Bahnhof Langnau-Gattikon

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Bahnhof Langnau-Gattikon
Bahnhof Langnau-Gattikon
Gemeinde Langnau am Albis
Bezirk Horgen
Kanton Zürich
Staat Schweiz
Betriebliche Art Durchgangs- und Endbahnhof
Eigentümerin Sihltal Zürich Uetliberg Bahn
Betreiberin Sihltal Zürich Uetliberg Bahn
Strecke Sihltalbahn
Linien S4 und SN4
Gleise 3 sowie Abstellgleise
Perrongleise 2
Eröffnung 3. August 1892
Elektrifizierung 1924
Höhenlage 468 m ü. M.
Tarifzone 150 (ZVV)
DiDok-Nummer 3097
UIC-Nummer 8503097
Nachbarstationen Wildpark-Höfli und Sihlwald

Der Bahnhof Langnau-Gattikon ist ein Bahnhof der Sihltalbahn in der politischen Gemeinde Langnau am Albis im Bezirk Horgen des Kantons Zürich. Er liegt im Sihltal nahe der Grenze zum zur Gemeinde Thalwil gehörenden Ortsteil Gattikon und wird von der Sihltal Zürich Uetliberg Bahn (SZU) betrieben.

Der Bahnhof wird von der Linie S4 der S-Bahn Zürich bedient. Ein grosser Teil der aus Zürich kommenden Züge endet in Langnau-Gattikon, während einzelne Verbindungen bis Sihlwald weiterfahren. In den Nächten von Freitag auf Samstag und von Samstag auf Sonntag bildet Langnau-Gattikon den Endpunkt der Nacht-S-Bahn SN4.

Neben dem Bahnverkehr besitzt die Station als Umsteigepunkt zu den Buslinien nach Langnau am Albis, Thalwil, Adliswil, Gattikon, zum Albispass und nach Hausen am Albis regionale Bedeutung. Das 1892 errichtete Aufnahmegebäude mit seinem ehemaligen Güterschuppen ist ein Zeugnis der frühen Sihltalbahn und als Schutzobjekt eingestuft.[1]

Name

Der Doppelname des Bahnhofs verweist auf die benachbarten Siedlungsgebiete Langnau und Gattikon. Die Bahnanlage befindet sich vollständig auf dem Gebiet der Gemeinde Langnau am Albis. Gattikon liegt unmittelbar östlich der Sihl und gehört politisch zur Gemeinde Thalwil.

Die Bezeichnung Langnau-Gattikon wurde bereits lange im allgemeinen Sprachgebrauch verwendet. Streng bahnamtlich erhielt die Station ihren heutigen Namen jedoch erst auf den 1. Januar 1988. Zuvor wurde sie offiziell als Station Langnau geführt.[2]

Der Doppelname unterscheidet den Bahnhof zudem von anderen Schweizer Stationen und Orten namens Langnau, insbesondere vom Bahnhof Langnau im Emmental im Kanton Bern.

Lage

Der Bahnhof befindet sich im Talboden des Sihltals zwischen dem westlich ansteigenden Albis und den östlichen Höhenzügen des Zimmerbergs. Die Gleisanlagen liegen parallel zur Sihltalstrasse und nur wenige Meter westlich der Sihl.

Das Zentrum von Langnau am Albis liegt westlich und oberhalb des Bahnhofs. Vom Bahnhofplatz führen die Neue Dorfstrasse und weitere lokale Strassen in das Dorfzentrum. Auf der gegenüberliegenden Seite der Sihl befinden sich Gattikon und das ehemalige Industriegebiet der Spinnerei Gattikon.

Die Bahnstrecke erreicht Langnau-Gattikon aus nördlicher Richtung über Adliswil, Sihlau und Wildpark-Höfli. Südlich des Bahnhofs führt sie über die Sihlbrücke Langnau, durch den Gattikontunnel und über eine weitere Sihlbrücke nach Sihlwald.

Der Bahnhof liegt auf einer Höhe von rund 468 Metern über Meer. Die Entfernung zum Zürcher Hauptbahnhof beträgt auf der Schiene etwa 13 Kilometer. Die Fahrzeit ins Zentrum von Zürich beträgt im regulären Fahrplan rund 25 Minuten.

Die Station liegt in der ZVV-Tarifzone 150.[3]

Anlage

Der Bahnhof besitzt drei Hauptgleise sowie mehrere Abstell- und Nebengleise. Für den planmässigen Personenverkehr stehen zwei Perrongleise zur Verfügung.

Gleis 1 liegt am Hausperron unmittelbar beim historischen Aufnahmegebäude. Es wird von einem grossen Teil der Züge benutzt und erfüllt die Anforderungen des Behindertengleichstellungsgesetzes. Gleis 2 liegt an einem Zwischenperron und wird insbesondere für Zugskreuzungen sowie für durchfahrende oder nach Sihlwald weiterfahrende Züge verwendet.

Da ein grosser Teil der S4-Züge in Langnau-Gattikon endet, verfügt die Station über zusätzliche Gleise zum Wenden und Abstellen von Zugskompositionen. Die betrieblichen Anlagen sind für die Stabilität des dichten S-Bahn-Verkehrs auf der überwiegend eingleisigen Sihltalbahn von grosser Bedeutung.

Die Perrons sind mit gedeckten Wartebereichen, Sitzgelegenheiten, Beleuchtung, Billettautomaten und elektronischen Fahrgastinformationen ausgestattet. Das Hausperron ist vom Bahnhofplatz aus ohne Treppen erreichbar.

Zwischen dem Bahnhofsgebäude, den Perrons und den Bushaltekanten bestehen kurze Umsteigewege. Die Anordnung der Bahn- und Busanlagen macht Langnau-Gattikon zu einem wichtigen multimodalen Verkehrsknoten im südlichen Sihltal.

Aufnahmegebäude

Das historische Aufnahmegebäude wurde zur Eröffnung der Sihltalbahn im Jahr 1892 errichtet. Es handelt sich um einen zweigeschossigen Bau mit Satteldach und einem angebauten Güterschuppen.

Das Erdgeschoss enthielt ursprünglich den Wartesaal, den Billettschalter, das Stationsbüro und Räume für die Gepäck- und Güterabfertigung. In den oberen Räumen befanden sich Wohnungen für Bahnbedienstete. Ein weit auskragendes Vordach schützte die Reisenden auf dem Hausperron vor der Witterung.

Das Gebäude entspricht der für kleinere Schweizer Privatbahnen am Ende des 19. Jahrhunderts typischen Stationsarchitektur. Seine Gestaltung ist funktional, wird aber durch regelmässig angeordnete Fenster, Fensterläden, hölzerne Bauteile und die klare Gliederung der Fassaden geprägt.

Der angebaute Güterschuppen erinnert an die frühere Bedeutung des lokalen Güterverkehrs. Über den Bahnhof wurden landwirtschaftliche Erzeugnisse, Holz, Brennstoffe, Baumaterialien und Waren für die Gewerbe- und Industriebetriebe im Raum Langnau und Gattikon umgeschlagen.

Das Aufnahmegebäude mit Güterschuppen gilt als Schutzobjekt im Sinne des Zürcher Planungs- und Baugesetzes. In den Planungen zur Entwicklung des Bahnhofareals muss seine historische Substanz berücksichtigt werden.[1]

Im Bahnhofgebäude befindet sich das Restaurant Bahnhof. Die Gaststätte besteht seit 1896 und gehört zu den ältesten weiterhin betriebenen Gastronomiebetrieben der Gemeinde.[4]

Ausstattung und Dienstleistungen

Der Bahnhof ist heute nicht mehr mit einem bedienten Billettschalter ausgestattet. Fahrausweise können an Automaten, über die elektronischen Vertriebskanäle des öffentlichen Verkehrs oder an anderen Verkaufsstellen erworben werden.

Bis Ende 2015 bestand im Bahnhof ein Bahnreisezentrum. Dort konnten neben Fahrausweisen des ZVV und des Schweizer Bahnverkehrs auch internationale Bahnreisen, Reservationen und verschiedene touristische Angebote gebucht werden. Die Schliessung wurde mit dem veränderten Kaufverhalten und dem zunehmenden elektronischen Vertrieb begründet.[5]

Beim Bahnhof bestehen Abstellanlagen für Velos, Kurzzeitparkplätze und ein Mobility-Carsharing-Standort. Eine grössere Parkierungsanlage befindet sich im angrenzenden Bahnhof- und Spinnereiareal.

Bahnverkehr

S-Bahn-Linie S4

Langnau-Gattikon wird von der Linie S4 der S-Bahn Zürich bedient:

Im Fahrplanjahr 2026 besteht während des grössten Teils des Tages ein 20-Minuten-Takt zwischen Zürich und Langnau-Gattikon. Während der Hauptverkehrszeiten wird das Angebot abschnittsweise auf einen 10-Minuten-Takt verdichtet. Ein Zug pro Stunde fährt in der Regel über Langnau-Gattikon hinaus bis Sihlwald.[6]

Langnau-Gattikon dient deshalb gleichzeitig als Durchgangs- und Endbahnhof. Die endenden Züge wenden in der Station oder werden in den angrenzenden Abstellanlagen für ihre nächste Fahrt bereitgestellt.

Die S4 bietet direkte Verbindungen in die Entwicklungsgebiete Zürich Manegg und Sihlcity sowie in das Zürcher Stadtzentrum. Am Hauptbahnhof bestehen Anschlüsse an den Fernverkehr und an das übrige Netz der Zürcher S-Bahn.

Nachtverkehr

In den Nächten von Freitag auf Samstag und von Samstag auf Sonntag verkehrt die Nacht-S-Bahn SN4 zwischen Zürich und Langnau-Gattikon:

  • SN4: Zürich Hauptbahnhof – Zürich Selnau – Zürich Giesshübel – Zürich Saalsporthalle – Zürich Brunau – Zürich Manegg – Zürich Leimbach – Sood-Oberleimbach – Adliswil – Sihlau – Wildpark-Höfli – Langnau-Gattikon

Die Nachtzüge enden in Langnau-Gattikon und fahren nicht bis Sihlwald. Im Fahrplanjahr 2026 werden während der Wochenendnächte mehrere Verbindungen in beide Richtungen angeboten.[6]

Betrieb während des Umbaus Zürich HB 2026

Wegen des umfassenden Umbaus des unterirdischen SZU-Bahnhofs im Zürcher Hauptbahnhof wurde der Abschnitt zwischen Zürich Selnau und Zürich HB vom 29. April bis zum 18. Oktober 2026 für den Bahnverkehr gesperrt.

Während dieser Zeit endeten die Züge der S4 aus Langnau-Gattikon in Zürich Selnau. Die SN4 wurde ebenfalls nur bis beziehungsweise ab Selnau geführt. Die Fahrgäste mussten dort auf das städtische Tram- und Busnetz umsteigen.[7]

Busverkehr

Unmittelbar beim Bahnhof befindet sich die Bushaltestelle Langnau-Gattikon, Bahnhof. Im Fahrplanjahr 2026 wird sie von den Linien 140, 153 und 240 bedient.[8]

Linie Verbindung Funktion
140 Thalwil, Zentrum – Gattikon – Langnau-Gattikon, Bahnhof – Langnau am Albis, Unterrengg Erschliessung von Gattikon und Langnau
153 Adliswil, Bahnhof – Langnau-Gattikon, Bahnhof Verbindung der Wohnquartiere zwischen Adliswil und Langnau
240 Thalwil, Bahnhof – Gattikon – Langnau-Gattikon, Bahnhof – Albispasshöhe – Hausen am Albis, Post Regionale Verbindung über den Albis

Die Linie 140 verbindet den Bahnhof mit dem Zentrum von Thalwil, Gattikon und den Wohngebieten von Langnau am Albis. Sie übernimmt zugleich eine wichtige Zubringerfunktion zur S4.

Die Linie 153 führt über die höher gelegenen Wohnquartiere und den Bereich Schwerzi-Wildpark nach Adliswil. An Wochenenden wird sie teilweise bis Langnau-Gattikon verlängert und verbessert damit die Erschliessung des Wildnisparks Zürich.

Die Linie 240 stellt eine direkte Verbindung vom Zürichsee über das Sihltal und den Albispass nach Hausen am Albis her. Sie besitzt sowohl für den Pendlerverkehr als auch für Ausflüge zum Albis und in das Knonaueramt Bedeutung.

Geschichte

Planung der Sihltalbahn

Während der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entwickelte sich das Sihltal zu einem bedeutenden Industriegebiet. Entlang der Sihl bestanden Spinnereien, Webereien, Papierfabriken, Mühlen und weitere Betriebe, die auf Wasserkraft angewiesen waren.

Der Transport von Rohstoffen und fertigen Waren erfolgte zunächst überwiegend auf der Strasse. Holz aus dem Sihlwald wurde zum Teil über die Sihl nach Zürich geflösst. Mit dem Wachstum der Industriebetriebe entstand der Wunsch nach einer leistungsfähigen Eisenbahnverbindung.

Die Sihlthalbahn-Gesellschaft plante eine normalspurige Strecke von Zürich Selnau über Wiedikon, Adliswil und Langnau nach Sihlwald. Neben dem Personenverkehr sollte sie dem Transport von Holz und Industriegütern dienen.

Langnau unterstützte das Bahnprojekt, weil man sich davon eine bessere Anbindung an Zürich, neue wirtschaftliche Möglichkeiten und eine Förderung der örtlichen Industrie versprach.

Eröffnung 1892

Die Bahnstrecke von Zürich Selnau nach Sihlwald wurde am 3. August 1892 eröffnet. Gleichzeitig nahm die Station Langnau ihren Betrieb auf.[9]

Die Station entstand im Talboden ausserhalb des damaligen Dorfkerns. Ihre Lage wurde so gewählt, dass sie sowohl Langnau als auch die Industriebetriebe in Gattikon erschliessen konnte.

Zur ursprünglichen Anlage gehörten das Aufnahmegebäude mit Güterschuppen, ein Hauptgleis, ein Kreuzungs- und Ladegleis sowie Einrichtungen für den lokalen Güterverkehr. Der Betrieb erfolgte zunächst mit Dampflokomotiven.

Die neue Bahn verkürzte die Reisezeit nach Zürich erheblich. Sie erleichterte zudem den Transport von Holz aus dem Sihlwald und von Waren aus den Fabriken des Sihltals.

Verlängerung nach Sihlbrugg

Im Jahr 1897 wurde die Sihltalbahn von Sihlwald nach Sihlbrugg verlängert. Dort entstand ein Anschluss an die Hauptstrecke Zürich–Zug–Luzern der Schweizerischen Nordostbahn.

Langnau wurde dadurch Teil einer durchgehenden Verbindung zwischen Zürich und Sihlbrugg. Die Sihltalbahn blieb jedoch vor allem eine Regional- und Güterbahn. Durchgehende Fernverkehrszüge über das Sihltal kamen nicht zustande.

Elektrifizierung

Die Sihltalbahn wurde 1924 elektrifiziert. Sie übernahm das bei den Schweizerischen Bundesbahnen verwendete Stromsystem von 15 Kilovolt Wechselstrom bei 16⅔ Hertz, heute 16,7 Hertz.[9]

Mit der Elektrifizierung endete der reguläre Dampfbetrieb. Elektrische Triebwagen ermöglichten kürzere Fahrzeiten, bessere Beschleunigung und einen wirtschaftlicheren Betrieb.

Die Elektrifizierung war für den Bahnhof Langnau-Gattikon von besonderer Bedeutung, da hier bereits damals Züge kreuzten und teilweise verstärkt oder geschwächt wurden.

Verlegung der Strecke nach Sihlwald

Die ursprüngliche Bahnstrecke führte südlich des Bahnhofs auf der linken Seite der Sihl und eng zwischen dem Fluss, dem Hang und der damaligen Sihltalstrasse hindurch.

Mit dem zunehmenden Strassenverkehr plante der Kanton Zürich eine Verbreiterung und Verbesserung der Sihlstrasse. Dafür musste die Bahnstrecke zwischen Langnau-Gattikon und Sihlwald auf die andere Seite der Sihl verlegt werden.

Die neue Trasse entstand zwischen 1957 und 1959. Sie umfasst die 67 Meter lange Sihlbrücke Langnau, den rund 340 Meter langen Gattikontunnel und eine weitere Brücke zurück auf die ursprüngliche Streckenseite bei Sihlwald.

Der neue Abschnitt wurde am 3. Oktober 1959 feierlich eröffnet. Die Strecke verkürzte sich durch die Neutrassierung um rund 250 Meter. Gleichzeitig konnten zwei Niveauübergänge aufgehoben und die Strassen- und Bahnverhältnisse verbessert werden.[10]

Fusion zur SZU

Die Sihltalbahn führte seit 1932 den Betrieb und die Verwaltung der damaligen Bahngesellschaft Zürich–Uetliberg. Im Jahr 1973 fusionierten die beiden Gesellschaften zur heutigen Sihltal Zürich Uetliberg Bahn.

Der Bahnhof Langnau-Gattikon blieb Teil der Sihltalbahn. Die Fusion änderte an seiner unmittelbaren betrieblichen Funktion zunächst wenig, vereinheitlichte jedoch Verwaltung, Personal und Teile des technischen Betriebs.

S-Bahn Zürich und Verlängerung zum Hauptbahnhof

Am 2. Mai 1990 verlängerte die SZU ihre beiden Bahnlinien vom bisherigen oberirdischen Endbahnhof Zürich Selnau zum unterirdischen Bahnhof Zürich HB SZU. Gleichzeitig wurde die Sihltalbahn als Linie S4 in die neu eröffnete S-Bahn Zürich und in den Zürcher Verkehrsverbund integriert.[9]

Die direkte Verbindung zum Hauptbahnhof erhöhte die Attraktivität der Bahn erheblich. Reisende aus Langnau und Gattikon erhielten bessere Anschlüsse an das gesamte schweizerische Eisenbahnnetz.

Da mit der Aufhebung des alten Bahnhofs Selnau auch die dortigen Abstellgleise verschwanden, wurde beim Bahnhof Langnau-Gattikon eine neue offene Abstellanlage für die Züge der Sihltalbahn errichtet.

Die zusätzliche betriebliche Infrastruktur stärkte die Funktion Langnau-Gattikons als Endbahnhof eines grossen Teils der S4-Züge.

Einstellung des Verkehrs nach Sihlbrugg

Der regelmässige Personenverkehr zwischen Sihlwald und Sihlbrugg wurde im Dezember 2006 eingestellt. Die frei werdenden Fahrzeuge wurden für die Verdichtung des S4-Angebots zwischen Zürich und Langnau-Gattikon eingesetzt.

Seither ist Sihlwald der südliche Endpunkt des fahrplanmässigen Personenverkehrs. Die Strecke nach Sihlbrugg bleibt jedoch erhalten und wird von der Zürcher Museums-Bahn, von Sonderzügen sowie für betriebliche Zwecke genutzt.

Für Langnau-Gattikon verstärkte die Fahrplanänderung die Funktion als wichtigste Endstation der S4. Nur noch ein Teil der Züge fährt bis Sihlwald weiter.

Anpassung der Perrons

Zu Beginn der 2010er-Jahre passte die SZU die Perronanlagen in Langnau-Gattikon an die Anforderungen des Behindertengleichstellungsgesetzes und an die eingesetzten Doppelstockzüge an.

Die Perronkanten wurden erhöht und auf die Einstiegshöhe der Fahrzeuge abgestimmt. Der am häufigsten benutzte Perron an Gleis 1 ist seither weitgehend stufenfrei zugänglich.[11]

Entwicklung des Bahnhofareals

Das Bahnhofgebiet liegt zwischen dem historischen Dorfkern von Langnau, der Sihl und dem ehemaligen Industrieareal von Gattikon. Es besitzt deshalb sowohl verkehrlich als auch städtebaulich eine zentrale Bedeutung.

Die Gemeinde Langnau am Albis erarbeitete einen öffentlichen Gestaltungsplan für das Areal. Dieser soll eine geordnete bauliche Entwicklung ermöglichen und zugleich den historischen Charakter des Aufnahmegebäudes erhalten.

Zu den Zielen gehören:

  • die Aufwertung des Bahnhofplatzes,
  • bessere Umsteigeverbindungen zwischen Bahn und Bus,
  • sichere Wege für Fussgängerinnen, Fussgänger und Velofahrende,
  • eine Neuordnung der Parkierungs- und Erschliessungsflächen,
  • neue Wohn-, Gewerbe- und Dienstleistungsnutzungen,
  • die Erhaltung des geschützten Stationsgebäudes.

Die SZU führt die Erneuerung des Bahnhofareals als Bestandteil ihres Modernisierungsprogramms SZU 4.0. Das Projekt wird gemeinsam mit der Gemeinde Langnau am Albis entwickelt. Der genaue Umsetzungszeitraum war im August 2026 noch nicht abschliessend festgelegt.[12]

Ein neuer Fussweg entlang der Sihl und eine zusätzliche Verbindung aus Gattikon sollen die Erreichbarkeit des Bahnhofs verbessern. Diese Massnahmen stehen teilweise im Zusammenhang mit dem Bau des Hochwasser-Entlastungsstollens Sihl–Zürichsee und den ökologischen Aufwertungen an der Sihl.[13]

Bedeutung

Der Bahnhof Langnau-Gattikon ist der wichtigste Knotenpunkt des öffentlichen Verkehrs in der Gemeinde Langnau am Albis. Sein Einzugsgebiet umfasst auch Gattikon und Teile der Gemeinde Thalwil.

Die direkte Bahnverbindung nach Zürich macht die Station insbesondere für den Berufs-, Schul- und Ausbildungsverkehr attraktiv. Durch den dichten S4-Takt ist Langnau trotz seiner Lage ausserhalb des zusammenhängenden Zürcher Stadtgebiets gut an das Zentrum der Agglomeration angeschlossen.

Die Buslinien erweitern das Einzugsgebiet bis Thalwil, Adliswil, zum Albispass und nach Hausen am Albis. Der Bahnhof verbindet damit die Verkehrsachsen des Sihltals, des linken Zürichseeufers und des Knonaueramts.

Für den Freizeitverkehr dient die Station als Ausgangspunkt für Wanderungen entlang der Sihl, auf den Albis und zum Wildnispark Zürich. Sihlwald, der Tierpark Langenberg, der Gattikerweiher und verschiedene Wanderwege sind vom Bahnhof aus erreichbar.

Historisch steht die Station für die Industrialisierung des Sihltals und den Wandel Langnaus von einer landwirtschaftlich geprägten Gemeinde zu einem Wohnort innerhalb der Zürcher Agglomeration. Das erhaltene Aufnahmegebäude erinnert an die Eröffnungszeit der Sihltalbahn, während die Abstellanlagen und der dichte S-Bahn-Verkehr die heutige Funktion als moderner Vorortsbahnhof zeigen.

Siehe auch

Literatur

  • Hans Waldburger, Hans Tempelmann: Die Sihltalbahn. 100 Jahre von der Dampfbahn zur modernen S-Bahn-Linie. Minirex, Luzern 1992, ISBN 3-907014-06-5.
  • Sihltal Zürich Uetliberg Bahn: 125 Jahre Sihltalbahn 1892–2017. Zürich 2017.

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Öffentlicher Gestaltungsplan Bahnhof Langnau-Gattikon. Hrsg.: Gemeinde Langnau am Albis. Abgerufen am 2026-08-04.
  2. Aus der Geschichte unseres Bahnhofes. In: Langnauerpost. Abgerufen am 2026-08-04.
  3. Regionalnetz-Pläne des ZVV-Gebiets. Hrsg.: Zürcher Verkehrsverbund. Abgerufen am 2026-08-04.
  4. Restaurant Bahnhof Langnau am Albis. Abgerufen am 2026-08-04.
  5. Schliessung des Bahnreisezentrums Langnau-Gattikon. Hrsg.: Regierungsrat des Kantons Zürich. 2016-01-13. Abgerufen am 2026-08-04.
  6. 6,0 6,1 Fahrplanjahr 2026: Zürich HB–Adliswil–Langnau-Gattikon–Sihlwald. Hrsg.: Bundesamt für Verkehr. Abgerufen am 2026-08-04.
  7. Ausbau und Umbau Zürich HB SZU. Hrsg.: Sihltal Zürich Uetliberg Bahn SZU AG. Abgerufen am 2026-08-04.
  8. Langnau-Gattikon und Langnau-Gattikon, Bahnhof. Hrsg.: Zürcher Verkehrsverbund. Abgerufen am 2026-08-04.
  9. 9,0 9,1 9,2 Die Geschichte der SZU. Hrsg.: Sihltal Zürich Uetliberg Bahn SZU AG. Abgerufen am 2026-08-04.
  10. 125 Jahre Sihltalbahn 1892–2017. Hrsg.: Sihltal Zürich Uetliberg Bahn SZU AG. 2017. Abgerufen am 2026-08-04.
  11. Sihltal-Zürich-Uetliberg-Bahn: Perronanpassungen Langnau-Gattikon. Hrsg.: Regierungsrat des Kantons Zürich. 2012. Abgerufen am 2026-08-04.
  12. Modernisierungsprogramm SZU 4.0. Hrsg.: Sihltal Zürich Uetliberg Bahn SZU AG. Abgerufen am 2026-08-04.
  13. Mehr Natur an der Sihl. Hrsg.: Kanton Zürich. Abgerufen am 2026-08-04.

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