Baden AG
- Dieser Artikel behandelt die Stadt im Kanton Aargau. Weitere Bedeutungen sind unter Baden (Begriffsklärung) aufgeführt.
| Baden | |
|---|---|
| Mundartname | Bade |
| Kanton | Aargau |
| Bezirk | Baden |
| Funktion | Stadt, politische Gemeinde und Bezirkshauptort |
| BFS-Nummer | 4021 |
| Region-Iso | CH-AG |
| Postleitzahlen | 5300, 5400, 5404, 5405 und 5406 |
| Koordinaten | 47° 28′ N, 8° 18′ O |
| Höhe des Zentrums | etwa 381 m ü. M. |
| Fläche | 14,725 km² |
| Höchster Punkt | Strubeneich bei Dättwil, 618 m ü. M. |
| Tiefster Punkt | Limmatufer bei Turgi, 332 m ü. M. |
| Einwohner | 24'065 |
| Einwohnerstand | 31. Dezember 2025 |
| Quartiere | elf |
| Eingemeindungen | Dättwil 1962, Turgi 2024 |
| Stadtammann | Markus Schneider (Die Mitte) |
| Website | baden.ch |
Baden ist eine Stadt, politische Gemeinde und der Hauptort des gleichnamigen Bezirks im Kanton Aargau. Sie liegt im unteren Limmattal, rund 20 Kilometer nordwestlich von Zürich und östlich von Brugg. Zur Unterscheidung von anderen Orten gleichen Namens wird die Stadt häufig als Baden AG oder Baden im Aargau bezeichnet. Der amtliche Gemeindename lautet jedoch lediglich Baden.
Die Stadt ist seit der Römerzeit für ihre heissen Mineralquellen bekannt. Das Thermalwasser tritt mit einer Temperatur von rund 47 Grad Celsius aus dem Boden und gehört mit etwa 4,6 Gramm gelösten Mineralstoffen pro Liter zu den mineralreichsten Thermalwässern der Schweiz. Der Name der Stadt verweist unmittelbar auf diese Badetradition.
Baden war im Mittelalter eine habsburgische Stadt und nach der Eroberung des Aargaus im Jahr 1415 ein bedeutender Versammlungsort der eidgenössischen Tagsatzung. 1714 wurde hier mit dem Frieden von Baden ein Teil des Spanischen Erbfolgekriegs beendet. Von 1798 bis 1803 war Baden Hauptstadt des helvetischen Kantons Baden.
1847 wurde zwischen Zürich und Baden die erste vollständig auf Schweizer Boden liegende Eisenbahnstrecke eröffnet. Mit der Gründung der Brown, Boveri & Cie. im Jahr 1891 entwickelte sich Baden zu einem international bedeutenden Zentrum der Elektrotechnik und des Maschinenbaus.
Die heutige Gemeinde umfasst die historische Altstadt, das Bäderquartier, ehemalige Industrieareale, ausgedehnte Wohnquartiere sowie die früher selbständigen Dörfer Dättwil und Turgi. Seit der Fusion mit Turgi am 1. Januar 2024 zählt Baden elf offizielle Quartiere.
Name
Der Ortsname geht auf die heissen Quellen und die seit der Antike bestehende Nutzung als Badeort zurück.
In römischer Zeit hiess die Siedlung Aquae Helveticae, sinngemäss «Bäder im Gebiet der Helvetier». Der Name bezeichnete sowohl die Thermalquellen als auch die um sie entstandene Siedlung.
Im Mittelalter erscheinen Formen wie Badin und Baden. Das mittelhochdeutsche Wort bad bezeichnete einen Ort zum Baden oder eine Heilquelle.
In der einheimischen hochalemannischen Mundart wird der Stadtname als Bade ausgesprochen.
Die Abkürzung AG ist kein Bestandteil des amtlichen Namens. Sie wird insbesondere in Adressen, Fahrplänen und enzyklopädischen Titeln verwendet, um Baden von Baden-Baden, dem historischen Land Baden oder anderen gleichnamigen Orten zu unterscheiden.
Geographie
Lage
Baden liegt beidseits der Limmat an einer landschaftlich markanten Engstelle des unteren Limmattals.
Die historische Altstadt befindet sich überwiegend am linken beziehungsweise westlichen Flussufer. Das Bäderquartier erstreckt sich beidseits der Limmat und geht ohne klare Siedlungsgrenze in die Nachbargemeinde Ennetbaden über.
Westlich und südwestlich des Zentrums liegen bewaldete Höhenzüge und die Gebiete von Dättwil, Rütihof und Münzlishausen. Im Nordwesten erstreckt sich das Gemeindegebiet seit 2024 bis nach Turgi, wo die Limmat und die Reuss kurz vor ihrem Zusammenfluss verlaufen.
Baden gehört zum dicht besiedelten Wirtschaftsraum Baden–Wettingen und zum weiteren Metropolitanraum Zürich. Die Region Baden–Wettingen bildet mit rund 140'000 Einwohnerinnen und Einwohnern den grössten zusammenhängenden urbanen Raum des Kantons Aargau.[1]
Fläche und Höhenlage
Das Gemeindegebiet umfasst 1'472,5 Hektaren.
Davon entfallen nach Angaben der Stadt ungefähr:
| Nutzung | Fläche |
|---|---|
| Wald | 784,0 ha |
| Bauzonen einschliesslich Gemeindestrassen | 489,3 ha |
| Verkehrsinfrastruktur | 57,6 ha |
| Gewässer und Ufer | 29,8 ha |
| Landwirtschaft, Rebbau und Schutzzonen | 111,8 ha |
Der höchste Punkt liegt bei Strubeneich im Gebiet Dättwil auf 618 Metern über Meer. Der tiefste Punkt befindet sich am Limmatufer in Turgi auf 332 Metern über Meer.[2]
Limmat
Die Limmat prägt die Stadtlandschaft und die historische Entwicklung Badens.
Der Fluss durchbricht zwischen dem Schlossberg und dem Lägernausläufer eine enge Felspassage. Diese Stelle erleichterte den Bau einer Brücke und begünstigte die Entstehung einer befestigten Stadt.
Im Bereich der Altstadt wird die Limmat von mehreren Brücken überquert. Besonders bekannt ist die gedeckte Holzbrücke beim Landvogteischloss.
Die Limmat diente früher als:
- Verkehrsweg;
- Grenze;
- Energiequelle;
- Abwasserkanal;
- Fischereigewässer;
- Bestandteil der Befestigungsanlage.
Heute besitzt sie zusätzlich eine grosse Bedeutung als Natur- und Erholungsraum.
Stadtwald
Mehr als die Hälfte des Gemeindegebiets ist bewaldet.
Der Stadtwald umfasst unter anderem Gebiete am Chrüzliberg, am Martinsberg, bei Dättwil, Rütihof und Turgi. Er dient der Holzproduktion, dem Natur- und Landschaftsschutz, der Erholung und dem Schutz vor Naturgefahren.
Das dichte Wanderwegnetz verbindet die Stadtquartiere mit Aussichtspunkten, Waldhütten und benachbarten Gemeinden.
Quartiere
Baden besteht seit der Eingemeindung Turgis aus elf Quartieren.[3]
| Quartier | Charakter |
|---|---|
| Allmend–Münzlishausen | Wohnquartiere auf den westlichen und südwestlichen Höhen |
| Altstadt | historisches Zentrum mit Rathaus, Stadtturm und Geschäftsstrassen |
| Chrüzliberg | Wohngebiet östlich und südöstlich des Zentrums |
| Dättwil | ehemaliges Dorf mit Wohngebieten, Gewerbe und Kantonsspital |
| Kappelerhof | Wohn- und Industriequartier im Nordwesten |
| Limmat Rechts | Gebiete östlich der Limmat, darunter Teile des Bäderquartiers |
| Martinsberg | ehemaliges Industrie- und heutiges Wohn- und Dienstleistungsgebiet |
| Meierhof | Wohnquartier südwestlich der Innenstadt |
| Römer | Wohngebiet oberhalb des Bäderquartiers |
| Rütihof | räumlich vom Stadtzentrum getrenntes Wohnquartier im Süden |
| Turgi | ehemaliges Industriedorf und seit 2024 nördlichstes Stadtquartier |
Die Quartier- und Dorfvereine vertreten lokale Interessen und dienen als Bindeglied zwischen Bevölkerung und Stadtverwaltung.
Klima
Baden besitzt ein gemässigtes mitteleuropäisches Klima.
Die Sommer sind meist warm und feucht, die Winter kühl. Wegen der relativ tiefen Lage ist eine geschlossene Schneedecke in der Stadt meist nur von kurzer Dauer.
Das Limmattal begünstigt im Winter die Entstehung von Nebel und Hochnebel. Gleichzeitig können die bewaldeten Höhen und die Nähe zum Jura lokale Niederschlagsunterschiede verursachen.
Die heissen Quellen sind nicht vom aktuellen Klima abhängig. Das Thermalwasser wird in grösserer Tiefe durch die Erdwärme erwärmt und steigt entlang geologischer Störungszonen zur Oberfläche.
Thermalquellen
Entstehung
Niederschlagswasser dringt in durchlässige Gesteinsschichten ein und gelangt bis in Tiefen von mehreren hundert bis über tausend Metern.
Dort erwärmt es sich durch die natürliche Erdwärme. Auf seinem langen Weg löst es Mineralstoffe aus dem Gestein.
Entlang von Spalten und Störungszonen steigt das warme Wasser wieder auf. Im Bädergebiet von Baden und Ennetbaden tritt es aus insgesamt 18 gefassten Quellen an die Oberfläche.
Das Wasser erreicht eine natürliche Temperatur von ungefähr 47 Grad Celsius und enthält etwa 4,6 Gramm Mineralstoffe pro Liter. Es gilt damit als mineralreichstes Thermalwasser der Schweiz.[4]
Zusammensetzung
Das Wasser enthält unter anderem:
- Calcium;
- Sulfat;
- Natrium;
- Chlorid;
- Hydrogencarbonat;
- Magnesium;
- weitere gelöste Mineralstoffe und Spurenelemente.
Der charakteristische Geruch einzelner Quellen wird durch schwefelhaltige Verbindungen verursacht.
Das Thermalwasser wurde traditionell bei rheumatischen Beschwerden, Erkrankungen des Bewegungsapparates und zur allgemeinen Erholung genutzt. Medizinische Wirkungsversprechen unterliegen heute den geltenden gesundheitsrechtlichen Anforderungen.
Bäderquartier
Das Bäderquartier liegt in einer engen Flussschlaufe nördlich der Altstadt.
Über Jahrhunderte bestanden dort öffentliche und private Bäder, Gasthäuser, Kurhotels, Trinkhallen und medizinische Einrichtungen.
Das Quartier war räumlich und gesellschaftlich stark gegliedert. Wohlhabende Gäste badeten in privaten Becken der Gasthäuser, während weniger vermögende Besucher öffentliche Bäder nutzten.
Zu den historischen Bauten gehören:
- das Hotel Blume;
- das ehemalige Verenahof;
- das Haus Ochsen;
- verschiedene Quellenfassungen;
- die Verenaquelle;
- historische Badegewölbe;
- Gasthöfe und ehemalige Kurhäuser.
Nach einem langen Niedergang des Kurbetriebs wurde das Quartier im frühen 21. Jahrhundert umfassend erneuert.
Wellness-Therme FORTYSEVEN
2021 wurde die von Mario Botta entworfene Wellness-Therme FORTYSEVEN eröffnet.
Der Name verweist auf die natürliche Quelltemperatur des Thermalwassers. Die Anlage bildet das moderne Zentrum des Bäderquartiers und umfasst Innen- und Aussenbecken, Ruhebereiche, Saunen und weitere Wellnessangebote.
Neben der Therme blieben kleinere private und öffentliche Badeangebote erhalten. Dazu zählen das Römerbad und das frei zugängliche Thermalwasserbecken beim Heissen Stein.
Geschichte
Römische Zeit
Die Römer nutzten die Thermalquellen spätestens seit dem frühen 1. Jahrhundert nach Christus.
Die Siedlung Aquae Helveticae entstand vermutlich ab etwa 17 nach Christus. Sie lag in der Nähe des Legionslagers Vindonissa beim heutigen Windisch.
Soldaten, Beamte, Händler und wohlhabende Privatpersonen besuchten die Bäder zur Erholung und Behandlung.
Die römische Siedlung bestand aus mehreren Bereichen:
- dem Thermalbad an der Limmat;
- einer Unterstadt im Bereich des heutigen Bäderquartiers;
- einer Oberstadt auf dem Haselfeld;
- Wohn- und Gewerbebauten;
- Strassen und Versorgungseinrichtungen;
- Tempeln und öffentlichen Gebäuden.
Archäologische Ausgrabungen brachten Mauern, Badebecken, Wasserleitungen, Münzen, Keramik, Werkzeuge und weitere Gegenstände zum Vorschein.
Während der politischen und militärischen Krisen des 3. Jahrhunderts verlor die Siedlung an Bedeutung. Die Nutzung der Quellen brach jedoch wahrscheinlich nie vollständig ab.
Frühmittelalter
Nach dem Ende der römischen Herrschaft entstanden im Gebiet von Baden kleinere frühmittelalterliche Siedlungen.
Um 850 wurde auf dem Areal der heutigen katholischen Stadtpfarrkirche eine karolingische Saalkirche errichtet.
Die Kontrolle über den wichtigen Flussübergang wechselte zwischen verschiedenen Adelsfamilien. Im 11. und 12. Jahrhundert entstand auf dem Schlossberg die Burg Stein.
Zu ihren Besitzern gehörten die Grafen von Nellenburg und Lenzburg. Später gelangte sie an die Habsburger.
Stadtgründung unter den Habsburgern
Im 13. Jahrhundert bauten die Habsburger Baden zu einer befestigten Stadt aus.
Die Lage an der Limmatbrücke und an wichtigen Verkehrswegen zwischen Zürich, Basel, Bern, dem Aaretal und Süddeutschland verlieh dem Ort strategische Bedeutung.
Das Stadtrecht ist spätestens gegen Ende des 13. Jahrhunderts nachweisbar. Die Stadt erhielt Marktrechte, eine eigene Verwaltung und Befestigungsanlagen.
Auf dem Schloss Stein befand sich zeitweise das habsburgische Archiv. Baden war ein wichtiger Verwaltungs- und Gerichtsort der habsburgischen Vorlande.
Die mittelalterliche Stadt bestand aus der oberen Altstadt, der steil zur Limmat hinabführenden Halde und dem Bädergebiet ausserhalb der eigentlichen Stadtmauern.
Eroberung durch die Eidgenossen
Im Frühjahr 1415 eroberten eidgenössische Truppen den habsburgischen Aargau.
Baden kapitulierte nach einer Belagerung. Die Burg Stein wurde zerstört und das habsburgische Archiv nach Luzern gebracht.
Die Stadt wurde Teil der Grafschaft Baden, einer gemeinen Herrschaft mehrerer eidgenössischer Orte. Ein eidgenössischer Landvogt regierte vom Landvogteischloss aus.
Trotz des politischen Machtwechsels behielt Baden weitgehend seine städtischen Rechte, seine Märkte und seine wirtschaftliche Bedeutung.
Tagsatzungsort
Baden entwickelte sich zu einem der wichtigsten Versammlungsorte der Alten Eidgenossenschaft.
Die eidgenössische Tagsatzung trat regelmässig im Rathaus zusammen. Die günstige Lage, die Badeeinrichtungen und die Nähe zu Zürich trugen zur Wahl des Ortes bei.
An den Beratungen nahmen Gesandte der eidgenössischen Orte, der Zugewandten Orte und ausländischer Mächte teil.
Während der mehrwöchigen Zusammenkünfte profitierten Gasthäuser, Bäder, Händler und Handwerker von den zahlreichen Besuchern.
Baden übernahm dadurch zeitweise Funktionen, die mit denen einer inoffiziellen Hauptstadt der Eidgenossenschaft verglichen werden können.
Badenfahrt
Seit dem Mittelalter reisten insbesondere Zürcherinnen und Zürcher zur Kur und zum Vergnügen nach Baden.
Diese Reisen wurden als Badenfahrten bezeichnet. Sie boten Gelegenheit zum Baden, Essen, Trinken, Spielen, Tanzen und zur Pflege gesellschaftlicher Beziehungen.
Die Badenfahrten wurden in Reiseberichten, Liedern und literarischen Texten beschrieben. Sie prägten das Bild der Stadt als Ort vergleichsweise freier gesellschaftlicher Begegnung.
Badener Disputation
1526 fand in Baden eine bedeutende Glaubensdisputation statt.
Katholische und reformierte Theologen diskutierten über zentrale Fragen der Reformation. Zu den Teilnehmern gehörte der katholische Theologe Johannes Eck.
Huldrych Zwingli nahm aus Sicherheitsgründen nicht persönlich teil. Die Zürcher Reformierten wurden unter anderem durch Johannes Oekolampad vertreten.
Die Mehrheit der anwesenden eidgenössischen Orte bestätigte die katholische Position. Baden selbst blieb mehrheitlich katholisch.
Wiederaufbau der Burg Stein
Im 17. Jahrhundert liessen die katholischen Orte die Burg Stein trotz des Widerstands reformierter Orte wieder befestigen.
Die Anlage war Ausdruck der konfessionellen Spannungen innerhalb der Eidgenossenschaft.
Im Zweiten Villmergerkrieg von 1712 wurde Baden von Truppen aus Zürich und Bern belagert. Nach der Kapitulation wurde die Burg erneut zerstört.
Teile ihrer Steine mussten zum Bau der reformierten Kirche verwendet werden.
Friede von Baden 1714
1714 fand in Baden ein internationaler Friedenskongress statt.
Der am 7. September 1714 geschlossene Friede von Baden ergänzte die Verträge von Utrecht und Rastatt und beendete den Spanischen Erbfolgekrieg zwischen Frankreich und dem Heiligen Römischen Reich.
Während der ungefähr fünfmonatigen Verhandlungen hielten sich mehr als 60 Delegationen in der Stadt auf.
Der Kongress brachte Baden internationale Aufmerksamkeit und bedeutende wirtschaftliche Einnahmen.
Helvetische Republik
Nach dem Einmarsch französischer Truppen und dem Zusammenbruch der Alten Eidgenossenschaft wurde Baden 1798 Hauptstadt des neu geschaffenen Kantons Baden.
Dieser umfasste Gebiete der früheren Grafschaft Baden, der Freien Ämter und des Kelleramts.
Mit der Mediationsakte von 1803 wurden die Kantone Baden, Aargau und Fricktal zum heutigen Kanton Aargau vereinigt.
Baden verlor den Rang einer Kantonshauptstadt, blieb aber Hauptort des Bezirks Baden.
Wiederaufstieg als Kurort
Im 19. Jahrhundert wurden die Badeanlagen modernisiert.
Neue Hotels, Badehäuser und gesellschaftliche Einrichtungen entstanden. Wohlhabende Gäste aus der Schweiz und dem Ausland besuchten die Stadt.
Der Kurbetrieb brachte Arbeitsplätze in Hotellerie, Gastronomie, Medizin, Unterhaltung und Verkehr.
Gleichzeitig entstand eine moderne kommunale Infrastruktur mit Strassenbeleuchtung, Wasserversorgung und neuen öffentlichen Gebäuden.
Spanisch-Brötli-Bahn
Am 9. August 1847 nahm die Schweizerische Nordbahn die Eisenbahnlinie zwischen Zürich und Baden in Betrieb.
Sie war die erste vollständig auf Schweizer Boden verlaufende Eisenbahnstrecke.
Im Volksmund erhielt sie den Namen Spanisch-Brötli-Bahn. Der Name verweist auf eine Badener Gebäckspezialität, die wohlhabende Zürcher Familien angeblich frühmorgens durch Boten aus Baden bringen liessen.
Die Bahn verkürzte die Reisezeit erheblich und verbesserte die Voraussetzungen für Tourismus, Handel und Industrialisierung.
Industrialisierung
Die Lage an Bahn und Fluss, die Nähe zu Zürich und verfügbare Arbeitskräfte förderten die industrielle Entwicklung.
1891 gründeten Charles Eugene Lancelot Brown und Walter Boveri in Baden die Brown, Boveri & Cie., kurz BBC.
Das Unternehmen produzierte unter anderem:
- Generatoren;
- Elektromotoren;
- Turbinen;
- Transformatoren;
- Schaltanlagen;
- elektrische Ausrüstungen für Kraftwerke und Bahnen.
BBC entwickelte sich zu einem international tätigen Konzern. Rund um die Fabriken entstand im Norden der Stadt ein grosses Industriegebiet.
Das Unternehmen prägte:
- das Bevölkerungswachstum;
- den Wohnungsbau;
- die Ausbildung;
- die Zuwanderung;
- die kommunale Infrastruktur;
- das internationale Erscheinungsbild Badens.
1988 fusionierte BBC mit dem schwedischen Unternehmen ASEA zur ABB.
Eingemeindung Dättwils
Am 1. Januar 1962 wurde die bisher selbständige Gemeinde Dättwil in Baden eingemeindet.
Zu Dättwil gehörten auch die Siedlungen Rütihof und Münzlishausen.
Die Eingemeindung vergrösserte das Stadtgebiet erheblich und schuf Raum für neue Wohn-, Gewerbe- und Infrastrukturanlagen.
In Dättwil entstanden später das Kantonsspital Baden, Forschungs- und Dienstleistungsbetriebe sowie grössere Wohnquartiere.
Strukturwandel
Seit dem späten 20. Jahrhundert verlor die traditionelle Grossindustrie einen Teil ihrer früheren Bedeutung.
Fabrikareale wurden umgenutzt, verdichtet oder für neue Unternehmen geöffnet.
Das frühere BBC-Gelände entwickelte sich zum Stadtteil Baden Nord mit:
- Büros;
- Forschungs- und Entwicklungsbetrieben;
- Wohnungen;
- Kultur- und Veranstaltungsräumen;
- Kinos;
- Restaurants;
- öffentlichen Plätzen.
Die ehemalige Transformatorenhalle wurde in das Kultur-, Kongress- und Kinogebäude Trafo umgewandelt.
Fusion mit Turgi
Baden und Turgi prüften ab 2019 einen Gemeindezusammenschluss.
Am 12. März 2023 stimmten beide Gemeinden der Fusion zu. In Baden betrug der Ja-Anteil 59,2 Prozent, in Turgi 85,7 Prozent.[5]
Am 1. Januar 2024 wurde Turgi als neues Quartier in die Stadt Baden eingegliedert.
Für die Übergangszeit bis Ende 2025 wurde der Badener Einwohnerrat von 50 auf 58 Mitglieder vergrössert. Acht zusätzliche Mitglieder vertraten den neuen Stadtteil.
Seit Beginn der Amtsperiode 2026–2029 umfasst das Stadtparlament wieder 50 Sitze.
Turgi brachte in die fusionierte Stadt zusätzliche Wohngebiete, den Bahnhof Turgi, historische Industrieanlagen und Entwicklungsflächen entlang der Bahn und der Limmat ein.
Bevölkerung
Am 31. Dezember 2025 lebten 24'065 Personen in Baden.[6]
Die Bevölkerung ist international geprägt. Menschen aus zahlreichen Staaten leben und arbeiten in der Stadt.
Die starke Zuwanderung steht in engem Zusammenhang mit:
- der Industrialisierung;
- dem grossen Arbeitsplatzangebot;
- der Nähe zu Zürich;
- der guten Verkehrsanbindung;
- den Bildungs- und Gesundheitseinrichtungen;
- der zentralen Lage im Aargau.
Die Einwohnerzahl ist deutlich kleiner als die Zahl der Arbeitsplätze. Baden weist deshalb einen starken täglichen Pendlerzustrom auf.
Sprachen
Amtssprache ist Deutsch.
Im Alltag wird überwiegend Schweizerdeutsch gesprochen. Die Badener Mundart gehört zu den hochalemannischen Dialekten des östlichen Aargaus und weist Einflüsse des Zürcher und des nordwestschweizerischen Sprachraums auf.
Aufgrund der internationalen Bevölkerung sind unter anderem Italienisch, Englisch, Albanisch, Portugiesisch, Spanisch, Türkisch und Sprachen des ehemaligen Jugoslawiens verbreitet.
Religion
Baden blieb während der Reformation mehrheitlich katholisch.
Mit der Industrialisierung und der Zuwanderung wuchs die reformierte Bevölkerung. 1714 wurde eine reformierte Kirche errichtet, teilweise mit Steinen der zerstörten Burg Stein.
Heute bestehen in der Stadt:
- römisch-katholische Kirchgemeinden;
- eine evangelisch-reformierte Kirchgemeinde;
- Freikirchen;
- eine christkatholische Gemeinschaft;
- jüdische Einrichtungen;
- islamische Gemeinschaften;
- weitere Religionsgemeinschaften.
Der Anteil konfessionsloser Personen nahm in den vergangenen Jahrzehnten stark zu.
Politik
Einwohnerrat
Der Einwohnerrat ist das Stadtparlament und bildet die Legislative.
Er besteht seit Beginn der Amtsperiode 2026–2029 wieder aus 50 Mitgliedern. Die Mitglieder werden im Proporzverfahren gewählt.
Zu seinen Aufgaben gehören:
- Beschluss des Budgets;
- Genehmigung der Jahresrechnung;
- Erlass kommunaler Reglemente;
- Bewilligung grösserer Kredite;
- Kontrolle von Stadtrat und Verwaltung;
- Behandlung parlamentarischer Vorstösse.
Die Sitzverteilung nach den Gesamterneuerungswahlen vom 28. September 2025 lautet:[7]
| Partei oder Gruppierung | Sitze |
|---|---|
| FDP | 10 |
| SP | 10 |
| Team Baden | 8 |
| Die Mitte | 6 |
| SVP | 6 |
| Grüne | 5 |
| GLP | 4 |
| EVP | 1 |
Stadtrat
Der Stadtrat ist die siebenköpfige Exekutive.
Er wird im Majorzverfahren gewählt. Die Stimmberechtigten bestimmen zusätzlich den Stadtammann und den Vizeammann beziehungsweise die Frau Vizeammann.
Für die Amtsperiode 2026–2029 gehören dem Stadtrat an:
| Person | Partei oder Gruppierung | Funktion |
|---|---|---|
| Markus Schneider | Die Mitte | Stadtammann |
| Steffi Kessler | SP | Frau Vizeammann |
| Ruth Müri | Team Baden | Stadträtin |
| Regula Dell’Anno-Doppler | SP | Stadträtin |
| Benjamin Steiner | Team Baden | Stadtrat |
| Philippe Ramseier | FDP | Stadtrat |
| Matthias Gotter | Die Mitte | Stadtrat |
Ortsbürgergemeinde
Neben der Einwohnergemeinde besteht eine Ortsbürgergemeinde.
Ihr gehören Personen an, die das Badener Ortsbürgerrecht besitzen. Sie verwaltet bedeutenden Wald- und Grundbesitz und unterstützt kulturelle, soziale und gemeinnützige Projekte.
Die Ortsbürgergemeinde besitzt insbesondere für die Waldwirtschaft und die langfristige Stadtentwicklung eine wichtige Bedeutung.
Wirtschaft
Baden ist eines der bedeutendsten Wirtschafts- und Arbeitsplatzzentren des Kantons Aargau.
Für 2022 weist die städtische Statistik 2'456 Betriebe und 29'934 Beschäftigte aus. Damit gibt es in der Stadt mehr Arbeitsplätze als Einwohnerinnen und Einwohner.[8]
Zu den wichtigsten Wirtschaftsbereichen gehören:
- Energie- und Elektrotechnik;
- Maschinenbau;
- Automation;
- Informationstechnologie;
- Ingenieurwesen;
- Gesundheitswesen;
- Finanz- und Unternehmensdienstleistungen;
- Handel;
- Hotellerie und Gastronomie;
- öffentliche Verwaltung;
- Bildung;
- Kultur und Tourismus.
Energie- und Elektrotechnik
Die Gründung von BBC machte Baden zu einem internationalen Zentrum der Energietechnik.
Auch nach der Fusion zu ABB und späteren Unternehmensaufteilungen blieben zahlreiche Betriebe der Energie-, Netz- und Automationstechnik in der Region tätig.
Die industrielle Tradition zeigt sich in Forschungszentren, Ingenieurbüros, spezialisierten Zulieferern und international ausgerichteten Unternehmen.
Baden Nord
Baden Nord entstand auf dem ehemaligen BBC-Industrieareal.
Historische Fabrikhallen wurden erhalten, umgenutzt oder durch moderne Bauten ergänzt.
Der Stadtteil verbindet heute:
- Arbeitsplätze;
- Wohnen;
- Kultur;
- Gastronomie;
- Veranstaltungen;
- öffentliche Räume.
Der Power Tower, das Trafo-Gebäude und verschiedene ehemalige Werkhallen gelten als Beispiele für die Verbindung von Industriekultur und zeitgenössischer Stadtentwicklung.
Dättwil
Dättwil entwickelte sich zu einem wichtigen Gesundheits-, Forschungs- und Gewerbestandort.
Dort befinden sich das Kantonsspital Baden, medizinische Einrichtungen, Technologieunternehmen, Gewerbebetriebe und grössere Wohngebiete.
Turgi
Turgi besitzt eine bedeutende industrielle Vergangenheit.
Die ehemalige Baumwollspinnerei und weitere Fabrikbauten prägen das Ortsbild. Bahnerschlossene Gewerbe- und Entwicklungsflächen sollen den Wirtschaftsstandort Baden langfristig ergänzen.
Verkehr
Eisenbahn
Der Bahnhof Baden gehört zu den wichtigsten Bahnhöfen im Kanton Aargau.
Er liegt an der Hauptachse Zürich–Brugg und wird von Fernverkehrs-, Interregio- und S-Bahn-Zügen bedient.
Direkte oder regelmässige Verbindungen bestehen unter anderem nach:
- Zürich;
- Basel;
- Bern;
- Aarau;
- Brugg;
- Winterthur;
- Olten;
- Waldshut;
- dem Zürcher Flughafen.
Der Bahnhof Turgi ist ein weiterer wichtiger Eisenbahnknoten innerhalb der Gemeinde. Dort zweigt die Strecke in Richtung Koblenz und Waldshut von der Hauptlinie Baden–Brugg ab.
Busverkehr
Die Regionalen Verkehrsbetriebe Baden-Wettingen betreiben ein dichtes städtisches und regionales Busnetz.
Es verbindet das Zentrum mit:
- Wettingen;
- Ennetbaden;
- Neuenhof;
- Dättwil;
- Rütihof;
- Turgi;
- Obersiggenthal;
- Untersiggenthal;
- weiteren Gemeinden der Region.
Der zentrale Bushof befindet sich beim Bahnhof Baden.
Strassenverkehr
Baden liegt nahe dem Autobahnkreuz der A1 und A3.
Anschlüsse bestehen unter anderem bei Baden-West, Neuenhof und Wettingen.
Die enge Tallage führt zu einer starken Belastung der Hauptverkehrsachsen. Der regionale Durchgangs-, Ziel- und Pendlerverkehr konzentriert sich auf wenige Strassen und Limmatübergänge.
Die Stadt fördert deshalb den öffentlichen Verkehr sowie den Fuss- und Veloverkehr.
Langsamverkehr
Velowege und Fussrouten verlaufen entlang der Limmat, durch die Quartiere und in die Nachbargemeinden.
Die Altstadt ist teilweise verkehrsberuhigt. Der Schlossbergtunnel entlastet das historische Zentrum vom motorisierten Durchgangsverkehr.
Bildung
Die Stadt Baden betreibt Kindergärten, Primarschulen und Oberstufenstandorte.
Zu den bedeutenden Schulanlagen gehören:
- Burghalde;
- Pfaffechappe;
- Meierhof;
- Rütihof;
- Dättwil;
- Kappelerhof;
- Turgi.
Die Kantonsschule Baden bietet gymnasiale Bildungsgänge an und wird von Jugendlichen aus der gesamten Region besucht.
Weitere Bildungseinrichtungen sind:
- Berufsfachschulen;
- private Schulen;
- Musikschule Region Baden;
- Erwachsenenbildungsangebote;
- Weiterbildungs- und Fachinstitutionen.
Die Nähe zur Fachhochschule Nordwestschweiz, zur Universität Zürich, zur ETH Zürich und zum Paul-Scherrer-Institut stärkt Baden als Forschungs- und Wissensstandort.
Gesundheitswesen
Das Kantonsspital Baden befindet sich im Quartier Dättwil.
Es ist eines der grossen Akutspitäler des Kantons und versorgt die Bevölkerung einer weit über Baden hinausreichenden Region.
Das Angebot umfasst unter anderem:
- Notfallmedizin;
- Chirurgie;
- Innere Medizin;
- Geburtshilfe;
- Onkologie;
- Kardiologie;
- Radiologie;
- ambulante Behandlungen.
Daneben bestehen zahlreiche Arztpraxen, Therapieangebote, Pflegeeinrichtungen und spezialisierte Gesundheitsbetriebe.
Die Thermalquellen begründeten bereits in der Antike und im Mittelalter eine medizinische Tradition.
Kultur
Baden besitzt für eine Stadt seiner Grösse ein aussergewöhnlich breites Kulturangebot.
Zu den wichtigsten Einrichtungen gehören:
- Historisches Museum Baden;
- Museum Langmatt;
- Kurtheater Baden;
- Kunstraum Baden;
- Stadtbibliothek Baden;
- Grand Casino Baden;
- Trafo Baden;
- Kulturhaus Royal;
- Jugendkulturlokal Werkk;
- verschiedene Galerien und Veranstaltungsräume.
Historisches Museum
Das Historische Museum befindet sich im Landvogteischloss und in einem modernen Erweiterungsbau.
Es behandelt insbesondere:
- römische Geschichte;
- Bädergeschichte;
- Tagsatzungszeit;
- Industrialisierung;
- Alltags- und Sozialgeschichte;
- Geschichte der Region Baden.
Das Museum wurde 1875 gegründet und befindet sich seit 1913 im Landvogteischloss.[9]
Museum Langmatt
Die Villa Langmatt wurde für die Industriellenfamilie Brown-Sulzer errichtet.
Sie beherbergt eine bedeutende Sammlung französischer Impressionisten sowie historische Wohnräume und wechselnde Ausstellungen.
Das Gebäude, der Garten und die Sammlung vermitteln die Lebenswelt einer grossbürgerlichen Industriellenfamilie des frühen 20. Jahrhunderts.
Kurtheater
Das Kurtheater Baden ist das grösste Gastspieltheater des Kantons Aargau.
Es zeigt Schauspiel, Musiktheater, Tanz, Kleinkunst und Produktionen für Kinder und Jugendliche.
Der Bau wurde im 20. Jahrhundert errichtet und später umfassend saniert und erweitert.
Badenfahrt
Die Badenfahrt ist ein grosses Volks- und Stadtfest.
Ihre moderne Form entstand im 20. Jahrhundert. Sie wird in unregelmässigen, meist ungefähr zehnjährigen Abständen veranstaltet.
Vereine, Quartiere, Gastronomiebetriebe und Kulturschaffende errichten für das Fest temporäre Beizen, Bühnen und Themenwelten.
Die Badenfahrt zieht mehrere hunderttausend Besucherinnen und Besucher an und gehört zu den grössten Stadtfesten der Schweiz.
Fantoche
Das Internationale Festival für Animationsfilm Fantoche findet jährlich in Baden statt.
Es zeigt Animationsfilme aus der Schweiz und dem Ausland und gehört zu den bedeutenden Festivals seiner Art in Europa.
Sehenswürdigkeiten
Altstadt
Die kompakte Altstadt besitzt zahlreiche Bürgerhäuser, enge Gassen, Plätze und historische öffentliche Bauten.
Die Hauptgasse und die Weite Gasse bilden die wichtigsten innerstädtischen Achsen.
Die Halde führt steil von der Oberstadt zur Limmat und zum Landvogteischloss.
Stadtturm
Der Stadtturm ist das wichtigste erhaltene Tor der mittelalterlichen Befestigung.
Er entstand im 15. Jahrhundert und erhielt später eine Uhr sowie eine reich gestaltete Fassade.
Der Turm gilt als eines der Wahrzeichen Badens.
Ruine Stein
Die Ruine Stein liegt auf dem Schlossberg über der Altstadt.
Von der mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Befestigung sind Mauern, Treppen und einzelne Gebäudeteile erhalten.
Die Anlage bietet einen weiten Blick über Altstadt, Limmat, Bäderquartier und Umgebung.
Landvogteischloss
Das Landvogteischloss steht unmittelbar an der historischen Holzbrücke.
Es diente den eidgenössischen Landvögten als Amtssitz und beherbergt heute das Historische Museum.
Holzbrücke
Die gedeckte Holzbrücke verbindet die Altstadt mit dem rechten Limmatufer.
An dieser Stelle bestand bereits im Mittelalter ein bedeutender Flussübergang. Die heutige Konstruktion geht auf neuzeitliche Erneuerungen zurück.
Stadtpfarrkirche Maria Himmelfahrt
Die katholische Stadtpfarrkirche steht im Zentrum der Altstadt.
Ihr Standort wurde bereits im Frühmittelalter kirchlich genutzt. Der heutige Bau enthält Bauteile aus verschiedenen Epochen.
Neben der Kirche befindet sich die Sebastianskapelle mit Beinhaus.
Reformierte Kirche
Die reformierte Kirche wurde nach dem Zweiten Villmergerkrieg errichtet.
Für ihren Bau wurden teilweise Steine der zerstörten Burg Stein verwendet. Der schlichte Bau erinnert an die konfessionellen Konflikte des frühen 18. Jahrhunderts.
Bäderquartier
Das Bäderquartier besitzt historische Hotels, Badehäuser, Quellen und moderne Thermalanlagen.
Es bildet zusammen mit den Bädern in Ennetbaden eine zusammenhängende historische Kurlandschaft.
Industrieanlagen
Zu den bedeutenden Zeugnissen der Industriegeschichte gehören:
- ehemalige BBC-Werkhallen;
- das Hochspannungslabor;
- der Power Tower;
- die Trafohalle;
- die Spinnerei Turgi;
- ehemalige Kraftwerks- und Fabrikanlagen entlang der Limmat.
Wakkerpreis
Der Schweizer Heimatschutz zeichnete Baden 2020 mit dem Wakkerpreis aus.
Gewürdigt wurden die langfristige Planung, die qualitätsvolle Gestaltung öffentlicher Räume und der sorgfältige Umgang mit dem baulichen Erbe.
Besonders hervorgehoben wurden die Umwandlung ehemaliger Industrieareale, die Verbindung der Quartiere und die Aufwertung von Plätzen und Strassen.[10]
Die ehemalige Gemeinde Turgi hatte bereits 2002 den Wakkerpreis erhalten. Seit der Fusion von 2024 vereint Baden somit zwei mit dem Preis ausgezeichnete Ortsentwicklungen.
Sport und Freizeit
Baden bietet zahlreiche Sportanlagen, Vereine und Naherholungsgebiete.
Zu den Angeboten gehören:
- Terrassenbad mit Hallen- und Freibad;
- Fussballplätze;
- Turnhallen;
- Tennisanlagen;
- Leichtathletik;
- Velorouten;
- Wanderwege;
- Vita-Parcours;
- Wassersport und Flussaktivitäten;
- Fitness- und Gesundheitsangebote.
Die Wälder, die Limmat und die Höhenzüge um Dättwil und Rütihof dienen als wichtige Erholungsräume.
Persönlichkeiten
In Baden geboren
- Johann Rudolf Dolder (1753–1807), Politiker der Helvetischen Republik
- Emil Welti (1825–1899), Bundesrat
- Karl Attenhofer (1837–1914), Komponist und Dirigent
- Walter Boveri (1865–1924), Industrieller und Mitgründer von BBC
- Albert Hofmann (1906–2008), Chemiker
- Silvio Blatter (* 1946), Schriftsteller und Maler
- Pascale Bruderer (* 1977), Politikerin
- Stephan Eicher (* 1960), Musiker
Mit Baden verbunden
- Charles Eugene Lancelot Brown (1863–1924), Mitgründer von BBC
- Hermann Hesse (1877–1962), Schriftsteller und wiederholter Kurgast
- Mario Botta (* 1943), Architekt der Therme FORTYSEVEN
- Fritz Huser (1952–2023), Künstler und Kulturvermittler
- Ruth Müri (* 1970), Politikerin und Stadträtin
Chronologie
| Jahr beziehungsweise Zeitraum | Ereignis |
|---|---|
| ab etwa 17 n. Chr. | Aufbau der römischen Siedlung Aquae Helveticae bei den Thermalquellen. |
| um 850 | Bau einer karolingischen Kirche im Gebiet der heutigen Stadtpfarrkirche. |
| 11./12. Jahrhundert | Entstehung der Burg Stein. |
| 13. Jahrhundert | Ausbau Badens zur habsburgischen Stadt und zum befestigten Brückenort. |
| 1415 | Eroberung durch die Eidgenossen und erste Zerstörung der Burg Stein. |
| 15.–17. Jahrhundert | Baden entwickelt sich zu einem bedeutenden Tagsatzungs- und Badeort. |
| 1526 | Badener Disputation zwischen katholischen und reformierten Theologen. |
| 1712 | Eroberung durch Zürich und Bern; erneute Zerstörung der Burg Stein. |
| 7. September 1714 | Abschluss des Friedens von Baden. |
| 1798 | Baden wird Hauptstadt des helvetischen Kantons Baden. |
| 1803 | Eingliederung in den neu gegründeten Kanton Aargau; Baden wird Bezirkshauptort. |
| 9. August 1847 | Eröffnung der Eisenbahnlinie Zürich–Baden. |
| 1891 | Gründung der Brown, Boveri & Cie. |
| 1. Januar 1962 | Eingemeindung von Dättwil mit Rütihof und Münzlishausen. |
| 1988 | Fusion von BBC und ASEA zur ABB. |
| 2002 | Turgi erhält den Wakkerpreis. |
| 2020 | Baden erhält den Wakkerpreis. |
| 2021 | Eröffnung der Wellness-Therme FORTYSEVEN. |
| 12. März 2023 | Baden und Turgi stimmen dem Gemeindezusammenschluss zu. |
| 1. Januar 2024 | Turgi wird Teil der Stadt Baden. |
| 2025 | Wahl des ersten regulären Stadtparlaments nach der Fusion. |
Siehe auch
- Bezirk Baden
- Kanton Baden
- Turgi
- Dättwil
- Limmat
- Aquae Helveticae
- Ruine Stein
- Friede von Baden
- Badener Disputation
- Spanisch-Brötli-Bahn
- Brown, Boveri & Cie.
- Historisches Museum Baden
- Museum Langmatt
- Badenfahrt
- Liste der Kulturgüter in Baden AG
Literatur
- Otto Mittler: Geschichte der Stadt Baden. Zwei Bände. Sauerländer, Aarau.
- Bruno Meier: Baden – Geschichte einer Region. Baden.
- Historische Gesellschaft des Kantons Aargau: Argovia. Aarau.
- Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte: Die Kunstdenkmäler des Kantons Aargau. Der Bezirk Baden. Bern.
- Historisches Museum Baden: Baden – Bäderstadt, Tagsatzungsort und Industriestadt. Baden.
- Schweizer Heimatschutz: Wakkerpreis 2020: Baden. Zürich.
- Stadt Baden: Stadtentwicklung und Ortsgeschichte. Baden.
- Max Baumann: Turgi – vom Bauerndorf zur Industriegemeinde. Turgi.
Weblinks
- Offizielle Website der Stadt Baden
- Tourismusorganisation deinBaden
- Historisches Museum Baden
- Museum Langmatt
- Kurtheater Baden
- Baden im Historischen Lexikon der Schweiz
- Statistik Aargau
- Karten und Geodaten des Bundes
Einzelnachweise
- ↑ Baden ist Regionalstadt. In: Stadt Baden. Abgerufen am 2026-07-23.
- ↑ Kennzahlen. In: Stadt Baden. Abgerufen am 2026-07-23.
- ↑ Eine Stadt. Elf Quartiere. In: Stadt Baden. Abgerufen am 2026-07-23.
- ↑ Bädergeschichte. In: deinBaden. Abgerufen am 2026-07-23.
- ↑ Baden und Turgi schliessen sich zusammen. In: Stadt Baden. 2023-03-12. Abgerufen am 2026-07-23.
- ↑ Kennzahlen. In: Stadt Baden. Abgerufen am 2026-07-23.
- ↑ Gesamterneuerungswahlen 2025 Stadt Baden. In: Stadt Baden. 2025-09-28. Abgerufen am 2026-07-23.
- ↑ Kennzahlen. In: Stadt Baden. Abgerufen am 2026-07-23.
- ↑ Historisches Museum Baden. In: Stadt Baden. Abgerufen am 2026-07-23.
- ↑ Auszeichnungen der Stadt Baden. In: Stadt Baden. Abgerufen am 2026-07-23.