Bahnhof Neuhausen

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Bahnhof Neuhausen
Bahnhof Neuhausen
Name Neuhausen
Typ Bahnhof
Lage Zwischen- und Verknüpfungsbahnhof
Bauform Durchgangsbahnhof
Gemeinde Neuhausen am Rheinfall
Kanton Schaffhausen
Bahnstrecken Rheinfallbahn
Bahnstrecke Eglisau–Neuhausen
Eigentümer Schweizerische Bundesbahnen
Infrastrukturbetreiber Schweizerische Bundesbahnen
Abkürzung NH
IBNR 8503423
Bahnsteiggleise 2
Bahnsteige 1 Mittelperron
Höhe 397 m ü. M.
Eröffnung 1897
Verkehrsverbund Tarifverbund Ostwind
Tarifzone 810
Koordinaten 47° 40′ 58″ N, 8° 37′ 33″ O

Der Bahnhof Neuhausen ist ein Bahnhof in der Gemeinde Neuhausen am Rheinfall im Kanton Schaffhausen. Er liegt westlich des Schaffhauser Stadtzentrums und wird von mehreren Linien der S-Bahn Zürich und der S-Bahn Schaffhausen bedient.

Am Bahnhof treffen die aus Richtung Winterthur kommende Rheinfallbahn und die über Eglisau, Jestetten und Neuhausen Rheinfall führende Bahnstrecke Eglisau–Neuhausen zusammen. Von Neuhausen verlaufen die Gleise gemeinsam weiter zum nahe gelegenen Bahnhof Schaffhausen.

Im Fahrplanjahr 2026 halten in Neuhausen die Linien S9, S12, S24 und S33. In den Wochenendnächten wird der Bahnhof zusätzlich von der Nacht-S-Bahn-Linie SN3 bedient.[1]

Der Bahnhof wurde 1897 zusammen mit der direkten Eisenbahnstrecke zwischen Eglisau und Schaffhausen eröffnet. Für die rasch wachsende Industriegemeinde war der Anschluss an das schweizerische Bahnnetz von grosser wirtschaftlicher Bedeutung. Insbesondere die Schweizerische Industrie-Gesellschaft erhielt dadurch einen direkten Anschluss für ihren Güter- und Werkverkehr.

Das ursprüngliche Aufnahmegebäude wurde 2003 abgebrochen. Die heutige Anlage besitzt zwei Bahnsteiggleise an einem Mittelperron, das über eine Unterführung erschlossen wird.

Lage

Der Bahnhof befindet sich im östlichen Teil des Siedlungsgebiets von Neuhausen am Rheinfall. Er liegt zwischen der Bahnhofstrasse, dem Industrieplatz und den früheren Industrieanlagen der Schweizerischen Industrie-Gesellschaft.

Das Ortszentrum mit dem Gemeindehaus und der Zentralstrasse befindet sich westlich und nordwestlich des Bahnhofs. Der Industrieplatz, das SIG-Areal und das Rhytech-Quartier liegen in unmittelbarer Nähe.

Die Gleisanlagen verlaufen ungefähr von Südwesten nach Nordosten. Südwestlich des Bahnhofs teilen sich die Bahnverbindungen in zwei Richtungen:

Nordöstlich des Bahnhofs vereinigen sich die Strecken für den kurzen gemeinsamen Abschnitt nach Schaffhausen.

Der Bahnhof liegt auf rund 397 Metern über Meer. Die Distanz zum Bahnhof Schaffhausen beträgt nur wenige Kilometer. Der Rheinfall befindet sich südlich des Bahnhofs, ist jedoch von der 2015 eröffneten Station Neuhausen Rheinfall unmittelbarer erreichbar.

Abgrenzung zu anderen Bahnhöfen

In Neuhausen am Rheinfall bestehen drei voneinander zu unterscheidende Bahnstationen.

Der Bahnhof Neuhausen ist der zentrale SBB-Bahnhof der Gemeinde. Er wird sowohl von Zügen über Winterthur als auch von Zügen über Eglisau und Jestetten bedient.

Die Station Neuhausen Rheinfall liegt südlich des Ortszentrums an der Bahnstrecke Eglisau–Neuhausen. Sie dient vor allem der direkten Erschliessung des Rheinfalls und wird im regulären Tagesverkehr von der S9 bedient.[2]

Der Neuhausen Badische Bahnhof liegt an der deutschen Hochrheinbahn zwischen Schaffhausen und Waldshut. Er gehört zur auf Schweizer Gebiet verlaufenden deutschen Eisenbahninfrastruktur und wird von Regionalzügen auf der Hochrheinstrecke bedient.

Im örtlichen Sprachgebrauch wird der Bahnhof Neuhausen deshalb häufig als SBB-Bahnhof bezeichnet. Auch die angrenzende Bushaltestelle trägt den Namen Neuhausen, Bahnhof SBB.

Geschichte

Rheinfallbahn ohne Station in Neuhausen

Die erste Eisenbahnstrecke durch das Gebiet von Neuhausen am Rheinfall war die Rheinfallbahn zwischen Winterthur und Schaffhausen. Sie wurde im April 1857 eröffnet und führte über Andelfingen, Dachsen und die Rheinfallbrücke nach Schaffhausen.

Obwohl die Bahnstrecke unmittelbar an Neuhausen vorbeiführte, erhielt die Gemeinde zunächst keine Station. Dachsen, das damals kaum grösser als Neuhausen war, besass dagegen von Anfang an einen Bahnhof.

Nach örtlicher Überlieferung widersetzten sich insbesondere Schaffhauser Kutschenunternehmer und Hoteliers einem Halt in Neuhausen. Sie befürchteten, dass Reisende direkt beim Rheinfall aussteigen könnten und dadurch weniger Kutschenfahrten oder Übernachtungen in Schaffhausen benötigt würden.[3]

Für die Einwohnerinnen und Einwohner sowie die entstehenden Industriebetriebe Neuhausens brachte die Rheinfallbahn deshalb zunächst nur begrenzte Vorteile. Die Züge fuhren durch das Gemeindegebiet, ohne dort anzuhalten.

Neuhausen Badischer Bahnhof

Im Jahr 1863 erhielt Neuhausen einen Bahnhof an der Hochrheinbahn. Diese Strecke gehörte zu den Grossherzoglich Badischen Staatseisenbahnen und führte von Basel über Waldshut und Schaffhausen nach Konstanz.

Der Badische Bahnhof lag oberhalb des Rheinfalls. Er wurde sowohl für den regionalen Personenverkehr als auch für den Tourismus genutzt. Besonders die Gäste der damaligen Rheinfallhotels konnten die Station für ihre An- und Abreise verwenden.

Später gewann der Bahnhof auch für die Industrie und insbesondere für die Aluminiumproduktion an Bedeutung. Er ersetzte jedoch keinen direkten Anschluss der Neuhauser Fabriken an das schweizerische Bahnnetz.

Planung der Strecke Eglisau–Schaffhausen

Die bestehende Verbindung von Zürich nach Schaffhausen über Winterthur war vergleichsweise lang. Die Schweizerische Nordostbahn plante deshalb eine direktere Strecke durch das Zürcher Unterland.

Die vorgesehene Linie führte von Eglisau über deutsches Gebiet bei Lottstetten und Jestetten nach Neuhausen und Schaffhausen. Der grenzüberschreitende Verlauf erforderte politische Vereinbarungen zwischen der Schweiz und dem damaligen Grossherzogtum Baden.

Auch die Linienführung im Bereich des Rheinfalls war umstritten. Der Hotelier Franz Wegenstein, Besitzer der Hotels Schweizerhof und Bellevue, wehrte sich gegen eine offene Bahnstrecke durch die Parkanlagen seiner Häuser.

Wegenstein verlangte eine unterirdische Linienführung entlang des Rheinfallbeckens. Die Nordostbahn entschied sich jedoch für die oberirdische Strecke, die teilweise durch das Hotelgelände führte. Zwei Jahre nach der Eröffnung der Bahn verkaufte Wegenstein seine Hotels.[3]

Eröffnung 1897

Die Strecke Eglisau–Neuhausen–Schaffhausen wurde am 31. Mai 1897 feierlich eingeweiht. Extrazüge mit geladenen Gästen befuhren die neue Verbindung, während in den beteiligten Gemeinden Festveranstaltungen stattfanden.

Auch der neue Bahnhof Neuhausen war für die Eröffnung mit Fahnen und weiteren Dekorationen geschmückt. Der damalige Gemeindepräsident Jean Moser hob in seiner Ansprache die wirtschaftlichen Möglichkeiten hervor, die sich durch die neue Bahnverbindung ergaben.[3]

Neuhausen erhielt damit rund 40 Jahre nach der Eröffnung der Rheinfallbahn seinen ersten Bahnhof am schweizerischen Eisenbahnnetz. Der neue Bahnhof lag günstiger zum Ortszentrum und zu den bedeutenden Industrieanlagen als der Badische Bahnhof.

Die Bahnstrecke verkürzte zugleich den Weg zwischen Zürich und Schaffhausen. Ein Teil des Verkehrs, der zuvor über Winterthur geführt worden war, konnte nun die direktere Route über Bülach und Eglisau benutzen.

Aufnahmegebäude

Das 1897 eröffnete Aufnahmegebäude war ein für die Schweizerische Nordostbahn typischer Stationsbau. Ähnliche Gebäude entstanden an verschiedenen kleineren und mittleren Stationen des damaligen Bahnnetzes.

Das mehrgeschossige Gebäude stand auf der Seite der Bahnhofstrasse. Auf der Gleisseite befand sich ein Perrondach, während im Innern Räume für den Billettverkauf, den Bahnhofsbetrieb und die Reisenden untergebracht waren.

Das Aufnahmegebäude prägte während mehr als hundert Jahren das Erscheinungsbild des Bahnhofs. Historische Aufnahmen zeigen einen verputzten Bau mit weit auskragendem Dach und einer gedeckten Perronzone.

Zum Bahnhofensemble gehörten weitere Nebenbauten. Ein kleines WC-Gebäude aus dem Jahr 1916 ist als Rest der historischen Anlage erhalten geblieben.[3]

Anschluss der Schweizerischen Industrie-Gesellschaft

Die Eröffnung des Bahnhofs war insbesondere für die Schweizerische Industrie-Gesellschaft von grosser Bedeutung. Das 1853 gegründete Unternehmen stellte unter anderem Eisenbahnwagen, Waffen, Maschinen und später weitere Industrieprodukte her.

Vor 1897 mussten die in Neuhausen gebauten Eisenbahnwagen zum Badischen Bahnhof transportiert werden. Wegen des Höhenunterschieds und der Lage des Bahnhofs war dieser Vorgang aufwendig.

Mit der neuen Station erhielt die Fabrik einen direkten Anschluss an das schweizerische Eisenbahnnetz. Eine kurze Werkbahn verband den Bahnhof mit den Produktionsanlagen der SIG.

Die Werkbahn war von Beginn an elektrifiziert. Dies war zur damaligen Zeit aussergewöhnlich, da die öffentlichen Hauptstrecken der Region noch mehrere Jahrzehnte mit Dampflokomotiven betrieben wurden.[3]

Über die Anschlussgleise konnten Rohstoffe, Maschinen und fertige Produkte transportiert werden. Der Bahnhof unterstützte dadurch die industrielle Entwicklung Neuhausens und trug zur Entstehung neuer Arbeitsplätze bei.

Entwicklung des Bahnhofquartiers

Rund um den Bahnhof entstanden in den folgenden Jahrzehnten neue Wohn-, Geschäfts- und Industriebauten. Dazu gehörten eine Kartenfabrik, das Hotel Schweizer Bahnhof und die sogenannten Hasler-Häuser an der Bahnhofstrasse.

Die Bebauung verlieh dem Gebiet ein für die damalige Zeit städtisches Erscheinungsbild. Die Bahnhofstrasse entwickelte sich zu einer wichtigen Verbindung zwischen dem Bahnhof, dem Industrieplatz und dem Ortszentrum.

Der Bahnhof war nicht nur ein Verkehrsbauwerk, sondern auch ein Ausgangspunkt für die räumliche Entwicklung Neuhausens. Der Personen- und Güterverkehr förderte den Wandel vom früheren Dorf zu einer industriell geprägten, urbanen Gemeinde.

Übergang an die SBB

Die Schweizerische Nordostbahn wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts verstaatlicht. Im Jahr 1902 gingen der Bahnhof Neuhausen und die von ihm bedienten schweizerischen Bahnstrecken an die neu gegründeten Schweizerischen Bundesbahnen über.

Die SBB übernahmen den Betrieb, die Instandhaltung und die weitere Entwicklung der Anlage. Der Bahnhof blieb ein wichtiger Standort für den Personen-, Güter- und Werkverkehr.

Zu den Aufgaben des örtlichen Bahnpersonals gehörten der Billettverkauf, die Gepäck- und Güterabfertigung sowie die Bedienung der Weichen und Signale. Mit der späteren Automatisierung der Sicherungsanlagen nahm der Personalbedarf schrittweise ab.

Elektrifizierung

Die Strecke Zürich–Bülach–Eglisau–Schaffhausen wurde 1928 elektrifiziert. Fortan konnten elektrische Züge von Zürich über Neuhausen nach Schaffhausen verkehren.

Auf der Rheinfallbahn zwischen Winterthur und Neuhausen dauerte die Umstellung länger. Dort wurden bis in die 1940er Jahre auch dampfbetriebene Züge eingesetzt. Im Jahr 1943 erhielt auch dieser Streckenabschnitt eine elektrische Fahrleitung.[3]

Seither werden beide Strecken mit dem bei den SBB üblichen Wechselstromsystem von 15 Kilovolt und 16,7 Hertz betrieben.

Die Elektrifizierung verbesserte die Leistungsfähigkeit des Bahnbetriebs und verringerte die Rauchbelastung im Bahnhof und in den umliegenden Wohn- und Industriegebieten.

Umbau um 2001

Gegen Ende des 20. Jahrhunderts entsprachen die historischen Anlagen nicht mehr den Anforderungen des modernen Regional- und S-Bahn-Verkehrs.

Der Bahnhof erhielt eine neue Personenunterführung und ein modernes Mittelperron. Das Mittelperron wurde 2001 eröffnet.[4]

Auch die Signal- und Stellwerksanlagen wurden erneuert. Die neue Gestaltung ermöglichte den Zugang zu beiden Bahnsteiggleisen über eine gemeinsame Unterführung.

Durch den Umbau verlor das historische Aufnahmegebäude seine ursprüngliche Funktion. Die betrieblich notwendigen Räume konnten in moderne Anlagen integriert werden.

Abbruch des Aufnahmegebäudes

Das frühere Stationsgebäude wurde 2003 abgebrochen. Damit verschwand eines der markantesten Zeugnisse der Bahnhofsgeschichte aus dem Ortsbild.[3]

Der Abbruch wurde damit begründet, dass das Gebäude nach der Erneuerung der Unterführung, des Mittelperrons und der Stellwerktechnik für den Bahnbetrieb nicht mehr benötigt wurde.

Erhalten blieb das WC-Gebäude von 1916. Historische Fotografien, Pläne und Archivunterlagen dokumentieren das Aussehen des früheren Bahnhofs.

Eröffnung von Neuhausen Rheinfall

Zum Fahrplanwechsel im Dezember 2015 wurde an der Strecke zwischen Jestetten und Neuhausen die neue Station Neuhausen Rheinfall eröffnet.

Sie befindet sich am Hang oberhalb des Rheinfallbeckens und besitzt direkte Fussweg- und Liftverbindungen zum Rheinfall. Dadurch wurde der touristische Verkehr stärker von der Station Neuhausen zur neuen Haltestelle verlagert.

Der Bahnhof Neuhausen behielt dagegen seine Bedeutung für das Ortszentrum, die Wohngebiete, das SIG-Areal und die regionalen Busanschlüsse.

Bahnhofanlage

Der Bahnhof besitzt zwei durchgehende und elektrifizierte Bahnsteiggleise. Zwischen ihnen liegt ein Mittelperron.

Die beiden Gleise werden von Zügen der Rheinfallbahn und der Bahnstrecke Eglisau–Neuhausen benutzt. Unmittelbar südwestlich des Bahnhofs trennen sich beziehungsweise vereinigen sich die beiden Strecken.

Das Mittelperron ist über eine Personenunterführung mit der Bahnhofstrasse und dem umliegenden Siedlungsgebiet verbunden. Auf dem Bahnsteig befinden sich Schutzdächer, Sitzgelegenheiten, Beleuchtung, Fahrgastinformationen und Billettautomaten.

Ein klassisches Aufnahmegebäude besteht seit dem Abbruch des historischen Stationshauses nicht mehr. Die für den Betrieb und die Reisenden erforderlichen Einrichtungen sind in neueren Bauten und Anlagen untergebracht.

Das Bahnhofareal umfasst ausserdem Zufahrten, Veloabstellanlagen und Parkplätze. Teile der früher ausgedehnteren Güter- und Anschlussgleise wurden mit dem Rückgang des lokalen Güterverkehrs zurückgebaut oder einer anderen Nutzung zugeführt.

Dienstleistungen und kombinierte Mobilität

Im Bereich des Bahnhofs befindet sich ein Avec-Geschäft. Es ist im Fahrplanjahr 2026 täglich von 5.30 bis 22.00 Uhr geöffnet.[5]

Nach Angaben der SBB stehen 75 überdachte Veloabstellplätze zur Verfügung. Die P+Rail-Anlage umfasst 66 reguläre Parkplätze und zwei Behindertenparkplätze.[5]

Beim Bahnhof befindet sich ausserdem ein Standort von Mobility Carsharing. Die Kombination aus Bahn, Bus, Velo, P+Rail und Carsharing macht die Station zu einem regionalen Mobilitätsknoten.

Bahnverkehr

Im Fahrplanjahr 2026 halten fünf S-Bahn-Linien beziehungsweise Nachtlinien im Bahnhof Neuhausen.[1]

Linie Verbindung Bedeutung für Neuhausen
S9 Schaffhausen – Neuhausen – Neuhausen Rheinfall – Jestetten – Rafz – Bülach – Zürich HB – Stettbach – Uster Direkte Verbindung über das Zürcher Unterland nach Zürich und Uster
S12 Verbindungen in Richtung Brugg AG, Zürich, Winterthur, Schaffhausen und Wil SG Verbindung über die Rheinfallbahn nach Winterthur sowie zu weiteren Zentren
S24 Thayngen – Schaffhausen – Neuhausen – Andelfingen – Winterthur – Zürich Flughafen – Zürich HB – Zug Direkte Verbindung zum Flughafen Zürich, nach Zürich und Zug
S33 Winterthur – Andelfingen – Schloss Laufen am Rheinfall – Neuhausen – Schaffhausen Regionales Grundangebot auf der Rheinfallbahn
SN3 Winterthur – Andelfingen – Neuhausen – Schaffhausen – Diessenhofen – Stein am Rhein Nachtverbindung an Wochenenden

S9

Die S9 fährt von Schaffhausen über Neuhausen und die Station Neuhausen Rheinfall nach Jestetten und Lottstetten. Die Strecke verläuft dabei zweimal über die deutsch-schweizerische Grenze.

Von Rafz führt die Linie über Eglisau, Bülach, Oberglatt, Glattbrugg und Zürich Oerlikon zum Zürcher Hauptbahnhof. Anschliessend verkehrt sie über Zürich Stadelhofen und Stettbach nach Uster.[6]

Die S9 ist für Neuhausen die wichtigste direkte Verbindung in das Zürcher Unterland und in das Zentrum von Zürich.

S12

Die S12 bedient Neuhausen auf der Rheinfallbahn. Sie verbindet den Bahnhof mit Schaffhausen, Andelfingen, Winterthur und weiteren Orten des Zürcher S-Bahn-Netzes.

Im Fahrplanjahr 2026 werden unter der Linienbezeichnung S12 Verbindungen in Richtung Brugg AG und Wil SG angeboten.[7]

S24

Die S24 stellt eine weitreichende Verbindung durch mehrere Regionen her. Von Neuhausen fahren Züge über Schaffhausen nach Thayngen sowie in der Gegenrichtung über Andelfingen und Winterthur zum Flughafen Zürich, nach Zürich Hauptbahnhof und Zug.[8]

Für Reisende aus Neuhausen ist insbesondere die umsteigefreie Verbindung zum Flughafen Zürich von Bedeutung.

S33

Die S33 verkehrt zwischen Winterthur und Schaffhausen. Sie bedient unter anderem Hettlingen, Henggart, Andelfingen, Marthalen, Dachsen, Schloss Laufen am Rheinfall und Neuhausen.[9]

Die Linie übernimmt gemeinsam mit den weiteren Verbindungen die regionale Erschliessung der Rheinfallbahn.

Nachtverkehr

In den Nächten von Freitag auf Samstag und Samstag auf Sonntag hält die Nacht-S-Bahn-Linie SN3 im Bahnhof.

Sie verbindet Neuhausen über Andelfingen mit Winterthur sowie über Schaffhausen, Feuerthalen, Diessenhofen und Etzwilen mit Stein am Rhein.[10]

Busverkehr

Die Bushaltestelle Neuhausen, Bahnhof SBB befindet sich unmittelbar beim Bahnhof. Sie wird im Fahrplanjahr 2026 von der Linie 7 der Verkehrsbetriebe Schaffhausen bedient.

  • Linie 7: Schaffhausen, Bahnhof – Schützenhaus – Belairpark – Wiesli – Trubegüetli – Hohfluh – Kreuzstrasse – Neuhausen, Zentrum – Industrieplatz – Neuhausen, Bahnhof SBB

Die Linie verbindet den Bahnhof mit dem Ortszentrum von Neuhausen und dem Bahnhof Schaffhausen. Werktags verkehrt sie je nach Tageszeit in einem 10-, 15- oder 20-Minuten-Takt. Am Wochenende gilt ein teilweise abweichender Fahrplan.[11]

Weitere Buslinien halten am nahe gelegenen Industrieplatz und im Zentrum von Neuhausen. Dadurch bestehen Verbindungen in verschiedene Quartiere sowie zu den umliegenden Gemeinden.

Tarif

Der Bahnhof liegt in der Zone 810 des Tarifverbunds Ostwind.[12]

Für Fahrten zwischen dem Ostwind-Gebiet und dem Zürcher Verkehrsverbund stehen verbundübergreifende Fahrausweise des Z-Pass zur Verfügung.

Auf den Bahnstrecken über Jestetten und Lottstetten gelten besondere tarifliche Regelungen, da die Strecke deutsches Staatsgebiet durchquert, jedoch von den SBB betrieben wird.

Bedeutung

Der Bahnhof Neuhausen ist der wichtigste schweizerische Bahnanschluss für das Ortszentrum und die nördlich des Rheinfalls gelegenen Wohn- und Arbeitsgebiete.

Durch die Lage an zwei Bahnstrecken bestehen direkte Verbindungen sowohl über Bülach als auch über Winterthur nach Zürich. Gleichzeitig ist Schaffhausen mit mehreren Zügen pro Stunde in wenigen Minuten erreichbar.

Für den Berufsverkehr erschliesst der Bahnhof das SIG-Areal, das Rhytech-Quartier, den Industrieplatz und weitere Gewerbe- und Dienstleistungsstandorte.

Historisch war die Eröffnung des Bahnhofs ein wichtiger Schritt in der Industrialisierung Neuhausens. Der direkte Anschluss der Schweizerischen Industrie-Gesellschaft erleichterte den Transport von Eisenbahnwagen, Maschinen und anderen Industrieprodukten.

Auch die städtebauliche Entwicklung wurde durch den Bahnhof geprägt. Entlang der Bahnhofstrasse und rund um den Industrieplatz entstanden neue Wohn-, Geschäfts- und Hotelbauten.

Für den eigentlichen Rheinfalltourismus besitzt heute die Station Neuhausen Rheinfall die grössere Bedeutung. Der Bahnhof Neuhausen bleibt dagegen der wichtigere Umsteigepunkt für das Ortszentrum, den Busverkehr und die Verbindungen über die Rheinfallbahn.

Siehe auch

Literatur

  • Martin Harzenmoser: Der Bahnhof, der zu spät kam. In: Neuhuuser News, Ausgabe 2/2026, Gemeinde Neuhausen am Rheinfall, S. 6.
  • Hans G. Wägli: Schienennetz Schweiz und Bahnprofil Schweiz CH+. AS Verlag, Zürich 2010, ISBN 978-3-909111-74-9.
  • Werner Stutz: Bahnhöfe der Schweiz – Von den Anfängen bis zum Ersten Weltkrieg. Orell Füssli, Zürich 1983, ISBN 3-280-01405-0.

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Haltestellen- und Linienfahrpläne Neuhausen, Zürcher Verkehrsverbund, Jahresfahrplan 2026, abgerufen am 4. August 2026.
  2. Haltestellenfahrplan Neuhausen Rheinfall, Zürcher Verkehrsverbund, Jahresfahrplan 2026, abgerufen am 4. August 2026.
  3. 3,0 3,1 3,2 3,3 3,4 3,5 3,6 Martin Harzenmoser: Der Bahnhof, der zu spät kam. In: Neuhuuser News, Ausgabe 2/2026, Gemeinde Neuhausen am Rheinfall, S. 6, abgerufen am 4. August 2026.
  4. Eröffnung des Mittelperrons am Bahnhof Neuhausen im Jahr 2001, Stadtarchiv Schaffhausen, abgerufen am 4. August 2026.
  5. 5,0 5,1 Bahnhof Neuhausen, Schweizerische Bundesbahnen, abgerufen am 4. August 2026.
  6. Linienfahrplan S9 Schaffhausen–Uster, Zürcher Verkehrsverbund, Jahresfahrplan 2026, abgerufen am 4. August 2026.
  7. Linienfahrplan S12, Zürcher Verkehrsverbund, Jahresfahrplan 2026, abgerufen am 4. August 2026.
  8. Linienfahrplan S24, Zürcher Verkehrsverbund, Jahresfahrplan 2026, abgerufen am 4. August 2026.
  9. Linienfahrplan S33 Winterthur–Schaffhausen, Zürcher Verkehrsverbund, Jahresfahrplan 2026, abgerufen am 4. August 2026.
  10. Linienfahrplan SN3 Winterthur–Stein am Rhein, Zürcher Verkehrsverbund, Jahresfahrplan 2026, abgerufen am 4. August 2026.
  11. Fahrplan Linie 7 Bahnhof Schaffhausen–Neuhausen SBB, Verkehrsbetriebe Schaffhausen, gültig vom 14. Dezember 2025 bis 12. Dezember 2026, abgerufen am 4. August 2026.
  12. OSTWIND-Zonenplan 2026, Tarifverbund Ostwind, abgerufen am 4. August 2026.