaftsbild

Das Landschaftsbild wird durch die offenen Wasserflächen, breite Schilfgürtel, Moorwälder, Wiesen und die umliegenden Moränenhügel geprägt.

Die Nähe zur Stadt ist an einzelnen Stellen durch Wohnhäuser, Hochhäuser, Verkehrswege und technische Anlagen sichtbar.

Trotzdem vermittelt das Gebiet in vielen Bereichen den Eindruck einer weitgehend natürlichen Seen- und Moorlandschaft.

Im Frühling und Sommer prägen blühende Wiesen und dichtes Schilf das Bild. Im Herbst färben sich die Moor- und Laubwälder, während im Winter Nebel, Reif und gelegentlich Eis charakteristisch sind.

Das Nebeneinander von Natur- und Kulturlandschaft trägt wesentlich zum besonderen Erholungswert bei.

Bedeutung für Zürich und Regensdorf

Für die Stadt Zürich sind die Katzenseen einer der wichtigsten naturnahen Erholungsräume ausserhalb der dicht bebauten Quartiere.

Für Regensdorf bildet das Gebiet einen bedeutenden Grünraum zwischen den Siedlungen und dem Furttal.

Die Seen verbinden Natur-, Landschafts- und Klimaschutz mit Freizeit, Umweltbildung und regionaler Identität.

Die gemeinsame Lage auf mehreren Gemeindegebieten macht eine koordinierte Planung und Pflege notwendig. Kanton, Stadt Zürich, Regensdorf und Rümlang arbeiten deshalb bei Schutz, Landwirtschaft, Verkehr und Erholung zusammen.

Siehe auch

Einzelnachweise

Wikimedia Commons Wikimedia Commons: Medien zu Katzensee