Bahnhof Winkel am Zürichsee
| Bahnhof Winkel am Zürichsee | |
|---|---|
| Bahnhof Winkel am Zürichsee | |
| Typ | Haltestelle |
| Lage | Erlenbach ZH |
| Eröffnung | 24. September 1967 |
| Eigentümer | Schweizerische Bundesbahnen |
| Betreiber | Schweizerische Bundesbahnen |
| Strecke | Rechtsufrige Zürichseebahn |
| Bahnsteiggleise | 2 |
| Linien | S6, S16, SN7 |
| Tarifverbund | Zürcher Verkehrsverbund |
| Tarifzone | 140 |
| Höhe | 425 m ü. M. |
| Abkürzung | WIN |
| UIC-Nummer | 8503111 |
| Koordinaten | 47.29721° N, 8.59899° O |
Der Bahnhof Winkel am Zürichsee ist eine Bahnstation der Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) in der Gemeinde Erlenbach ZH im Bezirk Meilen des Kantons Zürich. Er liegt an der rechtsufrigen Zürichseebahn zwischen den Stationen Erlenbach ZH und Herrliberg-Feldmeilen.
Die Station wird von den Linien S6 und S16 der S-Bahn Zürich bedient. In den Wochenendnächten hält zudem die Nacht-S-Bahn-Linie SN7. Winkel am Zürichsee gehört zur Tarifzone 140 des Zürcher Verkehrsverbunds (ZVV).[1]
Obwohl die SBB die Anlage in ihrer Fahrgastinformation als Bahnhof bezeichnen, wird sie von der Gemeinde Erlenbach als Haltestelle Winkel geführt. Sie besitzt keine umfangreichen Betriebs- oder Güteranlagen und dient ausschliesslich dem regionalen Personenverkehr.[2]
Lage
Die Station befindet sich im südlichen Teil der Gemeinde Erlenbach im Gebiet Winkel. Sie liegt auf rund 425 Metern über Meer am Hang oberhalb der Seestrasse und des rechten Ufers des Zürichsees. Das Zentrum von Erlenbach mit dem dortigen Bahnhof liegt ungefähr einen Kilometer nordwestlich.
Bergseits der Bahnlinie befinden sich Wohnquartiere, Rebberge und landwirtschaftlich genutzte Flächen. Seeseitig liegen die Seestrasse, das Strandbad Winkel und verschiedene Wohngebäude. Die Station erschliesst zudem den südlichen Teil Erlenbachs sowie angrenzende Gebiete der Gemeinde Herrliberg.
In der näheren Umgebung befinden sich die Martin Stiftung mit ihrem Biohof und weiteren sozialen Einrichtungen, das Strandbad Winkel sowie mehrere Gewerbe- und Gartenbaubetriebe. Das Gelände der Martin Stiftung ist von der Station in wenigen Minuten zu Fuss erreichbar.[3]
Die Station liegt bei Streckenkilometer 14,6 der rechtsufrigen Zürichseebahn. Unmittelbar nördlich durchquert die Strecke den kurzen Hitzbergtunnel. Südlich der Haltestelle folgen mehrere Brückenbauwerke an der steilen Seehalde, bevor die Strecke den Bahnhof Herrliberg-Feldmeilen erreicht.[4]
Anlage
Winkel am Zürichsee besitzt zwei Durchgangsgleise mit je einem seitlichen Perron. Gleis 1 wird von den Zügen in Richtung Erlenbach, Zürich und Baden beziehungsweise Zürich Flughafen genutzt. Von Gleis 2 verkehren die Züge in Richtung Herrliberg-Feldmeilen, Meilen und Uetikon am See.
Die Perrons sind über getrennte Zugänge vom Islersteig und vom umliegenden Strassennetz erreichbar. Eine unmittelbare Verbindung zwischen beiden Perrons besteht über die öffentlichen Wege und Unterführungen im Bahnhofsumfeld. Auf beiden Perrons befinden sich kleine Schutzbauten, Sitzgelegenheiten, Fahrgastinformationen und Entwerter.
Ein eigentliches Aufnahmegebäude mit Schalterhalle oder Wartesaal besitzt die Haltestelle nicht. Billette werden über Automaten, digitale Vertriebskanäle oder andere Verkaufsstellen des öffentlichen Verkehrs bezogen. Nach Angaben der SBB stehen bei der Station sechs Veloabstellplätze zur Verfügung.[5]
Architektur
Die beiden Schutz- und Wartebauten auf den Perrons wurden vom Schweizer Architekten Max Vogt entworfen. Vogt arbeitete von 1957 bis 1989 als Architekt der SBB-Kreisdirektion III und prägte mit zahlreichen Bahnhofs-, Stellwerk- und Betriebsgebäuden die Eisenbahnarchitektur der Nordostschweiz.
Die 1967 errichteten Bauten in Winkel bestehen aus kleinen, weitgehend symmetrisch angeordneten Beton- und Mauerwerkskörpern. Ihre klaren geometrischen Formen, die tiefen Öffnungen und der weitgehende Verzicht auf dekorative Elemente sind charakteristisch für Vogts Architektur. Nachträglich wurden die ursprünglich offeneren Wartebereiche durch Glaswände ergänzt, um einen besseren Schutz vor Wind und Niederschlag zu bieten.[6][7]
Die beiden Schutzbauten bilden ein zusammengehörendes architektonisches Ensemble. Sie gehören zu den kleineren Verkehrsbauten Max Vogts und dokumentieren die funktionale Gestaltung von SBB-Haltestellen in den 1960er Jahren.
Geschichte
Rechtsufrige Zürichseebahn
Die Bahnstrecke von Zürich Stadelhofen über Meilen nach Rapperswil wurde am 15. März 1894 durch die Schweizerische Nordostbahn (NOB) eröffnet. Die rechtsufrige Zürichseebahn ergänzte die bereits 1875 eröffnete Strecke am linken Seeufer und erschloss die Gemeinden der sogenannten Goldküste.
Zum Zeitpunkt der Streckeneröffnung bestand im Gebiet Winkel noch keine eigene Station. Die Züge verkehrten zwischen den Bahnhöfen Erlenbach und Herrliberg-Feldmeilen ohne Zwischenhalt. Nach der Verstaatlichung der Nordostbahn ging die Strecke 1902 an die neu gegründeten Schweizerischen Bundesbahnen über.[8]
Am 15. Mai 1926 nahmen die SBB auf der rechtsufrigen Zürichseebahn den elektrischen Betrieb mit 15 Kilovolt und 16,7 Hertz Wechselstrom auf. Die Dampflokomotiven wurden dadurch im regulären Verkehr durch elektrische Triebfahrzeuge ersetzt.[4]
Bau der Haltestelle
In den 1960er Jahren stiegen die Einwohnerzahlen und das Verkehrsaufkommen am rechten Zürichseeufer stark an. Die SBB bauten deshalb mehrere Abschnitte der ursprünglich eingleisigen Strecke auf Doppelspur aus.
Der Abschnitt zwischen Erlenbach und Herrliberg-Feldmeilen wurde am 24. September 1967 zweigleisig in Betrieb genommen. Im Zusammenhang mit diesem Ausbau entstand die neue Haltestelle Winkel am Zürichsee mit zwei seitlichen Perrons und den von Max Vogt entworfenen Schutzbauten.[4][6]
Die neue Station verbesserte die Erschliessung des südlichen Gemeindegebiets von Erlenbach erheblich. Bewohnerinnen und Bewohner der Gebiete Winkel, Mariahalden und Bindschädler erhielten dadurch einen näher gelegenen Zugang zur Bahn. Zugleich wurde die Haltestelle für Teile der Nachbargemeinde Herrliberg von Bedeutung.
S-Bahn Zürich
Am 27. Mai 1990 nahm die S-Bahn Zürich ihren Betrieb auf. Mit dem neuen Netz wurden die bisherigen Regionalzüge in ein abgestimmtes Liniensystem integriert. Die Eröffnung des Hirschengrabentunnels und des unterirdischen Bahnhofs Zürich Hauptbahnhof ermöglichte direkte Fahrten vom rechten Zürichseeufer durch das Zentrum von Zürich und weiter in andere Regionen des Kantons.
Das Angebot in Winkel wurde in den folgenden Jahrzehnten schrittweise ausgebaut. Durch die zeitlich versetzte Bedienung der Linien S6 und S16 besteht während eines grossen Teils des Tages eine Verbindung ungefähr alle 15 Minuten nach Zürich. Die Gemeinde Erlenbach bezeichnet beide Stationen auf ihrem Gebiet als wichtige Grundlage ihrer guten Erschliessung durch den öffentlichen Verkehr.[9]
Bahnverkehr
Im Fahrplanjahr 2026 wird Winkel am Zürichsee von zwei Linien der S-Bahn Zürich bedient:[1]
- S6: Baden AG – Wettingen – Würenlos – Buchs-Dällikon – Regensdorf-Watt – Zürich Oerlikon – Zürich Hauptbahnhof – Zürich Stadelhofen – Erlenbach ZH – Winkel am Zürichsee – Herrliberg-Feldmeilen – Meilen – Uetikon am See
- S16: Zürich Flughafen – Zürich Oerlikon – Zürich Hardbrücke – Zürich Hauptbahnhof – Zürich Stadelhofen – Erlenbach ZH – Winkel am Zürichsee – Herrliberg-Feldmeilen – teilweise Meilen
Beide Linien verkehren grundsätzlich im Halbstundentakt. Zusammen bieten sie während grosser Teile des Tages ungefähr alle 15 Minuten eine Verbindung nach Zürich Stadelhofen und Zürich Hauptbahnhof. Direkte Züge führen ausserdem zum Flughafen Zürich, nach Baden und zu mehreren Gemeinden am rechten Zürichseeufer.[10][11]
In den Nächten von Freitag auf Samstag und Samstag auf Sonntag hält die Nacht-S-Bahn-Linie SN7. Sie verbindet Winkel am Zürichsee über Zürich Stadelhofen, Zürich Hauptbahnhof und Zürich Oerlikon mit Bassersdorf sowie in der Gegenrichtung mit Meilen, Uetikon am See, Männedorf und Stäfa.[12]
Fahrgastzahlen
Nach den von den SBB veröffentlichten Frequenzdaten wurden in Winkel am Zürichsee im Jahr 2025 durchschnittlich rund 1300 Ein- und Aussteigende pro Tag gezählt. An Werktagen lag der Mittelwert bei etwa 1500 Personen, an den übrigen Tagen bei rund 890 Personen.[13]
Damit weist die Haltestelle trotz ihrer vergleichsweise einfachen Infrastruktur eine erhebliche lokale Bedeutung auf. Neben der Bevölkerung des südlichen Erlenbachs nutzen auch Reisende aus angrenzenden Teilen Herrlibergs die Station.
Bedeutung für die Gemeinde
Winkel am Zürichsee ist neben dem Bahnhof Erlenbach ZH die zweite Bahnstation auf dem Gemeindegebiet von Erlenbach. Während der nördliche Bahnhof das Dorfzentrum, die Schifflände und die örtlichen Buslinien erschliesst, bedient Winkel vor allem die südlichen Wohnquartiere und die Gebiete am Hang zwischen Zürichsee und Pfannenstiel.
Die Haltestelle ist ausserdem ein Zugang zum Strandbad Winkel und zu den Spazierwegen entlang des Zürichsees. Das Strandbad ist über eine Unterführung unter der Seestrasse erreichbar.[14]
Bei der Station befinden sich Parkplätze und Veloabstellmöglichkeiten. Die Ortsbuslinien 961 und 962 verkehren nicht unmittelbar ab Winkel am Zürichsee, sondern sind hauptsächlich auf den Bahnhof Erlenbach ausgerichtet. Dadurch besitzt die Station vor allem die Funktion eines lokalen Zugangs zur S-Bahn.
Hindernisfreier Ausbau
Die bestehenden Perronzugänge und Einstiegshöhen entsprechen noch nicht vollständig den Anforderungen des Behindertengleichstellungsgesetzes. In ihrer 2026 veröffentlichten Mobilitätsstrategie nennt die Gemeinde Erlenbach das Jahr 2033 als vorgesehenen Zeitpunkt für die Herstellung der vollständigen BehiG-Konformität der Station Winkel am Zürichsee.[9]
Zu den möglichen Massnahmen gehören die Anpassung der Perronhöhen, hindernisfreie Zugänge sowie Verbesserungen der Informations- und Sicherheitseinrichtungen. Die konkrete Ausgestaltung und der Bauablauf liegen in der Zuständigkeit der SBB und der beteiligten öffentlichen Stellen.
Siehe auch
- Rechtsufrige Zürichseebahn
- Bahnhof Erlenbach ZH
- Bahnhof Herrliberg-Feldmeilen
- S-Bahn Zürich
- Erlenbach ZH
- Liste der Bahnhöfe im Kanton Zürich
Weblinks
- Bahnhof Winkel am Zürichsee auf der Website der SBB
- Offizielle Website des Zürcher Verkehrsverbunds
- Offizielle Website der Gemeinde Erlenbach
- SBB Historic – Archive und Sammlungen
Einzelnachweise
- ↑ 1,0 1,1 Zürcher Verkehrsverbund: «Winkel am Zürichsee – Haltestellen- und Linienfahrpläne», Jahresfahrplan 2026, abgerufen am 4. August 2026.
- ↑ Gemeinde Erlenbach: «Öffentlicher Verkehr», abgerufen am 4. August 2026.
- ↑ Martin Stiftung: «Kontakt und Anreise», abgerufen am 4. August 2026.
- ↑ 4,0 4,1 4,2 Schienenverkehr Schweiz: «Zürichseelinie Zürich–Rapperswil», abgerufen am 4. August 2026.
- ↑ SBB: «Bahnhof Winkel am Zürichsee», abgerufen am 4. August 2026.
- ↑ 6,0 6,1 Ruedi Weidmann: «Max Vogt – Bauen für die Bahn 1957–1989», herausgegeben von der SBB-Fachstelle für Denkmalschutzfragen und der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte, abgerufen am 4. August 2026.
- ↑ Wikimedia Commons: «Shelter by Max Vogt at Winkel am Zürichsee railway station», abgerufen am 4. August 2026.
- ↑ «Bahnhof Winkel an der rechtsufrigen Zürichseebahn», abgerufen am 4. August 2026.
- ↑ 9,0 9,1 Gemeinde Erlenbach: «Nachhaltige Mobilitätsstrategie», 17. Februar 2026, S. 19–21, abgerufen am 4. August 2026.
- ↑ Zürcher Verkehrsverbund: «Linienfahrplan S6», Jahresfahrplan 2026, abgerufen am 4. August 2026.
- ↑ Zürcher Verkehrsverbund: «Linienfahrplan S16», Jahresfahrplan 2026, abgerufen am 4. August 2026.
- ↑ Zürcher Verkehrsverbund: «Linienfahrplan SN7», Jahresfahrplan 2026, abgerufen am 4. August 2026.
- ↑ SBB Open Data: «Ein- und Aussteigende an Bahnhöfen», Daten für Winkel am Zürichsee, abgerufen am 4. August 2026.
- ↑ Gemeinde Erlenbach: «Strandbäder», abgerufen am 4. August 2026.
Wikimedia Commons Wikimedia Commons: Medien zu Bahnhof Winkel am Zürichsee