Bahnhof Zürich Leimbach

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Bahnhof Zürich Leimbach
Offizieller Name Zürich Leimbach
Ort Zürich
Quartier Leimbach
Stadtkreis Kreis 2
Eigentümerin Sihltal Zürich Uetliberg Bahn (SZU)
Betreiberin Sihltal Zürich Uetliberg Bahn
Bahnhofstyp Kreuzungsbahnhof
Eröffnung 3. August 1892
Historisches Stationsgebäude 1894
Bahnstrecke Sihltalbahn
Streckennummer 712
Bahnsteiggleise 2
Bahnsteige 2 Seitenperrons
Spurweite 1435 mm
Stromsystem 15 kV, 16,7 Hz Wechselstrom
IBNR 8503094
S-Bahn-Linie S4
Nacht-S-Bahn SN4
Buslinie 70
Nachtbus N15
Verkehrsverbund Zürcher Verkehrsverbund (ZVV)
Tarifzone 110

Der Bahnhof Zürich Leimbach ist ein Bahnhof der Sihltal Zürich Uetliberg Bahn im Quartier Leimbach der Stadt Zürich. Er liegt an der Sihltalbahn zwischen den Stationen Zürich Manegg und Sood-Oberleimbach. Im regulären Personenverkehr wird er von der Linie S4 der Zürcher S-Bahn bedient. In den Nächten vor Samstagen und allgemeinen Feiertagen hält zusätzlich die Nacht-S-Bahn SN4.[1]

Der Bahnhof besitzt zwei Gleise an zwei Seitenperrons und dient als Kreuzungsstation auf der abschnittsweise eingleisigen Sihltalbahn. Das historische Stationsgebäude von 1894 steht an der Leimbachstrasse. Es ist das einzige erhaltene Stationsgebäude ländlichen Typs auf dem Gebiet der Stadt Zürich und gehört zum kommunalen Inventar der schützenswerten Bauten.[2]

Unmittelbar neben dem Bahnhof befindet sich die Bushaltestelle Zürich, Bahnhof Leimbach. Die Buslinie 70 verbindet die Station mit Mittelleimbach und dem Bahnhof Wollishofen. Gemeinsam mit der Bahn bildet sie den wichtigsten Knoten des öffentlichen Verkehrs im Quartier.[3]

Name

Der offizielle Stationsname lautet Zürich Leimbach. Die vor dem Bahnhof gelegene Bushaltestelle wird als Zürich, Bahnhof Leimbach bezeichnet.

Im örtlichen Sprachgebrauch sind sowohl Bahnhof Leimbach als auch die Kurzform Leimbach üblich.

Der Name geht auf das gleichnamige Zürcher Stadtquartier zurück. Leimbach war bis Ende 1892 eine selbstständige politische Gemeinde und wurde am 1. Januar 1893 in die Stadt Zürich eingemeindet. Das historische Stationsgebäude entstand 1894 und damit kurz nach der Eingemeindung.[2]

Lage

Der Bahnhof befindet sich im Talboden des Sihltals zwischen der Leimbachstrasse und der Sihl. Die Gleisanlagen verlaufen ungefähr von Norden nach Süden.

In nördlicher Richtung führt die Bahnstrecke über Zürich Manegg, Zürich Brunau, Zürich Saalsporthalle, Zürich Giesshübel und Zürich Selnau zum unterirdischen SZU-Bahnhof im Zürcher Hauptbahnhof. Südlich folgen die Stationen Sood-Oberleimbach, Adliswil, Sihlau, Wildpark-Höfli, Langnau-Gattikon und Sihlwald.

Die Bahnlinie trennt den bebauten Hangbereich Leimbachs vom Uferraum der Sihl. Fusswege und eine Unterführung verbinden den Bahnhof mit den Wohnquartieren sowie mit den Wegen entlang des Flusses.

In der Umgebung befinden sich:

  • das historische Zentrum von Leimbach;
  • die Wohngebiete Unterleimbach und Mittelleimbach;
  • das Schulhaus Leimbach;
  • das Schulhaus Falletsche;
  • die reformierte Kirche;
  • das Gemeinschaftszentrum Leimbach;
  • die Wohnüberbauung Sihlbogen;
  • Sport- und Freizeitanlagen;
  • Fuss- und Velowege entlang der Sihl;
  • Naherholungsgebiete am Entlisberg und am Uetliberg.

Die Station liegt nur wenige hundert Meter von der Stadtgrenze zu Adliswil entfernt.

Geschichte

Verkehr im Sihltal vor dem Eisenbahnbau

Vor dem Bau der Sihltalbahn wurde der Verkehr zwischen Zürich, Leimbach, Adliswil und Langnau am Albis hauptsächlich über Landstrassen abgewickelt.

1835 nahm eine Postkutschenlinie zwischen Zürich, Langnau am Albis und Zug den Betrieb auf. Sie verbesserte die Verkehrsverhältnisse, konnte den wachsenden Bedarf der Industrie und der Bevölkerung jedoch langfristig nicht decken.[4]

Das Sihltal entwickelte sich im 19. Jahrhundert zu einem wichtigen Industriegebiet. Wasserkraft, günstiges Bauland und die Nähe zur Stadt Zürich förderten die Ansiedlung von:

  • Spinnereien;
  • Webereien;
  • Papierfabriken;
  • mechanischen Werkstätten;
  • Mühlen;
  • Holz verarbeitenden Betrieben.

Diese Unternehmen benötigten leistungsfähige Transportwege für Rohstoffe, Kohle, Maschinen und Fertigprodukte.

Frühe Bahnprojekte

Ein erstes Projekt für eine Eisenbahn durch das Sihltal entstand 1857. Weitere Vorschläge sahen eine Verbindung von Zürich durch das Sihltal nach Zug und zur Gotthardbahn vor.

1875 wurde ein Projekt für eine Bahn von Zürich nach Zug ausgearbeitet. Vorgesehen war eine Fortsetzung über eine Trajektfähre auf dem Zugersee in Richtung Gotthard. Das Vorhaben konnte wegen der hohen Baukosten und unsicheren Finanzierung nicht verwirklicht werden.[4]

In den 1880er-Jahren konzentrierten sich die Planungen auf eine lokale Bahn von Zürich nach Sihlwald. Diese sollte sowohl die Industriebetriebe als auch den Personen- und Ausflugsverkehr bedienen.

Gründung der Sihltalbahn

Die Sihlthalbahn-Gesellschaft wurde Ende der 1880er-Jahre gegründet. Sie plante eine normalspurige Eisenbahn vom Bahnhof Zürich Selnau über Giesshübel, Brunau, Leimbach und Adliswil nach Sihlwald.

Die Normalspur von 1435 Millimetern ermöglichte den direkten Übergang von Güterwagen auf das schweizerische Eisenbahnnetz. Über eine Verbindung von Giesshübel nach Wiedikon konnten Wagen an die Schweizerische Nordostbahn und später an die Schweizerischen Bundesbahnen übergeben werden.

Die Bahn wurde als eingleisige Strecke angelegt. An grösseren Stationen entstanden Kreuzungsgleise, damit sich Züge begegnen konnten.

Eröffnung im Jahr 1892

Die Sihltalbahn nahm am 3. August 1892 den Betrieb zwischen Zürich Selnau und Sihlwald auf.[4]

Leimbach erhielt von Beginn an eine eigene Station. Die Bahn verkürzte die Reisezeit in die Stadt Zürich erheblich und schuf eine direkte Verbindung zu den Arbeitsplätzen und Märkten im Stadtzentrum.

Die ersten Züge wurden von Dampflokomotiven gezogen. Sie beförderten:

  • Pendlerinnen und Pendler;
  • Schülerinnen und Schüler;
  • Ausflügler;
  • Post und Gepäck;
  • Holz aus dem Sihlwald;
  • industrielle Rohstoffe;
  • landwirtschaftliche Produkte;
  • Stück- und Wagenladungsgüter.

Die Bahn wurde besonders an Sonn- und Feiertagen von der Stadtbevölkerung genutzt, die das Sihltal als Ausflugs- und Erholungsgebiet entdeckte.[2]

Eingemeindung von Leimbach

Die politische Gemeinde Leimbach wurde am 1. Januar 1893 gemeinsam mit Wollishofen und Enge in die Stadt Zürich eingemeindet.

Der Bahnanschluss erleichterte die funktionale Eingliederung des noch weitgehend dörflich geprägten Gebiets in die wachsende Stadt. Er förderte den Pendlerverkehr und die schrittweise Ausdehnung der Wohnbebauung entlang der Leimbachstrasse.

Der heutige Stationsname Zürich Leimbach verweist auf die Zugehörigkeit zur Stadt und grenzt die Station von anderen Orten gleichen oder ähnlichen Namens ab.

Bau des Stationsgebäudes

Das erhaltene Stationsgebäude wurde 1894 errichtet, zwei Jahre nach der Eröffnung der Bahn.[2]

Der schmale, zweigeschossige Bau entstand im sogenannten Schweizer Holzstil. Zu seinen charakteristischen Elementen gehören:

  • ein flaches Satteldach;
  • sichtbare Holzkonstruktionen;
  • ein weit vorspringendes Perronvordach;
  • eine regelmässige Fassadengliederung;
  • die Kombination von verputzten Flächen und hölzernen Bauteilen.

Im Gebäude befanden sich ursprünglich:

  • ein Fahrkartenschalter;
  • ein Wartsaal;
  • das Büro des Stationsvorstands;
  • Räume für Gepäck und Güter;
  • eine Dienstwohnung;
  • technische und betriebliche Einrichtungen.

Das Gebäude wurde im Laufe der Zeit mehrfach erweitert. Die Umbauten nahmen Rücksicht auf den ursprünglichen Bau und dessen ländliche Gestaltung.[2]

Verlängerung nach Sihlbrugg

Die Sihltalbahn wurde 1897 von Sihlwald nach Sihlbrugg verlängert. Dort bestand Anschluss an die Bahnstrecke Thalwil–Zug der Schweizerischen Nordostbahn.

Damit entstand eine durchgehende Schienenverbindung durch das gesamte Sihltal. Die erhoffte Bedeutung als internationale oder nationale Transitstrecke erreichte sie jedoch nicht.

Für Leimbach blieb vor allem der lokale Personen- und Güterverkehr entscheidend.

Elektrifizierung

Die Sihltalbahn wurde 1924 elektrifiziert.[4]

Sie verwendet seither das im schweizerischen Normalspurnetz übliche Stromsystem mit 15 Kilovolt und 16,7 Hertz Wechselstrom.

Die Elektrifizierung ermöglichte:

  • schnellere Beschleunigung;
  • kürzere Fahrzeiten;
  • dichtere Fahrpläne;
  • wirtschaftlichere Zugführung;
  • weniger Lärm, Rauch und Russ im Siedlungsgebiet;
  • den Einsatz moderner Pendelzüge.

Der Dampfbetrieb verschwand aus dem regulären Personenverkehr. Dampflokomotiven blieben jedoch noch für einzelne Güter- und Sonderleistungen im Einsatz.

Entwicklung zum Vorortsbahnhof

Leimbach wuchs im 20. Jahrhundert stark. Aus dem ländlich geprägten Dorf entwickelte sich ein Wohnquartier der Stadt Zürich.

Die Bahn erleichterte die tägliche Fahrt zu Arbeitsplätzen, Schulen und Einkaufsmöglichkeiten im Stadtzentrum. Gleichzeitig entstanden rund um den Bahnhof neue Wohnhäuser und öffentliche Einrichtungen.

Mit dem steigenden Personenverkehr wurden die Bahnhofsanlagen mehrfach angepasst. Perrons, Wartebereiche, Zugänge, Beleuchtung und Sicherungsanlagen wurden erneuert.

Das historische Stationsgebäude wurde erweitert, ohne seinen ursprünglichen Charakter vollständig zu verlieren.

Fussgängerunterführung

In den 1960er-Jahren nahm der Strassenverkehr auf der Leimbachstrasse stark zu. Die Situation für Fussgängerinnen und Fussgänger beim Bahnhof galt als unbefriedigend.

Besonders gefährdet waren Kinder, die auf dem Weg zu Schule und Bahn die stark befahrene Strasse überqueren mussten.

Der Kanton Zürich genehmigte deshalb 1969 den Bau einer Fussgängerunterführung beim Bahnhof.[5]

Die Unterführung verbesserte die Verbindung zwischen den Wohngebieten, der Bushaltestelle und den Bahnsteigen.

Zusammenschluss zur SZU

Die Sihltalbahn führte seit 1932 die Verwaltung und den Betrieb der benachbarten Uetlibergbahn.

1973 fusionierten die Sihltalbahn und die Bahngesellschaft Zürich–Uetliberg zur Sihltal-Zürich-Uetliberg-Bahn. Das Unternehmen tritt heute als Sihltal Zürich Uetliberg Bahn auf.[4]

Der Bahnhof Leimbach blieb Teil der Sihltalbahn. Die Uetlibergbahn verkehrt nicht über Leimbach, sondern zweigt im Bahnhof Giesshübel in Richtung Binz und Uetliberg ab.

Kondukteurloser Betrieb

1976 führte die SZU den kondukteurlosen Betrieb ein. Fahrkarten mussten fortan vor der Fahrt an Automaten oder Verkaufsstellen gekauft werden.

Der personell besetzte Bahnhofsdienst verlor dadurch an Bedeutung. Fahrkartenkontrollen fanden zunehmend in den Zügen statt.

Später wurden auch die Fahrdienstaufgaben zentralisiert. Der Bahnhof Leimbach wird heute ferngesteuert und besitzt kein örtliches Fahrdienstpersonal.

Zürcher S-Bahn

Die Zürcher S-Bahn nahm am 27. Mai 1990 ihren Betrieb auf.

Die Sihltalbahn erhielt die Linienbezeichnung S4. Gleichzeitig wurde die Strecke von der bisherigen Endstation Zürich Selnau durch einen Tunnel bis zum Zürcher Hauptbahnhof verlängert.[4]

Leimbach erhielt damit eine direkte Verbindung zum wichtigsten Bahnhof der Schweiz. Die Fahrt zum Hauptbahnhof dauert im regulären Betrieb nur wenige Minuten.

Die Einführung der S-Bahn brachte:

  • einen dichteren Takt;
  • regelmässige Abfahrtszeiten;
  • bessere Anschlüsse;
  • modernere Fahrzeuge;
  • eine stärkere Einbindung in den Zürcher Verkehrsverbund;
  • eine deutliche Zunahme der Fahrgastzahlen.

1992 nahm die SZU für die S4 Doppelstockwagen in Betrieb.[4]

Bahnhofumbauten um 1990

Im Zusammenhang mit der Einführung der Zürcher S-Bahn wurden die Strecke und der Bahnhof erneuert.

Die Arbeiten umfassten unter anderem:

  • Anpassungen der Gleis- und Perronanlagen;
  • neue Fahrgastinformationen;
  • Verbesserungen der Beleuchtung;
  • modernisierte Sicherungsanlagen;
  • Anpassungen der Zugänge;
  • Erneuerungen im Bereich der Leimbachstrasse.

Unterlagen zu Bauprojekten am Bahnhof und an der Leimbachstrasse aus den Jahren 1990 und 1991 werden im Stadtarchiv Zürich aufbewahrt.[6]

Entwicklung des Quartiers

Seit den 1990er-Jahren entstanden in Leimbach grössere Wohnüberbauungen. Das Quartier wuchs insbesondere im Talboden und an den Hängen des Uetlibergs.

Zu den bedeutenden neueren Siedlungsgebieten gehören:

  • Sihlbogen;
  • Vista Verde;
  • Wohnbauten in Unterleimbach;
  • verdichtete Siedlungen entlang der Leimbachstrasse;
  • das nördlich gelegene Entwicklungsgebiet Manegg.

Der Bahnhof besitzt für diese Gebiete eine zentrale Bedeutung. Er verbindet sie ohne Umsteigen mit dem Zürcher Stadtzentrum.

Die Stadtplanung sieht im Umfeld des Bahnhofs einen wichtigen Ansatzpunkt für eine bessere räumliche Verbindung zwischen den bisher teilweise voneinander getrennten Siedlungsbereichen Unterleimbachs.[7]

Bahnhofsanlage

Gleise und Perrons

Der Bahnhof besitzt zwei durchgehende Gleise an zwei Seitenperrons.

Gleis Allgemeine Fahrtrichtung Wichtigste Ziele
1 Richtung Zürich Zürich Manegg, Zürich Brunau, Zürich Selnau und Zürich Hauptbahnhof
2 Richtung Sihltal Sood-Oberleimbach, Adliswil, Langnau-Gattikon und Sihlwald

Die tatsächliche Gleisbelegung kann bei Bauarbeiten, Störungen oder anderen betrieblichen Änderungen abweichen.

Die beiden Gleise ermöglichen fahrplanmässige Zugskreuzungen. Dies ist auf der abschnittsweise eingleisigen Sihltalbahn für die Stabilität und Leistungsfähigkeit des Fahrplans von grosser Bedeutung.

Perron an Gleis 1

Der Perron in Richtung Zürich liegt auf der Seite der Leimbachstrasse und des historischen Stationsgebäudes.

Er ist vom Bahnhofplatz und von der Bushaltestelle auf kurzem Weg erreichbar. Der Zugang ist grundsätzlich stufenfrei.

Der Perron besitzt:

  • einen überdachten Wartebereich;
  • Sitzgelegenheiten;
  • Fahrgastinformationen;
  • Beleuchtung;
  • Lautsprecheranlagen;
  • taktile Sicherheitsmarkierungen;
  • Billettautomaten in der näheren Umgebung.

Perron an Gleis 2

Das Gleis 2 liegt auf der der Sihl zugewandten Seite der Anlage.

Der Perron ist über Treppen erreichbar. Seine Perronkante entspricht zwar den Anforderungen des Behindertengleichstellungsgesetzes, der Zugang ist jedoch nach Angaben der SZU nicht hindernisfrei.[8]

Für Reisende, die den Treppenzugang nicht benutzen können, besteht als alternatives öffentliches Verkehrsangebot die unmittelbar benachbarte Buslinie 70.

Die SZU plant, den Bahnhof bis ungefähr 2030 vollständig hindernisfrei umzubauen.[8]

Historisches Stationsgebäude

Das Stationsgebäude von 1894 steht an der Leimbachstrasse 51.

Es ist ein schmaler, zweigeschossiger Bau mit flachem Satteldach und Perronvordach. Seine Architektur verbindet die Anforderungen eines funktionalen Bahnhofs mit Elementen des Schweizer Holzstils.

Die Denkmalpflege der Stadt Zürich bewertet das Gebäude als historisch bedeutend, weil es das einzige erhaltene Stationsgebäude ländlichen Typs auf Stadtgebiet ist.[2]

Der Bau dokumentiert:

  • die Entstehung der Sihltalbahn;
  • die Eingemeindung Leimbachs;
  • den Wandel vom Dorf zum Stadtquartier;
  • die Entwicklung des regionalen Personen- und Güterverkehrs;
  • die Architektur kleiner Privatbahnstationen des ausgehenden 19. Jahrhunderts.

Die ursprüngliche bahnbetriebliche Nutzung wurde im Laufe der Zeit reduziert. Teile des Gebäudes werden heute für andere Zwecke verwendet.

Sicherungsanlagen

Die Weichen und Signale des Bahnhofs werden zentral gesteuert.

Die Sicherungsanlage ermöglicht Zugskreuzungen und schützt die Ein- und Ausfahrten in die anschliessenden eingleisigen Streckenabschnitte.

Im Rahmen des Programms NESA modernisiert die SZU bis 2032 ihre Stellwerke, die Leittechnik, die Zugbeeinflussung und weitere technische Anlagen.[9]

Bahnverkehr

Hauptartikel: Zürcher S-Bahn

S4

Die Linie S4 bildet das Grundangebot im Bahnhof Zürich Leimbach.

Linie Grundlegende Streckenführung Angebot
S4 Zürich HB–Zürich Selnau–Zürich Giesshübel–Zürich Saalsporthalle–Zürich Brunau–Zürich Manegg–Zürich Leimbach–Sood-Oberleimbach–Adliswil–Sihlau–Wildpark-Höfli–Langnau-Gattikon–Sihlwald Dichter Takt; ein Teil der Züge endet in Langnau-Gattikon

Die meisten Züge verkehren zwischen Zürich Hauptbahnhof und Langnau-Gattikon. Sihlwald wird in einem weniger dichten Takt bedient.

Von Leimbach bestehen direkte Verbindungen unter anderem nach:

  • Zürich Manegg;
  • Zürich Brunau;
  • Zürich Saalsporthalle und Sihlcity;
  • Zürich Giesshübel;
  • Zürich Selnau;
  • Zürich Hauptbahnhof;
  • Sood-Oberleimbach;
  • Adliswil;
  • Langnau-Gattikon;
  • Sihlwald.

Die Fahrt zum Zürcher Hauptbahnhof dauert im regulären Fahrplan ungefähr eine Viertelstunde oder weniger.

Temporäre Betriebseinschränkung 2026

Wegen des Umbaus des unterirdischen SZU-Bahnhofs im Zürcher Hauptbahnhof ist die Strecke zwischen Zürich Selnau und Zürich Hauptbahnhof vom 29. April bis 18. Oktober 2026 vollständig gesperrt.[10]

Während dieser Zeit enden die Züge der S4 in Zürich Selnau. Für die Weiterfahrt in die Innenstadt stehen Tram-, Bus- und S-Bahn-Verbindungen ab den umliegenden Haltestellen zur Verfügung.

Die Sperrung ist eine zeitlich begrenzte Baustellenmassnahme und verändert die reguläre Linienführung der S4 nicht dauerhaft.

Nachtverkehr

In den Nächten vor Samstagen und allgemeinen Feiertagen hält die Nacht-S-Bahn SN4 in Zürich Leimbach.

Linie Streckenführung
SN4 Zürich HB–Zürich Selnau–Zürich Giesshübel–Zürich Saalsporthalle–Zürich Brunau–Zürich Manegg–Zürich Leimbach–Adliswil–Langnau-Gattikon

Die Nachtlinie verbindet Leimbach mit dem Zürcher Nachtnetz. Am Hauptbahnhof bestehen Anschlüsse an weitere Nacht-S-Bahn-, Tram- und Buslinien.[1]

Busverkehr

Die Bushaltestelle Zürich, Bahnhof Leimbach liegt unmittelbar neben dem Bahnhof an der Leimbachstrasse.

Im Jahresfahrplan 2026 wird sie von der Linie 70 und der Nachtbuslinie N15 bedient.[3]

Linie Verbindung Betreiber
70 Zürich, Bahnhof Wollishofen–Zürich, Bahnhof Leimbach–Zürich, Mittelleimbach Verkehrsbetriebe Zürich
N15 Zürich, Milchbuck–Zürich, Bahnhof Leimbach–Adliswil, Schulhaus Kopfholz Verkehrsbetriebe Zürich beziehungsweise beauftragtes Verkehrsunternehmen

Die Linie 70 erschliesst die höher gelegenen und von der Sihltalbahn weiter entfernten Teile Leimbachs. Am Bahnhof Wollishofen bestehen Anschlüsse an S-Bahn-, Tram-, Bus- und Schiffsverbindungen.

Der Bus dient zugleich als alternatives Verkehrsmittel für Reisende, die den nicht hindernisfrei erreichbaren Perron an Gleis 2 nicht benutzen können.[8]

Tarif

Zürich Leimbach liegt in der ZVV-Tarifzone 110. Diese umfasst das gesamte Stadtgebiet von Zürich.

Die Zone 110 zählt bei der Preisberechnung als zwei Zonen, da innerhalb der Stadt ein besonders dichtes öffentliches Verkehrsangebot besteht.

Mit einem gültigen Fahrausweis für die erforderlichen Zonen können während dessen zeitlicher Gültigkeit grundsätzlich verwendet werden:

  • S-Bahn-Züge;
  • Tramlinien;
  • Stadt- und Regionalbusse;
  • Schiffe;
  • weitere in den Verbundtarif integrierte Verkehrsmittel.

Für Fahrten ausserhalb des ZVV-Gebiets gelten der nationale Direkte Verkehr oder ergänzende Verbundtarife.

Dienstleistungen

Zürich Leimbach ist ein unbedienter Bahnhof. Ein personell besetztes Reisezentrum oder ein regulärer Fahrkartenschalter besteht nicht.

Billette können bezogen werden über:

  • Billettautomaten;
  • SBB Mobile;
  • die ZVV-App;
  • andere elektronische Verkaufskanäle.

Zur Bahnhofsausstattung gehören:

  • überdachte Wartebereiche;
  • Sitzgelegenheiten;
  • Fahrgastinformationen;
  • Beleuchtung;
  • Lautsprecheranlagen;
  • Veloabstellplätze;
  • Zugänge zur Buslinie 70.

In der Umgebung befinden sich Geschäfte, Gastronomiebetriebe und weitere Quartierdienstleistungen.

Nach Angaben der SBB bestehen Mobility-Carsharing-Standorte im Gebiet Leimbach und Sihlbogen.[11]

Barrierefreiheit

Die Perronkanten beider Gleise entsprechen grundsätzlich den gesetzlichen Anforderungen. Der Zugang zu Gleis 2 ist jedoch nur über Treppen möglich und damit nicht vollständig hindernisfrei.[8]

Der Bahnhof soll bis ungefähr 2030 umgebaut werden. Ziel ist ein selbstständig benutzbarer Zugang zu beiden Bahnsteigen.

Zu den voraussichtlichen Anforderungen gehören:

  • stufenfreie Perronzugänge;
  • geeignete Rampen oder Liftanlagen;
  • ausreichend breite Verkehrsflächen;
  • taktile Leitsysteme;
  • bessere Verbindungen zur Bushaltestelle;
  • moderne Fahrgastinformationen;
  • sichere Fusswegführungen.

Bis zur vollständigen Umsetzung empfiehlt die SZU Reisenden mit eingeschränkter Mobilität je nach Verbindung die Benutzung der Buslinie 70.[8]

Bedeutung für die Quartierentwicklung

Der Bahnhof war eine wichtige Voraussetzung für die Entwicklung Leimbachs vom Dorf zum Zürcher Wohnquartier.

Vor der Bahn bestand eine vergleichsweise langsame Verbindung über Landstrassen. Die Sihltalbahn ermöglichte dagegen eine direkte Fahrt ins Stadtzentrum.

Der Anschluss förderte:

  • den Bau neuer Wohnungen;
  • die tägliche Pendelwanderung;
  • den Zugang zu Schulen und Arbeitsplätzen;
  • die Ansiedlung von Gewerbe;
  • den Ausflugsverkehr ins Sihltal;
  • die stärkere wirtschaftliche und soziale Verbindung mit Zürich.

In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts entstanden zahlreiche grössere Wohnsiedlungen. Die S4 wurde für viele Bewohnerinnen und Bewohner zum wichtigsten Verkehrsmittel.

Heute erschliesst der Bahnhof ein Quartier, dessen Bebauung sich vom Talboden bis an die Hänge von Uetliberg und Entlisberg erstreckt.

Bedeutung als Kreuzungsbahnhof

Die Sihltalbahn ist in mehreren Abschnitten eingleisig. Zugskreuzungen können daher nur in Bahnhöfen und auf Doppelspurabschnitten stattfinden.

Leimbach besitzt zwei Gleise und erfüllt eine wichtige betriebliche Funktion. Hier können sich Züge in Richtung Zürich und Sihltal begegnen.

Für einen stabilen Fahrplan müssen:

  • die Züge pünktlich eintreffen;
  • die Weichen rechtzeitig gestellt werden;
  • die Ein- und Ausfahrten koordiniert sein;
  • die Haltezeiten eingehalten werden;
  • Anschlüsse an den Bus berücksichtigt werden.

Verspätungen können sich auf entgegenkommende Züge übertragen, wenn diese vor dem eingleisigen Abschnitt auf die Kreuzung warten müssen.

Doppelspurausbau Leimbach Süd

Die SZU plant den Ausbau des eingleisigen Streckenabschnitts südlich des Bahnhofs Leimbach auf Doppelspur.[9]

Das Projekt Doppelspur Leimbach Süd soll ungefähr 2030 verwirklicht werden.

Der Ausbau ist Teil eines umfassenden Programms zur Erhöhung der Kapazität der Sihltalbahn. Weitere Doppelspurprojekte sind zwischen Brunau und der Höcklerbrücke sowie zwischen Binz und dem Borrweg vorgesehen.

Mit der Doppelspur südlich von Leimbach sollen:

  • Zugskreuzungen flexibler möglich werden;
  • Verspätungen weniger stark auf Gegenzüge übertragen werden;
  • zusätzliche Fahrplanreserven entstehen;
  • ein dichterer Takt vorbereitet werden;
  • die Betriebsstabilität verbessert werden.

Die genaue Ausgestaltung hängt von den Projektierungs- und Bewilligungsverfahren ab.

Geplante Fahrplanverdichtung

Die SZU plant ungefähr ab 2031 einen verdichteten Fahrplan auf ihren Bahnstrecken.[9]

Für die S4 ist ein Angebot mit 15- beziehungsweise 7,5-Minuten-Intervallen vorgesehen. Die konkrete Zugfolge hängt von Streckenabschnitt, Tageszeit und Fahrtrichtung ab.

Voraussetzungen für die Verdichtung sind:

  • zusätzliche Doppelspurabschnitte;
  • modernisierte Sicherungsanlagen;
  • neue Züge;
  • längere und barrierefreie Perrons;
  • der Ausbau des SZU-Bahnhofs im Zürcher Hauptbahnhof;
  • leistungsfähigere Unterhaltsanlagen.

Der Bahnhof Leimbach wird wegen seiner Kreuzungsfunktion und seines hohen Fahrgastaufkommens eine wichtige Rolle im künftigen Betrieb spielen.

Neue Fahrzeuge

Die SZU beschafft für die Sihltalbahn neue Triebzüge der Bezeichnung RBe 546. Ihre Inbetriebnahme ist ungefähr ab 2028 vorgesehen.[9]

Die Fahrzeuge sollen das ältere Rollmaterial ersetzen und bieten voraussichtlich:

  • stufenarme Einstiege;
  • mehr Platz;
  • moderne Fahrgastinformationen;
  • Klimatisierung;
  • Mehrzweckbereiche;
  • zeitgemässe Einrichtungen für Reisende mit eingeschränkter Mobilität;
  • bessere Beschleunigung.

Die neuen Züge sind eine Voraussetzung für die geplante Angebotsverdichtung.

Stationsgebäude als Baudenkmal

Das historische Stationsgebäude besitzt für die Stadt Zürich eine besondere Bedeutung.

Während die meisten Bahnhöfe auf Stadtgebiet durch grössere städtische Empfangsgebäude, moderne Zweckbauten oder unterirdische Anlagen geprägt sind, bewahrte Leimbach den Charakter einer kleinen ländlichen Privatbahnstation.

Die Denkmalpflege hebt hervor:

  • das Baujahr 1894;
  • die Verbindung zur Eingemeindung Leimbachs;
  • die Bedeutung für den Personen- und Güterverkehr;
  • die Architektur im Schweizer Holzstil;
  • die erhaltenen Erweiterungen;
  • die Einzigartigkeit innerhalb des Stadtgebiets.[2]

Das Gebäude veranschaulicht den Übergang von der dörflichen Gemeinde zum städtischen Quartier.

Fuss- und Veloverkehr

Der Bahnhof ist in das städtische Fuss- und Velowegnetz eingebunden.

Wichtige Verbindungen führen:

  • entlang der Sihl;
  • nach Zürich Manegg;
  • nach Adliswil;
  • ins Zentrum von Leimbach;
  • nach Mittelleimbach;
  • zum Schulhaus Falletsche;
  • zu den Wegen am Entlisberg;
  • in Richtung Uetliberg.

Die Unterführung beim Bahnhof ermöglicht eine sichere Querung der Leimbachstrasse und verbessert die Verbindung zwischen den Wohngebieten und den Bahnsteigen.

2014 wurden im Zusammenhang mit der Sanierung der Soodstrasse ein zusätzlicher Fussgängerstreifen zum Bahnhof sowie eine erneuerte Strassenbeleuchtung geschaffen.[12]

Städtische Planung

Der Bahnhof liegt in einem Gebiet, das sich durch neue Wohnbauten und die Entwicklung des nördlich gelegenen Manegg-Areals verändert.

Die Stadt Zürich sieht Potenzial für:

  • eine bessere Verbindung zwischen Unterleimbach und den übrigen Quartierteilen;
  • zusätzliche Wohn- und Arbeitsnutzungen;
  • attraktivere öffentliche Räume;
  • sicherere Fuss- und Veloverbindungen;
  • eine stärkere Orientierung der Bebauung zum Bahnhof;
  • eine bessere Verbindung zum Sihlufer.

Die historische Bebauung des alten Dorfkerns und das denkmalgeschützte Stationsgebäude sollen bei künftigen Planungen berücksichtigt werden.

Eisenbahngeschichtliche Bedeutung

Der Bahnhof Zürich Leimbach dokumentiert mehrere Phasen der Zürcher Verkehrs- und Stadtgeschichte:

  • die Planung privater Lokalbahnen im 19. Jahrhundert;
  • die Industrialisierung des Sihltals;
  • den Übergang Leimbachs vom Dorf zum Stadtquartier;
  • die Elektrifizierung des Vorortsverkehrs;
  • den Zusammenschluss von Sihltal- und Uetlibergbahn;
  • die Einführung der Zürcher S-Bahn;
  • den Wandel vom bedienten Stationsbetrieb zur automatisierten Verkehrsstation;
  • den Ausbau für einen dichteren und barrierefreien öffentlichen Verkehr.

Das historische Stationsgebäude und die weiterhin bestehende Kreuzungsfunktion machen Leimbach zu einem bedeutenden Zeugnis der Sihltalbahn.

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Haltestellen- und Linienfahrpläne Zürich Leimbach, Zürcher Verkehrsverbund, Jahresfahrplan 2026, abgerufen am 3. August 2026.
  2. 2,0 2,1 2,2 2,3 2,4 2,5 2,6 Inventarergänzung 2019: Bahnhof Leimbach, Denkmalpflege der Stadt Zürich, S. 13, abgerufen am 3. August 2026.
  3. 3,0 3,1 Haltestellen- und Linienfahrpläne Zürich, Bahnhof Leimbach, Zürcher Verkehrsverbund, Jahresfahrplan 2026, abgerufen am 3. August 2026.
  4. 4,0 4,1 4,2 4,3 4,4 4,5 4,6 Die Geschichte der SZU, Sihltal Zürich Uetliberg Bahn, abgerufen am 3. August 2026.
  5. Fussgängerunterführung beim Bahnhof Leimbach, Beschluss des Regierungsrates des Kantons Zürich vom 21. August 1969, abgerufen am 3. August 2026.
  6. Leimbachstrasse, Bahnhof Leimbach, 1990–1991, Stadtarchiv Zürich, abgerufen am 3. August 2026.
  7. Grundlagenbericht Ortsbildschutz, Stadt Zürich, Abschnitt Leimbach, abgerufen am 3. August 2026.
  8. 8,0 8,1 8,2 8,3 8,4 Hindernisfreies Reisen auf dem Netz der SZU, Sihltal Zürich Uetliberg Bahn, 27. November 2023, abgerufen am 3. August 2026.
  9. 9,0 9,1 9,2 9,3 Unsere Zukunftsformel, Sihltal Zürich Uetliberg Bahn, abgerufen am 3. August 2026.
  10. Informationen zur Totalsperrung Zürich HB–Zürich Selnau, Sihltal Zürich Uetliberg Bahn, abgerufen am 3. August 2026.
  11. Bahnhof Zürich Leimbach, Schweizerische Bundesbahnen, abgerufen am 3. August 2026.
  12. Sanierung und Umbau der Soodstrasse, Stadt Zürich, 26. Juni 2014, abgerufen am 3. August 2026.