Schaffhauserstrasse (Zürich)
| Schaffhauserstrasse | |
|---|---|
| Ort | Zürich |
| Kanton | Zürich |
| Strassentyp | Hauptverkehrsstrasse |
| Verlauf | Schaffhauserplatz – Milchbuck – Oerlikon – Seebach – Stadtgrenze |
| Stadtkreise | Kreis 6, Kreis 11 |
| Quartiere | Unterstrass, Oerlikon, Seebach |
| Wichtige Plätze | Schaffhauserplatz, Milchbuck, Marktplatz Oerlikon, Seebacherplatz |
| Öffentlicher Verkehr | Tram und Bus |
| Historische Bedeutung | Teil der alten Ausfallstrasse von Zürich Richtung Schaffhausen |
Die Schaffhauserstrasse ist eine der bedeutenden radialen Hauptstrassen der Stadt Zürich. Sie führt vom Schaffhauserplatz im Quartier Unterstrass in nördlicher Richtung über Milchbuck und Oerlikon nach Seebach und weiter bis an die Zürcher Stadtgrenze. Die Strasse verbindet die Innenstadt mit Zürich Nord und gehört sowohl für den öffentlichen Verkehr als auch für den Fuss-, Velo- und motorisierten Verkehr zu den wichtigen Verkehrsachsen der Stadt.
Historisch ist die Schaffhauserstrasse Teil einer wesentlich älteren Verkehrsverbindung von Zürich in Richtung Schaffhausen. Die sogenannte «untere Strasse» führte vom Zürcher Niederdorf nach Norden und gab der ehemaligen Gemeinde und dem heutigen Stadtquartier Unterstrass seinen Namen. Der historische Verlauf entspricht heute im Wesentlichen der Achse Stampfenbachstrasse–Beckenhofstrasse–Schaffhauserstrasse.[1]
Die Schaffhauserstrasse durchquert sehr unterschiedliche Stadtgebiete. Im südlichen Abschnitt besitzt sie einen dicht bebauten innerstädtischen Charakter. Rund um Oerlikon ist sie Teil eines bedeutenden Geschäfts- und Verkehrszentrums. Weiter nördlich in Seebach verbindet sie ältere Wohn- und Gewerbegebiete mit grossen Entwicklungsarealen und dem Stadtrand.
Verlauf
Die Strasse beginnt unter ihrem heutigen Namen am Schaffhauserplatz im Kreis 6. Dort trifft sie auf die Weinbergstrasse und die Hofwiesenstrasse. Die historische Verkehrsachse setzt sich stadteinwärts über Beckenhofstrasse und Stampfenbachstrasse bis in Richtung Central fort.[1]
Vom Schaffhauserplatz führt die Schaffhauserstrasse zunächst nordwärts durch Unterstrass. Sie passiert Wohn- und Geschäftshäuser sowie die Haltestellen im Bereich Guggachstrasse und erreicht danach den Milchbuck.
Am Milchbuck befindet sich ein bedeutender Verkehrsknoten zwischen Schaffhauserstrasse, Irchelstrasse, Bucheggstrasse und weiteren Strassen. In unmittelbarer Nähe liegen der Irchelpark und der Campus Irchel der Universität Zürich.
Nördlich des Milchbucks führt die Schaffhauserstrasse weiter in Richtung Oerlikon. Sie erreicht das dicht bebaute Zentrum des Quartiers und führt im östlichen Bereich des Bahnhofs Zürich Oerlikon unter den Eisenbahngleisen hindurch.
Nördlich des Bahnhofs verläuft die Strasse durch Seebach. Dieser Abschnitt ist rund 1,8 Kilometer lang und reicht vom Bahnhof Oerlikon Ost bis zur Stadtgrenze. Entlang der ersten rund 1000 Meter bis zur Tramendstation Seebach befinden sich besonders viele Geschäfte, Dienstleistungsbetriebe und gastronomische Angebote.[2]
Weiter nördlich wird die Bebauung lockerer und weist zunehmend Gewerbe-, Industrie- und neuere Wohnbauten auf. Schliesslich erreicht die Schaffhauserstrasse die Stadtgrenze.
Historische Verkehrsachse
Die Bedeutung der Strasse reicht weit vor die moderne Stadtentwicklung zurück.
Bereits im Mittelalter bestanden nördliche Verkehrswege von Zürich in Richtung Kloten, Bülach und Schaffhausen. Eine dieser Verbindungen wurde als untere Strasse bezeichnet. Sie verlief vom Niederdorf durch das Gebiet des heutigen Unterstrass nach Norden.
Ihr gegenüber stand die «obere Strasse», die über das heutige Oberstrass in Richtung Winterthur führte. Von diesen beiden Verkehrswegen leiten sich die Namen Unterstrass und Oberstrass ab.[1]
Die untere Strasse wird bereits 1272 erwähnt. Ihr historischer Verlauf entspricht im Stadtgebiet weitgehend der heutigen Verbindung über Stampfenbachstrasse, Beckenhofstrasse und Schaffhauserstrasse.
Über Jahrhunderte diente die Route vor allem dem regionalen Personen- und Warenverkehr. Sie verband die Stadt Zürich mit den Dörfern im heutigen Zürcher Unterland und mit weiter nördlich gelegenen Gebieten.
Entwicklung im 19. Jahrhundert
Zu Beginn des 19. Jahrhunderts führte die spätere Schaffhauserstrasse noch weitgehend durch ländlich geprägte Gebiete.
Unterstrass bestand aus einzelnen Häusergruppen, Höfen, Gärten und Landwirtschaftsflächen. Auch Oerlikon und Seebach waren noch kleine Dörfer ausserhalb der damaligen Stadt Zürich.
Nach dem Abbruch der Zürcher Stadtbefestigungen in den 1830er-Jahren breitete sich die Stadt zunehmend in die Vororte aus. Der südliche Abschnitt der Verkehrsachse wurde dichter bebaut.
Besonders stark veränderte sich das Gebiet in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts durch die Industrialisierung Oerlikons.
Rund um die späteren Fabriken der Maschinenfabrik Oerlikon und weitere Industriebetriebe entstanden zahlreiche Arbeitsplätze. Neue Wohnhäuser wurden für die schnell wachsende Arbeiterschaft benötigt.
Entlang der Schaffhauserstrasse entwickelte sich deshalb eine zunehmend städtische Bebauung. Ein erhaltenes Beispiel ist der sogenannte Seebacherhof im Bereich Schaffhauserstrasse 438. Das 1896 errichtete Gebäude gehört zu einer historischen Blockrandbebauung, die im Zusammenhang mit dem industriellen Wachstum Oerlikons entstand.[3]
Eingemeindungen
Die Schaffhauserstrasse führte ursprünglich durch mehrere selbständige Gemeinden.
Unterstrass wurde im Rahmen der ersten grossen Zürcher Stadtvereinigung am 1. Januar 1893 eingemeindet.[4]
Oerlikon und Seebach blieben zunächst selbständig. Beide Gemeinden entwickelten sich durch die Industrialisierung und das Bevölkerungswachstum zunehmend zu städtischen Vororten.
Am 1. Januar 1934 wurden auch Oerlikon und Seebach zusammen mit sechs weiteren Gemeinden nach Zürich eingemeindet.[4]
Seitdem verläuft die Schaffhauserstrasse vollständig innerhalb des heutigen Stadtgebiets bis zur nördlichen Stadtgrenze.
Strassenbahn Zürich–Oerlikon–Seebach
Die Entwicklung der Schaffhauserstrasse ist eng mit der Geschichte der elektrischen Strassenbahn verbunden.
Im Jahr 1897 wurde die Strassenbahn Zürich–Oerlikon–Seebach eröffnet. Die Bahn folgte weitgehend der historischen Verkehrsachse über Unterstrass nach Oerlikon und Seebach.[1]
Das Konzessionsgesuch war bereits 1894 durch die Maschinenfabrik Oerlikon eingereicht worden. Das Unternehmen hatte ein besonderes Interesse an einer leistungsfähigen Verkehrsverbindung. Einerseits sollten die Beschäftigten die Industriebetriebe in Oerlikon besser erreichen können, andererseits war die elektrische Strassenbahn ein wichtiges Anwendungsgebiet für die von der Maschinenfabrik hergestellte Elektrotechnik.[1]
Die Bahn trug wesentlich zur Siedlungsentwicklung entlang der Schaffhauserstrasse bei. Wohngebiete, Geschäfte und weitere Betriebe konnten sich nun auch weiter entfernt vom alten Zürcher Stadtzentrum entwickeln.
Das private Strassenbahnunternehmen wurde später in das Zürcher Verkehrssystem integriert. Die frühere Strecke ist noch heute eine der wichtigsten Tramachsen der Verkehrsbetriebe Zürich.
Schaffhauserplatz
Hauptartikel: Schaffhauserplatz
Der Schaffhauserplatz bildet den südlichen Ausgangspunkt der eigentlichen Schaffhauserstrasse und einen der bedeutenden Quartierplätze des Kreises 6.
Hier treffen Schaffhauserstrasse, Weinbergstrasse und Hofwiesenstrasse zusammen. Das Gebiet besitzt eine wichtige Umsteigefunktion für den öffentlichen Verkehr und gleichzeitig eine hohe Dichte an Geschäften, Dienstleistungen und Gastronomie.
Die Stadt Zürich betrachtet das Gebiet Schaffhauserplatz/Schaffhauserstrasse als wichtiges Quartierzentrum. Im kommunalen Richtplan wird unter anderem das Ziel verfolgt, publikumsorientierte Erdgeschossnutzungen zu erhalten und den öffentlichen Raum weiter aufzuwerten.[5]
Der Schaffhauserplatz wurde 2003 neugestaltet. Die Massnahmen verbesserten unter anderem die Aufenthaltsqualität und die Bedingungen für den Fussverkehr. Nach Angaben der Stadt trug die Aufwertung auch zu Investitionen in die angrenzenden Ladenlokale bei.[6]
Abschnitt Unterstrass
Zwischen Schaffhauserplatz und Milchbuck besitzt die Strasse einen dicht bebauten städtischen Charakter.
Mehrgeschossige Wohnhäuser stehen unmittelbar am Strassenraum. In ihren Erdgeschossen befinden sich Restaurants, Geschäfte und Dienstleistungsbetriebe.
Die Tramgleise verlaufen auf diesem Abschnitt weitgehend in der Strassenachse. Aufgrund der begrenzten Platzverhältnisse teilen sich Tram-, Auto-, Velo- und Fussverkehr einen relativ schmalen Raum.
Die Kombination aus hoher Verkehrsbelastung und dichter Wohnbebauung macht Lärmschutz und Verkehrssicherheit zu wichtigen Themen.
Im städtischen Konzept für die Strassenlärmsanierung gehört die Schaffhauserstrasse zu den Hauptachsen, auf denen Massnahmen zur Reduktion der Lärmbelastung geprüft beziehungsweise umgesetzt werden.[7]
Milchbuck
Hauptartikel: Milchbuck
Der Milchbuck bildet einen wichtigen Verkehrsknoten auf der Schaffhauserstrasse.
Hier kreuzt beziehungsweise berührt die Strasse mehrere weitere wichtige Verkehrsachsen. Die Tramhaltestelle Milchbuck besitzt eine grosse Bedeutung für die Verbindung zwischen Unterstrass, Oerlikon, Schwamendingen und der Innenstadt.
In unmittelbarer Nähe befindet sich der Irchelpark mit dem Campus Irchel der Universität Zürich.
Der Bereich wurde im Verlauf des 20. Jahrhunderts stark den Anforderungen des Verkehrs angepasst. Mit dem Bau des Milchbucktunnels und weiteren Strassenprojekten veränderte sich die Verkehrsführung grundlegend.
Die Schaffhauserstrasse blieb jedoch auch nach diesen Veränderungen eine der wichtigsten Oberflächenverbindungen zwischen Innenstadt und Zürich Nord.
Oerlikon
Hauptartikel: Oerlikon
Nördlich des Milchbucks führt die Schaffhauserstrasse in das Zentrum von Oerlikon.
Das ehemalige Dorf entwickelte sich seit dem späten 19. Jahrhundert zu einem der wichtigsten Industriestandorte im Raum Zürich. Maschinenbau, Elektrotechnik und weitere Industrien führten zu einem aussergewöhnlich schnellen Bevölkerungs- und Siedlungswachstum.
Die Schaffhauserstrasse wurde dabei zu einer der zentralen Geschäfts- und Verkehrsachsen.
Im Bereich des Oerliker Zentrums befinden sich zahlreiche Geschäfte, Restaurants und Dienstleistungen. Zusammen mit der Querachse rund um den Bahnhof und den Marktplatz bildet die Strasse einen Teil des urbanen Zentrums von Zürich Nord.
Bahnhof Oerlikon
Hauptartikel: Bahnhof Zürich Oerlikon
Eine besondere verkehrliche Situation besteht beim Bahnhof Zürich Oerlikon.
Die Schaffhauserstrasse unterquert die ausgedehnten Gleisanlagen östlich des Bahnhofs. Diese Unterführung stellt eine wichtige Verbindung zwischen dem Oerliker Zentrum südlich der Bahn und Seebach beziehungsweise Leutschenbach nördlich davon dar.
Im Zusammenhang mit dem Ausbau des Bahnhofs wurde die Unterführung wesentlich verbessert.
Die Stadt plante die sogenannte Quartieranbindung Ost, um die Verbindung zwischen Bahnhof, Schaffhauserstrasse und den nördlich der Bahn gelegenen Quartieren zu verbessern. Dazu gehörten die Aufweitung der Unterführung und neue Zugänge zur Personenunterführung des Bahnhofs.[8]
Die Erweiterung des Bahnhofs wurde 2016 abgeschlossen. Dadurch gewann auch der Bereich Bahnhof Oerlikon Ost erheblich an Bedeutung.
Seebach
Hauptartikel: Seebach (Zürich)
Nördlich des Bahnhofs Oerlikon verläuft die Schaffhauserstrasse durch Seebach.
Der rund 1,8 Kilometer lange Abschnitt vom Bahnhof Oerlikon Ost bis zur Stadtgrenze besitzt eine wichtige Funktion als lokale Einkaufs-, Dienstleistungs- und Verkehrsachse.[2]
Zwischen Bahnhof Oerlikon und der Tramendstation Seebach befinden sich nahezu durchgehend publikumsorientierte Erdgeschossnutzungen. Dazu gehören Lebensmittelgeschäfte, Restaurants, persönliche Dienstleistungen, Gesundheitsangebote und weitere Einrichtungen des täglichen Bedarfs.[9]
Die Stadt beschreibt diesen Bereich als eine Art langen urbanen «Strip» ohne einziges klar definiertes Zentrum. Verschiedene Abschnitte übernehmen unterschiedliche Versorgungsfunktionen.[9]
Zu den wichtigen Bereichen gehören:
- Bahnhof Oerlikon Ost,
- Felsenrain,
- Seebacherplatz,
- Tramendstation Seebach,
- Eichrain.
Nördlich der Tramendstation nimmt die Dichte von Geschäften deutlich ab. Da Seebach stark wächst, soll insbesondere in diesem Abschnitt langfristig ein grösseres Angebot an publikumsorientierten Nutzungen entstehen.[2]
Seebacherplatz
Der Seebacherplatz ist ein wichtiges lokales Zentrum entlang der Schaffhauserstrasse.
Er liegt im historischen Siedlungsgebiet von Seebach und wird von Wohnhäusern, Geschäften und öffentlichen Verkehrsanlagen geprägt.
Im Gegensatz zum grossen regionalen Zentrum Oerlikon besitzt der Seebacherplatz vorwiegend eine lokale Versorgungsfunktion.
Die Stadtentwicklung verfolgt das Ziel, diese Funktion im Zusammenhang mit dem starken Bevölkerungswachstum Seebachs weiter zu stärken.
Tramverkehr
Die Schaffhauserstrasse gehört bis heute zu den wichtigsten Tramachsen Zürichs.
Auf unterschiedlichen Abschnitten verkehren mehrere Linien der Verkehrsbetriebe Zürich. Besonders intensiv genutzt wird der Abschnitt zwischen Schaffhauserplatz, Milchbuck und Oerlikon.
Die Linien verbinden die Gebiete entlang der Strasse direkt mit der Innenstadt, dem Hauptbahnhof, Oerlikon, Seebach und anderen Stadtteilen.
Im Herbst 2025 wurden auf dem Abschnitt der Schaffhauserstrasse im Kreis 6 umfangreiche Gleisarbeiten durchgeführt. Die bestehenden Gleise hatten das Ende ihrer Nutzungsdauer erreicht und wurden erneuert.[10]
Während der Hauptarbeiten musste der Trambetrieb vorübergehend angepasst werden. Dies verdeutlicht die zentrale Bedeutung der Strasse für das Zürcher Tramnetz.
Öffentlicher Verkehr 2026
Aufgrund der umfassenden Sanierung der Haltestelle Bahnhofquai/HB gilt vom 14. Dezember 2025 bis 12. Dezember 2026 ein besonderes Tram-Bauliniennetz.
Auf der Schaffhauserstrasse verkehrt in dieser Zeit unter anderem die Baulinie 51 vom Bahnhof Altstetten Nord über Sihlquai, Schaffhauserplatz und Milchbuck zum Bahnhof Oerlikon Ost und weiter nach Seebach. Sie übernimmt während der Bauphase Funktionen der regulären Linien 4 und 14.[11]
Die Linienführung kann sich nach Abschluss der Bauarbeiten wieder ändern. Für aktuelle Verbindungen ist deshalb der Fahrplan des Zürcher Verkehrsverbunds massgebend.
Motorisierter Verkehr
Neben dem öffentlichen Verkehr ist die Schaffhauserstrasse eine wichtige Hauptachse des motorisierten Verkehrs.
Sie verbindet die Innenstadt mit Oerlikon, Seebach und den nördlich gelegenen Gebieten. Gleichzeitig besteht über verschiedene Querstrassen Anschluss an das übergeordnete Zürcher Strassennetz.
Besonders stark belastete Bereiche liegen am Schaffhauserplatz, Milchbuck und im Zentrum Oerlikons.
Der Bau neuer übergeordneter Verkehrsverbindungen im 20. Jahrhundert veränderte die Rolle der Strasse teilweise. Dennoch besitzt sie weiterhin eine hohe Bedeutung für den lokalen und regionalen Verkehr.
Fussverkehr
Die Schaffhauserstrasse erfüllt nicht nur eine Verkehrs-, sondern auch eine wichtige Zentrumsfunktion.
Besonders rund um Schaffhauserplatz, Oerlikon und im südlichen Seebach befinden sich zahlreiche Läden und Dienstleistungen unmittelbar an der Strasse. Dadurch ist ein attraktiver und sicherer Fussverkehr für diese Gebiete von besonderer Bedeutung.
Am Schaffhauserplatz wurden bereits verschiedene Massnahmen zur Verbesserung der Aufenthaltsqualität umgesetzt. Die Stadt verfolgt langfristig das Ziel, die Verkehrsflächen stärker zugunsten des Fuss- und Veloverkehrs zu ordnen und den Strassenraum gestalterisch aufzuwerten.[6]
Auch im Bereich Oerlikon Ost spielen breite Fussverkehrsflächen und möglichst konfliktarme Umsteigewege zwischen Tram, Bus und Bahn eine zentrale Rolle.
Veloverkehr
Die Schaffhauserstrasse ist auch eine wichtige Verbindung für den Veloverkehr zwischen Innenstadt und Zürich Nord.
Die räumlichen Verhältnisse sind jedoch auf verschiedenen Abschnitten schwierig. Tramgleise, Autoverkehr, Haltestellen und schmale Strassenräume führen teilweise zu Konflikten.
Besonders im Bereich Bahnhof Oerlikon Ost und in Seebach soll die Veloinfrastruktur deshalb weiterentwickelt werden.
In aktuellen Planungen für die Schaffhauserstrasse zwischen Oerlikon und Seebach nennt die Stadt unter anderem eine durchgehende attraktive Fuss- und Veloinfrastruktur als wesentliches Ziel. Gleichzeitig sollen die Umsteigebeziehungen des öffentlichen Verkehrs und die Leistungsfähigkeit der Strasse berücksichtigt werden.[12]
Entwicklung Bahnhof Oerlikon Ost und Seebach
Der nördliche Abschnitt der Schaffhauserstrasse gehört zu den Gebieten, die sich in den kommenden Jahren stark verändern dürften.
Seebach zählt zu den besonders schnell wachsenden Zürcher Stadtquartieren. Gleichzeitig entwickelt sich das Gebiet nördlich des Bahnhofs Oerlikon weiter zu einem dicht bebauten urbanen Raum.
Die Stadt untersucht deshalb nicht nur die Verkehrsinfrastruktur, sondern auch die Erdgeschossnutzungen und die Qualität des öffentlichen Raums.
Eine Studie von 2023 kam zum Ergebnis, dass entlang der Schaffhauserstrasse in Seebach bereits rund 17'000 Quadratmeter publikumsorientierte Erdgeschossflächen bestanden, das mögliche beziehungsweise erforderliche Angebot aber deutlich höher liegt.[9]
Mit dem weiteren Bevölkerungswachstum sollen zusätzliche Geschäfte, Dienstleistungen und gastronomische Angebote entstehen.
Bebauung
Entlang der Schaffhauserstrasse lassen sich unterschiedliche Phasen der Zürcher Stadtentwicklung nachvollziehen.
Im Kreis 6 dominieren vor allem mehrgeschossige Wohn- und Geschäftshäuser aus dem späten 19. und frühen 20. Jahrhundert.
Im Bereich Oerlikon stehen zahlreiche Gebäude, die mit der Industrialisierung und dem raschen Wachstum der ehemaligen Gemeinde verbunden sind.
Im südlichen Seebach sind historische Blockrandbauten erhalten. Der 1896 entstandene Seebacherhof ist ein Beispiel für den damaligen Arbeiterwohnungsbau.[3]
Daneben bestehen einzelne ältere Gebäude aus der Zeit, als Seebach noch einen dörflichen Charakter hatte. An der Schaffhauserstrasse 419 steht beispielsweise ein einfaches Wohnhaus aus dem Jahr 1879; die zugehörige ehemalige Scheune an der Nummer 421 stammt aus dem Jahr 1892.[13]
Weiter nördlich wechseln sich moderne Wohnüberbauungen, Gewerbebauten und ältere Industriegebäude ab.
Gewerbe und Versorgung
Die wirtschaftliche Funktion der Schaffhauserstrasse unterscheidet sich je nach Abschnitt.
Rund um den Schaffhauserplatz überwiegen Geschäfte und Dienstleistungen mit Quartierfunktion.
Oerlikon besitzt dagegen ein wesentlich grösseres Einzugsgebiet. Das Zentrum rund um Bahnhof und Marktplatz gehört zu den wichtigsten Einkaufs- und Dienstleistungsstandorten ausserhalb der Zürcher Innenstadt.
In Seebach übernimmt die Schaffhauserstrasse erneut stärker die Funktion einer lokalen Versorgungsachse. Nach einer Untersuchung der Stadt Zürich entfallen die publikumsorientierten Flächen dort vor allem auf Lebensmittel und andere Güter des täglichen Bedarfs, persönliche Dienstleistungen, Gastronomie sowie Angebote aus den Bereichen Gesundheit und Schönheit.[9]
Diese Nutzungsmischung trägt dazu bei, dass die Strasse nicht nur Verkehrsraum, sondern auch ein bedeutender sozialer und wirtschaftlicher Raum der angrenzenden Quartiere ist.
Bedeutung für Zürich Nord
Die Schaffhauserstrasse verbindet mehrere Stadtgebiete, die zu unterschiedlichen Zeiten nach Zürich eingemeindet und urbanisiert wurden.
Im Süden führt sie durch das bereits im 19. Jahrhundert stark verstädterte Unterstrass. In Oerlikon ist ihre Entwicklung eng mit der Industrialisierung verbunden. In Seebach prägen sowohl der ehemalige Dorfcharakter als auch die starke Bautätigkeit des 20. und 21. Jahrhunderts den Strassenraum.
Dadurch lässt sich entlang der Achse die Entwicklung Zürichs von der historischen Kernstadt über die ehemaligen Vororte bis zu den modernen Entwicklungsgebieten in Zürich Nord besonders gut nachvollziehen.
Ihre Bedeutung beruht heute auf mehreren Funktionen gleichzeitig:
- historische Ausfallstrasse,
- Hauptachse des öffentlichen Verkehrs,
- Verbindung zwischen Innenstadt und Zürich Nord,
- lokale Einkaufsstrasse,
- Wohn- und Geschäftsadresse,
- Verbindung zum Bahnhof Oerlikon,
- wichtige Achse des Fuss- und Veloverkehrs.
Siehe auch
- Unterstrass
- Oerlikon
- Seebach (Zürich)
- Schaffhauserplatz
- Milchbuck
- Bahnhof Zürich Oerlikon
- Zürich Nord
- Strassenbahn Zürich–Oerlikon–Seebach
- Verkehrsbetriebe Zürich
- Schaffhauserstrasse
Weblinks
- Statistik Stadt Zürich – Quartierspiegel Unterstrass
- Stadt Zürich – Entwicklung der Schaffhauserstrasse in Seebach
- Stadt Zürich – Erdgeschossnutzungen an der Schaffhauserstrasse in Seebach
Einzelnachweise
- ↑ 1,0 1,1 1,2 1,3 1,4 Statistik Stadt Zürich: Quartierspiegel Unterstrass, abgerufen am 8. August 2026.
- ↑ 2,0 2,1 2,2 Stadt Zürich: So wird ein rasch wachsendes Quartier gut versorgt, abgerufen am 8. August 2026.
- ↑ 3,0 3,1 Stadt Zürich: Schaffhauserstrasse 438, abgerufen am 8. August 2026.
- ↑ 4,0 4,1 Stadt Zürich: Digitale Zeitreise, abgerufen am 8. August 2026.
- ↑ Stadt Zürich: Kommunaler Richtplan Siedlung, Landschaft, öffentliche Bauten und Anlagen, abgerufen am 8. August 2026.
- ↑ 6,0 6,1 Stadt Zürich: Quartierzentrum Schaffhauserplatz, abgerufen am 8. August 2026.
- ↑ Stadt Zürich: Strassenlärmsanierung – Gesamtkonzept, abgerufen am 8. August 2026.
- ↑ Stadt Zürich: Bessere Quartieranbindung an den Bahnhof Oerlikon, 23. April 2010, abgerufen am 8. August 2026.
- ↑ 9,0 9,1 9,2 9,3 Stadt Zürich: Erdgeschossnutzungen in Zürich-Seebach, 2023, abgerufen am 8. August 2026.
- ↑ Verkehrsbetriebe Zürich: Gleisbaustelle Schaffhauserstrasse, 2025, abgerufen am 8. August 2026.
- ↑ Verkehrsbetriebe Zürich: Gleisbau und Sanierung Bahnhofquai/HB, abgerufen am 8. August 2026.
- ↑ Stadt Zürich: Schaffhauserstrasse – Erläuternder Bericht zur Planauflage, 2026, abgerufen am 8. August 2026.
- ↑ Stadt Zürich: Innenhof-Gebäude Schaffhauserstrasse 421, abgerufen am 8. August 2026.
Wikimedia Commons: Medien zu Schaffhauserstrasse (Zürich)