Schaffhauserplatz
| Schaffhauserplatz | |
|---|---|
| Ort | Zürich |
| Stadtkreis | Kreis 6 |
| Quartier | Unterstrass |
| Postleitzahl | 8006 |
| Koordinaten | 47° 23′ 31″ N, 8° 32′ 19″ O |
| Namensgebung | 1929 |
| Wichtige Strassen | Schaffhauserstrasse, Weinbergstrasse, Hofwiesenstrasse, Rotbuchstrasse |
| Funktion | Quartierzentrum und Verkehrsknoten |
| ÖV-Haltestelle | Zürich, Schaffhauserplatz |
| Reguläre Tramlinien | 7, 11, 14, 15 |
| Buslinie | 33 |
| Neugestaltung | 2003 |
| Letzte grössere Instandsetzung | 2024–2025 |
Der Schaffhauserplatz ist ein Platz und bedeutender Verkehrsknoten im Quartier Unterstrass der Stadt Zürich. Er liegt im Kreis 6 nördlich des Stadtzentrums an der historischen Verkehrsachse zwischen der Zürcher Innenstadt und Oerlikon, Kloten und Schaffhausen. Mehrere wichtige Strassen sowie Tram- und Buslinien treffen hier zusammen.
Der Schaffhauserplatz erfüllt gleichzeitig die Funktion eines lokalen Quartierzentrums. Rund um den Platz befinden sich Wohnhäuser, Geschäfte, gastronomische Betriebe und verschiedene Dienstleistungen. Die Stadt Zürich bezeichnet den Schaffhauserplatz als ein Quartierzentrum mit einer Ausstrahlung weit über Unterstrass hinaus.[1]
Sein heutiges städtisches Erscheinungsbild entstand hauptsächlich im frühen 20. Jahrhundert, als sich Unterstrass stark verdichtete und die zuvor noch teilweise ländlich geprägten Gebiete zwischen Innenstadt und Milchbuck überbaut wurden. 2003 wurde der Platz grundlegend umgestaltet und stärker auf die Bedürfnisse von Fussgängerinnen und Fussgängern ausgerichtet.[1]
Lage
Der Schaffhauserplatz liegt nördlich der Zürcher Innenstadt auf dem Gebiet des Quartiers Unterstrass.
Am Platz beziehungsweise in seiner unmittelbaren Umgebung treffen mehrere wichtige Verkehrsachsen zusammen:
- Schaffhauserstrasse;
- Weinbergstrasse;
- Hofwiesenstrasse;
- Rotbuchstrasse;
- Scheuchzerstrasse;
- Riedtlistrasse.
In südlicher Richtung führt die Schaffhauserstrasse beziehungsweise ihre Fortsetzung über die Stampfenbachstrasse zum Central und zum Hauptbahnhof.
Nach Norden führt die Schaffhauserstrasse über Milchbuck nach Oerlikon und weiter über Seebach, Opfikon und Kloten.
Die Hofwiesenstrasse verbindet den Schaffhauserplatz mit dem Bucheggplatz und weiter mit den nördlichen Stadtquartieren.
Über die Weinbergstrasse besteht eine direkte Verbindung zum Hochschulgebiet mit ETH Zürich, Universität Zürich und Universitätsspital Zürich.
Unterstrass und die «untere Strasse»
Die Geschichte des Schaffhauserplatzes ist eng mit der Entwicklung von Unterstrass verbunden.
Der Name Unterstrass geht auf die historische «untere Strasse» zurück, die von Zürich in Richtung Schaffhausen führte. Die entsprechende «obere Strasse» führte in Richtung Winterthur und gab dem benachbarten Oberstrass seinen Namen.[2]
Die historische untere Strasse entsprach ungefähr dem heutigen Strassenzug:
- Stampfenbachstrasse;
- Beckenhofstrasse;
- Schaffhauserstrasse.
Sie war eine der traditionellen Ausfallachsen Zürichs nach Norden.
Entlang dieser Strasse lagen ursprünglich einzelne Bauernhöfe, Rebberge, Wirtschaften und Landsitze. Erst im Laufe des 19. und frühen 20. Jahrhunderts entwickelte sich das Gebiet zu einem dicht bebauten Stadtquartier.
Eingemeindung von Unterstrass
Unterstrass war bis Ende des 19. Jahrhunderts eine selbständige politische Gemeinde.
Das starke Wachstum Zürichs führte dazu, dass die Stadt und ihre Vororte zunehmend zusammenwuchsen. Unterstrass wurde deshalb zusammen mit zehn weiteren Gemeinden auf den 1. Januar 1893 in die Stadt Zürich eingemeindet.
Unterstrass und Oberstrass bildeten anschliessend gemeinsam einen Teil des heutigen Kreises 6.
Die Eingemeindung ermöglichte eine koordiniertere Planung von Strassen, Schulen, öffentlichem Verkehr und weiteren städtischen Infrastrukturen.
Entwicklung im 19. Jahrhundert
Noch während eines grossen Teils des 19. Jahrhunderts war die Umgebung des heutigen Schaffhauserplatzes wesentlich weniger dicht bebaut als heute.
Die Entwicklung konzentrierte sich zunächst entlang der historischen Strasse zwischen Zürich und Schaffhausen.
Mit dem Bevölkerungswachstum der Stadt entstanden immer mehr Wohnhäuser. Gleichzeitig gewann die Verbindung zwischen Zürich und dem sich industrialisierenden Oerlikon stark an Bedeutung.
Die Schaffhauserstrasse entwickelte sich zu einer der wichtigsten nördlichen Einfallsachsen Zürichs.
Der Name Schaffhauserstrasse wurde 1878 offiziell eingeführt.
Strassenbahn Zürich–Oerlikon–Seebach
Ein entscheidender Impuls für die Entwicklung des Gebiets war die Eröffnung der Strassenbahn Zürich–Oerlikon–Seebach (ZOS) im Jahr 1897.[2]
Die elektrische Strassenbahn führte von der Zürcher Innenstadt über Unterstrass nach Oerlikon und Seebach.
Die Strecke folgte weitgehend der traditionellen Verbindung über die Schaffhauserstrasse.
Die Maschinenfabrik Oerlikon hatte ein besonderes Interesse an einer leistungsfähigen Verkehrsverbindung zwischen Zürich und Oerlikon. Einerseits sollte sie Arbeiterinnen und Arbeiter sowie andere Fahrgäste transportieren, andererseits konnte das Unternehmen damit die Leistungsfähigkeit elektrischer Strassenbahntechnik demonstrieren.
Die Tramverbindung beschleunigte die bauliche Entwicklung entlang der Schaffhauserstrasse erheblich.
Entstehung des Schaffhauserplatzes
Der eigentliche Schaffhauserplatz entstand in seiner heutigen städtischen Form erst im frühen 20. Jahrhundert.
Der Platz erhielt 1929 seinen Namen.
Um 1930 wurde das Gebiet stark umgestaltet. Die bisherige Strassenkreuzung entwickelte sich zu einem urbanen Platz, um den mehrgeschossige Wohn- und Geschäftshäuser entstanden.
Diese Entwicklung stand in engem Zusammenhang mit der allgemeinen Urbanisierung des nördlichen Unterstrass.
Noch vor dem Ersten Weltkrieg war Unterstrass bis ungefähr zum Schaffhauserplatz bereits weitgehend überbaut. Nördlich davon, insbesondere im Gebiet Milchbuck, bestanden dagegen noch grosse offene und landwirtschaftlich genutzte Flächen.[3]
Ausbau um 1930
In den 1920er- und 1930er-Jahren veränderte sich das Umfeld des Schaffhauserplatzes grundlegend.
Die Stadt plante neue Verkehrsachsen und grossflächige Wohngebiete.
Besonders wichtig war die Anlage der Hofwiesenstrasse zwischen Schaffhauserplatz und Bucheggplatz.
Gleichzeitig entstanden nördlich des Platzes unter anderem:
- die Wohnsiedlung Im Birkenhof;
- das Schulhaus Milchbuck;
- weitere städtische und genossenschaftliche Wohnanlagen;
- neue Strassenverbindungen.
Das Schulhaus Milchbuck wurde um 1930 als repräsentative Schulanlage errichtet. Die angrenzenden Wohnsiedlungen wurden teilweise bewusst auf die Symmetrieachse des Schulhauses ausgerichtet.[4]
Dadurch wurde der Schaffhauserplatz zum Übergang zwischen dem bereits dicht bebauten südlichen Unterstrass und den neuen Wohnquartieren im Norden.
Bebauung
Die Bebauung unmittelbar am Schaffhauserplatz stammt zu einem grossen Teil aus der Zeit um 1930.
Typisch sind mehrgeschossige Wohn- und Geschäftshäuser mit Ladenlokalen im Erdgeschoss.
Ein Beispiel ist das Wohn- und Geschäftshaus Schaffhauserplatz 10, dessen Bau in den Jahren 1930/31 dokumentiert ist.[5]
Diese Gebäude verleihen dem Platz trotz der starken Verkehrsbelastung einen geschlossenen urbanen Charakter.
Die Erdgeschosse werden traditionell für Detailhandel, Gastronomie und Dienstleistungen genutzt.
Quartierzentrum
Obwohl Unterstrass kein eindeutig bestimmbares historisches Zentrum mehr besitzt, erfüllt der Schaffhauserplatz heute weitgehend diese Funktion.
Statistik Stadt Zürich bezeichnet ihn als einen Ort, an dem am ehesten ein heutiges Zentrum von Unterstrass vermutet werden kann.[2]
Die Stadt bewertet den Schaffhauserplatz als Quartierzentrum mit einer Bedeutung, die über die unmittelbare Nachbarschaft hinausreicht.[1]
Zu seinen Funktionen gehören:
- Einkaufen;
- Gastronomie;
- Dienstleistungen;
- öffentlicher Verkehr;
- Umsteigen zwischen Tram und Bus;
- Begegnung und Aufenthalt;
- Verbindung verschiedener Wohnquartiere.
Im Gegensatz zum nahe gelegenen Milchbuck weist die Umgebung des Schaffhauserplatzes eine relativ ausgeglichene Mischung aus Wohn- und Arbeitsplatznutzungen auf.[1]
Verkehrsplanung der Nachkriegszeit
Mit dem starken Wachstum des motorisierten Individualverkehrs nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Schaffhauserplatz zunehmend als Verkehrsknoten betrachtet.
In den 1960er-Jahren entwickelten Verkehrsplaner verschiedene Konzepte für eine weitgehend autogerechte Stadt.
Dabei sollten Fussgängerinnen und Fussgänger möglichst von den oberirdischen Verkehrsströmen getrennt werden.
Für den Schaffhauserplatz wurden zwischen 1965 und 1970 detaillierte Planungen zur Fussgängerführung erstellt.[6]
Umbau von 1971
1971 wurde der Schaffhauserplatz konsequent nach den damaligen Vorstellungen einer autogerechten Stadt umgestaltet.[2]
Der Strassenverkehr erhielt grosszügige Flächen.
Fussgängerinnen und Fussgänger sollten die stark befahrene Kreuzung dagegen durch eine Unterführung passieren.
Die Unterführung war gleichzeitig in Planungen für eine zukünftige Zürcher U-Bahn einbezogen. Für die damals projektierte U-Bahn wurden im Bereich Schaffhauserplatz bereits entsprechende Überlegungen und Bauvorleistungen vorgenommen.
Die geplante U-Bahn wurde jedoch nie realisiert.
Zürcher U-Bahn-Projekt
In den späten 1960er- und frühen 1970er-Jahren plante Zürich ein umfassendes U-Bahn-System.
Eine vorgesehene Strecke sollte durch den Bereich Schaffhauserplatz führen.
Aus den Jahren 1970 und 1971 sind detaillierte Längenprofile und Querschnitte für den Abschnitt Hirschwiesen–Schaffhauserplatz sowie für die geplante Station Schaffhauserplatz erhalten.[7]
In der Volksabstimmung vom 20. Mai 1973 lehnten die Stimmberechtigten von Stadt und Kanton das U-Bahn- und S-Bahn-Gesamtprojekt ab.
Die für das Projekt vorgesehenen Anlagen am Schaffhauserplatz verloren damit ihre ursprüngliche Funktion.
Die Fussgängerunterführung blieb jedoch noch mehrere Jahrzehnte Bestandteil des Platzes.
Kritik an der autogerechten Gestaltung
Die Umgestaltung von 1971 stiess zunehmend auf Kritik.
Die breite Verkehrsfläche und die Führung der Fussgängerinnen und Fussgänger unter die Erde reduzierten die Aufenthaltsqualität.
Statistik Stadt Zürich hält fest, dass die autofreundliche Gestaltung hartnäckigen Widerstand aus dem Quartier hervorrief.[2]
Mit dem Wandel der städtischen Verkehrspolitik seit den 1980er- und 1990er-Jahren gewannen die Bedürfnisse von Fussverkehr, öffentlichem Raum und Quartierleben wieder stärker an Bedeutung.
Der Schaffhauserplatz wurde deshalb zu einem frühen Beispiel für die spätere Aufwertung städtischer Quartierzentren.
Neugestaltung 2003
Im Jahr 2003 wurde der Kernbereich des Schaffhauserplatzes grundlegend neu gestaltet.[1]
Ziel war es, die Dominanz des motorisierten Verkehrs zu reduzieren und die Bedingungen für Fussgängerinnen und Fussgänger sowie für den öffentlichen Verkehr zu verbessern.
Zu den Veränderungen gehörten unter anderem:
- Neuordnung der Tramhaltestellen;
- Verbesserung der Fussgängerquerungen;
- Aufwertung der Aufenthaltsbereiche;
- Anpassung der Verkehrsflächen;
- gestalterische Aufwertung des Platzes;
- Integration eines neuen Brunnens.
Nach Einschätzung der Stadt führte die Umgestaltung zu einer deutlich höheren Aufenthaltsqualität.
Auch private Eigentümerinnen und Eigentümer investierten in der Folge verstärkt in Ladenlokale und Gebäude rund um den Platz.[1]
Brunnen von Lang/Baumann
Im Zusammenhang mit der Aufwertung des Schaffhauserplatzes entstand ein zeitgenössischer Brunnen des Künstlerduos Sabina Lang und Daniel Baumann, bekannt als Lang/Baumann.
Das Werk wurde 2002 realisiert beziehungsweise im Zuge der Platzgestaltung installiert.[8]
Der Brunnen steht auf dem kleinen Platzbereich zwischen Schaffhauserstrasse und Weinbergstrasse.
Die Anlage ist bewusst modern gestaltet und unterscheidet sich deutlich von den traditionellen Zürcher Steinbrunnen.
Sie gehört zu den Kunstwerken des öffentlichen Raums im Kreis 6 und ist Bestandteil des städtischen Kunstspaziergangs durch Unterstrass und Oberstrass.[9]
Fussverkehr
Der Schaffhauserplatz ist ein wichtiger Knoten des Fussverkehrs.
Zahlreiche Personen wechseln hier zwischen Tram- und Buslinien oder erreichen die umliegenden Geschäfte und Wohngebiete zu Fuss.
Bei der Neugestaltung von 2003 wurden oberirdische Querungsmöglichkeiten verbessert.
Das städtische Konzept für Quartierzentren sieht insbesondere direkte, sichere und hindernisfreie Verbindungen zwischen den verschiedenen Zielpunkten und Haltestellen vor.[1]
Die Lage bleibt jedoch anspruchsvoll, da mehrere stark befahrene Strassen, vier Tramachsen und eine Buslinie auf engem Raum zusammentreffen.
Veloverkehr
Auch für den Veloverkehr besitzt der Schaffhauserplatz eine wichtige Funktion.
Mehrere kommunale und übergeordnete Velorouten führen durch beziehungsweise nahe am Platz.
Im Rahmen der Neugestaltung wurden bestehende Verbindungen verbessert.
Die hohe Verkehrsbelastung, Tramgleise und zahlreiche Abbiegebeziehungen stellen jedoch besondere Anforderungen an die Sicherheit von Velofahrerinnen und Velofahrern.
Die Stadt Zürich verfolgt deshalb langfristig das Ziel, Lücken im Velonetz rund um das Quartierzentrum weiter zu schliessen.[1]
Öffentlicher Verkehr
Der Schaffhauserplatz gehört zu den bedeutenden Umsteigeknoten des Zürcher Tramnetzes.
Im regulären Liniennetz wird die Haltestelle von vier Tramlinien bedient:
| Linie | Bedeutung am Schaffhauserplatz |
|---|---|
| 7 | Verbindung Innenstadt – Unterstrass – Milchbuck |
| 11 | wichtige Nord-Süd-Verbindung über Bucheggplatz beziehungsweise Innenstadt |
| 14 | Verbindung Innenstadt – Unterstrass – Oerlikon |
| 15 | innerstädtische Tramverbindung über Schaffhauserplatz |
Hinzu kommt die Trolleybuslinie 33.[1]
Dadurch bestehen direkte oder mit kurzen Umsteigewegen erreichbare Verbindungen in zahlreiche Zürcher Stadtteile.
Bedeutung im Tramnetz
Die besondere Bedeutung des Platzes ergibt sich aus der Kreuzung zweier Tramkorridore.
Eine Achse folgt der Schaffhauserstrasse zwischen Innenstadt und Milchbuck beziehungsweise Oerlikon.
Eine zweite Verbindung führt über Weinbergstrasse beziehungsweise Hofwiesenstrasse.
Dadurch kann der Schaffhauserplatz bei Bauarbeiten oder Betriebsstörungen teilweise auch für Umleitungen genutzt werden.
Die Gleisanlagen werden entsprechend stark beansprucht.
Fahrplanänderungen 2026
Während der umfassenden Sanierung der Tramhaltestelle Bahnhofquai/HB vom 14. Dezember 2025 bis 12. Dezember 2026 gilt im Zürcher Tramnetz vorübergehend ein besonderes Baulinienkonzept.[10]
Dadurch weicht die tatsächliche Bedienung des Schaffhauserplatzes zeitweise vom regulären Liniennetz ab.
Unter anderem verkehrt die Bau-Linie 51 vom Bahnhof Altstetten Nord über Sihlquai/HB, Schaffhauserplatz und Milchbuck bis Seebach.[10]
Die temporären Linienführungen sind nicht als dauerhafte Änderung der Funktion des Schaffhauserplatzes zu verstehen.
Strassenverkehr
Schaffhauserplatz ist gleichzeitig ein stark belasteter Knoten des motorisierten Individualverkehrs.
Die wichtigsten Verkehrsbeziehungen führen:
| Richtung | Strasse |
|---|---|
| Innenstadt, Central | Schaffhauserstrasse / Stampfenbachstrasse |
| Milchbuck, Oerlikon | Schaffhauserstrasse |
| Bucheggplatz | Hofwiesenstrasse |
| Hochschulgebiet | Weinbergstrasse |
| Wipkingen / Rosengartenbereich | Rotbuchstrasse und angrenzendes Netz |
Die beschränkten räumlichen Verhältnisse machen den Platz zu einem komplexen Verkehrsknoten.
Sanierung 2024–2025
Am 27. Mai 2024 begann eine umfassende Erneuerung der Infrastruktur am Schaffhauserplatz.[11]
Die stark beanspruchten Tramgleise hatten nach der vorherigen Sanierung von 2002 das Ende ihrer vorgesehenen Nutzungsdauer erreicht.
Das Projekt umfasste insbesondere:
- Ersatz der Gleisanlagen;
- Erneuerung der Kanalisation;
- Erneuerung von Wasserleitungen;
- Erneuerung von Strassenbelägen;
- Arbeiten an den Haltestellen;
- Anpassungen des Busbereichs;
- ökologische Aufwertung des kleinen Platzes beim Brunnen.
Da vier Tramlinien und eine Buslinie durch den Baubereich führten, mussten die Arbeiten in mehreren Etappen ausgeführt werden.
Gleisbau 2024
Ein besonders intensiver Bauabschnitt fand im Oktober 2024 statt.
Vom 11. bis 21. Oktober konnten die regulären Tramlinien zeitweise nicht über den Schaffhauserplatz verkehren.
Die Linien 7 und 14 wurden teilweise über andere Strecken umgeleitet, während andere Linien vorzeitig wendeten oder durch Ersatzbusse ergänzt wurden.[12]
Grosse Teile der Arbeiten wurden bis Ende 2024 abgeschlossen.
Abschlussarbeiten 2025
Weitere Arbeiten folgten im Frühjahr 2025.
Im April wurden Deckbeläge und die Busbetonplatte im Bereich Rotbuchstrasse fertiggestellt.[13]
Ein Teil der Gleisfugen konnte aus bautechnischen Gründen zunächst nicht fertiggestellt werden.
Die letzten Fugenarbeiten wurden deshalb vom 25. August bis 27. September 2025 in den nächtlichen Betriebspausen der VBZ ausgeführt.[14]
Damit war die umfangreiche Instandsetzung des Schaffhauserplatzes im Herbst 2025 im Wesentlichen abgeschlossen.
Umgebung
Der Schaffhauserplatz ist von dicht bebauten Wohngebieten umgeben.
Südlich und östlich liegen ältere Teile von Unterstrass mit Gebäuden aus dem späten 19. und frühen 20. Jahrhundert.
Nördlich schliessen die Wohngebiete Richtung Milchbuck und Bucheggplatz an.
Westlich führt das Gelände in Richtung Wipkingen und Limmattal.
Die Umgebung ist überwiegend durch mehrgeschossige Wohnhäuser geprägt, deren Erdgeschosse teilweise von Geschäften und Dienstleistungen genutzt werden.
Riedtlischulhaus
Nur wenige Gehminuten vom Schaffhauserplatz entfernt befindet sich das historische Riedtlischulhaus.
Die Anlage wurde zwischen 1906 und 1908 nach Plänen der Architekten Robert Bischoff und Hermann Weideli errichtet.[15]
Der repräsentative Schulbau dokumentiert das starke Bevölkerungswachstum von Unterstrass zu Beginn des 20. Jahrhunderts.
Das Gebäude gehört zu den markanten historischen öffentlichen Bauten des Quartiers.
Milchbuck
Nördlich des Schaffhauserplatzes liegt der Milchbuck.
Während die Gegend bis zum Schaffhauserplatz bereits vor dem Ersten Weltkrieg weitgehend bebaut war, blieb das Gebiet um Milchbuck noch längere Zeit ländlich geprägt.[3]
In den 1920er- und 1930er-Jahren entstanden dort grossflächige Wohnsiedlungen und öffentliche Einrichtungen.
Heute bildet Milchbuck einen weiteren wichtigen Verkehrsknoten.
Die kurze Distanz zwischen Schaffhauserplatz und Milchbuck führt dazu, dass beide Orte funktional eng miteinander verbunden sind.
Bucheggplatz
Über die Hofwiesenstrasse ist der Schaffhauserplatz direkt mit dem Bucheggplatz verbunden.
Der Bucheggplatz entstand als grosser Verkehrsknoten im 20. Jahrhundert und übernimmt eine wichtige Verteilerfunktion zwischen Unterstrass, Wipkingen, Oerlikon und Affoltern.
Während der Schaffhauserplatz stärker als gewachsenes Quartierzentrum mit Geschäften und Wohnhäusern wahrgenommen wird, ist der Bucheggplatz wesentlich stärker durch Verkehrsinfrastruktur geprägt.
Schindlergut
Südwestlich des Platzes befindet sich das Schindlergut.
Der historische Landsitz mit Park gehört zu den wichtigen Grünanlagen von Unterstrass.
Die Anlage bildet einen deutlichen Kontrast zum stark vom Verkehr geprägten Schaffhauserplatz.
Heute wird der Park als öffentliche Grünanlage genutzt und bietet der Quartierbevölkerung einen wohnungsnahen Erholungsraum.
Alterswohnungen Schaffhauserplatz
In der Umgebung befindet sich die Siedlung Schaffhauserplatz der Stiftung Alterswohnungen der Stadt Zürich.
Die Siedlung wurde in den 1970er-Jahren erbaut.[16]
Sie verfügt über Wohnungen verschiedener Grössen für ältere Einwohnerinnen und Einwohner.
Die Anlage zeigt, dass das Gebiet trotz seiner Funktion als Verkehrsknoten weiterhin stark vom Wohnen geprägt wird.
Gewerbe und Detailhandel
Geschäfte gehören seit Jahrzehnten zum Erscheinungsbild des Schaffhauserplatzes.
Die zentrale Lage und die hohe Zahl von Umsteigenden schaffen günstige Voraussetzungen für Detailhandel und Dienstleistungen.
Zu den typischen Nutzungen gehören:
- Lebensmittelgeschäfte;
- Bäckereien;
- Apotheken;
- Restaurants und Take-away-Betriebe;
- medizinische Praxen;
- persönliche Dienstleistungen;
- kleinere Fachgeschäfte.
Die Umgestaltung von 2003 führte nach Angaben der Stadt auch zu privaten Investitionen in die Aufwertung der Ladenlokale.[1]
Traditionsgeschäfte
Mehrere Geschäfte am Schaffhauserplatz waren über Jahrzehnte weit über das Quartier hinaus bekannt.
Dazu gehörte die Bäckerei Gnädinger, die 1942 gegründet worden war. Der Betrieb wurde 2021 von der Zürcher Bäckerei Buchmann übernommen.
Ebenfalls bekannt war der 1974 gegründete Fussball-Corner Oechslin. Das Fachgeschäft gehörte zu den frühen spezialisierten Fussballläden der Schweiz und verliess 2021 nach einer Unternehmensübernahme seinen Standort am Schaffhauserplatz.
Solche Veränderungen spiegeln den allgemeinen Wandel des städtischen Detailhandels wider.
Öffentlicher Raum
Die eigentliche Freifläche des Schaffhauserplatzes ist vergleichsweise klein.
Das unterscheidet ihn von klassischen Zürcher Plätzen wie Sechseläutenplatz, Helvetiaplatz oder Münsterhof.
Seine Identität entsteht vielmehr durch die Kombination von:
- Verkehrsknoten;
- Haltestellen;
- Erdgeschossgeschäften;
- kleinen Aufenthaltsbereichen;
- dem Brunnen;
- der umgebenden geschlossenen Bebauung.
Der Platz funktioniert damit in erster Linie als urbanes Quartierzentrum und weniger als grosszügige repräsentative Platzanlage.
Begrünung
Aufgrund der hohen Verkehrs- und Bebauungsdichte sind grössere Grünflächen unmittelbar am Platz kaum vorhanden.
Bei der Instandsetzung 2024 wurde der kleine Platzbereich im Spickel zwischen Schaffhauser- und Weinbergstrasse beim Brunnen jedoch ökologisch aufgewertet.[12]
Solche Massnahmen entsprechen der allgemeinen Zürcher Strategie, stark versiegelte Quartierzentren durch zusätzliche Vegetation und wasserdurchlässigere Flächen klimaangepasster zu gestalten.
Bedeutung für Unterstrass
Der Schaffhauserplatz ist heute einer der wichtigsten Identifikationspunkte von Unterstrass.
Das historische Dorfzentrum der ehemaligen Gemeinde lag weiter südlich im Bereich der Beckenhofstrasse.
Dort befanden sich unter anderem die früheren Gasthäuser «Weisses Kreuz», «Krone», «Gemsbock» und «Casino Unterstrass».[2]
Mit der Verstädterung verlor dieser ältere Mittelpunkt seine zentrale Funktion.
Der Schaffhauserplatz übernahm zunehmend die Rolle eines modernen Quartierzentrums.
Stadtentwicklung
Die Entwicklung des Schaffhauserplatzes ist exemplarisch für die Geschichte vieler Zürcher Quartierzentren.
Aus einer Kreuzung an einer alten Landstrasse entwickelte sich innerhalb weniger Generationen ein dicht bebauter städtischer Verkehrsknoten.
Die wichtigsten Entwicklungsschritte lassen sich folgendermassen zusammenfassen:
| Zeitraum | Entwicklung |
|---|---|
| vor 19. Jahrhundert | ländlich geprägtes Gebiet an der «unteren Strasse» nach Schaffhausen |
| 19. Jahrhundert | zunehmende Bebauung von Unterstrass |
| 1893 | Eingemeindung von Unterstrass nach Zürich |
| 1897 | Eröffnung der Strassenbahn Zürich–Oerlikon–Seebach |
| um 1900–1914 | starke Verdichtung bis zum heutigen Schaffhauserplatz |
| 1929 | Namensgebung Schaffhauserplatz |
| um 1930 | Ausbau zum urbanen Quartier- und Verkehrszentrum |
| 1971 | autogerechte Umgestaltung und Fussgängerunterführung |
| 1973 | Ablehnung des Zürcher U-Bahn-Projekts |
| 2003 | Neugestaltung und Aufwertung für Fussverkehr und Quartiernutzung |
| 2024–2025 | Erneuerung von Tramgleisen, Kanalisation und Wasserleitungen |
| 2025 | Abschluss der jüngsten grossen Instandsetzung |
Bedeutung
Der Schaffhauserplatz gehört nicht zu den monumentalen oder touristisch bekanntesten Plätzen Zürichs. Für den Alltag der Stadt besitzt er jedoch grosse Bedeutung.
Er verbindet mehrere zentrale Funktionen:
- Quartierzentrum von Unterstrass;
- wichtiger Tram- und Busknoten;
- Verbindung zwischen Innenstadt und Zürich-Nord;
- Einkaufs- und Dienstleistungsstandort;
- Schnittstelle zwischen verschiedenen Wohngebieten;
- historischer Abschnitt der alten Verkehrsroute nach Schaffhausen.
Seine Entwicklung dokumentiert zugleich verschiedene Phasen der Zürcher Stadtplanung: von der historischen Landstrasse über die Verstädterung um 1930 und die autogerechte Verkehrsplanung der 1970er-Jahre bis zur stärkeren Gewichtung von öffentlichem Verkehr, Fussverkehr und Aufenthaltsqualität seit Beginn des 21. Jahrhunderts.
Siehe auch
- Unterstrass
- Kreis 6 (Zürich)
- Schaffhauserstrasse (Zürich)
- Milchbuck (Zürich)
- Bucheggplatz
- Central (Zürich)
- Oerlikon
- Verkehrsbetriebe Zürich
- Strassenbahn Zürich–Oerlikon–Seebach
- Liste der Plätze in Zürich
Einzelnachweise
- ↑ 1,00 1,01 1,02 1,03 1,04 1,05 1,06 1,07 1,08 1,09 Stadt Zürich, Tiefbauamt: Schaffhauserplatz – Quartierzentrum und Fussgängerbereich 16, abgerufen am 8. August 2026.
- ↑ 2,0 2,1 2,2 2,3 2,4 2,5 Stadt Zürich, Statistik: Quartierspiegel Unterstrass, Ausgabe 061/2026.
- ↑ 3,0 3,1 Stadt Zürich: Baukultur in Zürich, Band 7 – Unterstrass, Wipkingen, Höngg. Zürich 2009.
- ↑ Stadt Zürich: Dokumentation zur Inventarergänzung Schulhaus Milchbuck und Siedlung Im Birkenhof, 2019.
- ↑ Stadtarchiv Zürich: Firmenarchiv Locher, Hochbau und Eisenbeton, Dossier zum Wohn- und Geschäftshaus Schaffhauserplatz 10, 1930/31.
- ↑ Stadtarchiv Zürich: V.G.c.110.:6.37, Fussgängerführung Schaffhauserplatz, 1965–1970.
- ↑ Stadtarchiv Zürich: Projektunterlagen zur U-Bahn Zürich, Abschnitt Schaffhauserplatz, 1970–1971.
- ↑ Stadt Zürich: Werkverzeichnis Lang/Baumann, Kunst und Bau; Eintrag Brunnen, Schaffhauserplatz, Zürich, 2002.
- ↑ Stadt Zürich: Neuer Kunstspaziergang durch den Kreis 6, 7. Juni 2013.
- ↑ 10,0 10,1 Verkehrsbetriebe Zürich: Gleisbau und Sanierung Bahnhofquai/HB, Fahrplanjahr 2026.
- ↑ Stadt Zürich: Beginn der Sanierungsarbeiten am Schaffhauserplatz, 27. Mai 2024.
- ↑ 12,0 12,1 Stadt Zürich, Tiefbauamt: Schaffhauserplatz – Kanal-, Wasserleitungs- und Gleisbau, Baustelleninformation Mai 2024.
- ↑ Stadt Zürich, Tiefbauamt: Schaffhauserplatz – Baustelleninformation, 18. März 2025.
- ↑ Stadt Zürich, Tiefbauamt: Schaffhauserplatz – Fertigstellung Gleisfugen, 18. August 2025.
- ↑ Stadt Zürich: Geschichte des Riedtlischulhauses, abgerufen am 8. August 2026.
- ↑ Stadt Zürich: Siedlung Schaffhauserplatz, abgerufen am 8. August 2026.
Literatur
- Präsidialdepartement der Stadt Zürich, Statistik Stadt Zürich: Quartierspiegel Unterstrass. Zürich, Ausgabe 2026.
- Stadt Zürich, Amt für Städtebau: Baukultur in Zürich. Band 7: Unterstrass, Wipkingen, Höngg. Zürich 2009.
- Daniel Kurz: Die Disziplinierung der Stadt. Moderner Städtebau in Zürich 1900 bis 1940. Zürich 2008.
- Verein zur Förderung der Erwachsenenbildung Zürich 11/12 (Hrsg.): Aus der Geschichte der ehemaligen Strassenbahn Zürich–Oerlikon–Seebach (ZOS). Zürich 1982.
- Stadtarchiv Zürich: Dokumentationen zur Verkehrsplanung und zum U-Bahn-Projekt am Schaffhauserplatz.
- Stadt Zürich, Tiefbauamt: Schaffhauserplatz – Quartierzentrum und Fussgängerbereich 16.
Weblinks
- Unterstrass bei Statistik Stadt Zürich
- Quartierspiegel Unterstrass
- Stadt Zürich: Quartierzentrum Schaffhauserplatz
- Sanierung des Schaffhauserplatzes 2024–2025
- Verkehrsbetriebe Zürich
Wikimedia Commons: Medien zu Schaffhauserplatz