Bahnhof Feuerthalen

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Bahnhof Feuerthalen
Bahnhof Feuerthalen im November 2021
Gemeinde Feuerthalen
Bezirk Andelfingen
Kanton Zürich
Staat Schweiz
Betriebliche Art Zwischenbahnhof
Eigentümerin SBB
Infrastrukturbetreiberin SBB Infrastruktur
Bahnverkehr Thurbo
Strecke Seelinie
Linien S1, SN3
Perrongleise 2
Eröffnung 1. November 1894
Durchgehender Betrieb seit 2. April 1895
Höhenlage 409 m ü. M.
Tarifzone 820 (OSTWIND)
DiDok-Nummer 3425
UIC-Nummer 8503425
Betriebsstellenkürzel FT
Nachbarstationen Schaffhausen und Langwiesen

Der Bahnhof Feuerthalen ist ein Bahnhof in der gleichnamigen politischen Gemeinde Feuerthalen im Bezirk Andelfingen des Kantons Zürich. Er liegt an der Seelinie zwischen den Bahnhöfen Schaffhausen und Langwiesen und wird von der Linie S1 der S-Bahn St. Gallen bedient. In den Wochenendnächten hält zusätzlich die Nacht-S-Bahn SN3.

Die Bahninfrastruktur gehört den Schweizerischen Bundesbahnen (SBB), während die Personenzüge von der Regionalbahngesellschaft Thurbo geführt werden. Die Station wird im regulären Personenverkehr als Halt auf Verlangen bedient.

Der Bahnhof wurde am 1. November 1894 als vorläufiger Endpunkt der von Etzwilen kommenden Bahnstrecke eröffnet. Erst am 2. April 1895 konnte der kurze, technisch anspruchsvolle Abschnitt über die Rheinbrücke Feuerthalen und durch den Emmersbergtunnel zum Bahnhof Schaffhausen in Betrieb genommen werden.[1]

Lage

Der Bahnhof befindet sich im nordwestlichen Teil des Siedlungsgebiets von Feuerthalen an der Bahnhofstrasse. Er liegt auf einer Höhe von 409 Metern über Meer und rund 500 Meter südöstlich des Rheins. Das historische Dorfzentrum befindet sich südlich und südwestlich der Bahnstation.

Die Gemeinde Feuerthalen liegt unmittelbar gegenüber der Stadt Schaffhausen. Der Rhein bildet zugleich die Grenze zwischen den Kantonen Zürich und Schaffhausen. Obwohl der Bahnhof politisch zum Kanton Zürich gehört, ist er verkehrlich stark auf das nur wenige Minuten entfernte Schaffhausen ausgerichtet.

Westlich der Station verläuft die Bahnstrecke zunächst in Richtung Rhein. Sie überquert den Fluss auf der denkmalgeschützten Rheinbrücke Feuerthalen und führt anschliessend durch den Emmersbergtunnel zum Bahnhof Schaffhausen. Östlich des Bahnhofs folgt die Strecke dem Hochrhein über Langwiesen, Schlatt, Diessenhofen und Etzwilen nach Stein am Rhein.

In der Nähe befinden sich Wohngebiete, kleinere Gewerbebetriebe und das Einkaufszentrum Rhymarkt. Das Dorfzentrum, das Gemeindehaus Fürstengut und die Schaffhauser Altstadt sind vom Bahnhof zu Fuss erreichbar. Die Adresse des Aufnahmegebäudes lautet Bahnhofstrasse 21.[2]

Anlage

Der Bahnhof besitzt zwei Perrongleise. Das Aufnahmegebäude steht südlich der Gleisanlagen beim Hausperron. Ein zweites Perron dient dem Verkehr in der Gegenrichtung. Die beiden Gleise ermöglichen Zugskreuzungen auf der weitgehend eingleisigen Seelinie.

Die Anlage umfasst neben den Perrons und dem Aufnahmegebäude einen ehemaligen Güterschuppen sowie weitere kleinere Nebenbauten. Teile des früheren Güterareals werden heute gewerblich genutzt. Der Güterschuppen und angrenzende Abstellflächen befinden sich im Eigentum der Gemeinde beziehungsweise werden von ihr vermietet.[3]

Den Reisenden stehen gedeckte Wartebereiche, Sitzgelegenheiten, Fahrgastinformationen und ein Billettautomat zur Verfügung. Ein bedienter Billettschalter besteht nicht mehr. Im Bahnhofsgebäude befinden sich gewerblich genutzte Räume.

Für den kombinierten Verkehr stehen 24 gedeckte Veloabstellplätze zur Verfügung. Die P+Rail-Anlage umfasst zwölf Parkplätze. Auf dem Bahnhofareal befindet sich zudem eine Fahrschule.[4]

Die Stationsanlagen entsprechen noch nicht vollständig den heutigen Anforderungen an einen hindernisfreien Bahnhof. Gemäss dem Standbericht des Bundesamts für Verkehr von 2025 ist ein umfassender Ausbau vorgesehen. Die SBB rechnen nach damaligem Planungsstand mit der Einreichung des Plangenehmigungsgesuchs Ende 2027, dem Baubeginn Ende 2029 und der Inbetriebnahme der erneuerten Anlagen Ende 2030.[5]

Verkehr

Bahnverkehr

Feuerthalen wird im Fahrplanjahr 2026 von der Linie S1 der S-Bahn St. Gallen bedient:

Die S1 verkehrt grundsätzlich im Halbstundentakt. Zwischen Feuerthalen und Schaffhausen beträgt die Fahrzeit nur wenige Minuten. In Schaffhausen bestehen Anschlüsse an den Fern- und Regionalverkehr nach Zürich, Winterthur, Bülach, Basel, Singen, Stuttgart und in den Klettgau.

In Richtung Osten verbindet die Linie den Bahnhof ohne Umsteigen mit Diessenhofen, Stein am Rhein, Kreuzlingen, Romanshorn, St. Gallen und Wil. Sie bildet damit eine der längsten durchgehenden S-Bahn-Linien der Ostschweiz.[6]

Feuerthalen ist ein Halt auf Verlangen. Reisende, die einsteigen möchten, müssen sich rechtzeitig gut sichtbar auf dem Perron aufhalten. Für das Aussteigen ist der Haltewunsch im Zug über die entsprechende Taste anzumelden.

In den Nächten von Freitag auf Samstag und von Samstag auf Sonntag wird der Bahnhof zusätzlich von der Nacht-S-Bahn SN3 bedient:

Die Nachtverbindung ergänzt das reguläre Tagesangebot und ermöglicht spätabendliche beziehungsweise frühmorgendliche Fahrten zwischen Feuerthalen, Schaffhausen, Winterthur und dem Raum Stein am Rhein.

Busverkehr

Das Gemeindegebiet von Feuerthalen wird durch mehrere regionale Postautolinien erschlossen. Die Linien 630, 632 und 634 verbinden die Gemeinde mit Schaffhausen sowie mit Flurlingen, Uhwiesen, Benken, Marthalen und Dachsen.

  • 630: Schaffhausen, Bahnhof – Feuerthalen – Flurlingen – Uhwiesen – Benken ZH – Marthalen, Bahnhof
  • 632: Schaffhausen, Bahnhof – Feuerthalen, Rhymarkt – Feuerthalen, Lindenbuck
  • 634: Schaffhausen, Bahnhof – Feuerthalen – Flurlingen – Uhwiesen – Dachsen, Bahnhof

Die nächstgelegenen regulären Bushaltestellen befinden sich beim Rhymarkt und an der Kirchstrasse. Sie sind vom Bahnhof in wenigen Gehminuten erreichbar. Bei Unterbrüchen des Bahnverkehrs dient das Bahnhofareal zudem als Haltestelle für Bahnersatzbusse.[7]

Tarif

Der Bahnhalt Feuerthalen gehört zur Zone 820 des Tarifverbunds OSTWIND. Für die Bushaltestellen innerhalb des Gemeindegebiets gilt die Lokalzone 821. Die Bushaltestelle Feuerthalen, Bahnhof ist tariflich ebenfalls der Zone 821 zugeordnet.

Die unterschiedliche Zonenzuordnung hängt mit der engen verkehrlichen Verflechtung zwischen Feuerthalen und Schaffhausen zusammen. Bei bestimmten Verbindungen werden die Zonen 820 beziehungsweise 821 zusammen mit der Schaffhauser Ringzone 810 angeboten.[8]

Geschichte

Frühe Eisenbahnprojekte

Die verkehrsgünstige Lage Feuerthalens gegenüber der Stadt Schaffhausen führte bereits in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zu verschiedenen Eisenbahnprojekten. Eine Verbindung entlang des Hochrheins und des Untersees sollte Schaffhausen mit dem Thurgau und den Bodenseehäfen verbinden.

Die Planungen wurden jedoch durch unterschiedliche Interessen der Kantone, Gemeinden und privaten Bahngesellschaften verzögert. Umstritten waren insbesondere die Linienführung, die Finanzierung und die Frage, auf welcher Seite des Rheins und des Untersees die Bahn gebaut werden sollte.

Auch die topografischen Verhältnisse am Rhein erschwerten das Vorhaben. Für die direkte Einfahrt nach Schaffhausen waren eine grosse Eisenbahnbrücke und ein Tunnel durch den Emmersberg erforderlich. Dadurch war der Abschnitt zwischen Feuerthalen und Schaffhausen erheblich teurer und technisch anspruchsvoller als die Strecke durch das flachere Gelände in Richtung Etzwilen.

Von den ersten konkreten Vorstellungen bis zur Eröffnung der Bahn vergingen mehr als drei Jahrzehnte.[1]

Bau durch die Nordostbahn

Die Konzession für die Verbindung wurde von der Schweizerischen Nordostbahn (NOB) übernommen. Die Gesellschaft plante eine Strecke von Schaffhausen über Feuerthalen, Diessenhofen, Etzwilen und Kreuzlingen nach Romanshorn.

Der Bau begann in den frühen 1890er-Jahren. Von Feuerthalen ostwärts konnte die Strecke weitgehend der natürlichen Geländestruktur entlanggeführt werden. Der Abschnitt nach Schaffhausen erforderte dagegen den Bau der Rheinbrücke Feuerthalen und des Emmersbergtunnels.

Für den Bahnhof wurde am Rand des damaligen Siedlungsgebiets ein grösseres Areal bereitgestellt. Neben dem Aufnahmegebäude entstanden Gleise für Zugskreuzungen, Einrichtungen für den Güterverkehr, ein Güterschuppen und weitere betriebliche Anlagen.

Eröffnung als Endbahnhof

Am 1. November 1894 nahm die Nordostbahn den Abschnitt zwischen Etzwilen und Feuerthalen in Betrieb. Da die Rheinbrücke und der Emmersbergtunnel noch nicht fertiggestellt waren, bildete Feuerthalen zunächst den westlichen Endpunkt der Bahnstrecke.[1]

Während dieser Übergangszeit mussten Reisende zwischen Feuerthalen und Schaffhausen den verbleibenden Weg zu Fuss oder mit anderen Verkehrsmitteln zurücklegen. Die Station erfüllte deshalb für rund fünf Monate die Funktion eines End- und Umsteigebahnhofs.

Der Bahnanschluss verbesserte die Verkehrsverhältnisse für Feuerthalen und Langwiesen deutlich. Landwirtschaftliche Erzeugnisse, Baumaterialien, Brennstoffe und Industrieprodukte konnten nun mit der Eisenbahn transportiert werden. Gleichzeitig wurden Ausflüge entlang des Rheins und des Untersees einfacher.

Anschluss an Schaffhausen

Der durchgehende Betrieb nach Schaffhausen begann am 2. April 1895. Die Züge überquerten nun unmittelbar westlich des Bahnhofs die neue Rheinbrücke und erreichten nach der Durchfahrt durch den Emmersbergtunnel den Bahnhof Schaffhausen.[1]

Die Rheinbrücke besteht aus einer genieteten Stahlkonstruktion, die auf steinernen Widerlagern und Pfeilern ruht. Sie wurde sowohl zu einem bedeutenden Verkehrsbauwerk als auch zu einem prägenden Bestandteil des Stadtbilds am Rhein.

Der Emmersbergtunnel führt unter dem gleichnamigen Schaffhauser Stadtteil hindurch. Schwierigkeiten beim Tunnelbau hatten die Eröffnung des letzten Streckenabschnitts verzögert. Erst nach der Fertigstellung beider Kunstbauten konnte die Seelinie vollständig mit dem Schaffhauser Eisenbahnnetz verbunden werden.

Mit dem direkten Anschluss an Schaffhausen verlor Feuerthalen seine vorübergehende Funktion als Endbahnhof. Die Station blieb jedoch als Kreuzungs-, Güter- und Personenbahnhof von lokaler Bedeutung.

Übergang an die SBB

Die Schweizerische Nordostbahn gehörte zu den grossen privaten Eisenbahngesellschaften des 19. Jahrhunderts. Im Zuge der Verstaatlichung der wichtigsten Privatbahnen ging sie 1902 in den neu gegründeten Schweizerischen Bundesbahnen auf.

Damit wurden auch der Bahnhof Feuerthalen, die Rheinbrücke und die Seelinie Eigentum der SBB. Diese führten den Personen- und Güterverkehr weiter und modernisierten die Anlagen schrittweise.

Während der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts war der Bahnhof mit Personal besetzt. Zu dessen Aufgaben gehörten der Billettverkauf, die Gepäck- und Güterabfertigung, die Bedienung der Weichen und Signale sowie die Sicherung der Zugfahrten.

Das örtliche Stellwerk wurde 1946 in Betrieb genommen. Es handelte sich um ein Schalterwerk, von dem aus der Fahrdienstleiter die betrieblichen Anlagen steuerte. Im April 1998 wurde es ausser Betrieb genommen und durch eine ferngesteuerte Anlage ersetzt.[9]

Elektrifizierung

Der Streckenabschnitt Schaffhausen–Etzwilen wurde am 16. Dezember 1945 elektrifiziert. Seither wird der Bahnhof mit dem schweizerischen Bahnstromsystem von 15 Kilovolt Wechselstrom bei 16,7 Hertz betrieben.[10]

Mit der Elektrifizierung endete der reguläre Dampfbetrieb. Elektrische Triebwagen und Lokomotiven ermöglichten kürzere Fahrzeiten, einen wirtschaftlicheren Betrieb und eine bessere Beschleunigung auf der Strecke mit ihren zahlreichen Haltestellen.

Im Laufe der folgenden Jahrzehnte verlor der örtliche Güterverkehr an Bedeutung. Viele Transporte wurden auf die Strasse verlagert. Die für den Güterumschlag benötigten Gleise und Gebäude wurden teilweise zurückgebaut oder neuen Nutzungen zugeführt.

Mittelthurgaubahn und Thurbo

In den 1990er-Jahren wurde der Regionalverkehr auf der Seelinie grundlegend neu organisiert. Die Mittelthurgaubahn übernahm einen bedeutenden Teil des Betriebs und führte ein dichteres Angebot mit modernisierten Fahrzeugen ein.

Im Jahr 2001 stellte die Mittelthurgaubahn die persönliche Bedienung des Bahnhofs Feuerthalen ein. Seither erfolgt der Billettbezug im Selbstbedienungsverfahren über Automaten und elektronische Vertriebskanäle.[11]

Nach dem wirtschaftlichen Zusammenbruch der Mittelthurgaubahn wurde der Regionalverkehr 2002 von der neu gegründeten Thurbo AG übernommen. Thurbo nahm ihren Betrieb am 15. Dezember 2002 auf und entwickelte die Seelinie zu einer wichtigen Regionalverbindung der Ostschweiz weiter.[12]

Mit der Einführung der S-Bahn St. Gallen im Dezember 2013 erhielt die durchgehende Verbindung zwischen Schaffhausen und Wil die Linienbezeichnung S1. Der Bahnhof Feuerthalen wurde dadurch Bestandteil eines über mehrere Kantone führenden S-Bahn-Systems.

Rheinbrücke Feuerthalen

Die Rheinbrücke unmittelbar westlich des Bahnhofs ist das bedeutendste Kunstbauwerk der Strecke. Die 1895 eröffnete Stahlbrücke verbindet den Kanton Zürich mit der Stadt und dem Kanton Schaffhausen.

Sie trägt ein einziges Bahngleis und die zugehörige Fahrleitung. Wegen ihrer Lage direkt oberhalb des Rheins stellt ihr Unterhalt besondere technische und ökologische Anforderungen. Arbeiten müssen mit der Schifffahrt, dem Hochwasserschutz und dem Schutz des Gewässers abgestimmt werden.

Die Brücke ist eine denkmalgeschützte, genietete Stahlkonstruktion. Sie dokumentiert den hohen Stand des schweizerischen Brückenbaus am Ende des 19. Jahrhunderts und prägt gemeinsam mit den benachbarten Strassenbrücken das Landschaftsbild zwischen Feuerthalen und Schaffhausen.

Sanierung von 2026 bis 2027

Nach rund 130 Betriebsjahren begannen die SBB 2026 mit einer umfassenden Erneuerung der Rheinbrücke. Die Vorarbeiten mit der Einrichtung von Installationsplätzen und dem Aufbau der Gerüste starteten im Januar 2026. Die Hauptarbeiten begannen im April 2026 und sollen voraussichtlich bis August 2027 dauern.[13]

Das Projekt umfasst:

  • die vollständige Erneuerung des Korrosionsschutzes,
  • die Abdichtung des Schottertrogs,
  • die Entfernung asbesthaltiger Materialien,
  • die Verstärkung der Tragkonstruktion,
  • die Verbreiterung des Dienststegs,
  • den Ersatz von Leitungen und Fahrleitungsmasten,
  • die Erneuerung der Gleise und der übrigen Fahrbahnanlagen.

Für die Arbeiten wird die Stahlkonstruktion vollständig eingehaust. Dadurch sollen der Rhein und die Umgebung vor Staub, Strahlmitteln und Farbrückständen geschützt werden. Die Projektkosten belaufen sich auf rund 15 Millionen Franken und werden über die Leistungsvereinbarung zwischen den SBB und dem Bund finanziert.[13]

Wegen der umfangreichen Fahrbahnarbeiten war die Strecke zwischen Schaffhausen und Feuerthalen vom 18. Mai bis zum 7. August 2026 vollständig gesperrt. Die Züge der S1 fielen während dieser Zeit auf diesem Abschnitt aus. Zwischen Schaffhausen und Feuerthalen sowie in Richtung Stein am Rhein verkehrten Ersatzbusse.[14]

Für die Baustellenlogistik wurden beim Bahnhof Feuerthalen zusätzliche Installationsflächen eingerichtet. Sie dienen dem Umladen und Zwischenlagern von Baumaterial sowie dem Abstellen von Geräten, Fahrzeugen und Containern.[15]

Aufnahmegebäude

Das Aufnahmegebäude entstand im Zusammenhang mit der Streckeneröffnung von 1894. Es handelt sich um einen mehrgeschossigen Bau mit Satteldach und einem gleisseitigen Perrondach. Seine Gestaltung entspricht der für kleinere und mittlere Stationen der Schweizerischen Nordostbahn typischen Architektur.

Das Erdgeschoss enthielt ursprünglich den Wartesaal, das Stationsbüro, den Billettschalter und betriebliche Räume. In den oberen Geschossen befanden sich Wohnungen für Bahnbedienstete. Der angebaute Güterschuppen diente der Annahme und Ausgabe von Stückgut.

Historische Aufnahmen zeigen, dass das Stationsgebäude im Laufe des 20. Jahrhunderts mehrmals umgebaut wurde. Trotz der Veränderungen blieb sein grundsätzlicher Charakter erhalten. Das Gebäude dokumentiert den späten Anschluss Feuerthalens an das schweizerische Eisenbahnnetz und die frühere Bedeutung personell besetzter Landbahnhöfe.

Bedeutung

Der Bahnhof Feuerthalen ist die einzige Bahnstation im Hauptort der Gemeinde und ein wichtiger Bestandteil des öffentlichen Verkehrs im nördlichsten Teil des Kantons Zürich. Er verbindet Feuerthalen unmittelbar mit dem regionalen Zentrum Schaffhausen und mit den Gemeinden entlang des Hochrheins und Untersees.

Für Berufspendlerinnen und Berufspendler ist insbesondere die kurze Verbindung nach Schaffhausen von Bedeutung. Dort befinden sich zahlreiche Arbeitsplätze, Schulen, Einkaufsmöglichkeiten und kulturelle Einrichtungen. Am Bahnhof Schaffhausen bestehen zudem Anschlüsse nach Zürich, Winterthur, Basel und Süddeutschland.

In östlicher Richtung erschliesst die S1 die historischen Städte Diessenhofen und Stein am Rhein sowie die Tourismusregionen am Untersee und Bodensee. Durch die durchgehenden Züge nach Kreuzlingen, Romanshorn, St. Gallen und Wil besitzt der Bahnhof trotz seiner lokalen Grösse ein weitreichendes Angebot.

Die Bahnstation trug seit dem Ende des 19. Jahrhunderts zur Entwicklung Feuerthalens vom landwirtschaftlich geprägten Dorf zu einem Wohn- und Gewerbevorort Schaffhausens bei. Die gute Erreichbarkeit der Stadt begünstigte das Bevölkerungswachstum und die Ausdehnung des Siedlungsgebiets.

Der Bahnhof besitzt ausserdem eine besondere historische Stellung, weil er während fünf Monaten Endpunkt der Seelinie war. Die unmittelbar benachbarte Rheinbrücke und der Emmersbergtunnel veranschaulichen die technischen Herausforderungen, die für den Anschluss der Strecke an Schaffhausen bewältigt werden mussten.

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 Der späte Anschluss an die Eisenbahn. Hrsg.: Gemeinde Feuerthalen. Abgerufen am 2026-08-04.
  2. Category:Feuerthalen railway station. In: Wikimedia Commons. Abgerufen am 2026-08-04.
  3. Verlängerung Mietvertrag für Güterschuppen und Abstellflächen am Bahnhof. Hrsg.: Gemeinde Feuerthalen. 2026-04-13. Abgerufen am 2026-08-04.
  4. Bahnhof Feuerthalen. Hrsg.: Schweizerische Bundesbahnen. Abgerufen am 2026-08-04.
  5. Standbericht zur Umsetzung des Behindertengleichstellungsgesetzes bei den Bahnhöfen. Hrsg.: Bundesamt für Verkehr. 2025. Abgerufen am 2026-08-04.
  6. Liniennetzplan Zürcher S-Bahn, S-Bahn St. Gallen, S-Bahn Schaffhausen und S-Bahn Bodensee. Hrsg.: Thurbo AG. Abgerufen am 2026-08-04.
  7. Regionalnetz des Zürcher Verkehrsverbunds 2026. Hrsg.: Zürcher Verkehrsverbund. Abgerufen am 2026-08-04.
  8. Verbundtarif des Tarifverbunds OSTWIND. Hrsg.: Tarifverbund OSTWIND. 2025-12-14. Abgerufen am 2026-08-04.
  9. Feuerthalen. In: Stellwerke.info. Abgerufen am 2026-08-04.
  10. Bodenseelinie Schaffhausen–Romanshorn. In: Schienenverkehr-Schweiz.ch. Abgerufen am 2026-08-04.
  11. Wandel des öffentlichen Verkehrs. Hrsg.: Gemeinde Feuerthalen. Abgerufen am 2026-08-04.
  12. Unsere Geschichte: Thurbo verbindet die Ostschweiz. Hrsg.: Thurbo AG. Abgerufen am 2026-08-04.
  13. 13,0 13,1 Feuerthalen: Sanierung Rheinbrücke. Hrsg.: Schweizerische Bundesbahnen. Abgerufen am 2026-08-04.
  14. Ausfall der Züge S1 Schaffhausen–Feuerthalen infolge Sanierung der Rheinbrücke. Hrsg.: Gemeinde Feuerthalen. 2026-04-17. Abgerufen am 2026-08-04.
  15. Projektänderung zur Sanierung der Eisenbahnbrücke. Hrsg.: Gemeinde Feuerthalen. 2025. Abgerufen am 2026-08-04.

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