Richterswil

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Richterswil
Wappen
Wappen von Richterswil
Wappen von Richterswil
Staat Schweiz
Kanton Zürich
Bezirk Horgen
BFS-Nummer 0138
Postleitzahlen 8805 Richterswil
8833 Samstagern
Höhe 408 bis 725 m ü. M.
Fläche 7,55 km²
Einwohner 14'513
Einwohnerstand 31. Dezember 2025
Ortsteile Richterswil, Samstagern
Region Zimmerberg
Website www.richterswil.ch

Richterswil ist eine politische Gemeinde im Bezirk Horgen des Kantons Zürich in der Schweiz. Sie liegt am linken Ufer des Zürichsees unmittelbar an der Grenze zum Kanton Schwyz. Zur Gemeinde gehören das historische Seedorf Richterswil und der höher gelegene Ortsteil Samstagern sowie verschiedene Weiler, Einzelhöfe und kleinere Siedlungen.

Das Gemeindegebiet erstreckt sich vom Zürichsee auf 408 m ü. M. über die Hügellandschaft des Zimmerbergs bis in die Umgebung des Hüttnersees. Richterswil verbindet einen dicht bebauten Siedlungsraum am See mit einem weitgehend ländlich geprägten Hinterland. Die Nähe zu Zürich, Zug, Pfäffikon SZ, Rapperswil-Jona und Einsiedeln sowie die gute Erschliessung durch Bahn, Bus und Schifffahrt machen die Gemeinde zu einem gefragten Wohnort.

Überregional bekannt ist Richterswil vor allem für die alljährlich veranstaltete Räbechilbi, einen der grössten Räbenlichterumzüge der Schweiz. Weitere Wahrzeichen sind der historische Dorfkern, die reformierte Kirche, die Uferanlagen und die Richterswiler Fontäne, die ohne Pumpen allein durch den natürlichen Wasserdruck betrieben wird.

Geographie

Richterswil liegt im äussersten Südwesten des Kantons Zürich am linken Zürichseeufer. Die Gemeinde grenzt im Norden an Wädenswil, im Osten über den Zürichsee an Gemeinden am gegenüberliegenden Ufer und im Süden sowie Südwesten an den Kanton Schwyz. Zu den benachbarten schwyzerischen Gemeinden gehören Wollerau und Feusisberg.

Das Gemeindegebiet umfasst rund 7,55 km². Es steigt vom Seeufer zunächst steil und anschliessend in mehreren Geländestufen gegen den Zimmerberg an. Der tiefste Bereich liegt am Zürichsee auf rund 408 m ü. M., während die höher gelegenen Teile bei Samstagern und in der Nähe des Hüttnersees Höhen von über 700 m ü. M. erreichen.

Etwa die Hälfte der Gemeindefläche wird landwirtschaftlich genutzt. Rund ein Drittel entfällt auf Siedlungsflächen. Verkehrsflächen, Wald und Gewässer nehmen den übrigen Teil ein. Zusätzlich besitzt die Gemeinde Waldungen ausserhalb ihres eigenen Territoriums am Höhronen im Kanton Schwyz.

Richterswil

Der Hauptort Richterswil liegt unmittelbar am Zürichsee. Der historische Dorfkern entwickelte sich rund um die Kirche, die alten Verkehrswege und die Bäche, die vom Zimmerberg zum See führen. Entlang des Ufers entstanden im 19. und 20. Jahrhundert Wohnhäuser, Gewerbebauten, Verkehrsanlagen und öffentliche Freiräume.

Der Bahnhof, das Gemeindehaus, zahlreiche Einkaufsmöglichkeiten und ein grosser Teil der öffentlichen Einrichtungen befinden sich im Hauptort. Die Bebauung reicht heute weit über den historischen Kern hinaus und ist teilweise mit den Siedlungsgebieten von Wädenswil und Wollerau zusammengewachsen.

Samstagern

Samstagern liegt auf einer Geländeterrasse südwestlich des Hauptortes. Der Ortsteil besitzt einen eigenständigen dörflichen Kern und ist von Landwirtschaftsflächen, Weilern, Weihern und Waldgebieten umgeben.

Durch den Bahnhof Samstagern an den Strecken der Schweizerischen Südostbahn entwickelte sich der Ort im 20. Jahrhundert zu einem wichtigen Verkehrsknoten. In Samstagern befinden sich Wohnquartiere, Gewerbebetriebe, Schulhäuser und weitere kommunale Einrichtungen.

Trotz des starken Bevölkerungswachstums ist der ländliche Charakter im oberen Gemeindeteil deutlich erkennbar. Die räumliche Trennung zwischen Richterswil am See und Samstagern auf der Höhe gehört zu den prägenden Merkmalen der Gemeinde.

Gewässer

Das bedeutendste Gewässer ist der Zürichsee, an dem Richterswil über einen mehrere Kilometer langen Uferabschnitt verfügt. Kleinere Bäche entwässern die Hänge des Zimmerbergs und münden im Siedlungsgebiet in den See.

Im höher gelegenen Teil der Gemeinde befinden sich mehrere Weiher und Feuchtgebiete. Dazu gehören der Sternenweiher, der Sennweidweiher und weitere kleinere Gewässer. Der nahe Hüttnersee liegt grösstenteils ausserhalb des Richterswiler Gemeindegebiets, ist aber eng mit dem Landschafts- und Erholungsraum von Samstagern verbunden.

Die Bäche wurden seit dem 19. Jahrhundert teilweise für Gewerbe und Industrie genutzt. Ihr Wasser trieb Mühlen und später Turbinen an. Im dicht besiedelten Gebiet wurden einzelne Bachabschnitte eingedolt oder baulich verändert.

Insel Schönenwirt

Vor dem Richterswiler Ufer liegt die kleine Insel Schönenwirt. Sie gehört der Gemeinde und ist ein auffälliges landschaftliches Element im Zürichsee. Die bewaldete Insel befindet sich in geringer Entfernung vom Festland und ist vom Uferweg aus gut sichtbar.

Schönenwirt wird nicht dauerhaft bewohnt. Die Insel und ihr Umfeld dienen vor allem dem Natur- und Landschaftsschutz. Sie ist zugleich Bestandteil des charakteristischen Seeufers von Richterswil.

Klima

Richterswil besitzt ein gemässigtes mitteleuropäisches Klima. Der Zürichsee wirkt temperaturausgleichend, weshalb die Winter am See häufig etwas milder und die Sommer weniger heiss sind als in höher gelegenen Gebieten.

Zwischen dem Seeufer und Samstagern bestehen aufgrund des Höhenunterschieds lokale klimatische Abweichungen. Im oberen Gemeindeteil treten im Winter häufiger Schneefälle auf, während am See teilweise bereits schneefreie Verhältnisse herrschen.

Die nach Südosten und Osten ausgerichteten Hänge profitieren von einer guten Besonnung. Nebel kann insbesondere im Herbst und Winter über dem Zürichsee auftreten. Gleichzeitig liegt Richterswil häufig am Rand der geschlossenen Nebeldecke des schweizerischen Mittellandes.

Bevölkerung

Ende 2025 zählte Richterswil 14'513 Einwohnerinnen und Einwohner. Davon lebten 11'173 im Hauptort Richterswil und 3'340 in Samstagern.[1]

Die Bevölkerungsentwicklung wurde besonders seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts durch die gute Verkehrslage und die Nähe zur Agglomeration Zürich geprägt. Aus dem früheren Bauern-, Gewerbe- und Industriedorf entwickelte sich eine Wohn- und Arbeitsplatzgemeinde.

Jahr Einwohner Bemerkung
1798 2'463 Beginn der selbständigen politischen Gemeinde
1850 rund 3'200 Wachstum durch Heimarbeit, Gewerbe und frühe Industrialisierung
1900 rund 4'100 Ausbau von Industrie und Eisenbahnverkehr
1950 rund 5'500 Beginn des verstärkten Siedlungswachstums
1980 rund 8'500 Ausbau neuer Wohnquartiere
2000 rund 10'600 Zunehmende Einbindung in die Agglomeration Zürich
2020 über 13'500 Anhaltendes Wachstum in Richterswil und Samstagern
2025 14'513 Davon 3'340 Einwohner in Samstagern

Mehr als ein Fünftel der Bevölkerung besitzt eine ausländische Staatsangehörigkeit. Neben der traditionellen deutschsprachigen Mehrheit leben Menschen aus zahlreichen europäischen und aussereuropäischen Staaten in der Gemeinde.

Der Anteil der unter 20-Jährigen liegt bei etwas mehr als einem Fünftel. Ebenfalls rund ein Fünftel der Bevölkerung ist älter als 64 Jahre. Diese Altersstruktur stellt die Gemeinde vor Aufgaben in den Bereichen Schule, Kinderbetreuung, Altersversorgung und Pflege.

Name

Der Ortsname Richterswil geht wahrscheinlich auf einen alemannischen Siedler namens Richtilo zurück. Die ursprüngliche Bezeichnung «Richtilos wilari» bedeutete sinngemäss «Weiler des Richtilo».

Im Verlauf des Mittelalters erschienen unterschiedliche Schreibweisen. Bei der ersten gesicherten urkundlichen Erwähnung von 1265 wurde der Ort als «Richtliswile» bezeichnet. Spätere Formen näherten sich schrittweise dem heutigen Namen an.

Die Endung «-wil» ist in der Deutschschweiz weit verbreitet und geht auf das lateinische Wort villare beziehungsweise das althochdeutsche wīlāri für Hof, Weiler oder kleine Siedlung zurück.

Geschichte

Frühgeschichte und Besiedlung

Archäologische Funde belegen, dass das Gebiet von Richterswil bereits lange vor der mittelalterlichen Dorfgründung begangen oder besiedelt wurde. Die ältesten bekannten Spuren reichen bis in die Jungsteinzeit zurück.

Die Lage am See, fruchtbare Böden und natürliche Wasserläufe boten günstige Voraussetzungen für Landwirtschaft und Fischerei. Verkehrswege entlang des Zürichsees und über die Höhenzüge verbanden das Gebiet mit der Zentralschweiz, dem Zürichseeraum und den Alpenübergängen.

Zwischen dem 7. und 9. Jahrhundert liessen sich Alemannen im Gebiet nieder. Nach der örtlichen Überlieferung gründete ein Mann namens Richtilo mit seiner Sippe eine Siedlung, aus deren Bezeichnung sich der heutige Ortsname entwickelte.

Herrschaft Wädenswil

Richterswil wurde 1265 erstmals urkundlich erwähnt. Der Ort gehörte damals zur Herrschaft der Freiherren von Wädenswil. Deren Zentrum war die Burg Alt-Wädenswil, deren Ruine heute auf dem Gemeindegebiet von Richterswil liegt.

Die Freiherren verfügten über Grundbesitz, Gerichtsrechte und kirchliche Patronatsrechte. Die Bevölkerung lebte hauptsächlich von Landwirtschaft, Viehzucht, Fischerei und lokalem Handwerk.

Rudolf III. von Wädenswil verkaufte 1287 die Herrschaft mit Burg, Rechten und Besitzungen an den Johanniterorden. Damit kam Richterswil unter die Herrschaft einer geistlichen Rittergemeinschaft.

Johanniterkommende Wädenswil

Der Johanniterorden verwaltete die Herrschaft von seiner Kommende in Wädenswil aus. Die Ordensritter übten gerichtliche und wirtschaftliche Rechte aus und waren zugleich für das kirchliche Leben von Bedeutung.

Im 14. und 15. Jahrhundert kam es wiederholt zu Auseinandersetzungen zwischen den Bewohnern der Herrschaft und den jeweiligen Herren. Streitpunkte waren insbesondere Abgaben, Frondienste, Weiderechte und die Nutzung gemeinsamer Güter.

Die strategische Lage der Herrschaft zwischen Zürich, Schwyz und dem Gebiet der späteren Eidgenossenschaft führte zu politischen Spannungen. Während des Alten Zürichkriegs in der Mitte des 15. Jahrhunderts war die Region von militärischen Auseinandersetzungen und wirtschaftlichen Belastungen betroffen.

Übergang an Zürich

Die Stadt Zürich erwarb 1549 die Herrschaft Wädenswil vom Johanniterorden. Richterswil wurde damit Teil des zürcherischen Untertanengebiets.

Die Burg Alt-Wädenswil wurde auf Verlangen der eidgenössischen Orte geschleift. Sie befürchteten, Zürich könnte die Anlage als starken militärischen Stützpunkt in unmittelbarer Nähe zum Kanton Schwyz nutzen.

Richterswil gehörte fortan zur zürcherischen Landvogtei Wädenswil. Die politische und rechtliche Selbständigkeit der Dorfgemeinde blieb eingeschränkt. Die Stadt Zürich bestimmte wesentliche Teile der Verwaltung, Gerichtsbarkeit und Wirtschaftsordnung.

Reformation

Die Bevölkerung von Richterswil nahm im Zuge der von Huldrych Zwingli geprägten Zürcher Reformation den reformierten Glauben an. Kirchliche Bilder und Altäre wurden aus der mittelalterlichen Martinskirche entfernt.

Die bestehenden kirchlichen Strukturen wurden in die reformierte Zürcher Landeskirche überführt. Die Pfarrgemeinde blieb für das soziale und politische Leben des Dorfes von grosser Bedeutung.

Katholische Gottesdienste waren während mehrerer Jahrhunderte nicht zugelassen. Erst im Zuge der Niederlassungs- und Religionsfreiheit des 19. Jahrhunderts entstand wieder eine katholische Gemeinschaft.

Wädenswiler Aufstand

In den Jahren 1645 und 1646 beteiligten sich Bewohner der Herrschaft Wädenswil an einem Aufstand gegen die Stadt Zürich. Anlass waren neue Abgaben und die Einschränkung überlieferter Rechte.

Der sogenannte Wädenswiler Aufstand wurde von Zürich niedergeschlagen. Führende Beteiligte wurden bestraft, und die obrigkeitliche Kontrolle über die Landschaft wurde verstärkt.

Die Ereignisse verdeutlichen die Spannungen zwischen der städtischen Obrigkeit und den ländlichen Gemeinden in der Alten Eidgenossenschaft. Auch in Richterswil blieb die Erinnerung an den Widerstand gegen Zürich lange lebendig.

Von der Helvetischen Republik zur modernen Gemeinde

Mit dem Einmarsch französischer Truppen und der Errichtung der Helvetischen Republik endete 1798 die zürcherische Untertanenherrschaft. Richterswil wurde zu einer selbständigen politischen Gemeinde.

Während der Helvetik gehörte die Gemeinde zeitweise zu neuen Verwaltungseinheiten. Die politische Ordnung wechselte mehrfach. Mit der Mediationsakte von 1803 wurde Richterswil dem Bezirk Horgen zugeteilt.

Die Aufhebung feudaler Rechte und die Einführung der rechtlichen Gleichheit veränderten die örtlichen Besitz- und Verwaltungsverhältnisse. Gleichzeitig führten Kriege, Einquartierungen und wirtschaftliche Unsicherheit zu Belastungen für die Bevölkerung.

Bockenkrieg

Im Jahr 1804 war die Region Schauplatz des Bockenkriegs. Bewohner der Zürcher Landschaft erhoben sich gegen die wiederhergestellte Vorherrschaft der Stadt Zürich und gegen bestimmte Regelungen der Mediationszeit.

Ein Zentrum des Aufstands war das Landgut Bocken bei Horgen. Auch Männer aus Richterswil und den benachbarten Gemeinden beteiligten sich an der Bewegung.

Die Regierung schlug den Aufstand militärisch nieder. Mehrere Anführer wurden hingerichtet oder zu Haftstrafen verurteilt. Der Bockenkrieg gehört zu den wichtigsten politischen Konflikten der Zürcher Landschaft zu Beginn des 19. Jahrhunderts.

Industrialisierung

Im 18. Jahrhundert war die Heimarbeit in der Textilherstellung weit verbreitet. Familien verarbeiteten in ihren Häusern Baumwolle und Seide für städtische Verleger und Händler.

Im 19. Jahrhundert entstanden mechanisierte Betriebe, insbesondere in der Seidenverarbeitung. Die vorhandenen Wasserläufe lieferten Energie für Maschinen und Turbinen. Fabrikgebäude, Arbeiterhäuser und Unternehmerresidenzen veränderten das Erscheinungsbild des Dorfes.

Zu den bedeutenden Unternehmen gehörten Betriebe der Familien Hürlimann, Landis und Zinggeler. Die Industrie beschäftigte zahlreiche Menschen aus der Gemeinde und zog Arbeitskräfte aus anderen Regionen sowie später aus dem Ausland an.

Die Textilindustrie verlor im 20. Jahrhundert schrittweise an Bedeutung. Ehemalige Industrieareale wurden umgenutzt oder durch Wohn- und Gewerbebauten ersetzt. Einzelne Gebäude und technische Anlagen erinnern weiterhin an diese Epoche.

Eisenbahn und Schifffahrt

Die Eröffnung der linksufrigen Zürichseebahn im Jahr 1875 verbesserte die Verbindung Richterswils mit Zürich und den Gemeinden am oberen Zürichsee. Der Bahnhof wurde zu einem wichtigen Ausgangspunkt für Personen- und Güterverkehr.

Die Bahn beschleunigte die Industrialisierung und erleichterte den Pendelverkehr. Mit der späteren Elektrifizierung und dem Ausbau des Zürcher S-Bahn-Netzes wurde Richterswil immer stärker in die Agglomeration Zürich eingebunden.

Auch die Schifffahrt war von grosser Bedeutung. Reisende nach Einsiedeln fuhren früher häufig mit dem Schiff nach Richterswil und setzten ihren Weg zu Fuss oder mit Fuhrwerken über Samstagern und Schindellegi fort.

Entwicklung seit dem 20. Jahrhundert

Seit der Mitte des 20. Jahrhunderts wandelte sich Richterswil von einer Industrie- und Gewerbegemeinde zu einer stark vom Dienstleistungssektor und vom Pendelverkehr geprägten Wohngemeinde.

Neue Wohnquartiere entstanden am See, an den Hängen und rund um Samstagern. Gleichzeitig wurden Schulhäuser, Sportanlagen, Alterswohnungen und weitere öffentliche Einrichtungen ausgebaut.

Die Gemeinde bemüht sich, den historischen Ortskern, die Seeuferlandschaft und die ländlichen Gebiete zu erhalten. Das Wachstum führt jedoch zu Konflikten zwischen Wohnraumbedarf, Verkehr, Landschaftsschutz und dem Erhalt lokaler Identität.

Politik

Richterswil ist eine politische Gemeinde nach dem Recht des Kantons Zürich. Oberstes kommunales Organ ist die Gemeindeversammlung, an der die stimmberechtigten Einwohnerinnen und Einwohner über wichtige Geschäfte entscheiden.

Die Exekutive bildet der Gemeinderat. Er leitet die Verwaltung, bereitet Geschäfte für die Gemeindeversammlung vor und vollzieht die Beschlüsse von Bund, Kanton und Gemeinde.

Zu den weiteren Behörden gehören die Schulpflege und verschiedene Kommissionen. Die Gemeinde ist zugleich für zahlreiche Aufgaben in den Bereichen Versorgung, Entsorgung, Sicherheit, Soziales, Kultur und Infrastruktur zuständig.

Gemeindeversammlung

Die Gemeindeversammlung beschliesst unter anderem über das Budget, den Gemeindesteuerfuss, grössere Kredite, kommunale Erlasse und Änderungen der Gemeindeordnung.

Sie findet in der Regel in der reformierten Kirche oder in einer anderen geeigneten öffentlichen Anlage statt. Abstimmungen über besonders bedeutende oder gesetzlich vorgeschriebene Vorlagen erfolgen an der Urne.

Wahlen und Parteien

In Richterswil sind die wichtigsten schweizerischen und kantonalzürcherischen Parteien vertreten. Die politischen Kräfteverhältnisse entsprechen weitgehend jenen anderer Gemeinden im Bezirk Horgen, können jedoch je nach Sachfrage und Wahl variieren.

Kommunalpolitische Themen sind insbesondere die Siedlungsentwicklung, der Schulraum, die Verkehrsanbindung, die Gemeindefinanzen, der Umweltschutz und die Gestaltung der Seeuferanlagen.

Wappen

Das Gemeindewappen zeigt in Rot einen goldenen Löwen, der einen goldenen Reichsapfel hält. Die genaue heraldische Darstellung wurde im Verlauf der Zeit vereinheitlicht.

Der Löwe geht auf ältere Herrschafts- und Gerichtssymbole zurück. Historische Darstellungen des Richterswiler Wappens unterschieden sich teilweise in Haltung, Farbgebung und Ausführung.

Das heutige Wappen wird von der politischen Gemeinde auf amtlichen Dokumenten, Gebäuden, Fahrzeugen und Publikationen verwendet.

Wirtschaft

Die Wirtschaft Richterswils war über Jahrhunderte von Landwirtschaft, Fischerei, Handwerk und Textilproduktion geprägt. Heute dominieren kleine und mittlere Unternehmen sowie der Dienstleistungssektor.

Viele Erwerbstätige pendeln in die Wirtschaftsräume Zürich, Zug, Pfäffikon und Rapperswil-Jona. Gleichzeitig bietet Richterswil Arbeitsplätze im Detailhandel, Gesundheitswesen, Bildungsbereich, Baugewerbe, Gastgewerbe und in spezialisierten Gewerbebetrieben.

Landwirtschaft

Im höher gelegenen Gemeindegebiet spielt die Landwirtschaft weiterhin eine sichtbare Rolle. Die Betriebe konzentrieren sich vor allem auf Milchwirtschaft, Viehhaltung, Futterbau und weitere Formen der landwirtschaftlichen Produktion.

Die Bauernhöfe prägen die Landschaft rund um Samstagern. Landwirtschaftliche Flächen bilden zugleich wichtige Freiräume zwischen den Siedlungsgebieten.

Der Strukturwandel führte zu einer Abnahme der Zahl der Betriebe. Die verbleibenden Höfe bewirtschaften häufig grössere Flächen und kombinieren die Landwirtschaft teilweise mit Direktverkauf, Dienstleistungen oder anderen Erwerbszweigen.

Gewerbe und Dienstleistungen

Gewerbezonen befinden sich vor allem entlang wichtiger Verkehrsachsen und im Raum Samstagern. Dort sind Handwerks-, Transport-, Bau- und Produktionsbetriebe angesiedelt.

Im Hauptort konzentrieren sich Detailhandel, Gastronomie, Banken, medizinische Praxen und persönliche Dienstleistungen. Der historische Dorfkern dient zugleich als lokales Einkaufs- und Begegnungszentrum.

Der wirtschaftliche Austausch mit den umliegenden Gemeinden ist eng. Zahlreiche Einwohner nutzen Arbeitsplätze und Dienstleistungen in Wädenswil, Pfäffikon, Wollerau, Zug und Zürich.

Ehemalige Textilindustrie

Die Seiden- und Baumwollverarbeitung war im 19. und frühen 20. Jahrhundert der wichtigste industrielle Wirtschaftszweig. Neben Fabrikarbeit blieb die Heimarbeit zunächst bestehen.

Die Industrialisierung schuf Arbeitsplätze, führte aber auch zu sozialen Veränderungen. Fabrikbesitzer gehörten häufig zu den politisch und wirtschaftlich einflussreichsten Familien der Gemeinde.

Mit der Verlagerung der Textilproduktion ins Ausland verschwanden die meisten Betriebe. Ehemalige Fabrikareale wurden teilweise für Wohnungen, Büros, Kultur oder Kleingewerbe umgenutzt.

Verkehr

Richterswil verfügt über eine gute Verkehrsanbindung. Die Gemeinde wird durch Eisenbahnlinien, Busverbindungen, Strassen und die Zürichseeschifffahrt erschlossen.

Eisenbahn

Der Bahnhof Richterswil liegt an der linksufrigen Zürichseebahn. Er wird von Linien der S-Bahn Zürich bedient und bietet direkte Verbindungen in Richtung Zürich, Wädenswil, Pfäffikon und Ziegelbrücke.

Samstagern ist ein wichtiger Bahnhof der Schweizerischen Südostbahn. Von dort bestehen Verbindungen in Richtung Wädenswil, Pfäffikon, Einsiedeln und über die Voralpenstrecke in weitere Regionen der Ost- und Zentralschweiz.

Der Bahnhof Burghalden erschliesst Wohngebiete zwischen Richterswil und Samstagern. Durch die verschiedenen Bahnhöfe besitzt die Gemeinde trotz ihrer topografischen Ausdehnung eine vergleichsweise dichte Bahnerschliessung.

Busverkehr

Buslinien verbinden den Bahnhof Richterswil mit Samstagern und den höher gelegenen Quartieren. Die Linie 170 bildet eine wichtige innerkommunale Verbindung.

Weitere Busangebote erschliessen angrenzende Gemeinden und ergänzen das Bahnnetz. Die Fahrpläne sind in den Zürcher Verkehrsverbund integriert.

Schifffahrt

Richterswil besitzt eine Anlegestelle der Zürichsee-Schiffahrtsgesellschaft. Kursschiffe verbinden den Ort saisonal beziehungsweise fahrplanabhängig mit anderen Gemeinden am Zürichsee.

Die Schifffahrt dient heute vor allem dem Freizeit- und Ausflugsverkehr. Historisch war sie auch für Pilger, Händler und den lokalen Gütertransport von Bedeutung.

Strassenverkehr

Die Hauptstrasse entlang des linken Zürichseeufers verbindet Richterswil mit Wädenswil und Pfäffikon. Weitere Strassen führen nach Samstagern, Wollerau, Schindellegi und Hütten.

Der nächste Anschluss an die Autobahn A3 befindet sich in der Umgebung von Wädenswil beziehungsweise Richterswil. Die Autobahn ermöglicht Verbindungen nach Zürich und in Richtung Chur.

Der motorisierte Verkehr belastet insbesondere die Ortsdurchfahrten und die Verbindungen zwischen dem See und den höher gelegenen Gemeindeteilen. Verkehrsberuhigung, öffentlicher Verkehr sowie sichere Fuss- und Velowege sind deshalb wiederkehrende kommunalpolitische Themen.

Fuss- und Veloverkehr

Ein Uferweg führt entlang grosser Teile des Zürichsees. Er verbindet öffentliche Anlagen, den Hafen, das Horn, das Seebad und verschiedene Wohnquartiere.

Wanderwege führen von Richterswil über die Hänge nach Samstagern, zum Hüttnersee, nach Hütten, Wollerau und Schindellegi. Aufgrund der teilweise starken Steigungen sind die Verbindungen für den Alltagsveloverkehr anspruchsvoll.

Bildung

Die Gemeinde betreibt mehrere Kindergärten und Primarschulhäuser in Richterswil und Samstagern. Hinzu kommen Einrichtungen der Sekundarstufe.

Das starke Bevölkerungswachstum erforderte wiederholt Erweiterungen und Neubauten von Schulanlagen. Zu den kommunalen Aufgaben gehören neben dem Unterricht auch Tagesstrukturen, schulergänzende Betreuung und sonderpädagogische Angebote.

Weiterführende Schulen befinden sich unter anderem in Wädenswil, Pfäffikon und Zürich. Die gute Verkehrsanbindung ermöglicht den Besuch von Berufsfachschulen, Mittelschulen und Hochschulen in der weiteren Region.

Religion

Richterswil war seit der Reformation überwiegend evangelisch-reformiert. Im 19. und 20. Jahrhundert nahm der Anteil der römisch-katholischen Bevölkerung durch Zuwanderung deutlich zu.

Heute bestehen eine evangelisch-reformierte und eine römisch-katholische Kirchgemeinde. Daneben leben Angehörige orthodoxer und freikirchlicher Gemeinschaften, anderer Religionen sowie konfessionslose Personen in der Gemeinde.

Reformierte Kirche

Die reformierte Kirche steht erhöht über dem historischen Dorfkern. Eine Kirche in Richterswil ist seit dem 13. Jahrhundert nachweisbar. Der mittelalterliche Bau war dem heiligen Martin geweiht.

Nach der Reformation wurde das Gotteshaus für den reformierten Gottesdienst umgestaltet. 1717 erhielt die Kirche ein neues, grösseres Schiff im Stil des Landbarocks. Teile des älteren gotischen Chors und des Turms blieben erhalten.[2]

Die Kirche ist ein bedeutendes Wahrzeichen und dient neben Gottesdiensten auch für Konzerte, Gemeindeversammlungen und kulturelle Veranstaltungen.

Katholische Kirche Heilige Familie

Die katholische Kirche Heilige Familie entstand im Zusammenhang mit dem erneuten Wachstum der katholischen Bevölkerung. Sie befindet sich oberhalb des Dorfzentrums.

Die katholische Kirchgemeinde betreut Gläubige in Richterswil und der näheren Umgebung. Neben Gottesdiensten organisiert sie soziale, kulturelle und ökumenische Angebote.

Sehenswürdigkeiten

Historischer Dorfkern

Der historische Kern von Richterswil umfasst zahlreiche Wohn- und Gewerbebauten aus dem 17. bis 19. Jahrhundert. Enge Gassen, Plätze, Brunnen und die erhöhte Lage der reformierten Kirche bestimmen das Ortsbild.

Viele Gebäude besitzen verschindelte oder verputzte Fassaden und weisen die für den Zürichseeraum typische Bauweise auf. Der Kern wurde mehrfach für seine sorgfältige Erhaltung und Gestaltung ausgezeichnet.

Ein historischer Rundgang führt zu rund 60 kulturgeschichtlich bedeutenden Gebäuden, Plätzen, Brunnen und technischen Anlagen in Richterswil und Samstagern.[3]

Haus zum Bären

Das Haus zum Bären ist ein historisches Gebäude im Dorfkern. Es beherbergt das Ortsmuseum Richterswil.

Das Museum dokumentiert die Geschichte der Gemeinde, des örtlichen Gewerbes, der Industrie, der Landwirtschaft und des Alltagslebens. Sonderausstellungen und Veranstaltungen widmen sich regelmässig bestimmten Themen der Lokalgeschichte.

Burgruine Alt-Wädenswil

Die Burgruine Alt-Wädenswil liegt auf einem Hügel oberhalb von Richterswil nahe der Grenze zu Wädenswil. Sie war der Stammsitz der Freiherren von Wädenswil und später ein Herrschaftszentrum des Johanniterordens.

Nach dem Übergang der Herrschaft an Zürich wurde die Burg 1557 geschleift. Erhalten blieben Mauerreste, Gräben und Teile der ursprünglichen Anlage.

Das Gelände wurde mehrfach archäologisch untersucht und ist öffentlich zugänglich. Seit 1900 befindet sich die Ruine im Eigentum einer Stiftung.[4]

Richterswiler Fontäne

Die Richterswiler Fontäne entstand im Zusammenhang mit einer Druckleitung für die Seidenzwirnerei des Industriellen Rudolf Zinggeler. Wasser wurde aus dem höher gelegenen Gebiet über eine rund zwei Kilometer lange Leitung zu einer Turbine geführt.

Als Nebenanlage wurde am See eine Fontäne eingerichtet. Der Wasserstrahl kann eine Höhe von rund 101 Metern erreichen. Die Anlage arbeitet ohne mechanische Pumpe allein mit dem natürlichen Höhenunterschied und Wasserdruck.

Die Fontäne wird zu ausgewählten Zeiten in Betrieb genommen und gilt als eines der bekanntesten Wahrzeichen Richterswils. Nach Angaben der Gemeinde handelt es sich um den weltweit höchsten Springbrunnen dieser Art, der allein durch Schwerkraft betrieben wird.[5]

Hafen und Horn

Das Horn ist eine kleine Halbinsel am Zürichsee. Es bildet zusammen mit dem Hafen, den Uferwegen und Grünanlagen ein beliebtes Naherholungsgebiet.

Vom Horn bietet sich ein weiter Blick über den Zürichsee und auf die gegenüberliegenden Hänge. In der Umgebung befinden sich Liegewiesen, Spielmöglichkeiten und Zugänge zum Wasser.

Seebad Richterswil

Das Seebad liegt am Ufer südlich des Dorfkerns. Es bietet Schwimmzugänge, Liegewiesen und weitere Freizeiteinrichtungen.

Der Strandweg verbindet das Seebad mit dem Hafen, dem Horn und der Kantonsgrenze. Die Uferanlagen gehören zu den am stärksten genutzten öffentlichen Freiräumen der Gemeinde.

Kultur und Brauchtum

Räbechilbi

Die Räbechilbi Richterswil findet traditionell im November statt. Tausende ausgehöhlte und geschnitzte Herbstrüben werden mit Kerzen beleuchtet und zu Bildern, Schriftzügen und grossen Figuren zusammengesetzt.

Während des Umzugs ziehen beleuchtete Wagen und Gruppen durch das verdunkelte Dorf. Häuser, Plätze und Strassen werden ebenfalls mit Räbenlichtern geschmückt.

Die Veranstaltung zieht jedes Jahr zahlreiche Besucherinnen und Besucher aus der ganzen Schweiz und dem Ausland an. Im Jahr 2000 wurde die Richterswiler Räbechilbi als grösster Räbenlichterumzug der Welt in das Guinness-Buch der Rekorde aufgenommen.[6]

Die Durchführung beruht auf der Mitarbeit von Schulen, Vereinen, Familien und zahlreichen Freiwilligen. Die Räbechilbi ist ein wichtiger Bestandteil der lokalen Identität.

Chilbi am See und Bergchilbi

Die Richterswiler Chilbi am See dauert mehrere Tage und umfasst Fahrgeschäfte, Marktstände, Gastronomie und Vereinsaktivitäten.

In Samstagern wird eine kleinere Bergchilbi veranstaltet. Sie besitzt einen stärker dörflichen Charakter und ergänzt das kulturelle Angebot im oberen Gemeindeteil.[7]

Haaggeri

Der Haaggeri ist ein regionaler Winterbrauch, der vor allem in Samstagern und den angrenzenden Gebieten bekannt ist. Gruppen ziehen mit einer geschnitzten Tierfigur, Glocken und Lärm von Haus zu Haus.

Der Brauch findet traditionell in der Zeit um den Jahreswechsel statt. Seine Ursprünge sind nicht eindeutig geklärt und werden mit alten Heische-, Masken- und Lärmbräuchen in Verbindung gebracht.

Vereine und Kulturleben

In Richterswil und Samstagern bestehen zahlreiche Sport-, Musik-, Kultur-, Jugend- und Freizeitvereine. Sie organisieren Konzerte, Theateraufführungen, Feste, Kurse und sportliche Veranstaltungen.

Die Gemeinde unterstützt kulturelle Aktivitäten durch Beiträge, Räume und Zusammenarbeit mit lokalen Organisationen. Kirchen, Schulhäuser, historische Gebäude und öffentliche Plätze dienen regelmässig als Veranstaltungsorte.

Natur und Erholung

Das Seeufer, die Hügellandschaft und die Weiher rund um Samstagern bieten vielfältige Möglichkeiten für Spaziergänge, Wanderungen, Wassersport und Naturbeobachtung.

Beliebte Wege führen entlang des Zürichsees, zur Burgruine Alt-Wädenswil, durch das Mülitobel, zum Sternenweiher und weiter in Richtung Hüttnersee und Höhronen.

Der Hüttnersee wird im Sommer zum Baden und im Winter bei ausreichender Eisdicke zum Eislaufen genutzt. Ob eine Eisfläche freigegeben wird, hängt von den jeweiligen Wetter- und Sicherheitsbedingungen ab.

Die offene Kulturlandschaft ist Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten. Hecken, Bachläufe, Feuchtgebiete, Obstgärten und Waldränder besitzen eine besondere ökologische Bedeutung.

Sport

Die Gemeinde verfügt über Sporthallen, Fussballplätze, Badeanlagen, Tennisplätze und weitere Freizeiteinrichtungen. Vereine bieten unter anderem Fussball, Turnen, Wassersport, Leichtathletik und Schiesssport an.

Der Zürichsee ermöglicht Schwimmen, Segeln, Rudern und Stand-up-Paddeln. Die hügelige Umgebung wird von Wanderern, Läufern und Velofahrern genutzt.

Die Schulen und Vereine spielen eine wichtige Rolle bei der Förderung des Kinder- und Jugendsports.

Gesundheits- und Sozialwesen

Die medizinische Grundversorgung wird durch Arztpraxen, Zahnärzte, Apotheken, Spitex-Angebote und weitere Gesundheitsdienste gewährleistet. Grössere Spitäler befinden sich unter anderem in Horgen, Wädenswil, Lachen und Zürich.

Für ältere Menschen bestehen Alters- und Pflegeeinrichtungen, betreute Wohnformen und ambulante Unterstützungsangebote. Die Gemeinde arbeitet in verschiedenen Bereichen mit regionalen Zweckverbänden und privaten Institutionen zusammen.

Im 19. und 20. Jahrhundert bestanden in Richterswil mehrere Einrichtungen für Kinder und Jugendliche. Dazu gehörten ein katholisches Erziehungsheim und ein Waisenhaus. Die Geschichte dieser Institutionen wurde später wissenschaftlich und gesellschaftlich aufgearbeitet.

Energie und Versorgung

Die Gemeinde ist für Teile der Wasser-, Gas- und Abwasserinfrastruktur verantwortlich. Die Stromversorgung erfolgt überwiegend durch die Elektrizitätswerke des Kantons Zürich.

Richterswil verfolgt eine kommunale Energie- und Klimapolitik. Dazu gehören Massnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz, zur Nutzung erneuerbarer Energien und zur Verringerung der Treibhausgasemissionen.

Die topografische Lage und die historischen Wasseranlagen zeigen, dass Wasserkraft bereits im 19. Jahrhundert eine bedeutende Rolle für die örtliche Industrie spielte.

Persönlichkeiten

In Richterswil geboren

Mit Richterswil verbunden

Ortsbild und Denkmalpflege

Der historische Dorfkern besitzt eine grosse ortsbildnerische und kulturgeschichtliche Bedeutung. Zahlreiche Bauten stehen unter kommunalem oder kantonalem Schutz.

Die Denkmalpflege betrifft neben Wohnhäusern und Kirchen auch ehemalige Fabriken, Brunnen, Verkehrswege, Bauernhäuser und technische Anlagen.

Die Herausforderung besteht darin, den historischen Bestand mit den Bedürfnissen einer wachsenden Gemeinde zu verbinden. Umbauten und Neubauten im Ortskern müssen deshalb besondere gestalterische und denkmalpflegerische Anforderungen erfüllen.

Richterswil in der regionalen Zusammenarbeit

Richterswil gehört zur Region Zimmerberg und arbeitet eng mit den übrigen Gemeinden des Bezirks Horgen zusammen. Gemeinsame Aufgaben bestehen insbesondere im öffentlichen Verkehr, bei der Abwasserreinigung, im Gesundheitswesen, in der Abfallentsorgung und in der Regionalplanung.

Aufgrund der unmittelbaren Grenze zum Kanton Schwyz bestehen auch enge Beziehungen zu Wollerau, Feusisberg und Pfäffikon. Der Alltag vieler Einwohnerinnen und Einwohner ist kantonsübergreifend geprägt.

Die Lage zwischen den Wirtschaftsräumen Zürich, Zug und Ausserschwyz verleiht der Gemeinde eine besondere regionale Bedeutung.

Siehe auch

Literatur

  • Albert Hauser: Geschichte der Gemeinde Richterswil. Richterswil.
  • Peter Ziegler: Richterswil. Vom Bauerndorf zur Wohngemeinde. Richterswil.
  • Hermann Fietz: Die Kunstdenkmäler des Kantons Zürich. Band II: Die Bezirke Bülach, Dielsdorf, Hinwil, Horgen und Meilen. Basel 1943.
  • Lisbeth Herger, Heinz Looser: Waisenhaus Richterswil 1909–1962. Alata Verlag, 2022.
  • Ortsmuseum Richterswil: Publikationen und Beiträge zur Ortsgeschichte von Richterswil und Samstagern.

Einzelnachweise

  1. Richterswil in Zahlen, Gemeinde Richterswil, abgerufen am 25. Juli 2026.
  2. Reformierte Kirche, Gemeinde Richterswil.
  3. Rundgang kulturträchtige Objekte, Gemeinde Richterswil.
  4. Alt-Wädenswil, Historisches Lexikon der Schweiz.
  5. Herzlich willkommen in Richterswil-Samstagern, Gemeinde Richterswil.
  6. Herzlich willkommen in Richterswil-Samstagern, Gemeinde Richterswil.
  7. Chilbi, Gemeinde Richterswil.

Wikimedia Commons Wikimedia Commons: Medien zu Richterswil